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Gast

  • #1

Machen die Worte die Musik?

Macht es für euch einen Unterschied, ob der Mann nach dem ersten Mailkontakt schreibt: "Ruf mich an unter Nr...." oder "Darf ich dich anrufen? Wie ist deine Nr.? Wenn ja, welche Rückschlüsse würdet ihr ziehen?
 
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Gast

  • #2
Ja, ich denke, da ist ein enormer Unterschied!
Jetzt werden wieder einige hier aufschreien, nicht so kleinkariert zu sein. Klar darf ich mich nicht an jedem Wort festhängen, aber im Großen und Ganzen geht es hier um den Umgang miteinander, um das Feingefühl. Und wenn das einer nicht von vorne herein in die Beziehung mitbringt, dann ist bereits Hopfen und Malz verloren. "Was Hänschen nicht lernt...."
Es gibt leider viele Menschen, die glauben, sie seien der Mittelpunkt der Erde. Und ich will sicher nicht, dass sich alles nur um meinen Partner dreht. Ich selber will nicht auf der Strecke bleiben. Ist vielleicht jetzt zu dramatisch formuliert. Doch Beziehung soll ein Miteinander sein.
w/51
 
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Gast

  • #3
Bei deiner Frage wird eines gleich klar: Mailen / Simsen ist gefährlich, weil gleich viel zu viel Interpretiert wird.

Die einen werden dir antworten, dass es aufs Gleiche ankommt, die anderen sehen da womöglich einen Unterschied, ich wette, mancher würde bei der 1. Formulierung nicht anrufen.

Wie immer kommt das auf den Typ Mensch darauf an. Besser als z.B. die 1 ist, "Hey, hier meine Nr, rufst du mich an? Freu mich!"

Letztendlich, wie immer, hat dein Gegenüber Interesse, wird es an solchen Feinheiten bestimmt nicht scheitern!
 
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Gast

  • #4
Für mich gibt es folgenden Unterschied:
Bei erster Aussage steht zwar eine Aufforderung dahinter, also die Frau soll sich melden, andererseits muss die Frau so aber ihre Nummer noch nicht herausrücken. Das ist also so gesehen etwas sicherer für die Frau. Bei zweiterem wird die Frau in eine Art Warteposition gerückt, also sie soll darauf warten, dass der Mann sich meldet. Außerdem muss sie als Erste ihre Nummer herausgeben. Ich bin immer für die erste Variante, ob und wann ich mich melde, ist ja dann allein meine Entscheidung.
 
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Gast

  • #5
Ja, für mich (w) schon. Ich lege Wert auf diese Umgangsformen und es klingt einfach wohltuend in meinen Ohren, wenn ein Mann eher so fragt "darf ich Dich anrufen etc.", anstatt kurz und knapp "wie ist Deine Tel.nummer? Ich habe Flatrate (haben wir ja alle) und rufe Dich gleich an".

Ich bin aber eher eine Frau, die auf die Gentlemanmaniere steht, die Emanzipation nicht mit dem Absterben vom gepflegten Umgangston der Frau gegenüber verwechselt. Vielleicht würden mich viele Männer dafür meiden, da dies für sie die gefürchtete Prinzessin und Diva im Umgang bedeuten könnte. Ok, ich bin Südländerin, lebe aber schon länger hier und sehe keinen Grund darin, mich auf eine knappe, kumpelhaft-burschikose Ausdrucksweise umzustellen-diese klingt in meinen Ohren nicht sympathisch. Bestimmt finden sie aber andere Frauen sympathisch-wir Frauen sind so verschieden.

Am Anfang unseres Kennenlernens, als wir noch nicht zusammenwohnten, sagte ich immer beim Abschied von meinem Partner: "sehr schön, dass Du hier warst/mich besucht hast". Und er antwortete immer: "ganz meinerseits, immer wieder gerne". Oder er fragte mich am Anfang des Kennenlernens, ob er mich am Sonntag zum Essen einladen dürfe (unter "einladen" verstand er auch die Rechnung komplett übernehmen, was viele hier verabscheuen und nicht für selbstverständlich als Männer halten-aber das wird laufend hier genug diskutiert).
Wir fanden das gut so. Manche können uns auslachen oder nicht deswegen. Ich mag halt die guten alten Maniere. Es scheint mir, dass diese in Deutschland heutzutage selten anzutreffen sind.

Übrigens bin ich berufstätig und muss nicht vom Mann versorgt werden.
Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich gute Umgangsformen und Gentlemanmaniere der alten Schule sehr mag und schätze. Männer, die diese nicht besitzen, lassen mich kalt.

w/39
 
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Gast

  • #6
Ich bin schon der Meinung, dass man etwas auf zwei verschiedene Arten mitteilen kann. Ich bevorzuge eher die sanfte, persönliche, menschliche "Sprache", so wie Du es beschrieben hast (darf ich Dich anrufen...).
Aaaber: heutzutage - es liegt wohl leider am Zeitgeist-sprechen die meisten Menschen auch in meinem Umfeld eher direkt und sehr sachlich. Es gibt schon lange keine Anrede mehr, oder emails, in denen persönliche Zeilen vorkommen. Es scheint so, als habe jeder heutzutage für "sowas" keine Zeit mehr. Ich habe lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.Es zumindest als gegeben hinzunehmen. Habe deshalb auch Freundschaften (zu Freundinnen, Bekannten) abgebrochen, weil ich so eine kalte Art nicht vertrage. Sie waren sehr verwundert darüber, haben es aber nicht verstanden. War mir egal :)
Ich bleibe für mich dabei, etwas emphatisch auszudrücken und werde mich niemals an diese kurze, knappe Kommandosprache gewöhnen.
Ich bleibe dabei, einen Menschen mit dem Namen anzusprechen, auch bei SMS verwende ich das so. Ich bleibe dabei, ein Bitte zu sagen und auch DANKE.
Aber es gibt Menschen, die sind so im Alltagsstress drinnen, dass sie selbst private Aussagen in Berufssprache (schnell, direkt) formulieren.
Es liegt also jedem frei, wie man miteinander kommunizieren kann.
 
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Gast

  • #7
Aber klar! Die erste Version klingt sehr autoritär, die zweite höflich und rücksichtsvoll.
Es spielt natürlich immer noch die Absicht hinein. Auch ein Aufreißer kann höfliche Floskeln gebrauchen, um zum Ziel zu gelangen... aber man merkt, wenn Worte und Taten nicht 1:1 stimmen.
Also, schöne Worte höre ich gerne, aber nur mit den entsprechenden Taten unterlegt ;)
 
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Gast

  • #8
Ich antworte jetzt mal als Mann, in der Variante eine Freu würde mir so etwas schreiben. Ich glaube hier macht die Richtung nicht so den großen unterschied:

Worte machen in jedem Fall die Musik, zumindest solange man im Mailverkehr sich bewegt und Tonalität und Mimik fehlen.

Wenn mir jemand in oder direkt nach der ersten Mail ein "Ruf mich an unter ...!" schicken würde ich den Kontakt vermutlich instant löschen. Das ist mir zu unhöflich, zu übergriffig. Für mich würde sich hier ein Charakter präsentieren, den ich ganz sicher nicht als Partner/in haben wollte.

Die zweite Variante ist sehr viel höflicher und zeugt zumindest von einem Minimum an Anstand, würde aber ebenfalls bei mir nicht zu einem Erfolg führen. Nach der ersten Mail würde ich meine Telefonnummer nicht herausgeben. Da bin ich Tag und Nacht erreichbar, die Nummer bekommt nur jemand wenn ich schon ein Minimum an Vertrauen aufgebaut habe. Der andere Aspekt warum ich das nicht machen würde ist, weil ich so zu eine Binären Entscheidung gezwungen werde: Nummer rausgeben oder nicht. Ich kann nicht mehr entscheiden wann ich anrufen etc.

Wenn überhaupt wäre bei mir nur eine Kombination zielführend, etwas in der Form: "Ich schreibe nicht so gerne Mails, weil mir da einfach Stimme fehlt. Wenn du mich anrufen magst hier ist meine Nummer: ... Ich würde mich sehr freuen."
Oder ähnliches. Höflich und dem anderen die Freiheit geben.
Gruß
 
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Gast

  • #9
Keine Ahnung, wie die Frauen das beurteilen, aber ich als Mann, würde immer die Variante wählen:
"Darf ich dich anrufen? Wie ist deine Nr.?" Und gleichzeitig auch noch schreiben: Meine Handy-Nummer: ,,,, ,,,,,,,,,,"
Aber vielleicht ist das auch falsch, denn ich werde oft als "zu nett" beschrieben.
m.
 
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Gast

  • #10
ein "ruf mich an unter...." ist wenig herzlich, empathisch usw. sondern übergriffig. er schaut, ob's klappt und wenns klappt, dann geht's weiter so. klingt für mich nicht gut.
die 2. variante würde ich mit "ja, ich telefoniere gerne mit dir, magst du mir deine nummer geben, wann passt es denn bei Dir, dass ich anrufe??" oder so ähnlich beantworten, da ich grundsätzlich meine nummer nicht zuerst raus gebe, ggf. freundlich mit der bitte um verständnis formulieren.

dir alles gute

w
 
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Gast

  • #11
Da gibt es überhaupt keinen Unterschied. Der eine fand eben die eine Formulierung besser und der andere die andere.
w
 
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Gast

  • #12
Es scheint so, als habe jeder heutzutage für "sowas" keine Zeit mehr. Ich habe lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.Es zumindest als gegeben hinzunehmen. Habe deshalb auch Freundschaften (zu Freundinnen, Bekannten) abgebrochen, weil ich so eine kalte Art nicht vertrage. Sie waren sehr verwundert darüber, haben es aber nicht verstanden. War mir egal :)
So so das war Dir egal. Zeugt auch nicht von besonders viel Empathie, wenn einem in einer Freundschaft die Gedanken des Anderen egal sind und man dann lieber den Kontakt abbricht.Und das Ganze noch mit einem Smiley verziert.

Apropos "für sowas hat man heutzutage keine Zeit mehr": Für den persönlichen Kontakt (Treffen oder telefonieren) hat man wohl auch keine Zeit mehr.Mich befremdet das, dass man mit Freunden über Email kommuniziert anstatt zu sprechen.
Emails nutze ich für berufliche Korrespondenz. Wenn Freunde mich per Mail kontaktieren regle ich sachlich die Angelegenheit und fertig. Wer empathische WORTE will, muss mit mir REDEN. Aber dafür fehlt dann ja wohl die Zeit!
 
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Gast

  • #13
Das eine ist ein Kommando, das andere eine höfliche Frage die Deine freie Entscheidung abwarten lässt. Wen also willst Du haben ? Den Arsch der Dich herumkommandiert oder den höflichen Mann der Dich wertschätzt ?