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  • #1

Macht eine Paartherapie überhaupt Sinn wenn die Beziehung noch nicht sehr lange besteht?

Ich und meine Expartnerin sind in unserer kurzen gemeinsamen Zeit (3 Monate) trotz sehr intensiven positiven Gefühlen auch immer wieder heftig aneinander geraten, so dass es auch aufgrund unserer Empfindlichkeiten zu Verletzungen kam. Wir sind beide ü40 und aufgrund unserer Erfahrungen manchmal in ungute Verhaltensmuster gepresst, die alles so schwierig machen. Von ihrer Seite kam jetzt kurz vor der Trennung letzte Woche auch der Vorschlag es mit einer Paartherapie zu versuchen. Ich bin sehr zerissen. Einerseits sind meine Gefühle durchaus noch vorhanden, aber der Verstand sagt es kann aufgrund der vielen Differenzen und Verletzungen nicht funktionieren. Ich frage aber euch, weil ich mir auch nicht sagen möchte ich hätte nicht alles versucht. Könnte das in euren Augen durchaus Sinn machen? Danke im voraus für die Antworten!
 
  • #2
Nein, eine Paartherapie ohne Paarhintergrund ist sinnlos. Ihr habt erkannt, dass es nicht passt, Ihr habt noch gar keine gemeinsame Basis gefunden, ein Fundament echter, langjähriger Liebe gibt es gar nicht.

Ganz ehrlich: Vergiss es! Genau dazu sind doch Kennenlernphasen da. Ihr habt es miteinander ausprobiert und erkannt, dass es nicht passt. Sehr gut. Erspart Euch weitere Reibereien und trennt Euch in Frieden. Es hat einfach keinen Zweck.
 
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  • #3
Nein, eine Paartherapie bringt in diesem Fall überhaupt nichts. Dauert relativ lange und kostet eigentlich nur Geld und Zeit die ihr beide sicherlich nicht so flüssig habt, nachdem schon eine Trennung da ist.
 
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  • #4
" Wir sind beide ü40 und aufgrund unserer Erfahrungen manchmal in ungute Verhaltensmuster gepresst, die alles so schwierig machen "

ich würde sagen...
das nennt man 'triggern'. heißt soviel wie, ihr habt beide versteckte Knöpfe, die der andere mit seinem Verhalten auslöst, weil er euch damit an Verhaltensstrukturen in eurer Vergangenheit erinnert, die ihr mit unguten Zusammenhängen verbindet (also nicht euer normales Bewußtsein, sondern euer -> Körpergedächntnis). sowas ist nicht hinzukriegen. selbst wenn ihr beide eine lange Einzeltherapie (Trauma) macht. ich deute das mal in die Richtung, weil ich so einen Fall persönlich erlebt habe. man hat keine Chance, das in einer Beziehung hinzukriegen, nur für sich alleine, leider. ihr habt vermutlich beide schlimme Sachen schon in der Kindheit erlebt?
laß das mal ganz langsam und in Ruhe sacken, könnte ne Chance sein auf eine unbelastetere oder bewußtere Zukunft. ist aber ein langer Weg. vielleicht könnt ihr eure Trigger sogar zusammen finden. definieren hilft. holt euch Hilfe! es gibt Hilfe und Infos über die ehrenamtlichen Einrichtungen, Telefonseelsorger sind auch gut geschult und können weiterhelfen.

immer dran denken: besser spät als nie, man kann jeden Tag ein neues Leben anfangen.

viel Glück!
 
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  • #5
Ja - einfach mal 6 Monate lang ausprobieren und dann gemeinsam bewerten, ob sich bisher schon etwas verbessert hat.
Viel Erfolg
 
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  • #6
Ich finde, dass eine Paartherapie nicht schaden kann, weil man auch sehr viel über sich erfahren kann, über seine eigenen Verhaltensmuster, über Psychologie, wie man mit Konflikten besser umgehen kann etc.

Das kann für die nächste Beziehung sehr hilfreich sein.

Was hat Frau/Mann zu verlieren? Nichts.

Also, Mut und Kopf hoch und los. #3 hat es ja auch gut geschrieben.
 
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  • #7
Nein, keine Paartherapie. Ihr seid kein Paar gewesen. Ihr habt keine Paargrundlage. Nach 3 Monaten Kennenlernphase habt Ihr eben gemerkt, dass es nicht passt. Die Frage ist, warum es nicht gepasst hat. Du kannst für Dich selbst schauen, was Dich an ihr gestört hat, was Dir gefehlt hat und interessant ist doch, wann hat sie Dir das Gefühl gegeben, dass Du ihr nicht passt. Wenn Du Dir darüber Gedanken machst, dann kommst Du selbst an Dich näher ran, an Deine Bedürfnisse und Vorstellungen. Manchmal kommen Menschen zusammen, weil sie sich gegenseitig etwas spiegeln - z.B. ein Verhalten, das man selbst gut bei sich kennt und damit aber bei sich selbst nicht klar kommt. Aber grundsätzlich liegt es an Dir, ob Du da jetzt wirklich den Wunsch hast, diese kurze Beziehung zum Anlass zu nehmen, Dich selbst zu reflektieren. Wenn Du Gefühle für diese Frau hast, dann prüfe diese: ist es die Frau mit der Du Dein Leben verbringen willst? Ist sie es, mit der Du Dir ganz viel vorstellen kannst? Wenn dem so ist, dann versuch es mit ihr, zeig ihr, dass Du sie willst und arbeite daran, was zwischen Euch zu Unstimmigkeiten führt. Viel Glück. w/45
 
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  • #8
Aus dem Bauch heraus würde ich Dir, lieber FS zustimmen, was Dir Dein Verstand sagt. Auch ich habe vor knapp 1,5 Jahren eine Beziehung angefangen, die kaum bis ausreichend harmonisch verlief. Altersmuster ähnlich (ich 46/sie 39).

Zunächst ging es gut für so 3 Monate, dann fing sie an mir vorsichtig zu erklären, dass sie ihren kleinen Freiraum zurück wolle, den sie vorher hatte. Dann vermisste sie mich...
Wenn ich mich mit anderen Menschen (insbesondere weibliche Bekannte aus meinem Bekanntenkreis) traf, war teilweise Eifersucht zu spüren (nicht übermäßig, aber es wurde geäußert). Dann (nach ca. 6 Monaten) gab es eine Trennung. Von Ihr ausgesprochen. Ich versuchte mich damit abzufinden. Machte mir klar, dass das das Beste für mich/uns war... Pustekuchen: 4 Tage nach ihrem Trennungswunsch rief sie völlig aufgelöst an und wollte die Trennung nicht mehr und mich zurück. Liebesschwüre pur! Obwohl ich nicht wusste, ob sowas gut gehen kann zurückzukehren, tat ich das (ich liebte sie eben auch)

Nach gut 14 Monaten habe ich einen Schlussstrich gezogen. gegen alle Gefühle - denn mein Herz war für sie/uns.
Leidenschaftslosigkeit, fehlende Empathie, kaum 'Wir-Gefühl', empfundene Kühle usw. waren Faktoren, die ich mühevoll auf eine Liste schrieb, um mir klar zu machen, dass wir keine Zukunft haben - es sei - ich könnte mich mit meiner Gefühlswelt soweit reduzieren - dass es keine Angriffsfläche mehr gegeben hätte. Geht und ging aber nicht. Irgendwann war Schluss. Zuviel Autsch!!!

Ich würde Dir raten, mach nicht den gleichen Unsinn, den ich heute erkenne. Und, es hat nichts damit zu tun, dass Dein Gegenüber nicht nett, lieb oder dergleichen wäre/ist. Es passt einfach nicht. Die Therapie ändert grundsätzlich den Menschen und dessen Gefühle nicht. Meine Meinung.

Nach 3 Monaten (wie in Deinem Fall) - verabschieden, umdrehen, woanders was Neues anfangen....
 
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  • #9
Wenn ihr eine Paartherapie macht, um eure Beziehung zu retten, dann wird das wahrscheinlich nicht funktionieren.

Aber so eine Therapie hat durchaus Sinn! Ihr könnt, wenn ihr den Mut dazu habt, viel über euch lernen, vor allem über eure Einstellungen und euer Verhalten in Partnerschaften. Das kann euch eine Menge Nutzen bringen - nicht nur Selbsterkenntnis, sondern kann euch auch helfen, bessere Partner zu sein und eine wirklich gute Partnerschaft zu führen - vermutlich eher nicht miteinander, aber mit neuen Partnern beim nächsten Mal.

FS, du als Mann denkst wahrscheinlich eher praktisch und möchtest noch irgendwas retten.
Deine Partnerin bzw. Ex-Partnerin denkt vielleicht eher an den Erkenntnisgewinn, den sowas hätte.
Wenn du dich darauf einlassen kannst und das Ganze als Lernprozess zur, ich sage es mal etwas hochgestochen, Persönlichkeitsentwicklung sehen kannst, dann tu es. Ihr könnt beide sehr davon profitieren! Wenn du es lediglich als Rettungsaktion für eure Beziehung siehst, dann wirst du höchstwahrscheinlich enttäuscht werden.

Wenn du den Mut hast, wenn du die Zeit investieren willst und die Kraft, wenn du was über DICH rauskriegen willst und was du dir von Partnerschaft wünschst und erhoffst, was Partnerschaft für dich bedeutet, woran du bisher gescheitert bist und was du besser machen kannst, um mit einer Frau glücklich zu werden, dann mach es.

Ich würde es sofort tun - aber ich bin eine Frau! ;-)
Nach einer gescheiterten Partnerschaft hab ich sowas auch mal gemacht; der Vorschlag kam damals von meinem Exfreund.

Heute lebe ich in einer glücklichen Partnerschaft - mit einem anderen Mann; immerhin bin ich mir auf die Schliche gekommen und habe einiges über mich gelernt.
 
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  • #10
Nach 3 monaten schon so gekriselt hat, sehe ich rot. Nein, keine Therapie , das bringt nichts! Da ist leider keine Beziehungsgrundlage, Bleib einfach Freunde
 
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  • #11
@9

Dass da keine Beziehungsgrundlage ist, das dürfte klar sein. Eine Therapie kann aus anderen Gründen sinnvoll sein, siehe #8.

Der Rat, Freunde zu bleiben, ist der aller-unkonstruktivste und am wenigsten hilfreiche, den ich mir überhaupt nur vorstellen kann. Quälerei ohne Ende, vor allem für den FS. Entweder gemeinsame Wahrheitssuche und -findung, oder völliger Kontaktabbruch. Nur so werden beide frei für eine neue Liebe.
 
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  • #12
Ich muss leider meinem Vorredner #10 Recht geben, in diesem Falle Freunde zu bleiben ist unmöglich, ich kann eine Partnerin entweder als Bekannte oder gerade noch als Freundin haben (aber nur solange nicht Sex in der Beziehung war), weil das nie funktionieren kann.
Also logische Folgerung - einfach Abbruch des Kontaktes.

m, 53
 
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  • #13
Nein, ich halte grundsätzlich von Paartherapien NICHTS, außer jemand zu beschäftigen, kosten nur Geld. Devise: BEENDEN!!
 
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  • #14
Zerrissen sein kannst Du immer noch, wenn die Paartherapie nicht funktioniert hat. Probiers aus und nutze den Vorschlag Deiner Partnerin. Du hast nichts zu verlieren.
 
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  • #15
puhhhh ... einerseits kannst du nichts verlieren, andererseits denke ich, dass man nach 3 monaten noch schwer in der verliebtheitsphase sein sollte .... wenn ihr euch jetzt schon nicht mehr durch die rosarote brille seht, war es vielleicht nie verliebtheit.

Aber ich denke, ihr habt beide altlasten, die ihr mit euch herumschleppt. - klärt zu erst die - egal ob jetzt gemeinsam in einer paartherapie oder jeder für sich ggf. mit einem therapeuten ... nur glückliche menschen können eine glückliche beziehung leben .... und das sieht mir bei euch nicht so aus .... ihr seid voll von ängsten (wahrscheinlich durch schlechte erfahrungen aus anderen beziehungen) ...

... lg aus wien
 
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