• #1

Männer: Beziehung eingehen = Schwächen bloßstellen?

Hallo liebe Foris,

Ich habe gerade einen interessanten Artikel über die unterschiedliche Motivation von Männern und Frauen zur Eingehung einer Beziehung gelesen.

Es wurde behauptet, dass Männer nicht gern Beziehungen eingehen, weil dies in erster Linie einen Verlust von persönlichen Freiheiten und das Eingehen von Verpflichtungen für sie bedeutet.
Das hat man (frau) ja so schon mal gehört.

Neu für mich aber die weitere Behauptung, dass Männer nicht gerne Beziehungen eingehen, weil sie dann ihre Schwächen nicht mehr verbergen können.

Sie (glauben sie) müssen selbstbewusst und stark sein, um attraktiv zu sein.
Das funktioniert auch so lange, bis sie in einer Beziehung sind. Auf Dauer wird dann jede Frau die Schwächen entdecken und sie werden verletzbar. Sie haben Angst, dass diese Schwächen ausgenutzt werden könnten und dass auf ihren Gefühlen
herum getrampelt wird.

Mich würde nun interessieren, ob dies tatsächlich bei euch Männern ein Grund zur Beziehungsvermeidung ist.

Desweiteren würde es mich interessieren, welche Art von Schwächen damit gemeint sind, weil ich mir da nicht wirklich irgendwas darunter vorstellen kann.

Und zum Schluss die Frage, ob dies dann im Umkehrschluss bedeutet, dass Frauen, die selbst besonders stark und perfekt wirken, erst recht abschreckend hinsichlich der Beziehungseingehung unter diesem Aspekt des "Schwächezeigens" sind und eine Frau, die selbst mehr Schwächen hat und diese zeigt, bessere Chancen hat?
 
  • #2
Und zum Schluss die Frage, ob dies dann im Umkehrschluss bedeutet, dass Frauen, die selbst besonders stark und perfekt wirken, erst recht abschreckend hinsichlich der Beziehungseingehung unter diesem Aspekt des "Schwächezeigens" sind und eine Frau, die selbst mehr Schwächen hat und diese zeigt, bessere Chancen hat?
Also DAS stimmt defintiv.

Frag mal ausgebuffte, beziehungserfahrene Frauen - die lassen ALLE ihre Männer Dinge machen mit der Begründung "das kannst Du besser". Ob das stimmt oder nicht ist ganz egal.

Sicher einer meiner Haupt-Fehler in meiner Ehe, dass ich das nicht getan habe.

Aber mein Ex hat so viel Mist gebaut, wenn ich ihn habe "machen lassen", dass ich es nicht mitansehen konnte. Mein Fehler, ganz klar.

Bei meinem Mann braucht es keine solche Show - er kann so viele Sachen eindeutig besser als ich, dass dieses Thema keinerlei Rolle spielt.
 
  • #3
Von dieser These("Angst vor Offenbarung von Schwächen") habe ich noch nie gehört. Generell leiden Männer nicht so unter eingebildeten oder tatsächlichen Schwächen wie Frauen. Böse formuliert, sind Männer gedanklich einfacher gebaut und reflektieren weniger - sehr viel weniger! Wenn beide Geschlechter miteinander über Gefühle reden, meinen sie oft nicht dasselbe.

Abgeschreckt werde ich weniger von dominanten Frauen(ich stehe selbst auf burschikos) als von zuviel Perfektion, da fühle ich mich ungenügend und ahne eine anstrengende Partnerschaft voraus.
 
  • #4
Moin,

die Einschätzung
dass Männer nicht gerne Beziehungen eingehen, weil sie dann ihre Schwächen nicht mehr verbergen können.
besagt, dass Männer nicht gerne Beziehungen eingehen... und das stimmt ja eigentlich so gar nicht. Auch Männer gehen prinzipiell gerne Beziehungen ein....
Ich denke aber auch, dass Frauen Schwäche bei Männern unattraktiv finden, dass sie im Zweifelsfall einen Mann, der Schwäche zeigt, gegen einen Stärkeren austauschen würden. Es geht also überhaupt nicht darum, dass der Mann stärker als seine Partnerin sein müsste - das ist m.E. ein klares Missverständnis - sondern er muss stärker sein als andere Männer. Eventuell ist diese Notwendigkeit im Umgang mit besonders starken Frauen sogar weniger ausgeprägt als bei solchen, die sich als besonders schwach und schutzbedürftig sehen.
Und ja, dieses triebgesteuerte und unbewusste "Power Game" nervt - vielleicht war das die Aussage des Artikels, den du gelesen hast. Meinen männlichen Freunden gegenüber darf ich mich schwach zeigen, Frauen gegenüber sollte ich das tunlichst vermeiden. Nicht dass Frauen das irgendwie "ausnutzen" würden... auch das m.E. ein klares Missverständnis. Aber ich bin halt dann kein attraktiver Mann mehr für sie, sondern ein armseliges Fürsorgeobjekt.

manchmal
 
  • #5
Neu für mich aber die weitere Behauptung, dass Männer nicht gerne Beziehungen eingehen, weil sie dann ihre Schwächen nicht mehr verbergen können.

Sie (glauben sie) müssen selbstbewusst und stark sein, um attraktiv zu sein.
Das funktioniert auch so lange, bis sie in einer Beziehung sind. Auf Dauer wird dann jede Frau die Schwächen entdecken und sie werden verletzbar.

Das gilt aber nicht für für Männer sondern auch für Frauen... Man wird immer verletzlich, wenn man sich verliebt und zeigt dem Anderen seine Schwachstellen... auch Frauen sind ja gerne erst mal cool und unnahbar, machen einen auf erfolgreich oder sexy oder beides.... und die Fassade fällt in einer Beziehung stückchenweise.

Habe aber bisher noch nie erlebt, dass das ein Grund für einen Mann ist, keine Beziehung einzugehen.
Ich kennen viele Männer, die ihre "Freiheit" gerne einbüßen würden für eine schöne Beziehung.
Kenne aber auch Männer, die ihre Freiheit wirklich behalten wollen - die suchen dann aber auch keine Beziehung, denen reichen Affären und deshalb sollte man solche Männer meiden, wenn man was Ernsthaftes sucht.

Und zum Thema schwache Frau hat mehr Chancen:
Leider sind viele Männer in einer Beziehung und vor allem in einer Ehe mit Kindern sehr sehr faul und auch unbrauchbar (kein Männerbashing - es gibt auch tolle Ehemänner!) , so dass es einfach ein Trick von manchen Frauen ist, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie etwas besser können, damit sie überhaupt was machen. Männer neigen ja oft dazu, alles auf "später" und "morgen" zu vertragen, sei es eine neue Lampe anzubringen oder ein Regal aufzubauen. In der Regel kann das jede normal geschickte Frau auch, aber es ist schlau, den Mann das machen zu lassen ("du kannst das besser") und ihn danach kräftig zu loben (selbst wenn man es als Frau hätte besser machen können), damit er überhaupt was tut. :) Dabei muss mann dem manne dann assistieren und ihm alles mundgerecht hinlegen, am besten vorher alles im Baumarkt besorgt haben - und wie gesagt danach LOBEN, was für ein Held er doch ist, dass er die Bohrmaschine bedienen kann - It works!
Wie mein Nachbar mal sagte: "Es ist nicht schlau von Ihnen, liebe Frau XXX, wenn sie alles selber machen und können!"
Also sag ich eben ab und zu: "ich kann das nicht" - was in meinem Fall ein Witz ist, weil ich beruflich Bohrmaschinen, Schrauben und Sägen benutze - egal! Ich koch dafür mehr ;-)
 
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Laleila

Cilia
  • #6
@Joggerin
Alle Aspekte, welche Du beschreibst treffen auf Männer mit einer, mehr oder weniger ausgeprägten, narzisstischen Persönlichkeit zu.

Im Normalfall haben Männer aber kein per se ausgeprägtes Bindungsvermeidungsverhalten.
Tendenziell liegt der Grund bei männlicher Bindungszögerlichkeit, eher als bei Frauen, ich den aufgezählten Bereichen. Aber man sollte bei solchen Artikeln beachten, dass Tendenzen oft artikelfüllend aufgebauscht werden.
 
  • #7
Nein, ist und war nie ein Grund.
Das ist einer von vielen modernen Konstrukten, um den Mann schwach darzustellen. Damit ist Frau automatisch stark. Andere erniedrigen, um selbst besser auszusehen - eine sehr unschöne Sache, aber es ist momentan sehr en vogue und kommt häufig sehr geschickt getarnt daher.
Wenn ich Beziehung nicht eingegangen bin, war sie schlicht und ergreifend nicht attraktiv genug oder hatte Wesenszüge, die für mich nicht hinnehmbar waren.
 
  • #8
Sie (glauben sie) müssen selbstbewusst und stark sein, um attraktiv zu sein.
Das ist doch auch haargenau so. Wie oft liest man hier, dass Frauen, die gut klarkommen im Leben, "zu einem Mann aufschauen" wollen. Der muss noch besser sein in allem möglichen, noch perfekter sein. Klar kriegt ein Mann dann das Gefühl, er dürfe bestimmte Schwächen nicht zeigen. Dass er mal was nicht weiß oder sich doof anstellt oder weinen will.

Deswegen vermeiden Männer aber nicht eine Beziehung, sondern achten darauf, dass sie das Gefühl der Überlegenheit haben. Das wird einfach allgemein verlangt, dass ein Mann souveräner ist als die Frau, die seit Freud (?) oder schon früheren Zeiten als hysterisch galt.

Auf Dauer wird dann jede Frau die Schwächen entdecken und sie werden verletzbar. Sie haben Angst, dass diese Schwächen ausgenutzt werden könnten und dass auf ihren Gefühlen herum getrampelt wird.
Frauen haben sehr destruktive Mittel, einem Mann mitzuteilen, dass er ein Versager für sie ist. Das wird in manchen Filmen sogar noch als Witz gebracht, wenn die Frau dem Mann in Gegenwart anderer über den Mund fährt oder sogar Schläge androht (das sollte mal geschlechtlich umgedreht sein in einer Szene ...).
Jeder, der Gefühle zeigt, wird verletzbar. Wenn man verletzbar ist, hat der andere Macht. Wenn der andere Macht hat oder nur haben könnte, muss man sich abschotten, weil man weiß, wie es ist, wenn man getroffen wird.
Es gibt sehr wenige Menschen, die eine Gelegenheit zur Verletzung eines anderen auslassen, indem sie es sich selbst verbieten würden, obwohl sie den Impuls deutlich spüren, sich gerade so abreagieren zu können. Je mehr man weiß, was einen anderen verletzt, umso mehr Stellen gibt es, wo man umgangssprachlich das Messer reinstecken kann.
Übrigens verletzen auch Männer so, wenn Frauen Schwachpunkte zeigen, verhalten Männer sich nicht besser, wobei es bei manchen gezeigte Gefühlskälte ist statt das konkrete Schwachpunktangreifen.

Wenn eine Frau auf "männlichem Gebiet" (Geld, Beruf, Karriere, Bildung) konkurrieren könnte mit einem Mann, denke ich schon, dass sie weniger attraktiv erscheint, als die Frau, die sich um Frauenthemen kümmert. Darin kann sie allerdings stark und perfekt sein, das wirkt dann anziehend, weil es wie das perfekte weibliche Gegenstück aussieht.
 
  • #9
Moin,

das finde ich eine witzige, beziehungstechnisch aber auch dramatische Fehleinschätzung:
Kein einigermaßen ernstzunehmender Mann wird auf die Idee oder den Wunsch verfallen, mit seiner Frau auf irgendeine Weise konkurrieren zu wollen. Es ist schlichtweg kein mehrheitsfähiges Männlichkeitssymbol, eine Frau dominieren zu können, und es macht aus männlicher Sicht auch keinerlei Sinn, die Schwächen der Partnerin irgendwie "auszunützen". Sind ihre Schwächen unbedeutend, werden sie ignoriert oder beschönigt, sind oder werden sie zu groß, zieht man(n) einfach weiter.

Sich aktiv und gezielt in Schwächen des Partners zu verbeißen ist typisch weibliches Verhalten, bei Mensch und Tier... das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass möglichst zügig Platz für den am besten geeigneten Fortpflanzungspartner geschaffen werden soll. Würde sich die Frau mit einem schwachen Partner stattdessen abfinden oder arrangieren, würde so ein Wechsel erst langwierige Kämpfe zwischen dem Alten und dem Neuen erfordern.

manchmal
 
  • #10
Sie (glauben sie) müssen selbstbewusst und stark sein, um attraktiv zu sein.
Ja, hab ich schon oftmals gehört, in ehrlichen Worten von männlichen Freunden oder durch die Blume.
Gilt aber nur für einen bestimmten Typ Mann. Das gegenteilige Extrem ist der allseits bekannte Jammerlappen und Opfertyp. Dem sind seine Schwächen nur recht, damit die Frau sie ausgleicht.

Zu Typ 1: Handwerkliches, Finanzen, Technik und allgemeiner Lebensrat waren die Spielplätze besagter Männer.
Beziehungsvermeider war keiner von ihnen. Aber je schlechter das Selbstwertgefühl, desto mehr Bedrohung ging von selbstbewussten Frauen aus und desto mehr Probleme gab es mit z. B. passiver Aggressivität usw.

Ich finde das schwierig für eine Frau, die im Leben steht. Wenn der Mann einfach nichts leistet, was man loben oder anerkennen könnte, wie soll Frau da loben und anerkennen und zu ihm aufschauen ?
Mein Ex war so einer. Langschläfer, mittelmäßiges Einkommen, faul im Haushalt, hockte nur an seinem Computer. Renoviert habe ich allein, nachdem mir irgendwann Fusseln am Mund gewachsen waren. Einkäufe habe ich selbst ins Haus geschleppt. Wenn die Nachbarin ihn das dritte Mal ermahnt hatte, schnitt er unter lautem Gemurre endlich die Hecke und ich musste helfen. Ich verlor sämtlichen Respekt vor ihm. Meine handwerklichen Fähigkeiten habe ich in dieser Zeit sehr ausbauen können.

Ich sehe in solchen Beispielen aber nicht das Verschulden bei der Frau. Diese wird durch die Passivität und den Mangel an "männlichem Verhalten" vom Partner in die Männerrolle gezwungen, und im Anschluss darf sie sich noch vorwerfen lassen, seine Männlichkeit untergraben zu haben.

Eine Frau, die sich gehen lässt und verlottert, darf sich ja auch nicht wundern, wenn der Mann sie nicht mehr als weiblich und attraktiv wahrnimmt.
 
  • #11
Liebe FS,

ich glaube an solche Zeitschriftenartikel nicht, die darauf aus sind, gutes Geld zu verdienen und Themen daramtisieren, oder neue, selbst erfundene, in den Raum stellen.
Ich glaube das, was ich sehe und selber erlebe. Jeder Jeck ist anders und dass so komplett, dass kaum ein Mensch etwas verallgemeinernd auf *die Männer*, oder *die Frauen* übertragen kann.
Kluge Menschen wissen auch, dass das, was sie dem anderen andichten, sich genau in der Form manifestiert.

Eher führen diese subtilen Gehirnwäschen in den Medien, zu Beziehungsvermeidungen.
 
  • #12
Kein einigermaßen ernstzunehmender Mann wird auf die Idee oder den Wunsch verfallen, mit seiner Frau auf irgendeine Weise konkurrieren zu wollen.
Wir könnten jetzt zählen, wieviele Männer als ernstzunehmend definiert werden können. Aber die Mehrheit der Männer, die mir begegnet sind, hatten sowas von ein Problem damit, wenn sie sich ein Gebiet ausgesucht hatten, auf dem sie egomäßig punkten wollten, wenn eine Frau und insbesondere die Partnerin besser darin war. Das ging von Eigenständigkeit im Arbeiten und damit Geld verdienen (der Neider war arbeitslos und sabotierte die Arbeit der Frau) über Hausbesitz und Geldbesitz bis hin zu Mut zum eigenständigen Handeln. Von Wissen auf bestimmten Gebieten (Politik, Physik, Mathe) fang ich nicht erst an. Hier gab es mal einen Thread, da hatte sich ein Mann verliebt, aber ein Problem damit, dass die Frau sich traute, von einer höheren Klippe als er zu springen.

Manchmal zeigt es sich erst IN der Beziehung, wenn die Frau irgendeinen Entwicklungsschritt gemacht hat, aber oft wird auch vorher aussortiert, weil man eine Konkurrenzfrau in seinem Geiste aufgebaut hat, noch bevor sie überhaupt zeigen konnte, dass sie sich möglicherweise wirklich sehr über ihre Fähigkeiten definiert und deswegen selber mit Männern konkurrieren will (und damit eine sehr anstrengende Partnerin wäre).
und es macht aus männlicher Sicht auch keinerlei Sinn, die Schwächen der Partnerin irgendwie "auszunützen".
Doch, natürlich. Sie ist dadurch abhängig und der Mann hat die Sicherheit, dass sie ihn nicht stehenlässt für einen anderen. Es geht um Verunsicherung der Frau, und wer verunsichert ist, ist nicht anziehend für andere. Es gab hier doch auch schon Beiträge, dass eine weniger hübsche Frau die bessere Partnerin sei und warum.
Sich aktiv und gezielt in Schwächen des Partners zu verbeißen ist typisch weibliches Verhalten
Die Person, die auf den Schwächen rumhackt, ist nicht immer die Person mit der Oberhand. Wenn die Frau nörgelt, hat der Mann auch Sicherheit. Solange sie nörgelt, hofft sie auf Besserung, dh. glaubt an die Beziehung.
Allerdings stimme ich Dir zu darin, dass Frauen eher als Männer versuchen, den Partner zu optimieren. Ich weiß aber nicht, ob das immer männliche Toleranz ist, nichts an der Partnerin auszusetzen zu haben. Es scheint öfter einfach Gleichgültigkeit zu sein.
 
  • #13
Ich weiß aber nicht, ob das immer männliche Toleranz ist, nichts an der Partnerin auszusetzen zu haben. Es scheint öfter einfach Gleichgültigkeit zu sein.
Gleichgültigkeit sichlich schon auch, aber nicht gegenüber der Partnerin i.s. vom Lieblosigkeit.

Meine Erfahrung ist so, dass einem die Dinge, welche als "falsches" (also vom Mann anders beurteilten) Verhalten der Partnerin beurteilt werden, einfach nicht so wichtig genommen werden. Davon hängt für Männer die Liebe einfach öfter mal nicht ab. Wichtiger sind andere Dinge.

Es ist dann eben auch eine Form der Toleranz.
 
  • #14
Und zum Schluss die Frage, ob dies dann im Umkehrschluss bedeutet, dass Frauen, die selbst besonders stark und perfekt wirken, erst recht abschreckend hinsichlich der Beziehungseingehung unter diesem Aspekt des "Schwächezeigens" sind und eine Frau, die selbst mehr Schwächen hat und diese zeigt, bessere Chancen hat?

Du machst einen Kardinalfehler, wenn Du die Stärken der Männer als Attraktivitätsmerkmal 1:1 auf Frauen überträgst.

Ironischerweise liegen die Stärken der Frauenwelt nicht in besonders toughen oder durchsetzungsstarken Wesenszügen, sondern in ...
  • ... Mitgefühl / Empathie
  • ... Warmherzigkeit
  • ... Hilfsbereitschaft
  • ... Nachsichtigkeit
  • ... Geduld
  • ... Fürsorglichkeit
  • ... etc.
Viele der Attribute, die einen Mann, so sie denn in einem Übermaß vorhanden sind, schwach oder gar als Weichei erscheinen ließen, gehören zu den absoluten Stärken des weiblichen Geschlechts.

Insofern würde ich persönlich niemals eine starke Frau meiden. Im Gegenteil, ich suche sogar nach ihr.
 
  • #15
Vielen Dank für eure Antworten.

Der Artikel stammte übrigens von einem Mann, einem Coach, der damit auf mehr seiner Arbeit neugierig machen und zum Kauf animieren wollte.

Aber offenbar ist ja doch durchaus was dran an seinen Theorien.

Durch eure Beiträge ist mir sehr sehr vieles über mich selbst klar geworden, welche Fehler ich mache.

Natürlich überlege ich auch, warum es bei mir nicht so recht mit einer neuen Partnerschaft klappt. Insbesondere, wenn anfangs Interesse bestand.

Ich glaube, es liegt daran, dass es mir an Weiblichkeit mangelt. Nicht äußerlich, denn ich seh weiblich aus und sexuelles Interesse haben dann doch die meisten - doch leider mehr auch nicht.

Aber das, was hierzu z.B. @Kain als weibliche Stärken aufzählt, sind eher nicht meine Stärken und ich selbst nehme diese Eigenschaften auch nicht als Stärken wahr. Zuviel Mitgefühl/Nachsicht z.B. sehe ich als Schwäche, um ausgenutzt zu werden.

Auch habe ich weniger weibliche Interessen, im Gegenteil. Ich interessiere mich z.B. sehr für Autos, Computer, Technik... mir fallen so nachträglich Situationen ein, wo ich einige bloßgestellt habe, ohne das zu wollen, weil ich schlichtweg mehr Wissen hatte.

Mit meinem Ex war das kein Problem, weil er auf diesen Gebieten mehr drauf hatte als ich, ich immer von ihm lernen konnte.

Was sind typisch weibliche Hobbies ? Kochen, Gärtnern, Handarbeiten, Dekorieren, leidenschaftlicher Hausputz... liegt mir alles nicht wirklich und mach ich nicht so gern.

Beim Sport betreibe ich mit meinem Speedskating auch eher eine Männersportart, insbesondere in meiner Altersklasse.

Auch was die Kommunikation angeht, fällt mir gerade eine Situation ein, wo ich jemanden über den Mund gefahren bin, ihn nicht nur einmal bloßgestellt habe... ich habs gemacht, weil ich ihn ein bisschen necken und provozieren wollte, aber keinesfalls, um ihn in seiner Position in Frage zu stellen, was er aber so aufgefasst hat und gar nicht verstand, worauf ich hinaus wollte.
Und diese Art hab ich glaube ich öfters an mir...

Auf Arbeit funktioniert sie ganz gut, dort will ich aber auch nicht als Beziehungsobjekt gesehen werden.

Taktisch kluges "du kannst das viel besser" wende ich gewöhnlich auch nicht an. Hmm.

Nungut, nun weiss ich auf jeden Fall, woran ich an mir arbeiten kann.
 
  • #16
Moin,

ich bleibe dabei, dass ein Mann kein größeres Problem damit hat, wenn eine Frau sich zeigt, wie sie ist, mit ihren Stärken und Schwächen.
Eine Frau will dagegen zu ihrem Partner aufschauen können, er soll möglichst fit, schlau, Herr der Lage usw. sein. Je weniger er das ist, desto unattraktiver wird er. Wenn ein Mann diesbezüglich keine Anstrengungen mehr unternimmt, heißt das, dass ihm recht gleichgültig geworden ist, ob ihn die Frau noch attraktiv findet.

Bei einer Frau ist das fast andersrum- je mehr sie liebt, desto mehr darf sie sich "fallen lassen ". Think about it.

manchmal
 
  • #17
Aber das, was hierzu z.B. @Kain als weibliche Stärken aufzählt, sind eher nicht meine Stärken und ich selbst nehme diese Eigenschaften auch nicht als Stärken wahr.
Genau das ist für mich der Knackpunkt. Das, was "weiblich" macht, wird als Schwäche gesehen. Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass Mitgefühl und all das, was Kain aufgezählt hat, weibliche Eigenschaften sind. Ich denke, das ist einfach ein Teil einer ganzen Persönlichkeit, die sowohl autonom handeln kann als auch mit ihrem Gefühlsleben und dem Selbstwert klarkommt, und ich finde Männer ohne die aufgezählten Punkte absolut unattraktiv.

Wer bestimmt, was weiblich ist? Ich denke, es bestimmt die Allgemeinheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau zu einem Mann aufsehen will und selber lieber Fürsorglichkeit einbringt, ist hoch, somit werden wohl solche Bilder geprägt und sowas erwartet man und frau höchstwahrscheinlich, wenn auch in Abstufungen.

mir fallen so nachträglich Situationen ein, wo ich einige bloßgestellt habe, ohne das zu wollen, weil ich schlichtweg mehr Wissen hatte.
Naja, also wenn man es besser weiß, ist das so. Es geht vielleicht darum, was Du damit verbindest. Ist es ein Triumph nach einem Wetteifern oder bist Du intensiv beim Reden oder sogar arrogant... Darauf kommt es auch an.

Mit meinem Ex war das kein Problem, weil er auf diesen Gebieten mehr drauf hatte als ich, ich immer von ihm lernen konnte.
Mein Ex hat sich für meinen Bereich nicht interessiert und es machte ihm nichts aus, wenn ich mehr wusste. Er konnte dafür anderes und wir beide haben uns nicht drüber definiert, was wir konnten.

Bei den Hobbys weiß ich nicht so richtig. Aber in einem Hobby ist man irgendwann richtig gut, und hier kommt es dann eventuell auch zu Konkurrenzsituationen.
Ich denke aber, es liegt daran, dass man sich darüber definiert und dann auch Männer darüber definiert (und andere Menschen auch und dann eine Einordnung vornimmt). Dh. es schwingt im ganzen Wesen mit, dass man besser ist bzw. dem Mann anlastet, wenn er schlechter ist, statt es als nebensächlich zu betrachten. Ich meine, was sagt das schon über die Persönlichkeit und die Liebenswertheit aus, wenn einer in irgendeinem Hobby gut ist oder auch in Beruflichem? Nichts. Das macht Dich nicht zu einer tollen Frau, sondern nur Du als Person - das, was Du auch wärst, wenn Du das nicht könntest, sondern was anderes.
 
  • #18
Aber das, was hierzu z.B. @Kain als weibliche Stärken aufzählt, sind eher nicht meine Stärken und ich selbst nehme diese Eigenschaften auch nicht als Stärken wahr.

Die von mir aufgezählten Merkmale sollten nur einen Ausschnitt möglicher Eigenschaften darstellen, die, bei hinreichender Ausprägung, zumindest von mir, sicher aber auch von einer Reihe anderer Männer, als besonders attraktiv empfunden werden. Sie sind also mit Blick auf die Partnersuche als Stärke zu verstehen. Quasi begehrte Attribute.

Dass sie kaum noch als Stärken aufgefasst werden, wird vermutlich an der Arbeitswelt liegen. In den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Politik wird man damit schwerlich Karriere machen (ein Grund übrigens, warum ich mir gezielt Frauen aus sozialen Tätigkeitsfeldern suche).

Zuviel Mitgefühl/Nachsicht z.B. sehe ich als Schwäche, um ausgenutzt zu werden.

Mein Beitrag soll bitte nicht als Plädoyer gegen die Vernunft missverstanden werden. Niemand erwartet Nachsicht gegenüber einem Trickbetrüger. Ich erhoffe mir sie nur dort, wo sie auch angebracht erscheint.

Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass Mitgefühl und all das, was Kain aufgezählt hat, weibliche Eigenschaften sind.

Ich auch nicht. :)

Es sind lediglich die Eigenschaften, mit denen Frauen punkten können. Die Stärken also.

Grundsätzlich sind sie natürlich geschlechtsunabhängig anzutreffen.
 
  • #19
dass Männer nicht gern Beziehungen eingehen, weil dies in erster Linie einen Verlust von persönlichen Freiheiten und das Eingehen von Verpflichtungen für sie bedeutet.

Ehrlich gesagt waren das auch für mich als Frau Gründe, keine Beziehung einzugehen. Ich denke nicht, dass das nur auf Männer zutrifft. Wenn man mal rational überlegt ist es genau das, was eine Beziehung ist. Man verliert Freiheiten, richtet sich nach dem anderen und trägt Verantwortung und Verpflichtungen.
Wenn man mit einem Menschen dennoch eine Beziehung eingehen will, ist genau das keine Einschränkung sondern als Bereicherung zu sehen. Wenn man einen Menschen liebt überwiegen die Vorteile der Bindung. Dann werden Verpflichtungen zu Verbundenheit und das Aufgeben von Freiheiten wird zu Nähe.

Wenn ein Mann keine Beziehung mit dir will, ist er schlicht und ergreifend nicht genug an dir interessiert. Das Gerede von wegen Männer binden sich nicht gerne ist Quatsch. Dann dürfte es ja kaum Beziehungen auf der Welt geben.
 
  • #20
Man verliert Freiheiten, richtet sich nach dem anderen und trägt Verantwortung und Verpflichtungen.
Wenn man mit einem Menschen dennoch eine Beziehung eingehen will, ist genau das keine Einschränkung sondern als Bereicherung zu sehen

Ersteres sehe ich genauso, ich gehöre auch nicht zu denen, die unbedingt eine Beziehung brauchen und wollen. Nur mit dem richtigen, wo es dann tatsächlich eine Bereicherung darstellt.

Dem zweiten würde ich jedoch widersprechen wollen: die Verpflichtungen und Einschränkungen werden nicht zur Bereicherung, sondern man nimmt sie hin, weil die Bereicherung, die derjenige insgesamt gibt, es wert ist.

Grundsätzlich ist es doch so, dass viele Männer etwas Lockeres bevorzugen und sich ungern binden im Verhältnis zu Frauen, die tendenziell eine Beziehung suchen und diese einer lockeren Verbindung vorziehen.
 
  • #21
Dem zweiten würde ich jedoch widersprechen wollen: die Verpflichtungen und Einschränkungen werden nicht zur Bereicherung, sondern man nimmt sie hin, weil die Bereicherung, die derjenige insgesamt gibt, es wert ist.

...es kommt auf die Sichtweise an, es kann durchaus eine Bereicherung sein, wenn man erkennen kann, durch diese Einschränkungen und Verpflichtungen, viel über sich selber erfahren und lernen zu dürfen. Ein blosses *Hinnehmen* bietet einen guten Nährboden, wo sich Unzufriedenheit gut züchten lässt und damit zerbricht auch langsam die anfängliche Wertigkeit, die man einer Beziehung beimisst.
Ich sehe keine unterschiedlichen Tendenzen bei den weiblichen und männlichen Geschlechtern, es gibt auf beiden Seiten gleich viel bindungswillige- und unwillige. Jeder hat nur eine andere Art das zu verpacken und auszudrücken.
Genau überlegen sollte man sich auch, ob man selber auch zu einer Bereicherung des anderen beitragen könnte und auf welche Weise. Nur wenn man sich darüber im Klaren ist, braucht man sich nicht mehr zu fragen, warum Beziehungen nicht weitergehen. Das *Dunstglockengedankengut* lässt nur das zu, was man selber in sich trägt. Wenn du, liebe Joggerin glaubst, dass grundsätzliche die Männer sich nicht so binden wollen, so wirst du genau diese Erfahrung machen. Es liegt selten an Äußerlichkeiten, dass die Beziehung nicht weitergeht, sondern genau daran.
Ich selber habe Erfahrungen mit Männern gemacht, die fiese durch ihre Erfahrungen konditioniert waren. Ich fühlte etwas Übergestülptes, was meiner nicht würdig war und wollte auch nie die Kraft aufbringen, dem anderen zu beweisen, dass ich so nicht bin, wie er denkt.
 
  • #22
@Kain
Ich hatte Dich schon richtig verstanden. Es ging mir ja auch darum zu verstehen, was Männer als gute weibliche Eigenschaften sehen, wo man als Frau punkten kann, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Was mir noch so in den Sinn kam ist, dass ich die aufgezählten Eigenschaften bei Männern durchaus sehr schätze. Der Mann in den ich mich zuletzt verliebte gefiel mir, weil er so sanft, fürsorglich und warmherzig anfangs war. Genau deswegen verliebte ich mich eigentlich in ihn. Aber ich habe ihn deswegen nicht als unmännlich empfunden.

Und wenn ich so nachdenke, habe ich schon immer einen Faible für diesen Typus Mann, den man auch mal schnell für schwul halten kann aufgrund seines weicheren Auftretens.

Damit:
warum ich mir gezielt Frauen aus sozialen Tätigkeitsfeldern suche).

bestätigst du das ja und mir, woran es mir mangelt: ich habe zunächst einen medizinischen Beruf gelernt. Dies aber aufgegeben, weil mir die soziale Ader dafür fehlte.
Die weitere Ausbildung in der Wirtschaft hat mich wesentlich glücklicher gemacht. Auch da kann ich Menschen helfen, aber nicht durch soziale Fähigkeiten, sondern durch mein Wissen.

@void
Also dass ich arrogant rüberkomme, hat mir noch keiner gesagt, aber ich bin wohl ziemlich direkt und das ist auch nicht immer taktisch klug. Es ist auch schwer, das abzustellen, es ist einfach meine Art.

Wenn mein technisch unbegabter Chef gerade dabei ist zu Reparaturzwecken den "Staub" (den Toner !!!) aus der Kartusche des Laserdruckers mit dem Staubsauger saugen, musste ich ihn einfach davon abhalten - nicht um ihn bloßzustellen, sondern einfach im Sinne der Sache...
 
  • #23
Ich denke das ist ein Erfahrungszyklus. Männer zwischen 15 und 35 sind überwiegend extrem bindungsfreudig - was aber jetzt nicht mit heiratsfreudig verwechseln werden sollte. Die männliche Erfahrung in dieser Phase - Frauen bestimmen den Beziehungsmarkt und die Regeln der Beziehung. Nach einigen Jahren sind die meisten Männer dadurch in einer langfristigen Beziehung domestiziert - von Lebenszielen, Freunden Hobbies und Urlaubswünschen überlebt meist nur was der Partnerin genehm ist.

Das machen die Männer alles mit weil sie mangels Erfahrung oft die Ihnen von Mama, Literatur und Medien vorgegebene "Idee einer Frau" für die Realität halten und Ihnen damit so etwas wie die Rolle der hohen Priesterin in der Beziehung zugestehen. Daraus leiten sich dann auch Annahmen ab Frauen hätten (meist) diese Qualitäten:

  • ... Mitgefühl / Empathie
  • ... Warmherzigkeit
  • ... Hilfsbereitschaft
  • ... Nachsichtigkeit
  • ... Geduld
  • ... Fürsorglichkeit
Nach 1-2 lanfristigen Beziehungen ist der romantische Schleier gelüftet. Mann weiss das Frauen zwar immer Wahrheit und Klarheit wünschen diese aber selbst selten liefern und mit Ihr auch oft nicht umgehen können. Er weiss das weibliche Fürsorge, Mitgefühl und Warmherzigkeit nur bei den eigenen Kindern unbegrenzt ist aber bei Problemen oder gar Lebenskrisen des Partners meist keine 4 Wochen halten. Vor allem weiss er irgendwann das er für viele Frauen oft nur dann attraktiv wenn er reibungslos "funktioniert" und nur "süsse" Schwächen hat die seiner "Nützlichkeit" nicht allzu abträglich sind. Frauen wollen keinen Mann für den sie vielleicht zeitweise mehr tun müssen als umgekehrt, während siw einem Mann der "liebt" genau das permanent abverlangen.

Ein "schwacher" Mann wird schnell verlassen eine schwache Frau nicht, die kann das den Männern gegenüber als besonders weiblich verkaufen...
 
  • #24
Neu für mich aber die weitere Behauptung, dass Männer nicht gerne Beziehungen eingehen, weil sie dann ihre Schwächen nicht mehr verbergen können.
Die Behauptung halte ich aus meiner Erfahrung heraus für teilweise richtig. Männer zeigen nicht gerne ihre Schwächen, aber ich befürchte, dass sie sie auch sehr gut in einer Beziehung verbergen können. Und das verhindert m.A.n. dann eine wirklich echte und tiefe Beziehung.
 
  • #25
Also dass ich arrogant rüberkomme, hat mir noch keiner gesagt, aber ich bin wohl ziemlich direkt und das ist auch nicht immer taktisch klug.
Ich weiß... Insbesondere bei Chefsleuten gibt es da noch eine gesellschaftlich-zwischenmenschliche Note, die Leuten, denen es einfach um Fakten geht, oft nicht geläufig sind. Man muss sich dann entscheiden, ob man so tut, als sei man doof, vielleicht noch so hingestellt von der Chefsperson, oder was sagt, und damit die Böse ist. Das kann dann Folgen haben, ich weiß das.

Es ist auch schwer, das abzustellen, es ist einfach meine Art.
Wenn es Deine Art ist, ist das so. Man kann sich sensibilisieren dafür, dass andere Menschen anders sind und vielleicht ein bisschen mehr Diplomatie schätzen. Bei mir ist das so, dass ich dafür aber genügend Zeit zum Nachdenken haben muss, bevor ich reagiere, denn mein erster Impuls ist, den Sachverhalt richtig zu stellen, wenn ich weiß, dass es falsch ist. Nur benutzen ja manche Leute das Reden über irgendwas nicht als Informationsvermittlung, sondern als Selbstdarstellung, und denen funkt man rein. Das müssen nicht mal Unsympathen sein. Wenn man jemanden trifft, den man mag, und merkt, dass er das gerade für sich braucht, würde ich mittlerweile auch nichts mehr sagen. Ich sah mal Gysi in einer Talk Show. Da war auch ein Model Gast und selbstverständlich wusste sie nicht so gut bescheid und hatte nur ihre Meinung, die ziemlich naiv wirkte. Die alten Männer in der Runde haben ihr deutlich gezeigt, was sie davon halten. Gysi sagte "Sie haben natürlich recht, wenn Sie sagen...", also nahm erstmal das, was positiv war und knüpfte daran an, ohne ihr das Gefühl zu geben, sie sei doof. Sowas ist charmant und ich mag sowas. Also hab ich mir was abgeguckt von seiner ganz natürlichen Art, die mir so nicht gegeben gewesen wäre. Ich hätte zwar nicht die Nase gerümpft über eine naive Meinung, aber nicht so daran angeknüpft, um was Fachliches dazu zu sagen, wie er, also dem anderen dabei ein Gefühl des Angenommenseins zu geben. Es fällt mir immer noch leichter, nicht auf sowas achten zu müssen und einfach Fakten auszutauschen oder zu widerlegen bzw. widerlegt zu kriegen, diese Menschen liegen mir mehr. Aber da viele ihre Empfindlichkeiten haben, versuche ich, darauf zu achten, bis ich weiß, der andere ist so gestrickt wie ich. Manchmal ist es auch nur ein Teilbereich, wo der andere seine Empfindlichkeiten hat.
 
  • #26
[...] bestätigst du das ja und mir, woran es mir mangelt:

Im Grunde nicht. Wenn Du ...

[...] immer einen Faible für diesen Typus Mann [hattest], den man auch mal schnell für schwul halten kann aufgrund seines weicheren Auftretens [...]

... und dieser offensichtlich auch an Dir Interesse zeigt, mangelt es Dir eigentlich an nichts. Dein Geschmack und der Deines bevorzugten Männertypus weichen dann lediglich von der vermeintlichen Norm ab.

Und da diese Gott sei Dank nicht verbindlich ist, sehe ich da kein Problem.
 
  • #27
Ich glaube, es liegt daran, dass es mir an Weiblichkeit mangelt. Nicht äußerlich, denn ich seh weiblich aus und sexuelles Interesse haben dann doch die meisten - doch leider mehr auch nicht.
Was sind typisch weibliche Hobbies ? Kochen, Gärtnern, Handarbeiten, Dekorieren, leidenschaftlicher Hausputz... liegt mir alles nicht wirklich und mach ich nicht so gern.

Es geht nicht um die Hobbies. Es geht um den Stil. Es geht darum, dass du als Frau einen Sinn für Ästhetik hast. Dass du als Frau - platt ausgedrückt - diejenige bist, die die richtigen Vorhänge und den richtigen Teppich aussucht und ein gutes Essen zaubern kannst. Oder sagst, welche Blumen du magst oder zu welchem Italiener du gerne ausgeführt werden möchtest. Oder eben wie du die Zweisamkeit zelebrierst.

Du schriebst, du hättest ein Faible für weichere Männer. Ich würde darauf tippen, dass du ein Faible für passive Männer hast. Vielleicht wäre es einen Versuch wert, deine weibliche Rolle neu zu definieren und das einmal aus zu probieren.
 
  • #28
Grundsätzlich ist es doch so, dass viele Männer etwas Lockeres bevorzugen und sich ungern binden im Verhältnis zu Frauen, die tendenziell eine Beziehung suchen und diese einer lockeren Verbindung vorziehen.
Woher nimmst Du diese "Erkenntnis"? Mir scheint das primär eine (im weitesten Sinne) Persönlichkeitsfrage zu sein. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es, aber sind sie (a) wirklich so dominant und (b) unterliegen sie keiner Wechselwirkung - inklusive eigener Erfahrungen und deren Verarbeitung?
 
  • #29
Grundsätzlich ist es doch so, dass viele Männer etwas Lockeres bevorzugen und sich ungern binden im Verhältnis zu Frauen, die tendenziell eine Beziehung suchen und diese einer lockeren Verbindung vorziehen.

Bist du dir da sicher? Solche geschlechterspezifischen Behauptungen sind immer leicht aufzustellen aber in der Realität sieht es ganz anders aus. Ich habe mich schon oft mit Männern unterhalten die sich darüber beschweren, dass alle Frauen nur Sex wollen und nichts Verbindliches. Jeder sieht das wohl nur aus der eigenen Perspektive.
 
  • #30
Und ja, dieses triebgesteuerte und unbewusste "Power Game" nervt - vielleicht war das die Aussage des Artikels, den du gelesen hast. Meinen männlichen Freunden gegenüber darf ich mich schwach zeigen, Frauen gegenüber sollte ich das tunlichst vermeiden. Nicht dass Frauen das irgendwie "ausnutzen" würden... auch das m.E. ein klares Missverständnis. Aber ich bin halt dann kein attraktiver Mann mehr für sie, sondern ein armseliges Fürsorgeobjekt.
An dieser Stelle möchte ich gern differenzieren. Am ANFANG d.h. bei den ersten paar Dates finde ich es nicht attraktiv, wenn ein Mann Schwäche zeigt. Also über die Trennung von der Ex jammern, gesundheitliche Probleme ausgedehnt erörtern, Lebenskrisen schildern.. nein danke. Da schwenkt bei mir alles auf die Freundschafts- und Mitleidsschiene um. Aber: Sobald ich ernsthaft verliebt bin in jemanden, bin ich fürsorglich, loyal etc. Da darf geweint werden, hypochondrische Ängste geäussert, sich bemitleidet, egal. Ich weiss nicht, warum das Timing so eine grosse Rolle spielt. Ich denke es hat was mit Bindungshormonen zu tun. Solange man einen Mann als "Fremden" wahrnimmt, ist intim über Probleme und Schwächen zu reden unpassend. Aber wenn jemand zum Partner geworden ist, dann gehört das Teilen von Schwächen als Vertrauensbeweis dazu und man empfindet es je nachdem sogar als Ehre, so nahe heran gelassen zu werden an das Empfinden des anderen.
 
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