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  • #1

"Männer sind an allem schuld": Erziehungsfrage (der schuldzuweisenden Frauen)?

In einem Nachbarthread läuft gerde die 150-Millionste Frage, warum Männer so schlecht sind. In diesem Fall unter dem Anstrich, warum böse Männer mit engelhaften Frauen fremdgehen. Da derartige rhetorische Schuldzuweisungsfragen nicht nur im Forum Alltag sind frage ich mich langsam, woher diese Grundhaltung in der Gesellschaft eigentlich kommt. Daher die Fage an die -meiner Beobachtung nach zum Glück- Mehrheit der Frauen, die solche Fragen nicht stellen: Habt ihr in eurer Kindheit einen allgemeinen Erziehungsdruck in Richtung "Männer sind an allem Schuld" gespürt und habt dem nur erfolgreich widerstanden? Oder läuft das mehr im Bereich individueller Sozialisation? Oder ist es gar angeboren? Wie stark ist bei euch der Impuls, stets dem Mann die Schuld zu geben und müsst ihr Euch bewusst zur Betrachtung von Fakten zwingen oder bildet ihr Euch automatisch ein Urteil erst am Ende?
 
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  • #2
Hallo FS,

ich weiß nicht welchen Thread du meinst, aber ich kenne eigentlich keine einzige Frau, die die Ansicht vertritt: "Männer sind an allem schuld". Worauf soll sich das überhaupt beziehen??

Was das Fremdgehen angeht, so bin ich der Meinung, dass der Mann, der in einer Beziehung ist und seine Parnerin betrügt, genauso unrichtig handelt, wie die Geliebte. Beide machen einen ungeheuren Fehler! Beide sind unmoralisch!
Das gleiche gilt für Frauen, die in festen Händen sind, und für ihre männlichen Geliebten.

Ich finde deine Frage ist schon als Beschimpfung formuliert. Du solltest auch selbst erst die Fakten betrachten und dir dann ein Urteil bilden. Verallgemeinerungen sind immer falsch.

Guten Tag.
 
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  • #3
Na ja, das ist doch wohl geschlechtsunspezifisch. Lies dir mal die threads aus der Sicht der Frauen durch, dann liest du schnell heraus, dass immer nur die Frauen schuld sind. Da gibt es genauso viele Vorurteile, z.B. Frauen nehmen die Männer nur aus, schieben ihnen Kinder unter, werden absichtlich schwanger, verweigern Sex usw.
In meinen Augen alles Blödsinn.
Es gibt nicht DEN bösen Mann und nicht DIE böse Frau. Es gibt halt einfach böse Menschen und gute Menschen.
Meine Eltern haben das ganz gut gemacht, sie haben sich die Schuld aufgeteilt. Als Kind war es mir egal, ob Mama oder Papa geschimpft hat oder Hausverbot erteilt haben, ich war nie Schuld, immer die Eltern ;-)
Und ich denke, so geht es heute auch noch, es sind immer die anderen Schuld, das ist eine subjektive Einschätzung, die ganz normal ist. Und nachdem ich eben eine Frau bin, sind die Männer schuld und wäre ich ein Mann, wären die Frauen schuld.

Ganz einfach ;-)
 
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  • #4
@1 von FS
Der Thread auf den ich mich beziehe ist "Warum halten sich so viele Männer eine Geliebte?"
Meine Frage ist natürlich kritisch formuliert (eine Beschimpfung kann ich allerdings nicht sehen), aber ich differenziere klar zwischen denen, die ein solches Verhalten zeigen und denen, die das nicht tun. Und genau das vermisse ich in Threads wie dem oben genannten.
Ich bin ganz Deiner Meinung: Verallgemeinerungen sind immer falsch.

@2
Danke! Guter Punkt, das mit den Anderen die immer Schuld sind. ;-)
Bei den Threads die Du nennst wird aber meist nicht vorgegeben, ALLE Frauen würden sich so verhalten.
 
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  • #5
Der Thread heißt: "Warum halten sich so viele Männer eine Geliebte?"
Warum reagierst du auf die Frage so emotional? Bist du auch einer von diesen Männern?
Die Motive der Männer werden von mehreren Seiten beleuchtet.
Hier gab es auch einen Thread: " Warum lassen sich so viele Frauen auf einen Verheirateten ein?" Auch hier gibt es unterschiedliche Motive.
Eine Forumsteilnehmerin wollte sogar ein Gesetz einführen, welches Ehebrecher bestraft. Das beträfe dann Frauen und Männer.
Frauen werden hier im Forum viel mehr verurteilt, wenn sie eine Affaire mit einem Verheirateten haben. Sie seien angeblich schuld, weil sie den armen Mann verführt haben und sich in die Ehe eingemischt haben. Das ist die Meinung vieler Leute.
Also ich glaube, du übertreibst mit deiner Frage ein wenig.
 
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  • #6
@4 von FS
Nein, bin ich nicht, ich bin Single.
Aber weshalb kommst Du auf die Idee, ich wäre einer von diesen Männern? Passt es zu gut ins Klischee, dass ein Mann der haltlose Pauschalvorwürfe nicht mehr hören kann ein schwarzes Schaf sein muss, auf den diese zutreffen?
 
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  • #7
Naja, im Moment laufen hier halt eine Menge Fragen, wo Männer die Bösen sind.

Die Retourkutsche wird bald folgen - dann wird es wieder eine Menge Fragen geben, wo die Frauen die Bösen sind...

Und dann kommt wieder eine Zeit, wo jede einzelne Frage darauf abzielt, dass alle Psychiotherapie brauchen (je länger man sowas liest, desto irrer wird man...;-) )

Und dann kommt eine Zeit, wo wieder alle ganz locker und entspannt sind.

Das scheint hier im Forum ein normaler Zyklus zu sein.
 
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  • #8
Ich habe noch nie "den Männern" Schuld an irgendwas gegeben. Nicht einmal denen, die mir sehr weh getan haben. Die Frage, die ich mir da stellen muss, ist eher: warum lasse ich dies und das mit mir machen, warum akzeptieren manche Frauen so unschöne Sachen? Gibt ja umgekehrt auch sehr nette Männer, die zickige, unsympathische Frauen ertragen, Warum machen die das? Keine Ahnung, ob es einen generellen Grund gibt, wahrscheinlich nicht. Warum interessieren sich manche Menschen immer für solche, die ihnen nicht gut tun? Vielleicht nur Gewohnheit, alte Muster? Sicher beteiligt! Trotzdem man also auch mal bei sich nachsehen sollte... die "Mißstände" benennen wird man wohl noch dürfen...? "Schuldzuweisungen" sind wenig hilfreich. Aber man wird noch sagen dürfen "Er (oder eben auch: sie) handelt
 
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  • #9
Ja, in meiner Kindheit hat sich meine Mutter, aufgrund schlechter Erfahrungen, sehr oft negativ zu Männern geäußert, einschließlich meinem Vater.

Als Kind nahm ich das zur Kenntnis, habe es eine Zeit lang übernommen und dann festgestellt, dass ich einen sehr guten Draht zu Männern habe und die Vorurteile meiner Mutter nicht stimmen konnten.

Ich bezweifel, dass Misandrie angeboren ist.

Im Laufe der Zeit, aufgrund schlechter Erfahrungen mit meiner Mutter und anderen Frauen, entwickelte ich einen ausgeprägten Frauenhass und auch Vorurteile ggü. Männern. Nach meinen Beobachtungen im Kindes- u. Jugendalter kam es sehr häufig vor, dass ich Männer als Werkzeug ihrer Frauen erlebte. Ohne Selbstreflektion und eigenen Entscheidungswillen. Ausführende Wesen, vor denen ich teilweise die Achtung verlor.

In den letzten Jahren habe ich viele Frauen kennengelernt, die ich wertschätze und so hat sich nun auch mein Frauenbild gewandelt. Leider gibt es diese berüchtigte Stutenbissigkeit die mich immer wieder zweifeln läßt, aber viell. hatten diese Frauen auch meine oder ähnliche Probleme. Manchmal beiß ich auch noch. Es fällt mir hin und wieder schwer nicht in alte Muster zu verfallen.

Es gibt bei mir keinen Impuls stets dem Mann die Schuld zu geben.

Zum einen weiß ich wer hinter dem Mann stehen könnte und zum anderen gibt es immer mehrere Wahrheiten, mindestens so viele wie Beteiligte. Außerdem ist das Leben gewinnbringender ohne Schuldfrage. Jeder der Beteiligten hat zu einer Situation seinen Beitrag geleistet und sei er noch so klein. Wem will man da (nicht) die Schuld geben?

Ja, ich muss mich immernoch in besonders emotional aufwühlenden und mich betreffenden Situationen bewusst zur Betrachtung von Fakten zwingen um mir eine vorurteilsfreie Meinung bilden zu können.
 
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  • #10
Tolles Thema...

ich bin eine Geliebte gewesen. Ich war Single und ich wusste nicht, dass er jahrelang schon eine Freundin hat. Ich habe ihn im Chat kennengelernt. Wir haben gemeinsam Zeit verbracht und ich hab mich in diesen Mann verliebt. Und dann bekam ich dann raus, dass er ne Freundin hat. Da steckte ich gefühlsmäßig schon zu tief drin. Immer wieder hat er mir Hoffnung gemacht, dass er sich entscheiden würde. Momentan wäre der Zeitpunkt ungünstig. Eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. War er da, war die Welt in Ordnung. Fuhr er weg, ging es mir dreckig. Als meine Seelenlast (Mitschuld) unerträglich geworden ist, habe ich reinen Tisch gemacht und tat etwas, was viele verurteilen. Ich suchte das Gespräch mit seiner Freundin. Meine Beweggründe waren auch die, dass wenn ich mich verabschiede als Geliebte, sie es nicht verdient hat weiterbetrogen zu werden, und womöglich noch Krankheiten abzukriegen, wenn er weiter auch mit anderen Frauen fremdgehen würde. Nun, ich stehe jetzt zwar als die Böse da, aber ich trage es mit Fassung. Ich habe meiner Seele gut getan, damit wieder Offenheit und Ehrlichkeit einkehrt. Das war ich insbesondere mir und meiner Seele schuldig. Ich kann mich wieder im Spiegel anschauen. DU selbst bist die wichtigste Person in deinem Leben. Behandele dich selber gut, dann sind auch andere gut zu dir. Das sind so Grundsätze von denen ich nicht abweiche. Darum habe ich solche Register gezogen. Sicher habe ich mich auch mit der Frage beschäftigt, warum die Geliebte letzten Endes immer schuld dran ist. Betrogen hat der Partner. Die Geliebte meist Single geht ja nicht mit dem Vorsatz ran (in meinem Fall war es so) der Grund für Betrug zu sein. Warum geht der Mann fremd? Doch nur, wenn ihm in seiner eingefahrenen Beziehung etwas fehlt und dieses Defizit nicht mehr durch Gespräche auszugleichen ist. Manchmal sind Männer einfach nur zu feige zu entscheiden: Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Mag sein aus Gewohnheit, mag sein aus Bequemlichkeit oder auch einfach, weil es so eine scheinbare Sicherheit ist, jemanden zu Hause zu haben. Der Feind liebt den Verrat, nicht aber den Verräter, sag ich da nur. Trotzdem würde ich immer wieder den Mut zur Courage haben. Das ist man dann sich selber schuldig.
 
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  • #11
Das ist ein sehr ernstes Thema.
Vorab etwas im Kontext: Ich kenne diese Grundhaltung bei Männern wie auch bei Frauen. Schuld in meinen Augen ist aber auch eine Gesellschaft der Gleichmacherei. Ich soll ein Mann sein und gefälligst gewisse männlich-archaischen Verhaltensweisen unterdrücken? Ich bin eine Frau und soll gefälligst das moderne Bild der Frau erfüllen, "altes" weibliches unterdrücken, ja fast sein wie ein Mann? Was soll ich denn? Einem aufgesetzten Ideal folgen, dass von zerstörten und traumatisierten Seelen ins Leben gerufen oder gar gebrüllt wurde?

Warum fällt uns denn heute der Umgang miteinander so schwer? Ist die Messlatte zu hoch? "böse Männer, böse Frauen, die bösen anderen...". Wo lebt Ihr denn eigentlich, die ihr noch immer solche Phrasen drescht? Und was ist Euer Ziel? Ablenken von Eurer kleinen kaputten Welt im Herzen? Wegschauen und nicht auseinandersetzen wollen mit den eigenen(!!!) tiefen Problemen?

Der Aspekt mit der Erziehungsfrage ist hierbei allerdings sehr interessant, wenn man bedenkt, dass die Erziehung auch von Jungs in den meisten fällen oder zu einem großen Teil durch Frauen erfolgt. Diese mögen wiederum ihre negativen Erfahrungen gemacht haben mit Männern, die von Frauen erzogen wurden. Bis wir bei Adam und Eva sind.

Fakt und erwiesen ist, dass Männer/Jungs anders funktionieren, als Frauen/Mädchen - und das ist auch gut so. Nur sollte dem auch eine besondere Achtung beigemessen werden! Wir sind noch nicht so weit weg vom "Ur-Typus", auch wenn wir es oft so darstellen oder sehen wollen.

Was ist schlimm daran, Frau/Mann zu sein, mit allen Stärken und schwächen?

Ich habe nun schon ein paar Tage auf dem Buckel und muss als Mann sagen: Es gab wenige Frauen (sehr wenige!!!), die mich haben machen und leben lassen. Und das habe ich ihnen auch immer und voller Genuss zugestanden - es gibt nichts schöneres, als einen glücklichen Partner. Nicht ich habe sie glücklich gemacht - sie waren es. Ich war das Sahnehäubchen - das war ich auch sehr gern. Mit diesen Frauen gab es selbst bei der Trennung keinen Ärger. Man konnte reden, hat sich stets geachtet, kennt sich noch und achtet sich immer noch.
Diese Frauen haben sich irgendwann einmal abgewandt von "der Backform" ihrer Eltern und sich eigene Gedanken gemacht. Toll so etwas, aber leider zu selten, dass dabei ALLE Seiten betrachtet werden - und zwar so objektiv wie möglich!

Diese "Wer hat von meinem Tellerchen gegessen..."-Mentalität ist doch ein Zeichen von eigener und tiefer Unzufriedenheit mit sich selbst.

Ermuntern kann man doch beide Seiten nur, Fair zu bleiben und das eigene Trauma nicht auf das junge und noch einigermaßen unbescholtene Leben zu übertragen.
Die Kette muss man doch irgendwann durchtrennen können. Was kann ein junges Leben für mein Elend, meine Sorgen und Nöte?
Wissen mitgeben ist was tolles, Hass zu impfen und Menschen zu manipulieren ist niederträchtig und das schlimmste, was das "Böse im Menschen" zu bieten hat.
 
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