• #31
Denn die Gesellschaft hat noch nicht dafür gesorgt, dass auch Frauen mit Kindern die gleichen Chancen wie ein Mann mit Kindern haben.
Mir wird da zu viel auf die Allgemeinheit abgeschoben, das ist mir zu einfach gedacht. Jedes Paar ist in der Gestaltung seiner Ziele frei. Die Gesellschaft blockiert nicht, dass der Mann sich um die Kinder kümmert und die Frau Karriere macht. Wenn es nicht passiert, ist das eine individuelle Entscheidung. Meist eine, bei der sowohl die Frau gerne Elternzeit nehmen als auch der Mann gerne Karriere machen möchte.

Was soll noch an Rahmenbedingungen geändert werden? Streichung des Elterngeldes für Frauen, Verdopplung für Männer? Streichung der steuerlichen Vorteile von Ehen, die ja doch meist dazu führen, dass die Frauen zu Hause bleiben? Mehr Teilzeitmöglichkeiten? Soll die Gesellschaft Zwang ausüben, damit Männer zu Hause bleiben, obwohl das individuell anders gewünscht wird?

Für Dich vielleicht nicht, aber für die Männer, die aussortiert werden von Rollenfrauen,...
Frauen blockieren eine Weiterentwicklung da genauso wie Männer...

Diese Männer brauchen die Emanzipation des Mannes, um noch eine Partnerin zu finden.
Was ist die "Emanzipation des Mannes " für Dich? Sollen die Männer auf die Straße gehen und herumjammern? Das macht sie für keine einzige Frau attraktiver. So wie Alice Schwarzer und Konsortinnen für keinen Mann attraktiv waren. Ich plädiere da eher für individuelle Lebensgestaltung.

Es ist doch wohl gerecht, wenn BEIDE die Einschränkungen des Lebens tragen, ...
Rein praktisch wählen die meisten Frauen diese Rollenverteilung in ihrer Partnerschaft, sobald Kinder da sind. So, wie ich das beobachte, sind es oft die Frauen, die zu Hause bleiben wollen. Schon während der Elterngeldphase wird das ungleich verteilt.

Letztendlich ist Emanzipation für die GESELLSCHAFTLICHE Akzeptanz. Wenn die nicht-emanzipiert ist, ist die Masse in den Rollenklischees verhaftet und akzeptiert nichts anderes.
Ich sehe es als Aufgabe der Gesellschaft, einen Rahmen bereitzustellen, in dem Individuen ihren Vorstellungen entsprechend leben können. Die Gesellschaft ist nicht dafür zuständig, die Sichtweise einzelner für ihre Lebensführung zu ändern.


Eine Frau im Männerberuf wird als unfähig angesehen, was fatal ist, wenn sie einen Job finden will, ein Mann, der sich ums Kind kümmern will, als Lappen, was fatal ist, wenn er der Kinder wegen verkürzt arbeiten will und vom Chef ausgelacht wird.
Ich arbeite in einem Männerberuf. Ich sehe weder das eine noch das andere so. Und ich erlebe das auch nicht so.
 
  • #32
Falls ihr mir darin zustimmt, dass die oben genannten Eigenschaften allgemein-menschliche und damit sowohl für Frauen und für Männer erstrebenswerte Eigenschaften sind, worin besteht dann für euch das »spezifisch Weibliche« und das »spezifisch Männliche«, das es an Charaktereigenschaften zu erstreben gilt
Ich denke, die von Dir gelisteten Charaktereigenschaften haben mit der Polarität von männlich oder weiblich herzlich wenig zu tun. Du guckst also auf die falschen Eigenschaften, daher wirst Du mit dem Blick eher nicht fündig. Darüber hinaus gibt es bei den Eigenschaften unterschiedliche Ausprägungen, was Du nicht berücksichtigt hast. Nur einem Teil der Eigenschaften kann man überhaupt Eigenschaften wir weiblich//männlich zuschreiben.
Bei Fürsorglichkeit oder Durchsetzungsfähigkeit könnte ich mir geschlechtspezifische Unterschiede durchaus Vorstellen (wie z.B. die Fürsorge konkret aussieht) und auch in der Ausprägung des Merkmals (wieviel Fürsorge und wem gegenüber)

Ich meine aber, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede insgesamt in vielen Bereichen durch gesellschaftliche Einflüsse und Erziehung weniger werden.

Die Frauenberufstätigkeit sorgt dafür, dass Frauen andere Eigenschaften brauchen und diese legen sie nach der Arbeit nicht einfach ab. Sie eignen sich im Beruf auch Wissen an, welches sie in abgewandelter Form im Privatleben nutzen, lernen recherchieren, d.h. durch einen Mann für dumm verkaufen lassen funktioniert immer seltener.

Wenn viele Beziehungen scheitern und man im späteren Lebensalter neue und auch nur lockere Beziehungen eingeht, dann übernehmen berufstätige Frauen nicht mehr automatisch die Care-Arbeit für die Angehörigen der Männer, sondern grenzen sich deutlich dagegen ab: meine Freizeit, Deine Familie.

warum Männer und Jungen sich diese ganzen gesellschaftlichen Korsettvorstellungen überhaupt gefallen lassen?
Viele Männer sind sehr faul und geistig träge. Die mögen es, wenn ihnen jemand vorschreibt, was sie zu tun und zu denken haben.
Guck Dir mal die ganzen von Männern dominierten Organisationen an (Militär, Polizei, Feuerwehr): wenige Denker und Lenker viele Schafe.
 
  • #33
Viele Männer sind sehr faul und geistig träge. Die mögen es, wenn ihnen jemand vorschreibt, was sie zu tun und zu denken haben.
Guck Dir mal die ganzen von Männern dominierten Organisationen an (Militär, Polizei, Feuerwehr): wenige Denker und Lenker viele Schafe.
Ich glaube nicht, dass es in von Frauen dominierten Organisationen grundsätzlich anders zugeht. Geh doch mal an eine Grundschule, in einen Kindergarten oder auf eine Krankenhausstation.
Ist doch auch in Ordnung, wenn Menschen einfach ihren Job machen und sich nicht um die Organisation kümmern wollen.
 
  • #34
Streichung des Elterngeldes für Frauen, Verdopplung für Männer?
Ganz genau. Ich trauer heute noch dem allerallerallerersten Von der Leyen Vorschlag als Familienministerin nach in welchem das Elterngeld nur auf 14 Monate ausgeweitet werden sollte, wenn beide tatsächlich auch 50 % Elternzeit genommen hätten und nicht nur diese leidigen 2 Monate ( auch Vätermonate genannt). Dies hätte nämlich zu einem wirklichen gesellschaftlichen Umbruch geführt. War leider mit der Schwesterpartei im Süden nicht zu machen. Die 2 Monate sind besser als nichts, aber eigentlich nur Makulatur.
In diesem Sinne finde ich durchaus, dass die Gesellschaft oder die Politik die Sichtweisen ändern kann und auch sollte. Wie soll sich eine Gesellschaft sonst weiter entwickeln?
W,55
 
  • #35
Die ganze Frauen hier, für die die "Versorgerrolle" immer noch eine große Rolle spielt, irritieren doch irgendwie, oder?
Ich weiß jetzt nicht, wieviel es sind, aber ja. Durchaus. Allerdings sehe ich auch Rosinenpickerei, z.B. oft bei den Frauen, die sich als "stark" bezeichnen. Unabhängig und bestimmend, aber gleichzeitig jemanden zum Anlehnen brauchen. Du hattest, glaube ich, mal ein lustiges Bild davon gezeichnet vor einiger Zeit so in Richtung "jeden Tag rettet sie die Welt, bricht regelmäßig abends zu Hause zusammen und lässt sich dann retten vom Mann, um am nächsten Tag wieder die Welt zu retten".
Ich lebe im Heute und nicht in den 50ern. Ich nutze Chancen, die ich habe.
Mir ging es darum, WIE es zur Emanzipation kam und dass Männer eventuell genauso einen steinigen Weg haben werden, damit ihre eigene Emanzipation gesellschaftlich anerkannt wird, z.B. NICHT mehr irgendeine Karriere und ein Aufreiben für den Beruf als Lebensziel haben zu müssen, NICHT mehr komisch angesehen zu werden, wenn sie Kindergärtner werden wollen. Die Emanzipation der Frau bedeutet ja nicht per se und automatisch, dass diese Frauen emanzipierte Männer anerkennen.
Im beruflichen Umfeld kommt es auf Leistung an.
So wäre das Ideal.
Beim Studium bin ich solchen Machos begegnet, wie man es nicht für möglich halten würde, und das war nicht im vorigen Jahrhundert. Die Leistung einer Frau wurde anders bewertet als die gleiche Leistung eines Mannes. Der Mann hatte einen schlechten Tag, wenn was nicht ganz so war, und er wurde trotzdem gut bewertet, die Frau konnte es einfach nicht und wurde eben nicht gut bewertet. Wenn Mann und Frau zusammen eine Arbeit abgaben, war gleich klar, dass der Mann die eigentlich gemacht hat. Zum Glück waren nicht alle so, aber viel zu viele.

Ob die von Frauen oder von Männern erbracht wird, ist mir persönlich völlig egal
Ja DIR. Aber nun sind ja nicht alle Menschen von Dir abhängig, sondern begegnen auch noch den eben beschriebenen. Und die sind nicht so vereinzelt, wie man es sich wünschen würde.
Nur weil es Dir nie aufgefallen oder begegnet ist, heißt es doch nicht, dass es das nicht gibt. Das ist aber mit allem so, was eine diskriminierte Gruppe anmerkt, dass es immer relativiert wird. Mir ist auch noch nie Rassismus begegnet, aber wenn mir jemand mit ausländischem Namen sagt, dass er keine Wohnung bekommt und es daran liegen wird, kann ich das doch nicht gleich verneinen und sagen, da müsste irgendwas anderes der Grund sein, weil ich selbst nie so denken würde.
 
  • #36
Die Gesellschaft blockiert nicht, dass der Mann sich um die Kinder kümmert und die Frau Karriere macht
Na gut, es sind wenndann die privaten Arbeitgeber, das stimmt. Die Gesellschaft, also die breite Masse, hat aber Rollenklischees. Und die sind abzulegen, weil auch Menschen in Machtpositionen diese Bilder im Kopf haben könnten.
Meine eine Freundin ist AE und sie findet keinen Job, egal wo. Sowas meinte ich.
Sollen die Männer auf die Straße gehen und herumjammern?
Haben das die Frauen gemacht bei ihrer Emanzipation? Wohl nicht, die haben für ihre Rechte gekämpft.
Was wäre die Emanzipation des Mannes für mich ... Na z.B. dass er die Versorgerrolle nicht einnehmen muss und nicht belächelt wird, wenn er bei den Kindern zu Hause bleibt. Wenn ihm, wenn er das tut, trotzdem nicht die Karriere verbaut ist. Aber den Frauen ist sie ja dann auch oft verbaut, also wäre das ein allgemeines Thema. Dann der Kindergärtner. Väterrechte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wenn es darum geht, wer die Kinder nehmen soll bei einer Scheidung, die Frau immer noch einen Bonus hat.

Frauen blockieren eine Weiterentwicklung da genauso wie Männer...
Ja klar. Genauso wie die meisten Männer heute keine Krise kriegen, weil ihre Frau auch arbeiten will und die Haushaltsarbeit geteilt wird, sollten Frauen eben auch keine Krise kriegen, wenn der Mann nicht als Superversorger gelten kann und die Kinder ab 3 selbst betreuen will und halbtags arbeiten geht.

Ich bin auch für individuelle Lebensgestaltung, aber es ist doch leicht einzusehen, dass dafür auch die Möglichkeiten geschaffen sein müssen, und so lange ein Mann, der Kindergärtner werden will, doof angeguckt wird, wird er das vielleicht lieber nicht. Je mehr allgemein angekommen ist, dass die Rollen vorbei sind, umso freier kann doch jeder sein. Wie Du auch schreibst.
Die Gesellschaft ist nicht dafür zuständig, die Sichtweise einzelner für ihre Lebensführung zu ändern.
Das passiert automatisch, wenn die Masse es aufgreift, die Medien es aufgreifen, wenn in Filmen sowas als "normal" vorkommt, statt als seltsame Ausnahme, mit der irgendwo doch was nicht stimmt.

Es gibt einen sehenswerten Film zum Thema, "Du bist dran".
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #37
Die Emanzipation der Frau bedeutet ja nicht per se und automatisch, dass diese Frauen emanzipierte Männer anerkennen.
Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Die Anerkennung durch Frauen ist sogar entscheidender. Die meisten Frauen suchen Männer nach wie vor auch nach ihrer beruflichen und damit finanziellen Leistungsfähigkeit aus. Das ist entscheidender als von manchen Männern belächelt zu werden.
Der Trend geht aber zu besser ausgebildeten Frauen. Da bleiben irgendwann nicht mehr genügend Männer übrig.

Zum Problem wird das im Übrigen nur, wenn man Kinder versorgt. Langfristig könnte die Politik das darüber noch viel wirksamer ändern.
 
  • #38
Die Gesellschaft, also die breite Masse, hat aber Rollenklischees. Und die sind abzulegen, weil auch Menschen in Machtpositionen diese Bilder im Kopf haben könnten.
NEIN !!!!!
Die Gedanken sind frei ... und noch können sie nicht überwacht werden. Ich hoffe inständig, dass das so bleibt.
Was bitteschön bildest du (und so einige andere Leute) sich eigentlich ein, was gibt euch das Recht, anderen Menschen vorschreiben zu wollen was sie zu denken haben ? Das wird schlimmer als Mao, Stalin und Hitler zusammen .....
Jeder Mensch darf sich seinen eigenen Lebensplan entwerfen. Ein Mann kann sagen - Ok, wenn du Kinder willst, von mir aus. Aber ich wechsle weder Windeln noch ärgere ich mich mit bescheuerten Lehrern rum noch verzichte ich auch nur auf einen Abend mit den Kumpels. Frau kann akzeptieren - oder es sein lassen. Frauen haben es sogar noch einfacher und können heimlich die Pille absetzen, dem Mann ein Kuckuckskind unterschieben .....
Nicht zu viel, sondern zu wenig Freiheit ist das Problem. Warum ? Weil sich immer mehr Leute auf Regeln, auf den Staat, die Gesellschaft oder was auch immer verlassen. Die regeln das, die denken für mich .... und wenn es nicht klappt sind die schuld. Nicht ich.
Zur Freiheit gehört Eigenverantwortung. Zur Ideologie - egal ob politisch oder religiös - nicht. Ich selbst traue niemandem - noch nicht einmal mir selber - zu, die richtigen Entscheidungen für alle zu treffen und somit dem Rest der Welt eine Gehirnwäsche verpassen zu dürfen.

Ich sehe es als Fakt an, dass die meisten AE's einer Arbeit nachgehen. Bekommt deine Freundin keinen Job ... dann lag zumindest vor Corona die Ursache ganz schlicht bei ihr. Es gab mal den Werbespruch "Ich rauche gern " - nd ich denke, die meisten Menschen sagen je nach dem "Ich bin gerne Mann bzw Frau" . Denn Rollen und Klischees bieten auch Vorteile. Wie viele Frauen wünschen sich den starken Mann, den Fels in der Brandung, die Schulter zum Anlehnen, den Bären, der sie beschützt ? Und wie viele Männer biten das gerne ? Frauen dürfen Angst vor Gewittern, Mäusen, Spinnen ... haben. Männer werden dafür belächelt. Frauen bekommen die Kinder und säugen diese .... einfach Natur. Nein, ich will da nicht dran rumpfuschen. Never change a running system.
 
  • #39
Die meisten Frauen suchen Männer nach wie vor auch nach ihrer beruflichen und damit finanziellen Leistungsfähigkeit aus.
Naja, das meine ich doch. Sie nutzen für sich die Vorteile der Emanzipation, selbst unabhängig und verdienend und angesehen und karrieremachend usw. zu sein und trotzdem einen Mann zu finden *), aber in ihrem Kopf muss der Mann noch dem alten Muster entsprechen. Dh. ER, "der Mann", muss nun Frauen klarmachen, dass sie zwar sich emanzipiert hätte, aber den Mann nicht. Der muss nun selbst dafür kämpfen, noch ein richtiger Mann zu sein, auch wenn er nicht mehr der Versorger ist oder sein will. Das jetzt mal auf den privaten Sektor bezogen.
Aber was das BIld in den Köpfen von Mann und Frau angeht, was männlich und weiblich ist bei diesen Rollenklischees, wird sich bestimmt noch ne Weile halten. Thema Aufschauen und so. ^^

*) Ok, es gibt immer noch viele Männer vom alten Schlag, zumindest in unserem Alter. Und es gibt auch Männer, die selbst die Rosinen picken wollen und zwar die Versorgermacho-Attitüden haben, aber sagen: Ihr wollt doch emanzipiert sein, also versorgen könnt ihr euch selbst.

Zum Problem wird das im Übrigen nur, wenn man Kinder versorgt. Langfristig könnte die Politik das darüber noch viel wirksamer ändern.
Seh ich auch so.
 
  • #40
Mir ging es darum, WIE es zur Emanzipation kam und dass Männer eventuell genauso einen steinigen Weg haben werden, damit ihre eigene Emanzipation gesellschaftlich anerkannt wird
Was für einen steinigen Weg sollen Männer zu ihrer Emanzipation haben? Es gibt für sie keinen steinigen Weg. Es gibt auch keine gesetzliche Benachteiligung von Männern, die zu beseitigen wäre - anders war die Situation für Frauen.
Keiner legt ihnen Steine in den Weg, wenn sie Care-Berufe ergreifen wollen.
Ausser leicht verwunderten Blicken ernten sie nichts, wenn sie im Rock oder mit rosa Pulli raumlaufen - in bestimmten Gegenden in Großstädten noch nichtmal das. Rosa Hemden sind sogar modern.

Wie die Aufteilung eines Paares in Sachen Beruf/Familie ist entscheidet nur das Paar, niemand von außen.
- Wenn der Mann sich bis zur Geburt des Kindes vor Hausarbeit gedrückt hat, die Sozialkontaktpflege der Familie allein der Frau überlassen hat und lieber auf demm Sofa vor der Bundesliga chillte, dann ist doch wohl klar, dass die Frau ihm die Elternzeit nicht überlässt. Sie weiß einfach, was für einen Saustall sie vorfindet, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt. Darauf lässt sie sich nicht ein, weil klar ist, dass sie sofort in der Überlastung ist.
- Wenn der Mann nicht genug Performance hat, um sich einen familienfreundlichen Arbeitgeber zu suchen, sondern ängstlich an seinem Sessel klebt, tja dann wird das nichts mit Elternzeit - sein individuelles Problem, keines benachteiligender Rahmenbedingungen.

Was soll noch an Rahmenbedingungen geändert werden? Streichung des Elterngeldes für Frauen, Verdopplung für Männer?
Nein, es braucht keine weiteren Regelungen und keine Bevorteiligungen für Männer.
Wenn sie vor der Geburt des Kindes bewiesen haben, dass sie den Haushalt eiegninitiativ hinbekommen und sich um das Kind kümmern wollen, die Elternzeit nicht als ihre Freizeit betrachten, dann haben sie eine gute Perspektive auch ausreichend Elternzeit zu nehmen und die Partnerin ist gern dabei - will die Vater-Kind-Bindung stärken.

M.E ist die Elternzeit von maximal 14 Monaten zu kurz, um zu einer besseren Aufteilung zu kommen. Die Frau hat Schwangerschaft, Geburt und Stillen als körperliche Belastung und daher einen höheren Ruhe-/Regenerationsbedarf, während der Mann davon komplett unbehelligt ist. Daher ist der größere Anteil der Elternzeit für Frauen meistes sehr sinnvoll, zumal sie das Kind ja länger als 7 Monate stillen.
 
  • #41
Mich irritieren Frauen auch, die anderen Frauen bewusst oder unbewusst ein emanzipiertes Leben "austreiben" wollen. Es gibt dieses Phänomen oder Bild in den Köpfen mancher(?) Männer und Frauen. Zur systemischen Diskriminierung wird das dann erst, wenn Personen mit solchen Einstellungen (gehäuft) in entsprechenden Positionen sitzend Frauen Möglichkeiten versperren (gläserne Decke) oder es dann vielleicht sogar häufiger zu Mobbing kommt.

Es gibt Studien laut derer auch z.B. gutaussehenden Frauen schneller Verlogenheit und "Sich-Hochgeschlafen-Haben" (oder zumindest "die eigene Attraktivität für die Karriere genutzt haben") unterstellt wird, während Männern gutes Aussehen karrieretechnisch nicht angelastet wird. Im ersten Fall vermischt sich dann auch alltägliche mit systemischer Diskriminierung.

Frauen, die damit umgehen können, brauchen zu allererst ein unglaublich dickes Fell und die entsprechenden sozialen Fähigkeiten etc. Und das zusätzlich zu den beruflichen Kompetenzen.

Klar, jetzt kann man wieder einwenden, Männer brauchen doch auch gute soziale Fähigkeiten, um Karriere zu machen. Aber es geht um die zusätzliche Energie, gegen unterschwellige Diskriminierung anzugehen. Wenn ganz eindeutig diskriminiert wird, kann frau sowieso nur rechtlich gucken (heutzutage ja glücklicherweise möglich) oder sich nach was anderem umsehen.

Um obiges abzuschließen (Frauendiskriminierung durch Frauen): Da spielen wohl ganz traditionelle Gewohnheiten und Ansichten der entsprechenden Frauen und Männer eine Rolle. Darum sollte man auch einfach jedem das Seine lassen (und wenn es der Wunsch nach dem traditionellen Familienmodell ist) und jeden zu allererst als Mensch nehmen. Das Geschlecht darf gedanklich schon mal in Vergessenheit geraten. Das täte uns allen gut. Männer würden im Privaten so einige Freiheit dazugewinnen, Frauen dagegen beruflich und öffentlich. Im Privaten haben meiner Meinung nach jetzt die Frauen die Nase etwas weiter vorne, gemessen daran, dass man sexistische Werbung auch einfach ignorieren kann und davon abgesehen aber z.B. sich kleiden darf, wie man will, auch mal rumalbern darf, jede erdenkliche Farbe tragen darf etc. Dagegen gibt das Klischee für Männer in Bezug auf ihr Körperbild irgendwie nur ganz wenig her, mir kommt das manchmal so vor wie Hauptsache Kraft und Potenz, "Fehltritte" wie Gefühle wirken gleich lächerlich. Ich habe mich auch über die Thread-Frage gewundert, ob Frauen auch auf das Aussehen von Männern achten.
 
  • #42
Naja, das meine ich doch. Sie nutzen für sich die Vorteile der Emanzipation, selbst unabhängig und verdienend und angesehen und karrieremachend usw. zu sein und trotzdem einen Mann zu finden *), aber in ihrem Kopf muss der Mann noch dem alten Muster entsprechen.
Für mich gilt generell: ich bin ein Befürworter individueller Lebenskonzepte. Die Gesellschaft sollte den Rahmen dafür bereitstellen, dass die möglich sind und nicht Vorschriften dazu machen. Aus meiner Sicht laufen wir immer mehr in die Richtung, dass Teile der Gesellschaft anderen Vorschriften zu allen möglichen Themen machen wollen, sei es bei Ernährung, Rollenkonzepten oder im Umweltschutz. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Paar für sich entscheidet, dass es "konventionell" leben möchte. Oder eben anders.

M.E ist die Elternzeit von maximal 14 Monaten zu kurz, um zu einer besseren Aufteilung zu kommen. Die Frau hat Schwangerschaft, Geburt und Stillen als körperliche Belastung und daher einen höheren Ruhe-/Regenerationsbedarf, während der Mann davon komplett unbehelligt ist. Daher ist der größere Anteil der Elternzeit für Frauen meistes sehr sinnvoll, zumal sie das Kind ja länger als 7 Monate stillen.
Der Mutterschutz umfasst 8 Wochen Erholungszeit. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Frauen nach dem ersten Kind 18 Jahre Erholung bei vollem Lohnausgleich haben möchten. Bis zu einem gewissen Grad ist Familienplanung Privatsache, der Staat redet ja auch nicht in die Zahl der Kinder hinein (aus meiner persönlichen Sicht ist Überbevölkerung das größte Problem auf diesem Planeten). Ich sehe nicht, dass der Staat hier gefordert ist, noch mehr Geld zu investieren, weil Frauen sich auf der einen Seite beklagen, dass sie benachteiligt sind, auf der anderen Seite aber nicht arbeiten gehen können, weil sie natürlich zu Hause völlig unverzichtbar sind. Das ist mit Frauenquoten in Führungspositionen auch nicht vereinbar...
 
  • #44
Mich irritiert das in beiden Richtungen. "Emanzipierte" Frauen wollen den anderen ja auch ihre Vorstellungen von "Leben" austreiben. Und uns Männern gleich dazu.
Nun, das kann man generalisieren.
Oft genug versuchen Menschen anderen Menschen ihre Denk-und Lebensweisen als DIE einzig wahren aufzuzwingen oder andere, die anders handeln und denken zu diskreditieren.

Ob es bei Rollenverteilung ist, Frauen-, Männerbild, Ehe, Monogamie, Ernährung,...

Für mich heißt Emanzipation - Ich befreie mich von Zwängen, Vorgaben, denke und handle eigenverantwortlich, gestalte meinen Lebensweg. Und wenn ich Fehler mache, gehört es dazu.

Vom Staat - also wir - erwarte ich aber, dass auch die Faktoren Gemeinwohl, Rechtssicherheit, Schutz und Stärkung Schwächerer im angemessenen Umfang berücksichtigt werden.
Eine Gesellschaft ist mehr als nur die Summe ihrer Individuen.

Ich bin sehr dankbar, dass wir in einer der freiesten Gesellschaften leben, die es gibt.

W, 50
 
  • #45
Für mich heißt Emanzipation - Ich befreie mich von Zwängen, Vorgaben, denke und handle eigenverantwortlich, gestalte meinen Lebensweg. Und wenn ich Fehler mache, gehört es dazu.
Sehe ich genauso. Aber ich lese hier immer wieder von verschiedenen Seiten, man "müsste" irgendetwas durchsetzen. Da ist dann Emanzipation die Durchsetzung der Befreiung der Frau und Emanzipation des Mannes bedeutet, dass er sich daran anpassen soll. Irgendwie schräg...

Erschreckend, aber Freiheit ist eben etwas, mit dem doch viele Menschen nicht umgehen können. Sie haben dann lieber strikte Vorschriften, an die sie sich halten können. Und meinen, andere bräuchten die auch, am liebsten von ihnen.
 
  • #46
Sehe ich genauso. Aber ich lese hier immer wieder von verschiedenen Seiten, man "müsste" irgendetwas durchsetzen. Da ist dann Emanzipation die Durchsetzung der Befreiung der Frau und Emanzipation des Mannes bedeutet, dass er sich daran anpassen soll. Irgendwie schräg...
Das, was als Emanzipation firmiert, ist nichts anderes als ein neues Rollenkorsett. Schon der Ausgangsbeitrag tritt als Verkündigung einer neuen Heilsbotschaft auf. Folge, wer glücklich werden will, sonst ...!

Schelsky hat das schon 1973 als neue Form der Priesterherrschaft entlarvt. Was früher der Klerus war, ist heute die sich emanzipatorisch nennende Gesellschaftswissenschaft.
 
  • #47
Ich frage mich zudem schon seit langem, warum Männer und Jungen sich diese ganzen gesellschaftlichen Korsettvorstellungen überhaupt gefallen lassen?
Das frage ich mich auch. Und warum manche Männer nicht begreifen können, dass gelebte Gleichberechtigung sie selbst ja auch aus diesem Versorgerdenken oder auch „immer tough sein müssen“ rausbringen könnte, ist mir auch ein Rätsel.

Aber oft beklagen sich gerade geschiedene, unterhaltspflichtige Männer dann über den Feminismus. Paradox, denn am meisten müssen sie zahlen, wenn sie das konservative Modell leben wollten. Gibt ja auch viele Frauen, die lieber so leben. Die ziehen dann am härtesten über FeministInnen her. Das ist aber normal in einer Entwicklungsphase, dauert halt Jahrzehnte.

Männlichkeit ist kein Korsett. So wenig wie Weiblichkeit. Und beides ist kein Konstrukt.
Doch, ist es.

Tom, ich mag deine Beiträge, auch wenn ich dir selten zustimme. Du bist im Prinzip erzkonservativ und durch und durch patriarchalisch, deine „Freigeistigkeit“ bezieht sich ja nur auf „Beziehungen“, obwohl du mittlerweile eine hast. Aber du stehst zu deiner chauvinistischen Haltung und das gefällt mir, weil es immer auch andere Meinungen braucht, damit es spannend bleibt. Allerdings hast du dich dem klassischen Modell ja auch verweigert, indem du keine Familie gegründet hast, was ja von konservativen Kreisen auch nicht grad bejubelt wird.

Heute müssen beide Geschlechter beides bieten. Attraktivität und finanzielle Unabhängigkeit. Wenn der Mann dann aber davon ausgeht, dass Haushalt und Kinderbetreuung immer noch Frauensache ist, ist das die vielzitierte Rosinenpickerei.

Dass sich das dann in weiterer Folge durch Zusammenziehen, Haushalt und dann endgültig beim Kinderkriegen oft wieder ins traditionelle zurück orientiert, hat wohl sozialisationsbedingte, biologische und finanzielle Gründe, die man alle für sich auch wieder endlos besprechen könnte.

Beispiele: der Junge, der weint, sei unmännlich, der Junge, der sich statt einer Hose einen Rock anziehen möchte, sei schwul, der Junge, der seinen Freund zärtlich umarmen möchte, sei ebenfalls schwul, ein Junge darf nicht Pink schön finden, nicht mit Puppen spielen etc. pp. Die angegebenen Beispiele der KÜNSTLICHEN Abgrenzung vom Weiblichen zeigen ja gerade, dass es dem Jungen nicht »naturgegeben« ist, nicht zu weinen, nicht seinen Freund zu umarmen, nicht etwas anderes als Hosen anzuziehen usw. Studien zeigen zudem, dass mit männlichen Säuglingen schon ganz anders umgegangen wird als mit weiblichen.
Das ist halt das Ding, wie wir sozialisiert werden. Frauen haben sich irgendwann dagegen aufgelehnt, weniger wert zu sein. Viele Männer scheitern daran, nicht dem Mainstream-Anspruchsdenken zu genügen, aber hinterfragen tun sie es nicht.
 
  • #48
Ich fing zu einer Zeit zu arbeiten an als sich Frauen in 2 Meter Entfernung am Schreibtisch des Betriebsrats vorbei schlängelten, weil dieser sich kraft seines Amtes für unwiderstehlich hielt und seine Pfoten grundsätzlich bei Frauenbesuch nicht bei sich halten konnte. Never change a running System - fragt sich nur für wen es läuft. Für die Frauen in dem Fall mit Sicherheit nicht. Ich behaupte mal, dies würde sich heute kein Betriebsrat mehr wagen, weil sich das running System geändert hat. Und dies ändert sich ständig und fortlaufend. Das mag dem Einen mehr gefallen als dem Anderen.
Es gibt auch hier Foristinnen, die stolz behaupten, dass sie keine Emanzen seien und noch nie schlechter als ihre Kollegen bezahlt wurden. Ja hallo ? Wieso können sie das behaupten ? Weil Generationen von angeblichen Emanzen vor ihnen dafür gekämpft haben, dass Frauen Abitur machen, studieren und wählen können. Vom Himmel sind diese heute selbstverständlichen Rechte nicht gefallen und Männer ( zumindest die, die nie ein running system ändern wollten) haben nicht dafür gekämpft bzw. überhaupt kein Interesse an einer Änderung gehabt. Warum auch - lag ja nicht in ihrem Interesse.

Was bitteschön bildest du (und so einige andere Leute) sich eigentlich ein, was gibt euch das Recht, anderen Menschen vorschreiben zu wollen was sie zu denken haben ? Das
Weder @void noch ich noch sonsteine Foristin oder gar die Gesellschaft bilden sich ein, Dir Deine Gedanken vorschreiben zu können. Du kannst Dir bis ans Ende Deiner Tage stolz auf die Brust schlagen, dass Du noch nie in Deinem Leben einen kleinen Hosenscheisser gewickelt hast. Interessiert niemanden.
Aber der Staat bin ich. Und solange dies der Fall ist, habe ich durchaus Interesse daran, dass sich was in die von mir befürwortete Richtung bewegt, genau wie Du auch. Müssen halt nicht die identischen Richtungen sein. Du, @Lebens_Lust und @Andreas seid gegen die Frauenquote. Ich bin dafür. Aus dem einfachen Grund, weil sich jahrzehntelang in den Vorstandsetagen zuwenig geändert hat - a la" never change a running system". Unterschiedliche Ansichten, kann man auch gerne diskutieren, aber vorschreiben - solange man sich an die Gesetze dieses Staates hält - will Dir keiner was. Und wenn sich die Gesetze in die eine oder andere Richtung ändern - dann nennt man das Demokratie.
W 55
 
  • #49
Mich irritiert das in beiden Richtungen. "Emanzipierte" Frauen wollen den anderen ja auch ihre Vorstellungen von "Leben" austreiben. Und uns Männern gleich dazu.
Deswegen ja "jedem das Seine". Warum sollte man auch Menschen daran hindern wollen, im traditionellen Sinne zu leben. Ich tue das jedenfalls nicht oder habe ich das irgendwo geschrieben? Ich denke doch eher das Gegenteil mit der Umschreibung "jedem das Seine" befürwortet zu haben. Ich verstehe nicht, weswegen sich diese falsche Verknüpfung so hartnäckig hält.

Warum ist das denn so schwierig, jeden Menschen einfach mal als Menschen zu sehen und nicht die Grenzen des anderen zu überschreiten, indem man ihn oder sie bevormundet oder in eine Schublade zwingt? Das macht man nur immer fürs eigene Ego, also anderen die ihm oder ihr zustehende (weil gleich verteilte) Freiheit absprechen.

Naja, aber hier werden wir das Problem sicher nicht lösen und ich möchte mich nicht dauernd wiederholen, weil irgendwas aus meinen Beiträgen schräg zitiert wird, ohne dass man sich den ganzen Beitrag durchgelesen hätte. Nene, nicht zuhören kann auch ne Wand.

Wir drehen uns hier immer nur im Kreis. Adios
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #50
Wenn ich mir die jüngere Generation anschaue, dann ist es schon längst angekommen.
Da gibt es alle Modelle, jedes Paar entscheidet für sich.

Und diese Kategorisierung von Eigenschaften in männlich - weiblich erlebe ich überwiegend nur noch in diesem Forum.

Am Rand, bei uns gibt es ein paar - wenig - Männer, jung, die gelegentlich Männerröcke tragen, steht ihnen gut, weil vom Typ passend. Doof schauen tut niemand. Vielleicht auch, weil man das Selbstbewusstsein spürt.

Ich glaube, es hat viel mehr eine Haltungssache, verstehe ich mich als Frau, bin es gerne, dann nimmt man mich so wahr - mit kurzen Haaren und Jeans...
Egal, welche Eigenschaften ich habe. Ich bin Frau, und so werde ich wahrgenommen - durchaus positiv 😉.

Und der Mann, der sich als Mann fühlt, wird auch so wahrgenommen und zieht entsprechend an.

Die Eigenschaften, die dahinter stehen, sind eher nebensächlich, abgesehen von den biologischen Unterschieden.

W, 50
 
  • #51
Was bitteschön bildest du (und so einige andere Leute) sich eigentlich ein, was gibt euch das Recht, anderen Menschen vorschreiben zu wollen was sie zu denken haben ?
Hä? Ich bin gerade dafür, dass alle Menschen frei denken und auf freies Denken treffen, statt auf die Klischeevorurteile.
Jeder Mensch darf sich seinen eigenen Lebensplan entwerfen.
Ja genau. Auch ne Mutter mit Kind. Ich verstehe Dein Problem nicht.

Ok, wenn du Kinder willst, von mir aus. Aber ich wechsle weder Windeln noch ärgere ich mich mit bescheuerten Lehrern rum noch verzichte ich auch nur auf einen Abend mit den Kumpels. Frau kann akzeptieren - oder es sein lassen.
Genau das meine ich doch. Aber wenn Du oder jemand, der so denkt wie Du, irgendwo was zu sagen hat, das nicht Deinen privaten Bereich betrifft, dann sollte gesellschaftlich gesichert auch ne Frau mit Kindern ihre Chance kriegen und nicht gleich aussortiert werden.

Das ist natürlich schwierig, wenn jemand privat Unternehmer ist. Wir hatten hier schon mal so eine Diskussion, und ich habe beschrieben, wie meine Arbeit damals war, wenn die Angestellte wegen Krankheit ihres Kindes spontan ausfiel, ihr Mann dagegen nie. Da hatte man einen 15-Stunden-Tag, um ihre Arbeit mitzumachen, und alle Privatpläne mussten flachfallen. Wie das Problem zu ändern sei von der Politik, weiß ich nicht. Aber es ist eins.

Bekommt deine Freundin keinen Job ... dann lag zumindest vor Corona die Ursache ganz schlicht bei ihr
Nein.
Vielleicht ist es in Deiner Umgebung so, dass AEs Jobs oder sogar gute Jobs haben. Aber google ruhig mal ein paar Statistiken.
Denn Rollen und Klischees bieten auch Vorteile.
Ja klar. Aber nur, wenn man Rosinenpickerei betreibt.
Wie viele Frauen wünschen sich den starken Mann, den Fels in der Brandung, die Schulter zum Anlehnen, den Bären, der sie beschützt ? Und wie viele Männer biten das gerne ?
Wieviele Männer können das bieten? Und vor allem akzeptieren dann trotzdem noch Augenhöhe?
Außerdem ist es für ne Frau generell besser, wenn sie selbst schafft, felsig zu sein und dass sie sieht, dass sie das auch für ihren Mann ist, statt sich für eine Art altes Mädchen mit starkem Mann zu halten. Schließlich wird sie, wenn man von der breiten Masse ausgeht, immer noch die Hauptarbeit der Kinderbetreuung und der Familienführung machen. In der Zeit ist der Mann auf Arbeit und hat da seinen eigenen Stress. Der Hort zu Hause ist ihm wohl auch sowas wie ein Fels in der Brandung, auch wenn man das lieber weiblicher "Nest" nennt. Betrifft Dich nun nicht, aber Du hast ja auch allgemein von Männern gesprochen.
 
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  • #52
Wie viele Frauen wünschen sich den starken Mann, den Fels in der Brandung, die Schulter zum Anlehnen, den Bären, der sie beschützt ?
Viele Frauen wünschen sich dies. Auch starke Frauen träumen davon. Selbst die mit hohen Autonomiebedarf.

Es kommt darauf an wie dieses Angebot definiert wird. Unterschiedliche Menschen haben eine unterschiedliche Vision von diesem Heldentum.

Aber ein Held sind viele Männer gern. Aber sind sie es auch?

Wie viele Frauen wünschen sich den starken Mann, den Fels in der Brandung, die Schulter zum Anlehnen, den Bären, der sie beschützt ?
Hier der Held, dort die Eigenverantwortung

Klar was sich auf den ersten Blick gegenseitig ausschließt, hier der Held, dort jeder ist für sich selbst verantwortlich, widerspricht sich nicht, denn es kommt ja immer auf die individuelle Situation und die Haltung der Beteiligten an.

Ein Mann kann sagen - Ok, wenn du Kinder willst, von mir aus. Aber ich wechsle weder Windeln noch ärgere ich mich mit bescheuerten Lehrern rum noch verzichte ich auch nur auf einen Abend mit den Kumpels.
Tja. Das kann man so halten wenn man das so will. Aus der Sicht eigener Kinder ist man dann allerdings nicht der Fels in der Brandung.

Wie positioniert man sich eigentlich als Held wenn man die Fälle vorselektiert in denen man Held sein will oder lieber nicht?

Heldentum entsteht ja nicht dadurch, dass man sich selbst zu einem Fels in der Brandung erhebt sondern, dass die Mitmenschen den Fels in der Brandung erkennen.

Wenn der Heldenanwärter aber regelmäßig ruft, iiiiiih das ist mir zu ekelhaft oder neee mit den Lehrern komme ich nicht klar aber ich warte gern auf das nächste Wolfsrudel., dann rette ich dich, löst sich das ersehnte Heldenimage in Luft auf.

Ok. Einige bleiben in ihrer Selbsteinschätzung standhaft ganz egal was real abläuft.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #53
Das frage ich mich auch. Und warum manche Männer nicht begreifen können, dass gelebte Gleichberechtigung sie selbst ja auch aus diesem Versorgerdenken oder auch „immer tough sein müssen“ rausbringen könnte, ist mir auch ein Rätsel.
Ich habe mit Verantwortung oder auch "immer tough sein müssen" einfach überhaupt kein Problem. Muss ich auch nicht sein. Ich bin auch beruflich so aufgestellt, dass ich die freie Wahl habe.
Da gibt es auch nichts zu begreifen. Aus meiner männlichen Sicht habe ich mich vor 25 Jahren so positioniert, dass ich locker auch den Hausmannpart komplett übernommen hätte und das ernsthaft.

Das Thema scheitert aber an Frauen mindestens genauso häufig wie an Männern. Oder daran, dass ein Paar schlicht eine für sich andere Vorstellung hat als die "politisch Korrekt" vorgegebene Version. Und ich finde das auch gut und richtig. Die meisten Paare in meinem Umfeld haben einfach für sich so gewählt und sind damit zufrieden. Ich habe noch den Eindruck, dass da irgendwie eine "Unterdrückung der Frau" dahintersteht, wohl aber zum Teil die gemeinsame Wahl für ein komfortableres Leben, weil die Frau keine passende Ausbildung mit entsprechenden Verdienstmöglichkeiten hat.

Und warum begreifen manche Menschen nicht, dass doch letztlich die persönliche Zufriedenheit aller Menschen das ist, was als Ziel erstrebenswert sein sollte. Für mich ist das die linksgrüne Intoleranz, die anderen Menschen vorschreiben möchte, wie sie zu leben haben.

Ich gehe davon aus, dass Du das Modell für Dich umgesetzt hast und Elternzeit, Beruf und Kinder mit Deinem Partner komplett geteilt hast, so dass Du als Vorbild dafür dienen und berichten kannst? War die Partnersuche für Dich ein Problem? Hattest Du den Gedanken früh genug, um auch beruflich "Versorgung" sicherstellen zu können?

Wenn der Mann dann aber davon ausgeht, dass Haushalt und Kinderbetreuung immer noch Frauensache ist, ist das die vielzitierte Rosinenpickerei.
Wenn Du hier liest, merkst Du schnell, dass es auch eine Reihe Frauen gibt, bei denen "Ich kümmere mich um die Kinder" noch ziemlich fest im Hirn verankert ist... Natürlich nur wegen dem Stillen...
Es ist nicht immer nur der Mann, der von irgendwas "ausgeht".
 
  • #54
Die Verhaltensforschung war ja lange Zeit geprägt vom Beobachten ... auch der Tierwelt.
Und es ist nun mal so .... die weiblichen Säugetiere haben die biologische Aufgabe, die Jungtiere zu säugen, zu ernähren. Aufgrund dieser Aufgabe haben weibliche Tiere auch andere Eigenschaften als männliche .... So wird sichergestellt, das Überleben zu sichern. Die Natur versucht sich ja an so einigen unterschiedlichen Modellen . Und es existieren so einige Modelle nebeneinander. So gibt es noch immer Echsen, auch wenn die Dinosaurier als zu gross und nicht optimal ausgestorben sind.
Vielleicht gibt es irgendwann eine Entwicklung, die den Menschen aussterben lässt. Oder signifikant verändert. Ja, Menschen haben einiges erfunden, um der Natur ins Handwerk zu pfuschen. Aber ... auch Tiere haben ein Gehirn.... und manches hat der Mensch einfach abgeschaut.
Musik bspw .... es gibt Affen, die singen gemeinsam im Rudel. Für unsere Ohren nicht wirklich melodisch ......
Manchmal ist "Zurück auf Start" auch eine Chance ... und ja, ich denke, wir sollten der Biologie mehr Raum einräumen. Artensterben ist natürlich .... und männlich bzw weiblich auch. Das Konstrukt besteht wohl eher im Negieren der Unterschiede. Ob sich das durchsetzt ??? Wissen wir in ca 1 Million Jahren ......
 
  • #55
Also wenn es eine Wirklich weibliche Eigenschaft gibt, dann ist es verzeihen und vertrauen zu wollen.

Wir haben hier im Forum jede Woche Anfragen von Frauen, die uns fragen, wie sie ihrem Mann verzeihen können oder wieder Vertrauen aufbauen können, nachdem er sie tief verletzt und enttäuscht hat.

Frauen stellen Fragen ein, wie sie mit einem Mann umgehen sollen, der sie schon beim ersten Kennenlernen beleidigt.

Dagegen kann ich mich an keinen einzigen Mann mit einer ähnlichen Frage erinnern.

Der Wunsch, Enttäuschungen zusammen mot dem Verursacher überwinden zu wollen, scheint also etwas zutiefst Weibliches zu sein.
 
  • #56
Also wenn es eine Wirklich weibliche Eigenschaft gibt, dann ist es verzeihen und vertrauen zu wollen.

Wir haben hier im Forum jede Woche Anfragen von Frauen, die uns fragen, wie sie ihrem Mann verzeihen können oder wieder Vertrauen aufbauen können, nachdem er sie tief verletzt und enttäuscht hat.

Frauen stellen Fragen ein, wie sie mit einem Mann umgehen sollen, der sie schon beim ersten Kennenlernen beleidigt.

Dagegen kann ich mich an keinen einzigen Mann mit einer ähnlichen Frage erinnern.

Der Wunsch, Enttäuschungen zusammen mot dem Verursacher überwinden zu wollen, scheint also etwas zutiefst Weibliches zu sein.
Männer stellen hier ähnliche Fragen ein. 2017/2018 habe das z.B. gemacht weil ich nicht mit HSP Verhalten (ok das sind die Guten, die ziehen sich nicht um Drama zu machen sondern weil sie energetisch erschöpft sind ohne nachvollziehbare Erklärung zurück) klar kam.

Solche Fragen würde ich hier auch nicht noch einmal zum Besten geben. Die einzigen nicht destruktiven stattdessen verwertbaren Kommentare kamen von @Mon Chi Chi wobei ich am Ende andere Schlüsse gezogen habe als die von ihr vorgeschlagenen.

Sie hatte mit HSP recht. Mein Schluß war aber das Drama ist wenn man es so empfindet egal ob HSP oder was anderes die Ursache ist. Sich erst einmal zwei Wochen nach den Sommerferien nicht mehr sehen wollen weil man sich dann wieder auf die Arbeit einschwingen muss mit HSP zu begründen ist schön und Drama.

Meiner Exfrau hatte ich vor der Trennung eine Paartherapie vorgeschlagen. Die hat sie abgelehnt weil ich nicht in der Lage war einen seriösen männlichen Therapeuten aufzutun. Die bestand auf einen Mann weil sie der Meinung war ich würde jede Frau manipulieren. Dummerweise wird dieser Job von Frauen dominiert. Da wurde es nichts aus der Paartherapie.

Aus meiner Sicht war sie nicht bereit ihren Beitrag zu leisten und meine Worte nicht ernst genommen.
 
  • #57
Wir haben hier im Forum jede Woche Anfragen von Frauen, die uns fragen, wie sie ihrem Mann verzeihen können oder wieder Vertrauen aufbauen können, nachdem er sie tief verletzt und enttäuscht hat.
Ach ja ?
Ich lese hier ja auch manchmal mit, aber meistens geht es doch nur darum, dass die jeweiligen TE nicht loslassen wollen, weil sie ja angeblich einen perfekten Mann haben/hatten.

Das hat doch vielmehr mit Egoismus zu tun. Man will eben nichts hergeben, von dem man glaubt, es sicher zu haben, fürchtet den Aufwand etwas Neues aufbauen zu müssen.
Eigentlich ganz menschlich soweit.

Mit den Seelenwohl des jeweiligen Mannes hat das bei vielen Fragestellungen im Grunde eher wenig zu tun.

Manchmal geht es auch darum, etwas zu "verstehen", aber dann doch oft auch eher deswegen, um seine eigenen Ziele noch irgendwie umgesetzt zu bekommen.

Und von einem wirklichem "Verzeihen" von bösen Fehlern ist hier wirklich selten die Rede (Und durchaus oft auch aus gutem Grund.) Allein der Begriff "Verzeihen" ist in diesem Forum schon äußerst selten.
 
  • #58
Wir haben hier im Forum jede Woche Anfragen von Frauen, die uns fragen, wie sie ihrem Mann verzeihen können oder wieder Vertrauen aufbauen können, nachdem er sie tief verletzt und enttäuscht hat.
Hier gibt es ganz grundsätzlich mehr Anfragen von Frauen als von Männern.
Ich lese dabei im Standardaufbau immer wieder erstmal die Beschreibung einer "idealen" Beziehung, die völlige Ignoranz von Warnzeichen und eine teilweise seltsam hormongesteuerte Fehlauswahl von Partnern. Die Frage ist dann (überspitzt): "Wie kann ich meinem alkoholabhängigen Partner verzeihen, dass er fremdgeht und mich schlägt und wird das besser, wenn wir erstmal Kinder haben, die ich jetzt mit Mitte 35 dringend haben möchte?"

Oder aber (auch immer wieder gerne genommen): "Jetzt hatte ich sogar Sex mit ihm und er will mich trotzdem nicht."

Das (eigentlich völlig logische) Ergebnis eigenen Unvermögens und einer bedauernswerten Weltfremdheit wird dann pauschalisiert und die Schuld beim Mann gesucht oder aber gleich bei "allen" Männern. Die eigentliche Ursache für "tiefe Verletzungen und Enttäuschungen" liegt aus meiner Sicht auch in einem weitgehenden Mangel an Denkvermögen oder der Fähigkeit, eigene Muster zu hinterfragen und zu ändern. Und natürlich auch, aber eben nicht nur, an den Männern, das will ich gar nicht bestreiten.

In dem Zusammenhang mag "verzeihen können" eine weibliche Eigenschaft sein, positiv ist sie deswegen noch lange nicht. Logisches und pragmatisches Denken ist dann eher männlich. Aber natürlich haben wir hier auch eine Reihe Teilnehmerinnen mit diesen Eigenschaften :)
Was also soll die Diskussion über Eigenschaften bringen? Schubladen? Die sind bequem, aber die meisten Menschen passen eben nicht in eine einzelne hinein...
 
  • #59
In dem Zusammenhang mag "verzeihen können" eine weibliche Eigenschaft sein,
Denk bitte nochmal nach ......
Ja, das Verzeihen ist eine Eigenschaft, die sehr viele MÜTTER haben - wie sonst könnten sie dem Nachwuchs immer wieder grössere und kleinere Dummheiten verzeihen und mit viel Geduld wieder und wieder kleine Fortschritte aus den Kids herauskitzeln ?
Das stützt doch eher die biologische Aufgabenverteilung, die eben nicht "politisch korrekt" ist.
Eine Akzeptanz der Unterschiede könnte auch dazu führen, dass Männlein und Weiblein sich nicht immer wieder gegenseitig diese naturgegebenen Unterschiede gegenseitig vorwerfen. Daraus würde sich wesentlich weniger Konfliktpotential ergeben ....
 
  • #60
Ja, das Verzeihen ist eine Eigenschaft, die sehr viele MÜTTER haben - wie sonst könnten sie dem Nachwuchs immer wieder grössere und kleinere Dummheiten verzeihen und mit viel Geduld wieder und wieder kleine Fortschritte aus den Kids herauskitzeln ?
Lieber Tom, so wie es Mütter tun sollten, sollten das nicht auch Väter?
Unterstützen, fördern, motivieren und verzeihen? 😉

Dass man aber Unterschiedlichkeiten des Anderen - woher sie auch immer kommen - Persönlichkeit?! - nicht immer analysieren muss, da wäre ich dabei.
Als Paar ergänzt man sich durch die Unterschiedlichkeiten...
Das WIR braucht Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten im ausgewogenen Verhältnis. Sowie Toleranz und Akzeptanz.
Wieviel mit dem Geschlecht zu tun hat, Nebensache.

W, 50