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  • #1

Mal Hand aufs Herz...

...hat von euch schon mal jemand so richtig lange auf den Mann/die Frau seines/ihres Herzens gewartet, wenn diese/r aufgrund von früheren Verletzungen/Erfahrungen einfach Angst vor einer Bindung hatte, sich aber ganz langsam auf den anderen zubewegte? Ich meine mit "lange" so was wie 1 Jahr und mehr? Ist schon mal jemand vor Nähe-Distanz-Verhalten nicht weggelaufen und glücklich geworden? ich lese hier oft, dass man sich von Menschen mit Beziehungsängsten schnell distanzieren soll. Aber vielleicht lohnt das Warten ja auch. Oder?
 
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  • #2
Ich denke es lohnt sich definitiv nicht! Entweder hat der andere ein Bindungsproblem, was aber nur für dich gilt. Soll heißen, du bist nicht die/der Richtige und wirst geduldet und warmgehalten, so lange nichts besseres kommt. Oder diese Person hat tatsächlich ein richtiges Bindungsproblem und dann kannst du ihr nicht helfen, sondern verschwendest nur Zeit und Nerven. Dieses Problem kann nur und ausschließlich vom Betroffenen gelöst werden, evtl. mit therapeutischer Unterstützung.
 
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  • #3
Beziehungsangst und Nähe/Distanzverhalten sind ein Killer für die Gestaltung von Partnerschaften. Ist einfach unerträglich.
 
  • #4
Ich selbst habe noch nie so lange gewartet und ich kenne auch niemanden, der es getan hätte. Ich bin überzeugt, dass Bindungsangst und Beziehungsunfähigkeit eigentlich jeden abschrecken und dass man Altlasten selbst sowie mit Familie und Freundeskreis verarbeiten sollte, aber nicht mit einem potentiellen neuen Partner. Ich möchte mir auf keinen Fall ausgerechnet die schöne Verliebtheitsphase vermiesen lassen und denke, dass unter solchen schlechten Startbedingungen auch keine dauerhaft belastbaren Partnerschaften entstehen.

Ein Jahr lang warten ... kann sich lohnen? Nein, ich glaube nicht. Ein ganzes Jahr mit jemandem zu verplempern, ist für Frauen zwischen 30 und 40 eine recht lange Zeit, die viele andere Chancen zunichte macht. Man hat nur ein Leben. Warten ist nicht die Devise!

Begib Dich erst dann auf Partnersuche, wenn Du bereit zu einer neuen Partnerschaft bist und Deine Verletzungen und Altlasten verarbeiten hast. Partnerschaft erfordert Nähe und sollte daher erst gesucht werden, wenn man Nähe auch wirklich will. Ansonsten spielst Du mit den Gefühlen der anderen.
 
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  • #5
FS: Nein, ich meine nicht "1 Jahr" = 12 Monate", war nur ein Beispiel für lange Zeit.
 
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  • #6
Heute ist ja alles sofort verfügbar. Ich will eine Pizza, ich rufe den Bringdienst. Ich will eine CD, Amazon liefert sie mir per Express. Ich will einen PartnerIn, der/die muss eine innere Löschtaste haben und kommt unbefleckt und wie neu bei mir an. Und wenn nicht, dann tausche ich um.

So ein Bisserl Geduld sollte doch wohl ein jeder Mensch haben. Schliesslich hat doch (fast) jeder mal in den sauren Apfel gebissen und danach Zeit zum Verdauen gebraucht.

Geduld kann sich ja auch lohnen. Schliesslich ist ja niemand eine Comicfigur, die einen Hammer auf den Kopf bekommt, aber problemlos wieder aufsteht und lacht.
Ich würde das Thema mal offen bei der anderen Seite zur Sprache bringen.
Aber nicht zu waghalsig. Männer die nicht gern warten, gelten als sexuelle Drängler. Bei Frauen, die nicht warten wollen, schätzt man ein, die wollen schnell unter die Haube.

Wie lange man warten kann ist eine Frage der Tiefe der Verliebtheit. Über die sollte man reden, um festzustellen, ob die andere Seite auch so fühlt. Dann wäre Warten ja auch berechtigt.
 
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  • #7
Hab ich gemacht (1.5 jahre) Ergebnis: Nein.. hat nichts gebracht.. Am Ende dreht man sich im Kreis ..
 
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  • #8
Ich sehe es wie @5, es ist wohl entscheident davon abhängig, wie tief und wahrhaftig die Gefühle für den potentiellen Partner/in sind, die momentan keine Beziehung einzugehen vermag.
Ganz sicher wirst du nichts während deiner Wartezeit versäumen. Du lebst im JETZT, im hier und heute. Jetzt sind deine Gefühle ernsthaft nur einer einzigen Person gewidmet. Würdest du davon ausgehen du versäumtest während der Wartezeit eine andere Person die deine Gefühle spontan erwiderte, dann wäre deine Geduld tatsächlich für die Katz - und deine Gefühle für die momentane Favoritin nicht ernst zu nehmen.
Wenn du also stark interessiert bist, dann übe dich in Geduld und warte. Auch daran kannst du wachsen und reifen. Und vielleicht findest du unter all den Kieselsteinen wahrhaftig eine Perle!

Ich wünsche es dir.
 
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  • #9
Das Leben ist nicht ohne Risiko. Wenn du der Überzeugung warst, dass 1,5 Jahre warten für dich o.k. ist dann vertritt doch diese Entscheidung. Andere sind nach 1,5 Jahren wieder getrennt oder 1,5 Jahren überhaupt nicht verliebt. Ich habe mal 7 Jahre gebraucht, um über einen Mann hinwegzukommen. Mir ist in dieser Zeit absolut niemand begegnet, der diesem Menschen überhaupt Konkurrenz hätte machen können. Das ist eben so gewesen. Ändern kann ich es nicht und herzaubern konnte ich damals auch niemanden. Ich habe mich auf meinen Beruf konzentriert und neue Hobbies angefangen, neue Bekannte gefunden, meinen Horizont erweitert.
 
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  • #10
Es lohnt sich nicht, weil er sich nie richtig für dich entscheiden wird.

Von anderen Menschen wird der Sich Distanzierende leicht als arrogant und abweisend empfunden. Darauf reagieren sie mit Zurückhaltung und Ablehnung, wodurch sich der Sich Distanzierende unwohl und unwillkommen fühlt und sich weiter zurückzieht. Dadurch wird er immer ungeübter im zwischenmenschlichen Nahkontakt. Konfrontiert ihn ein anderer Mensch mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Nähe, fühlt sich der Sich Distanzierenden aber schnell bedrängt, was auch dazu führt, dass er sich weiter distanziert.

[Mod: Bitte Zitate in Anführungszeichen setzen und Quellen vollständig angeben.]
 
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  • #11
"Ein Jahr" oder länger warten, das ist ja wie bremsen und Gas geben gleichzeitig oder einfach nur stehen bleiben. Selbst oder gerade bei Beziehungsängsten müßte doch schon etwas Bewegung erkennbar sein. D.h. der "Bindungsphobiker" sollte deutlich machen, daß er gewillt ist, seine "Phobie" abzulegen und das nicht gerade erst nach 3 Jahren.
m/44
 
  • #12
Also mein erster Freund hatte ein Jahr auf mich gewartet, bin eher a la Julia Roberts die Braut die sich nicht traut, dafür hatten wir in fast 2 Jahre Beziehung all das erlebt, was manche ihr ganzes Leben vermissen.
w25
 
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  • #13
@10: ich (w,28) freue mich immer, wenn ich so etwas von einem Mann lese. Eine Freundin will mir immer einreden, dass alle Männer eigentlich nicht so scharf auf Beziehung sind und frau geschickt auf Dinstanz bleiben muss, weil "er" sonst Angst bekommt. Was Du schreibst, hört sich anders an... schön!
@FS: ich kann nicht behaupten, dass ich wirklich lange durchgehalten/gewartet habe. Aber es waren schon mehrere Wochen, in denen ich dachte: abwarten, dem anderen Zeit lassen usw. Wenn dann aber vom anderen keine Initiative kommt, es eher verletzend wird. Na, dann ist man wohl sehr leidensfähig oder kann nicht loslassen... Ich denke auch immer: wer beziehungsgeängstigt ist, der muss doch irgendwie wieder Vertrauen fassen - und dazu braucht er/sie doch auch mal jemand, der an Beziehung glaubt und ihm/ihr zeigt, dass es geht! Ich denke, dass es sehr sehr davon abhängt, wie beide miteinander umgehen. Wenn der "Distanztyp" sich nicht meldet, wenn man ihm/ihr hinterherlaufen muss... selbst wenn es zwischendurch immer wieder so Momente gibt, wo plötzlich alles ganz nah und wunderschön ist... dann wieder Rückzug usw. Wie lange kann man so was aushalten - als Nähetyp? Ich finde: nicht lange. Es ist nicht das, was einem entspricht, nicht das, was man will, nicht das, was man leben kann! Wenn es eine Chance haben soll - dass daraus eine gesunde, stabile, aufrichtige und verbindliche Beziehung wird - dann muss auch der Beziehungsgeängstigte darüber reden, seine Problematik miteinander besprechen, Lösungen finden: einfach zeigen, immer wieder, dass er das auch will. Es geht nicht, dass ein Partner alleine derjenige ist, der akzeptiert, hinnimmt - und wartet. Einfach auch deswegen, weil dann ganz offensichtlich dem anderern das auch nicht so wichtig ist! Wie 10 schreibt: auch ein insofern geängstigter muss schon wissen, was er will und dem Ausdruck verleihen.
 
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  • #14
Wenn ich sehe, dass sich mein Partner besonnen hat und mir zeigt, dass es ihm leid tut, würde ich ihn zurücknehmen - auch nach langer Zeit. Aber ich würde es sehr vorsichtig angehen lassen. Und ihn bsp testen, ob er mir auch die Zeit gibt.Und ich würde ihn auf mich zukommen lassen;)
 
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  • #15
Ja, ich habe sehr lange gewartet, weit über 1 Jahr.

Geendet ist das ganze so, dass er in der Zwischenzeit 2 Andere hatte, trotz seines "Bindungsproblems". Er ist mit keiner glücklich geworden. (Wäre er aber auch mit mir nicht)

Meine ganz persönliche Wahrheit ist, dass ich ein ebensolches Bindungsproblem hatte, sonst wäre ich mir für solche Spielchen zu schade gewesen.

Schau nicht auf ihn, schau auf dich und die alles entscheidende Frage:

- Was bringt mir die Beziehung/Freundschaft? -

Wenn sie dir nichts bringt lass den anderen ziehen und kauf dir ein spannendes Buch.
z.B. mit dem Inhalt: "Warum brauch/mach ich das eigentlich?"

vlg w30
 
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  • #16
Ja, das "Geduld haben", dem anderen vertrauen und ihm zeigen, dass es möglich ist, das ist ein schöner, irgendwie edler Gedanke. Leider scheinen die meisten Erfahrungen dagegen zu sprechen, dass es dann "gut ausgeht". Seltenst ist das wohl der Fall.
 
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  • #17
Ist vom Einzelfall abhängig/ nicht länger als sechs Wochen. In dieser Zeit sollte man sich auch nicht daran klammern, sondern wissen: man gibt noch etwas Zeit und arbeitet daran, wenn dann nichts verbindliches vom anderen kommt, macht es keinen Sinn.
Sich Verlieben ist ein so starkes Gefühl! WENN das da ist, dann findet auch ein Verzagter, Liebes-geängstigter den Mut, sich da rein zu stürzen. Wenn nicht, dann ist es eben nicht wirklich Verliebt-Sein, sondern irgendwie "verknallt" oder eben angezogen-sein usw. Oder sonst was... nicht alleine sein wollen, ab und zu Prickeln haben wollen... ab und zu Sex haben wollen... dann: worauf warten?
 
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  • #18
Als beziehungsängstlicher Mensch kann ich nur sagen: Zumindest eine Weile warten und auf einen solchen Menschen eingehen, ist empfehlenswert.
Man ist ja oft gerade deswegen beziehungsängstlich, weil man länger braucht, um zu vertrauen/ zu erkennen, dass es jemandem ernst ist.
Wenn das Gegenüber dann so fix weg ist, neigt unsereins dazu zu denken: Wieder so ein oberflächlicher Mensch, dem es nicht ernst war.
 
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  • #19
Ich hatte auch gehofft, dass das Warten sich letztendlich lohnt. Ich habe diese Situation fast ein Jahr gehabt, jetzt kann ich nicht mehr und habe aufgegeben. Lieber Fragesteller, ich glaube, mit offenen Karten spielen, erklären warum man so ist und um Verständnis bitten - hilft sicherlich zum Teil. Was gar nicht geht, ist gar nicht reden und den Partner im Dunkeln lassen, warum man keine Nähe oder nur zögerlich zu lassen kann.Mich hat er letztendlich am langen Arm sterben lassen und hellsehen kann ich nicht.

(w)
 
  • #20
Ich hab auch fast ein Jahr gewartet... gehofft und gebangt...
Am Ende war ich nur enttäuscht. Sie hat all die Nähe und die Aufmerksamkeit genossen. Mit mir rumgemacht und über alles mit mir geredet. Aber das hat sie anscheinend mit einigen so gehandhabt.

Auch tolle Sätze wie: " Du bist garnicht mein Typ, aber irgendwie doch"
hielten mich bei der Stange.
Schlußendlich ging es doch nicht. Ich war verliebt und sie hat nur gespielt. Ob aus Komplexen heraus oder was auch immer ist Spekulationssache.

Warten kann sich lohnen. Es ist nur die Frage ob man das will und warum man das will?!
 
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Schmetterlingstanz

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  • #21
Der jetzige Mann meiner Freundin hat fast 3 Jahre auf meine Freundin gewartet - inzwischen haben sie sich ein Haus gekauft, haben geheiratet und jetzt ein Kind zusammen - tja, so kann es auch gehen. Meine Freundin hat jedoch nie mit ihm Spielchen gespielt, sondern ganz klar gesagt, das sie ihn mögen würde, aber mehr auch nicht. Er war so fest davon überzeugt, das sie zusammen gehören, dass er nie locker gelassen hat und sie sich dann tatsächlich in ihn verliebt hat und jetzt sehr glücklich mit ihm ist. Hm - ich glaube zwar auch, das nicht jeder Mensch so einfach ersetztbar ist und es unterschiedliche Formen und Tiefen der partnerschaftlichen Liebe gibt, aber man muss entweder sehr leidensfähig oder sehr geduldig und über einen positiven Ausgang felsenfest überzeugt sein, um so lange auf jemanden zu warten. Es gibt sicherlich so einzigartige Menschen, für die sich ein so hoher Preis lohnt. Ich würde mich also an Deiner Stelle zunächst ganz tief in Dir drin selber fragen, ob dieser Man für Dich dieser einzigartige Mensch ist und dann mit ihm offen darüber kommunizieren, ob es überhaupt auch seiner Sichtweise Sinn macht, auf ihn zu warten. Was würde er konkret von Dir benötigen, um seine Bindungsangst zu überwinden - möchte er diese überhaupt überwinden? Dein Leben ist kostbar und geschieht in diesem Augenblick - wie möchtest Du leben?
 
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  • #22
zu meiner aktuellen Situation:
nach 4 schönen Monaten kam plötzlich und aus dem nichts das sehr schroffe "off" - mit der Begründung: "ich habe solche Phasen, da muss ich alleine sein". Zwar kommen sporadisch Anrufe, die aber sehr unverbindlich sind. Der Wunsch nach Nähe wird abgewimmelt (nun frage ich auch nicht mehr). Allerdings habe ich den Eindruck, ich müsse mich erklären, wenn ich einmal nicht an's Telefon gehe - also sehr einseitig, irgendwie die totale Kontrolle. (Ich dürfte das allerdings nicht bringen, das würde mit noch mehr Rückzug quittiert.)
Ich habe jetzt 6 Wochen gewartet und Verständnis gezeigt, denn offensichtlich habe ich einen Beziehungsphobiker am Haken. Gestern ist mir dann der Geduldsfaden gerissen und ich habe einmal Bilanz für mich selbst gezogen: wie geht es mir damit, will ich das, hat die Geschichte überhaupt eine Chance, wo stehe ich... usw. Fazit: mein Selbstwertgefühl tendiert aktuell gegen Null, da ich soviel von mir preis gegeben habe und nichts zurück bekomme. Nun habe ich die Geschichte schweren Herzens beendet. Ob es richtig oder falsch war werde ich wohl nie herausfinden, that's life!

Das muss wohl jeder leider für sich selbst entscheiden!
 
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  • #23
"Desillusioniert" oder "Dr. Kimble"

Zum Zitat Gastbeitrag vom 15.04.2011
: "nach 4 schönen Monaten kam plötzlich und aus dem nichts das sehr schroffe "off" " .

Genau das gleiche habe ich nach einer mehrmonatigen Beziehung mit einem vier jahre älteren 42 jährigen sehr bindungsängstlichen Partner erlebt. In der Kennenlernphase wechselte er bereits häufig zwischen deutlichem Interesse und Distanz.
Die Beziehung war dann einerseits gekennzeichnet durch eine intensive Nähe mit teilweise euphorischen, Zuneigungsbekundungen mir gegenüber und der Integration von mir in sein familiäres und soziales Umfeld. Andererseits gab es zwischendurch immer wieder kleinere Absetzbewegungen durch Nichtmelden oder größere Abstände in denen wir uns nicht sahen.

Da mein Partner seine Ängste erwähnte und ich auch durch sein Verhalten vorgewarnt war, habe ich ihm die Entscheidung überlassen wieviel Nähe er zulässt um keinen Druck auszuüben , habe mich mit überschwänglichen Äußerungen eher zurückgehalten und habe dabei meine Wünsche und Vorstellungen ein gutes Stück zurückgestellt. Meine Zurückhaltung wurde von ihm oft als sehr einfühlsam herausgestellt.

Und trotzdem kamen als die Beziehung sich schön und verbindlich entwickelte zunehmend vollkommen widersprüchliche Signale seinerseits.
Zuneigungsbekundungen und Signale des "Absetzens" bzw. kritische Äußerungen wechselten sich immer häufiger ab .

Ohne dass es jemals Streit gegeben nahm er nach vorherigem Abtauchen dann eine Zuneigungsäußerung von mir und den Wunsch ihn zu sprechen zum Anlass mir Einengung und Bedrängen vorzuwerfen und betonte nunmehr dass er meine (!) Gefühle in keiner Weise teile. Er erkärte die Beziehung dann für mich vollkommen überraschend schroff für beendet.

Geholfen die erlebte Gefühlsachterbahn zu verstehen hat mir dann das Buch "Jein" von der Trierer Psychotherapeutin Stefanie Stahl wo ich vieles was sich in der Beziehung ereignet hatte fasf schulfallartig wieder gefunden habe.

Frau Stahl beschreibt sehr lebensnah und ernüchternd den Umgang mit Beziehungsphobikern und die letztlich düstere Prognose für solche Beziehungen egal ob diese drei Wochen, drei Monaten oder drei Jahren dauern. Letztendlich bleibt der Bindungswillige -egal wie er sich verhält - auf der Strecke und wird vom bindungsängstlichen Partner rechts oder links überholt.

Aus meiner Sicht hätte die Beziehung mit meinem Partner aus meiner Sicht nur eine Chance bestanden, wenn er offen seine Ängste und Gefühlslagen thematisiert, sein Verhalten in bezug auf den anderen reflektiert und bereit gewesen wäre, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Er hat dagegen solche Thematisierungen trotz meiner Bitten gemieden wie der Teufel das Weihwassser und versucht mit Schauspielerei die eigene Stimmungslage zu verdecken und das eigene zitternde Selbstwertgefühl zu verdecken. Meine bittere Erkenntnis: Ich konnte egal was ich getan oder gelassen hätte Dr. Kimble nicht aufhalten.
 
  • #24
Leider war ich auch einmal so doof, dass ich 2,5-3 Jahre auf einen Typen "gewartet" habe....

Ich sah in zum ersten Mal in einer Dicothek und war vollkommen begeistert, von seinem AUssehen, seiner AUsstrahlung.

Das Verrückte an der Sache war, dass sich bald herausstellte, dass er nur 2 Häuser weiter von mir wohnte....und so bin ich dann damals recht häufig mit den Inline Skatern rumgefahren, wenn ich wußte, bald kommt er von der ARbeit...dort war ein großer Parkplatz ....

Wenn ich heute-- fast 10 Jahre später darüber nachdenke, überkommt mich das kalte Grausen...ich war in den besten Jahren (32-35 Jahre alt) und habe auf diesen Mann gewartet...

Wir hatten öfter etwas zusammen unternommen, uns gegenseitig besucht, zusammen gekocht...
Körperlich ist nie etwas passiert. Nichts.

Ganz offensichtlich war er schüchtern und gab unterschiedliche Signale....als er allerdings irgendwann sagte, dass seiner Meinung nach Sex ausschließlich dazu da ist um Kinder zu produzieren, bin ich aufgewacht....
Habe dann auch ganz schnell jemand anderen kennengelernt.....

Ich habe ihm viel zu viel Zeit gegeben.
 
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  • #25
Bloß nicht länger als 4 Wochen auf jemanden warten, das ist pure Zeitverschwendung. Entweder man findet sich gleich, oder es wird Freundschaft ohne erotische Komponente.
 
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  • #26
Bloß nicht länger als 4 Wochen auf jemanden warten, das ist pure Zeitverschwendung. Entweder man findet sich gleich, oder es wird Freundschaft ohne erotische Komponente.

Wären vier Wochen und ein Tag auch noch okay? Immer diese überflüssigen Faustregeln. Das ist doch völliger Quatsch. Wenn man meint, man sollte auf jemanden warten muss man sich über die Konsequenzen einer vergeblichen Warterei bewusst werden.
 
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  • #27
Bloß nicht länger als 4 Wochen auf jemanden warten, das ist pure Zeitverschwendung. Entweder man findet sich gleich, oder es wird Freundschaft ohne erotische Komponente.

Stell Dir vor, es sind die 4 Wochen vor einer Abschlussprüfung. Würdest Du dann auch die Frau "kicken", die sich verständlicherweise darauf konzentriert und dabei die ganze Zeit sehnsüchtig darauf wartet, danach endlich Zeit für den "Liebsten" zu haben?
Solche Männer brauchen wir, deren Gefühlsbekundungen keinen Heller wert sind, weil sie ihre Meinung täglich ändern. Weiter so bitte!
 
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  • #28
Stell Dir vor, es sind die 4 Wochen vor einer Abschlussprüfung. Würdest Du dann auch die Frau "kicken", die sich verständlicherweise darauf konzentriert und dabei die ganze Zeit sehnsüchtig darauf wartet, danach endlich Zeit für den "Liebsten" zu haben?

Darum geht es nicht. Ich spreche hier von Menschen, denen es mit dem anderen „zu schnell geht”. Bei denen der andere sich auf ein eher zögerliches Tempo einstellen und sich immerzu fragen muß „darf ich das jetzt, oder geht ihr/ihm das jetzt wieder zu schnell?” Bei diesem Spielchen ist nach spätestens 4 Wochen Schluß mit erotischer Spannung.

Typische Vertreter der „zu schnell” Gattung sind übrigens jene Damen oder Herren, die sich für treu halten und keinen Sex wollen, so lange sie ihre bestehende Bindung noch nicht gelöst haben. Auf deutsch: die nicht wissen, ob sie sich trennen sollen oder nicht, nach dem Motto „der Neue wird schon warten, wenn ihm was an mir liegt”. Das muß man sich nicht geben. m/53
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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