• #31
Meine Lieblingsantwort (etwas überspitzt): Es ist kompliziert. Ist das nicht eine typisch weibliche Eigenschaft?
Offenbar nicht nur.

Ich spreche sehr ungern bestimmt sondern viel lieber fragend.
Ich habe einen Bekannten, der da ähnlich ist. Er formuliert oft vage, stellt viele Standpunkte zu einem Thema dar, ohne sich selbst klar zu positionieren, und pflegt eine sehr verklausulierte, mehrdeutige Ausdrucksweise. Das ist ihm auch bewusst und er meint, Gespräche seien doch viel spannender, wenn man nicht alles auf dem Präsentierteller serviert bekommt, sondern selber ergründen muss, was der andere meint. Seine Date-Partnerinnen sind idR irgendwann nur noch genervt davon.

Ob sich Gegensätze wohl doch nicht anziehen?
Ich denke, in Sachen Partnerschaft gilt eher: Gleich und gleich gesellt sich gern. Wenn zwei auf ganz unterschiedliche Weisen kommunizieren und auch andere Kommunikationsbedürfnisse haben, dann dürfte es schwierig werden, da auf einen befriedigenden Nenner zu kommen.

Außer bei "Schwätzer trifft auf Schweiger", wie @mokuyobi es gerade beschrieben hat. Aber das trifft bei dir ja nicht wirklich zu.

Mangelnde Offenheit könnte in deinem Fall auch bedeuten: mangelnde "Greifbarkeit". Heißt, du redest zwar, triffst aber wenig klare Aussagen, anhand derer sich dein Gegenüber ein Bild von dir machen könnte.

W, 29
 
  • #32
Mangelnde Offenheit könnte in deinem Fall auch bedeuten: mangelnde "Greifbarkeit". Heißt, du redest zwar, triffst aber wenig klare Aussagen, anhand derer sich dein Gegenüber ein Bild von dir machen könnte.
Das stimmt; das könnte auch gut sein. Jemand, der durchaus redet, aber damit nichts von sich preisgibt oder nichts, woran man sich festhalten könnte. Dann ist der andere doch irgendwie nebulös? Man hat ja ein Date, um den anderen kennenzulernen. Bei keinen klaren Aussagen geht das schlecht.
 
  • #33
Sie konnte viel und lang reden, womit ich per se kein Problem habe. Wenn ich nun aber über mich etwas erzählen sollte, und dazu brauche ich Zeit, fühlte ich mich von ihr (ungewollt) etwas abgewürgt. Ich kam nicht richtig zum Zug mich mitzuteilen.
Ich drehe den Spieß mal um:
SIE konnte nicht kommunizieren! Sie plapperte vor sich hin und stellte plötzlich eine Pseudo-Frage, weil sich das so gehört. So wirklich interessiert hat sie die Antwort aber nicht, sie hörte wohl lieber sich selber reden als Dich, deshalb hat sie Dich unbewusst abgewürgt und einfach selber weitergeredet.
Schlussfolgerung: SIE hat aktiv verhindert, dass Du offen sein konntest!
ErwinM, 53
 
  • #34
Ich drehe den Spieß mal um:
SIE konnte nicht kommunizieren! Sie plapperte vor sich hin und stellte plötzlich eine Pseudo-Frage, weil sich das so gehört. So wirklich interessiert hat sie die Antwort aber nicht, sie hörte wohl lieber sich selber reden als Dich, deshalb hat sie Dich unbewusst abgewürgt und einfach selber weitergeredet.
Schlussfolgerung: SIE hat aktiv verhindert, dass Du offen sein konntes
Auch ein interessanter Gedanke, den ich auch schon für mich hatte und dem ich zustimme! Jedoch hätte FS das alles im Gespräch anders richten können, hätte er das nötige Know-how dafür besessen! Ich lass mit mir nicht so rum springen, nicht den Hanswurst machen, so wie der andere das gerne möchte, das geht bei mir nicht, ich ziehe dann schon rechtzeitig den vereiterten Zahn! Bei dem Verhalten dieser Frau erkenne ich, dass sie ziemlich enttäuscht und verletzt ihr Gesprächsleitfaden in ihrer Führung durchgezogen hat!
 
  • #35
ich vertrete in vielen Themen, im Gegensatz zur ihr, keine klaren Standpunkte, ergreife zudem ungern Partei
Dann sind Gespräch meistens zäh und lassen das Gegenüber im Dunkeln.
Es liest sich für micht auch sehr unattraktiv, dass ein Erwachsener überwiegend zu nichts eine eigene Meinung hat.

Ja, das ist eine absolute Baustelle bei mir. Gerade wenn mich etwas stört, dann teile ich mich sehr ungern mit. Ich dachte lange, dass dies eine gute Eigenschaft ist (da scheinbar konfliktarm) aber dem ist natürlich nicht so. Das hat sie bestimmt gerochen.
Ja, kann ich nachvollziehen. Ab einem gewissen Alter hat man bestimmte Partnerschaftsprobleme durch und will sie nie mehr durchlaufen - ist halt schwierig mit jemandem, der Probleme nicht anspricht eine gute Partnerschaft aufzubauen ond dann auch zu führen.
Gerade am Anfang kommt es auf Kommunikation an, um sich aufeinander einzustimmmen.

Welche Möglichkeiten gibt es gute Selbstkritik zu üben?
In erster Linie ist es eine innere Haltung - nicht immer in den Reflex der Gegenrede/in den Verteidigungsmodus zu fallen, sondern wenn immer wieder die gleiche Message aus verschiedenen Richtungen kommt in sich zu gehen und ergebnisoffen hinzuschauen, ob was dran sein könnte. Nachfragen Richtung Konkretisierung sind auch wichtig.

Dann ist es eben auch die neutrale Selbstbeobachtung, die zu Erkenntnissen verhilft was man gut macht und was man so garnicht hinbekommt.

allerdings neige ich wirklich dazu mir die Würmer aus der Nase ziehen zu lassen. Wie kommt man davon weg? Denn meine, offensichtlich falsche, Selbstwahrnehmung war beim Date, dass ich ein offenes Buch sein müsste.
Aber wie kommt man zu dieser widersprüchlichen Selbstbewertung? Ein offenes Buch sein und sich die Würmer aus der Nase ziehen zu lassen ist der absolute Gegensatz. Man kann nicht beides ein.
Bevor Du was änderst musst Du doch erstmal wissen was überhaupt Fakt ist.

Meine Lieblingsantwort (etwas überspitzt): Es ist kompliziert. Ist das nicht eine typisch weibliche Eigenschaft?
Absolut nicht, klingt eher nach: Du kannst es nicht.

Mit solchen Phrasen kann Mann sich bis Mitte 20 interessant machen. Dann aber ist die Begeisterung für solche Extravagantheiten im freien Fall nach unten und stattdessen erkennbare Problemlösekompetenz gefragt.

Ich spreche sehr ungern bestimmt sondern viel lieber fragend.
Ich nähere mich auch fragend Neuland um es für mich zu erkunden.
Das ist aber nicht mein genereller Kommunikationsstil in allen Lebenslagen und schon garnicht da wo Selbstpräsentation gefragt ist.
 
  • #36
Lieber Stoiker, deine Antwort im anderen Thema spricht Bände zu dem, was du hier fragst. Da kann ich auf jeden Fall sagen: Ja, das ist nicht offen und das ist abschreckend, wenn du Fragen, die den anderen aus logischen Gründen interessieren, in dieser Form abblockst. Sagst du dann wirklich "es hat keinen Mehrwert, darüber zu reden"...? Wenn du dies bei persönlichen Themen häufiger machst, ist das für die Mehrheit der Frauen ein "der ist zu verschlossen"-Zeichen, oder aber "er will mich gar nicht wirklich kennenlernen und hat kein Interesse, wenn er nicht mal darüber was sagen will". Dann ist gar nicht das Keine-Meinung-Haben bei anderen Themen das Hauptproblem. Beziehung und Kennenlernen bedeutet ja, dass man den anderen emotional auch teilhaben lässt an sich; und das unterbindest du dann sofort, dazu noch auf eine recht grobe Art und Weise.
 
  • #37
Zusammenfassung, zu allgemeineren Fragen keine Meinung und bei persönlichen Fragen wird abgeblockt, und dann wunderst Du Dich, warum das Interesse eines weiteren KENNENLERNENs bei Null ist?
 
  • #38
Zusammenfassung, zu allgemeineren Fragen keine Meinung und bei persönlichen Fragen wird abgeblockt, und dann wunderst Du Dich, warum das Interesse eines weiteren KENNENLERNENs bei Null ist?
Dass ich abblocke sehe ich nicht so. Hier im Faden verhält es sich so, wie in einigen Dates: Der Punkt den ich mitteilen will, wird einfach nicht klar.
hier trifft das ganz gut:
Ich habe einen Bekannten, der da ähnlich ist. Er formuliert oft vage, stellt viele Standpunkte zu einem Thema dar, ohne sich selbst klar zu positionieren
Ich nehme ebenfalls ungern Stellung, sondern versuche verschiedene Perspektiven einzunehmen, die man unter Verwendung verschiedener Axiome haben kann. Mir persönlich fehlt aber häufig eine solche absolut unverrückbare Grundannahme und komme so zu z.T. widersprüchlichen Standpunkten.
Sagst du dann wirklich "es hat keinen Mehrwert, darüber zu reden"...?
Der Satz könnte durchaus so fallen, wenn auch nicht mit der Absicht das Gespräch abzuwürgen, wie es hier vielleicht bei euch ankommt. Ich möchte einfach nur dieses Rechtfertigungsgelaber und wertende Gerede vermeiden.
Letztens sagte mein Date zu mir, ich solle etwas über mich erzählen. Darauf würde ich am liebsten antworten: Ich bin.
In der Realität versuche ich dann natürlich so über mich zu reden, dass man es als normales „Über mich erzählen“ sehen kann. Im Nachhinein bin ich mit dem, was ich dann sage aber nicht zufrieden. Es scheint mir belanglos. Typisches Vorstellungsgespräch-Bla-Bla. Mein Beruf, mit dem ich gerne anfange, sagt sicher etwas über mich aus - aber ich würde gern über die dahinter- und darunterliegenden Dinge erzählen - aber das kann ich nur mit sehr wenigen Menschen. Bei einem Date ist mir eine solche Person noch nicht begegnet.
Fällt darunter auch, den Begriff Problem gar nicht zu kennen?
 
  • #40
Scheinbar aber deine Dates und auch die Frauen hier, die dir was dazu sagen. Es wird dir nichts helfen, wenn du der Meinung bist, die anderen nehmen das nur falsch wahr. Wenn’s beim Empfänger immer falsch ankommt, wirst du den aber nicht ändern können. Sondern solltest mal überlegen, warum das der Fall ist, dass du deinen Punkt auch hier nicht rüberbringen kannst.
Ich denke auch, wenn das Date „erzähl doch mal was über dich“ als Frage stellen muss, dann lief das Gespräch bereits vorher nicht flüssig. Ich wurde das noch nie gefragt und musste das auch nicht fragen. Wenn ein Date gut läuft, ergibt sich ein Thema aus dem nächsten; es entsteht ein Flow, bei dem jeder den Faden immer weiterspinnt.
Du willst nicht über deine Vergangenheit reden, die jeden Menschen sehr prägt, nicht über den Beruf - gleichzeitig willst du, dass die Frau dich kennenlernt oder nicht? Wenn du über nichts belangloses reden willst, dann überlege dir doch vorher, was du über dich erzählen willst. Der andere kann dich nicht durch verschwurbelte Philosophie kennenlernen, bei der du alles persönliche von dir weist und immer nur sagst „das bringt keinen Mehrwert“. Was wäre denn ein Gespräch, was für dich Mehrwert hat? Was wären denn Themen, zu denen du dich äußern willst? Oder wäre deine ideale Beziehung, gar nicht zu reden? Oder nur über philosophische Problemstellungen? Dann wäre die Frauensuche auf jeden Fall in den entsprechenden Foren oder Kreisen erfolgreicher, und nicht beim normalen OD. Dort eine Frau zu finden, die genau zu deiner Vorstellung passt, wird die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Und das sage ich, die beim Date mit dem ersten Partner über deterministische Ideen philosophiert hat. Aber eben nicht nur, sondern auch über meine und seine Ängste, Wünsche, Träume, Kindheit, Zukunftsvorstellungen usw. Und nebenher haben wir auch gelacht und Quatsch gemacht. Eine Atmosphäre wie beim Bewerbungsgespräch darf nicht aufkommen, da hast du recht, aber das liegt dann auch 50% bei dir.
 
  • #41
Im Nachhinein bin ich mit dem, was ich dann sage aber nicht zufrieden. Es scheint mir belanglos
Das scheint mir der springende Punkt, bei deinen Dates, bei deinen Beiträgen hier:
Du willst dich perfekt präsentieren, hast Angst davor, menschliche Schwächen, Zweifel, Emotionen zu zeigen. Du scheinst dich selbst permanent zu hinterfragen, zu prüfen, wie du beim anderen ankommst.
Eben wie bei einem Vorstellungsgespräch (bei dem Lücken im Lebenslauf auch kritisch sind).

Ein „lockererer“ Mensch würde einfach mit einem Grinsen etwas sagen wie „ach, hat sich einfach so ergeben, muss ich mal drüber nachdenken“.

aber ich würde gern über die dahinter- und darunterliegenden Dinge erzählen - aber das kann ich nur mit sehr wenigen Menschen. Bei einem Date ist mir eine solche Person noch nicht begegnet
Kein Wunder.
Nur diese Menschen, die du extrem lange kennst, erzeugen bei dir keine Angst davor, abgelehnt zu werden.
So jemanden wirst du logischerweise nicht bei einem Date treffen.
 
  • #42
Das scheint mir der springende Punkt, bei deinen Dates, bei deinen Beiträgen hier:
Du willst dich perfekt präsentieren, hast Angst davor, menschliche Schwächen, Zweifel, Emotionen zu zeigen. Du scheinst dich selbst permanent zu hinterfragen, zu prüfen, wie du beim anderen ankommst
Wenn das der Fall ist, könnte man noch hinzufügen: mach dir klar, dass auch die Frau nervös ist und sich gut präsentieren will, je nach Selbstbewusstsein. Und wenn man eh nervös ist und dann nach etwas fragt und der andere bügelt einen gefühlt so ab mit „keinen Mehrwert“ oder „ich bin“, dann ist das für sie unangenehm und sie fühlt sich dann doof, dass sie diese Frage gestellt hat. Das hilft nicht, wenn man diesen Menschen wiedersehen möchte, wenn derjenige sich dann unwohl fühlt. Solange die Fragen nicht unverschämt sind, ist es für den positiven Flow des Dates immer besser, sie zu beantworten und auch zurückzugeben. Man kann mit der Antwort ja auch in eine Richtung lenken, die einem gefällt. Sonst entsteht kein flüssiges Gespräch.
 
  • #43
@Verwirrt1111
Ist richtig was du schreibst. Alles ist auf meinen Vitamin-S-Mangel zurückzuführen.
Nur diese Menschen, die du extrem lange kennst, erzeugen bei dir keine Angst davor, abgelehnt zu werden.
Hier muss ich aber widersprechen. Bei Fremden, zu denen ich keine wirkliche Bindung habe, bin ich schon offener in dem Sinne wenig Heimlichkeiten vor mir her zu tragen. Meine Dates wissen tlw. mehr als Freunde, die ich über 25 Jahre kenne. Mehr als meine Familie sowieso.
 
  • #44
Hier muss ich aber widersprechen. Bei Fremden, zu denen ich keine wirkliche Bindung habe, bin ich schon offener in dem Sinne wenig Heimlichkeiten vor mir her zu tragen. Meine Dates wissen tlw. mehr als Freunde, die ich über 25 Jahre kenne. Mehr als meine Familie sowieso.
Ah ja - das kenne ich von mir auch, diesen Befund. Dass es sehr unterschiedlich ist, wie tief persönlich man mit welchem Freund oder Bekannten spricht.

Allerdings finde ich es wichtig, dass sich auch Freundschaften in diesem Sinne entwickeln, dass man mit den Jahren über immer persönlichere Dinge spricht. Sonst wird aus Stillstand leicht Rückschritt.
 
Top