• #1

Mann im Dauerstress - Wie sieht die richtige Unterstützung aus?

Hallo!

Zu uns:
Mein Freund und ich sind seit 2 1/2 Jahren zusammen. Wir wohnen nicht zusammen. Keine gemeinsamen Kinder. Die Beziehung ist harmonisch, wir verstehen uns, lieben uns, unterstützen uns, vertrauen uns.

Zu ihm:
Er ist Mitte 40, kann sich alles leisten was er möchte dank vielen Jahren Fokus auf Karriere, ist intelligent, hat einen guten Freundeskreis, Sport und Aktivität sind ihm wichtig.

Zu meinem Anliegen:
Seit wir uns kennen stand der Job immer auf Platz 1. Was die Zeit während der Woche anbelangt natürlich, aber auch die Zeit außerhalb der Arbeitswoche. Auch seine Gedanken kreisten schon immer um diese Thema. Er arbeitet von Mo- Do als Chef in einer Firma. Die befindet sich 200km von seinem Wohnort, daher schläft er Mo-Mi dort, kommt am Do spät abends zu Hause an. Fr home office, Termine,... bis in den späten Nachmittag hinein. Teilweise ist er von 12h im Büro. Telefonkonferenzen ins Ausland abends, Wochenendveranstaltungen, ab und zu Auslandsreisen,...

Wir sehen uns also nur am Wochenende. Wir telefonieren täglich. Ich erzähle von meinem Tag. Er erzählt mir seit 2 1/2 Jahren zu 90% vom Job.

Seit wir uns kennen ist er aber unzufrieden mit seinem Job. Er hat gesundheitliche Probleme bekommen durch den Stress, er hasst die Pendlerei, auch die "Arbeit" an sich in nicht das Wahre, da er keine Möglichkeit hat etwas zu "schaffen und zu bewirken" wie er das gerne machen würde um beruflich motiviert und angespornt zu sein. Er dachte schon oft über eine Kündigung nach, Jobwechsel, ein Jahr Auszeit,... aber bislang wurde nichts konkretisiert. Er verdient sehr, sehr gut. Das ist sicher ein Kriterium seinerseits.

Nun merke ich, wie sich mein Freund immer mehr zurückzieht. Wir kommunizieren nicht mehr wirklich. Belanglose Dinge, keiner weiss so recht worüber man reden soll. Ist jedenfalls meine Intention. Ich weiß nicht wie er darüber denkt, er ist generell nicht der große Reder. Wir haben früher oft darüber gesprochen wie es evt für ihn weitergehen kann, was Optionen wären, wer ihm heute wieder auf die Nerven ging. Nun macht er irgendwie zu. Er erzählt nur noch wenig, wir sprechen auch nicht mehr über unsere gemeinsame Zukunft. Keine kurz oder längerfristigen Pläne. Urlaub, gemeinsames Wellnesswochenende. Haben wir früher gerne und oft gemacht und geplant.

Ich denke er hat das Gefühl, dass ich sein Problem nicht mehr hören kann. Er sagt auch selbst er habe einfach keine Lust mehr darüber zu reden.

Wie kann ich ihn unterstützen? Ich möchte ihn nicht drängen mit mir zu reden. Wie kann ich ihm helfen?
 
  • #2
Hallo wasauchkommt,
Wie kann ich ihn unterstützen? Ich möchte ihn nicht drängen mit mir zu reden. Wie kann ich ihm helfen?

meinst du nicht, du beschäftigst dich zu sehr mit seinem Leben?
Es wäre doch mal an der Zeit, dass er sich um euch kümmert, Urlaube etc.anregt, plant, organisiert. Oder er sollte mal versuchen eure Beziehung zu intensivieren, zusammenziehen wäre möglich. Okay, wenn ihr beide LAT liebt, ist es was anderes.
So macht er den Eindruck, er hält sich dich als Freundin solange es ihm noch irgendwie was bringt und du lieferst indem du sein unbezahlter Lebenscoach bist.
 
  • #3
Hallo wasauchkommt,

typisch falsche Partnerwahl.
Dein Partner hat schon zu Beginn nur vom Arbeiten geredet, weil er seinen Selbstwert daraus zieht. Ansonsten hat er wohl keine Interessen oder? Da war doch schon zu Beginn klar, dass eurer Austausch irgendwann nur langweilig sein wird. Mir ging es in meiner letzten Beziehung ähnlich. Wir hatten uns nach ca. 3 Jahren auch nix mehr zu sagen, weil wir zu unterschiedlich waren. Wir hatten unterschiedliche Hobbys, Meinungen und Einstellungen. Außerdem ist mir ein lebendiger/intensiver Austausch wichtig, da ich sonst schnell gelangweilt bin. Das passiert mir auch mit anderen Menschen. Wenn jemand nur übers Arbeiten redet, dann gehen mir die ohren von alleine zu und ich werde einfach nur müde.

Er hat dir also nur von seinen Problemen erzählt, weil für ihn das Arbeiten an sich keinen Spass gemacht hat. Da er jetzt fast gar nicht mehr mit dir redet, distanziert er sich momentan von dir emotional-schlechtes Zeichen für eine Beziehung.

Nach ca. 2-3 Jahren merkt man erst, ob es was dauerhaftes wird. Ihr könnt jetzt nicht mehr miteinander reden und euch austauschen-keiner ist informiert was den anderen beschäftigt.

Führt ein Gespräch uns sag ihm, dass du dir ernsthaft um eure Beziehung sorgen machst. Vielleicht könnt ihrs noch retten. Ich fürchte aber eher nein, weil ihr zu unterschiedlich seid.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #4
Hallo, sehe es auch so, dass es SEINE Themen sind. So lange der Leidensdruck nicht groß genug ist, wird sich kaum etwas ändern.

Anstatt ihn in dieser Lebenssituation zu unterstützen, solltest Du mehr an Dich selber denken. Also nicht mehr täglich telefonieren, wenn so wenig dabei rumkommt, weniger verfügbar sein, wenn er am Wochenende so erschöpft oder beschäftigt ist. Bei Job-Themen auch mal sagen "dazu kann ich gar nichts sagen" oder "das hast mir doch schon erzählt", oder wenn er sich selbst bemitleidet es ruhig kommentieren "Du hast Dir doch den Job so ausgesucht? Warum änderst Du nichts".

Erst wenn Du erkennst, dass er tatsächlich etwas ändern will, kannst Du ihn dabei unterstützen.

w(48J)
 
  • #5
Ich werde nie verstehen, warum manche Menschen ihren Partner als Mülleimer für ihre täglichen Probleme im Job benutzen. Mich würde es langweilen, mir anhören zu müssen, was Herr Müller oder Herr Meier im Büro schon wieder gemacht haben. Umgekehrt erzähle ich auch nicht viel aus meinem Berufsalltag. Probleme im Beruf bespreche ich mit meinen Kollegen. Irgendwann muss man auch mal abschalten und Psychohygiene betreiben. Sonst dominiert der Beruf das Leben.
Wie hier schon geschrieben wurde: setze den Focus auf dein eigenes Leben.
 
  • #6
Dann organisiere du doch mal ein Erholungswochenende. Ich rate von Wellness-WE oder Städtereisen ab. Geht doch einfach mal wandern, die Ruhe und die Stille geniesen. Mein Tipp: Ostfriesische Inseln (wenn die Anreise nicht zu lang ist - man kann auch fliegen), ersten Tag links um die Insel, zweiten Tag rechts um die Insel.
Lege bitte nicht den Fokus auf Kommunikation, sonst sprecht ihr nur wieder über die Arbeit. Schweigen ist auch mal ganz schön.
Oder lese ihm einfach etwas vor, sei nicht sauer wenn er dabei einschläft.
Noch ein Tipp: Max Frisch, Homo Faber
 
  • #7
@wasauchkommt
Nach 2 Jahren ist die erste Verliebtheit vorbei bei den Männern. Oft zeigen sie dann Desinteresse, haben wenig Zeit, sind gestresst und überarbeitet Im Job und geben sich keine Mühe mehr. Eure Gespräche versanden irgendwie, es gibt nichts Neues mehr, Ihr kennt Euch! Wichtige Lebensentscheidungen wie Zusammenziehen, Heiraten, Lebenspläne werden oft in dieser Phase getroffen. Ich habe den Eindruck bei Euch stagniert es. Er benutzt dich doch als seelischen Mülleimer, wenn er nur über seine Jobprobleme spricht! Ich kenne das so nicht aus meinen Partnerschaften. Wie bringt er sich denn sonst noch in Eure Wochenendbeziehung ein? Völlig unverständlich für mich, wie kann er seinen Hauptwohnsitz 200 km weit entfernt von seiner Arbeit wählen? Das ist doch ein Witz?! Wie schlecht durchdacht. Natürlich schlauch ihn diese Pendelei und das Leben aus dem Koffer. Dann noch getrennte Wohnungen mit dir?! Da bleibt keine Energie mehr übrig für dich. Er ist einfach ko. Wieso überdenkt Ihr nicht Eure Wohnsituation neu? Ich bin mein Leben lang gependelt, morgens 1h und abends 1h. Das ist eunfach verschwendete Lebenszeit. Heute bin ich zuhause in meinem Loft selbständig und sehr erfolgreich so. Ich stehe auf und setze mich mit meinem Kaffee an den Laptop. Abends klappe ich ihn um 18.00 Uhr zu! In meiner Mittagspause kann ich Haushalt oder Erledigungen machen. Nie im Leben würde ich das wieder eintauschen wollen. Ich denke nicht, dass du ihn da "managen" kannst. Aber mal ehrlich, wollt Ihr immer weiter so machen? Eine gute Work-Life Balance ist wichtig für das individuelle Lebensglück.
 
  • #8
Hallo TE,

es fällt mir schwer Eure Beziehung zu verstehen. Ihr seht Euch nur selten, er arbeitet viel auch am Wochenende, dann treibt er noch Sport und hat Aktivitäten mit seinen Freunden.

Wenn er Dich nicht um Hilfe bittet, würde ich gar nichts machen. Er ist alt genug um zu wissen was er tut. Und wie in einer Beziehung, wenn der Leidensdruck bei der Arbeit zu groß wird, wird er Konsequenzen ziehen.

Tut mir leid, bist Du Dir sicher, dass Du nicht nur eine WE-Spaßbeziehung bist?
 
  • #9
Liebe wasauchkommt

Ich verstehe deinen Wunsch, ihn zu unterstützen, sehr gut. Aber ich glaube, du bist bei seinen konkreten Problemen nicht die richtige Ansprechsperson.
Was er sich schon lange wünscht, aber nicht angeht, ist eine berufliche Weiterentwicklung und ein Ende des Hin- und Herpendelns. Da kann ihm ein Laufbahnberater sicher besser helfen.
Wir sehen uns also nur am Wochenende. Wir telefonieren täglich. Ich erzähle von meinem Tag. Er erzählt mir seit 2 1/2 Jahren zu 90% vom Job.
Ich finde es schön, dass ihr täglich telefoniert und euch am Wochenende seht. Mir scheint einfach, auf Dauer dürfte es schwierig werden, die Beziehung zu vertiefen, wenn man so viel geographische Distanz dazwischen hat und der Partner immer so halb am Rande der Erschöpfung und so gefrustet ist.
Fazit: Ihr solltet euch beide - unabhängig voneinander - mit Zukunftsplänen auseinander setzen. Seid ihr mit der aktuellen Konstellation zufrieden? Wenn nein, was könnt ihr dem anderen als Änderung vorschlagen? Welche Änderungen würden euch glücklicher machen?
Fazit 2: Wenn du implizit hoffst, dass ihr eines Tages zusammen zieht etc., dann sag das ganz deutlich. Er ist sich sein jetziges Leben so gewohnt, du musst aufpassen, dass du nicht jahrelang vergebens auf eine Veränderung wartest.
 
  • #10
Den einzig lesenswerten Tipp sehe ich momentan von Godot - ansonsten nur die üblichen pessimistischen Schubladen.

Findet mal richtig Zeit füreinander - 1- 2 Wichen, weg, mit Ruhe, ohne großes Programmieren.
Natur, raus, Bewegung - bei Godot habe ich da so ein richtig schönes Bild. Raus Meer, Wind, durchlassen lassen, spüren, und dann rein in eine FeWo, Feuer an, ein Rotwein,...Musik, Warum nicht auch mal vorlesen?
(nur bitte nicht Homo Faber :)).
Miteinander schweigen, sitzen, ausspannen.

Und dann irgendwann auch mal in Ruhe reden.
Was bei Dir ankommt, was Dich bewegt, was Deine Besorgnis ist.
Vielleicht auch mal ein paar Zukunftsperspektiven?
Fernbeziehung ist immer etwas temporäres.

Ansonsten sehe ich keine Zukunft für Euch, Ihr bewegt Euch auseinander.
Und Deine Befürchtung, dass er immer mehr überlastet und unzufrieden, unglücklich ist, kann ich nachempfinden.
Es gibt genügend Menschen, die ihren Selbstwert aus dem Beruf und dem Erfolg ziehen, schwierig wird es dann, wenn man nicht mehr ganz so jung und dynamisch ist und dann der positive Stress ins Negative kippt und die Versagensängste aufkommen.
 
  • #11
Dann organisiere du doch mal ein Erholungswochenende. Ich rate von Wellness-WE oder Städtereisen ab. Geht doch einfach mal wandern, die Ruhe und die Stille geniesen. Mein Tipp: Ostfriesische Inseln (wenn die Anreise nicht zu lang ist - man kann auch fliegen), ersten Tag links um die Insel, zweiten Tag rechts um die Insel.
Lege bitte nicht den Fokus auf Kommunikation, sonst sprecht ihr nur wieder über die Arbeit. Schweigen ist auch mal ganz schön.
Oder lese ihm einfach etwas vor, sei nicht sauer wenn er dabei einschläft.
Noch ein Tipp: Max Frisch, Homo Faber
Vorlesen?
Der Mann ist kein Kind und auch sonst nicht krank und sehbehindert.
Spannende Passagen wiedergeben, wenn man was besonderes gelesen hat und drüber reden will, ist was anderes.

Warum sollte die FS einen Kurzurlaub organisieren und nicht etwa der momentan zu grossen Teilen sprachlose Mann?
Er hat doch nach Feierabend oder während ruhiger Arbeitsminuten Zeit selber auch mal was für die Frau zu machen. Seine Hobbys und Treffen mit Freunden schafft er ja auch.

@wasauchkommt
Du könntest entweder in euren stockenden Telefongesprächen oder wenn ihr euch seht, ihn fragen, ob er sich mal einen Kurzurlaub für euch beide überlegen und organisieren kann. Du vermisst Kurzurlaube mit ihm und damit würde er dir eine Freude machen.
Sprich auch mal mit ihm, ob er nicht vielleicht Sehnsucht hat mit dir zusammenzuziehen.
 
  • #12
Dein Freund wird vermutlich erst umdenken wenn er einen Burnout erlebt. Womöglich steht er kurz davor. Stress, nicht abschalten können rächt sich irgendwann, wie alles im Leben. Dass er sich zurückzieht könnten durchaus Zeichen einer beginnenden Depression sein.

Solange er eine Änderung in welche Richtung auch immer nicht selbst zwingend will tut sich nichts. Oft genug schafft das nur der körperliche Warnschuss.

Das Leben mit einem Workaholic ist nicht nur anstrengend, als Partnerin stehst du immer nur an zweiter Stelle, wenn nicht sogar an dritter. Der Job geht vor, immer! Und nie ist Feierabend. Ich kenne zwei/drei Selbständige in meinem Ort die trotz Familie nur für die Firma leben, quasi mit dieser verheiratet sind. Trotz der Tatsache, dass die Firmen gut laufen und die Männer allein deshalb kürzer treten könnten. Vermutlich laufen die Männer erst spät zu Hause ein damit sie dort nicht viel Zeit verbringen müssen. In der Nachbarschaft schon alles erlebt!

Die Ehefrauen sieht man überwiegend allein mit Kind und Kegel, nur in Ausnahmefällen mal mit den Männern zusammen auf irgendeinem Event oder einer Veranstaltung. Dieser Anblick hat fast schon Seltenheitswert. Glücklich sehen alle Frauen nicht aus, aber für `ne Limousine unterm Hintern arrangiert sich der Mensch doch gerne mit dem einen oder anderen Negativen. Eine davon fährt ganz neu einen VW Pickup. Zum Einkaufen in den Laden 5 m entfernt oder in den 30er Zonen im Ort. Geld regiert die Welt und da erträgt Frau selbst die Gelegenheitsaffären des Ehemanns. Zumindest bei einem weiß man das sicher.

Für mich wäre dieses Leben nichts und auch du solltest dir wirklich einmal im stillen Kämmerlein überlegen ob die Beziehung - so wie du sie gerade erlebst - wirklich das ist was du für die Zukunft möchtest und dementsprechend handeln. Auch wenn es weh tut ist eine Trennung oft genug das einzig Wahre.
 
  • #13
Ein Aspekt, den ich bei den bisherigen Antworten nicht sehe, ist, dass er jetzt ev. tatsächlich in eine Erschöpfungsdepression rutscht. Aber das wird schwierig herauszufinden sein, wenn er nicht von sich aus tatsächlich über sein innerstes Befinden spricht.
Wie Du ihm helfen kannst, weiß ich leider auch nicht. Wahrscheinlich wird es irgendwo, irgendwann krachen müssen (Gesundheit, Unfall, Beziehung) damit er sein Leben tatsächlich umkrepelt und anschließend ev. so lebt, wie er es wirklich möchte. Ob Du dann noch ein Teil seines Lebens bist, kann aber niemand sagen.
ErwinM, 48
 
  • #14
Klingt nach einem drohenden Burnout.
Wichtig für dich ist zu akzeptieren, dass nur er selbst etwas an seiner Situation ändern kann.
Du kannst für dich nur entscheiden, wie lange du es noch aushältst, einen Lebenspartner zu haben, der sich nicht oder wenig in die Beziehung einbringt. Jeder kommt ja unterschiedlich gut mit LAT-Beziehungen und einem stark beruflich gebundenen Partner zurecht.

Wie du ihn unterstützen kannst:
Gespräche anbieten, aber auch akzeptieren, wenn er gerade nicht reden will. Trotzdem offen und interessiert bleiben, Verständnis zeigen, ihm aber auch unmissverständlich klar machen, dass er sich um seiner Willen und für die Beziehung beruflich verändern müsste. Übermäßiges Verständnis und zu viel Rücksichtnahme sind hier fehl am Platze und verringern seinen Leidensdruck, den er eigentlich dringend bräuchte, um es anzupacken.

Ansonsten fordere ihn gern in einem gewissen Maße. Überfrachte ihn nicht mit eigenen Problemen oder Wünschen, aber das tust du wahrscheinlich sowieso nicht, regelst dein Leben selbst ohne dass er dir viel abnehmen müsste.
Aber regelmäßige Gemeinsamkeiten darfst du von ihm einfordern und solltest es auch tun.
Er muss auch akzeptieren, dass du zwar großes Verständnis für ihn hast, dir aber auch einen Partner wünschst, der sich seinen Kräften entsprechend einbringt.
 
  • #15
Du gehörst zu den Frauen, die es zu gut meinen. Das zeigt schon die Überschrift Deines Theads "Wie sieht die richtige Unterstützung aus?" Du hättest ja auch schreiben können: "Wieso ich?" Oder "Soll ich ihm noch eine Chance geben oder mich gleich trennen?". Ich denke an das Buch "Frauen, die zu sehr lieben" von Robin Norwood. Die Männer zu diesen Frauen neigen oft unter Suchtproblemen, einschließlich Arbeitssucht. Die Frau, die zu sehr liebt, versetzt sich in ihn bis zur Selbstaufgabe hinein, versucht, ihm zu helfen, seine Probleme zu lösen, ihn durch Liebe zu einem besseren Menschen zu machen. Es entsteht eine fatale Beziehungsspirale. Die Frau gibt sich immer weiter auf, der Mann ändert sich und sein Leben aber nicht. Und irgendwann ist Schluss (er macht Schluss oder sie, völlig erschöpft), und die Frau stellt fest, dass sie von Leere umgeben ist. Sie hat all ihre Energie verpufft, eventuell Freunde verloren, ihre Familie verprellt, weil sie sich nur um den Kerl gedreht und jeden Ratschlag ihrer Nächsten in den Wind geschlagen hat.

Pass auf, dass Du Deine eigenen Interessen und Bedürfnisse nicht vernachlässigst. Wir befinden uns nicht mehr in den 50er Jahren, wo eine Frau nur die Aufgabe hatte, dem Mann den Rücken freizuhalten. Du musst Dich um Dein eigenes Leben kümmern. Dein Freund muss seine Probleme selbst lösen, lernen, im Job Grenzen zu setzen usw. Dies ist nicht Deine Aufgabe. Du kannst für ihn da sein, aber mehr nicht. Ich denke es wäre auch mehr als verständlich, wenn Du an Eurer Beziehung zweifeln würdest. Vielleicht spürt er das. Und vielleicht ... bist Du ihm in seiner Situation sogar zu viel? Noch jemand, um den er sich kümmern muss? Er zieht ja einiges in Zweifel. Und wenn er arbeitssüchtig ist, ist alles, was ihn von der Sucht ablenkt, störend.
 
  • #16
Wie kann ich ihn unterstützen? Ich möchte ihn nicht drängen mit mir zu reden. Wie kann ich ihm helfen?
Mit meinen sehr umfangreichen Lebenserfahrungen und Lebenserkenntnisse sage ich dir folgendes, was für mich rüberkommt, ich würde an deiner Stelle die Trennung mit Kontaktabbruch durchführen, weil ich persönlich in dieser Beziehung keine Chance dür dich sehe, für ein gutes Partnerleben, die Unterschiede sind zu groß, es gibt keine Berührungspunkte, keine Passung, es gibt kein Verständnis, es gibt kein Verstehen, das sind die ersten Anzeichen dafü, dass eine Beziehung nicht weiter bestehen wird, das ist meine ganz persönliche Meinung, ich würde keine Kraft, keine Energie und keine Zeit mehr in eine solche Verbindung investieren, es gibt so viel andere Männer die froh wären, dich an ihrer Seite zu haben, mit dir gerne die Zeit zu verbringen, gerne mit dir zusammen zu sein, gerne mit dir über alles reden und so weiter und so fort, warum hängst du dich da so fest, frage ich mich gerade? Es gibt viel mehr Gründe die dagegen sprechen, wir brauchen sie nicht schön reden!
 
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  • #17
Ich glaube nicht dass Du ihn unterstuetzen musst. Für sowas gibts coaches oder Beratungen beim Arbeitsamt.

Du hast Dich eh schon hinten angestellt und Dir sein gejammer lange angehört. Wenn er so geldgierig ist..sollte dies nicht zu Deinem Problem werden.

Wo unterstützt dein Freund dich?
 
  • #18
Irgendwann muss man auch mal abschalten und Psychohygiene betreiben.
Das ist für einige gar nicht so leicht, bzw. sie merken es noch nicht einmal.
Vor zwanzig Jahrenhabe ich mit den männlichen Bekannten und Verwandten bei wirklich jedem Treffen, sei es Geb. Feier oder andere Gesellige Zusammenkommen immer, wirklich jedes Mal über die Arbeit geredet. Im Hier und jetzt schlage ich die Hände vor Augen.
Vor 10-15 Jahren viel mir das selber auf. Mir ging es echt auf den Sa..... und vor allem erkannte ich das es alle anderen nicht nachvollziehen konnten, vor allem die Frauen, warum man in seiner Kostbaren Freizeit über Arbeit sprach.
Mittlerweile ist wirklich nur noch einer aus unserem Kreis so unterwegs und versucht es nach wie vor noch. Da ich ihn nicht "mehr" beleren möchte, weil es ein ansonsten echt liebevoller Mensch ist, setze ich mich dann woanders hin und unterhalte mich mit anderen eine Zeit lang.
Heute weiß ich wie ätzend das ist, wenn Menschen in ihrer Freizeit "nur" über Arbeit sprechen. Langweilig.
Eine Männerkrankheit eine Zeit lang?
m47
 
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  • #19
Mein Vater war auch Chef einer Firma. Ehrlich gesagt, er war nie zu Hause und wenn er mal da war, wollte er nicht reden. Er wollte abschalten und seine Ruhe haben. Natürlich verstand meine Mutter ihn nicht und forderte auch Leistung und deshalb gab es auch sehr oft Streit. Ich war vielleicht, die einzige, die Verständnis mit ihm hatte. Sehr oft wollte er nur zu Hause schlafen, Ruhe haben und manchmal hatte er Rückenschmerzen und wir massierten seinen Rücken und seine Füße, kochten für ihn seinen Lieblings Tee und er dürfte ganz laut seine Lieblings Musik hören. Er interessierte sich aber nicht wirklich für uns. Er war ein Weltmeister in leere Versprechungen zu machen und ließ uns wirklich sehr oft warten. Jahr für Jahr gab ich mir in der Schule sehr viel Mühe und bekam gute Noten aber er schaute nie wirklich nie in meine Zeugnisse rein. Jahre später, als ich mit dem Studium begann, schaute er sich mal meine Schulzeugnisse an und rief mich extra an um mich zu loben. Tja, so sind solche Leute. Sie sind mit dem Beruf verheiratet und der Beruf hat eben die höchste Priorität. Danach kommt erst mal gar nichts. Auch mit dem kündigen oder ein Jahr Urlaub nehmen, kenne ich von meinem Vater. Das sagte er auch immer solange ich zurückdenken kann aber es passierte niemals. Wenn Du ihm helfen willst, dann sei freundlich und versuch eure gemeinsame Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Aber ehrlich gesagt, viel kannst du nicht tun. Entweder akzeptierst du es oder du trennst dich von ihm.
 
F

Frau29

Gast
  • #20
Eine gute Möglichkeit etwas an der Situation zu ändern wäre, "ungewollt" schwanger zu werden. Er wird dann entweder seine Situation verändern, oder er wird sich trennen. Dennoch hast du dann (mit einem guten Anwalt) ausgesorgt :)
 
  • #21
Liebe FS,
glaubst Du denn selber, das ein Mann (der Macher vor dem Herrn schlechthin) in irgendwas Deine Unterstützung braucht und will? Ich glaube nicht. Du beschreibst ihn wie jemanden, der seine Probleme selber lösen kann und will, sofern er das will.

Ich kenne diesen Männertypus aus dem Berufsleben: der leidet nicht sondern gefällt sich in seiner vermeintlichen Unabkommlichkeit und braucht immer eine Frau, die davon keine Ahnung hat, der er die Ohren vollklagen und in deren Bewunderung er sich sonnen kann.

Auf garkeinen Fall will er an seinem Leben etwas ändern, egal wieviel er wehklagt. Alle diese Männer führen am Arbeitsort ein angenehmes Leben, oft mit einer Affärenfrau oder wechselnden Frauen.
Auf garkeine Fall wollen diese Männer an ihrem Leben was ändern - es gefällt Ihnen wie sie leben. Wollten sie es ändern, würden sie es tun, denn sie können es: hochqualifiziert und ohne Verpflichtungen.

Ich glaube nicht, dass ihr eine gute, harmonische Beziehung habt. Habt ihr überhaupt eine Beziehung angesichts seines beruflichen Pensums bis in die Wochenenden hinein, seiner Aktivitäten, Sport, Freundeskreis? Der Tag hat doch nur 24 Stunden. Ihr habt nicht nur eine Fernbeziehung sondern lebt auch getrennt. Wann seht ihr euch denn tatsächlich und unternehmt mal was miteinander?

Ich glaube, er wird Dir gegenüber sprachlos, weil ihr euch jenseits seines Jobgejammers wenig zu sagen habt und dieses Thema und Deine Bewunderung für ihn allmählich ausgereizt ist. Dich täglich anzurufen und mit seinem Jobstress zuzumüllen wird ihm selber zu langweilig.
Die Luft ist raus und vermutlich schaut er schon nach einer anderen Frau oder hat bereits eine. Daher plant er nichts mehr mit Dir sondern suchst den Ausstieg und hofft, dass Dir selber ein Licht aufgeht.
So kompetent diese Männer in Teilen ihres Berufslebens sind, so inkompetent und konfliktscheu sind sie im alltäglichen Leben.
 
  • #22
Danke für die Antworten:

Ein Anhang über unsere Beziehung zum besseren Verständnis:

Wir sehen uns am Wochenende. Oft am Do Abend, ansonsten Fr Na bis Montag früh! Wir unternnehmen das ganze Wochenende etwas miteinander. Wir machen gemeinsam Sport! Wir kochen, gehen essen, spazieren, Ausstellung, auf einen Drink,... Die Wochenenden sind abwechslungsreich und schön! Ab und zu ein Telefonat abends, ein paar emails schreiben, eine Stunde am Pc sitzen,.... ist für mich kein Problem. Ab und zu. Wirklich ab und zu ein Sa auf einem Event, oder etwas ähnliches. Also die freie Zeit die er hat, verbringt er mit mir!

Mir ging es drum, dass wir uns trotz schöner Unternehmungen nichts mehr zu sagen haben. Als Beispiel. Traumhaftes Wetter, tolle Skitour, danach an der Hütte in der Sonne sitzen. Und ich fühle einfach keine Verbundenheit mehr. Ein paar bla bla Sätze hin und her und aus. Ich versuche dann Themen anzuschneiden, aber viel kommt da von ihm nicht. (Erzähl mal von deiner letzten Hochtour wie war das nochmal,...) Da kommt nicht viel.

Wir haben aber auch andere Momente. Er liebt es zu kuscheln, sucht mal mehr mal weniger nach Körperkontakt,
Berührungen, Küsse, Händehalten,... er braucht das!

Die Kommunikation ist einfach eingeschlafen. Ich weiß nicht ob wir uns nichts mehr zu sagen haben oder Angst davor haben alles zu sagen was in unsren Köpfen vorgeht.

Ich danke Euch. Ich weiß auch, dass nur er seinen beruflichen Weg gehen und verändern kann! Ich merke einfach nur wie er mi zwischen den Fingern durchgleitet und intuitiv möchte man dann festhalten.

Ich habe teilweise den Gedanken, dass ich garnicht mit ihm über Zusammenziehen, Beruf usw sprechen möchte, weil es ihn zusätzlich zum Job noch stressen würde und er das Gefühl hat er müsse mir auch noch gerecht werden.

Und zum Thema- wie hilft er mir:
Er war und ist immer für mich da! Er unterstützt mich wo er nur kann und mag das auch. Er hilft gerne. Es gefällt ihm, gebraucht zu werden.
 
  • #23
Nun ja, in einer klassischen Beziehung lebt der Mann nun mal für die Arbeit und versorgt die Familie. Er geht zur Arbeit, um den Kopf frei zu bekommen und ist damit auch beschäftigt und stellt keine Dummheiten an. Für Männer ist das wichtig. Er geht morgens aus dem Haus und kommt spät nach Hause. Er hätte dir längst Kinder machen können, dann hättest du eine Alternative und du hättest dafür sorgen können, dass der Mann mittags oder abends sein Essen auf dem Tisch hat, so dass er sich abends entspannen kann und gerne nach Hause kommt.

Ich finde einen Mann, der jetzt viel arbeitet und alles in seine Karriere steckt, nicht als besonders intelligent, er ist eben brav, gehorsam trainiert worden und ist jetzt unglücklich oder depressiv in seinem Job. Die wirklich Intelligenten meiden diese Situation. (Siehe Aussteiger, Freigeister, Leute, die es einfach anders machen und sich die Freiheiten dazu nehmen und erkennen, wann ihnen was zu viel ist)

An seinem Job und seiner Pendelei kannst du nichts ändern. Jeder seines Glückes eigener Schmied.
Du kannst nur sagen, dass du dir wünscht, dass er mehr Zeit für die Familie hat und du so langsam an die Familiengründung denkst. Diesen "Zusatz-Stress" musst du ihm leider aufdrücken. Rücksichtnahme auf kosten deiner Bedürfnisse ist immer falsch.

Ihr habt keinen Gesprächsstoff mehr, weil die Kinder fehlen. Irgendwann hat man genug zusammen erlebt, ist genug gereist und hat sich genug ausgelebt und dann wird es eben langweilig und man trennt sich, weil mehr Verbindlichkeit fehlt.

Du wirst ihm unangenehm werden müssen mit dem Reden, denn nur die Kommunikation hält eine Beziehung zusammen. Ich wäre aber jetzt nicht zickig oder vorurteilbehaftet oder bevormundend, ich würde ihm nur deine Ansichten und Vorstellungen erklären und worüber du nachdenkst in letzter Zeit und was deine Ziele für die Zukunft mit ihm sind, wo du selber in 5 Jahren stehen willst und wo du dich siehst.
 
  • #24
Du kannst einen anderen nicht so unterstützen, dass er mit seinem Leben, das er sich selbst eingerichtet hat, klarkommt. Rede würde helfen, wenn er Deine Sichtweise seiner Welt als relevant ansehen würde und von Dir ernsthaft Ratschläge annehmen könnte. Zumindest ernsthaft drüber nachdenken. Dafür müsste er Dich aber als, gleichauf wahrnehmen - keine Ahnung, ob er das tut.

Ich hatte auch den Gedanken, dass er in Depression oder Burnout rutscht. Mein anderer Gedanke war, dass er vielleicht überlegt, näher an seine Arbeitsstelle zu ziehen, aber ich denke, dass seine Freunde eher bei seinem jetzigen Wohnort sind und nicht dort, wo er unter der Woche wohnt. Also nicht nur eure Bez. ist der Grund, dass er pendelt.
Ich finde 200km jetzt auch viel, kenne aber auch Leute, die 600km Arbeitsentfernung haben und so leben wie Dein Freund. Aber denen macht ihr Beruf Spaß.

Ein Wochenende selbst für euch organisieren, kannst Du vermutlich gar nicht, weil Du nicht weißt, was er beruflich für sich plant an den WEs, denke ich mal. Falls das so ist, ist eure Bez. bestimmt von ihm und seinem Job und Du bist der Satellit, der ein bisschen versucht, das Leben angenehmer zu machen, und sich viel mehr anpasst in der Bez., viel mehr über die Bez. nachdenkt und nach Lösungen sucht. Aber der Mann entscheidet selbst, was er tun will und was nicht. Und wenn er nicht drüber reden will, kannst Du nicht mal zuhören. Ich würde es sein lassen, für ihn Lösungen zu suchen. Am Ende wird das nicht mal wertgeschätzt, dass Du Dir so einen Kopf machst, weil er Deine Meinung sowieso nicht relevant findet.
 
  • #25
Mir ging es drum, dass wir uns trotz schöner Unternehmungen nichts mehr zu sagen haben...... Und ich fühle einfach keine Verbundenheit mehr.

Unter den Vorraussetzungen solltest Du eher bei Dir gucken, was mit Deinen Gefühlen ist, warum sie abgestorben sind oder Du sie zurückhältst, statt auf seine Befindlichkeiten.
Wenn Du rausfindest, was da bei Dir passiert ist und warum, dann kannst Du sehen ob Du was tun willst oder was Du tun kannst, statt Über seine Situation zu mutmaßen, seine Motive nicht zu erkennen und dann das Falsche zu tun wird Dich nicht zum Erfolg bringen.

Warum hast Du denn die Verbindung verloren, wenn ihr so viel gute Zeit miteinander verbringt? Das ist sehr merkwürdig.

Ich weiß nicht ob wir uns nichts mehr zu sagen haben oder Angst davor haben alles zu sagen was in unsren Köpfen vorgeht... Ich merke einfach nur wie er mi zwischen den Fingern durchgleitet und intuitiv möchte man dann festhalten.

Du solltest nicht mutmaßen, was in seinem Kopf vorgeht. Da landet man selten einen Volltreffer. Befass' Dir mit Dir, Deinen Wünschen, Deinen Gefühlen in Bezug zu ihm.
Was geht in Deinem Kopf vor? Was davon kannst Du nicht ansprechen, bzw. was davon macht Dir Angst, welche Angst macht es Dir und warum.
Wenn Du weißt, dass Du intuitiv festhalten willst, dann lass' absichtlich los und betrachte genau, was es ist, was Du festhalten willst - wieviel davon ist Wirklichkeit und wieviel nur Projektion der eigenen Wünsche.

Meine Erfahrung ist: eine Partnerschaft, in der man Angst hat (warum auch immer), dem Partner seine Gedanken anzuvertrauen, seine Wünsche, Ängste und Bedenken anzusprechen taugt nichts. Man traut sich nicht, ich zu zeigen, vertraut dem anderen nicht. Damit fehlt die Basis für eine gute Beziehung - es begegnen sich 2 Fassaden statt Menschen.

Ich habe teilweise den Gedanken, dass ich garnicht mit ihm über Zusammenziehen, Beruf usw sprechen möchte, weil es ihn zusätzlich zum Job noch stressen würde und er das Gefühl hat er müsse mir auch noch gerecht werden.

Mach' Dir nicht so viel Gedanken um seinen beruflichen Stress. Die meisten Männer, die so damit kokettieren haben garkeinen Stress - sie haben nur kein anderes Thema im Leben. Darum wird der Job zum Zentrum ihrer Existenz.
Du willst Zusammenziehen, Du willst die Fernbeziehung beenden, er soll sich beruflich verändern (regional, weniger Stress) - ist es das, was Du Dich nicht zu sagen traust, weil Du seine Absage fürchtest und dann möglicherweise die Beziehung infrage stellen müsstest, weil Du komplett andere Lebensplanungen hast als er?
 
  • #26
Ich versuche dann Themen anzuschneiden, aber viel kommt da von ihm nicht. (Erzähl mal von deiner letzten Hochtour wie war das nochmal,...) Da kommt nicht viel.
Oh das ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber da würde ich mir an seiner Stelle auch wie ein Radio als Unterhaltungsprogramm für dich fühlen. Du kennst doch schon diese Geschichte von ihm und sagst es in deinen Worten mit "nochmal", da verstehe ich es, dass er keine Lust hat, es nochmal zu erzählen.
Ist aber nur ein kleiner Punkt.
Wenn ihr in diesem Augenblick selber eine Skitour macht, ist es doch Kreieren neuer Erlebnisse und Empfindungen. Einfach geniessen und anschweigen und nur ab und zu etwas erwähnen, was man sieht, wäre doch normal schön oder?
Wenn man die Wahl des Vorschlags betrachtet, bin ich ebenso der Meinung, das Buch Homo Faber lieber nicht. Übrigens hat mich am Vorlesen-Vorschlag vor allem die Passage gestört ... nicht wundern, wenn er dabei einschläft. Aber mich würde interessieren, wieso du genau das in der FS Situation ablehnst. Wie gesagt ich sehe es auch so, wenn man den Inhalt bedenkt.
Die Kombination Homo Faber + zwischendurch den Film Basic Instinct schauen, hätte auch was.
 
  • #27
Nach 2 Jahren ist die erste Verliebtheit vorbei bei den Männern.

Nicht nur bei den Männern. Der Alltag kehrt ein, man entdeckt die ersten Fehler beim anderen und muss sich überlegen, ob man damit klarkommt.

Eure Gespräche versanden irgendwie, es gibt nichts Neues mehr, Ihr kennt Euch! Wichtige Lebensentscheidungen wie Zusammenziehen, Heiraten, Lebenspläne werden oft in dieser Phase getroffen.

Interessante Denkweise. Die Beziehung versandet, dann sollten wir heiraten?
Der Mann hier hat einen Job, der ihn erfüllt und er hat ihn in einer bestimmten Art und Weise organisiert. Würde er nicht 200 km pendeln, hätten die zwei wohl eine Fernbeziehung. Oder sie müsste umziehen. Sein Zeitumfang und die grundsätzlichen Randbedingungen haben sich vermutlich auch nicht geändert.

Ich denke, das Grundproblem ist der langsam einkehrende Alltag in der Beziehung. Wenn Du unterstützen möchtest, würde ich da anpacken. Organisiere ein Wellnesswochenende, plane mit ihm gemeinsame Unternehmungen, tut etwas für die Beziehung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #28
Er hilft gerne. Es gefällt ihm, gebraucht zu werden.
Das ist vermutlich auch die Grundlage seiner Job-Probleme. Nicht wenige Menschen meinen, sie seien unersetzlich oder brauchen ein hohes Maß an Anerkennung für ihr persönliches Wohlbefinden.

Ich kann die Unkenrufe hier auch nicht ganz nachvollziehen. Eigentlich sind dies häufig ganz wunderbare Menschen, die viel geben können und sehr leistungsbereit sind (auch privat). Leider verrennen sie sich manchmal, so wie es dein Freund offenbar tut, und kommen dann aus eigener Kraft nicht mehr aus dem selbstgewählten Hamsterrad raus.
Nicht umsonst kursiert das altbekannte Klischee vom Manager, der erst nach einem Herzinfarkt ein Umdenken schafft.
dass ich garnicht mit ihm über Zusammenziehen, Beruf usw sprechen möchte, weil es ihn zusätzlich zum Job noch stressen würde und er das Gefühl hat er müsse mir auch noch gerecht werden.
Ich denke, dein Gefühl trügt dich nicht. Du bist sicher Bereicherung für ihn, auch ein Ankerpunkt, aber mit deinen normal-menschlichen Bedürfnissen auch eine Art von Belastung.
Nicht selten wird bei einem Burnout das aus dem Leben gekickt, das man am einfachsten loswerden kann, wenn man nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung hat: Freunde, Hobbies, weitere Belastungsfaktoren, der Lebensgefährte. Der Motor läuft eben auf Sparflamme, Atmen, Essen und der Job verbrauchen die Energiereserven, die man grad noch hat.

Bei vielen Burnoutern läuft parallel eine leichte bis mittlere Depression. Keine Lust (Kraft) zu reden, keine Freude an Erlebnissen, keine Vorfreude, daher keine Planungen etc. Stell dir einfach vor, wie du selbst hundskaputt abends von der Arbeit kommst (hast du sicher auch schon erlebt), und dies Tag für Tag.

Lies dich ein wenig in das Thema Burnout ein, und dann thematisiere das deutlich bei einem eurer nächsten Treffen. Erwarte keine sofortige Lösung - Realisieren und Umdenken erfordert einige Zeit. Bleib aber unaufdringlich dran, empfiehl ihm ggf. einen Coach (Therapie klingt für Macher immer so unschön), gib ihm vielleicht mal einen halben oder einen ganzen Tag eures Wochenendes "frei" zu seiner eigenen Verfügung, um mal nur das tun zu können, was er gern tun würde.
Und ganz wichtig: setze dir selbst eine Deadline (1 Jahr?). Du hast deine Lebenszeit auch nicht zu verschenken, und wenn er nicht aus dem Quark kommt, wirst du die Form von Beziehung, die du dir wünschst, mit ihm nicht leben können.
 
  • #29
@Lebens_Lust und post 26
Ich meinte, in der "Verliebtheitsphase", sorry, werden meist Zusammenziehen, Verlobung, Hochzeit etc. geplant und umgesetzt. Nach der Verliebtheitsphase passiert das leider oft nicht mehr. Der Alltag hat sich eingespielt und der Schwung ist manchmal 'raus. Meiner Erfahrung nach ist es geschickter den Enthusiasmus der ersten "rosaroten Brillenzeit" mitzunehmen. Zumindest bei mir war das so! Ich habe immer viel zu lange gewartet und wollte erst zu 100% sicher sein, bevor ich mich fest entscheide. Aber in der Praxis, funktioniert das leider so nicht. Eine Partnerschaft sollte man wie ein berufliches Projekt vorantreiben und nicht vor Sich hindümpeln lassen. Ich habe immer zu lange abgewartet... und stand irgendwann mit leeren Händen da. Die anderen Frauen sind bei Drei eingezogen! Und ja, auch Frauen entlieben sich. In einer Beziehung gibt es aber immer Hochs und Tiefs, mal mehr Nähe und dann etwas mehr Distanz. Man sollte es nicht überbewerten, wenn in einer Phase einmal die Gespräche weniger intensiv sind. Dafür läuft etwas anderes gut. Man ist oft viel zu kritisch. Ich kann nur raten, dass die FS sich genügend Zeit für sich und ihre Lebensziele und Interessen nimmt. Wenn sie genug Augenmerk auf sich legt, dann entwickelt Sie sich weiter und das bereichert dann wiederum die Gespräche und die Beziehung. Es ist falsch, sich nur am Partner und dessen Problemen und Wünschen zu orientieren. Wenn sie sich neu entdeckt, dann inspiriert sie so auch ihren Partner und andersherum. Der Mann ist offensichtlich überarbeitet, da ist strenge Ruhe angesagt statt Aktivitäten und Trubel. Bevor ein Burnout kommt. Vielleicht sollte er vorsorglich einmal zum Arzt gehen und einen Check-up machen. Und beide einen Gang herunterschalten!
 
  • #30
Wir sehen uns also nur am Wochenende. Wir telefonieren täglich. Ich erzähle von meinem Tag. Er erzählt mir seit 2 1/2 Jahren zu 90% vom Job.
Genau das würde ich mal lassen! Da bin ich auch ein gebranntes Kind. Ich fühlte mich wie eine Alleinunterhalterin, unsere Telefonate wurden immer banaler, ich war diejenige, die Fragen stellte, wenn nicht, dann erzählte er nur von sich und stellte keine Fragen an mich. Das ist sowieso das Problem, das ich mit vielen Menschen habe.
Ich würde aber auch sagen, der erste Lack ist ab! Diese regelmäßige Telefoniererei wird zum Zwang, und ich glaube, Ihr beide werdet langsam wütend damit. Das genau ist nicht der Sinn der Sache.
Schlage ihm mal vor, diese täglichen Anrufe zu unterlassen, mal sehen, was dann passiert..ich denke mal, das löst sich langsam auf.
 
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