• #31
wenn ich mir die Tipps hier teilweise ansehe, kommt es mir vor, als ob man einer Katze beibringen will, das Katzenklo zu benutzen!
Lol. Ich denke auch nicht, dass solche Manipulationsversuche was bringen, weil nicht ankommt, wie sehr es einen stört. Es bedeutet ja "mach es mir zuliebe" und nach meinen Erfahrungen kann man das vergessen, dass was deswegen von allein in Zukunft funktioniert. Ein Mann, den ich mal kannte, setzte sich alle 3 oder 4 Tage mal in die Badewanne, vergaß aber das Waschen. Ich geh jetzt nicht ins Detail, aber da geht nicht nur der Schweiß unter dem Armen nicht richtig weg. Und dann noch von Oralsex träumen. Der wusste es übrigens, dass er roch, wusch sich aber trotzdem nicht öfter und sprach von Fellatiowünschen.

Im Übrigen ist es ja schon eine Grenzüberschreitung, wenn man dem Mann, dem erwachsenen Mann, beibringen will, dass man sich täglich duscht. Er macht es nicht, weil es für ihn so okay ist. Der eine will es so, der andere so, wer hat recht, was ist das Normale? Allerdings würde ich schon erwarten, dass man dem Partner in der heutigen Zeit mit gewaschenem Körper entgegen tritt, wenn man sexuell ansprechend sein will. Wer allein haust und nicht raus muss, kommt vielleicht mit reduzierter Hygiene klar.
 
  • #32
Wann, wo und wie darf man Kritik am Partner ausüben?
Wenn sie angebracht ist. Und damit meine ich vor allem den zeitlichen Aspekt. Ein paar Beispiele: 1) Mann setzt sich ungeduscht auf die Couch und will kuscheln → Kritik angebracht. 2) Mann kommt verschwitzt von der Gartenarbeit ins Haus → Kritik unangebracht. Er ist ja bereits aus eigenem Antrieb auf dem Weg ins Bad. Dergleichen beim Autofahren. Mann setzt im Überholverbot zum Überholen an → Kritik angebracht. Weit vorne taucht ein langsames Fahrzeug auf → Kritik („daß hier Überholverbot ist, hast du gesehen?”) unangebracht, wird als nervige Nörgelei empfunden, da er das Schild ja mitnichten übersehen hat („was bist du denn so gereizt, ich meine es doch nur gut”).
 
  • #33
1) Mann setzt sich ungeduscht auf die Couch und will kuscheln → Kritik angebracht. 2) Mann kommt verschwitzt von der Gartenarbeit ins Haus → Kritik unangebracht. Er ist ja bereits aus eigenem Antrieb auf dem Weg ins Bad. Dergleichen beim Autofahren. Mann setzt im Überholverbot zum Überholen an → Kritik angebracht. Weit vorne taucht ein langsames Fahrzeug auf → Kritik („daß hier Überholverbot ist, hast du gesehen?”) unangebracht,
Beispiel 1 - was heisst ungeduscht ? Manche Menschen duschen morgens, nicht abends. Solange nix stinkt und schweissüberströmt ist, sollte das ausreichen. Es gibt übrigens auch Frauen, die nicht täglich die langen Haare waschen - kann auch bäh sein.
Beispiel 3 - so what - es geht darum, dass keine Gefahr besteht - Regeln zu beachten ist kein Indiz dafür, ob jemand gut und sicher fährt.
 
  • #34
Mit solchen Äußerungen hat ER die Möglichkeit zu entscheiden, was ER tun wil - er handelt also selbstbestimmt.
Mit Verlaub, aber ER hat sich beklagt, dass es zu wenig Sex gibt, SIE hat dann gesagt, dass er dafür zu wenig duscht und sie dann keine Lust hat . Damit hat SIE selbstbestimmt reagiert. ER kann dann auf diese Ansage selbstbestimmt reagieren, indem er duscht oder von mir aus auch sagt, das wäre sein Fetisch, ungewaschen Sex zu haben. Aber ER sagt...SIE meckert nur rum.
Auf so einen Kindergarten habe ICH schon lange keine Lust mehr. Und es ist Kindergarten, einen erwachsenen Menschen zu besäuseln (Schatz, ich mag so gerne frischgeduschte Körper, lass uns zusammen baden, etc.), damit er duscht. Er beklagt sich über zu wenig Sex, sie gibt Gründe an. Sollte unter erwachsenen Menschen reichen. Er nimmt sich ja auch das Recht raus, einen Mangel an Sex zu beklagen, hat er da rumgesäuselt und gewaltfreie Kommunikation geübt? Wissen wir jetzt nicht. Die Botschaft ist aber eindeutig bei der FS angekommen. Warum sollte sie da denn nicht deutlich werden? Kein Sex, Du pflegst Dich nicht genug. Fertig.
Die Sache mit der Wohnung ist irgendwie existentiell, da zeigt sich dann auch unabhängig von der Körperpflege , ob man mal zusammenleben kann oder nicht. Aber Sex in SEINER Wohnung geht eben für die FS auch nicht, weil ungepflegt (häßlich?).
Diese Beziehung der FS halte ich aber nicht für repräsentativ, um die Frage zu klären, ob und wann man in einer Beziehung kritisieren darf und wie man das richtig macht.
Es ist keine Frage hier, wenn der Hygieneanspruch nicht zusammengeht und es nicht mit klaren, deutlichen Worten zu klären ist, dann geht Beziehung da nicht. Ist ja auch beendet.
W
 
  • #35
Mann setzt sich ungeduscht auf die Couch und will kuscheln → Kritik angebracht.
Naja, Du meinst das jetzt sicher im übertragenden Sinne, aber ich finde hier noch keine Kritik angebracht. Wenn ein Mensch reinlich ist, macht das nichts, wenn er ungeduscht kuscheln will. Morgens im Bett rennt man ja auch nicht erst unter die Dusche, wenn man sich bekuschelt. Also ich hab das nie gemacht und hatte auch am Morgen schon mal Sex. Nur die Zähne hatten wir geputzt (ohne dass dazu was gesagt werden musste) wegen frischem Atem und ne kleine Katzenwäsche gemacht.

Aber wenn die Freundin zu Besuch kommt und der Mann seit zwei Tagen "verlottert" auf sie wartet, dass es Sex gibt, ist das für mich was anderes. (Weiß man ja nicht, wie es bei der FS genau war.)

da er das Schild ja mitnichten übersehen hat
Aber trotzdem überholt? Doch, da finde ich Kritik angebracht, weil ich denke, dass es seinen Grund hat, dass das Schild dort steht, und der Mann, der sich gerade für schlauer als die Schilderaufsteller hält, irgendwas nicht bedenkt. Ich finde schon, dass man sich im Straßenverkehr nicht darauf verlassen kann, dass der Fahrer mit eigenen Regeln besser fährt. Mag vielleicht bei diesem Überholverbotsschild, das Du kennst, nicht gefährlich sein, aber wer sowas macht, entscheidet vielleicht auch an anderer Stelle, dass "seine Regel" besser ist und da mag ich mich eher nicht ins Auto setzen.
 
  • #36
Früh- und rechtzeitig sagen, was einen stört.
Weil es sich nicht ändern wird (weder beim Partner noch beim eigenen Empfinden).
Die Auslegung was "meckern" usw. ist (negativ belegt), liegt beim Angesprochenen. Natürlich macht der Ton auch die Musik.
Sachliche Kritik in Ich-Form...."Ich würde mir wünschen, dass...."
"Mich stört, dass...."
 
  • #37
Doch, da finde ich Kritik angebracht, weil ich denke, dass es seinen Grund hat, dass das Schild dort steht
Eine Einsichts- und Urteilsfähigkeit, über die Männer generell nicht verfügen. Deshalb muß, bevor der Mann noch irgend etwas entscheiden kann, von der Frau vorsorglich schon einmal Kritik an dem geübt werden, was er ja vielleicht tun könnte. Er könnte z.B. auch ungeduscht ins Bett kommen. Hat er zwar noch nie getan, aber man kann ja mal die eigenen Regeln betonen. Er könnte vielleicht vergessen, im Keller das Licht auszuschalten. Ist vor ein paar Jahren mal vorgekommen, muß ihm jetzt bei jedem Gang in den Keller als Ermahnung mitgegeben werden. Und im Straßenverkehr gilt eben: er könnte, während er zu ihr spricht, die rote Ampel da vorne übersehen, also ihm lieber mal ins Wort fallen, vorsichtshalber. Vorausschauendes Meckern. Nervt tierisch, weil man es nicht eigeninitiativ entkräften kann: man duscht ja sicher nur, weil sie rechtzeitig gemeckert hat, denkt nur dank ihrer Ermahnung ans Licht und würde ohne sie jede zweite rote Ampel überfahren. Mindestens. Genau wie morgens die Sonne nur aufgeht, weil der Hahn sie herbei kräht.
 
  • #38
Generell möchte ich erst einmal unterscheiden, ob Fremd- oder Eigengefährdung besteht oder zu erwarten ist. Bis dahin darf jede/r grundsätzlich tun und lassen was sie/er möchte. Somit finde ich einige Beispiele, konkrete generell, hier recht deplatziert und wünschte mir mehr Gelassenheit bei dem Thema.

Wenn es dann persönlich und sogar beziehungstechnisch wird, habe ich meine Maßstäbe zum Gut- und Wohlfühlen und die möchte ich beachtet wissen wie umgekehrt. Das betrifft sowohl die Person an sich als auch ihre Umgebung. Dazu gehört für mich eine gewisse Ordnung, Sauberkeit und Verhaltensweise. Sollte dies nicht so sein, spreche ich es an, äußere meine Wünsche und Vorstellungen ohne persönlich zu verletzen oder anzugreifen und erwarte dies auch mir gegenüber.

Da die Spannbreite der Vorstellungen und Wünsche sehr groß ist, wie man auch hier lesen kann, helfen aus meiner Sicht konkrete Beispiele nicht weiter und sind die Ausführungen der FS wenig hilfreich. Wichtig ist, dass sich über die Fragestellung im Einvernehmen verständig wird. Meine Erfahrung ist, dass wenn es inhaltlich nicht passt, dann meistens auch nicht im Ton und umgekehrt. Sollte das Ansprechen als „Meckern, Nörgeln, Kritisieren“ wahrgenommen werden oder tatsächlich so sein, steckt da sicher etwas anderes und mehr dahinter. Dann empfinde ich dies als unangebracht, fragwürdig und nicht notwendig.

Eine Person mit als hässlich empfundener Wohnung oder mangelnder Hygiene wäre ex ante Ex. Warum nicht bei der FS? Wie sind Ihre Auswahlkriterien, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit?

Sollte ich meine Partnerin mal „naturbelassen“ und „situationsbedingt“ nicht gut riechen können, geht es erst nach einem Hinweis und, auch, Duschen dem entsprechend weiter.
 
  • #39
Vorausschauendes Meckern. Nervt tierisch, weil man es nicht eigeninitiativ entkräften kann
Ja genau, und das kenne ich auch - es ist furchtbar. Ich habe solche Verwandten. Und bei meinem Ex und mir haben wir, als wir solche Tendenzen bemerkt haben, angefangen, blöde Späße damit zu machen. Genauso wie das enttäuschte in sich rein Murmeln, dass der andere es zwar nicht versteht, aber genau weiß, dass er wieder was falsch gemacht hat. So um unsere Verwandten, die uns als Kinder damit nervten, nachzumachen.
Es sind Dinge, die man aus der Kindheit kennt. Und ja, es nervt, wenn der "Elternrollenspieler" nicht begreift, wie nervig das ist. Vielleicht kannst Du es durch Humor und spaßige Retourkutschen entschärfen. Dazu muss der andere aber begreifen, was er tut und wie ätzend er sich gerade verhält.
 
  • #40
Eine Einsichts- und Urteilsfähigkeit, über die Männer generell nicht verfügen. Deshalb muß, bevor der Mann noch irgend etwas entscheiden kann, von der Frau vorsorglich schon einmal Kritik an dem geübt werden, was er ja vielleicht tun könnte. Er könnte z.B. auch ungeduscht ins Bett kommen. Hat er zwar noch nie getan, aber man kann ja mal die eigenen Regeln betonen. Er könnte vielleicht vergessen, im Keller das Licht auszuschalten. Ist vor ein paar Jahren mal vorgekommen, muß ihm jetzt bei jedem Gang in den Keller als Ermahnung mitgegeben werden. Und im Straßenverkehr gilt eben: er könnte, während er zu ihr spricht, die rote Ampel da vorne übersehen, also ihm lieber mal ins Wort fallen, vorsichtshalber. Vorausschauendes Meckern. Nervt tierisch, weil man es nicht eigeninitiativ entkräften kann: man duscht ja sicher nur, weil sie rechtzeitig gemeckert hat, denkt nur dank ihrer Ermahnung ans Licht und würde ohne sie jede zweite rote Ampel überfahren. Mindestens. Genau wie morgens die Sonne nur aufgeht, weil der Hahn sie herbei kräht.


Wie so oft - ein Beitrag von dir, den ich absolut nicht verstehe.
es geht darum, DASS das Licht ausgemacht wird im Keller und sie erinnert dich daran? Und du fühlst dich (als erwachsener Mann wohlgemerkt!) in deiner Ehre gekränkt, weil du nicht selbständig beweisen (eigeninitiiativ entkräften???) kinntest, dass du das Licht auch so ausgemacht hättest? Hä? Willst du als Edler Ritter und Retter gefeiert werden, wenn du das Licht ausmachst?
Du siehst wohl eher nicht die Sachebene in Äußerungen: das 4 Ohren Modell von Schulz von Thun kennst du ja sicher.
Das Problem liegt hier echt bei dir und deiner Wahrnehmung... Aber du hast ja auch mal erzählt, dass du ein Problem damit hast, wenn deine Frau zu dir sagt, dass du einen Regenschirm mitnehmen sollst, weil es ja regnen könnte. Denn sie nimmt dir denn die Möglichkeit selbst zu beweisen, wie heroisch du auch seobst gemerkt hättest, dass es regnen könnte. Und hier nicht glänzen konntest durch deinen Weitblick.
Dass es hier deine Frau nur gut meint, blendest du völlig aus.
Das klingt nach Problemen mit der Mutter als Junge, die du jetzt im Erwachsenenalter mit Frauen weiterlebst: Hat deine Mutter dich oft rumkommandiert? Und jetzt triggert das bei dir dieses absurde Verhalten?
 
  • #41
es geht darum, DASS das Licht ausgemacht wird im Keller und sie erinnert dich daran? Und du fühlst dich (als erwachsener Mann wohlgemerkt!) in deiner Ehre gekränkt, weil du nicht selbständig beweisen (eigeninitiiativ entkräften
Die Frau sagt ja damit aus, dass sie ihn für zu blöd, zu unaufmerksam, zu ignorant oder was auch immer hält, dass er von selber dran denkt, dass es besser ist, das Licht auszumachen.
Wenn man immer gesagt kriegt "aber mach xy", noch bevor man zeitlich überhaupt so weit war, xy machen zu machen, kriegt die Frau ja auch nie den Beweis, dass es überflüssig ist, den anderen ständig zu überwachen und ihm zu sagen, was er tun muss, sonst würde das Chaos ausbrechen. Der andere fühlt sich wie ein Kleinkind, das sonstwas anrichtet, wenn man es ihm nicht sagt. Dadurch kriegt man den Eindruck, dass der Partner einen nicht für bei vollen geistigen Kräften hält oder für unzuverlässig usw. Es ist ein ständiges Misstrauen des Partners zu spüren ins eigene Handeln.
Willst du als Edler Ritter und Retter gefeiert werden, wenn du das Licht ausmachst?
Ich denke, er will als Erwachsener betrachtet werden, der selbst weiß, dass das Licht auszumachen ist.
Dass es hier deine Frau nur gut meint, blendest du völlig aus.
Das ist ein schmaler Grat und von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie einer solche "Hinweise" versteht und verträgt. ich hab früher auch gedacht "is doch nur gut gemeint", aber es ist auch was dran, dass es in die andere Richtung geht. Wenn eine Frau Auto fährt und der Mann dauernd sagt "pass auf, da kommt einer" oder immer auf den Tacho guckt, zeigt das ja auch, dass er ihr nicht vertraut, dass sie fahren kann.
Was ich allerdings doof finde, sind Krankheiten, die einen selber in der Partnerschaft beeinträchtigen, obwohl sie zu vermeiden gewesen wären, wenn der Mann den empfohlenen Schal umgemacht hätte oder die wärmere Jacke genommen hätte. Aber das kann man dann auch nicht beweisen, dass das Befolgen der gutgemeinten Ratschläge das Dilemma verhindert hätte.
 
  • #42
die Kritikunfähigkeit, bzw. die Unfähigkeit das eigene Verhalten und die Wirkung auf das Gegenüber zu reflektieren
Diese sogenannte „Unfähigkeit” des anderen dürfte sehr oft nichts weiter sein als die subjektive Sichtweise der Person, die ihre Deutungshoheit durchsetzen will.

Exemplarisch ist mir hier ein Zank um den Gartenschlauch in Erinnerung. Es gab für diesen Schlauch verschiedene Aufsteckköpfe: Düse, Brause, Regner. Da ich ja nicht weiß, welcher als nächstes gebraucht wird, lasse ich beim Aufräumen den zuletzt benutzten Kopf montiert. Das ist zwar ökonomisch, ärgert aber die Frau. Sie will, daß nach Gebrauch der vorige Kopf wieder auf den Schlauch kommt. Kann man als liebender Partner machen, wenn ihr Glück davon abhängt. Aber nun kam mein „Fehler”: ich montierte also ihren Lieblingskopf und legte ihr den Schlauch auch gleich liebevoll bereit. Ergebnis: Gemecker. Ob ich denn den Schlauch nicht nach dem Umbau wieder hätte aufräumen können („du läßt einfach alles liegen und stehen”).

Was lehrt uns diese Begebenheit? Erstens: es wird lieber gemeckert als die (keineswegs weniger sinnvolle) Lösung des Partners zu akzeptieren. Zweitens: wenn der Meckerpartner etwas will, heißt das noch lange nicht, daß es auch einen Anlaß dafür gibt (im obigen Fall: aha, sie will gießen). Drittens: wer läppischen Zank wie diesen durch Verzicht auf Widerrede de-eskaliert, leistet damit auf Dauer einem „ich Herrin, du Knecht” Verhältnis Vorschub. Von der Fehlinterpretation des „Liegenlassens” erst gar nicht zu reden.

Und deshalb: wenn die eine Seite von „Kritikunfähigkeit” der anderen spricht, heißt das noch lange nicht, daß tatsächlich etwas Kritikwürdiges vorgefallen ist. Oft ist es nichts weiter als der Versuch, den anderen zu marginalisieren. Ein Schuß, der aber nach hinten losgeht, weil der Partner dabei entweder uninteressant wird oder total verlustig geht.
 
  • #43
Schau, für mich klingt das eher nach zu wenig Selbstbewusstsein...
Ich sehe solche Hinweise nicht als Angriff auf meine Intelligenz - da ist mein Ego viel zu groß und zu gefestigt.
Mein Mann sagt z.B. immer (=100% aller Male, wenn wir gemeinsam das Haus verlassen)"Hast du den Schlüssel dabei?"
Ich hab ndas letzte Mal mit 13 einen Schlüssel vergessen, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe - seitdem nie mehr. Fühle ich mich dann jetzt durch seinen Hinweis gegängelt oder abgewertet oder wie ein Kind behandelt? Ich verspüre aber auch nicht das Bedürfnis ihm zu beweisen,d ass ich den Schlüssel auch ganz allein mitnehmen könnte: das ist für mich kindisches Verhlaten der Mama gegenüber: Schau. das kann ich schon ganz toll alleine!
Nö. Wenn ich davon ausgehen würde, dass er mich für eine Idiotin hält, wären wir nicht verheiratet.
Und so gehe ich davon aus, dass er es nett meint - er will nicht, dass wir später vor verschlossener Tür stehen.
Vielleicht ist das generelle Problem doch die Partnerwahl: warum kst man mit einem Menschen zusammen, dem man unterstellt bzw. von dem man animmt, dass er einen selbst für einen Trottel hält?
Oder eben zu geringes Selbstbewusstsein, wenn jeder Kommentar vom Regenschirm bis zum Autofahren gleich als hochnotpeinlicher Angriff auf das innerste Selbst verstanden wird.
 
  • #44
Ich meckere und nörgele überhaupt nicht.
Ich gebe Hinweise und dann handele ich.

Mein Freund hat auch eine andere Auffassung von Hygiene als ich.
Was in seiner Wohnung los ist, ist mir wurscht, Hauptsache, das Bad ist sauber und die Bettwäsche.
Das verlange ich. Wenn es versifft ist und er das nicht wegmacht, gehe ich wieder, bevor ich auf's Klo muss.
Wenn er mich morgens küssen will, halte ich ihm die Wange hin und sage, er habe sich leider die Zähne noch nicht geputzt.
Wenn ein Mann sich nicht unter der Vorhaut wäscht ( das meinte die Posterin weiter oben sicher ), gibt es keinen Oralverkehr, was denn sonst ?

Ich kritisiere aber grundsätzlich nur Dinge, die mich betreffen und dazu gehört weder seine Frise ( oh Mann, jetzt will er sich einen Pferdeschwanz wachsen lassen, ich sage dazu nichts, weil es mich nichts angeht ), noch der style seiner Wohnung.
Er steht auf Holz und Messing und dunkel, ich auf das Gegenteil.
Er findet meine Wohnung kalt und hart, ich seine altbacken.
Wir setzen uns darüber in Kenntnis, mehr nicht.
Und finden es gut, dass wir keine Kompromisse schließen müssen, weil wir nicht zusammen wohnen.

Wenn wir Gäste haben, das findet bei ihm statt, weil sein Haus größer ist als meins und er einen großen Garten mit Terrasse hat, schäme ich mich nicht, weil jeder weiß, dass das nicht mein Haus und nicht mein style ist.
Wenn die Gäste den Staub und den vollen Mülleimer sehen, schäme ich mich nicht, weil jeder weiß, dass ich dafür nicht verantwortlich bin.
Beim Grillen helfe ich natürlich, aber ich mache nicht den Dreck der ganzen Woche weg.

Mein Freund hat einen anderen Humor als ich, er reißt gerne Kalauer und ich habe anfangs höflich mitgelacht, weil er nach dem Reißen immer so erwartungsfroh lacht und ich ihn ja lieb habe.
Ich habe ihm dann erklärt, dass ich diese Witze nicht lustig finde und künftig nicht mehr mitlachen werde.
Und so ist das seitdem.
Nachdem nun einige Zeit vergangen ist, reißt er kaum noch Kalauer. Warum auch, wenn niemand lacht ?
Also alles gut ( für mich ).

Nicht meckern, handeln.
Dann gibt es keine Probleme.

w 50
 
  • #45
das ist für mich kindisches Verhlaten der Mama gegenüber: Schau. das kann ich schon ganz toll alleine!
Dieser Ansatz scheidet selbstredend aus.

Die Grenze zwischen berechtigter Kritik und Bevormundung wird von zwei Faktoren bestimmt: der Schwere der drohenden Konsequenz und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens. Wo es um essentielle Fragen geht und beide Partner in der Verantwortung stehen, wird man eher geneigt sein, in der Rückfrage die Wahrnehmung eben dieser Mitverantwortung zu sehen als in Fällen, wo es weitgehend folgenlos bleibt, ob und wie der andere etwas erledigt.

Natürlich spielt auch die Frequenz des Nörgelns eine Rolle, und wie weit der Streit darüber bereits eskaliert ist. Eine typische Gegenwehr wäre zum Beispiel, das laufende Gespräch als beendet zu betrachten, wenn themenfremde Kritik kommt. Etwa so: „Möchtest du heute abend mit mir schick essen gehen?” – „Du fährst zu weit links!” – „Also nein? Schade.” Man hat dann zumindest mit dem Zaunpfahl gewunken. Bleibt es auf Dauer fruchtlos, sollte man über getrennte Wege nachdenken. Schließlich will man ja nicht genau dasselbe tun, was einem umgekehrt so zusetzt.
 
  • #46
Schau, für mich klingt das eher nach zu wenig Selbstbewusstsein...
Ich sehe solche Hinweise nicht als Angriff auf meine Intelligenz - da ist mein Ego viel zu groß und zu gefestigt.
Den Gedanken finde ich wichtig, denn das scheint die Frage zu sein: Ist man nur genervt oder fühlt man sich in seiner Intelligenz angegriffen und denkt, man müsse was beweisen. (Genervte trennen sich irgendwann, die Beweiser bleiben und kämpfen gegen die Windmühle weiter und weiter.)

Und so gehe ich davon aus, dass er es nett meint - er will nicht, dass wir später vor verschlossener Tür stehen.
Finde ich total in Ordnung, insbesondere, wenn er es mal erlebt hat, weil er den Schlüssel vergessen hat. Vielleicht wärst Du auch noch so tolerant, wenn Du wüsstest, dass seine Ex das mal vergessen hätte und er dächte, alle Frauen sind schusselig und Dich deswegen so löchern würde. So eine Frauensicht würde sich aber auch bemerkbar machen in anderen Äußerungen und das würde, wie @Apfeldieb schrieb, die Frequenz erhöhen und auch manche Situation zerstören, wenn plötzlich mitten in einem schönen Gespräch wieder klar wird, dass der Partner einen für ein Kleinkind hält. Ich glaube schon, dass es eine Grenze gibt, wo es nicht mehr um das Selbstvertrauen geht, das solche Kleinkindbehandlungen abfedern kann, sondern um was wirklich Störendes, das man irgendwann einfach nur nicht mehr erträgt.
warum kst man mit einem Menschen zusammen, dem man unterstellt bzw. von dem man animmt, dass er einen selbst für einen Trottel hält?
Oder eben zu geringes Selbstbewusstsein, wenn jeder Kommentar vom Regenschirm bis zum Autofahren gleich als hochnotpeinlicher Angriff auf das innerste Selbst verstanden wird.
Genau. Denn, wie Du schriebst, wenn man weiß, der Partner hält einen für einen Idioten, warum ist man dann noch zusammen.
 
  • #47
Alles Gute zum Geburtstag nachträglich.
Jetzt kann ich (53) nicht mehr nörgeln, dass du erst einmal 50 werden muss, um dies alles zu akzeptieren. I´m just joking.

Eines ist aber bei mir schon der Fall. Wenn ich nichts mehr sage, dann habe ich schon abgeschlossen. Meine Freundin meint immer, dass ich erst richtig gefährlich bin, wenn ich nichts mehr sage. Solange du was sagst, interessiert es dich noch.
 
  • #48
liebe @void, ich weiß sogar, dass seine Ex oft ihre Schlüssel vergessen hat und das daher kommt: aber mach ich deswegen Drama? Ja, kann man. Aber dann braucht man sich nicht wundern, wenn keine Beziehung hält. In einer Ehe bin nicht ich die Sonne und er muss sich um mich drehen, sondern wir müssen gemeinsam den Alltag gestalten: und da muss über Dinge - auch unangenehme - hespeochen werden.
Ich finde nix schlimmer als die Fraktion, die jahrelang nix sagt und dann irgendwann wie ein Vulkan explodiert, weil sie zu viel in sich hineingefressen haben.

Wie findest du denn Apfeldiebs Beispiel? Er lässt den Gartenschlauch für sie liegen und findet sich selbst dabei liebevoll - sie fragt, ob er nen Regenschirm dabei hat und findet sie dann nörgelnd?
Da stimmt doch was nicht... Da scheint mir schon jemand überempfindlich, wenn es um ihn selbst geht und hyperkritisch, wenn es andere geht. Oder jammert selbst einfach gern - und wenn es nix gibt, wird was erfunden. Wie nennt man Dramaqueenbei Männern?
 
  • #49
Er lässt den Gartenschlauch für sie liegen und findet sich selbst dabei liebevoll - sie fragt, ob er nen Regenschirm dabei hat und findet sie dann nörgelnd?
Wir bewegen uns hier, wie ja auch der Titel andeutet, im Grenzbereich zwischen berechtigter Kritik und nervigem Nörgeln, zwischen besorgtem Fragen und dem Erteilen unerwünschter Anweisungen. Statt die Grenzen zu verwischen, um das eine mit Blick auf das andere zu rechtfertigen, hielte ich es für besser, die Unterschiede herauszuarbeiten.

Im Fall „Gartenschlauch” äußert die Frau eine Bitte, die man wohlwollend nur so verstehen kann, daß sie den Garten gießen möchte. Also kongruentes Handeln des Mannes. Ein Partner, der den anderen ernst nimmt, würde sich fragen „warum hat er jetzt den Schlauch nicht wieder weggeräumt?”, statt der ersten Erziehungskeule (denn das war sie, auch wenn der Mann das zunächst nicht erkannte) gleich die zweite folgen zu lassen.

Der Fall „Regenschirm” liegt vollkommen anders, da auch hier wieder, trotz vertauschter Personen, die Anweisungen von der Frau kommen. Und zwar ebenfalls ohne Anlaß.

Meiner Meinung nach kommt es sowohl auf den Zeitpunkt als auch auf den Satzbau (Imperativ kontra Interrogativ) an: ein anlaßloses „nimm einen Schirm mit!” hört sich anders an als ein besorgtes „hast du einen Schirm dabei?”

Ich bin mir im übrigen sicher, daß ein Aufräumen des Schlauches ebenso benörgelt worden wäre. Denn darum geht es dem Nörgelpartner ja letztlich: immer auf der Suche nach etwas, das man dem anderen ankreiden bzw. ihn bevormunden kann.
 
  • #50
Wie sang schon Herbert Grönemeyer? "Männer können alles."

Ich kenne nicht wenige, die sich schon bei kleinsten Hilfeangeboten brüskiert und bevormundet fühlen, quasi zum Loser abgestempelt. Die ungefragte Ratschläge à la Schirm als Zeichen missdeuten, dass die Frau sie nicht für voll nimmt. So etwas als Klugschwätzerei oder Mutti-Gehabe empfinden. Oder sich von einer Frau grundsätzlich nix sagen lassen. Dabei hat die Frau einfach nur harmlos vor sich hingeplappert...
Für mich strange, und irgendwie ungesund, überempfindlich.
Sich für den Partner zu interessieren, auf Dinge hinzuweisen, die einem als Frau so auffallen, ist Teil weiblicher Fürsorge. Das muss nichts mit Muddi/Loser zu tun haben.

Zumal die meisten Männer sich ungefragt herausnehmen, den Frauen die Welt zu erklären.
Neulich hielt einer neben meinem Auto an, hupte, kurbelte die Fensterscheibe runter und wies mich darauf hin, dass mein TÜV in 2 Monaten abläuft. Habe mich artig für den Hinweis bedankt, aber ähm... hallo?
Ich mutmasse, die meisten Frauen können von solchen Begebenheiten Lieder singen, auch am Arbeitsplatz.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn Frau mit den ungebetenen Ratschlägen übertreibt, alles besser zu wissen meint, dem Bub schlimme gefährliche Aktivitäten wie Motorradfahren verbietet, beim Gruselfilm umschaltet, weil der Junge sonst wieder so schlecht schläft, ihm Salat auftischt, damit er was Grünes isst usw. Sich den Kopf über seine Sorgen mehr zerbricht als er selbst und ihm Lösungen präsentiert "das musst du soundso machen".

Solche überaus penetrant hilfsbereiten Menschen gibt es bei beiden Geschlechtern, und beide sind mir persönlich unangenehm. Wenn jemand allerdings mitdenkt, sich interessiert, in die Thematik mit einsteigt finde ich das sehr angenehm, weil man sich so ergänzen kann.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #51
ich weiß sogar, dass ... mach ich deswegen Drama?
Cool. (Ich hatte das nicht provozierend gemeint in meinem vorigen Beitrag.) Ich glaube, mich würde das irgendwann schwer nerven, weil ich das Gefühl hätte, der Mann würde ein stereotypes Frauenbild haben (EINE Frau vergisst Schlüssel - ALLE Frauen tun es, denn alle sind wie die Ex).

Bsp mit Schlauch: Ich finde die Apfeldiebs Regelung (benutztes Stück drauflassen, weil man selber auch gewechselt hat und nicht weiß, ob nicht gerade das benutzt werden soll beim nächsten Mal) vernünftig und hätte es genauso gemacht. Ich hätte das erklärt. Würde das Partner-Seelenheil davon abhängen, dass sein Lieblingsdings wieder drauf ist, würde ich es so machen. Würde ich den Schlauch auch gleich bereitlegen und angemeckert, würde ich mich erklären und Verständnis erwarten. Käme nichts, würde ich ab da "Dienst nach Vorschrift" machen, weil die Gedankengänge des anderen mir zu irrational sind, als dass ich das durchschauen könnte. In mir wichtigen Dinge mache ich es allerdings so, wie ich es richtig finde, und erwarte bei meinen Irrationalitäten auch vom Partner, dass er "D n Vorschrift" macht.
Allerdings beschleicht mich bei Apfeldiebs Frau der Verdacht, dass gemeckert wird um des Meckerns Willen. Und daher diese Frau in die Kategorie Mensch fällt, die mit Bevormundungen und Nörgeleien ihre Partner nerven, das aber brauchen in einer Beziehung, um ihre Existenzberechtigung zu zeigen.
Ich hab ja geschrieben, ich kenne sowas aus der Verwandtschaft. So einer signalisiert ständig "du bist ein Idiot und ich sage dir, wie es geht", obwohl er nur seine eigene Sichtweise zum Gesetz erheben will. Weil ER es für sich braucht, nicht weil er das beste für einen will - da könnte er ja mal begreifen, dass für einen das beste ist, dass er NICHTS dazu sagt. Liebevolle Hinweise sind was ganz anderes als das eigene Bedürfnis zu befriedigen, sich ständig über andere zu erheben. Das geht bei meiner Verwandtschaft bis zum Reinreden ins Essen. Hier geht es nur um die Kalorien, aber wie beliebt sind noch mal gleich Missionare beim Essen, wenn es um Tierleid geht?
Wie gesagt, die Grenzen können verwischen. Man muss den anderen auch Dinge tun lassen, die man selber dämlich findet und man sollte auch begreifen, dass die Sichtweise des anderen genauso berechtigt ist wie die eigene. Das fehlt diesen "liebevollen Nörglern" komplett. Abgesehen davon, dass sie z.B. die Körper anderer Menschen auch gar nichts angehen und nicht beim Essen sagen sollten "wolltest du nicht abnehmen?" Ich wundere mich oft, mit welcher stoischen Gelassenheit diese mit solchen "liebevollen Hinweisen" bedachten anderen Verwandten von mir einfach weiteressen. Mich würde das unendlich nerven, dass sich jemand für meine Leibesfülle verantwortlich fühlen will. Ich schaff das schon allein zu entscheiden, wann ich was esse und ob Handlungsbedarf in Richtung Abnahme besteht.
 
  • #52
Ich hätte das erklärt. Würde das Partner-Seelenheil davon abhängen, dass sein Lieblingsdings wieder drauf ist, würde ich es so machen. Würde ich den Schlauch auch gleich bereitlegen und angemeckert, würde ich mich erklären und Verständnis erwarten.
Und mein Weg wäre - ganz einfach - ich kaufe mir meinen eigenen Gartenschlauch. Dann kann sie ihren Schlauch anmeckern aufräumen, liegen lassen oder was auch immer. Und zur Not kann sie ihn auch mitnehmen.
 
  • #53
Ich geh jetzt nicht ins Detail, aber da geht nicht nur der Schweiß unter dem Armen nicht richtig weg.
Hier nennt man das Hüttenkäse. Also im ernst. Über Körperliche Reinlichkeit mit einem Erwachsenen überhaupt sprechen zu müssen finde ich schon eher peinlich und ungewöhnlich.Wenn sich einer Kleidet das man blind wird ist eine Sache und seine vor allem. Aber bei dem Thema finde ich das Wichtig und indiskutabel.Brech...
Ich meckere und nörgele überhaupt nicht.
Ich gebe Hinweise und dann handele ich.

Mein Freund hat auch eine andere Auffassung von Hygiene als ich.
Was in seiner Wohnung los ist, ist mir wurscht, Hauptsache, das Bad ist sauber und die Bettwäsche.
Das verlange ich. Wenn es versifft ist und er das nicht wegmacht, gehe ich wieder, bevor ich auf's Klo muss.
Wenn er mich morgens küssen will, halte ich ihm die Wange hin und sage, er habe sich leider die Zähne noch nicht geputzt.
Wenn ein Mann sich nicht unter der Vorhaut wäscht ( das meinte die Posterin weiter oben sicher ), gibt es keinen Oralverkehr, was denn sonst ?

Ich kritisiere aber grundsätzlich nur Dinge, die mich betreffen und dazu gehört weder seine Frise ( oh Mann, jetzt will er sich einen Pferdeschwanz wachsen lassen, ich sage dazu nichts, weil es mich nichts angeht ), noch der style seiner Wohnung.
Er steht auf Holz und Messing und dunkel, ich auf das Gegenteil.
Er findet meine Wohnung kalt und hart, ich seine altbacken.
Wir setzen uns darüber in Kenntnis, mehr nicht.
Und finden es gut, dass wir keine Kompromisse schließen müssen, weil wir nicht zusammen wohnen.

Wenn wir Gäste haben, das findet bei ihm statt, weil sein Haus größer ist als meins und er einen großen Garten mit Terrasse hat, schäme ich mich nicht, weil jeder weiß, dass das nicht mein Haus und nicht mein style ist.
Wenn die Gäste den Staub und den vollen Mülleimer sehen, schäme ich mich nicht, weil jeder weiß, dass ich dafür nicht verantwortlich bin.
Beim Grillen helfe ich natürlich, aber ich mache nicht den Dreck der ganzen Woche weg.

Mein Freund hat einen anderen Humor als ich, er reißt gerne Kalauer und ich habe anfangs höflich mitgelacht, weil er nach dem Reißen immer so erwartungsfroh lacht und ich ihn ja lieb habe.
Ich habe ihm dann erklärt, dass ich diese Witze nicht lustig finde und künftig nicht mehr mitlachen werde.
Und so ist das seitdem.
Nachdem nun einige Zeit vergangen ist, reißt er kaum noch Kalauer. Warum auch, wenn niemand lacht ?
Also alles gut ( für mich ).

Nicht meckern, handeln.
Dann gibt es keine Probleme.

w 50
Du schneidest mir die Sonne ins Gesicht. Ich könnte schreien.....
Es kann so einfach sein!
m46
 
  • #54
@void: ich finde deine Ausführungen gerade sehr interessant, weil vieles auf mich wirklich genau gegenteilig wirkt!
Ob das dann an unseren Familiengeschichten liegt? Dass du da sensibilisiert bist und getriggert wirst oder dass ich solche Dinge für mich als absolute Kleinstigkeiten wahrnehme, wegen denen ich mich nicht aufrege?

Auch kommt Apfeldiebs Frau bei mir ganz anders an als bei dir! Ich sehe das, was er als Nörgeln tituliert und du dann so wahrnimmst, als ganz normalen Alltag. Ich nehme ihn als wimmerndes Mimöschen wahr, der nur glücklich ist, wenn er darüber jammern kann, wie schlimm seine Frau ist und was er alles ertragen muss.
Dass er sich die Deutungshohheit darüber herausnimmt, was berechtig und was unberechtigt ist und so kongruentes Handeln beginnt und endet. Aber... beendet wird diese Beziehung ja nicht (auch trotz der anderen vielen Schrecklichkeiten, die er hier ja immer von ihr berichtet!)

Für mich ist sein Beispiel an Paradoxität nicht zu überbieten!
Den Schlauch draußen zu lassen ist kongruentes Handeln, weil es von ihm kommt.
Wenn sie den Schlauch für ihn draußen gelassen hätte, würde er argumentieren: sie hat mich bevormundet, ich konnte gar nicht initiativ beweisen, dass ich selbst den Schlauch holen kann usw.
Bei mir kommt es so an, als ob hier immer gedreht wird, dass er das Unschuldslamm ist und sie die Meckerziege: egal was sie tut oder auch nicht. Und das kenne ich halt von ein paar wenigen Männern: da wird alles mit "du zickst" abgetan und das Gespräch beendet.
Er sagt, dass die schwere der drohenden Konsequenz bei der Bewertung der Meckerei zu berücksichtigen sei: ja welche schwere Konsequenz gab es denn bitte bei der Gartnschlauchsache? Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass diese Frau gar nichts richtig machen kann und immer als Nörgeltussi porträtiert wird, weil jemand einfach gerne den still leidenden Helden markiert und Mitleid und Lob dafür möchte, wie heroisch er das Leben mit dem Hausdrachen meistert.
 
  • #55
Gut möglich, dass es an Familiengeschichte liegt. Vielleicht ist es auch Charaktersache. Diese Kümmerei, die einen unmündig dastehen lässt, ist vielleicht auch für manche Umsorgen, und es stört sie nicht nur nicht, sondern sie finden es gut, wenn einer dauernd sagt "nimm den Schirm mit", weil es zeigen kann, dass er sich sorgt, dass man nass wird.
Außerdem ist extrem wichtig, wie das restliche Zusammensein ist. Also wird man generell als unmündiger Depp gesehen oder als Erwachsener betrachtet.

Manche Menschen machen das auch nicht ohne Grund, dass sie andere auf was hinweisen - sie haben einfach Angst, dass wieder irgendwas schiefgeht, was schonmal schiefging und teuer war. Das muss man dann bei demjenigen lassen, er kann ja nicht anders.
nur glücklich ist, wenn er darüber jammern kann, wie schlimm seine Frau ist und was er alles ertragen muss.
Wenn einer mit so einer Person zusammenbleibt und dauernd über deren Verhalten jammert, dann ja, aber ich glaube, von dieser Frau ist Apfeldieb schon getrennt. Muss er Dir sagen.

Den Schlauch draußen zu lassen ist kongruentes Handeln, weil es von ihm kommt.
Nee, das ist logisch. Sie wollte ja immer gleich loslegen und nicht erst den Schlauchaufsatz wechseln müssen, das war ja der Grund für die erste Beanstandung. Also ist er ihr entgegengekommen, dass sie nun nicht mal mehr den Schlauch aus dem Schuppen mit den großen Spinnen holen muss (oder woher auch immer). Aber da sie was auszusetzen haben MUSS, ist das auch falsch und wird gar nicht erkannt als Geste. Sie misstraut einfach seinen Handlungen, als sei dahinter immer eine böse Absicht wie Faulheit, die man zurechtweisen muss.
Wenn sie den Schlauch für ihn draußen gelassen hätte, würde er argumentieren...
Glaube ich nicht, da hätte sie ihm ja einen Gefallen getan. Es geht darum, dass sie ihm SAGT, was er richtig machen soll, weil sie denkt, er täte es wieder nicht, wenn sie es nicht sagte. Nicht dass sie was für ihn tut. Wenn nun jeden Morgen von ihr käme "aber wenn du nachher sprengst, häng den Schlauch wieder weg, das hast du letztens ja vergessen", würde sie damit zeigen, dass sie seinem Handeln misstraut. Es gibt eine Watzlawick-Geschichte von einem Mann, der permanent in die Hände klatscht. Auf die Frage "warum", sagt er, er verscheuche die Elefanten. Auf die Aussage "aber hier sind doch gar keine" sagt er "sehen Sie...".

ja welche schwere Konsequenz gab es denn bitte bei der Gartnschlauchsache?
Eben. Keine. Und trotzdem hat die Frau es für nötig befunden, seinen Ordnungssinn zu kritisieren, statt zu überlegen, 1. warum der Schlauch da liegt, 2. ob es nötig ist, einen Anlass zur kritischen Bemerkung draus zu machen, dass er nicht weggeräumt war. Hätte ja auch die Klappe halten können, statt zu stressen.
 
  • #56
Hier nennt man das Hüttenkäse. Also im ernst. Über Körperliche Reinlichkeit mit einem Erwachsenen überhaupt sprechen zu müssen finde ich schon eher peinlich und ungewöhnlich.Wenn sich einer Kleidet das man blind wird ist eine Sache und seine vor allem. Aber bei dem Thema finde ich das Wichtig und indiskutabel.Brech...
Allerdings frage ich mich dabei eines - Wie kann man als reinlicher Mensch mit jemandem zusammen kommen, der oder die sich nicht wäscht? Ich bin Raucher - sollte also nach über 40 Jahren Tabakgenuss etwas weniger empfindlich sein, rein olfaktorisch gesehen. Dennoch - ich rieche es, wenn alter Schweiss an der Dame klebt - und zwar bevor ich mit ihr im Bett lande.
 
  • #57
Über Körperliche Reinlichkeit mit einem Erwachsenen überhaupt sprechen zu müssen finde ich schon eher peinlich und ungewöhnlich.
Ich auch, aber anscheinend gibt es ganz verschiedene Maßstäbe. 2/3? der Menschen waschen sich nicht die Hände nach dem Klo. Zig Menschen finden es normal, ihre Nasenbakterien irgendwohin zu schmieren, in Chips zu verteilen usw. Manche scheinen sich halt nur alle 3 Tage zu duschen. Mein Keim sei Dein Keim.
Ich hab früher bei Kunden irgendwann unterscheiden können, ob sie ungewaschen sind und in alten Klamotten, ungewaschen in frischen Klamotten oder gewaschen in schweißigen Klamotten. Alles für mich unangenehm, obwohl ich den frischen Schweiß eines geliebten Mannes sehr antörnend finde. Aber der ist ja nicht gemeint.

Und mein Weg wäre - ganz einfach - ich kaufe mir meinen eigenen Gartenschlauch. Dann kann sie ihren Schlauch anmeckern aufräumen, liegen lassen oder was auch immer. Und zur Not kann sie ihn auch mitnehmen.
Hehehe, ja, das ist auch das einfachste. Aber so kann man leider ein derartiges Problem nicht immer lösen.

@frei auch von mir herzlichen Glückwunsch :)
 
  • #58
Moin,

bei meiner Ex war ihr Dauergemecker sicher ein Grund für die Trennung. Sie ist kein kleinlicher Mensch, intelligent usw., und mir ist immer noch nicht ganz klar, was eigentlich dahinter steckte. Es war nicht so, dass ich in ihren Augen irgendwie nicht auch tolle Sachen gemacht hätte, aber das negative Feedback hat mit der Zeit absurd und extrem überwogen. Kann sein, dass das irgendeine kaum bewusste Strategie war, ist aber auch Freunden und Familie immer mehr aufgefallen. Irgendwann hatte ich mich dann endgültig ganz entliebt... so nach dem Motto "warum tue ich mir das eigentlich noch an". Naja, ist vielleicht wenigstens ein Hinweis darauf, dass sich Lob, Wertschätzung und Kritik die Waage halten sollten.

manchmal
 
  • #59
ein Hinweis darauf, dass sich Lob, Wertschätzung und Kritik die Waage halten sollten.
Es ist nicht einfach, das Meckern von Frauen zu generalisieren.
Frauen, wenn sie nicht gerade kleinlich, besserwisserisch oder perfektionistisch sind oder sonstige charakterliche Totalausfälle zeigen, meckern aus bestimmten Gründen. Mir persönlich sind zwei bekannt, womöglich ist die Liste erweiterbar.

1.) Wenn Meckern ein Ventil für die eigene persönliche Unzufriedenheit ist: Haus zu klein, Kinder zu frech, Job zu doof, Hintern zu dick etc. Manche meckern nur so vor sich hin, andere benörgeln den Partner als Projektionsfläche für die eigenen Unzulänglichkeiten. Von solch grundsätzlich unzufriedenen Menschen sollte man sich tunlichst fernhalten, weil man ihnen eh nichts recht machen kann (gilt für Männer ebenso).

2.) Aus Respektverlust vor dem Mann. Frauen erwarten und wünschen sich in der Regel, dass der Mann sich in der Beziehung einbringt, und zwar freiwillig, ohne dass man ihn (schon gar nicht wiederholt) auffordern muss. Im Haushalt, bei Reparaturen, bei der Romantik etc. Dass er von selbst sieht, dass Dinge instand gesetzt werden müssen und es anpackt, dass er der Partnerin auch mal unangekündigt eine Freude macht etc.

Diese Frauen sind keine geborenen Meckertanten, sie werden mehr oder minder dazu gemacht. Sie nörgeln per se nicht gern, fühlen sich auch nicht allzu gut dabei, können ihren Bedürfnissen manchmal aber anders keinen Ausdruck verschaffen.
Grundsätzlich hat sie noch Interesse an der Beziehung, solange sie meckert. Hört sie damit auf, sollte dies als Alarmzeichen gewertet werden.

2b.) Der Partner verhält sich en gros unmännlich, was auch zu Respektverlust führt. Hängt an ihrem Rockzipfel, klammert, lässt ihr keinen Freiraum, führt kein eigenes Leben, kann keinen Schrank aufbauen, keinen Grill anwerfen etc. Er öffnet ihr quasi Tür und Tor für Kritik, weil er a.) keine Männlichkeit liefert und b.) sich nicht wehrt, bis das Ganze eine Eigendynamik entwickelt. Das Nörgeln ist hierbei Ausdruck einer Aufforderung, sich geschlechtstypischer zu verhalten, Grenzen zu setzen, Leistung zu zeigen, eine Herausforderung an seine Männlichkeit. Auch diese Frauen fühlen sich i.d.R. nicht wohl in ihrer Rolle.

Ich hatte beide Typen, den ersten viel zu lange ohne Konsequenzen zu ziehen. Als mir der zweite begegnete, hab ich nach nur 8 Wochen einen Cut gemacht, weil ich merkte, wie widerlich ich wurde. Ich hab mich selbst nicht wiedererkannt und nicht gemocht. Fühle mich selbst sehr viel wohler mit nun heute einem Mann, den ich respektieren kann.
 
  • #60
@BlackBetty

Ich will noch dazu sagen, dass diese Verwandten NIE was loben und sich wahnsinnig einen abbrechen, mal was positives zu sagen.
Wenn man so aufgewachsen ist - für inkompetent gehalten, in jeder Sache, die man tut, beobachtet und mit Ratschlägen oder Kritik versehen, die formuliert ist in allgemeiner Sicht statt in persönlichen Vorlieben (also nicht "mach das so, weil ich das gut finde", sondern "MAN macht das so") - wenn du also dein Leben lang in allem, auch in persönlichen Vorlieben!!, die keinen was angehen, oder beim Aussehen, das nicht zu ändern ist, vermittelt gekriegt hast, dass es entweder falsch ist, wie du bist/es machst, oder aber kein Mensch dazu was sagt, rennst du schon von klein auf als "Mangelware" rum, und bemühst dich meist leider dauernd zu beweisen, dass auch was gut an dir ist. Oder nimmst die Meinung über deine Art/dein Aussehen als Anlass, dich nicht zu zeigen, nichts mehr zu sagen. UND DANN KOMMT: Lächel doch mal. Du ziehst immer ein Gesicht.
Da man als Kind das nicht durchschaut, denkt man, es läge an einem selber, dass nie was gut ist. Kritik selber darf das Kind nicht üben, es kriegt zu hören: Erst, wenn bei dir alles 100% richtig ist, darfst du auch Kritik üben.
Natürlich ist nie was 100% richtig. Damit wird das Kind ja gerade beherrscht, dass es immer weiter versucht, die Anforderungen zu erfüllen bis zum Verbiegen der Persönlichkeit, um akzeptiert und geliebt zu werden.

Der nächste Punkt ist, dass diese Leute ihre Meinung NIE ändern. Mit dem, was sie sich dachten, als man ein Kind war, wird man auch noch als Ü40 konfrontiert. Diese Meinung fußt aber zB auf übler Nachrede von Verwandten, die einst ihren Lebensfrust auskübelten, indem sie bestimmte Kinder hinterm Rücken schlechtmachten, egal, was diese taten. Und die Kinder waren dem ausgeliefert, denn das schlimme dabei ist, dass die Eltern damals kuschten bzw. die Auskübler-Meinung über ihr Kind zum Anlass nahmen, dem Kind Stress zu bereiten, statt mal drüber nachzudenken, ob das Gesagte überhaupt stimmt. Dadurch kommt ein Haufen Irrationales in diese Kritiken, so dass man als Kind komplett verwirrt wird, wenn das Richtige immer noch nicht richtig ist.

Ich will damit nur sagen, dass es nichts Kleinkariertes ist, wenn man anfängt, Kritik und berechtigte Änderungswünsche zu unterscheiden von Nörgelei, die die Nörgler für sich selbst brauchen und denen man nichts recht machen können soll. Manche meinen das sogar gut, weil sie sich vormachen, es animiere einen, ein besserer Mensch zu werden. Aber da muss man sich auch mal fragen, für wen sie sich halten.

Diese Menschen mischen sich in jeden Mist ein. Egal, was es ist, sie wollen anderen IHREN Maßstab als einzig richtigen aufdrücken und entscheiden.
Man kann sie in manchen Dingen nicht um Hilfe bitten, weil sie nicht das tun, was man braucht, sondern was SIE für richtig halten. Will man das nicht, sind sie beleidigt und helfen dem Menschen GAR nicht mehr, auch wenn es neben ihnen "brennt".
 
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