• #61
Liebe @void, ich glaube dir sofort, dass so etwas bleibende Wunden hinterlässt, gerade, wenn es sich über Jahre hinweg - schon in der Kindheit begonnen, abspielt.
Aber da muss ich schon auch ehrlich sein: das sind Belastungen eines Kalibers, die ich sicher in professionelle Hände gegeben hätte.
Ich glaube, dass so mancher Partner oder generell Mensch im Umfeld da Rechnungen bezahlen soll die andere seit der Kindheit angehäuft haben...
Ich sehe das an den Beispielen hier: da sind viele so trivial und sinnlos, dass man hier - meiner Meinung nach - wirklich nicht von einem Partner verlangen kann, dass er nur noch mit Samthandschuhen rumläuft...
Aus meiner Sicht ist da ganz viel Übertragung dabei. bzw. dass endlich die Möglichkeit wahrgenommen wird, hier als Erwachsener etwas auszuleben, abzuarbeiten, was man als Kind nicht konnte. Dass man sich jetzt wehrt (richtig!) aber an falscher Stelle und nicht bei den Verursachern dieser Probleme.
Ich hoffe, dass es sich dann nicht so auswirkt, dass man quasi selbst zum Aggressor wird und quasi stellvertretend mit verteilten Rollen jetzt dem Partner erklärt, er könne nix: außer Nörgeln.
Ich bleibe dabei: wegen solcher Dinge wie Regenschirm ein Fass aufzumachen deutet eben auf tieferliegende Probleme hin.
Ich sehe da nicht, wie ein neuer Partner irgendwas richtig machen kann, weil hypersensibel (wenn auch mit Erklärung durchaus nachvollziehbar) einfach immer alles als Nörgelei und Kritik wahrnimmt statt berechtigter Änderungswünsche oder einfach Belanglosigkeit. Wie kann denn da Alltag gelebt werden, wenn jedes Wort immer erst auf die sprichwörtliche Goldwaage muss?
Ganz ehrlich? Wenn ich jeden Tag solche Diskussionen mit meinem Mann hätte, dann wär ich schon lang weg, wenn er nicht an seiner Baustelle arbeiten würde, in die ich nur aus Versehen hinein geraten bin als Partnerin. Ich versteh nicht, warum man da bleibt.
Warum bricht man als Erwachsener Kontakte zu solchen Menschen, auch wenn sie aus der Verwandtschaft stammen, nicht ab? Und umgibt sich nicht mit solchen Menschen?
Ich sehe hier mit Entsetzen aber auch mit Mitleid, wie diese Erlenisse aus der Kindheit dich heute noch belasten und triggern.
 
  • #62
@void,
ich verstehe dich mal wieder überhaupt nicht.
Für Menschen, die mir nicht gut tun, gibts eine ganz einfache Behandlung
und tschüss und fort und weg
Geht das ausnahmsweise aus wichtigem Grunde nicht, gibts die Alternativroute
Leck mich am Arsch
Warum verschwendest du Gedanken auf solche Leute?
Es ist herrliches Wetter - setzt dich doch in einen Biergarten oder ein Cafe. Da hast du viel mehr davon - für dich und dein Leben.
Oder?
 
  • #63
M.E. muss man die Begriffe abgrenzen, was nörgeln, meckern und kritisieren ist.

Unter meckern und nörgeln verstehe ich ein unangemessenes und auch unreifes Kommunikationsverhalten, eher Platzhalter für einen der Partnerschaft zugrundeliegeden Dauerkonflikt (generelle Unzufriedenheit in der Beziehung) als Kommunikation über ein aktuelles Problemthema in der Partnerschaft.

Wichtig finde ich hier etwas Distanz, um überhaupt feststellen zu können, ob meckern oder nörgeln vorliegt oder ob da jemand eine Marotte hat, wie z.B. in Apfeldiebs Beispielen beschriebenes Bemutterungsverhalten. Wer das nicht differenziern kann, darf sich nicht wundern, wenn er alberne Dauerkonflikte in der Beziehung hat. Gegen "meckern und nörgeln" muss ich anders vorgehen, wenn ich was erreichen will als gegen "Bemutterung/Bevormundung".

Bei Kritik stellt sich die Frage, woher sie kommt, ob von mir angefragt oder aus einem Gesprächesverlauf oder vom Partner hervorgebracht, weil ihn an mir was stört. Auch hier geht es nicht nur um den Inhalt sondern auch um die Form. Beim Inhalt entscheide ich, ob ich ihn annehme oder ob ich dazu anderer Meinung bin. Bei der Form, ob ich diese akzeptiere oder kommentiere.

Mit meinem Exmann gab es eine Menge Probleme. Er highscorte darin, andere Menschen total respektlos zu kritisieren, oft auch sachlich nicht gerechtfertigt, war selber aber komplett kritikunfaehig, selbst wenn die Kritik sachlich richtig und formal ok war.
Mit meinem jetzigen Partner gibt es keinerlei Probleme. Es wird alles frühzeitig offen angesprochen, staut sich nichts auf, sdass es zu keinen Verwerfungen kommt, die Emotionen sich von der Sache lösen. Jeder respektiert den anderen und wir können Meinungsverschiedenheiten (extrem selten) stehen lassen. Daher erlebe ich es nicht als Kritik sondern Kommunikation. Mein Partner ist forsch bei Unfallgefahren, besonders in den Bergen.
Wenn ich ein chronisch uebelnehmender Mensch wie @Apfeldieb wäre, dann würde ich das auch als bevormunden, nörgeln, besserwissen, einmischen interpretieren. Tu' ich nicht, sondern ich nehme es als Fürsorge mir gegenüber, bin schließlich Flachlandtiroler und weniger wandererfahren als er. Und wenn ich eine Wasserflasche zuviel träge, dann breche ich daran nicht zusammen und später keinen Streit vom Zaun, sondern entleere sie gegen Ende der Tour unauffällig in die Botanik.

Es ist eine Frage der persönlichen Reife, wie man miteinander kommuniziert. Wer bemeckert wird, kann meist selber nicht angemessen kommunizieren.
 
  • #64
Liebe @void,

Ich kenne dies, wss Du so beschreibst, analog, in Nuancen anders, und ich weiß, was es mit einem Menschen macht, machen kann.
Stichworte - schädliche Denk- und Verhaltensmuster, Innerer Kritiker bis destruktive Innere Anteile.
Wenn man sich mit der Thematik auseinander setzt, meist fängt man ja hinten an - es geht einem nicht gut, man hat einen gewissen Leidensdruck aufgrund seiner eigenen Muster und fragt sich, warum, was ist veränderbar. Wenn man die Herkunft, Ursachen, Zusammenhänge begreift, ist es auflösbar. Zwar langwierige Prozesse, aber möglich.
Ergebnis- Sich sebst wahrnehmen, sich sebst akzeptieren, mögen, lieben, als absolut OK.

Ich bin da semantisch spitzfindig - Kritik, sachlich, ja, kann ich annehmen, darüber nachdenken, und meine (!) Konsequenzen ziehen. Entschuldigen, Verändern, oder genauso möglich, sachlich zurück weisen.
Nörgeln, meckern - geht gar nicht. Das ist weder konstruktiv, noch angemessen. Das nehme ich nicht ernst, und solche Menschen sind i.d.R. mit grundsätzlich negativen Haltungen unterwegs, das brauche ich nicht in meinem engeren sozialen Umfeld.
Und ich prüfe für mich, ob ich kritisiere, oder in die andere Schiene gerate, und ziehe mein Stopp.

Die andere Trennung ist immer noch Lob und Anerkennung.
Ich lobe niemanden, das hat für mich etwas herablassendes.
Es gibt Anerkennung, es gibt Komplimente, sonstige Ausdrücke von Wertschätzung - sachlich und aus meinem Erleben heraus.

Ich habe festgestellt, das muss man genauso lernen, sowohl die Annahme, als auch zu tun.
Einfach eine (ernst gemeinte) positive Rückmeldung.
Seit ich viel mehr darauf achte, und entsprechend häufiger mache, erlebe ich bei sehr vielen - ein Sutzen, leichte Verlegenheit, evtl. Bagatellisieren, und ganz viel Freude. (Besonders nett auf dem Bau, wenn Du einfach mal sagst, wie toll es läuft und gestandene Männer fast rot werden :))

Wir können nämlich viel mehr meckern, nörgeln, tadeln, abwerten, als sachlich kritisieren.
Und noch viel weniger, Anerkennung und Wertschätzung aussprechen öde Komplimente.
Als Empfänger noch schwieriger.

Bei Partnerschaften gilt m.E erst recht
Nörgeln, Meckern ist destruktiv, Lob / Tadel setzt den Addressaten herab.
Sachliche, angemessene Kritik gehört zu einer stimmigen Kommunikation.
Aber wenn eine Partnerschaft stimmig sein soll, ist der Ausdruck von Wertschätzung noch wichtiger.
Das Signal, ich schätze Dich als Mensch - auf allen Ebenen, ich achte Dich, ich erkenne an. (Die magischen 3 Worte - ich liebe Dich)
Wem tut ein ehrliches Kompliment nicht gut? Eine ehrliche Anerkennung für eine Handlung?
Was ist dabei zu sagen -
Du riechst heute aber toll, gut schaust Du aus
Oder - Danke, dass Du daran gedacht hast, Dich gekümmert hast.
Toll gemacht, super geklappt, das ist toll geworden, evtl. Haben wir doch toll hingebracht.
Oder einfach mal
Danke (für den schönen Tag, den Monent)
 
  • #65
Moin,

dieses Thema ist nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch in der Arbeit EXTREM wichtig. Ein Großteil des Leidens, Burnout usw. wird durch Mangel an positivem Feedback verursacht. Nur mal so als Denkanstoß...

manchmal
 
  • #66
Mich belastet nichts und mich triggert auch nichts mehr davon. Ich hab das vor Jahren hinter mir gelassen. Wenn Verwandte sich heute so verhalten, kriegen sie ne passende Antwort, dass sie sich um ihre Dinge kümmern sollen. Ich hab nur versucht, es Dir zu erklären, woher sowas kommt, aber das gelingt mir irgendwie nicht. Es ist nicht der Schirm allein, es ist der Dauerbeschuss von guten Hinweisen, der das Problem ausmacht und es liegt eben nicht nur an dem, der die Hinweise nicht will, sondern auch der Mensch, der sie gibt, hat ein massives Problem. Weil sie beide das gleiche Thema bearbeiten müssen, finden sie sich zusammen.

Es ist ganz einfach für einen Partner, ich hab es ja beschrieben, wie mein Ex und ich damit umgegangen sind. Wir kannten das beide, uns hatte es beide auch genervt, wir wollten beide so nicht sein und deswegen haben wir den Wunsch des anderen respektiert, dass keine Hinweise gegeben werden. Und dann haben wir es mit Absicht als Witz gemacht. Auch wenn mal ein Hinweis gekommen ist, weil man dem anderen ja manchmal wirklich helfen will, wussten dann beide, dass es nicht das Elternrollenspielerprogramm von früher ist, auch wenn mein Ex immer noch sehr allergisch dagegen war.
Es müsste dann auch jeder in Therapie gehen, denn jeder schleppt ja was mit sich rum und bearbeitet es mit Partnern, Freunden usw. Und man fällt auch niemanden an, nur weil er einen Ratschlag gibt. Es ist ein bestimmtes Verhalten von bestimmten Menschen, bei denen man merkt, dass sie dieses Besserwisser-Einmisch-Problem haben, und die meidet man und muss eben mit einem Spruch kontern, weil es wirklich nervt - auch den, der das Problem längst hinter sich gelassen hat und sich sagen kann "der kann nicht anders, er merkt es nicht". Es nervt trotzdem, wie auch Laubbläser nerven, wenn man nachdenken will.

Warum man solche Leute nicht verlässt, ist ganz einfach: Das Problem ist noch nicht bearbeitet und man braucht noch den "Elternrollenspieler" mit seinem Kritikverhalten, um durch Gegenwehr erwachsen zu werden. Solange man sich beklagt über dessen Verhalten, aber nichts dagegen sagt, ist man immer noch "das Kind" in dieser Beziehungssache. Es bedingen sich doch auch solche Menschen, denn wenn der Partner nicht so wäre, könnte man sein Problem ja nicht bearbeiten.

Ich lobe niemanden, das hat für mich etwas herablassendes.
Das ist auch noch so ein Punkt. Ich finde es auch extrem seltsam, wenn der Partner einen lobt. Von den ewig kritisierenden Eltern ist das wichtig, aber vom Partner? Anerkennung ist was anderes.
Deinen ganzen Beitrag unterschreibe ich sofort.
Warum verschwendest du Gedanken auf solche Leute?
Es interessiert mich, wie solche Probleme in Partnerschaften Dynamiken bewirken oder auch in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen, und zu unterscheiden, was Charaktersache ist und was erziehungsaufgeprägtes Verhalten ist.
 
  • #67
Moin,

ANDERERSEITS ist es auch etwas unheimlich, dass meine Freundin tendenziell NIE was bemeckert... Ich frage mich manchmal, ob ich so wirke, als könnte ich das schlecht ab... aber das kann eigentlich nicht sein... oder ob ich nichts Bemeckerbares tue.... Kann eigentlich auch nicht sein.

manchmal
 
P

proudwoman

Gast
  • #68
Moin,

ANDERERSEITS ist es auch etwas unheimlich, dass meine Freundin tendenziell NIE was bemeckert... Ich frage mich manchmal, ob ich so wirke, als könnte ich das schlecht ab... aber das kann eigentlich nicht sein... oder ob ich nichts Bemeckerbares tue.... Kann eigentlich auch nicht sein.

manchmal
Hmm, das kenne ich auch! Mein Ex hat NIE etwas kritisiert was mit mir zu tun hatte, NIE! Seine Worte, wenn ich mal vorsichtig nachfragte :Du bist ein Gesamtkunstwerk...oje...dachte ich nur. Mir ist da ein Gedanke gekommen: Gleichgültigkeit?
 
  • #69
ANDERERSEITS ist es auch etwas unheimlich, dass meine Freundin tendenziell NIE was bemeckert... Ich frage mich manchmal, ob ich so wirke, als könnte ich das schlecht ab... aber das kann eigentlich nicht sein... oder ob ich nichts Bemeckerbares tue.... Kann eigentlich auch nicht sein.
Hat sie früher mehr bemeckert und nun weniger, obwohl du dein Verhalten nicht ( wesentlich ) verändert hast ?
Dann würde ich mir Sorgen machen, denn dann könnte sie aufgegeben haben und das könnte bedeuten, dass sie über die Trennung nachdenkt.

Falls sie nie gemeckert hat, hast du Glück.
Dann denkt und handelt sie vielleicht wie ich:
Ich meckere und nörgele überhaupt nicht.
Ich gebe Hinweise und dann handele ich.
...
Nicht meckern, handeln.
Dann gibt es keine Probleme.

Vielleicht sind die Dinge an dir, die sie blöd findet, unbedeutend und es einfach nicht wert, dafür Atem zu holen.
Oder sie findet sie sehr blöd, sie betreffen sie aber nicht.
Oder sie findet, es geht sie schlicht nichts an.

Frag sie doch einfach mal, wenn es dir wichtig ist.

w 50
 
L

LadyBink

Gast
  • #70
Moin,

ANDERERSEITS ist es auch etwas unheimlich, dass meine Freundin tendenziell NIE was bemeckert... Ich frage mich manchmal, ob ich so wirke, als könnte ich das schlecht ab... aber das kann eigentlich nicht sein... oder ob ich nichts Bemeckerbares tue.... Kann eigentlich auch nicht sein.

manchmal
Wenn das Nicht-Meckern und Nörgeln auch mit dem Fehlen von Ratschlägen und guten Wünschen einhergeht...kann es leider auch einfach ein Stück weit mangelnde Wertschätzung und Gleichgültigkeit sein.

Ein Partner, der sagt "Nimm den Schirm, Geldbörse und Taschentücher mit...." kann nerven. Aber ein Partner, der gar nichts sagt? Dem ist es letztendlich doch einfach ein Stück weit egal, ob du nass wirst und dir eine Erkältung holst, bei einem Schnupfen keine Taschentücher hast oder im Supermarkt ohne Geld an der Kasse stehst. Kein schönes Gefühl, irgendwie, denn am Ende ist es ihm dann auch egal, ob du weg oder ob du noch da bist. Und nach dir kommt dann eh bald wieder ein anderer. Alles ganz relaxt und kein großes Ding. Meins wäre so eine Art von Beziehung nicht, aber jedem das seine.
 
  • #71
ANDERERSEITS ist es auch etwas unheimlich, dass meine Freundin tendenziell NIE was bemeckert... Ich frage mich manchmal, ob ich so wirke, als könnte ich das schlecht ab...

Was ist unheimlich daran, dass die Partnerin nie was bemeckert? Das sollte doch der Regelfall sein.

Bei meinem Exmann habe ich nie gemeckert, weil ohnehin sinnlos - da wäre in der Birne nichts angekommen, es hätte nur unerfreuliche Rechtfertigungsschlachten gegeben.
Da ist nichts sagen eine gute Strategie, solange man es aushält und wenn es nicht mehr geht, dann trennt man sich weitgehend kommentarlos, weil es zusammen eben nicht passt.

An meinem jetzigen Partner gibt es nichts zu meckern, er meckert an mir auch nichts - so ist das eben, wenn maximale Passgenauigkeit in einer Partnerschaft gegeben ist, stattzu versuchenUnpassendes paseend zu machen.

Außerdem spielt m.E. die Souveränität des Alters eine große Rolle. Irgendwann hat man gelernt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, hatechte Probleme kennen- und meistern gelernt, hat gegenüber den Widrigkeiten des Alltags Geduld bis Ignoranz entwickelt, hat sein Kommunikationsrepertoire erweitert. Das ermöglicht entspannte Partnerschaft.
 
  • #72
Wenn das Nicht-Meckern und Nörgeln auch mit dem Fehlen von Ratschlägen und guten Wünschen einhergeht...kann es auch Gleichgültigkeit sein.
Hörigkeit fiele mir noch ein - keine eigene Meinung zu haben oder sich nicht trauen, diese zu äußern. Sich selbst keine Ansprüche oder Wünsche zuzugestehen.

Allerdings ist auch möglich, sehr subtiles Kritisieren einfach zu überhören, obwohl es vorhanden ist. Gerade Frauen sagt man ja leider nach, sie artikulierten sich häufig nicht deutlich ("der Mülleimer ist schon wieder voll").

In meinem Elternhaus gab es klare Worte bei Unzufriedenheit, ziemlich unmissverständlich und auch nicht immer zimperlich.
In der Familie meines Partners wird Kritik so sehr in Blümchen verpackt, dass man sie kaum noch als Kritik wahrnimmt - generell kaum wahrnimmt.
Das war anfangs sehr ungewohnt für mich, und ich dachte auch, er sei gleichgültig und hat nie was zu meckern. Doch, hatte er, und nachdem ich ihn näher kannte und wusste, worauf zu achten ist, fiel es mir auch häufiger auf.

Vielleicht ist die Partnerin von @manchmal auch so eine Frau der schönen Worte?
 
  • #73
Mein Ex hat NIE etwas kritisiert was mit mir zu tun hatte, NIE! Seine Worte, wenn ich mal vorsichtig nachfragte :Du bist ein Gesamtkunstwerk...oje...dachte ich nur. Mir ist da ein Gedanke gekommen: Gleichgültigkeit?
Ich weiss nicht, was dein Ex für ein Mann ist / war.
Aber - Gleichgültigkeit muss nicht sein. Es gibt Männer, die sind fasziniert von einer Frau. Übersehen dadurch einfach das, was ihnen nicht so gut gefällt. Es kann auch einfach Zufriedenheit und empfundenes Glück sein.
 
  • #74
Ein Partner, der sagt "Nimm den Schirm, Geldbörse und Taschentücher mit...." kann nerven. Aber ein Partner, der gar nichts sagt? Dem ist es letztendlich doch einfach ein Stück weit egal, ob du nass wirst und dir eine Erkältung holst, bei einem Schnupfen keine Taschentücher hast oder im Supermarkt ohne Geld an der Kasse stehst.
Huch ! Ist dein Partner noch nicht volljährig ?
Und wie kommt er an den Tagen, an denen du nicht dabei bist durch's Leben ?

Ich würde meinem Freund niemals solche Hinweise geben, denn er ist schon groß und ich bin nicht seine Mutti.

Wenn das Nicht-Meckern und Nörgeln auch mit dem Fehlen von Ratschlägen und guten Wünschen einhergeht...kann es leider auch einfach ein Stück weit mangelnde Wertschätzung und Gleichgültigkeit sein.
Da kann man wieder mal sehen, wie unterschiedlich die Menschen die gleiche Sachlage bewerten.
Ich drücke meine Wertschätzung gerade dadurch aus, dass ich es ihm zutraue, auch ohne mich seinen Alltag zu bewältigen.
Und ich denke nicht, dass er mir gleichgültig ist, nur weil ich es sehr unbedeutend finde, wenn er einen Schnupfen hat. Der dauert mit meiner Anteilnahme eine Woche und ohne selbige sieben Tage.

w 50
 
  • #75
Falls sie nie gemeckert hat, hast du Glück.
Dann denkt und handelt sie vielleicht wie ich:
Vielleicht sind die Dinge an dir, die sie blöd findet, unbedeutend und es einfach nicht wert, dafür Atem zu holen.
Oder sie findet sie sehr blöd, sie betreffen sie aber nicht.
Oder sie findet, es geht sie schlicht nichts an.
Frag sie doch einfach mal, wenn es dir wichtig ist.
w 50

Es gibt eben auch solche Frauen und Männer, @manchmal, mach Dir bitte keine Gedankenflöhe.

Ich versuche es auch zu handhaben wie @frei, meckern, nörgeln ist für mich einfach kein zielführendes Kommunikationsmittel.

Wenn mir etwas nicht passt, werde ich es artikulieren, klar, deutlich, unmissverständlich, und dann möchte ich Lösung und Veränderung.
Damit kann es aber nur ein Verhalten betreffen, grundsätzlich ist er, wie er ist, ich wie ich bin, wenn ich das nicht akzeptieren kann
- Love it or leave it.
 
  • #76
Ein Partner, der sagt "Nimm den Schirm, Geldbörse und Taschentücher mit...." kann nerven. Aber ein Partner, der gar nichts sagt? Dem ist es letztendlich doch einfach ein Stück weit egal, ob du nass wirst und dir eine Erkältung holst, bei einem Schnupfen keine Taschentücher hast oder im Supermarkt ohne Geld an der Kasse stehst.

Du verwechselst "Partner" mit "Kind". Bei manchen Frauen ist das üblich, sie reden ja manchmal auch von ihrem Mann als "großem Kind". Wie wirkt das auf den Mann? Wie Besserwisserei, wie ständiges Genörgel, wie "Nicht-Ernst-genommen-werden".

Ja, klar kommt jetzt das Totschlagargument "dann sollen sie sich nicht benehmen wie ein Kind". Als Frau sollte man sich einen Partner suchen, den man als erwachsenen Menschen ernst nehmen kann. Alles andere ist für eine Beziehung auf Dauer tödlich.
 
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