• #1

Mein Date-Partner ist Asperger. Wie damit umgehen?

Ich habe jemanden über das Internet kennengelernt. Es ist immer schön, wenn wir uns getroffen haben. Er ist Asperger und hat es mir erst nicht gesagt und mich lieber glauben lassen wollen er wäre ein Arschloch. Er sagte am Anfang, er könnte das nicht mit uns wegen der Entfernung. Wir wohnen 1h voneinander entfernt. Ich hab aber ständig geschrieben und wollte Erklärung, weil sein Verhalten und seine Worte was ganz anderes zeigten. Dann eines Tages hat er mir gesagt, das er Asperger ist und seine klaren Strukturen hat am Tag und er deswegen nicht ja sagen kann. Weil er mich viel zu doll vermissen würde und es wäre sehr schmerzlich für ihn, wenn er jemanden so toll findet und dieser dann nicht da ist.
Ich möchte schon länger in seine Stadt ziehen auch vorher schon, als ich ihn noch nicht kannte.

Er sagte, es fällt ihm manchmal Sau schwer sich zu melden. Jetzt zB ignoriert er mich.. Warum macht er das? Hat da jemand Erfahrung?

Danke schon mal im Voraus. Wusste gar nicht wo ich anfangen sollte zu erzählen.
 
  • #2
Wie lange „kennt“ ihr euch denn überhaupt? Warum krallst du an der Geschichte so krampfhaft fest? Ich finde der führt dich vor. Du kannst doch hinziehen wo du möchtest, das Ziel hat doch mit ihm anscheinend nichts zu tun. Warum er dich ignoriert und ob er wirklich Asperger hat, lässt sich so nicht sagen. Tatsache ist aber das er dich ignoriert, belügt und er ist zu träge 1 std. zu fahren. Die Frage ist nicht, Warum macht er das? sondern Wieso lässt du das mit dir machen? w53
 
  • #3
Asperger sind schwierig und tun sich in Beziehungen schwer. Überlege Dir das genau. Wir haben in der Clique einen Mann. Ein sehr guter Kumpel, aber für Frauen schwer zu händeln. Sagt er selbst.
 
  • #4
Tatsache ist aber das er dich ignoriert, belügt und er ist zu träge 1 std. zu fahren.
Wie kannst du so urteilen? Hast du eine Vorstellung, was Asperger ist? Wenn jemand nicht lügt, dann Leute mit Asperger. Es ist ja genau eine ihrer Eigenschafen, dass sie überehrlich sind und damit Menschen vor den Kopf stossen..
Sie brauchen in er Regeln vorhersehbare Strukturen, verstehen Witze nicht (wenn man sagt, jetzt sitzt du auf den heissen Stuhl (Quiz oder so), dann verstehen sie es so, wie man es sagt. Der Stuhl ist heiss, sie können sich nicht hinsetzen).
Ich finde, es kommt drauf an, wie sich sein Asperger im Alltag zeigt, es gibt verschiedene Leute, die Beziehungen führen, gar verheiratet sind und Kinder haben.
Ein Gesamturteil wäre hier total falsch. Ich glaube, wichtig wird sein, dass er dir sagen, kann, welche Muster oder Konstanten für ihn ganz wichtig sind und wo seine Grenzen liegen Und, wenn er sagt, er hat ein Asperger, wurde das mit Gewissheit abgeklärt und diagnostiziert. Mit solchen Begriffen spielt keiner.
In erster Linie ist er ein Mensch, ich lehne schnelle Bewertungen und Urteile ab. Das steht uns nicht zu.
 
  • #5
Liebe Millu
Das Asperger-Syndrom ist ja eine vielgestaltige Sache. Man kann nicht von diesem diagnostischen Schlagwort drauf schliessen, was jemand braucht und möchte und wie sich der Umgang gestalten sollte. Der Mann wollte dies zunächst ja nicht preis geben und als er es tat, war es lediglich eine Unterstreichung seines Wunsches, die Sache jetzt zu beenden.
Für mich ist ausschlaggebender, dass er sagte, er sieht das mit euch jetzt nicht. Ob es wegen der Diagnose ist oder nicht, spielt das letztlich eine Rolle? Sein Asperger-Syndrom wird ja bleiben. Selbst wenn du dich punkto Wohnort "verändern" würdest, wer weiss, ob das die Sache wirklich erleichtern würde. Könnte ja auch sein, dass es ihm dann plötzlich "zu nah" ist und du zu spontan für ihn bist usw.
Vielleicht wäre es klüger, dich noch mal zu fragen: Möchte ich, Frau Millu, mich wirklich verbiegen für einen Mann, der programmatisch unflexibel ist oder dies zumindest in Aussicht stellt - und zwar dauerhaft? Möchte ich an dieser Stelle weitermachen und meine Zeit und Energie in die Erforschung dieses Mannes stecken, obwohl ich eine Absage erhalten habe und aktuell ignoriert werde?
 
  • #6
Als Mutter eines Autisten sag ich dir folgendes:

Keine Autismusspektrumstörung ist wie die andere, alleine die Diagnose Asperger umfasst soviele Komponenten, von geistiger Behinderung bis Hochbegabung ist alles möglich.

Nein, dir kann keiner sagen wieso er sich so verhält, dass wäre unseriös, unqualifiziert und sicher nicht den Tatsachen entsprechend.
 
  • #7
Wie kannst du so urteilen? Hast du eine Vorstellung, was Asperger ist? Wenn jemand nicht lügt, dann Leute mit Asperger. Es ist ja genau eine ihrer Eigenschafen, dass sie überehrlich sind und damit Menschen vor den Kopf stossen. (....)Und, wenn er sagt, er hat ein Asperger, wurde das mit Gewissheit abgeklärt und diagnostiziert. Mit solchen Begriffen spielt keiner.
Selbstverständlich weiß ich das. Und: wo ist das überehrlich, wenn er erst nichts sagt und sie glauben lässt, er wäre ein Arschloch, wie sie schreibt. Auch frage ich mich wie du mit solcher Absolutheit wissen willst, das keiner damit spielt und er wirklich eine Diagnose hat. da kenne auch durchaus jemanden persönlich der sie nicht hat und sie sich einfach selber ergoogelt und gestellt hat. Als Ausrede für wirklich unsägliches Verhalten und natürlich um sich eine chice Inselbegabung anzudichten. W53
 
  • #8
Wenn eine Stunde Entfernung für ihn schon ein beinahe unüberwindliches Hindernis darstellt so wird es wohl schwierig für ihn werden seine Gewohnheiten und Strukturen auch nur ein Minimum zugunsten der Beziehung anzupassen. Er ist offensichtlich stark überfordert von den Anforderungen einer Beziehungsanbahnung und von Gefühlen überhaupt. Vermutlich ist er ein Einzelgänger welcher sich auf niemanden wirklich einlassen kann.
 
  • #9
Ich sehe es wie gast_w. Mit Asperger kenne ich mich nicht so gut aus, aber das was ich mitbekommen habe ist, dass solche Menschen mehr oder weniger Probleme mit Gefühlen und sozialen Kompetenzen haben und sich in einen anderen recht schwierig einsetzten können. Hier hat die FS Diskrepanz zwischen seinen Taten und seinen Worten und für mich ist es auch ein bisschen zuviel, was der Mann betreibt. Zuerst fehlt ihm ein, sie wohnt zu weit. Dann sagt, er wäre Arschloch, dann doch Asperger. Sie hat schöne Zeiten mit ihm, sind die Asperger nicht ein bisschen kalt und distanziert?? Dann meinte er, er würde sie vermissen. Können Asperger jemanden vermissen?? Es fehlt ihm schwer sich zu melden, obwohl genau er Regelmäßigkeit in seinem Leben braucht und die FS wäre glaube bereit, sich bei ihm regelmäßig zu melden. Wenn er sich schwer auf andere einlassen kann, warum lernt er die FS überhaupt kennen?
Ich sehe hier einfach zuviel des Denkens und Überlegens seitens des Mannes, was die FS betrifft, obwohl eigentlich diese Eigenschaft doch die Schwachpunkte eines Asperger sind.
FS, hast du schon Sex mit ihm gehabt?
 
  • #10
Ich denke, dass wichtigste ist, in dich hineinzuhorchen:
Wo stehst du in der Beziehung? Hast du genug Nähe, zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Verbindlichkeit, Zuneigung?
Ist die BeziehunG,,trotz der Einschränkungen, zu mindestens 80% in Ordnung für dich?
Das sind alles Fragen, die du dir stellen musst.
 
  • #11
Als Mutter eines Autisten sag ich dir folgendes:

Keine Autismusspektrumstörung ist wie die andere, alleine die Diagnose Asperger umfasst soviele Komponenten, von geistiger Behinderung bis Hochbegabung ist alles möglich.

Nein, dir kann keiner sagen wieso er sich so verhält, dass wäre unseriös, unqualifiziert und sicher nicht den Tatsachen entsprechend.
So sehe ich das auch. Du kannst zu einem Psychologen gehen und gerade heraus fragen was du hast und er wird dir antworten das es keine Schubladen mehr gibt.

Vielmehr spricht man von einem Spektrum und ich habe mir das damals so vorgestellt wie eine Farbverlaufskala und so unterschiedlich ausgeprägt sind dann auch die Wesenszüge.

Im "richtigen " Umfeld kann man nahezu unauffällig leben, im falschen eckt man ständig an.

Hängen wir uns mal an den festen Strukturen auf, die jemand wichtig sind, so sieht Wertschätzung in meinen Augen aus das man diese miteinander besprochen hat und das diese akzeptiert werden anstelle von Bewertung und man sich auch noch dafür rechtfertigen muss.

Ich bespreche mit meinem Freund zb das Essen fürs Wochenende und habe dieses, aufgrund besonders stressig im Job, kurzfristig vergessen. Ich bin dann davon ausgegangen wir essen "wie immer ". Als dann das "andere" Essen zubereitet werden sollte, und es war das Frühstück wo ich eh meine Rituale habe, war kurzfristig aus bei mir. Konnte ich NICHT essen.

Aber weil ich ihm mehr vertraue als Sonst wem habe ich diese für mich spezielle Situationen erklärt und das bedeutet in Zukunft nicht das man mich mit samtig anfassen muss sondern das es für mich wichtig ist das zu besprechen. Dafür liebe ich ihn und an so vielen anderen Tagen leben wir dann gemeinsam aus, das auch ich sehr gerne Variantenreich esse
 
  • #12
Er ist Asperger und hat es mir erst nicht gesagt
Liebe FS,
nur mal so ein paar Grundlagen, wie ein Asperger die Welt sieht: ihr lernt euch kennen, d.h. ihr kennt euch garnicht. Im Zuge des Kennenlernens lernt man sich halt kennen und erzählt sich sukzessive mehr voneinander. Solche Dinge erzählt man sich halt später. was ist so schwer daran zu verstehen, warum machst Du aus Normalität ein Problem?

Denk einfach mal über Deine Forderung nach: erzählst Du einem Menschen, den Du im Internet aufgegabelt hast von Deinen Problemen, insbesondere wenn sie im gesellschaftlichen Bewusstsein als psychische Erkrankung/Geisteskrankheit gelten (je nachdem, wie differenziert jemand denken kann)? Wenn ja, bist Du in meiner Asperger-Sicht ein grauenhaft distanzloser Mensch, der keinerlei Verständnis für Intimsphäre hat.

mich lieber glauben lassen wollen er wäre ein Arschloch
Noch ein Irrtum Deinerseits: er ist garnicht auf den Gedanken gekommen, dass Du ihn für ein Arschloch hälts, weil er sich normal verhält.
Wenn Du sein normales Verhalten als Arschlochverhalten empfindest, dann vergiss es: Du kannst keine Beziehung mit einem Asperger.

seine klaren Strukturen hat am Tag und er deswegen nicht ja sagen kann. Weil er mich viel zu doll vermissen würde
Da hat er recht. Genau aus dem Grund habe ich mich einmal von dem Mann getrennt, mit dem ich heute verheiratet bin und den ich mehr liebe als alles andere in meinem Leben - für den ich sogar meinen geliebten Job aufgegeben habe und umgezogen bin.

Die Fahrerei jedes WE der komplette Umgebungswechsel hat so sehr meine Energien zersetzt, dass ich einfach nicht mehr konnte: ständig müde, energielos, depressiv. Da war ohne ihn besser als mit ihm, trotz aller Gefühle.
Es braucht jemand sehr viel Empathie und Intelligenz, um das verstehen zu können.

Er sagte, es fällt ihm manchmal Sau schwer sich zu melden. Jetzt zB ignoriert er mich
Meine Erfahrung mit Menschen wie Dir ist: es mangelt Dir an Empathie. Du kannst Dich in keiner Weise in andere Menschen hineinversetzen und kennst nur Deine Gedanken-Kästchen.
Ihm fällt es sauschwer sich zu melden, Du begreifst: er ignoriert Dich.
Was ist daran so schwer zu begreifen, dass sich jemand überwinden muss, um in Kontakt zu gehen und dass es ihm schwerfällt, sich dazu zu überwinden. Es geht nicht nur Aspergern so, sondern Introvertierten, Depressiven, Menschen mit Angststörungen....

Entweder kannst du Deinen geistigen Horizont erweitern und genau das verstehen was er sagt (ganz wesentliches Kennzeichen von Aspergern und vielen Männern im allgemeinen) oder Du suchst Dir jemand, dessen Horizont genauso beschränkt ist wie Deiner. Er merkt Deine schlechte Laune und meidet Dich deswegen - hat genug Erfahrung mit Mobbing.
 
  • #13
Liebe Millu,
wenn du weißt er ist ein Asperger, dann hast du eine Diagnose. Die kann Verständnis wecken und helfen, gewisse Wesenszüge nicht all zu persönlich zu nehmen. Du kannst dich mit dem sehr komplexen Spektrum dieser Erkrankung auseinander setzen.
ABER, was sehr viel wichtiger ist, willst und kannst du mit einem Menschen mit dieser Persönlichkeit zusammen sein?! Bist du ein Mensch der mit den Defiziten in seinem Persönlichkeitsspektrum umgehen kann? Aber Obacht, es gibt einen unterschied zwischen wollen und können ;-) Da musst du ehrlich mit dir selber sein.

Immerhin hast du ihn bereits in der Zeit eures kennenlernens als Arschloch empfunden. Seine Diagnose ändert eben rein gar nichts an seinem Verhalten. Nur an dem, wie du es empfindest. Aber kann das dauerhaft gut gehen?! Wie weit reicht dein Verständnis dauerhaft? Wie sehr kannst du zurückstecken um seine Strukturen zu erhalten?

Mach dir bewusst, dass er sich nicht ändern wird und sich vermutlich nie so ganz in deine Gefühlswelt hinein versetzen kann. Letzteres ist für Beziehung ein echter Hemmschuh.

Ich würde dir raten, ziehe nicht für diesen Mann in die andere Stadt, sondern nur für dich. Im Umgang mit diesem Mann solltest du immer bei dir bleiben und dich immer wieder fragen, tut es dir gut und willst du das.
 
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  • #14
wo ist das überehrlich, wenn er erst nichts sagt
Es ist eine Information, die man sich nicht auf die Stirn tätowieren lässt, weil die wenigsten mit der information was sinnvolles anfangen können. Du wirst auch deine Infos haben, die Du zu Anfang des Kennenlernens nicht rauströtest, sondern erst, wenn Du merkst, es könnte was werden.

Das Hauptproblem beim Kennenlernen über das Internet ist die mangelnde Medienkompetenz der meisten Menschen. Es heißt, das Internet machrt die Welt zu einem globalen Dorf - jeder weiß wie auf dem Dorf alles über jeden. Genau das Gegenteil ist aber der Fall - nirgendwo wird so viel gelogen, die Realität geschönt wie im Internet und durch nichts verlieren die Menschen so schnell ihre sozialen Fähigkeiten wie durch das Internet - z.B. dass es total normal ist, das Kennenlernen als Zeitstrahl zu verstehen, indem man sich mit der Zeit vertrauter wird und dann auch mehr anvertraut (schützenswerte Daten wie Diagnosen eben später) und dass es absolut keine Unehrlichkeit ist, nicht alles am ersten Tag zu sagen.

sie glauben lässt, er wäre ein Arschloch, wie sie schreibt
Nicht er lässt sie glauben, sondern sie glaubt/will glauben. Sie ist verantwortlich für das, was sie wahrnehmen will und wie sie es wahrnimmt/interpretiert - basiert auf ihren Lebenserfahrungen. Ihr"glauben wollen" ist doch wohl genauso kraus wie sein Aspergerverhalten.

dass solche Menschen mehr oder weniger Probleme mit Gefühlen und sozialen Kompetenzen haben und sich in einen anderen recht schwierig einsetzten können.... Dann sagt, er wäre Arschloch, dann doch Asperger.
In erster Linie kann sie die FS nicht in ihn hineinversetzen. Die glaubt und interpretiert aus ihrer Perspektive.
Er hat nicht gesagt, dass er ein Arschloch ist und damit sein Verhalten begründet. Er hat sein Aspergerverhalten gezeigt und die FS hat aufgrund ihrer geistigen Einengung daraus abgeleitet, dass er nur ein Arschloch sein kann, statt genauer hinzugucken und vielleicht auch ein System darin zu erkennen.

Sie wollte wie so oft zu früh zu viel, statt sich ohne Erwartungen langsam kennenzulernen und daher wie so oft: ganz viel Frust, Verletzunegn, enttäuschte Erwartungen, Unverständnis.
Das passiert alles nicht, wenn man sich Zeit nimmt fürs Kennenlernen und die Dinge wachsen lässt.
 
  • #15
Warum interessiert dich er, der dich ignoriert? Das sind echte Probleme für eine zukünftige Beziehung, warum? Du siehst ja schon selbst nach der kurzen Zeit, das unberechenbare Verhalten von ihm, ihm ist eine Stunde zu weit, er ignoriert dich, frage dich, warum willst du dir das alles und noch viel mehr antun? Das Asperger-Syndrom ist eine Kontakt- und Kommunikationsstörung und ist ähnlich wie autistisches Verhalten!
 
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  • #17
Das Problem ist meiner Meinung nach, auch wie man hier an manchen Postings erkennen kann, dass ein Asperger Autist ziemlich viel Verständnis benötigt, du also von dir aus sehr viel Vorleistung bringen musst. Wir haben auch einen Asperger-Autisten in der Familie und dessen Verständnis von Fürsorge und Empathie ist absolut nicht vorhanden. Was ich meine ist, dass du dich vermutlich in eine Geber Rolle hinein begeben wirst, was ich als Mensch, der kein Helfersydrom hat, als extrem schwierig betrachtet. Bitte lies dir das Post von Vikky noch einmal durch, da kannst du sehen, wie es sein kann. Für mich wäre das nichts, ich benötige jemand, der auch für mich da ist, der auch auf mich Rücksicht nimmt, und der mir eine wohlige Wärme verschafft. Ich persönlich rate dir von der Beziehung zu einem Asperger Autisten vehement ab. Es gibt genug Probleme im Leben, die muss man sich noch nicht extra I s Haus holen. Aber da ist jeder Mensch anders. Ich z.b. habe keine Probleme mit körperlichen Krankheiten, alles andere ist nicht meins.
 
  • #18
Ja das ist auch meine einzige Frage.

Man muss sich doch nicht auf Krampf jemanden suchen, der einem schlechte Gefühle beschert?

Ist doch egal, ob ER krank ist, ein Sadist oder nur desinteressiert.

Wo ist dein Selbstschutz?

Warum gibst DU dir sowas?
Über sowas kann ich nur traurig den Kopf schütteln

Da sucht nicht jemand auf Krampf jemanden der einem schlecht tut sondern kann jemandes Verhalten nicht einschätzen!

Aus Aspi Sicht ist (leider) das Umfeld extrem wichtig um sich zu öffnen, Dinge die ein Normalo intuitiv beherrscht muss man sich mühsam zusammen stückeln, klappt auch bei Vertrauen und im gewohnten Umfeld nicht immer. Ist tagesfomabhängig usw.

Und dann poltert so eine pauschale Meinung über einen drüber

Schon mal daran gedacht, dass das der Grund ist, sich aus Selbstschutz davon fern zu halten und das Zeit, Vertrauen und Gespräche oft Wunder wirken sich zu öffnen.

Liebe TE, man kann vielleicht nicht alles im Umgang gleich verstehen aber das heißt noch lange nicht das er dir ein schlechter Umgang ist
 
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  • #19
Da sucht nicht jemand auf Krampf jemanden der einem schlecht tut sondern kann jemandes Verhalten nicht einschätzen!
Sehr ich anders. Sie schrieb, dass er sie schlecht behandelt, sie ignoriert.
Und sie lief ihm nach, machte massiv Druck, bis er diese Aspersache raushaute.

Ich meine: jeder ist für sein Glück selbst zuständig.

Wenn mich einer ignorieren würde, wäre er raus aus dem Spiel. Warum läuft man dann noch nach?

Wenn man sich als Mutter Teresa für jedermanns Leid zuständig sieht und meint sich alles bieten lassen zu müssen, weil der andere ja krank ist oder heilen, helfen und retten will... finde ich so eine Einstellung nur einfach sehr ungesund.

Ich würde mir freiwillig (und nichts anderes ist onlinedatig) keinen aussuchen, dessen Krankheit absehbar mein Leben einschränkt. Ist ja nicht so, dass sie ihn ewig kannte und er dann erst während der Beziehung erkrankt ist. Zumal Asperger keine Krankheit i.d.S. ist.

Man muss doch nicht alles nehmen, nur weil es da ist.

Ist man ein schlechter Mensch, wenn man einen geistig und körperlich möglichst gesunden Partner sich wünscht?

Aber in der heutigen Zeit der political correctness offenbar schon.
 
  • #20
Man muss sich doch nicht auf Krampf jemanden suchen, der einem schlechte Gefühle beschert?
ist doch nicht nur so mit ihm, sondern wie immer im RL, es gibt 2 Seiten:
Es ist immer schön, wenn wir uns getroffen haben.
Die FS ist auf dem Weg, für sich zu klären, ob es auf Dauer geht wegen seines Verhaltens.

Wenn eine Stunde Entfernung für ihn schon ein beinahe unüberwindliches Hindernis darstellt so wird es wohl schwierig für ihn werden seine Gewohnheiten und Strukturen auch nur ein Minimum zugunsten der Beziehung anzupassen.
Das ist eine gewagte Prognose. Mit zunehmender Vertrautheit und auch zunehmender Lebenserfahrung (wenn er jetzt 50 dann kommt da halt nicht mehr viel) können sich auch viele Asperger Strukturen und Gewohnheiten den veränderten Bedingungen in einer Beziehung anpassen.
Kommunikation besteht immer aus 2 Teilen: Sender und Empfänger und das auf beiden Seiten. Wie in jeder Beziehung gilt auch in der Beziehung mit einem Asperger: hat man eine Grundausstattung an Empathie und den Willen, sich auf den anderen einzulassen, dann funktioniert es halt besser miteinander.

Seien wir doch ehrlich:es gibt jede Menge kerngesunde Männer, deren Beziehungen an der Interpretationswut und Überemotionalität von Frauen scheitern - ist doch nicht nur ein Aspergerproblem (ignorieren) was die FS schildert, sondern machen eine Menge angenervte Männer auch so, wenn aus nichts ein Riesengetöse gemacht wird. Die Frauen halten sich da bloß nicht an der Diagnose auf sondern arbeiten sich sonstwie an dem Problem ab.

Für mich wäre das nichts, ich benötige jemand, der auch für mich da ist, der auch auf mich Rücksicht nimmt, und der mir eine wohlige Wärme verschafft.
Ich halte es für einen Irrtum, dass das generell nicht geht - Asperger hat viel zu viele Ausprägungen, von nicht vor die tür gehen können bis zu sehr erfolgreich berufsätiig sein und ein auf den ersten blick unauffälliges sozialleben führen können (auf den 2. Blick mit eher wenigen Kontakten und immer dem gleichen Menschentyp).
Mein Mann hat sich noch nie darüber beschwert, sondern fühlt sich mit mir wohl.
Mit vertrauten Menschen, die ich verstehe ist es nämlich kein Problem mit Nähe, bloss mit Herscharen von Fremden, deren Verhalten ich genauso merkwürdig finde wie sie meins (wenn ich was tun oder sagen würde), klappt es nicht - und ein intelligenter Mensch/Asperger weiß das und meidet diese Situationen.
Seinem Partner teilt er sich mit, was er da wahrnimmt und was daran unterträglich ist. So kann ein Paar wunderbar zusammenwachsen wenn beide es können und wollen.
 
  • #21
An Deiner Stelle würde ich die sicher zahlreichen Internetquellen zum Thema konsultieren und mir die Eigenarten der Krankheit und die Besonderheiten der Kranken heraussuchen. Dann würde ich mir überlegen, ob ich damit problemlos leben kann. Und mit natürlich auch überlegen, welche Auswirkungen das auf Kinder und Familie hat, wenn gewünscht.

" Asperger-Syndrom (Asperger-Autismus) ist eine autistische Entwicklungsstörung. Sie geht unter anderem mit einem eingeschränkten Einfühlungsvermögen, mangelhafter sozialer Kompetenz und oft ungewöhnlichen Sonderinteressen einher. "

Für mich klingt das jetzt schon an einigen von Dir beschriebenen Stellen nachdenkenswert. Menschen mit psychischen Defiziten würde ich für eine Beziehung aus dem Weg gehen. Nicht, weil sie schlecht oder böse sind, sondern weil es ja letztenendes Dein Leben ist, das Du damit verbringst, viele seiner Probleme und Defizite aufzufangen. Und mangelnde soziale Kompetenz und ein eingeschränktes Einfühlungsvermögen sind schon wirklich ordentliche Pakete für eine Beziehung...
 
  • #22
Ich möchte mal etwas medizinisches Wissen einwerfen:

Autismus ist eine tiefgreifende sozial- emotionale Entwicklungsstörung und gehört offiziell zu den seelischen Behinderungen.

Seit etwa 5 Jahren gibt es die alten Diagnoseverfahren:
Frühkindlicher Autismus (Kanner Autismus)
Atypischer Autismus
Asperger Syndrom
Hochfunktionaler Autismus
NICHT mehr.

Heute wird das unter Autismusspektrumstörung in ihren einzelnen Ausprägungen diagnostiziert und benannt.

Diese können halt auch in unterschiedlichen Ausprägungen vorkommen.

Fakt ist aber: Als Autist wirst du geboren und sterben, Autismus ist nicht heilbar.

Und ja, für Nicht- Autisten sind diese Ausprägungen mitunter befremdlich.

Dafür kann weder der Autist was noch der "Normalo"

Letzten Endes ist doch, unabhängig vom Autismus, die generelle Frage bei jeder Beziehungsanbahnung ob dies für dich ein kompatibler Mensch/Partner ist!

Du siehst jetzt einen kleinen Teil seines Ich's, was und das ist verständlich, nicht deinen Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen entspricht, dass wird sich bei näherer Betrachtung wohl nicht verbessern, er wird wahrscheinlich noch andere "Auffälligkeiten" sein eigen nennen.
 
  • #23
Meine Erfahrung mit Menschen wie Dir ist: es mangelt Dir an Empathie
Das wissen wir doch gar nicht. Das ist mal wieder ein Pauschalurteil Deinerseits. Die FS hat keine Erfahrung mit Aspergern und holt sich hier Rat. Sie meldet sich ständig bei ihm, obwohl er sie ignoriert. Das ist ja schon mal mehr als die Mehrheit der Foristen machen würde.
Wenn Asperger extrem empathische Menschen benötigen, selber aber empathiebefreit sind, dann frage ich mich in "meiner geistigen Einengung " , wer, wenn nicht mit einem ausgeprägten Helfersyndrom gesegnet, sollte das sein?
Ich würde mich weder ignorieren lassen wollen noch irgendjemanden ständig anschreiben, egal, ob Asperger oder Arschloch. Aus dem einfachen Grund, weil ich mir selbst da doch am nächsten stehe.
Aber chapeau @Vikky , habe ich bei Dir nicht gewusst und einiges über Asperger gelernt.
W,55
 
  • #24
Mit zunehmender Vertrautheit und auch zunehmender Lebenserfahrung (wenn er jetzt 50 dann kommt da halt nicht mehr viel) können sich auch viele Asperger Strukturen und Gewohnheiten den veränderten Bedingungen in einer Beziehung anpassen.
Mich erinnert das an meinen Ex. Der ist zwar kein diagnostizierter Asperger, hat meiner Meinung nach durchaus auch autistische Züge, irgendwas in der Richtung.

Das Ding war: ich wusste, dass er mich liebte. Er konnte es nur nicht so zeigen, dass ich es auch fühlen konnte. Der Verstand wusste es, dennoch bin ich emotional verhungert in der Beziehung.

Ich hab auch immer gehofft, dass er sich noch ändert mit zunehmendem Alter und Vertrauen. Ich hielt ihn anfangs auch nur für extrem schüchtern und introvertiert. Aber er konnte auch keinerlei positiven Gefühle zeigen (völlig empathiefrei verbal draufhauen hingegen sehr gut).

Ja da habe ich mich auch daran abgearbeitet und habe lange gebraucht zu erkennen, dass er sich nicht ändern wird.

Ich kenne ihn nun seit 30 Jahren, die Hälfte davon hatten wir eine Beziehung.

Und ich kann sagen, dass er sich in seiner Art kaum geändert hat, vielleicht etwas kommunikativer geworden ist, aber nicht grundsätzlich, seine Freundin tut mir diesbezüglich auch leid. Sie ist sehr herzlich und emotional. Aber er ist bei ihr nicht anders als früher bei mir, so dass ich davon ausgehe, dass es nicht an mir lag.


Klar kann man ihn verstehen wollen,aber zu welchem Preis? Das man selbst dabei nur im Defizit lebt? Er leidet ja nicht unter sich selbst...

Daher mein Rst an die FS: love it or leave it.... auf Änderung hoffen ist verschwendete Zeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #25
Millu,

Was ich inzwischen gelernt habe, ist dass die Frage, WIE kann ich mit einer Eigenheit umgehen, die falsche ist.
Die Frage sollte heißen - WILL ich damit umgehen.
Was bedeutet es für mich, was nehme ich in Kauf, verletzt es mich, überschreite ich meine Grenzen, verleugne ich meine Bedürfnisse... Tut mir das gut.

Und dann habe ich die Antwort, ob es um Asperger geht, oder um Anderes.

Der Andere ändert sich nicht, entweder ich mag ihn so wie er ist, fühle mich wohl mit ihm, oder ich lasse es.

W, 51
 
  • #26
Die Frage sollte heißen - WILL ich damit umgehen.
Was bedeutet es für mich, was nehme ich in Kauf, verletzt es mich, überschreite ich meine Grenzen, verleugne ich meine Bedürfnisse... Tut mir das gut.
Ich denke, man muss hier sauber trennen zwischen Mitleid, Liebe und Selbstfürsorge. Und das auch mit der eigenen Lebensplanung abgleichen, was zum Beispiel Kinder angeht. Er wird sich nicht wirklich ändern und die FS muss dann mit ihm dauerhaft so klarkommen, wie er ist. Und eigentlich nicht nur klarkommen, sondern sie muss seine Art gerne mögen.
 
  • #27
Das ist mal wieder ein Pauschalurteil Deinerseits.
Es ist kein Pauschalurteil.
Er sagt der FS, dass er Probleme hat, in Kontakt zu gehen. Er geht grad nicht in Kontakt. Sie missinterpretiert es als "ignorieren", obwohl sie alle benötigten Informationen hat, zu erkennen: er hat (wegen Konflikt, den er möglicherweise garnicht erkennt?) grad Probleme mit ihr in Kontakt zu gehen oder auch garkein Bedürfnis nach Kontakt, weil mit irgendwas "Wichtigerem" beschäftigt, s.u.

Gut, ich sehe ein: vielleicht ist die Unfähigkeit bei ihr, die ihr vorliegenden Informationen richtig zu verknüpfen kein Mangel an Empathie sondern an Intelligenz. Hoffentlich lassen die Mods das stehen, denn das ist der Klassiker für milden Asperger.

Für alle, die es noch nie erlebt haben: so kann es laufen in einer Beziehung mit speziellen Menschen und es braucht echt was an Personality, da nicht gekränkt zu sein, sondern sich hinzusetzen und sich zu fragen, was da dran ist und wei man zukünftig mit solchen Fallen umgeht.
Der Asperger muss einem verdammt viel wert sein, wenn man sich das dauerhaft antut bzw. muss der Partner durch Empathie und Intelligenz fähig und willens sein solche Situationen vermeiden können.

Bei mir ist es kein Dauerzustand sowas auszusprechen, sondern extrem selten. Ich hülle mich eher in Schweigen und versuche zu verstehen, warum der andere sich aus meiner Sicht merkwürdig verhält. Insgesamt habe ich auch garkein Bedürfnis nach Kontakt mit Menschen, die sich so merkwürdig verhalten, Fakten irgnorieren oder gar verdrehen - viel zu stressig.
Es ist schon schwer zu erkennen, dass der andere "ignorieren" versteht, wenn ich grad nachdenke, z.B. wegen schlechter Stimmung deren Ursache ich nicht verstehen kann.
Ich hocke dann kontaktmäßig 3 Wochen im Keller, denke darüber nach, lese Bücher über das menschliche Verhalten, suche darin Muster, um zu erkennen, was für ein Film da grad läuft und wie ich sinnvoll damit umgehe.

Ich bin grad wahnsinnig froh, dass ich einen intelligenten, empathischen und humorvollen Mann habe, der bei so einer Antwort schallend lacht und mir sagt "pass auf, wem Du das sagt. Es könnten Deine letzten Worte sein".
@Lionne69 - vollkommen richtig: aushalten langt nicht, man muss es mögen, nicht nur den Menschen. Mein Mann sagt: er hatte noch nie so viel Spass im Leben.
 
  • #28
Ich halte es für einen Irrtum, dass das generell nicht geht - Asperger hat viel zu viele Ausprägungen, von nicht vor die tür gehen können bis zu sehr erfolgreich berufsätiig sein und ein auf den ersten blick unauffälliges sozialleben führen können (auf den 2. Blick mit eher wenigen Kontakten und immer dem gleichen Menschentyp).
Mein Mann hat sich noch nie darüber beschwert, sondern fühlt sich mit mir wohl.
Mit vertrauten Menschen, die ich verstehe ist es nämlich kein Problem mit Nähe, bloss mit Herscharen von Fremden, deren Verhalten ich genauso merkwürdig finde wie sie meins (wenn ich was tun oder sagen würde), klappt es nicht - und ein intelligenter Mensch/Asperger weiß das und meidet diese Situationen.
Seinem Partner teilt er sich mit, was er da wahrnimmt und was daran unterträglich ist. So kann ein Paar wunderbar zusammenwachsen wenn beide es können und wollen.
Liebe Vikky,
Danke für diesen Post.
Es hilft zum Verständnis, und zeigt mal wieder, dass es bei Besonderheiten eben auch Chancen gibt.
Es hängt immer davon ab, was man damit macht - und vom Gegenüber.

Und danke, denn nun kann ich manche Deiner Posts deutlich besser einschätzen - manchmal waren sie mir nämlich viel zu direkt, sicher wahr, aber... Uff. Warum manchem die Wahrheit so in die Ohren hauen? Auch wenn die Analyse oft sehr präzise ist.
Aber dann bist es eben Du, mit Deiner Wahrnehmung, und Deiner Art.
Wobei wir ja alle auf unsere jeweilige Art speziell sind.

Das Leben ist bunt.

Ich freue mich für Dich, dass Du so einen für Dich passenden Partner gefunden hast. Es klingt immer sehr liebevoll, wenn Du von ihm schreibst.

Ob die FS es lernen möchte, sich hinein fühlen wie Dein Mann?
Sie muss es wollen und sich damit gut fühlen.
Ich glaube nicht, dass es bei ihr gelingt.

W, 51
 
  • #29
Abgesehen von seinem Asperger, würde ich sagen, er will eine Person vor Ort, auf die er verfügbar zugreifen kann und die sich in seinen Tagesablauf und seinen Strukturen einfügt. Er kommt schlecht mit der Sehnsucht und dem Vermissen klar, und dass man Dinge spontan redet und unternimmt, er will dafür Zeit und andererseits seinen Tagesplan nicht groß ändern. Ich habe eine Bekannte, sie möchte auch angekündigte feste Telefonzeiten und eine Vorlaufzeit für Verabredungen, wo sie im Vorfeld weiß was gemacht wird. Sie hat auch ihren festen Tagesplan und ihr Tagespensum, von dem sie ungern abweicht und ist zwar unflexibel, aber liebenswert und zuverlässig. Sie ist eher durchorganisiert und nimmt sich Zeit, wenn sie rechtzeitig davon weiß. Sie mag keine spontanen Änderungen und Überraschungen. Asperger hat sie nicht, nur ihre Regeln. Sie hat gemerkt, dass sie bei Sponanität, ihre Termine und anderen Vorhaben nicht schafft, und dies ihre Struktur durcheinander wirbelt. Wenn ihr beide es nicht geschafft habt, Euch einzuschwingen, was auch an ihm lag, weil er auch so spät mit der Sprache rausrückte, so zeigt er sich auch nicht sehr kompromissbereit, weil er im Grunde von Beginn keine Fernbeziehung wollte, so wie eine selbsterfüllende Prophezeihung, eben das er Zweifel von Anfang an hat, dass es was zwischen Euch wird. Es fällt ihm schwer sich bei Dir zu melden, da hat er Hemmungen, vielleicht sieht er keinen Sinn oder es überfordert ihn über Belangloses zu plaudern. Wenn er Dich jetzt ignoriert, muss man den Menschen irgendwann ziehen lassen und loslassen, weil ein Kontakt lebt vom Austausch. Du wärst in seinem Leben nur Zaungast und zunehmend enttäuscht und verunsichert, wenn er sich nicht in sein Leben einbindet. Da nimmt man unabsichtlich auch noch viele Fettnäpfchen mit, kommt ungelegen, wenn er sich über seine Empfindungen ausschweigt. Du bist auch nicht seine Mutter, feste Partnerin worüber er sich erklären muss, auch wenn Du ihn dann besser verstehen würdest, der Stachel der Enttäuschung sitzt bei Dir erstmal, dass er Dich nicht ins Vertrauen zieht, was gerade in ihm vorgeht, so dass Du den Erklärungen nachlaufen musst. Du kannst andere Leute fragen oder auch Dir selbst Gedanken machen, nur es sind alles Vermutungen. Er muss sich Dir öffnen, dass Du ihn kennst und erreichst, in der Art eines Handbuches, halt wie er persönlich tickt. Das ist in allen Beziehungen so. Es ist auch müßig Gedanken zu lesen & Hellzusehen, warum er sich verhält, wie er sich verhält. Als nächstes fasst Du ihn mit Samthandschuhen an, verleugnest deine Persönlichkeit und Meinung, nur um Missstimmung zu vermeiden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #30
Er sagte, es fällt ihm manchmal Sau schwer sich zu melden. Jetzt zB ignoriert er mich.. Warum macht er das? Hat da jemand Erfahrung?
Jeder einzelne Betroffene mit ASS ist anders. Es ist nicht richtig, dass Leute mit AS nicht lügen. Es gibt einige die lügen können, dass sich die Balken biegen, die stehlen, manipulieren etc. Mit der Diagnose hat man nicht den Heiligenschein für sich gepachtet.

Warum er sich oft nicht meldet wird den Hintergrund haben weil ihn das überfordert. Da geht es nicht um ein nicht wollen sondern nicht können. Leute mit AS haben oft Probleme damit soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und in Folge dessen ein regelmäßiges Meldeverhalten. Je nachdem was du ihm schreibst ist der damit beschäftigt deine Nachricht zu entschlüsseln und sich dann lange zu überlegen was er dir zurückschreibt, ob das was er schreibt ok ist. Viele telefonieren nicht weil sie es nicht können, Angst haben, deswegen verstehe ich seine Bedenken, dass du eine Stunde von ihm entfernt wohnst. Ob dieser Mann zu dir passt solltest du dir ganz genau anschauen und gut abwägen.
Du solltest ein selbständiger Mensch sein, der sein eigenes Leben hat, der sich nicht von einem Partner abhängig macht und in dem Fall auch keine Erwartungshaltung mitbringen. Willst du dich auf einen AS Mann einlassen und hast von seinen Eigenheiten und seinen Besonderheiten so gar keine Vorstellung dann endet das in einem Leiden auf beiden Seiten. Das ist kein Mann der dich mit Blumen überrascht, dich mit Liebesbekundungen überhäuft, der zuerst an dich denkt (auf dein Wohl) und dann auf sich schaut, der ein Miteinander lebt. Das muss dir bewusst sein. Es gibt Ausnahmen wo es anders ist aber die kannst du suchen.
 
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