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Gast

  • #1

Mein EX- Mann legt sehr viel Wert darauf, dass unsere Tochter privat krankenversichert ist

Leider muss ich nun die Hälfte der sehr hohen Zahnklammerkosten unserer Tochter mittragen, was an sich selbstverständlich ist, aber aufgrund der Tatsache, dass meine gesetzliche KV nur eine Selbstkostenbeteiligung von 20 % fordert,ziemlicher Luxus ist. Mein EX möchte dem aber nicht zustimmen.Meine Tochter ist gesund und munter und ich weiß nicht ,welchen Vorteil das wirklich haben sollte. Wer gibt mir Argumente zur Hand und/ oder Tipps.Danke.
 
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Gast

  • #2
Wenn das Geld bei der Gesundheit Deines Kindes das einzige Argument und das einzige Problem ist, dann tut es mir leid.

Sei froh, daß wenigstens Dein Ex-Mann weitsichtig genug ist, Deiner Tochter Gesundheit bzw. Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen. Im Moment mag sie gesund und munter sein und hoffentlich bleibt das für immer so. Dennoch: gerade WENN etwas passiert, werdet Ihr alle froh darüber sein.

An Gesundheit spart man nicht. Schon gar nicht, wenn es um das eigene Kind geht.
 
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Gast

  • #3
Private Krankenversicherung heisst in Deutschland nicht bessere Medizin


Die Intensivstation ist klassenlos

Organe werden nicht nach 1. Privat 2. Kasse "verteilt"

Im 1 Bett Zimmer heilt eine Wunde nicht schneller

Operationen werden bei Kassenpatienten nicht vom Lehrling durchgeführt

Mit den von der Kasse bezahlten Medikamenten kann man gute Medizin machen

Privatpatienten werden manchmal überbehandelt des Umsatzes wegen


Zumindest derzeit bietet die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland m.E einen ausreichende Versorgung bei Krankheit. Auch ist die Gleichung mehr Geld für Medizin = längeres oder zumindest besseres Leben nicht zutreffend. ( Es gibt Leute die dem nicht zustimmen würden, ein Schelm wer Schlimmes dabei denkt)

Es ist hingegen bewiesen, dass ein höheres Einkommen und eine gesunde Lebensführung Menschen länger leben lassen. (Der Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung ist ausgeprägt, er bleibt bestehen wenn man Risikofaktoren wie rauchen , Uebergewicht mit einbezieht)

Arzt
 
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  • #4
Es ist für die Gesundheit schon besser, privat versichert zu sein. Wenn Du es Dir allerdings finanziell überhaupt nicht erlauben kannst und Dein Mann entsprechend mehr Geld zur Verfügung hat, dann sprich doch mit ihm darüber. Möglicherweise macht es ihm gar nichts aus, den kompletten Zuschuss alleine zu tragen?
 
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Gast

  • #5
[Mod: Diffamierende Äußerung entfernt.] Lass den Ex doch die 50 % zuzahlen.
 
  • #6
Erfahrungen aus meinem Umfeld:

wer privat versichert ist, zahlt, was den Arzten bei gesetzlich Versicherten entgeht.
so werden gerne unnötige, teure Zusatzleistungen durchgeführt (oder auch nur abgerechnet - aufpassen), die darüber hinaus noch der Gesundheit schaden können.
Im Alter zahlt man sich dumm und dämlich und wird von Arzten als zu melkende Kuh gesehen.

Junge gesetzlich Versicherte werden angemessen verpflegt, bei Älteren wird oft nur das absolute Minimum durchgeführt oder das Sterben erleichtert.

Ich denke für Kinder ist die GV besser.
 
  • #7
Ich verstehe das spezielle Problem mit den Zahnklammerkosten gar nicht. Die GKV fordert von dir "nur" die Übernahme von 20% der Kosten und das ist für dich (zu) viel Geld? Und wovon genau musst du jetzt die Hälfte bezahlen? Von den 20%? Das hieße ja 10% von der ursprünglichen Summe. Das erscheint mir nicht besonders viel. Aber sag mal konkret, über welchen Betrag wir hier eigentlich reden.

Was die Frage angeht, ob deine Tochter privat oder gesetzlich versichert werden sollte, so stimme ich #2 zu. Als Privatpatient verkauft man dir jede Menge unnütze Scheiße, weil man für die gleiche Leistung wesentlich mehr von der Kasse bekommt als für einen GKVler. Und wenn man keinen Selbstbehalt vereinbart mit der Kasse, dann sind die Beiträge in der PKV ziemlich hoch. Oft wird die Übernahme bestimmter Kosten von der PKV auch ganz einfach abgelehnt und du kannst dann sehen, wo du bleibst. Von wegen "bessere Leistungen in der PKV" - das sind in erster Linie Werbeversprechen. Laut Vertrag erstatten die Kosten für "medizinisch notwendige Leistungen". Was allerdings medizinisch notwendig ist, darüber gibt es häufig Streit, gerade weil den PKVlern natürlich jeder Blödsinn als medizinisch unbedingt notwendig verkauft wird. Am Ende zahlt die PKV die Kosten nicht und du bleibst drauf sitzen. Ist bei mir schon mehrfach so gelaufen.

Das solltest du deinem Ex-Mann so erzählen. Dann muss er mit guten Argumenten kommen, warum eine PKV DOCH notwendig ist. Und diese Argumente gibt es nicht.
 
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Gast

  • #8
1. Hier ist die unterschiedliche Behandlung von Kassenpatient und Privatpatient deutlich spürbar, schon was die Terminvergabe angeht.

2. Wie ist das bei Euch ? Angefangen muß zunächst bei der Frage "Was ist die günstigste Lösung ?" Wenn sie bei Dir in der gesetzlichen Kasse mit drin ist, ist das die günstigeste Lösung.

3. Zu prüfen ist nun, ob die günstigste Lösung auch hinreichend Versicherungsschutz bietet. Wenn nein gibt es noch immer den Weg, eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Das bietet den gesetzlich Versicherten die Vorteile eines Privatpatientendaseins. Dies ist billiger als eine private Krankenversicherung mit Vollbeitrag.

Wenn Dein Ex die Privatversicherung Euerer Kleinen wünscht, dann soll er doch bitte im Monat die private Zusatzversicherung zahlen - punkt. Wo liegt denn da das Problem ?
 
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Gast

  • #9
Es gibt aufgrund der Situation im Gesundheitswesen kaum noch Gründe für eine private Krankenversicherung. Die Beiträge dort sind in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Kostenvorteile gibt es kaum noch. Die Vorteile, mit denen die PKV werben (Einzelbetten, Chefarzt) sind in der Praxis nichts wert. Es gibt auch vermehrt Meldungen, dass die PKV Leistungen verweigern oder die Genehmigung verzögern.
In den einschlägigen populären Wochenzeitschriften sind hierzu haufenweise Infos zu finden.
Wenn man bereits in jungen Jahren in eine PKV geht, kann man durch die lange Ansparzeit ggfs. einen merklichen Kostenvorteil erzielen. Vor z.B. 10 Jahren gab es da noch deutliche Unterschiede zu Gunsten der PKV. Heute nicht mehr.
Vorsichtig muss man auf jeden Fall bei der Tarifwahl sein. Nicht jeder Tarif beinhaltet eine Kostenerstattung bei Zahnersatz. Und: Versicherungsvertreter sind keine neutralen Berater! Dafür sind die Provisionen einfach zu hoch.
Keine PKV wird die Kosten jetzt noch übernehmen. Da gibt es immer Wartezeiten von mehreren Monaten.
Bei www.eltern.de gibt es einen guten und neutralen Artikel zum Thema, der über Vor- und Nachteile aufklärt.
 
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  • #10
Liebe FS,

um dir fachlichen Rat geben zu können, stellen sich mir folgende Fragen:

- Wie alt ist eure Tochter? Wann wird sie voraussichtlich eine Ausbildung (Schule, Beruf, Studium) beendet haben?
- Ist sie bei dir familienversichert in der GKV?
- Du bist pflichtversichert?
- Wie ist dein Ex-Mann versichert: privat, freiwillig in der GKV, pflichtversichert?
- Habt ihr weitere Kinder? Wie alt?
- Hat die kieferorthopädische Maßnahme schon begonnen? Ich nehme an, sie ist schon angeraten worden? Sind die Maßnahmen dringend oder kann man sie noch aufschieben?
 
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  • #11
Soso, jetzt haben wir hier also den Krankenkassenthread... Marktforschung Marke "dem Volk aufs Maul geschaut"...
Es ist so, wie es #2 geschrieben hat: Privatversichert heisst nicht unbedingt, dass die bessere Medizin gemacht wird. Die GKV ist genauso zur medizinischen Leistung verpflichtet.

Es sei denn, du willst eine Schönheitsoperation ;-)

Informiere Dich über spezielle Zusatzversicherungen, wenn Ihr meint, das müsse unbedingt sein. Schreibe die Versicherungen (Versicherungsmakler) direkt an und lasse Dich ausführlich beraten.
 
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  • #12
Wenn ich die Frage richtig interpretiere, zahlt die PKV des Vaters nur 50% und die GKV der Mutter aber 80% der kieferorthopädischen Maßnahme der Tochter. Hinsichtlich dieses Leistungsunterschieds kommen natürlich einige Fragen auf.

Ist der Vater möglicherweise Beamter (50% Beihilfe) oder ist die Tochter hinsichtlich dieser medizinischen Leistungen beim Vater so schlecht abgesichert? Sind die Klammern denn medizinisch erforderlich oder nur aus kosmetischen Gründen?

Zum Wunsch der Mutter, die Tochter bei sich mitzuversichern:

Es ist eines der häufigsten Kavaliersdelikte in unserem Sozialwesen, dass Eltern meistens versuchen ihre Kinder in der kostenfreien Familienversicherund der GKV eines Elternteils mit unterzubringen.

In der Regel besteht aber keine Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Familienversicherung. Diese ist eindeutig nach § 10 Sozialgesetzbuch V geregelt, d.h. die Tochter MUSS beim Vater in der PKV mitversichert werden, wenn dieser über ein Zwölftel der Jahresentgeltgrenze (2010 sind das 4162,50 € brutto) verdient. Nur wenn er mit seinem Einkommen darunter liegt und dennoch privat versichert ist (weil er vielleicht nach Versicherung in der PKV nicht mehr in die GKV zurückkehren konnte), besteht überhaupt eine Wahlmöglichkeit.

M/46
 
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  • #13
Die Zahnspange ist ein Sonderbedarf nach der Unterhaltstabelle. Jeder der beteiligten Elternteile muss sich anteilig nach seinem bereinigten Nettoeinkommen an den Kosten für die Zahnspange beteiligen.
Lass dich von deinem Anwalt beraten. Die 50 % Lösung wird gern von Männern vorgeschlagen, die deutlich mehr verdienen als die Frauen, damit sie nicht den Großteil des Sonderbedarfs zahlen müssen.

Ganz gleich also, ob private KV oder gesetzliche KV, dieser Aspekt sollte ebenfalls berücksichtigt werden.

eine genau zu diesem Thema leidgeprüfte Mutter, w, 50
 
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  • #14
Ich bin selbst privat versichert (Beamtin) und finde das nicht immer gut.
Klar, die Wartezeiten für einen Termin sind kürzer, ich kann zu jedem Arzt gehen, denn viele Ärzte nehmen nur noch Privatpatienten. Manche (aber nur sehr wenige) Leistungen werden nur von der Privaten übernommen.
Aber:
Ich schaffe es nicht, aus der Praxis zu gehen, ohne dass er versucht, mir eine "besondere" (und teure) Sonderbehandlung aufzuschwatzen.
Ich werde vom Chefarzt behandelt, der meist viel weniger Engagement und Einfühlungsvermögen hat als ein Assistenzarzt
Ich muss in Vorkasse gehen und dann meine Abrechnungen machen, was mich tierisch nervt

Und teuer ist die PKV auch, obwohl ich 50 % Beihilfe bekomme

Ich würde meinem Kind die Gesetzliche empfehlen.
 
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  • #15
Liebe Forum-Leser,

vielen Dank für die zahlreichen und informativen Beiträge zu meiner Frage. Eure Erfahrungen und
Meinungen haben mich in meiner Einstellung bestätigt. Natürlich ist es absolut selbstverständlich, dass
ich nicht an der Gesundheit meiner Tochter sparen möchte, aber hier geht es um mehrere Tausend Euro, die ich in der gesetzlichen KV ohne Nachteile sparen kann und lieber in die Bildung meiner Tochter investieren möchte.
 
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  • #16
An der Gesundheit spart man nicht- ich hab herzlich gelacht.
Als ob man schlagartig gesünder wird weil man in die Privatkasse zahlt.
 
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  • #17
Eine Alternative wäre eine Zahn-und Krankenhauszusatzversicherung. Dies ist nicht teuer, das Kind wäre in der Klinik Privatpatient und bei den Zähnen loht sich auf lange Sicht ,solch eine Versicherung auch. Diese Versicherungen habe ich auch für meine Tochter und meinen Enkel abgeschlossen. w/57
 
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  • #18
An die FS:

Bezüglich der Kieferorthopädischen Behandlung kann ich dir nur empfehlen, so früh wie möglich anzufangen, ich habe in der 1. Klasse meines Kindes damit angefangen, (ja, man kann viel früher mit der Behandlung anfangen, als allgemein gedacht) bin beim Proffessor der TU Berlin für Kieferorthopädie, als Kassenpatient, sehr zufrieden, und bekomme jetzt im Herbst nach Abschluss aller Leistungen, die meine KK bisher übernommen hat, ungefähr 1000,00 Euro Eigenanteil (die 20%)!erstattet, so das letztendlich alle Kosten meine GKV übernimmt.

Als mein Kind aufs Gym ging, brauchte sie tagsüber keine Spange mehr tragen und das hat den Schulwechsel erheblich leichter gemacht und Teenies haben eh schon genug Probleme mit ihrem Aussehen und sind nicht einsichtig, was das Tragen und Pflegen der Spange betrifft.

Ich habe einfach viel früher angefangen, mein Kind war noch lenkbar :) und hat daher die Spangen gut getragen und geputzt.

Ich habe also in 8 Jahren Behandlungszeit mit Vorbehandlung und Nachbehandlung nur 1000,00 Euro gezahlt. Auf die Jahre gerechnet, war das selbst für mich als Single-Mama zahlbar und viel Geld finde ich das nicht.

Ich denke, dass viele Kieferorthopäden noch zusätzliche Leistungen den Eltern aufdrücken, die von denen gezahlt werden, aber gar nicht sein müssten, sagt jedenfalls mein Kieferorthopäde.

w (46)
 
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  • #19
Bei geschiedenen Eltern besteht das Wahlrecht gesetzlich oder privat unabhängig vom Einkommen des jeweiligen Elternteils, d.h. wenn einer gesetzlich versichert ist, kann das Kind auch familienversichert werden. Obwohl das manche Anwälte nicht so wissen. Hatte aber zwei solcher Fälle in meinem Bekanntenkreis. Du bist nur verpflichtet, für Dein Kind eine Krankenversicherung abzuschließen, natürlich braucht das nur die kostengünstigste Variante, sprich die kostenlose Familienversicherung sein. Besteht Dein Mann auf der privaten Versicherung muss er die gesamten Kosten tragen, da Du ja Deiner Pflicht durch die gesetzliche Versicherung nachkommst. Versichere Sie einfach in der gesetzlichen und gut ist. Zur Not muss man dies gerichtlich klären lassen. Mit Extrakosten, die gegen meinen Willen entstehen, würde ich mich nicht belasten. Auch bei Sonderbedarf, zu denen Krankheitskosten zählen, muss vorher immer die Zustimmung des Unterhaltspflichtigen eingeholt werden. Du musst diese Zustimmung nur verweigern und auf die gestzliche Versicherung bestehen.
 
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  • #20
Liebe FS, ich hatte jetzt keine Zeit den ganzen Thread zu lesen, deshalb mag es hier zu Wiederholungen kommen.
Meine Tochter hat z.Z. ebenfalls eine kieferorthopädische Behandlung, wir sind der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Behandlung ist medizinisch notwendig, der Eigenanteil beträgt 20 %, die sogar nach erfolgreichem Abschluss der Behandluing erstattet werden. So weit, so gut. ABER: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur die minimal notwendigen Behandlungs- und Materialkosten! Alles, was zusätzlich anfällt,muss ich selbst bezahlen (z.B.: Beim Tragen einer festen Zahnspange ist eine zusätzliche Versiegelung der Zähne sinnvoll, wird von der gesetzlichen Krankenversicherung aber nicht übernommen usw. , ich könnte jetzt noch viel mehr Beispiele anführen, was an zusätzlichen Kosten anfallen könnte). Um jetzt zu beurteilen, was in deinem Fall wirklich günstiger ist, müssten von der gesetzlichen und der privaten Versicherung die kompletten Behandlungspläne mit allen Extras vorliegen. Wieder anders sieht es aus, wenn noch eine zusätzliche Versicherung für zahnärztliche Behandlungen vorliegt.
 
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  • #21
Vielen Dank noch einmal an die Schreiber.Mein Fall ist identisch mit den Beschreibungen der
Nr. 17. Wir haben aber erst in der 4. Klasse damit angefangen.
Danke
 
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