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Gast

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  • #1

Mein Freund möchte zu mir in meine Wohnung ziehen!

Wir sind seit 4 Monaten zusammen( ich 37 , er 48, geschieden ) alles scheint perfekt, wenn wir uns treffen ist er meist bei mir. Er hat natürlich auch eine Wohnung, doch für meinen Geschmack zu uneingerichtet, ehe kalt und zu klein für einen Mann seines Alters. Seit einiger Zeit möchte er hier ganz bei mir einziehen! Im Prinzip hätte ich ja nichts dagegen, nur meine ich, dass der Zeitpunkt zu früh ist. Außerdem, wenn schon zusammen ziehen, dann in einer neuen, großen Wohnung, was aber hier in HH sich als äußerst schwierig gestaltet, natürlich auch mit klar getrennten Kosten. Ich jedenfalls würde mich in einem gemachten Nest nur als Gast vorkommen, doch das sieht er ganz anders! So langsam kommen mir Bedenken!
 
  • #2
Er zu dir? schon mal komisch, schon nach 4 monaten noch komischer.. würde mich nicht darauf einlassen, bei dem hab ich schon beim zuhören ein eigenartiges gefühl.
 
  • #3
Ich bin in ähnlichem Alter und wollte definitiv, wenn zusammenziehen, dann in Räumlichkeiten, bei denen Nachwuchs problemlos möglich wäre und die gemeinsame Wohnung gemeinsam gestalten. Seine Wohnung, sein Antrieb und sein Tempo in Verbindung mit geschieden machen mich hellhörig. Ich würde zu niemandem in die Wohnung ziehen, wenn derjenige mich nicht darum bitten würde. Von selbst würde ich mich nie aufdrängen. Seltsam, sehr seltsam.
Es wäre interessant zu sehen, wie er reagiert, wenn Du ihm einfach sagst, daß Du dazu noch nicht bereit bist. Akzeptiert er es und kommt von sich aus auch viele Monate nicht mehr darauf oder wird er sauer? Könnte gut sein, daß er finanziell oder anders unter Druck steht ... Wenn Ihr Euch immer bei Dir trefft, würde sehr achtgeben, daß er nicht sukzessive "heimlich" irgendwann komplett einfach bei Dir eingezogen ist.
Zusammenziehen birgt die Gefahr, daß einer auf den kompletten Kosten sitzenbleibt. Dafür wäre schon viel Vertrauen nötig und auch ein gewisses offenlegen von finanziellen Verhältnissen. Würde ich mal wissen wollen, wie er so darauf reagiert ...

Mary - the real
 
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Gast

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  • #4
Ich würde auch raten, hier ist Vorsicht geboten! Er scheint unter (finanziellem) Druck zu stehen. Kläre es in Ruhe ab und laß dich zu nichts drängen. Denn wenn du bereits jetzt ein ungutes Bauchgefühl hast - wer weiß, was daraus wird...
 
  • #5
Das würde ich nach nur 4 Monaten Beziehung niemals zulassen; da kann noch zu viel schiefgehen, auch wenn jetzt noch alles perfekt scheint.

Warum möchte er denn seine eigene Wohnung aufgeben? Wenn er nicht gerade ganz knapp bei Kasse ist, ist das doch unklug. So eine zweite Wohnung ist doch ideal als Rückzugsgebiet, falls man sich mal nicht so gut versteht.

Ich würde eine schrittweise Lösung des Problems vorschlagen. Da du ja nichts dagegen hast, dass er sich bei dir aufhält, kann er ja immer öfter zu dir kommen und nur noch sporadisch in seiner eigenen Wohnung bleiben. Er sollte dann aber auch die laufenden Kosten in deiner Wohnung übernehmen. Ein gutes Modell könnte sein, dass er die Lebensmittel bezahlt und du die Miete inklusive Nebenkosten. Dass seine eigene Wohung natürlich immer mehr ungenutzt brach liegt, ist halt so. Aber sie ist ja eh klein und dürfte nicht viel Miete kosten.

Übrigens: Einen Wohnungsschlüssel würde ich ihm nach 4 Monaten noch nicht geben. Den würde ich ihm als symbolische Geste dieses Jahr zu Weihnachten schenken.
 
  • #6
@ 4 ThomasHH

Sehr gut, den Wohnungsschlüssel grundsätzlich nicht rasch rauszugeben!
Nur wie soll sie das machen, wenn er nur noch sporadisch in seiner Wohnung ist???

Mary - the real
 
  • #7
4 Monate sind viel zu früh für's Zusammenziehen, wenn es nicht wirklich ausnahmsweise ganz besonders exzellent passt, und selbst dann wäre ich skeptisch.

In diesem Fall scheint er Probleme zu haben, wahrscheinlich finanzieller Natur. Lass Dich bloß nicht drauf ein! Den wirst Du nur mit riesigem Ärger wieder los. Vielleicht solltest Du mal etwas mehr seine finanzielle Situation ausloten. Habt Ihr schon über gemeinsame Urlaubspläne gesprochen? Urlaub wäre ja ein guter Test, mal drei Wochen ganztägig zusammen zu verbringen und Du siehst auch gleich, ob er sich das mühelos leisten kann. Mir schwant übles.

Sei bloß vorsichtig!
 
  • #8
@#5: Das "sporadisch in seiner Wohnung" bezog sich mehr auf das Übernachten. Den praktischen Umstand, dass er ohne Schlüssel nur bei ihr aufkreuzen kann, wenn sie auch zu Hause ist, muss er eben hinnehmen.
 
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Gast

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  • #9
Wir verabreden uns eben und sehen uns am Wochenende und auch in der Woche vielleicht zweimal. Einen Schlüssel hat er natürlich nicht. Ich bin beruflich sehr eingespannt, selbständig und benötige auch meinen persönlichen Freiraum. Er taucht hier auch nicht unangemeldet bei mir auf, dafür wohnen wir ca. eine Autostunde voneinander entfernt - er im Norden und ich im Westen Hamburgs- da möchte man schon die Gewissheit haben, dass der Andere auch da ist.
Über das Finanzielle haben wir in so kurzer Zeit noch nicht gesprochen, ich bezahle mein Ding und er seines, doch jetzt, nachdem er so dringend bei mir einziehen möchte, werde ich mal direkt nachfragen - ausnutzen lasse ich mich sicher nicht ( ein Schatz ist er schon ), wie heißt es doch:
Bei Geld hört die Freundschaft auf!
 
  • #10
@#8: "Bei Geld hört die Freundschaft auf" ist einer der wichtigsten Grundsätze, der immer wieder vor Enttäuschungen bewahrt.

Noch mal zum Thema: Ich kann mir keinen Mann vorstellen, der lieber zu mir zieht als in eine neuen gemeinsame Wohnung, in der man sich eben nicht als Gast fühlt, sondern als Hausherr. Diese Haltung von Deinem "Schatz" gibt mir schon sehr zu denken! Wahrscheinlich ist er knapp bei Kasse.

Sprich wirklich mal über Urlaubsplanungen mit ihm -- Brainstorming, dann siehst Du, ob er bei allem Teurem abwinkt und stattdessen Camping an der Ostseee vorschlägt. Außerdem kann man mit einem geschiedenen Mann natürlich auch offen darüber sprechen, wieviel er eventuell für seine Ex zahlen muss. Das ist Dein gutes Recht, über die Finanzen bescheid zu wissen, gerade angesichts eines solchen Makels.
 
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  • #11
@8: Genau deshalb - und gerade wenn du selbständig bist - pass bitte auf! Einfach die rosarote "Er ist ein Schatz"-Wolke mal zur Seite schieben und schauen, ob eine dunkle Wolke darunter versteckt ist. Viel Glück!
 
  • #12
Ich geh' mittlerweile so weit, sogar zu sagen, daß bei Geld die Familie aufhört.
Naja, aus Schaden wird man klug ...

Mary - the real
 
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  • #13
Nach vier Monaten muß man da nichts übers Knie brechen. Geniest doch die Zeit, die ihr im Moment erlebt. Alles andere läuft nicht weg...

Susanne
 
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Loredana

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  • #14
Nach nur 4 Monaten --> never ever! Finde ThomasHH hat das sehr trefflich formuliert, bin ich ganz konform!

Gruß.. Loredana
 
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Berliner30

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  • #15
@Fragensteller: ich finde das nicht so komisch wie z.B. #1 Thomas das sieht. In der eher jüngeren Altersklasse ist das relativ normal. Ich kenne einige (meistens arm dran), die schnell zusammengezogen sind. Hier in Berlin gibts so viel leerstand, da sucht man sich was neues, keine Frage, aber wenns bei euch nicht geht, dann finde ich das nicht merkwürdig. Ob das im höheren Alter auch öfters vorkommt, kann ich dir nicht sagen.

Ich persönlich bevorzuge die Variante wie von #4 Thomas HH beschrieben: mal hier und mal da längere Stücke zusammen wohnen und später nach längerer Zeit sich eine neue gemeinsame Wohnung/Haus zu suchen.
 
  • #16
@Fragestellerin: Übrigens ist es auch aus seiner Sicht unklug, so früh mit dir zusammenzuziehen und seine Wohnung aufzugeben. Wenn ihr euch unerwartet nach kurzer Zeit wieder trennen wollt, dann wirst du ihn aus deiner Wohnung rausschmeißen. Und dann muss er sich unter Zeitdruck eine eigene Butze suchen. Aber gerade bei billigen Wohnungen gibt es hier in der Hansestadt große Konkurrenz. Das Risiko würde ich nich eingehen.

Das wäre auch das Argument, das ich ihm vorhalten würde. Nicht so sehr die (berechtigte aber unbewiesene) Vermutung, dass er klamm sein könnte und daher nur eine günstige Bleibe sucht.
 
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  • #17
Viele Männer können einfach nicht alleine leben.

Klingt für mich so, dass er nach Scheidung möglichst schnell wieder "untergebracht" sein möchte = Fortsetzung des Ehelebens, nur halt mit anderer Partnerin.

Aber ist das nicht Kennzeichen der seriellen Monogamie?

Winzig kleine, allerdings urgemütliche Wohnung (1 Zi, sehr schöne Lage) habe ich als Mann von Mitte 40 übrigens auch! Nicht, weil ich klamm wäre, sondern weil ich mich nicht zu Tode arbeiten will, freie Zeit bevorzuge und auch noch Mittel frei haben möchte für viele andere Dinge und Projekte.

ICH würde die Sicherheit einer eigenen Bleibe NICHT für eine Frau aufgeben wollen. Das kann ja morgen schon wieder zu Ende sein?
 
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  • #18
Bloß nicht. Mein Ex ist auch nach fünf Monaten bei mir engezogen. Ich habe mich gefreut und er wohl auch. Er hat seine Wohnung behalten. Wir haben zusammen einen tollen Urlaub verbracht. Und man soll es nicht glauben was an einem vorbei gehen kann ohne dass man es mitbekommt. Seine Delogierung z. b. oder seine Arbeitslosigkeit. Ach ja, er war auch ein Schatz. Allerdings immer schneller am Postkasten als ich. Dahintergekommen bin ich erst, als ich den Gerichtsvollzieher in meiner Wohnung hatte. Mit dem hatte ich bis dahin noch nie was am Hut. Also Pass auf dich auf und lass dich nicht mit Geschichten einlullen. Fakten zählen.
 
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  • #19
Heute habe ich von ihm erfahren, dass seine Ex-Frau in seinem Haus thront, sie streiten sich noch um den Versorgungsausgleich und das auch noch mit zwei Kindern. Das kann ja heiter werden.
Ich höre immer wieder neue Geschichten von ihm, so langsam glaube ich nichts mehr!
Er wird auf keinen Fall in meine Wohnung einziehen, und so langsam wird mir das alles zu undurchsichtig und auch zu kompliziert. Ich bin ja eine völlig freie und unabhängige Frau, warum sollte ich mir das alles antun mit seinen Familiengeschichten. Ich habe eine schöne, große Eigentumswohnung, die ich auch gerne weiterhin mein Eigen nennen möchte. Bei diesem Mann beschleicht mich die Angst, so schlecht ist das Single-Leben eigentlich doch nicht.
Liebe Grüße an Nr. 17!
 
  • #20
Ich kann dir NUR UNBEDINGT davon abraten. Ich habe deshalb den Horror hinter mir. Wenn einer das zu schnell will und dann noch einseitig von sich aus darauf drängt: es stinkt zum Himmel!!! Wache auf, der Tag kommt, an dem du weißt, warum dein Bauchgefühl laut NEIN schrie!
Alles Gute und: trenne dich gleich, das wird nix.
 
  • #21
Seit einiger Zeit möchte er hier ganz bei mir einziehen!
Ganz klares Nein. Wenn jemand bei einem anderen einzieht, dann ja wohl nur auf dessen Wunsch hin. Sich selbst dazu einladen geht absolut ganz und gar nicht. Wenn jemand, wie in diesem Fall, seine eigene Wohnung nicht für partnerkompatibel hält, dann hat er sich bitteschön um den Umzug in eine gemeinsame neue zu bemühen. Und auch diese neue Wohnung muß bitte so beschaffen sein, daß der andere Partner sich dabei nicht verschlechtert.

Hat man nach, sagen wir, einem halben Jahr noch nichts gefunden, kann derjenige mit der geeigneteren Wohnung ja immer noch den anderen zu sich einladen. Aber sich selbst in die Wohnung des Partners wuchten: nie und nimmer.
 
  • #22
Ich finde das schnelle Zusammenziehen gar nicht so dramatisch. Ich bin bei meinem Mann nach einer Woche eingezogen. Aber bei dir meldet sich ja jetzt schon dein Bauchgefühl und da solltest du drauf hören. Hat er dir vorher nicht erzählt, dass er Kinder hat und in Scheidung lebt? Da wäre die Sache für mich jetzt gelaufen, wenn er das so lange vor dir geheim gehalten hat.
 
  • #23
Ich sehe das auch so, dass wenn man sich liebt, da kein Problem sein sollte, eine gemeinsame Lösung zu finden. Mit jungen Jahren macht man das oft, zusammenziehen ohne jahrelange Grundlage und dann irgendwann kommt die Angst vor Veränderung und Angst vor der Angst. Am Ende beschneidet man sich damit immer selbst. Die Lebensqualität.
Ein Gesunder Verstand bekommt mit ob der Mensch ehrlich ist oder nicht. Genauso kann man sich auch das Leben des anderen Zeigen lassen.
Bei Liebe muss man auch manchmal Risiken eingehen. Solange man nicht mit seiner Existenz spielt, wachse ich lieber an Offenheit und am Leben als Verbittert überall mich zu Schützen.
 
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