• #151
Eigentlich ist es doch ganz einfach, entweder akzeptiere ich das oder nicht. Das ist ja schon fast als wenn sie einen Grund sucht zum stänkern um die Beziehung zu töten.
Warum klär ich das nicht mit mir allein, warum muss ich anfangen meinen Partner Regeln für die Beziehung anerziehen zu wollen. Echt da wäre ich weg, es ist niemals eine Hilfe mit so dämlichen Vorderungen eine Beziehung halten zu wollen und wenn sie helfen will, dann nicht so. Mehr als hass wird sie nicht ernten von ihm. Eigentlich ist die Beziehung doch schon durch, so oder so.
 
  • #152
Soweit ich sehe hat die FS keine Bereitschaft geäußert ihren Partner bei seinem Loch nach Ende des Konsums zu unterstützen..noch scheint sie zu verstehen wie leer das Leben ohne Konsum ist.
Ist sie dann an seiner Seite?
Dazu würde gehören, dass beide davon ausgehen, dass es eine Sucht ist seinerseits.Er müsste den Wunsch haben aufzuhören. So, wie ich das hier gelesen habe, ist das für ihn ein Vergnügen, wie sagen wir mal der Kneipenabend mit Kumpels,dass sie ihm nun aus seiner Sicht madig machen will und dass er als null problematisch ansieht.
 
  • #153
Dianthus,

Nach Deinen - für mich unsäglichen - ganzen Einlassungen, bis hin zur Freischreibung von "Tätern" bestätigst Du zumindest mir, warum man als Mensch mit einem gesunden Maß an Selbstfürsorge um manche andere einen weiten Bogen machen sollte.
Vor allem die Opfer - Täter Umkehr - ja, so kann man es sich einfach machen.

Es gibt übrigens einen ganz anderen Weg für die genannten Probleme, sich einzugestehen, dass man selbst verantwortlich ist und sich die entsprechende Therapie suchen, wenn an es nicht alleine schafft.

Es gibt andere Wege als Depression ODER Sucht. Wege, die gut funktionieren - und das schreibe ich jetzt aus persönlicher Erfahrung. Es sind aber Wege, die unbequem und schmerzhaft sind.

W, 51
 
D

Dianthus

Gast
  • #154
Dazu würde gehören, dass beide davon ausgehen, dass es eine Sucht ist seinerseits
Ja, da bin ich wohl vom konkreten Fall ins Allgemeine gekommen.

Meine Meinung zu der Konstellation der FS (ist ja wie schon oben geschrieben), dass sie einfach sauer ist weil er ihr nicht gehorcht.
Vielleicht auch als eine Art (unbewusste) Beziehungsprobe "Würde er mich lieben, würde er das kosten lassen", daher sicher auch ihre extremen Reaktionen.
 
  • #155
Vielleicht auch als eine Art (unbewusste) Beziehungsprobe "Würde er mich lieben, würde er das kosten lassen", daher sicher auch ihre extremen Reaktionen.
Vorab, ich finde deine Einlassungen nicht unerträglich, da ich dadurch erfahre, wie du denkst, fühlst etc .
Ich sehe ihr Verhalten aber nicht als eine Art Beziehungsprobe, sondern dass seine Kokserei etwas ist, was sie im Rahmen einer Beziehung massiv stört.
Bei der Vereinbarung war ich auch skeptisch, da ich davon ausgegangen bin, dass er sie brechen wird als Suchtverhalten. Dadurch geht dann der Kreislauf los, sie macht ihm Vorwürfe etc., ist wütend, enttäuscht, er mauert nich mehr etc. Aus meiner Sicht sinnlos, da sie ihn nicht abbringen wird, sondern sich in Auseinandersetzungen verwickelt. Problem ist natürlich, dass sie vorab davon gewusst hat, und sich vielleicht eingeredet hat, dass sie damit klarkommt oder er aufhört.
Also bleibt nur der Weg, es zu akzeptieren ( was ich nicht sehe, weil es vermutlich ihre Standards bricht), oder sich zu distanzieren um ihrer selbst willen und ihm die Verantwortung für sein Leben lässt und für sich entscheidet, was ihr guttut .
 
  • #156
Er selbst würde davon auch am meisten profitieren, denn Sucht schädigt nicht nur seine sozialen Beziehungen ausserhalb der Suchtszene sondern auch seine Gesundheit und Finanzen. Hinzu kommen die Wirkungen potentieller Strafverfolgung.

Auch wenn ich das so sehe wie Du: ich denke, das sollte er für sich beurteilen. Ihr steht die Beurteilung in Bezug auf die Beziehung zu.
 
D

Dianthus

Gast
  • #157
Nach Deinen - für mich unsäglichen - ganzen Einlassungen, bis hin zur Freischreibung von "Tätern" bestätigst Du zumindest mir, warum man als Mensch mit einem gesunden Maß an Selbstfürsorge um manche andere einen weiten Bogen machen sollte.
Zunächst: es verletzt mich das meine Meinung für dich "unsäglich" ist.

Im Weiteren sind eindeutige Täter-Opfer-Zuschreibungen riskant (da seltenst zutreffend).
In klar asymmetrischen Beziehungen (Erwachsener und Kind; Mensch mit normalem IQ und behinderter Mensch; gesünder und schwer kranker Menschen; Wissender und Unwissender etc --> kurz in Fürsorgeverhältnissen o.ä. ) können klare Täter und Opfer erkannt werden.
Aber in eine Beziehung zwischen zwei freien Erwachsenen?
Die FS steht doch in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Partner - warum geht sie nicht?
Letztlich dient die Kategoriesierung böse/gut nur dem menschlichen Wunsch nach ausgrenzender Gruppenbildung (wir (die Guten und die anderen (die bösen)), aber das ist doch nicht die Realität.

Also bleibt nur der Weg, es zu akzeptieren ( was ich nicht sehe, weil es vermutlich ihre Standards bricht), oder sich zu distanzieren um ihrer selbst willen und ihm die Verantwortung für sein Leben lässt und für sich entscheidet, was ihr guttut .
Genau so sehe ich das auch.

Im übrigen vielen Dank dass du meine Meinung nicht "unsäglich" findest und dies geäußert hast. Für mich ist offene Abneigung schwer zu handeln. Mein erster Impuls war mein Profil zu löschen.
 
  • #158
Guten Abend Tigerente,

in meiner Jugend habe ich alles mögliche ausprobiert. Menschen, die kleinlich und ängstlich darauf reagierten, sind mir dann allmählich fremd geworden. Wertvoll waren Gespräche mit Leuten, die mich akzeptiert haben, ohne selber so zu sein; Menschen, die sachlich und offen waren, vor denen ich frei reden konnte. Wenn man anfängt Drogen zu nehmen, merkt man erstmal, dass es viel harmloser ist als man dachte. Das eigentlich Problematische darin zu sehen, ist dann ein langer Erkenntnisprozess.
Von ihm zu fordern, dass er aufhört, halte für Unsinn; äußere Vorgaben haben im Moment der Versuchung kein großes Gewicht. Du kannst ihn nur bestärken, die Wahrheit auszusprechen und sich bewusst zu werden, was er selbst im Grunde dabei denkt und fühlt. Drogen sind ja immer irgendwie einseitig.

Wenn man einen Menschen liebt, hält man ihm die Treue. Dabei muss man auch klar sehen wie er ist, und sich darauf einstellen. Vielleicht würde ich an Deiner Stelle den Gedanken an eine Familiengründung mit ihm aufgeben.
 
  • #159
Im übrigen vielen Dank dass du meine Meinung nicht "unsäglich" findest und dies geäußert hast. Für mich ist offene Abneigung schwer zu handeln. Mein erster Impuls war mein Profil zu löschen.
Das dachte ich mir. Zum einen finde ich wirklich meistens interessant was du schreibst, manches kann ich nachvollzuziehen und manches nicht.
Trotzdem schreibst du aus deiner Sicht und das ist ok, egal wie man das findet.
 
  • #160
Im übrigen vielen Dank dass du meine Meinung nicht "unsäglich" findest und dies geäußert hast. Für mich ist offene Abneigung schwer zu handeln.

Dianthus,
Ich lehne nicht Dich ab, sondern das, was Du hier zum Thema Drogen und Opfer - Täter schreibst.

So wie Du jeden und auch die FS angegriffen hast, der Drogen in seinem Leben nicht akzeptieren möchte - von Zwang, Missachtung etc. schreibst.

Die FS unterstellt ihrem Freund ohne Konsum funktionieren zu können. Was er sicher nicht kann (wenn dann nur mit Übertragungen).
Und ja sowas finde ich unfair, weil es die Bedürftigkeit des "Täters" missachtet und ihn so eben zum bösen Wortbrecher (zum Manipulator) macht.

Und letztendlich
Dieser Beitrag, sorry, den finde ich absolut daneben...Damit machst Du die FS zur Täterin.

Und wer ohne Konsum nicht leben kann, ist süchtig, sollte sich Hilfe holen, statt andere als Täter zu bezeichnen.

Dianthus, Du hast mehrfach die FS massiv angegangen, dann erlaube anderen, auch Deine Beiträge hier zu kritisieren.
Von der FS erwartest Du auch, dass sie Deine Beiträge liest, und nicht ihr Profil löscht.

W, 51
 
  • #162
In Berlin. Aber auch als ich noch in der Nähe der Schweiz lebte war das nun wirklich kein Geheimnis. Mir erzählen die Leute problemlos Sachen, war schon immer so. Das kommt von meiner klösterlichen Ausstrahlung . Kleiner Witz. Aber wenn du dich so offensiv umhörst wirst du sicher kaum eine ehrliche Antwort bekommen. Ich selber nehme übrigens keine Drogen. Von Kokain krieg ich Allergie und Marihuana macht mir keinen Spaß.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #163
Guten Abend! Danke für eure vielen Antworten, Sichtweisen und Ratschläge. Da ist vieles dabei - manche Posts geben mir neue Blickwinkel, andere machen mir etwas Angst, wieder andere halte ich für vollkommen überzogen, aber sie alle sind hilfreich für das Gesamtbild.

Wir hatten gestern noch ein längeres, ruhiges und sachliches Gespräch. Ich habe eingesehen, dass meine Reaktion überzogen war, dass ich ihn durch mein Furien-Haftes Auftreten erst Recht zu Borniertheit getrieben habe. Dass er dadurch auch aus Trotz erst recht einen drauf gemacht hat. Gleichzeitig habe ich meinen Standpunkt nochmal dargelegt, auch, dass ich den Eindruck habe, es gäbe seinerseits nur zwei Optionen, die er mir lässt: Drogenkonsum akzeptieren oder gehen. Er hat wiederum sein unreifes Verhalten nach unserem Streit (durchmachen zum Trotz) eingesehen. Mir gesagt, dass er meine Sorgen verstünde, dass er nach wie vor aufhören wolle. So ehrlich bin ich: Ich weiß, dass er nicht von heute auf morgen aufhört und dass er sich schnell wieder verleiten lassen wird. Aber ich hoffe und vertraue darauf, dass es sukzessive weniger wird.

Viele werden jetzt sagen: Wie dumm und naiv von ihr. Aber ihr kennt meinen Freund nicht, habt nun nur ein Bild, das aufgrund einiger Posts entstanden ist. Ich aber kenne diesen Menschen, ich liebe ihn von ganzem Herzen und deshalb werde ich die Beziehung nicht einfach wegwerfen. Denn er hat auch betont, dass diese von mir angesprochen Optionen keinesfalls von ihm kommen, dass er niemals die Drogen mir vorziehen würde, aber dass er eben seinen Freundeskreis nicht aufgeben wolle und er versuchen wird, hier künftig standhafter zu bleiben. Ob es ihm gelingt wird sich zeigen und ob ich dann, wenn es nicht so ist, letztendlich einen Schlussstrich ziehe, auch. Bis dahin werde ich aber versuchen, ihm zu helfen, den „Kick“ und die Bestätigung auch ohne Koks zu finden, ihn nicht zu belehren und dann, wenn es mich wieder überkommt, sachlich mit ihm meine Bedenken und Wünsche zu besprechen.
 
  • #164
Was sonst noch? Alkohol jeden Abend + Kiffen?
Ab und an LSD, Crystal Meth, Heroin, Speed, Pilze, Opium?
Ich schließe mich @Joggerin an. Bei Drogen habe ich null Toleranz was die Partnerwahl betrifft, aus folgenden Gründen.

A) Drogen verändern die Persönlichkeit mit der Zeit. Insbesondere Kokain. Ich habe oft Menschen im Verdacht, die besonders auf den Putz hauen und sich gerieren wie die aller größten, z.B. in Talkshows.
Man kann sich nie sicher sein, ob man nun die "echte" Person vor sich hat, oder die mit dem "Überflieger".
Evtl. hätte er gar nicht den Mut gehabt dich anzugraben, wenn er nicht sein Hilfsmittel gehabt hätte.

B) Drogen schädigen die Gesundheit. Möchtest du Kinder?
Dein Partner ist nun 30. Er geht geradewegs auf den Herzinfarkt zu. Außerdem ist er sich nicht bewusst, dass er nicht ewig jung sein wird. Wenn er also demnächst nicht unter Bluthochdruck mit einhergehenden Schädigungen der Gefäße zu tun haben möchte, sollte er es lassen. Da sollte man nicht blauäugig sein, nur weil es bisher keine Probleme gab.
Es können sich schwere psychische Schäden ergeben. Affektive Persönlichkeitsstörungen bis hin zur Schizophrenie.
Auch hier sollte man nicht so blauäugig sein und glauben, dass einen selbst das nicht trifft.

C) Verantwortungsbewusstsein gegenüber Anderen und emotionale Reife. Dein Partner ist mit 35 kein Teenager mehr.
Er hat es nicht geschafft sich gegenüber seinem Freundeskreis zu etablieren. Er hat es nicht geschafft sich selbst gegenüber zu etablieren in Bezug auf Verantwortung und Prinzipien.
er hätte Verständnis, aber es würde mich ja nicht betreffen und er wisse auch nicht, warum mich das so stört.
Im Reifeprozess lernt der Mensch zu verstehen, dass sich die Welt nicht nur um die eigene Person dreht. Sondern dass man auch Verantwortung gegenüber Anderen hat. Kokain verstärkt diesen Egozentrismus auch noch.
Es gelingt mir nicht, über die Drogen einfach hinwegzusehen, es abprallen zu lassen.
Es ist ja auch ein absolutes Knockout Kriterium bei der Partnerwahl. Dies solltest du in Zukunft so festlegen als Prinzip.
Das hat bis jetzt noch JEDER gesagt, der Drogen konsumiert.
Alle sind sie überzeugt, dass sie jederzeit aufhören könnten.
All diese Leute nehmen auch noch nach Jahren die gleiche Droge. Sie konnten also niemals damit aufhören.
diese Situation belastet mich zutiefst. Habt ihr Tipps, was ich tun kann?
Nichts kannst du tun. Rein gar nichts.
Du könntest dir einen erwachsenen Partner suchen, der Ziele hat im Leben. Das hätte auch Zukunft.
 
  • #165
Wenn man anfängt Drogen zu nehmen, merkt man erstmal, dass es viel harmloser ist als man dachte. Das eigentlich Problematische darin zu sehen, ist dann ein langer Erkenntnisprozess.

Anders formuliert: wer Drogen nimmt, merkt erstmal nicht, welche Probleme er sich damit einfängt. Ich denke, Du verharmlost das einfach ziemlich.

Ich kann das in Bezug auf harte Drogen nicht beurteilen. Schon bei Alkohol brauche ich aber keinen entsprechend langen Erkenntnisprozess, um sehen zu können, dass ein übermäßiger Konsum das Leben ziemlich durcheinander bringen kann. Ich kenne Menschen, die täglich 1/2 bis 1 Flasche Wein trinken und das seit Jahrzehnten im Griff haben. Es gibt aber auch welche, bei denen sich das steigert und die dann abstürzen.

Von ihm zu fordern, dass er aufhört, halte für Unsinn; äußere Vorgaben haben im Moment der Versuchung kein großes Gewicht.

Das kannst Du besser beurteilen als ich. Meine Konsequenz bei Drogen wäre trotzdem die Forderung (mit fraglichem Sinn) und dann die Konsequenz, denn
Wenn man einen Menschen liebt, hält man ihm die Treue. Dabei muss man auch klar sehen wie er ist, und sich darauf einstellen.
sehe ich nicht so. Ich habe einen intakten Selbstschutz. Liebe hat für mich nichts damit zu tun, in jedem Fall gemeinsam in die Spirale abwärts zu steigen.
Vielleicht würde ich an Deiner Stelle den Gedanken an eine Familiengründung mit ihm aufgeben.
Ja. Wenn sie das aber klar sieht, würde ich mich an ihrer Stelle für die Lebensperspektive entscheiden, die meine eigene ist.
 
  • #166
. Bis dahin werde ich aber versuchen, ihm zu helfen, den „Kick“ und die Bestätigung auch ohne Koks zu finden,

Also ist es doch eine Sucht.
. So ehrlich bin ich: Ich weiß, dass er nicht von heute auf morgen aufhört und dass er sich schnell wieder verleiten lassen wird. Aber ich hoffe und vertraue darauf, dass es sukzessive weniger wird.
Tigerente, du wirst deine Erfahrung machen. So wie du das deinem Freund nicht abnehmen kannst, können wir hier im Forum dir das nicht abnehmen.
Alles Gute für deine Beziehung.
 
  • #167
Menschen, die kleinlich und ängstlich darauf reagierten, sind mir dann allmählich fremd geworden.
Ja. Menschen die Selbstzerstörung, Unklarheit und Kriminalität im Zusammenhang mit Drogen offen kritisch sehen stören den Konsumenten.
Wertvoll waren Gespräche mit Leuten, die mich akzeptiert haben
Ja. Mitglieder der eigenen oder einer ähnlichen Szene, Dealer sowie Coabhängige bestärken den Konsumenten.
Wenn man anfängt Drogen zu nehmen, merkt man erstmal, dass es viel harmloser ist als man dachte.
Könnte die These eines Dealers im Verkaufsgespräch sein.
Das stimmt. Wer regelmäßig Drogen konsumiert für den ist irgendwann die Droge der Mittel- und Fixpunkt seines Lebens.
Wenn man einen Menschen liebt, hält man ihm die Treue. Dabei muss man auch klar sehen wie er ist, und sich darauf einstellen.
Wenn man Menschen liebt gibt man sie frei wenn sie inkompatibel zu einem sind und es bei einem selbst auf Coabhängigkeit hinaus läuft wenn man mit ihnen weiterhin einen engen Kontakt pflegt.
Vielleicht würde ich an Deiner Stelle den Gedanken an eine Familiengründung mit ihm aufgeben.
Ja. Familiengründung ist mit einem Drogenkonsumenten nicht möglich/sinnvoll bzw. der Drogensüchtige entspricht einen rechtlich erwachsenen antisozialen weiteren Kind.

Du hast in deinen eigenen Threads erklärt wie und warum du tickst wie du tickst. Insoweit sind deine Gedankengänge hier anders als die einer gefühlten Mehrheit hier aber auf nicht unsäglich. Ich finde diese alternative Sicht auch wenn ich sie nicht teile bereichernd.

Einige reagieren etwas krass auf spezielle Meinungen. Das liegt aber in deren und nicht z.B. deiner Vita. Flucht ist eine Möglichkeit sich dem zu entziehen andererseits ist das Forum hier ein relativ geschützter Raum Aushalten zu erproben.

Unter dem Strich ist dein Fazit sogar identisch mit dem Mehrheits-Fazit: Trennung.

Du begründest es nur anders aber in sich genauso logisch.

Der Freund der FS hat aus deiner Sicht das Recht zu machen was er will. Änderungsforderungen an ihn sind ein Übergriff daher auf diese verzichten und Trennung.

Die Mehrheit argumentiert zwar nicht das Änderungsforderungen übergriffig sind sagt aber, dass sie sinnlos sind. Also Trennung.
Aber in eine Beziehung zwischen zwei freien Erwachsenen?
Hier stellt sich die Frage wie erwachsen ist es Drogen zu konsumieren und besteht unter Drogen bzw. in einer Sucht überhaupt ein freier Wille?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #168
Also, ich lebe in einer Stadt mit 1,5 Mio. Menschen. All diese Dinge sind mir und meinen engsten Freunden (ich habe nach Deinem Post hierzu schon vier von ihnen befragt) NICHT bekannt.
Und wir sind aus der Künstler-Szene, mein Partner ist Musiker, alle oft (vor Corona) Nachts unterwegs, in Bars, Clubs und Theatern. Zudem leite ich eine kleine Werbeagentur, habe hier viel mit Kunden/ der Führungsebene mittelständischer Unternehmen zu tun.

Ja, es gibt Menschen, die Koks und andere Drogen auch noch im späten Erwachsenenalter nehmen... Aber all Deine beschriebenen Dinge?!?! Wo bitte lebst DU?

Ich kann mich dem inhaltlich voll anschließen. Ich bestreite nicht, dass es auch in meiner Stadt eine solche Szene gibt.

Ich kenne auch ein paar Gestalten, die dort unterwegs sind und denen ich auch derartigen Drogenkonsum zutraue.
Ebenso wie in gewissen Kreisen ständig Gras geraucht wird.

Aber ob man sich mit solchen Menschen umgibt, diese zu seinem Freundeskreis macht, liegt an jedem ganz allein und persönlich.
Ich will damit nichts zu tun haben, also meide ich solche Menschen.

Die Folgen solcher Exzesse landen dann auf meinem Schreibtisch.
Wenn dann der Führerschein weg ist und Regressansprüche der Versicherung im mittleren fünfstelligen Bereich in Haus stehen, sind solche Leute dann nicht mehr ganz so gechillt...
 
  • #169
Denn er hat auch betont, dass diese von mir angesprochen Optionen keinesfalls von ihm kommen, dass er niemals die Drogen mir vorziehen würde, aber dass er eben seinen Freundeskreis nicht aufgeben wolle und er versuchen wird, hier künftig standhafter zu bleiben.
Bis dahin werde ich aber versuchen, ihm zu helfen, den „Kick“ und die Bestätigung auch ohne Koks zu finden,
Der Freundeskreis scheint wirklich typisch Drogenkonsumenten zu sein. Wenn bei meinem Freundeskreis Leute mitkommen, die nichts trinken, dann müssen sie auch nichts trinken, ihnen wird nichts angeboten und aufgedrängt. Ich finde es immer problematisch, wenn die Leute offensichtlich nicht wollen, dass jemand sich abwendet, egal, um was es geht, und keine Änderung bei Freunden akzeptieren können. Gute Freunde von uns sind jetzt plötzlich Veganer (das sind auch die einzigen, wie wir im Lockdown noch gesehen haben..). Das stellt einen beim Kochen und auch beim Essen bestellen vor Schwierigkeiten, aber ich würde auch nie versuchen, die davon wieder abzubringen. Oder meint er, dass er selbst dann zugreift, wenn sie vor seiner Nase das Kokain auspacken? Also schon richtiges "Muss" seinerseits?
Ich denke, er wird sich langfristig aus diesem Freundeskreis zurückziehen müssen, wenn er wirklich aufhören will, wenn das so ein großer Bestandteil von deren Treffen ist. Scheint ja Standard zu sein, dass man da kokst (und wahrscheinlich auch viel trinkt?). Ich weiß nicht, ob du gegen den Freundeskreis ankommst, aber ich hoffe es natürlich für dich.
Wenn er wirklich den Kick woanders finden muss, dann ist das auch schon sehr bedenklich. Dann ist es kein Spaß, mal was zu nehmen, sondern dieser Kick gibt ihm was, was er sonst nirgendwo findet, und klar hat das eine große Suchtwirkung.
Ich denke, das hat keine guten Chancen, aber mal abwarten.
Ich finde es übrigens erstaunlich, dass sich scheinbar immernoch Leute in Gruppen nachts für "Party" treffen. Ich bin ja kein totaler Lockdown-Verfechter, aber ich kenne niemanden, der das noch tut... Bei uns ist Ausgangssperre und nur eine Person aus einem anderen Haushalt erlaubt und ich geh daher mit den Freunden joggen und das wars momentan an persönlichen Kontakten.
 
  • #170
Lieber Inspirationm. Ich lebe in einer Stadt, da kratzt das wirklich so gar niemanden. Da gibt es sogar Taxen, die die Bedürftigen beliefern.
Das gab es schon in den 80ern in der Alkoholiker-Szene übrigens auf dem platten Land.
In deinem schwäbischen Dorf mag das anders sein, hier nicht.
Drogenszenen gibt es überall.

Auch im schwäbischen, ostfriesischen oder lausitzer Dorf. In der Großstadt sind allerdings die Dealer und die kaputten unter den Junkies sichtbarer und oft aggressiver. Unter Corona hat deren Aggressivität spürbar zugenommen. Ich selbst wohne nur 200 m von so einem offenen Marktplatz entfernt.

Du argumentierst im übrigen generell wie ein Süchtiger oder Dealer.

Das einige Leistungsträger gerne koksen, kiffen o.ä. ist bekannt. Als Wettbewerber dieser Leistungsträger kann man das ähnlich wie Doping im Sport einordnen.

Der Gedopte bzw. Vollgekokste hat temporär unfaire Vorteile die er sich zum Preis seiner Gesundheit erkauft. Inwieweit Entscheidungen vollgedröhnter Leistungsträger wirklich angemessen sind ist auch fraglich.
Wenn dann der Führerschein weg ist und Regressansprüche der Versicherung im mittleren fünfstelligen Bereich in Haus stehen, sind solche Leute dann nicht mehr ganz so gechillt...
Ich kann mir diesbezüglich eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen. Insbesondere wenn der Führerscheinverlust Implikationen für den Job hat. Im Grunde gehört dies zur nicht untypischen Abstiegsspirale für Süchtige. Dies ist den Süchtigen selbst vorab bekannt aber sie werden ja von ihrer Sucht dominiert.

Es ist richtig, dass das Führen eines Fahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr unter Drogeneinfluss entsprechend geahndet wird.
 
  • #171
Nochmal: ES WAR KEIN ZWANG. SIE hat eine BITTE geäußert. Weder gezwungen noch sonst was. ER hat sich drauf eingelassen, JA gesagt, ein VERSPRECHEN geäußert. Deine Bezeichnung ist da schlichtweg falsch. SEINE Aussage, SEINE Verantwortung. ER hat es nicht hingekriegt, also erfolgt von IHR eine Reaktion. Erstmal völlig legitim und nachvollziehbar.
ER hat sich nicht dran gehalten, fuckoff Haltung. Der Konsum beeinflusst due BEZIEHUNG von ihm MIT IHR. Also sehr wohl auch ihre Angelegenheit. Soll er das als Single machen wenn es niemand anderen betrifft. Du hast nach wie vor eine Fuck-Off-Haltung. Keine Verantwortung, keine Ansprüche.
 
  • #172
Wenn bei meinem Freundeskreis Leute mitkommen, die nichts trinken, dann müssen sie auch nichts trinken, ihnen wird nichts angeboten und aufgedrängt.
So ist das bei uns auch. Und ja, auch Menschen, die keinen Alkohol trinken oder am heutigen Tag nichts wollen, haben ja ihre Getränkevorlieben. Die sind bei uns einfach selbst dafür verantwortlich, nichts ins Cola zu kippen oder eben das "Bleifreie" Bier zu nehmen. Über das ich persönlich sehr froh bin, da ich Bier mag, aber der Alkohol muss gar nicht sein.

Das entwickelt sich alles - und wer besondere Ernährungsarten temporär oder immer bevorzugt ist bei uns in der Pflicht, sich selbst darum zu kümmern. Das weiss jeder - und das klappt gut.

Den Gruppenzwang kann man minimieren.
Bedenklich ist allerdings, wenn man zwischen Gruppenzwang, nörgelnder Partnerin und dem, was man selbst will , gefangen ist.
 
  • #173
Ich finde es übrigens erstaunlich, dass sich scheinbar immernoch Leute in Gruppen nachts für "Party" treffen. Ich bin ja kein totaler Lockdown-Verfechter, aber ich kenne niemanden, der das noch tut... Bei uns ist Ausgangssperre und nur eine Person aus einem anderen Haushalt erlaubt und ich geh daher mit den Freunden joggen und das wars momentan an persönlichen Kontakten.
Diesen wichtigen Aspekt hat hier in der Tat noch niemand in die Diskussion eingeführt.

Ich selbst denke zwar diesbezüglich eher quer und fühle mich insbesondere durch die Einschränkungen des Kulturlebens und der abendlichen Ausgehszene erheblich eingeschränkt. Ich halte mich aber grundsätzlich an die Vorschriften was aber hier im Norden einfacher als z.B. in Bayern zu sein scheint und kompensiere Suchtmittel frei.

Mein Eindruck von der offenen Szene ist, dass sie unter Corona aggressiver geworden ist. Süchtige agieren öffentlich auffälliger und Dealer buhlen nachdrücklicher um Kunden.

Drogen sind ja auch eine Kompensation für psychischen Druck einiger Menschen. Durch die Corona Beschränkungen hat dieser Druck zweifellos zu genommen und instabile Menschen finden eben keine anderen Kompensationen als den Gang zu ihrem Dealer.

Der oder die Dealer des Freundes der FS finden sich zweifellos in seinem "Freundeskreis".

Die FS übt Druck auf ihn aus den er zusätzlich kompensieren muss. Dazu kommt die besondere Enge eines Zusammenlebens unter den Corona Bedingungen. Auch eine Last die er vielleicht weg koksen muss.
 
  • #174
Ich kann mich dem inhaltlich voll anschließen. Ich bestreite nicht, dass es auch in meiner Stadt eine solche Szene gibt.

Ich kenne auch ein paar Gestalten, die dort unterwegs sind und denen ich auch derartigen Drogenkonsum zutraue.
Ebenso wie in gewissen Kreisen ständig Gras geraucht wird.

Aber ob man sich mit solchen Menschen umgibt, diese zu seinem Freundeskreis macht, liegt an jedem ganz allein und persönlich.
Ich will damit nichts zu tun haben, also meide ich solche Menschen.

Die Folgen solcher Exzesse landen dann auf meinem Schreibtisch.
Wenn dann der Führerschein weg ist und Regressansprüche der Versicherung im mittleren fünfstelligen Bereich in Haus stehen, sind solche Leute dann nicht mehr ganz so gechillt...
Sei mir nicht böse, aber auf deinem Schreibtisch landen natürlich die Fälle, die auffällig sind. Das wäre mit der Argumentation, alle Menschen landen in der Notaufnahme weil du dort Arzt bist, genauso. Du siehst auch nur die, die ankommen weil es ihnen schlecht geht. Also von wegen Logik, das greift hier nicht. Ich bin gar nicht für Drogen, ich weiß, das hört sich hier vielleicht anders an, aber ich nehme keine und möchte auch gar keine nehmen. Ich mag nur das moralisieren nicht und ich sehe auch, dass es viele Menschen gibt die Drogen nehmen, voll im Leben stehen und leitende Positionen innehaben. Ob die nun süchtig sind oder nicht, kommt auf den Konsum an. Zweimal in drei Monaten ist nun wirklich gar nichts. Da empfinde ich als deutlich schwieriger, am Wochenende eine Flasche Whisky zu leeren. Aber jeder wie er kann.
 
  • #175
Bis dahin werde ich aber versuchen, ihm zu helfen, den „Kick“ und die Bestätigung auch ohne Koks zu finden, ihn nicht zu belehren und dann, wenn es mich wieder überkommt, sachlich mit ihm meine Bedenken und Wünsche zu besprechen.
Damit lädst du dir und deiner Beziehung eine Menge auf.. Mir wäre das Experiment zu anstrengend. Da er seine Gefühle nicht selbst regulieren kann, dazu ja die Drogen, wirst du vermutlich auch den Frust und Ärger abbekommen.
Ich würde mich- wenn überhaupt- nur daraufeinlassen, wenn er einen Suchttherapeuten aufsucht.
Mit dem kann er dann Vereinbarungen treffen. Was machst du wenn er sich nicht dran hält? Deinen Frust runterschlucken?
Ich würde mich aus der Drogengeschichte raushalten und er soll sich professionelle Hilfe suchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #176
Bedenklich ist allerdings, wenn man zwischen Gruppenzwang, nörgelnder Partnerin und dem, was man selbst will , gefangen ist.
Ja, dann scheint man selbst halt kein gefestigter Charakter zu sein. Was ich allerdings bei den meisten der Freunde, die dauerhaft (nicht aus Experimentiergründen) Drogen nehmen eh beobachte. Eigentlich alle haben irgendwas verdrängt, wenn sie aus der wilden Jugendzeit raus waren und immernoch an den Wochenenden regelmäßig schwer getrunken, gekifft oder gar gekokst haben; oft sind sie nicht ihrem Alter entsprechend, sondern hängen verzweifelt an ihrer Jugend- und Partyzeit und übernehmen wenig andere Verantwortung. (Klar kenne ich keine koksenden Firmenbosse, sondern Berliner Partyszene.)
Der Freund der FS hätte ja auch einfach klar sagen können, ich möchte nicht aufhören, und du musst damit klarkommen oder nicht. Dann gäbe es ja für ihn eine klare Linie und keine nörgelnde Freundin (mehr). So scheint er weder den Freunden noch der FS eine klare Ansage machen zu können, seinen eigenen Standpunkt entweder nicht zu kennen oder nicht vertreten zu können, was wieder auf obiges schließen lässt.
Ich selbst denke zwar diesbezüglich eher quer und fühle mich insbesondere durch die Einschränkungen des Kulturlebens und der abendlichen Ausgehszene erheblich eingeschränkt. Ich halte mich aber grundsätzlich an die Vorschriften was aber hier im Norden einfacher als z.B. in Bayern zu sein scheint und kompensiere Suchtmittel frei.

Mein Eindruck von der offenen Szene ist, dass sie unter Corona aggressiver geworden ist. Süchtige agieren öffentlich auffälliger und Dealer buhlen nachdrücklicher um Kunden.

Ich selbst bin auch nicht überzeugt, dass alle Maßnahmen sinnvoll sind (auch meine Ärzte aus dem Bereich nicht) und finde es ziemlich öde momentan, halte mich weitgehend aber an alles. Man wird es eben erst nachher wirklich sagen können. Daher wundert es mich einfach, dass der Freund der FS da nachts ständig (?) spät nach Hause kommt von Treffen mit vielen Leuten und das grad überhaupt alles geht. Meine Chefin ist neulich 20 nach 8 in eine Kontrolle gekommen und musste 500€ blechen.
Ich denke auch, dass der Druck unter Drogendealern wohl sehr zugenommen hat, auch grad z.B. in meiner Heimat Berlin, wo die Partytouristen sonst immer heftig konsumiert haben. Das fällt ja alles weg.
Die ganzen Problematiken im Zusammenhang mit illegalen Drogen und Kriminalität und Milieu, in dass ja auch mein Ex reingerutscht ist, find ich auch von den Leuten, die hier Drogen so harmlos sehen, etwas verdrängt.
 
D

Dianthus

Gast
  • #177
Warum? Welche Gründe hat er aufhören zu wollen? Welchen Leidensdruck?

Genau das sind auch deine Optionen.

Bis dahin werde ich aber versuchen, ihm zu helfen, den „Kick“ und die Bestätigung auch ohne Koks zu finden, ihn nicht zu belehren und dann, wenn es mich wieder überkommt, sachlich mit ihm meine Bedenken und Wünsche zu besprechen.
Liebe @tigerente19,
du schlitterst volle Lotte in eine Coabhängigkeit.
Hinterfrage doch einmal deine Rolle in eurem System.
Aber manches Leid muss mensch erleben, da hilft keine Warnung/ kein Ratschlag.

Kein Mensch kann den Kick einer synthetischen Droge ersetzen ebenso wenig kannst du das Feeling welches er in seiner Gruppe hat ersetzen können.
Es gibt mach einen der braucht negative Eskalation, da herauszukommen ist sehr schwierig.
Ich weiße hier noch einmal auf das Ersetzen des einen Konsum durch einen anderen Konsum.

Der Sog einer Substanz ist ungemein stark. Ich trinke seit fast einer Dekade nicht mehr, aber ich habe regelmäßig den tiefen Wunsch nach Rausch.

Rausch ist anziehend und golden.

Wäre ich nicht seit Jahren in Therapie und würde mit meinem Therapeuten regelmäßig den Wunsch nach einem Rausch besprechen würde ich schon längst wieder trinken. Das ist im Übrigen das einzige Thema bei dem er vehement und deutlich die Gefahren darlegt.

Im übrigen bin auch ich der Meinung kein Suchtproblemen zu haben/ gehabt zu haben


Hier stellt sich die Frage wie erwachsen ist es Drogen zu konsumieren und besteht unter Drogen bzw. in einer Sucht überhaupt ein freier Wille

Bei den meisten Konsumenten besteht sicher noch der freie Wille (ausgeschlossen Schwersüchtige, aber derer gibt es wenige).
Ich will auch immer noch trinken, aber mach das nicht. Es gibt viele trockene Süchtige.

Ich verstehe hier einfach nicht warum der Mann aufhören will (er hat doch einen funktionierenden Alltag/keine Schulden). Konsumenten hören erst auf wenn der Preis hoch ist.
Mir hat Blut kotzen gereicht, aber andere sind Bereit bis zur Obdachlosigkeit zu gehen. Vielleicht wären diese ohne Konsum schon gestorben. Manch einer lebt doch nur für den Konsum. Aber er lebt.
Und genau das stört mich: das Verlangen nach Abstinenz ohne Verständnis für die Funktion des Konsums.
Ist es nicht einfach eine Frage der Priorisierung?
Dem Mann hier ist sicher ein Konsum und die Freunde wichtiger als seine Partnerin (was legitim ist). Er hat sich jetzt halt bequatschen lassen, aber an sich schon kommuniziert dass sie die Wahl zwischen Akzeptanz und Weggang hat.
Das Problem ist doch, als Konsument lernt man die richtigen Antworten zu geben.
 
  • #178
Ich selbst denke zwar diesbezüglich eher quer und fühle mich insbesondere durch die Einschränkungen des Kulturlebens und der abendlichen Ausgehszene erheblich eingeschränkt.

Bei uns gehen (glaubhaften) Gerüchten zufolge die Parties aufgrund der verhängten Ausgangssperren schlicht länger, also von 20 Uhr bis 5 Uhr (BW).

Ich denke schon, dass die gefühlte Belastung zunimmt, das merke ich für mich persönlich ebenso wie in meiner Umgebung. Weniger Bewegung, mehr Essen, mehr Alkohol. Insgesamt eine sehr ungesunde Entwicklung, die sich vermutlich auch bei Drogen niederschlägt.
 
  • #179
Sei mir nicht böse, aber auf deinem Schreibtisch landen natürlich die Fälle, die auffällig sind. Das wäre mit der Argumentation, alle Menschen landen in der Notaufnahme weil du dort Arzt bist, genauso.

Das einzige, was die o.g. von anderen unterscheidet ist Glück, aber nicht Kontrolle, was du unterstellst.

Bei mir landen seltenst echte Alkoholiker oder Junkies. Das sind alles Menschen, die bis zum Moment X unauffällig waren und dann einfach das Pech hatten, erwischt zu werden oder für einen Moment die Kontrolle verloren haben. Letztlich lag es vielleicht nicht mal am Drogenkonsum.

Der Unterschied in den Folgen ist: nüchtern wäre nicht viel passiert, Führerschein bleibt, Versicherung reguliert den Schaden.

Den Unterschied macht der Drogenkonsum, der dann die Person ins berufliche und finanzielle Aus führt.

Genauso einen Fall hab ich gerade. Ein eigentlich netter junger Mann, der einfach die falschen Freunde hat, mit denen er mithalten will, die aber finanziell in ganz anderen Sphären schweben. Ein bisschen tut er mir schon leid. Weil er es eigentlich gar nicht nötig hätte...

Und genau darum hätte ich an Stelle der FS auch Angst. Seine Risikobereitschaft stürzt ggf dann die ganze Familie ins finanzielle Desaster.
 
  • #180
Solche Aussagen benutzen Narzissten auch gerne! Schuldumkehr/Manipulation.

Typische Aussage vom Narzissten „wärst du nicht so anstrengend, wäre ich gestern nicht so ausgerastet!“

Typische Aussage vom Abhängigen „wärst du nicht so anstrengend, bräuchte ich das Zeug nicht!“

Ich denke, dass dieser Mann dein Untergang ist. Es wird dich auf Dauer psychisch krank machen.
Danke Leni12 für deinen Kommentar! Genauso ist es...

Mein Ex - ein Narzissten, gab mir immer die Schuld für seine Beleidigungen und Wutausbrüche. Weil ich zu anstrengend wäre oder ihn zwinge so zu sein. Als er die Hand gegen mich erhob, weil ich ihn darum bat sich mehr um seine Tochter zu kümmern, war es bei mir vorbei und ich verstand es.
Auch heute nach der Scheidung bin ich an allem Schuld. Er suchte sich ja nur Affären während der Ehe, weil ich mich nicht um ihn genug kümmerte und seine seltene Anwesenheit ehrte und lobpreiste. Da kann einem das Lachen vergehen.
Die FS ist noch nicht so weit, die Manipulation ihres Freundes zu erkennen. Ich habe Jahre dafür gebraucht, weil wir auch sehr selten gute Zeiten hatten, an die ich mich krampfhaft hängen wollte.

Er verkauft es als hätte er bei einem Freund übernachtet. In Wahrheit können Kokser nicht schlafen, weil sie zu aufgepuscht sind.
 
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