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  • #31
@ #28: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Nr. 20 schreibt es ja: "Er hat es bequem" - also tu ihm richtig weh und laß ihn leiden. "

Da möchte ich Dir in einem Punkt widersprechen. Daß bei einem massiven Alkoholproblem eine Abgrenzung erfolgen muß, steht außer Zweifel. Aber das Mittel zur Abgrenzung "also tu ihm richtig weh und laß ihn leiden" halte ich nicht für sinnvoll, da es das Alkoholproblem nur noch verschärft und das ist meiner Ansicht nach nicht nötig.
Wichtig, finde ich, ist es, dem anderen klarzumachen, daß man sich als Partner nicht mit einem Alkoholproblem auseinandersetzen WIRD!!, sondern vorher schon auf Distanz geht und damit eine ganz eindeutige Grenze zieht. Aber diese Abgrenzung dient zum Schutz und ist nicht nötig, um dem Alkoholiker "weh" zu tun.
m/44
 
  • #32
Der Grundtenor der Antworten ist eindeutig. Daher bleibe ich auch bei meiner spontanen Aussage aus #1: Vergiss es. Das ist es einfach nicht wert. Alkoholismus ist ein schreckliches Übel, an dem Du nichts ändern wirst.

Wende Dich der Zukunft zu und dem Elend ab. Solche Typen haben es einfach auch nicht anders verdient.
 
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  • #33
=FS
Danke für eure Antworten. Was mich ein wenig erschüttert, ist der absolut herzlose Ton, in dem teilweise geschrieben wird. Er hat es sich nicht ausgesucht, alkoholabhängig zu werden und er ist und bleibt ein Mensch, der - egal was hier geschrieben wird - sehr viele gute Seiten hat. Ich habe inzwischen eine Menge auf AA und AIDA Seiten gelesen. Ich muss wohl lernen, dass ich ihm mit Liebe und Verständnis nicht helfen kann. Aber es gibt andere Wege, als ihn absichtlich zu verletzen und zu demütigen. An alle, die aus eigener Erfahrung geschrieben haben: Ich werde mich selbst schützen und mir für mich Hilfe suchen, versprochen.
#31 Liebe Frederika, zu deiner Aussage "solche Typen haben es einfach auch nicht anders verdient" Wie kannst du denn beurteilen, was andere Menschen verdient haben oder nicht. Das ist wirklich unglaublich.
 
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  • #34
Wenn er das Problem bei eurem Kennenlernen noch nicht hatte,liegt es an eurer Beziehung-Unzufriedenheit,keine oder zu wenig gemeinsame Aktivitäten oder fühlt er sich dir gegenüber unterwürfig und machtlos.Wie geht ihr miteinander um-liebt er dich,läßt du ihn Freiheiten/Freiraum-hat Eifersucht und übertriebene gegenseitige Nähe,sowie rechenschaftsgehabe bei euch einen großen Stellenwert?Die Herausforderung auf Neues,gegenseitige Achtung,Honorierung des gegenseitig Geschaffenem(also Lob) und keine verbote Freundschaften zu pflegen--lassen oft den Alkohol wieder in den Hintergrund treten-------Unzufriedenheit ist meist das Problem!
Ist es wirklich Liebe zwischen euch,ich denke die Liebe ist einseitig-ihr lebt nebeneinander her!
 
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  • #35
FS,
wenn es hier Menschen gibt, die Dir unverblühmt (ich bin derselben Meinung) die Wahrheit sagen, dann deshalb weil sie zu deinem "liebsten" keinen Bezug haben. Ich kann mitunter verstehen, das Du ihn liebst, und gerade deshalb Scheuklappen hast, oder verschiedene Dinge nicht sehen willst, aber ich (Verfasser von #2) bin der Meinung das Du ihn niemals helfen kannst - alleine schon gar nicht, da hilft kein Lesen von Foren etc. im Internet und dann mit ihm reden - ne - da hilft nur ein totaler Entzug bei einem Therapeuten bzw. Klinik - und dieser Wunsch MUSS VON IHM SELBST KOMMEN - und nicht Du musst es wollen.

Ich wünsche Dir alles Gute und denke an diese Worte - m,53
 
  • #36
@#32: Was genau überrascht Dich? Alkoholismus ist ein unfassbar belastender Zustand für einen Partner und in meinen Augen absolut inakzeptabel.

Du schreibst, "Er hat es sich nicht ausgesucht, alkoholabhängig zu werden" -- doch, das hat er. Immer wieder und wieder. Alkoholabhängig wird man nicht durch Schicksal, durch Ansteckung, durch einen dummen Fehler oder so, alkoholabhängig wird man durch wiederholten Missbrauch. JEDER Mensch weiß heutzutage um die Gefahren, NIEMAND kann glaubhaft machen, es wäre da hineingeschlittert. Alkohol ist schädlich, Betrunkenheit sowieso. Wer einmal merkt, dass er betrunken unkontrolliert und aggressiv wird, darf nicht wieder soviel trinken, dass er in diesen Zustand gerät. Es geht bei Alkoholabhängigkeit nicht um GENUSS, um das Bier zum Fussball, den Wein zum Essen, es geht um Trinken wegen WIRKUNG. Wer das das erste Mal macht, trifft die Entscheidung, genauso beim zweiten, zehnten, hundersten Mal. Und irgendwann ist es alkoholabhängig, und das schuldhaft zu 100%. Alkoholismus ist kein Schicksal, sondern verachtungswürdiges menschliches Versagen nach tausenden falschen Entscheidungen in jeweils nüchternem, zurechnungsfähigen Zustand. Irgendwann wird es zur Krankheit, lange vorher aber war es seine Entscheidung.

Wenn Du mit einem Alkoholiker zusammenbleibst, triffst Du eine grundfalsche Entscheidung. ur Trennung und größtmöglicher Abstand von diesem Übel ist die richtige Lösung. Lebe Dein Leben, auch Du hast nur eins. Verschwende es nicht an einem Säufer.

Ich schüttelt es. Wirf nicht Jahre Deines Lebens nicht weg. Nimm den Rat an!

Du verfängst Dich schon selbst in den bitteren Strukturen der Schuldprojektion. Nicht er, nicht Du, sondern irgendwas hat die Schuld an seiner Sauferei, oder? Falsch. Er ist verantwortlich.
 
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  • #37
@35

Alkoholismus ist eine Sucht, eine Krankheit.
Dass jeder für seine Entscheidungen selber verantwortlich ist, stimmt.

Ein Alkoholiker trifft die 'Entscheidungen zum Alkoholkonsum' im Lauf der Zeit nicht mehr nüchtern und zurechnungsfähig sondern in einer Situation des Entzugs und unter einem psychischen Druck, sich 'Stoff' zu verschaffen. Das entbindet ihn nicht von der Verantwortung für sein Handeln ist aber auch nicht als freie Entscheidung zu bewerten.
 
  • #38
@#36: Aber VOR der sucht werden schon tausende falsche Entscheidungen zum Alkoholmissbrauch gefällt. Das meinte ich. Das war auch leicht zu verstehen. Niemand wird abhängig, weil er dreimal über den Durst trinkt, sondern weil er jahrelang Missbrauch betreibt.
 
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  • #39
@36
Wo ist dann für Dich VOR der Sucht und ab wann steckt man drin?
Das wäre sicher auch für die Fragestellerin ein wesentlicher Anhaltspunkt, wie lange ihr Freund schon süchtig ist!
 
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  • #40
= FS zu #33
Er hatte das Problem schon vor unserem Kennenlernen. Es ist mir anfangs nur nicht so aufgefallen. Tagsüber trinkt er nur alkoholfreies Bier, Wasser, Schorle etc. Das ist auch heute noch so. Wir haben ja anfangs nicht jeden Abend zusammen verbracht. Nun hat es sich aber so entwickelt, dass wir die meisten Abende/Nächte zusammen sind und, falls das nicht möglich ist, telefonieren wir. Da hört man dann eben auch, wenn die Stimme nicht mehr so klar ist. Er trinkt übrigens nur Wein und Bier, keine Schnäpse.ywvj

Er ist ein freier Mensch mit einem großen Bekanntenkreis. Selbstverständlich unternehmen wir Dinge auch getrennt. Er hat seine Hobbies und ich meine. Zur Eifersucht geben wir uns gegenseitig keinen Grund. Wir respektieren uns und unsere Freiräume. Daran kann es wirklich nicht liegen. Er bekommt von mir ausreichend Lob und Anerkennung und wir haben tollen Sex.

Ob er wirklich abhängig ist oder nicht, weiß ich nicht ganz sicher. Vieles spricht dafür, einiges aber auch dagegen. Es irritiert mich einfach, wenn jemand jeden Abend Alkohol konsumiert und mehrmals pro Woche zumindest angeschickert ist.

Vor anderen habe ich ihn noch nie in Schutz genommen, das ist nun wirklich nicht meine Aufgabe. Ich übernehme auch keine Pflichten für ihn (ist bisher auch noch nie nötig gewesen). Er führt seinen Haushalt selbst und vorbildlich und hat seine persönliche Situation im Griff, soweit ich das beurteilen kann.

Bis auf seinen - für meine Begriffe zu hohen - Alkoholkonsum gibt es nichts, was mich an ihm stört. Nicht einmal eine nicht zugeschraubte Zahnpastatube. Er ist außerordentlich liebevoll und fürsorglich, großzügig, humorvoll, intelligent - ich könnte die Liste beliebig fortsetzen. Wir können prima miteinander reden und auch schweigen. In vielen Dingen verstehen wir uns blind. Gibt es denn wirklich niemanden hier, der versteht, dass ich nicht einfach so weglaufen kann.
 
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  • #41
Doch, liebe Fragestellerin, ich verstehe ich sehr gut, schau einfach nochmal in meinen Beitrag #23, möchte mich nicht unnötig wiederholen.

Ich kann alle die nicht verstehen, die dir hier kaltherzig zu sofortiger Trennung raten und automatisch und unreflektiert davon ausgehen, dass dein Freund ein therapieresistenter Alkoholiker ist.

Fall aus meinem nahen Bekanntenkreis:
Frau um die 50 starb elendiglich über drei Jahre an Brustkrebs. Das letzte Jahr war die reinste Hölle. Sie wurde zu Hause von den beiden erwachsenen Töchtern, Schwiegermutter, professioneller Pflegerin und Ehemannn versorgt bis zum Tod, auf Wunsch der gesamten Familie. Krankenbett stand im Wohnzimmer. Der Ehemann war Vorstansdvorsitzender einer großen deutschen AG, Person des öffentlichen Lebens. Im letzten halben Jahr und im Jahr nach dem Tod seiner Frau hat er angefangen massiv zu trinken, jeden Abend bis zu zwei Flaschen Wein, tagsüber nichts. Er hat dann eine neue Frau kennengelernt, mit der er jetzt glücklich verheiratet ist und ein Kind hat. Er trinkt immer noch gerne Wein, aber in vernünftigem und abslolut kontrolliertem Maß, ohne professionelle Hilfe.

Natürlich KANN dein Freund ein nicht therapierbarer Alkoholiker sein. Muss aber nicht. Wenn ihr noch ein erfülltes Sexualleben habt, gibt das Anlass zu der Vermutung, dass sein Alkoholismus nicht extrem lang besteht. Schwere Alkoholiker mit Mitte 50 haben normalerweise erhebliche Potenzprobleme.

Liebe heißt für mich, auch schwere Zeiten gemeinsam durchzustehen.

w53
 
  • #42
@ 39:

Liebe FS,

viele, eigentlich alle SchreiberInnen hier haben Verständnis für dich. Das ist ja das Problem.

Es gibt hier einige (mich eingeschlossen), die auf verschiedene Weise Erfahrungen mit Partnern und/oder Alkoholmißbrauch gemacht haben. Die Wege mögen verschieden sein, das Ergebnis ist doch fast immer das gleiche. - Egal, ob der Partner vom Alkohol los kommt oder nicht, die Beziehung ist kaputt!

Es gibt einfach keine Möglichkeit für Nahestehende, sich dem wirklich zu entziehen oder neutral gegenüber zu stehen. Jeder Hilfeversuch muß scheitern. Erst, wenn der Betroffene Hilfe will, kann er sie manches Mal bekommen. Die Rückfallquoten sind enorm hoch.

Niemand übersteht solch eine Beziehung unbeschadet; so gut kannst du dich gar nicht schützen! Das und nichts Anderes, versuchen dir hier alle zu sagen, mehr nicht. Natürlich kannst du dich auch mit offenen Augen in die Beziehung stürzen.

Es wird nicht mehr lange dauern, dann braucht er bei irgendetwas ausnahmsweise deine Hilfe (oder Geld, oder er belügt dich etc.).

Zitat von dir: 'Nun habe ich aber einmal erlebt, dass er durchaus auch aggressiv werden kann - wenn auch nicht gegen mich.' = Das wird sich bald ändern. (Natürlich passiert das dann nie wieder, sollte ihm mal die Hand ausrutschen... außerdem war esdann auch bestimmt nicht seine Schuld, weil... usw. usf. *Ironie*)

Du bist dir nicht sicher, ob er Alkoholiker ist? Ziemlich sicher, zumindest extrem nahe dran!

Er wird sich nicht ändern, du kannst ihm nicht helfen. - Die Frage ist doch: Warum trinkt er, wenn sein Leben so toll ist? Warum erträgt er die Welt nur betrunken? Wenn man es ihm doch schon am Telefon anmerkt!

Bevor du dir die Frage stellst, wie du ihm helfen kannst, solltest du unbeingt ihm eine ganze Menge Fragen stellen! Ich habe das Gefühl, du weißt fast nichts von ihm.

Niemand hier hat etwas davon, wenn du dich von diesem Mann trennst. Aber alle haben von ihren Erfahrungen berichtet. Was du daraus machst ist deine Entscheidung, schließlich wirst ja auch du die Konsequenzen tragen müssen.

Ich wünsche dir nur Glück und ganz viel Kraft (= am liebsten aber dich die zum Weglaufen)!
 
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  • #43
Liebe FS - und #39
Nein - ich glaube es gibt wirklich Niemanden, der Erfahrungen mit tatsächlichen, gewesenen oder werdenden (so sehe ich Deinen Freund) Alkoholkranken hatte und Dir zu einer Beziehung zuraten kann oder Dich ermutern will, ihm zu helfen.

Es geht nicht um weglaufen. Es geht eher um Selbstschutz für Dich.

Du verkleisterst Dir die Augen, wenn Du glaubst, er hätte kein handfestes Alkoholproblem, wenn er jeden Tag Alkohol trinkt und mehrmals die Woche betrunken ist.

Alkoholkrankheit beginnt nicht erst, wenn er "unter der Brücke liegt".
 
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  • #44
Mein Vater ist Alkoholiker, inzwischen zwar trocken aber die Jahre mit dem Alkohol sind in Erinnerung.
Ich glaube wenn ich einen Mann lallen höre würde während ich mit ihm unter der Woche telefoniere wäre es bei mir zu Ende. Sogar jetzt beim Schreiben kommt mir das Würgen hoch wenn ich an dieses besoffene Lallen denke!
Wir haben jahrelang versucht, ihm zu helfen. Erst als unsere Mutter ging, wir Kinder uns abgewandt haben und er buchstäblich in seiner eigenen "Schei..." lag kam er zur Besinnung und ging in Therapie.
Bis dahin sind Jahre vergangen in denen wir ihm helfen wollten und abwechslend seinen Alkoholismus -wenn auch unbewusst-geschützt haben indem wir z.B. das Haus in Ordnung hielten usw....
Nie mehr! Sein begleitender Arzt meinte dann nur dass ein Alkoholiker erst dann das denken anfängt wenn er allein gelassen ist. Keiner geht in Therapie wenn er jeen Abend ins weiche Bett fällt!!!!!
Ich bin selbst jemand der gerne guten Wein hat und sicher auch kein Kostverächter ist. Aber unter der Woche soviel zu trinken dass man lallt ist widerlich!!!!!
Wenn du ihn liebst, lass ihn abstürzen.
W, 39 die jahrelang versuchte den Alkoholiker zu retten
 
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  • #45
@ FS = 32

Sorry aber beschwere Dich bitte nicht über unseren "herzlosen Ton" - das was wir Dir sagen, empfindest Du als herzlos, weil Euere Liebe nichts gilt. Aber mit recht, denn Deine Liebe kann keinen Bestand haben, weil Du durch diese Liebe geradewegs Dich aufopfern und Dir selbst das Messer tief in den Bauch rammen wirst . Beispiele hier sind genug geschildert worden.

Und Weh tun, absichtlich verletzen und ihm weh tun - bloß nicht ? Wer austeilt ist er, weil seine Umgebung die Folgen seines exzessiven Alkholkonsums einstecken muß. Und wenn einer austeilt respektive einen Dickschädel hat, dann gewinnt nur der, der selbst einen noch größeren Dickschädel hat.

Wie es zur Alkoholsucht "Er hat es sich nicht ausgesucht ..." kam, ist vollkommen gleichgültig. Er ist es und wenn er es ist, ignoriert er beharrlich die Signale vor allem, weil es ihm ja gut geht. Hol ihn runter von dieser Wolke 7 aber das kannst nur mit Härte und Konsequenz, in dem Du ihn einerseits leiden läßt und andererseits ihm klar machst, daß Du die Stärkere und Konsequentere bist.

Aber das ist wahre Liebe: Das Ziel am Ende zu sehen und drauf hinzuarbeiten, falsche Liebe ist behätscheln und betätscheln wohl wissend, daß hierdurch nix rauskommt.

Fordere doch mal Abstinenz für eine Woche von ihm - dann wirst sehen, wie er reagiert. Du solltest es ihm wert sein. Aber wenn er rumzickt - schieß ihn ab, es ist besser so.
 
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  • #46
Ich bin Alkoholiker. Auch ich wollte das erst nicht wahr haben. Bis ich mir über das Internet dessen bewusst wurde. Scheiße, wie komme ich da wieder raus?
Ich habe bisher darüber mit niemanden geredet.
Ich bin Quartalssäufer, toller Begriff. Bedeutet einfach nur, dass ich nicht jeden Tag saufe. Keiner hat auch nur eine Ahnung. Im Gegenteil, durch Leistungen im Sport glauben viele sogar ich würde überhaupt keinen Alkohol trinken.
10 Jahre Single sein, lassen einem stark daran zweifeln, dass mal eine bessere Zeit anbrechen wird.
Ja, ich trinke aus Langeweile. Keiner wirft ein Auge auf mich, sagt mir, es sei genug. Ist es nicht toll ein Single zu sein? Ich wünsche mir sehr, dass der Zugang zu Alkohol erschwert wird. Irgendein Kontingent pro Jahr. Hier hat der Staat in seiner Schutzfunktion komplett versagt.
Ich trinke nur für mich, keine Außenstehender hat auch nur eine Ahnung davon, das kann ich kontrollieren. Das sind ganz schlechte Karten für die nächsten Jahre.
Los, macht mich nieder. Aber bedenkt, wie in der Öffentlichkeit mit Alkohol umgegangen wird. Geiles Zeug, alle machen mit, oder? Nur der Vollständigkeit halber, bin gerade bei meiner 6ten Flasche Bier.
 
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  • #47
Liebe FS, Du verharmlost bereits jetzt die Realität oder um es noch deutlicher zu sagen: DU lügst DIR selbst in die Tasche! Ein Erwachsener, der jeden Tag trinkt ist Alkoholiker. Mit Liebe oder nicht wirst Du nicht weiter kommen - das interessiert ihn nicht. Er wird Dich lieben bzw. nett zu Dir sein, solange Du ihm seine wahre Liebe nicht entziehst oder übel nimmst - den Alkohol.
Versuchst Du, Dich zwischen ihn und die Flasche zu stellen, wird er sich früher oder später gegen Dich wenden! Und bitte denke auch daran, dass ein Alkoholiker nicht der bleibt, der er jetzt ist. Die Veränderungen der Persönlichkeit sind teilweise so massiv, dass Du ihn in 10 Jahren wahrscheinlich nicht wieder erkennen würdest.
Es ist überigens vollkommen egal, ob er "nur Bier oder Wein" trinkt - ein Alkoholiker trinkt nicht immer Schnaps. Jemand kann schon Alkoholiker sein, wenn er jeden Tag "nur" ein bis zwei Gläser Wein trinkt. Es kommt nämlich nicht auf was oder wie viel an, sondern auf die Frage, ob es auch ohne geht.
Entschuldige, wenn ich es so deutlich sage, aber wenn Du schon hier im Forum, dass DU ausdrücklich um eine Meinung gebeten hast, anfängst, ihn zu verteidigen, dann bist Du schon in der Spirale mit drin, dann musst Du eben deine eigenen Erfahrungen machen. Aber dann stell hier nicht solche Fragen! Viel Glück - Du wirst es brauchen...
 
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  • #48
Ähem, also Frederika... du hast ja sicher von einigem Ahnung, aber von einer Suchterkrankung offenbar nicht...
Du sprichst von Entscheidungen... ja, recht hast du ... aber diese kleinen Entscheidungen, die in die Sucht führen sind in der Regel erstmal keine bewussten Entscheidungen, sondern Gewohnheiten und Automatismen. Niemand denkt über jeden kleinsten Schritt im Leben nach, wir spulen alle Automatismen ab, sonst könnten gar nicht leben, erst recht nicht in einer so komplexen Gesellschaft wie der unseren. Aber diese Gewohnheiten und Automatismen ändern sich schleichend... aus einem Bier werden zwei werden drei.... Und # 45 hat absolut Recht! Alkohol gilt zunächst mal als cool, Alkohol gehört in unserer Gesellschaft dazu - im Bierzelt wie beim Sektempfang. Ich trinke nichts (weils mir erstens nicht schmeckt und weil ich mirs zweitens nicht angewöhnen will) und immer wieder muss ich mit dummen bis im besten Fall nur verwunderten Kommentaren rumschlagen - sowohl bei Gleichaltrigen (mitte 20) als auch bei älteren!
Zudem ist immer die Frage bei einer Entscheidung, welche Emotionenen, welche Situation im Hintergrund stehen. Ich hab es selber in meiner Essstörung erlebt. Ja, jeder Tag, jede Mahlzeit war und ist zum Teil immer noch eine Entscheidung. Rational weiß man irgendwann, was gesund und richtig ist. Aber die Umsetzung ist nicht so leicht, wie du das darstellst. Es muss eine Perspektive geben, Hoffnung, Unterstützung - sonst überrollen einen die negativen Emotionen, die Mut- und Kraftlosigkeit, man KANN sich eben NICHT so ohne weiteres für das Gesunde und Richtige entscheiden! Es ist ein harter langer Kampf und dazu braucht man Kraft und Motivation und Perspektive!
Du verurteilst einen Menschen, weil er nicht rein rational handelt... aber wir sind Menschen, die auch aus Emotionen bestehen und oft sind die stärker als die Ratio, gerade wenn es einem schlecht geht! - Wenn du selber den Menschen nicht kennst, wenn du seine Situation nicht genau kennst, ihn nicht genau kennst - dann halt dich mit deinen Verurteilugnen bitte zurück. Kein Mensch hat das Recht einen andern so abzuurteilen

Liebe FS,
ich bin die #26 und ich finde es erst mal toll, dass du ihn nicht so einfach verurteilst, dass du Mitgefühl zeigst, siehst, dass er krank ist und dass er sich das nicht bewusst ausgesucht hat. Leider glaube ich nicht, dass du "im Guten" weit kommst. Aber ich finde es wichtig, dass du dich um ihn bemühst, dass du ihm zeigst, dass er dir wichtig ist. Dadurch gewinnt er eine Perspektive, und zwar eine ohne den Alkohol.
Aber leider gehört zu dieser Unterstützung auch eine gewisse Härte. Weil der Suchtkranke diese Konsequenz braucht. Und auch um sich selbst zu schützen.
Deshalb: Professionelle Hilfe holen und versuchen, ihm eine Zukunftsperspektive ohne Alkohol aufzuzeigen, die gibt Hoffnung und Kraft auf dem Weg dorthin.

@ 45:
Ich wünsche dir eine neue Perspektive, ich wünsche dir Hoffnung, Kraft und Menschen, die dich unterstützen, ich wünsche dir alles Gute.
Leider habe ich selbst erfahren, dass man selbst die Initiative ergreifen muss - was in deiner Situation sicher ungleich schwieriger ist als in meiner, wo mich meine Eltern sehr unterstützt haben. Dennoch wünsche ich dir die Kraft, das zu tun, was dir gut tut - langfristig. Ich wünsche dir, dass du dich gegen sie Sucht entscheiden kannst.
 
  • #49
Liebe Fragestellerin,
ich verstehe dass Du nicht einfach weglaufen willst. Er ist es Dir wert, dass Du ihm hilfst.
Lass Dich bitte beraten und entscheide, ob Du das wirklich durchstehen willst.
Und wenn ja, gehe gleich mit in Therapie für Co-Abhängige, denn Du nimmst ihn schon in Schutz.Dein Freund muss bereit sein, sich seine Sucht einzugestehen und Hilfe anzunehmen, zugeben, dass in seinem Leben etwas schief gelaufen ist. Das ist nicht verachtenswert.

[Mod: Wegen Überlänge gekürzt.]

@#45, auch für Dich, wenn Du Dich nicht zu Tode saufen willst, höre auf, bitte. Denn so bekommst Du auch keine neue Partnerin.
 
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  • #50
Schlimm ist nur, dass er anscheinend "nur" Bier und "nur" Wein trinkt. Und schlimm ist, dass du es damit verharmlost. Da ist traurig. Ich bin aber der Meinung, dass es immer ein Pendant zu einer Person gibt. Einer, der sein Selbstvertrauen...-bewußtsein versäuft und ein Anderer der den Samariter spielt und glaubt die Menschheit retten zu müssen. Vielleicht liegt da etwas bei beiden falsch. Ich hoffe nur, dass du jetzt nicht jemanden gefunden hast, den du betuddeln kannst, denn das wäre echt schlimm. Und bei einer Sucht hilft nur ein Profi und der bist du nicht und du brauchst den auch nicht, sondern er.

Ich denke auch, dass hier nur ein Ultimatum hilft. Wenn er trocken ist, kann er sich wieder bei dir melden. Das nenne ich dann wahre Stärke und zwar von dir weil du ihm so wirklich hilfst und von ihm, wenn er es wirklich schafft.... beste Voraussetzung für eine gemeinsame ehrliche Zukunft. Alles andere ist Wischiwaschi.
 
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  • #51
@45
Naja als Sportler solltest du wissen wie schlecht Alkohol ist. Die lange Weile kann man sich auch mit besseren Dingen vertreiben. Da muss ich mir nicht von der breiten Masse vorgaukeln lassen, dass Alkohol "geiles Zeug" ist. Komm mal wieder runter und steh für dich selber ein, anstatt jemand anderes für dein Dilemma verantwortlich zu machen.
 
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  • #52
=FS
an @45
Danke für das, was du geschrieben hast. Vielleicht hilft es dir, zunächst anonym mit anderen Betroffenen Kontakt aufzunehmen. Hast du schon von AidA-Selbsthilfe.de gehört? Dort kannst du dich im Chat mit anderen austauschen, die dich nicht verurteilen werden. Ganz wichtig finde ich, dass du dein Problem schon erkannt hast. Das ist ein Anfang. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du einen guten Weg für dich findest. Alles Liebe
 
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  • #53
Irgenwie habe ich das Gefühl, Du bist hier im falschen Forum, denn hier suchen doch alle den perfekten Partner ;-)

Deiner ist n un nicht ganz so perfekt, hat es den Anschein. Aber ich verstehe auch die, die zur Flucht raten - insbesondere die, die eigene leidvolle Erfahrung gemacht haben.

Aber ... wann beginnt Alkoholiker? Mein Vater hat zwei Jahre bei massiven Problemen jeden aben 2-4 Flaschen wein getrunken (nachträglich schwere Depression herausgefunden), dann hat er sich wieder gefangen.

Also ich bin nicht so sicher wie andere hier, dass er Alkoholiker ist, aber Probleme hat er - sicher. Ich glaub ich würd erst mal Distanz nehmen, und mit ihm ERNSTHAFT darüber sprechen.

Aber, falls ich jemanden liebe, glaube ich auch an das "in guten und in schlechten Tagen".Also, wen Du ihn liebst, dann kämpfe MIT ihm gegen seine Probleme (die nicht notwendigerweise Alkoholismus heissen müssen, es kann z. B. auch eine Depression sein).
 
  • #54
Liebe Fragestellerin,
Das Erkennen der Sucht passiert sehr spät, meistens erst, wenn auch mit Alkohol nichts mehr geht, wenn das erste Delirium mit allerlei "Gespenstern" kommt. Das ist Fakt, kein Klischee!
Er war/ist psychisch instabil/schwach, nun scheint er körperlich so abhängig zu sein, dass er auch die Schwelle der starken Trunkenheit nicht mehr spürt.

Ursachen und die Wurzeln sind zu ermitteln, wie #41 "...solltest du unbedingt ihm eine ganze Menge Fragen stellen! ..." und zwar hartnäckig. Man beginnt zu trinken, wenn/weil man mit sich und der Welt nicht klar kommt ( @#45 nicht oder äußerst selten aus Langeweile)

Stelle ein Ultimatum: innerhalb der nächsten 3-4 Wochen zum Arzt und Einweisung in eine Entzugsklinik, ein Jahr Entwöhnungstherapie. Sage im knallhart, dass Du keine Lust und keine Kraft hast, ihn eines Tages im Delirium vorzufinden und den Notarzt holen zu müssen.
Appeliere an SEINEN Lebenswillen und die Möglichkeit, stets bei klaren Kopf zu sein, seine Ziele umzusetzen. Sei streng und herzlos, der Aspekt der Liebe kann nur Dir halt geben.
Trotz hoher Rückfallquoten, man kann trocken werden und bleiben, die "Widergeburt" als Nüchterne/r mit allmählich wachsendem Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, Probleme ohne Alk zu bewältigen, kann die wichtigste Errungenschaft in seinem Leben werden.

Lass Dir auch nicht einreden, dass Alkohol zum Leben(-sstil) oder zur Lebensqualität gehört - weder von Fremden noch von ihm.

Und schütze Dich, ein Alkoholiker mit Entzugserscheinungen, und auch das solltest Du beobachten, wird meist gereizt bis aggressiv. Sein Körper braucht "Stoff". Alkoholfreies Bier ist meiner Meinung nach auch nicht gut, weil die Geschmacksboten da sind, jedoch die Wirkung fehlt. Also empfehle ich ihm, keine Getränke zu sich zu nehmen, die in ihrem Geschmack auf alkoholhaltige Getränke (Bier, Wein, Sekt) orientieren.

Solltet Ihr beide es schaffen, musst Du ihm viel verzeihen (können) und nicht nachtragen und das Danach wird ebenso für beide nicht leicht, für viele Jahre - konsequent nie wieder Alkohol im Leben. Du musst auch andererseits damit rechnen, dass er Dich dann verlässt, weil Du dann die lebendige Erinnerung für sein Leiden bist.
Alles Liebe und Gute, w51
 
  • #55
@#45 , Du trinkst, weil Du Dich einsam fühlst und damit nicht klar kommst.
Also mache künftig einen großen Bogen um die Regale mit Alkohol, was nützt ein staatlich verordnetes Kontigent? Da wird dann wieder schwarz gebrannt. Du musst es allein schaffen, wenigstens erst einmal zu Beratungen oder einem Arzt zu gehen. Ich mache Dich nicht nieder, aber in "den Hintern würde ich Dir treten" !
Wie alt bist Du? Es ist nie zu spät, es ist auch keine Schande, sich einzugestehen, dass man Fehler gemacht hat und an der Flasche hängt. Die Schande ist, nichts dagegen zu unternehmen.
Also los, sonst wirfst Du Dein Leben einfach weg. Willst Du das wirklich? Irgendwann kannst Du es auch nicht mehr vertuschen, nicht mehr kontrollieren.
Raff Dich endlich auf, dafür viel Kraft, hoffe Du liest das.
 
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  • #56
@45
Ich denke auch, wie #54, dass du mit "aus Langeweile" in Wirklichkeit "aus Einsamkeit" meinst.
Das ist das Problem. Ich bin überzeugt davon, dass niemand es schafft, von einer Sucht wegzukommen, solange er keine Alternative für das hat, was er in der Sucht sucht. Die Posterin weiter oben, mit der ehemaligen Essstörung, hat es mit "Perspektive" ausgedrückt, die man braucht.
Also, einfach aufhören zu trinken, und ansonsten sein Leben so lassen, wie es ist, wird nicht funktionieren! Vielleicht liegt der erste Schritt sogar darin, sich einen "echten", "gesunden" Ersatz für den Alkohol bzw. das was man darin findet, zu suchen. Eine Beziehung/Liebe findet man natürlich nicht von heut auf morgen, vielleicht auch nie, aber dann sollte man sich trotzdem sein Leben so gestalten, dass man sich nicht extrem einsam fühlt. Echte Freundschaften können auch sehr, sehr wertvoll sein!

Mich stimmt die Ausgangsfrage, im Übrigen, nachdenklich. Ich selbst trinke gar keinen Alkohol, weil ich mir nichts draus mache - war schon immer so. Aber ich kenne, auch im ganz engen Freundes- und Bekanntenkreis, ehrlich gesagt, viele Männer, die so wie dein Freund, liebe FS, sehr regelmäßig viel trinken oder leicht angetrunken sind. Alles Männer, die das schon über viele Jahre, z.T. Jahrzehnte so machen, dabei voll im Leben stehen, beruflich normal bis erfolgreich sind, ihr Leben voll im Griff haben. Die gehen auch offen mit dem Trinken um, geben zu, dass sie sich angenehm fühlen, wenn sie etwas mehr trinken. Niemand von denen ist aber je sturzbetrunken oder aggressiv.
Ich frage mich bei diesen Männern ebenfalls manchmal, ob sie nicht ein bedenkliches Alkoholproblem haben. Andererseits frage ich mich: Worin soll das Problem liegen, wenn jemand sein Leben einwandfrei geregelt bekommt und nicht unangenehm auffällt, bei, seit 20 Jahren gleichem Trinkverhalten? Es gibt doch viele Menschen (vorallem wohl Männer), die tatsächlich ihr Leben lang viel trinken, regelmäßig auch angetrunken sind, aber trotzdem niemals in diese Abwärtsspirale geraten. Sie werden am Ende vielleicht statt 85 nur 78 Jahre alt, aber das ist auf der "Schadenseite" schon Alles!

Ich will auf keinen Fall die ernste Gefahr von Alkoholismus herunterspielen. Ich frage mich nur, ob man nicht wirklich differenzierter den Einzelfall im Alltag betrachten muss. Es gibt, glaub ich, massenweise Männer, die, streng genommen, Alkoholiker sind, letztlich aber nie unangenehm auffallen und ihre Sucht ihr Leben lang "im Griff" haben ("kontrollierte Alkoholiker").
Ich würde dir, liebe FS, sehr raten, mal bei einer einschlägigen Beratungsstelle dein Anliegen zu schildern, und mich würde brennend interessieren, was die dazu sagen! Vielleicht teilst du das hier nochmal mit!

w42
 
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