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  • #31
Warum arbeitest du deine Probleme nicht erstmal mit einem Psychologen auf? Erst wenn das halbwegs aufgelöst ist, wirst du in der Lage sein eine Beziehung zu führen.
Ein Partner ist doch kein Therapeut, du benutzt diese um dich zu reparieren.
Und ja, natürlich ist es schlimm für den, der Gefühle hat!
Sag doch VOR dem ersten Mal, dass für dich nur Sex in Frage kommt, am besten suchst du auf bekannten Sexportalen, dann verletzt du wenigstens niemanden.
Denn das machst du vorsätzlich und rücksichtslos.
Ich kann absolut keine Emphatie bei dir feststellen.
Ich meine das nicht böse! Aber du siehst doch selbst die verbrannte Erde. Wenn du nicht willst, dass alle verflossenen sauer auf dich sind, dann verhalte dich anders!
Vielleicht bin ICH jetzt emphatiebefreit, kann schon sein. Aber wenn du reihenweise verletzte Partner hinterlässt, dann fehlt mir jedes Verständnis.
Diagnose hin oder her, aber dann sag doch sofort beim Kennenlernen, was Sache ist!
 
  • #32
Aber letztere willst du wahrscheinlich gar nicht, weil du im Grunde eben doch "gesehen" werden willst, nicht nur als Körper zum Druckabbau, richtig?
Ja, durchaus. Ich habe zwar auch ab und an Sex mit anderen "Bindungsunwilligen" , als dauerhafte unproblematische Möglichkeit um körperliche Freuden zu erleben, ist aber total reizlos.
Allerdings bieten diese Kerle Raum für praktische Selbstreflexion. Hierdurch wurde mir bewusst wie anstrengend sprunghaftes und irrationales Handeln ist und vor allem wie sehr es verschreckt.


Ja, es passiert unterbewusst, aber nicht unbewußt.
Sie weiß was sie macht. Sie reflektiert sich ja gut.
Mir ist z.T. bewusst was ich mache, aber es obsiegt i.d.R. der Drang nach bindungsloser Sicherheit.
Meine Koffer sind wohl nicht nur allzeits gepackt, sondern auch immer dabei.


Kurz und knapp gesagt: es interessiert eigentlich weniger, warum du dich wie ein Eisklotz verhältst, sondern DASS du es tust.
Nein es ist mir eben nicht bewusst. Der aktuelle Herr hatte schon einmal den Kontakt abgebrochen.
Nunja in dieser Zeit hatte er wohl einen ONS wie er mir, auf meine Frage hin, mitgeteilt hat. Für mich war das eine pragmatische Info (wegen Ansteckungsgefahr o.ä.), aber mehr habe ich darauf nicht reagiert.
Das hat vermutlich auch wie ein Eisklotz gewirkt?


(Sex ist keineswegs per se was Oberflächliches, das ist es nur, wenn man sozusagen mit Hilfe des anderen masturbiert).
Das unterschreibe ich sofort. Mir ist das Sehen des Anderen beim Sex sehr wichtig. Das Aufeinander eingehen, sich hingeben.
Hier kann ich sehr viel Nähe zu lassen, diese brauche ich auch. Zärtliche Gesten und Worte sind dabei (und auch davor und danach) schön.


Und vor allem: Es ist doch beim Kennenlernen irrelevant, WARUM Du so bist, wie Du bist.
Sehe ich ebenso. Das würde ich auch nie sagen, denn eigentlich ist es egal. Zudem habe ich auch Nullinteresse über mein Inneres zu reden, mir wurde nur geraten meine Unsicherheit zu kommunizieren.

Ich sehe es wie Normajean. Menschen haben kein Bock auf jemanden der sie sicher verletzen wird, dies kann ich niemandem vorwerfen.
An sich reichen mir meine aktuellen Affären, da ich emotional einfach nicht mehr geben kann/mag/will.
Aber, das mit dem einen Kerle war einfach nicht einkalkuliert. Vor allem das es mich mitnimmt.
Ich bin wohl noch nicht bereit für etwas engeres.

Eure Rückmeldungen helfen.
 
  • #33
Sag doch VOR dem ersten Mal, dass für dich nur Sex in Frage kommt, am besten suchst du auf bekannten Sexportalen, dann verletzt du wenigstens niemanden.
Viele meiner Kontake kommen über Tinder zu stande, aber auch nutzt nicht so viel.
Denn faktisch suchen die wenigsten Menschen nur Sex.
Selbstverständlich gibt es solche, aber die schreiben häufig in der zweiten Nachricht *was sind denn deine Vorlieben*, dies ist mir sehr unsympathisch. Sex ist doch kein Geschäft, zumindest außerhalb des Gewerbes, also muss doch Eroberung gelebt werden. Der kleine Nervenkitzel der Unsicherheit ob man dem anderen genug gefällt. Leidenschaft und Hingabe sind essentiell. Das sollte gelebt werden und nicht vorher ausgehandelt.

Klar habe ich so auch belanglose Affären etablieren können, aber es sind auch eben Dramen erwachsen.


Zu meinem vorigen Beitrag:
Manche Mechanismen sind mir bewusst (zB Sex mit anderen, Nachrichten ignorieren),
vieles aber nicht (also wie reagiere ich angemessen auf Gefühle der anderen?....)

Warum arbeitest du deine Probleme nicht erstmal mit einem Psychologen auf?
Mit einem Psychologen sicher nicht ;), nur mit einem Therapeuten...
Aber es gibt bei manchen Sachen einfach eine relative Entwicklungsstagnation (Es geht um Besserung, nicht um Heilung...).

Aber wie soll ich mich entwickeln, wenn nicht durch Ausprobieren?
 
  • #34
mir wurde nur geraten meine Unsicherheit zu kommunizieren.
Hm. Ich würde das auch nicht machen im Vorfeld, glaube ich. Du weißt ja gar nicht, ob der andere das richtig aufnehmen und einordnen kann. Und Du kannst auch nicht sagen "ich hab dir ja gesagt, ich bin unsicher", wenn er drunter leidet. Du musst einen Weg finden, dem anderen DANN die Sicherheit zu geben, wenn Du merkst, dass er verunsichert ist.

Ich finde auch, sich auf Partnersuche zu begeben mit der direkten Vorab-Ansage "eigentlich bin ich nicht beziehungstauglich und es ist dein Bier, was du machst, wenn du es merkst", ist irgendwo absurd. Es wirkt so, als würdest Du dem anderen Dein Problem aufhalsen, statt DIR zu sagen "wenn Probleme kommen - ich werde sie lösen". Was Du natürlich auch nicht zu ihm sagen sollst und ja auch nicht versprechen kannst. Aber das erste bringt als Botschaft rüber "ich mache Probleme und es ist dann eben so", das andere würde die Botschaft mitbringen: "wenn Probleme kommen, setze ich alles daran, was ich kann, dass du nicht drunter leiden musst", und das ist eine ANDERE innere Einstellung.

Du hast Du die Therapie und die Aussagen des Psychologen, was Dich betrifft. Ich habe bei manchen Menschen schon beobachtet, dass sie ihre Diagnose benutzen als Erklärung dafür, dass sie sich nicht ändern können und bei Bedarf den Therapeuten zitieren, um sich zu entlasten.
Jeder braucht für seine Eigenheiten und Probleme Verständnis vom anderen. Aber diese Patienten sehen sich immer "first" mit ihrem Problem, und was ein anderer hat, interessiert sie nicht. Dass sie vielleicht auch mal zu ihm statt immer nur auf sich schauen sollten, insbesondere, was ihr Verhalten mit ihm macht, ist in einem blinden Fleck. Soll heißen, FALLS Du Deine Diagnose so wie beschrieben benutzen solltest und das merkst, hör auf damit. Es bringt Dich nicht voran.
 
  • #35
So wirklich kann ich mir aber kein Bild machen. Du schreibst, beim Sex könntest Du Nähe zulassen. Aber gefühlsmäßig kannst Du Dich nicht öffnen? Wenn nicht beim Sex, wo dann? Und wenn beim Sex, wieso in keiner anderen liebevollen Umarmung? Passt für mich auch nicht zu Beziehungswunsch und gleichzeitiger Ansage "ich will aber noch mit anderen Männern schlafen". Zu allen echt dann diese gefühlsmäßige Nähe? Was macht dann das Besondere aus, warum Du DIESEN Partner gewählt hast und nicht die anderen Bettgenossen, wenn nichts weiter an Nähe von Dir kommt?

Irgendwie habe ich öfter mal das Gefühl, dass die Aussagen eines Therapeuten über jemanden diesen jemand dazu bringen, sich so selbst zu beschreiben, aber wenn er es dann noch mit eigenen Gedanken tut, weil manche Therapeutenansichten ihm nicht passen, aber nicht hinterfragt werden "dürfen" (da er ja vom Fach ist), kommt was ganz anderes als Bild dabei raus. Und hier in den Threads mischt es sich dann, die Therapeutenaussagen sind Gesetze, da Fachmensch, und das eigene wird aber auch verteidigt, weil man es nunmal so empfindet. Und es widerspricht sich aber.

Kannst Du überhaupt was anfangen damit, wenn der Therapeut Dir sagt, Du seiest so und so (falls er das macht, immerhin hat er ja ne Diagnose gestellt, Ich war noch nie in einer Therapie, keine Ahnung, was da abläuft)? Empfindest Du Dich so, wie er Dich "labelt"?
Bei einem Beinbruch sieht man als Patient selbst, was los ist. Da ist gibt es einen eindeutigen Stempel. Da gibt es auch den Gips. Und kein Patient würde sagen "ich kann aber rennen". Bei psychologischen Diagnosen kommt mir das anders vor.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #36
Ich rate Dir zu überlegen, warum Du überhaupt Beziehung willst.
Single sein ist okay. Wenn Du keine Beziehung hast, ist es auch gut. Sex mit freundlichen Worten etc? Geht doch auch mit F+. Du gestaltest Deine Beziehung.

Vielleicht kannst Du Dein Bild von Beziehung erweitern.
Beziehung muss nicht Mann, Frau, Kind, Hund in einem Haus mit Ring sein.
Hier im Forum sind Leute, die schreiben, dass sie eine Beziehung führen und sich lediglich 1-2 Mal im Monat für wenige Stunden treffen...
Du schreibst von gesehen werden und Innigkeit.
Überlege doch ganz praktisch, wie für Dich eine praktikable Beziehung aussieht.

Wenn Du in der Kindheit gelernt hast, dass die Beziehung zwischen Partner oder zu Eltern immer mit Streit, Spannung, Drama verbunden ist, suchst Du auch jetzt in Deiner Beziehung zu einem Mann immer das Muster Streit, Spannung, Drama.
So werden Deine Beziehung auch immer zu jedem Mann sein.
Du müsstest dann erst dieses Muster verändern.
 
  • #37
So wirklich kann ich mir aber kein Bild machen. Du schreibst, beim Sex könntest Du Nähe zulassen. Aber gefühlsmäßig kannst Du Dich nicht öffnen?
Vielleicht ist unsere Sichtweise auf Nähe und Sex etwas unterschiedlich.
Letzerer ist für mich per se ein oberflächlicher aber freudsamer Akt. Wenn ich darin Nähe lebe, ist diese Nähe immer noch vor dem Hintergrund von einer lustvollem Rahmung.
Eine liebevolle Umarmung hingegen hat keine Rahmung, sie ist nur Offenbarung.
Vermutlich schwer erklärbar....


Ansonsten definiere ich mich weder durch meine Diagnosen noch sehe ich diese als Entschuldigung. Diagnosen sind nur Symbole, dem voran geht Verhalten/Empfinden....

Ich rate Dir zu überlegen, warum Du überhaupt Beziehung willst.
Single sein ist okay.
Das klassische Beziehungsmodell kann ich mir nicht vorstellen...
Aber den einen Kerle hätte ich eben noch gerne in meinem Leben gehabt.
Wie ich schon geschrieben hatte: Mich bedrücken diese plötzlich eskalierenden Enden, die für mich scheinbar unerwartet kommen.
Diese absolute Verweigerung eines jeden Gesprächs, eben als ob sie sich vor mir schützen müssten. Wobei ich ja keinen Stress mache, ich bedränge die Männer nicht. Melde mich nicht übermäßig und fange keine sinnlosen Debatten an.

Ich gehe Streit aus dem Weg, sehe darin keinen Sinn.

Also erscheinen mir diese blockierenden Kontaktabbrüche als sehr unangemessen. Nur, scheine ich ja im Vorfeld verletzend zu sein und das mehr als ich bemerke.
 
  • #38
Wenn ich für jemanden intensive Gefühle habe und er erzählt mir dass er auch mit anderen Frauen schläft dann ist das sehr schmerzlich , kaum auszuhalten und töte jedes Gefühl.wenn du keine Emotionen zeigst dank fühlt sich ein Mann beliebig, nicht wahrgenommen und verletzt. Es ist auffällig dass du das nicht verstehst. Männer wollen sich vor Dir schützen und das ist ihr gutes Recht.ich verurteile dich nicht, ich verstehe dich. Ich denke emotionslos mit Mönnern zu schlafen wird dich nicht weiter bringen, es spaltet deine Gefühle noch mehr ab und du stumpfst ab. Lerne Nähe außerhalb von romantischen Beziehungen zuzulassen.das wäre mein Tipp.suche sichere Beziehungen, in denen du lernen kannst zu vertrauen ohne dass du gleich Partnerwvuaft leben musst. Das ist noch viel zu früh für dich. Erst wenn du heil wirst kannst du Nähe zulassen. Der richtige Mann wird geduldig sein und du wirst deine Angst überwinden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Gib nicht auf .aber verletzte auch auch keine Männer mehr. Und werde e auf keinen Fall früh Mutter.
Nimm dir Zeit. Und schaue ob deine Therapie die richtige ist. Traumatherapie kann auch sehr helfen.
Alles Gute dir !
 
  • #39
Dir nicht. Dir - so weit ich weiss - nie. Darum lese ich dich so gerne.

Was ich hier und bei vielen Fragen nicht verstehe :
Warum eigentlich wird das Wort eines Therapeuten derart überschätzt ? Keine zweite Meinung eingeholt ? Keine Erfolgskontrolle durchgeführt ?

Wenn ich die ganzen Fragen von ziemlich verkorksten Menschen mit wirklichen Problemen anschaue, dann wird meist eine Therapie erwähnt. Komischerweise hat die nichts gebracht. Das kann unterschiedliche Ursachen haben ... eine Möglichkeit ist, dass der Therapeut nicht zur Aufgabe oder dem Patienten passt - eine weitere ist seine allgemeine Unfähigkeit und Inkompetenz. Ein Arzt sagt, er könne nicht helfen und der Patient müsse zum Kollegen. Ein Therapeut scheint diese Einsicht nur seltenst zu gewinnen.
Im Grunde ist der Rat : Mach eine Therapie ziemlich schlecht. Mach die richtige Therapie für dein Problem bei dem Therapeuten, der zu dir passt - so müsste es heissen. Gibt es in dem Bereich wirklich keine Spezialisierungen ? Oder so viele Scharlatane ?
 
  • #40
eine weitere ist seine allgemeine Unfähigkeit und Inkompetenz.
Die gibt es sicherlich. Es gibt aber auch noch mehr Möglichkeiten.
Zum Beispiel, dass der Patient nicht auf die ausgewählte Therapie anspricht. Die Therapiefähigkeit bzw. Willigkeit der Person.
Auch da kann es innere Ablehnung und Distanz geben.
Nicht jeder Mensch reagiert auf Medikamente gleich, die oft auch Teil von Therapien sind.
Genauso ist es mit entsprechenden Behandlungsmethoden.
Macht jemand z.B. eine Verhaltenstherapie, dann ist der eine fähiger das Gelernte umzusetzen als der Andere. Ähnlich wie in der Schule.
Außerdem bedingt durch die schwere der Symptome.
Es gibt auch Menschen, die gar nicht therapierbar sind.
Die sich grundsätzlich nicht öffnen können. Den Therapeuten als Feind betrachten. Auch dort lange brauchen bist Vertrauen entstehen kann, wenn überhaupt.
Das Ziel muss und kann oft auch nicht die vollständige Heilung sein, sondern immerhin eine Linderung der Leiden und eine Verbesserung der Lebensqualität.
Viele Probleme (vermutlich die Meisten) entstehen in der Kindheit und sind dadurch prägend. Es ist schwer bei einem bereits Erwachsenen eine solche Prägung zu behandeln. usw. usf.
Es ist eben kein Krebs, den man herausschneiden kann..
 
  • #41
Wie ich schon geschrieben hatte: Mich bedrücken diese plötzlich eskalierenden Enden, die für mich scheinbar unerwartet kommen.
Diese absolute Verweigerung eines jeden Gesprächs, eben als ob sie sich vor mir schützen müssten. Wobei ich ja keinen Stress mache, ich bedränge die Männer nicht.
Doch, du machst ihnen Stress, nur nicht in der Art, wie du ihn selber definieren würdest. Dich stresst es, bedrängt zu werden, z. B. wenn der Mann sich häufig meldet, mehr außer Sex mit dir machen will, dir ein ehrliches Kompliment macht oder ein Gefühl offenbart.

Nun ja, diesen Mann stresst es vielleicht, dass er nie weiß, woran er bei dir ist. Dass du erst sehr schnell intim mit ihm wirst (was, wie du ja geschrieben hast, durchaus auch mit liebevollen Zärtlichkeiten verbunden ist) und dich dann aus für ihn nicht ersichtlichen Gründen distanziert und abweisend verhältst. Vielleicht fragt er sich, was er falsch gemacht hat oder denkt, du würdest "hard to get" spielen und dass er sich nur mehr ins Zeug legen muss für dich. Oder er hat sich vielleicht schon ein wenig in dich verknallt und muss dann deine Aussage aushalten, dass du mit anderen Männern schläfst und weiter schlafen willst - das kann sogar sehr stressig sein. Und dass du ihn auflaufen lässt, indem du einfach schweigst, wenn er dir etwas persönliches erzählt, ein Kompliment macht oder fragt, warum du dich mit ihm triffst... das ist auch ein Scheißgefühl. Nach ein paar vergeblichen Versuchen lässt man es sein, wenn einfach nichts zurückkommt, und bemüht sich durch Rückzug um Schadensbegrenzung bei den eigenen Gefühlen.

Das ist dann wahrscheinlich der Punkt, an dem dir aufgeht, dass du ihn verlieren könntest und das eigentlich nicht willst. Nur, an diesem Punkt hat der Mann schon soviel Ablehnung und möglicherweise auch Verletzungen von dir erfahren, dass es zu spät ist. Dass du dann plötzlich doch wollen würdest, ist vielleicht auch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und diese Männer so wütend werden lässt: weil das alles komplett widersprüchliche Signale sind und sie sich irgendwann nur noch verarscht fühlen...

Ich hoffe, du kannst die andere Seite nun vielleicht ein bisschen besser verstehen und den ein oder anderen Schluss für dein Handeln daraus ziehen.

W, 27
 
  • #42
Weis das dein Kerle auch, dass du ihn gerne im Leben gehabt hättest?
Mittlerweile ja, aber letztlich zählen ja nicht Worte sondern die Handlungen und mit diesen habe ich mehrere Monate anderes gezeigt.

Warum eigentlich wird das Wort eines Therapeuten derart überschätzt ?
Hier (ein Forum mit Blick auf Liebesbeziehungen) wird Bindungsthematik besprochen, aber dahinter stehen oft andere größere Themen. Folglich sind die Bindungsschwierigkeiten in der Therapie nur von peripherem Interesse.
Mitunter geht es darum dauerhafte Abstinenz weiter zu sichern, eskalierende Selbstschädigung einzudämmen und der Suizidalität vorzugreifen.
Was auch mit Blick auf Partnersuche interessant ist: man erscheint ambivalent und labil, aber hat sich auf einem sehr hohen Niveau stabilisiert. Ist also für die eigenen Verhältnisse sehr weit gekommen, aber noch weit vom Gros der Menschheit entfernt.

Die Erwartungen ein Therapeuten sind, wie du sagst, zu groß.

Im Falle einer Skoliose, in Verbindung mit einem lange nicht behandelten Klumpfuß und arthrotischen Gelenkbeschwerden ist das Ziel die Minderung der behindernden Symptome nicht vollständige Heilung.
Ebenso kann man bei dem Vorliegen mehrerer psychischer Erkrankungen keine Heilung erwarten, vor allem bei beginnender Etablierung in der frühen Kindheit mit entsprechendem mehrjährigem Behandlungsdefizit.
 
  • #43
Vielleicht ist unsere Sichtweise auf Nähe und Sex etwas unterschiedlich.
Das kann sein. Ich würde auch unterscheiden zwischen körperlicher Nähe und emotionaler Nähe. Aber wenn ich NUR körperliche Nähe gewollt hätte bei einem Mann, hätte ich ihn nie als Partner gewollt. Das wäre ein ONS geworden, ohne Wiedersehen.

Letzerer ist für mich per se ein oberflächlicher aber freudsamer Akt.
aber:
Ich habe zwar auch ab und an Sex mit anderen "Bindungsunwilligen" , als dauerhafte unproblematische Möglichkeit um körperliche Freuden zu erleben, ist aber total reizlos.
warum, frage ich mich. Das klingt so, als müsste sich der Mann schon in Dich verlieben, damit der Sex nicht reizlos ist, aber Du selbst empfindest das ganze oberflächlich. Das, was ich mir hier vorstelllen könnte ist, dass die Bindungsunwilligen nur "rammeln" und nicht wissen, wie Sex geht, während einer, der sich verliebt hat, eben auch auf Dich achtet.
Aber das ist auch unstimmig, weil auch verliebte Männer rammeln können, weil sie keine Ahnung von Sexualität außer Selbstbefriedigung haben, und auch ONS-Männer sexuell in der Lage sein können, auf die Frau beim Sex zu achten.

Sex ist doch Geben und Nehmen. Was geben die einen und die anderen nicht, was gibst Du, wenn es für Dich was oberflächliches ist?

Ich würde sagen, man kann sich geistig kennenlernen (das geht schon nur durch Schreiben) oder emotional, da reicht die Nähe und dass man spürt, wie einem der andere ohne Worte guttut und umgekehrt, oder eben körperlich. Ich konnte mich in jungen Jahren rein romantisch verlieben, ohne an Sex mit diesem Mann zu denken. Und später hätte ich auch ONS gekonnt, ohne mich zu verlieben. Aber dann hätte ich nicht gebraucht, dass der ONS-Mann sich verliebt. Der hätte bloß scharf auf meinen Körper sein müssen, dh. für beide ein oberflächlicher, freudsamer Akt.

Eine liebevolle Umarmung hingegen hat keine Rahmung, sie ist nur Offenbarung.
Hm. Schon, ja. Es gibt "keinen weiteren Grund", wenn diese Umarmung stattfindet, als zu sagen "Ich mag dich".
Ich weiß nicht, ob es das noch gibt in Corona-Zeiten, aber mir kam hier die Idee eines Kuschel-Seminars. Dort lernen Leute, sich einfach zu umarmen ohne sexuelle Hintergedanken, um den Körper zu fühlen und zu fühlen, wie das dem anderen guttut, wenn er umarmt wird.

Ansonsten definiere ich mich weder durch meine Diagnosen noch sehe ich diese als Entschuldigung.
Ok, ich meinte auch das Gefühl "jetzt weiß ich, woran es liegt", weil ein Therapeut es sagte, nicht mehr in Frage zu stellen, wenn es sich unstimmig anfühlt.
 
  • #44
Das klassische Beziehungsmodell kann ich mir nicht vorstellen...
Aber den einen Kerle hätte ich eben noch gerne in meinem Leben gehabt.
Das hätte F+ sein können, wenn er gekonnt hätte, aber ich denke, er hatte sich verliebt. Und auch bei F+ oder jeder anderen Freundschaft kannst Du Dich nicht emotional verschlossen geben und nicht auf Nachrichten nicht antworten. Macht auch alles kaputt, es sei denn, der Mensch versteht Dich.
Dieser eine langjährige Freund scheint das ja zu tun oder es macht ihm nichts aus, weil er selbst so tickt. Aber ihr kennt euch lange, ein Grundgefühl der Verbundenheit wird da sein. Ein neu kennengelernter (F+-)Freund kriegt wohl doch Probleme mit Deinem Verhalten.

Mich bedrücken diese plötzlich eskalierenden Enden, die für mich scheinbar unerwartet kommen.
Diese absolute Verweigerung eines jeden Gesprächs, eben als ob sie sich vor mir schützen müssten.
Es gibt so eine komische Dynamik. Wenn A sagt "ich will nur Sexaffäre" und B sagt "ich auch", dann kann es trotzdem sein, dass sich A wünscht, B würde sich verlieben. Denn A möchte nicht für Sex benutzt werden, obwohl er B dafür benutzt.

Ich seh das ähnlich wie bei den umwerbenden Männern, die aber verheiratet sind. Die wollten immer, dass ich mich verliebe (bzw. mich verliebt zeige, was ja nur geht, wenn ich es tue), aber sie selbst wollten sich nicht verlieben. Ich gebe ihnen Ego-Push, sie wollen von mir das Wahrhaftige und Echte, das man dafür braucht, und nicht nur Ego-Push.
Einfach nur nett sein zu einer Frau, die das dankend annimmt, aber keinen Glanz in den Augen hat, der sagt, "ich will dich, ich habe Sehnsucht nach dir, ich finde dich wunderbar", wenn sie den Mann ansieht, bringt zu wenig Selbstbestätigung, und schon gar keine, ALS MANN noch attraktiv zu sein. So ähnlich stelle ich es mir vor, wenn Menschen, die Affären suchen, nicht ertragen können, selbst auch nur eine Affäre zu sein, die keine Bedeutung hat für die andere Person und wie eine Puppe behandelt wird, die wieder in die Ecke kommt, wenn sie benutzt wurde.

Womit für mich die Frage aufkommt, ob das bei Dir so ist. Also ob Du Dich nur bestätigen willst, dass Dich jemand sexuell anziehend findet (dass Dich jemand gern hat, bringt Dich ja zum Wegrennen). Und die Männer wollen das eigentlich auch, können dann aber nicht ertragen, dass das stimmt, dass Du DIch nicht in sie verliebst. Sie sind "Dein Dildo" für gewisse Stunden, ohne dass Du ihnen hinterhertelefonierst, um Treffen bettelst, mehr über sie erfahren willst, wie es verliebte Frauen tun, die eigentlich mehr wollen. Deswegen Drama.
Aber ungeklärt bleibt dann noch, warum die Bindungsunwilligen Dir keinen Spaß machen. Das klingt wiederum so, als bräuchtest DU, dass die Männer sich verlieben, weil Du selbst nicht ertragen kannst, nur "die Sexpuppe" für so einen Mann zu sein.
 
  • #45
@ _snowwhite_

Nicht vorhersehbares und abweichendes Verhalten gibt einem „Bidungswilligen“ keine Sicherheit, damit hast du Recht. Hier prallen wohl verschiedene Bedürfnisse aufeinander, der eine wünscht sich zu wissen woran er ist, wohingegen ich genau das als sehr bedrohlich empfinde.

@void

Mein bester Freund und ich sind uns in vielem sehr ähnlich. Wir geben uns absolute Sicherheit. Wir zeigen uns unsere Zuneigung. Bei ihm bin ich absolut offen, aber er ist eben von unglaublicher Verlässlichkeit und ihn würde ich nie verlieren wollen.

Zum Sex: ich suche darin keine Bestätigung. Ich finde mich nicht hübsch, werde ich nie. Es bleibt die Furcht dem Mann nicht zu gefallen. Aber mittlerweile kann ich, rational, erkennen das Männer mich schön finden. Ich scheine ein äußerst anziehendes Gesicht zu besitzen. Zudem kleide ich mich in einer Weise die vielen Männern gefällt (ich trage idR knielange oder längere Kleider, wobei ich mit diesen durchaus auch Basketball spiele oder durch kleine Schluchten wandere – also ohne Eitelkeit).

Diese Erkenntnisse sind aber rein rationaler Natur. Gleichsam einer Rechnung.

Zu den Männern. Wie oben @justemoi geschrieben hat: Sex stumpft ab. Vor allem wenn es eben nur Masturbation mit Beiwerk ist. Reinen emotionslosen Sex habe ich nur mit Männern die absolut (!) meinem Schönheitsideal entsprechen, also die mich mit ihrer Optik zum dahin schmelzen bringen, aber das ist ja dann auch kristallisierte Lust und wieder mehr als Masturbation mit Beiwerk...
Generell will ich weder benutzen noch benutzt werden. Nur heißt bei mir „jemand gernhaben“ nicht das ich dies auch zeigen mag/kann, aber es heißt dann doch das es ein gefühlsmäßiges Gleichgewicht gibt. Dieses von dir beschriebene emotionale Ungleichgewicht ist also nicht da.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #46
ich suche darin keine Bestätigung. Ich finde mich nicht hübsch, werde ich nie.
Naja, deswegen bestätigen sich ja die Leute mit solchen Kontakten, weil sie bei sich ein Defizit meinen zu sehen. Sie brauchen einen Spiegel, andere, die ihnen das Gegenteil von dem sagen, was sie selbst über sich denken, aber das reicht nie. Man muss sich selbst annehmen, wenn man a) den Komplimenten einfach mal glauben will, b) nicht dauernd Komplimente haben muss.
Aber gut, es gibt auch das andere Sexhabenwollen, bei dem es nicht um Bestätigung geht, sondern um sich überhaupt mal zu fühlen z.B., weil alle anderen zwischenmenschlichen Verbindungen mit Angst vor Verpflichtung verbunden sind, in der man sich dann aufgeben "müsste".

Aber mittlerweile kann ich, rational, erkennen das Männer mich schön finden.
Du wirst zusätzlich auch noch durch Deine scheinbar unkomplizierte Art anziehend sein, weil Du an Sex interessiert bist und nicht erst Zeichen der Verliebtheit brauchst, um körperlich aus dem Schneckenhaus zu kommen wie andere Frauen.
Ich scheine ein äußerst anziehendes Gesicht zu besitzen.
Wie kommst Du darauf? Das ist provokant gefragt, weil sich der Abschnitt so liest wie "so sollte es sein von Deiner gelernten Einstellung zu Dir selbst her - Bescheidenheit und Ablehnung Deiner selbst. Aber die anderen, die sind begeistert".
Als würde jemand sagen "ich denke, ich bin nicht gerade helle, aber Professoren wollen sich unbedingt mit mir unterhalten und ich scheine einen sehr hohen IQ zu besitzen." Der will ja mitteilen, dass er doch intelligent ist, aber sich nur nicht dafür hält, weil ihm das eingeredet wurde. Wenn er den Leser überzeugen wollen würde, dass seine negative Meinung stimmt, würde er ja eher die Leute als Beweis anführen, die DAS belegen, statt die anzuführen, die das Gegenteil finden. Und da er sein eigenes positives Urteil über sich nicht ohne schlechtes Gefühl sagen kann (Kindheit), empfindet er nichts mehr dabei, wenn andere sagen, er sei intelligent, braucht es aber doch, diese Aussagen. Ich meine, nenne mir den, der sich darüber nicht freut, wenn andere ihn mit positiven Meinungen bedenken. Aber wer diese Freude nicht zulassen darf, weil er es gelernt hat, meint vielleicht, er würde das alles nur ganz rational erzählen, weil die anderen das ja gesagt oder gezeigt haben.

Das macht jeder irgendwo, dass er gern andere "vorschiebt", um ein positives Bild von sich zu vermitteln, wenn er kein Eigenlob vermitteln will, und stellt es dann ganz objektiv dar, weil er es ja nicht selbst über sich sagt, sondern die anderen, dabei erfüllt es ihn schon mit Freude oder Stolz.

Ich finde nichts verwerflich dran, wenn Du Dich schön fändest. Oder Dich total drüber freust, wenn Männer Dich schön finden.
 
  • #47
Klar, man braucht Feedback von den anderen auch für das Selbstbild, und wenn man als Kind lange genug Negatives gesagt bekam, setzt sich das fest und es wird aufgegeben, was anderes für möglich halten zu können oder sich zu bemühen, das Gegenteil zu beweisen. Das können auch doofe Lehrer mit Kindern machen, die sich dann ihr Leben lang für dumm halten.

Jedes Kind übernimmt die Meinung seiner Eltern über sich und hält schlechte Behandlung für verdient, es sucht die Schuld bei sich. Wäre es gut, würde es auch gut behandelt werden, denn Eltern sind keine unreifen, unfairen und emotional unterbelichteten Wesen.

Später muss es erkennen lernen, was die Eltern aus eigenen Problemen subjektiv schlecht fanden, falsch prägen und verändern wollten, oder weil die Eltern sich am Kind wegen Frustes abreagierten und seine Lebensfreude kaputtmachen wollten, weil die Eltern selbst keine haben durften und hatten.
Vielleicht musst Du versuchen, Dich ganz neu zu entdecken, als wärst Du Deine Freundin. Oder zu Dir zu sein, wie eine ideale Mutter Deiner Ansicht nach zu Dir sein sollte.

Ich weiß, dass Eltern sehr viel bewirken können diesbezüglich. Ich kenne sowohl Väter als auch Mütter, sogar Omas, die nicht ertragen konnten, dass ein Kind sich mag und Selbstwertgefühl entwickelte.

Das passiert, weil diese Erwachsenen selbst kein Selbstwertgefühl hatten, sonst hätte sie es dem Kind gönnen können und es gefördert, statt es zu untergraben.
Ich denke, dass auch Märchen hier psychologische Dynamiken abbilden. Z.B. Schneewittchen. Es gibt Mütter, die nicht ertragen können, dass eine Schönere (schon durch Jugend) im Hause heranwächst.
Oder Väter, deren Mutter ihnen vermittelte, wie mangelhaft oder falsch sie als Mann sind, was dann eine misogyne Haltung erzeugt, und weil die Mutter und ihre Macht nicht angetastet werden darf, kann man aber noch der Ehefrau das Selbstvertrauen als Frau nehmen und der Tochter noch die Weiblichkeitsentwicklung zerstören, weil sie das schwächste Glied ist, indem man ihr vermittelt, sie sei hässlich und nicht liebenswert. Das Kind wird ja darum kämpfen, vom Papa anerkannt zu werden für das, was es ist und was natürlich in ihm entsteht. Wenn der Mann ein Problem mit Weiblichkeit hat, wird das Mädchen es merken.

Noch was anderes: Bist Du der Meinung, dass Du Dich emotional öffnen könntest nach - keine Ahnung - x Wochen oder einem Heiratsantrag oder was auch immer, oder gilt, dass Du das eigentlich nie machen willst und nur denkst, Du würdest es irgendwann tun? Ich meine, verstanden zu haben, dass Du die Männer absichtlich auf Abstand hältst, bis sie gehen. Also das kann ja keine Prüfung sein, die er bestehen muss, damit Du Dich öffnest, weil Du das Abstandhalten ja so lange machst, bis der Mann geht, und nicht nach "sieben Prüfungen" doch auftaust.
 
  • #48
Im Grunde ist der Rat : Mach eine Therapie ziemlich schlecht. Mach die richtige Therapie für dein Problem bei dem Therapeuten, der zu dir passt - so müsste es heissen. Gibt es in dem Bereich wirklich keine Spezialisierungen ? Oder so viele Scharlatane ?
Der Tipp ist sehr oft angebracht.

Aber ja, derTipp muss ergänzt werden.
Sei bereit, Therapie zu machen @Schnuppe78 hat es ausgeführt. Man muss bereit sein, auch Unangenehmes, Schmerzhaftes anzuschauen. Man muss Veränderung wollen. Man muss sich selbst gegenüber ehrlich werden.
Der/die Therapeut*in gibt einem nicht ein paar bunte Pillen und alles ist gut.
Ein*e Therapeut*in ist wie ein*e Trainer*in, kann nur begleiten.
Es braucht oft Zeit, viel Geduld.

Das Weitere
Es gibt viele Arten von psychischen Fragestellungen, nicht jede Therapieform passt für jedes Problem.
Und natürlich braucht es für größere Problemstellungen die spezielle Ausbildung.

Nachdem auch noch die Chemie stimmen muss, es viel zu wenig freie Plätze gibt, vor allem als Kassenpatient*in, ist es tatsächlich schwierig.

Therapie, wenn man will, mit dem richtigen Therapeuten - ja.
Ansonsten ist es Zeit und Geldverschwendung, und Belegung von Kapazitäten, die andere dringend bräuchten.

Und leider, zwar verständlich, aber trotzdem äußerst problematisch, viele Therapeut*innen lehnen schwierigere Problemstellungen ab. Zu tun haben sie sich mit den einfachen Fällen genug.

Ich habe lange, intensiv gesucht, dann den ersten Block selbst bezahlt - ca. 12.000€, und dann brauchte es noch mal einen Wechsel, auch aus finanziellen Gründen.
Auch diese Suche nicht einfach.
Das waren ca. 250h, plus viele "Hausaufgaben" - die Diagnose auch eine schwierige.

Aber Glück gehabt, durchgehalten...Und ich bin diesen Menschen unendlich dankbar.

Mir geht es jetzt seit 4 Jahren stabil gut, besser als jemals zuvor. Es sind nur ein paar Sensibilitäten geblieben, das haben andere auch.

W, 50
 
  • #49
Wie kommst Du darauf? Das ist provokant gefragt, weil sich der Abschnitt so liest wie "so sollte es sein von Deiner gelernten Einstellung zu Dir selbst her - Bescheidenheit und Ablehnung Deiner selbst. Aber die anderen, die sind begeistert".
Ich würde nie denken das jemand von mir begeistert ist.
Früher habe ich nur Männer getroffen die mir nicht gefallen haben (weder optisch noch charakterlich). Zudem habe ich drei Jahre niemanden getroffen und davor war ich mehrere Jahre in einer höllischen Beziehung.

Bei einem Mann der mir gefällt denke ich automatisch er findet mich hässlich, damit fühle ich mich aber dann unterlegen.
Irgendwann habe ich dann mit dem ersten, für mich hübschen Mann geschlafen und festgestellt "oh ich gefalle ihm".
Ich fühle mich heute noch immer im Verhältnis zum anderen hässlich, aber erkenne das dies nur mein verzerrtes inneres Bild ist. Ist wohl eine Art Habituierung..


Ansonsten haben mir eure Rückmeldungen bei meiner inneren Reflexion sehr geholfen.
Denn auch wenn es sehr schmerzhaft ist dass dieser Mann mich nicht mehr sehen mag. So habe ich ihn immerhin getroffen gehabt und allein das ist für mich ein sehr großer Fortschritt....
Vermutlich werde ich noch manchem Mann verletzen, aber dafür sollte ich mich nicht verurteilen. Auch wenn ich anscheinend *toxisch* handel, so habe ich viele dieser ungesunden Verhaltensweisen bewusst beendet.
Mein destruktives Potential ist deutlich minimiert.
 
  • #50
Ich finde, du spielst mit den Männern. Du ziehst dich so an, und weisst dich zu geben bei Dates oder sonstwo, dass du "Erfolg" hast.
In Wirklichkeit gaukelst du ihnen etwas vor, denn die wahre Dianthius werden sie nie kennenlernen. Die öffnet sich nur bei ihrem besten Freund.
Du lässt sie am ausgestreckten Arm verhungern.
Ebenso Bindungsunwillige wie dich möchtest du als Männer nicht, denn da findet ausser Sex gar nichts statt. Von den interessierteren Männern bekommst noch etwas, das du dann wie die Eisprinzessin abtropfen lassen kannst und in der überlegenden Position bleiben kannst, bis sie die Schnauze voll haben. Ein schönes Spiel. Und auch hier fesselst du das Forum mit schon 55 Beiträgen, lässt aber nichts wirklich an dich heran.
Vielleicht erinnern dich diese Verhaltensweisen an jemanden.
Jeder kann als Opfer auch Täterverhaltensweisen übernehmen, als Introjekt.
Du bist gut mit Worten. Mit deinem Therapeuten/deiner Therapeuten kannst du noch jahrelang reden, und sie an der Nase herumführen.
Das findet alles im Intellekt statt, hat aber wenig mit deinem Körper/deinen Gefühlen zu tun.
Aus meiner Sicht geht es darum, deine Gefühle kennenzulernen und dafür entsprechende Therapien zu machen. Wo du nicht deine üblichen intellektuellen Distanzierungsmethoden anwenden kannst.
Empathie lernen.
 
  • #51
Ich würde nie denken das jemand von mir begeistert ist.
Das bezog sich darauf, dass Du schriebst
Ich scheine ein äußerst anziehendes Gesicht zu besitzen.
Also die anderen anführst, die begeistert zu sein scheinen. um mitzuteilen, dass Du ja doch hübsch sein müsstest. (Was ich nicht in Abrede stellen will.)

Aber egal, ich will Dir was anderes sagen. Du bist NOCH jung. 25, 26 das sind mE mit die schönsten Jahre, wenn man mal "junge Frau" nimmt als Altersabschnitt. Mit 20, 21 ist es in meinen Augen eher noch ein Backfisch mit Babyspeck, mit 28 ist eine Frau schon auf dem Weg, ne richtig ernstzunehmende Frau zu werden, irgendwie "etablierter".

Ich fühle mich heute noch immer im Verhältnis zum anderen hässlich, aber erkenne das dies nur mein verzerrtes inneres Bild ist.
Ja. Und selbst wenn Du keineswegs wie "Model" aussiehst oder die Figur hast - es gibt ja wohl das gewisse Etwas. Darauf kommt es an, weil 95 + x Prozent der Frauen nicht wirklich superhübsch sind und selbst Models und Schauspielerinnen mitunter abgeschminkt aussehen wie die unauffällige Klassenkameradin von früher oder Nachbarin von nebenan.

Was ich damit sagen will ist: HEUTE mit 50 weiß ich zwar auch, warum ich junge Jahre nicht genießen und mich an mir selbst erfreuen konnte. Aber ich bedaure das sehr. Ich musste mir meine Haltung zu mir selbst auch erkämpfen und das hat gedauert, bis ich nicht mehr jung war (gab ja damals kein Internet, kein Forum, und Leute, mit denen ich drüber reden konnte, waren auch nur Frauen, denen man eingeredet hatte, sie seien Mängelwesen).
Die Zeit gibt Dir niemand zurück, die Du verbringst damit, mit Dir zu hadern oder Gedankenkonstrukte vorzuschieben, dass irgendwas nie sein kann, oder in der Du noch die Stimmen der Frustrierten von früher im Kopf hast, die Dich bewerten.
Es ist keine Lebenstugend, sich schlecht zu machen und schlecht zu finden, es ist einfach nur Verplemperung von Lebenszeit, in der man sich auch wohlfühlen könnte. Mir ist klar, dass sowas nicht von heute auf morgen geht. Aber festgesetzte Gedankenkonstrukte wie "ich werde mich nie schön finden" z.B. gibt man besser so schnell wie möglich auf.

Na angeboren ist diese Sichtweise auf sich selbst nicht. Das hast Du "erlernt" in Deinem Umfeld, weil Du kein positives Feedback bekommen hast, als es nötig war für Deine Entwicklung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #52
@void

Über die Frage einer potentiellen Öffnung/ Einlassung habe ich nun lange nachgedacht. Ich glaube immer ich kann es irgendwann mal. Hier ist aber denke ich das Problem, dass für mich das was ich den Männern derzeit gebe schon sehr viel an Offenheit und Bindung ist. Ob ich mich „wirklich“ öffnen kann (also gemessen an den üblichen gesellschaftlichen Maßstäben) weiß ich nicht. Mein innerer Plan arbeitet aber auf einen solchen Zustand bis Mitte 30 hin. Alles bis dahin sehe ich als vorsichtiges Herantasten.



@Lionne69

Deine Stabilisierung erfreut mich!

Eigentlich habe ich glaube ich eine ganz gute Therapie. Habe mich aber auch nie weiter umgeschaut, da ich mit dieser Therapie meine Hauptprobleme im Griff habe. Das reicht mir eigentlich auch.

@Pfauenauge

Natürlich läuft bei mir alles über die kognitive Schiene. Auch den fehlenden Zugang zu meinen Gefühlen kann ich nicht negieren – den Großteil der Zeit fühle ich nichts und wenn dann warnende Gefühle. Ich sehe meine emotionalen Defizite und kann sie derzeit nicht anders ausgleichen als durch intellektuelle Arbeit.

Aber dennoch hat es mich nun getroffen, dass du hier von einem Spiel redest. Denn ich bemühe mich sehr andere nicht zu verletzen. Vielleicht hast du aber auch recht, denn ich weiß zwar wie man Gespräche führt, welche Handlungen in einer Situation angebracht sind. Das habe ich mir aber antrainiert und es kommt nicht aus meinem Inneren.
Aber wenn ich manches einfach nicht fühle, dann kann ich das nicht ändern. Einlassung bedeutet für mich den Mann überhaupt zu treffen – das ist schon sehr viel an Gefühl.

Was wäre in deinen Augen passende Therapie für das Kennenlernen von Gefühlen?
 
  • #53
Wenn du schreibst, dass du bei einem Mann es konsequent durchziehst, nur mit ihm zu schlafen und abzuhängen, obwohl der weisst, dass er einer von denen ist, die mehr wollen und dich als cool verkaufen kannst, dann sehe ich da schon eine gewisse Berechnung.
Deshalb habe ich gefragt, ob du etwas wiederholst, was du selber erlebt hat, auf der Täterseite.

Spontan dachte ich an eine übergriffige, narzisstische Mutter, die andere Menschen wie Schachfiguren benutzt in einem insgesamt toxischen Familiensystem.

Ich kenne mich in der Behandlung von Gefühlstaubheit/ evtl. fehlender Empathie nicht aus. Welche Therapie/Behandlung da geeignet ist, musst du selbst rausfinden, da ich kein Experte bin sondern hier nur meiner individuellen Einschätzung folge.

Eine rein kognitive Behandlung wird meiner Ansicht nach dich nicht weiterführen. Sicherlich kannst du intellektuell einiges kompensieren, aber nur bis zu einem gewissen Grad.

Ich kann dir nur sagen, was mir laienhaft einfällt: Psychosomatische Klinik mit Gruppentherapie und körpertherapeutischen Elementen, z.B. Fachklinik Heiligenfeld. Gruppentherapie deshalb, damit du nicht ständig ausweichen/flüchten kannst, sondern dich stellen musst.
Vorteil: du bekommst sehr viele Rückmeldung aus der sozialen Interaktion mit den den Mitpatienten und Therapeuten, ohne dass du deine realen Beziehungen in der Welt aufs Spiel setzen musst. Du wirst damit aufgefangen. Vertrauen zu dir und anderen finden.

EMDR, Reittherapie, Wassertherapie, Körpertherapie, Atemtherapie, Meditation, QiGong, Yoga, TaiChi, Feldenkrais...es gibt z.B. traumasensitives Yoga.

Letztlich musst du zu dir kommen, dich deinen Erfahrungen stellen, deine abgespaltenen Anteile anschauen und integrieren. Das ist aber ein Prozess. Dazu gehört auch die Vergangenheit letztlich zu akzeptieren und deinen Frieden damit zu machen. Denn du kannst sie nicht mehr ändern.

Jeder geht mit (traumatischen) Erfahrungen anders um. Auf jeden hat es andere Auswirkungen. Ich nehme an, du hast die Gefühle und möglicherweise auch den Körper abgespalten.

Sex ist eine Möglichkeit dich spüren, bringt dich meines Erachtens aber nicht weiter.

Traumatische Erfahrungen in der Kindheit fühen dazu, dass das Opfer sich schuldig fühlt. Ich nehme an, dass sehr viele Gefühle wie Angst, Schuld, Scham, Wut, Rache u.ä. gedeckelt sind.

Möglicherweise rächst du dich jetzt auch an Männern, das weiss ich aber nicht.
 
  • #54
Dir nicht. Dir - so weit ich weiss - nie. Darum lese ich dich so gerne.

Was ich hier und bei vielen Fragen nicht verstehe :
Warum eigentlich wird das Wort eines Therapeuten derart überschätzt ? Keine zweite Meinung eingeholt ? Keine Erfolgskontrolle durchgeführt ?

Wenn ich die ganzen Fragen von ziemlich verkorksten Menschen mit wirklichen Problemen anschaue, dann wird meist eine Therapie erwähnt. Komischerweise hat die nichts gebracht. Das kann unterschiedliche Ursachen haben ... eine Möglichkeit ist, dass der Therapeut nicht zur Aufgabe oder dem Patienten passt - eine weitere ist seine allgemeine Unfähigkeit und Inkompetenz. Ein Arzt sagt, er könne nicht helfen und der Patient müsse zum Kollegen. Ein Therapeut scheint diese Einsicht nur seltenst zu gewinnen.
Im Grunde ist der Rat : Mach eine Therapie ziemlich schlecht. Mach die richtige Therapie für dein Problem bei dem Therapeuten, der zu dir passt - so müsste es heissen. Gibt es in dem Bereich wirklich keine Spezialisierungen ? Oder so viele Scharlatane ?
Das ist im Großen und Ganzen eine sehr selektive Wahrnehmung, die nichts mit dem beruflichen Alltag des Therapeuten zu tun hat.

Erstens ist der Therapeut kein Mechaniker, zu dem du ein kaputtes Motorrad bringst, welches er dann mittels ein paar Handgriffen und Werkzeugen repariert. Ein Therapeut kann immer nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein, er bringt den Betroffenen dazu, durch viele Gespräche und Methoden, sein Dasein und die damit verbundenen Probleme selbst zu reflektieren und erarbeitet im Optimalfall Handlungsalternativen. Da sind wir auch schon mittendrin:
Ob eine Therapie als hilfreich wahrgenommen wird, hängt nicht zuletzt von der Therapeuten - Patienten - Beziehung, sowie von der Mitwirkung des Klienten ab, von der Schwere seiner Beeinträchtigungen und auch von seinen intellektuellen Fähigkeiten. Wenn jemand nach 50 Gesprächen immer noch auf der Leitung steht - ja, dann hat die Therapie halt nichts gebracht. Es ist halt unheimlich schwer, an sich zu arbeiten und sich mit sich selber auseinanderzusetzen. Deswegen fallen beispielsweise auch sehr viele zurück in die Sucht.
Und: selbstverständlich gibt es unter den Therapeuten ebenso wie bei den Ärzten verschiedene Fachrichtungen, da muss man doch bloß mal googlen.
 
  • #55
Hallo Dianthus, bist du noch da?

Wie geht es dir mit unseren Rückmeldungen?

Möglicherweise zu viel, zu direkt, zu konfrontativ.

Ich hatte mich allerdings bewusst entschlossen, konfrontativer zu sein, um dich einen Moment aus dem intellektuellen Rückzugsgebiet hervorzulocken.
Eine emotionale Reaktion zu provozieren.
Ich konnte dich treffen. Du hast Gefühle.
Möglicherweise sind die hauptsächlich von Angst und Vermeidung überlagert.

Generell: Du hast es geschafft, zu überleben und dich zu stabilisieren. Das ist gut.

Deinen Therapeuten musst du ja nicht aufgeben. Aber ich denke, es ist gut, das Therapiefeld zu erweitern., auch Beziehungsrhemen mit aufzunehmen, denn die sind ein Spiegel.

Musiktherapie, wie von Lionne vvorgeschlagen, ist eine gute Idee. Ich kann mir vorstellen, dass es dich anspricht.

Das kannst du auch in Einzelsitzungen/ - stunden machen, wenn du einen geschützteren Raum willst und Gruppe zuviel ist.

Es gibt Möglichkeiten. Niemand sagt, dass es einfach wird. Es ist deine Entscheidung, ob und wie du weiter gehst.

Was Männer angeht: die bezeichnest sie als Kerle, gesichtlose, austauschbare Gestalten.

Was Frazen angeht: Die kommen in deinen Schilderungen gar nicht vor. Möglicherweise hat eine Frau früher eine zentrale Rille in deinem Leben gespielt. Entweder in dem sie smdich nicht schützen konnte oder (Mit-) Täterin war.

Ich würde mich über eine Rückmeldung deinerseits freuen über unsere Gedanken freuen.
 
  • #56
@Pfauenauge…

In euren Rückmeldungen wurden doch sehr hohe moralische Ansprüche kommuniziert. Das gibt mir schon zu denken. Es hat halt auch deutlich gezeigt wie weit ich vom „normalen“ Kennenlernen entfernt bin. Ich habe einfach angenommen das ich mich anständig verhalte solange ich dem Gegenüber keine Sicherheit kommuniziere.

Aber anscheinend wird im Kennenlernprozess einfach doch sehr viel an Einlassung erwartet. Für mich ist das viel zu viel.

Vielen Dank für die Rückmeldungen zu den Therapieformen.

Mit Qi-Gong wollte ich vor Corona beginnen. Die Gruppensachen sind für mich, derzeit, sicher nichts. Da würde ich mich nie darauf einlassen. Bzw. würde ich eine „Pseudoeinlassung“ zulassen.

Zum Thema Täter_innen und kindlichen Erlebnissen. Ich habe fast keine Erinnerungen an meine Kindheit und frühe Jugend. Daher kann ich dazu auch nichts sagen.

@Tamtam : In meinen Gesprächen bin ich sehr darauf bedacht eine wechselseitige Unterhaltung zu leben. Allerdings frage ich mehr, als das ich antworte und sicher nicht bei Männern die mich irgendwie emotional berühren. Bei diesen versuche ich jede Art von Konversation zu meiden.

Zu deinem Leitsatz, der ist bei mir mehr als unangebracht. Ich verstehe worauf du hinauswillst, aber ich würde mich sehr schlecht behandeln lassen. Da bin ich doch eher gefährdet, da ich Grenzüberschreitungen sehr schwer erkenne und diese idR zulasse.

Deswegen ist mir der abgegrenzte oberflächliche Sex lieber, da bin ich sicher.

@NormaJean 50 Gespräche sind doch eher ein sehr geringer Wert.
 
  • #57
Zu deinem Leitsatz, der ist bei mir mehr als unangebracht. Ich verstehe worauf du hinauswillst, aber ich würde mich sehr schlecht behandeln lassen. Da bin ich doch eher gefährdet, da ich Grenzüberschreitungen sehr schwer erkenne und diese idR zulasse.
Ich denke doch, dass der Leitsatz stimmt, und zwar insofern, dass wer seine eigenen Grenzen nicht erkennt und setzt, sie auch bei anderen nicht erkennt und wenn sie sie setzen, nicht gefühlsmäßig richtig respektiert.

Das sind blinde Flecken, und wenn es drauf ankommt, kommt zum Vorschein, dass es bislang nur im Zaum gehalten wurde, weil "man dies und das als guter Mensch nicht macht". In Grenzsituationen zeigt sich dann doch, was los ist.
 
  • #58
Ich finde nicht, dass es hier um moralische Ansprüche geht.

Für die meisten ist dein Verhalten während einer Beziehungsanbahnung, Nachrichten ignorieren mit anderen Schlafen eben verletzend. Das sind ja nicht " unsere hohen moralischen Ansprüche", sondern die Männer in deinem Leben sagen dir das.
Auch wenn du es vorher ankündigst.
Dann denkt er eben, ach das schaff ich schon oder das macht sie doch nicht wirklich, verliebt sich vielleicht und zack: du ich hab eben mit Peter geschlafen und vorgestern mit Michael. Das möchten die meisten einfach nicht.

Wenn dann musst du dir jemand suchen, der offen polyamor lebt und du Teil seines Netzwerks bist. Ich könnte mir aber vorstellen dass es dir nicht gefällt, wenn er dich nach einem schönen Abend , einer tollen Nacht und einem romantischen Frühstück bittet zu gehen, weil Franzi gleich kommt und er noch das Bett frisch beziehen muss, bevor er mit ihr schläft. Das hat er dir selbstverständlich vorher alles erklärt und du warst schließlich einverstanden...

M. Erachtens wäre es gut, dein Beziehungsleben in die Therapie mit einzubeziehen. Nicht um dir Moralvorträge zu halten.

Ein wesentlicher Teil deines Lebens wird ausgeklammert in der Therapie. Das finde ich merkwürdig.
 
  • #59
Ich frage mich manchmal ob traumatisierte Menschen oder Menschen mit Bindungsstörungen es sich überhaupt zum Ziel setzen sollten beziehungsfähig zu werden, oder ob es nicht reicht auf anderen Ebenen zu funktionieren und sein Leben halbwegs normal zu gestalten.das frage ich mich selber auch weil ich es auch nicht hinkriege.und dann frage ich mich wo das Geheimnis steckt es dann doch vielleicht zu schaffen und die Vergangenheit zu überwinden.Zum Beispiel die Jesidin,die im Irak vergewaltigt wurde und viele Auszeichnungen erhielt,ihre Namen habe ich gerade vergessen hat geheiratet und lebt mit ihrem Mann glücklich in den USA.Die Kinder von Sylvia Plath allerdings, die mitbekommen haben wie ihre Mutter sich mit Gas das Leben nahm und das selbe nochmal al bei der Freundin ihres Vaters erleben mussten blieben für immer allein. Die Tochter, eine Malerin hat mehrere gescheiterte Ehen hinter sich und lebt heute alleine mit ihren Tieren und ihrer Kunst.Der Sohn, ein Meeresbiologe litt an Depressionen und beging ebenfalls Selbstmord. Einn Freund von mir, ein sehr erfolgreicher Maler, wurde von seiner Mutter als sie in Marokko unehelich schwanger von einem Europäer wurde vor den Toren eines Waisenhauses abgelegt und hat sich trotz vieler Optionen nie binden können.ich denke es wäre schön wenn man einfach Frieden schließt und sich damit abfindet dass man Beziehungen nicht leben kann weil es zu komplex und zu schwierig ist für jemanden, der in seiner Kindheit zu viel erlebt hat. Aber ich denke der Wunsch nach Partnerschaft und Zweisamkeit funkt uns immer dazwischen.
 
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  • #60
Ich frage mich manchmal ob traumatisierte Menschen oder Menschen mit Bindungsstörungen es sich überhaupt zum Ziel setzen sollten beziehungsfähig zu werden
Hm ... das klingt so, als gäbe es zwei Zustände: bindungsgestört - bindungsfähig.

Und es klingt auch so, als ob man das lernen kann. Glaube ich nicht. Ich denke, man muss sich dahinentwickeln und es gehört auch dazu, andere Menschen dafür zu "benutzen" in Beziehungen. Es ist ja kein echtes Benutzen, weil man es nicht bewusst macht. Aber wenn man immer wieder auf die Nase fällt, weil man mit seinem gestörten Beziehungsverhalten Menschen vertreibt, ist das doch leidensdruckerzeugend und könnte Änderung bewirken? Denn man will ja auch glücklich werden in einer Partnerschaft.

Das wirkliche Problem sehe ich darin, dass man sich nicht wieder trennt oder trennen kann, wenn die Beziehung nicht funktioniert und man unglücklich wird.

Auch traumatisierte Menschen können Beziehungen führen, allerdings sind die sicher anders. Und es kann auch Heilung geben, wenn z.B. ein Vertrauensproblem vorlag und man einen Partner hatte, der absolut Vertrauen erzeugen konnte. Oder wenn man einen geduldigen Menschen findet, der eben auch was daraus zieht, dass sein Partner anders ist als die nicht-traumatisierten.

Es muss auch gar nicht so dramatisch sein, wie in den Fällen, die Du aufgezählt hast. Es reicht, wenn die Mutter ihr Kind ablehnte, weil sie deswegen "heiraten musste". Oder wenn sie sich ans Kind klammert, weil die Ehe nicht funktioniert. So ein Kind lernt ja auch, dass Beziehungen was Schlechtes sind, etwas, das aufsaugt, unglücklich macht und mit Freiheiten nichts zu tun hat.

oder ob es nicht reicht auf anderen Ebenen zu funktionieren und sein Leben halbwegs normal zu gestalten.
Das klingt traurig und pessimistisch. Ich finde aber doch, wenn man den Sinn rauszieht, dass das jeder so machen sollte, statt krampfhaft eine Beziehung zu wollen und zu versuchen.

Aber ich denke der Wunsch nach Partnerschaft und Zweisamkeit funkt uns immer dazwischen
Ich würde sagen, dass dieser Wunsch nach Zweisamkeit zwar schon dieses "Menschliche" ist, dass man nicht gern allein ist, aber auch, dass man jemanden findet, mit dem man seine früheren Muster wiederholen und auflösen kann. Wobei das so bewusst klingt, das meine ich aber nicht. Ein Beispiel wären die Menschen mit schlechter Mutter-/Vaterbeziehung, die in ihrer Partnerschaft sozusagen die Kindheit nachholen wollen, indem sie sich einen allumsorgenden Partner suchen bzw. den, den sie haben, dazu bringen zu wollen, so eine frühere Elternaufgabe zu übernehmen. Solche Partner gibt es ja und die Probleme treten dann eben irgendwann auf, weil es ja doch zwei Erwachsene sind und nicht Elternteil und Kind.
 
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