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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #61
Ich denke, wir hier sind, um zu lernen und um uns zu entwickeln.
Warum einige schwerwiegendere Erfahrungen machen und andere nicht, kann ich nicht sagen. Das hilft auch nicht weiter.

Ich bin aber überzeugt, dass es immer Möglichkeiten gibt, um Situationen zu verändern. Man sieht sie bloss nicht, weil das Gehirn um eine Sache kreist und nicht in der Lage ist, den Standpunkt zu verändern.
Man ist voll mit den Gedanken und Gefühlen identifiziert. Die müssen aber nicht der Wahrheit entsprechen, auch wenn es sich so anfühlt.

Deshalb der Vorschlag mit der Meditation oder eben Qigong. Das sollte trotz Corona wieder möglich sein. Es werden andere Gehirnbereiche aktiviert, die man sich in der Theorie nicht vorstellen kann. Deshalb uzss man es tun. Man kann nicht alles vorher theoretisch erfassen.

Die FS muss entscheiden, was für sie passend ist.

Tatsache ist, es gibt diesen Spruch, wenn man Veränderungen will und das gleiche tut, passiert nichts. Es ist isehr schwer sich aus dem alten Gefühlszzstand und Gedankenzustand auf etwas Neues einzulassen. Es dauert, bis der Zustand sich ändert Der Zwischenzustand, solange sich nichts tut, weiterzumachen , ist schwer zu ertragen. Denn das Gehirn ist alles um den vertrauten, aber schlechten Status Quo aufrecht zu erhalten. Deshalb muss dieses Zwischental durchwandert , in dem es immer wieder Rückschläge gibt. Es ist aber möglich.

Die FS hat das Potential dazu.
 
  • #62
Auch traumatisierte Menschen können Beziehungen führen, allerdings sind die sicher anders.
Jede*r führt Partnerschaft anders, ganz generell. Und mit zunehmenden Erfahrungen wieder anders.
Man kann auch mit Traumata Partnerschaften führen oder Bindungen aufbauen.
So wie es genug Leute gibt, die auch ohne erlebte Traumata nicht unbedingt in der Lage sind, oder Willens diese klassische Partnerschaft zu führen.

Es kommt auf die Art der Traumata an, und es kommt auf den Umgang damit an.

Wenn man sich den Traumata gestellt hat, diese bearbeitet und verarbeitet hat, und/oder gelernt hat, wie man mit diesen Erfahrungen umgeht, warum soll dann nicht ein "normales" Leben möglich sein.

Man kann lernen, die negativen Erfahrungen mit positiven zu überschreiben, sich bewusst machen, das Eine war damals, jetzt ist aber anders.
Übrigens - OHNE (!) eine*n Partner*in zu "miss" brauchen für gute Erfahrungen, oder ohne sich jemanden mit Helfersyndrom zu suchen
Oder wenn man einen geduldigen Menschen findet, der eben auch was daraus zieht, dass sein Partner anders ist als die nicht-traumatisierten.
Uff, void.

Bei echten Traumata - diagnostizierte Traumata, nicht die inflationäre Nutzung - wird man es aber ohne Therapie nicht schaffen, und da reicht auch die reine Gesprächstherapie nicht.

Dianthus, Du schreibst, Du hast keine Erinnerungen an Kindheit /frühe Jugend.
Da ist naheliegend, dass Du aus gutem Grund diese Erinnerungen aktiv nicht hast, Deine Psyche blockiert. Daher dann auch die Emotionslosigkeit weil in dem Augenblick, wo Du Emotionen spüren würdest, der Staudamm, hinter dem sich das was war, was Du fühltest.. Risse bekommen würde.

Ohne hier eine*n wirklich gute*n und erfahrene*n Therapeut*in kommst Du nicht dran - und auch sie/er kann es nur in Minimalschritten.
Traumabearbeitung ist eine Spezialisierung, die sollte ein entsprechende*r Therapeut gemacht haben - nicht nur den Begriff auf ihrer/seiner Liste.

Es gibt Traumazentren, die Therapeut*innen empfehlen können, in psychosomatischen Kliniken kann man die ersten Schritte machen. Das wäre ein guter Einstieg, wenn Du wirklich daran willst.

Aber, Du solltest Dir bewusst sein, daß was Du dann entdeckst, war nicht grundlos verborgen und den Schmerz zu ertragen, kann Dich weit über jegliche Grenzen bringen.
Und ganz schwierig ist es, wenn Du alleine durch musst.

Du musst aber für Dich entscheiden - hast Du Dir Dein Leben für Dich passend eingerichtet, oder willst Du Veränderung.
Und hier wirst Du - meine Vermutung - keine Veränderung hinbekommen, wenn Du nicht an die Ursachen gehst. Das aber wird Dir Dein Leben immens in Unruhe bringen.

Ich würde den Weg wieder gehen, ich hätte mir gewünscht, ich hätte es früher gemacht, aber den Bedarf gab es für mich nicht wirklich.

W, 51
 
  • #63
Jede*r führt Partnerschaft anders, ganz generell. Und mit zunehmenden Erfahrungen wieder anders.
Hm ... Ich kann es ja nur von außen sagen bei anderen, gut. Aber ich sehe schon "Muster". Z.B. wenn der Mann nie so richtig wollte, die Frau alles machte. Dann ist das Problem, dass er sich auch immer noch nicht einbringt, wenn die Partnerschaft längst läuft. Oder wenn Frauen dominant und mütterlich werden, sobald ein Kind da ist - das ist bislang bei JEDER Beziehung so gewesen, die ich gesehen habe. Erzeugt auch die übliche Verhaltensdynamik, Frau übt Druck aus, Mann zieht sich mehr und mehr raus. Das sind alles Beziehungen, wo Kinder geplant waren.

Aber ok, es wird sich natürlich auch unterscheiden, wenn man "näher rangeht mit der Lupe", weil jeder unterschiedlich damit umgeht.

Ich dachte bei meiner Aussage einfach daran, dass bei Traumata generell ganz andere Probleme auftreten, z.B. Sex erstmal große Schwierigkeiten macht, statt sich zu streiten, wann man Kinder kriegen sollte. Oder bei Nähe-Distanz-Problemen gar nicht erst zusammengezogen wird und DAS ein Problem wird. Aber das ist auch Quatsch, weil auch traumatisierte Leute Kinder kriegen.
 
  • #64
Bei echten Traumata - diagnostizierte Traumata, nicht die inflationäre Nutzung - wird man es aber ohne Therapie nicht schaffen, und da reicht auch die reine Gesprächstherapie nicht.
Wie willst Du das wissen, was echtes Trauma ist und was nicht, und warum sprichst Du Leuten, die es ohne Therapie schafften ab, ein Trauma gehabt zu haben? Dann hatte ich z.B. keins, nur weil es mir nie einer diagnostiziert und mir therapeutische Dinge dazu gesagt hat. (Gelesen habe ich sehr viel dazu, nicht nur zum Thema, sondern auch drumrum, also künstlerische Werke dazu betrachtet.) Weil ich Leuten, die meinen, mir was über mich sagen zu müssen, nicht vertraut habe und selbst nach Wegen suchte. Und außerdem mich jemand hätte dorthin schicken sollen, nachdem es passiert war, statt so zu tun, als sei nichts.

Was ist ein Trauma und was ein Erlebnis, bei dem das Wort inflationär genutzt wurde?

Ich finde Deine Aussage bedenklich. Für mich klingt das so, dass man sich nicht selbst auf die Suche zu machen braucht, nur der Therapeut kann es heilen.
Auch mit Therapie macht man es am Ende selbst und die Einstellung "mach mich heil" wird nicht funktionieren. Schlechte Therapeuten, die nicht helfen, soll der Patient ja dann auch noch erkennen und wechseln, weil er sonst noch viel mehr Schaden haben wird und geht mit dem Gedanken "niemand kann mir helfen, bei mir ist es hoffnungslos". Einfach, weil der Therapeut es nicht konnte.
Ich weiß, dass Du das nicht sagen willst, dass der Therapeut einen "heilmachen kann", aber in Deiner Aussage steckt drin: Ohne Therapie geht es nicht. Damit hättest Du bei mir damals, wenn ich Dir das geglaubt hätte, eine Riesenhürde erzeugt, weil ich mich anderen Menschen nicht mehr anvertrauen wollte damals, und Du hättest eine extreme Hoffnungslosigkeit bewirkt, die ich eh schon hatte mit ewigen Suizidgedanken.
Ich brauche keinen Therapeuten, der es mir mit einem Label versieht, es war ein schweres Trauma und ist restlos weg, weil ich keine Blockaden mehr habe.

Und ja, in meiner Beziehung war genau das, was mir passiert war und mich verändert hatte, eine Art Sicherheit für den Mann, ohne dass er es natürlich so nannte und wusste, wie es in mir aussah. Ich hatte ihm ja nur das erzählen können, was mir damals bewusst war als schwierigkeitsmachend und nicht, WIE das ganze mich verändert hatte seit Jahren.
Er hatte Vertrauen, weil ich nicht wie andere Frauen war, und das er verloren hatte durch seine Ex. Und er hatte sehr viel Geduld, so dass ich meinen Körper entdecken konnte und dass man liebevoll mit ihm umgehen kann. Das hat dann andere innere Kanäle geöffnet, so dass ich mit mir "weiterarbeiten" konnte. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, seinen Körper zu entdecken, Therapien eben, und das ist äußerst wichtig. Nur bei mir lief es eben anders und Sex kann ein Therapeut am Ende doch nicht haben mit Patienten.
 
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  • #65
Bei frühkindlichen Traumen kann es durchaus sein, dass die Erinnerung nicht hochkommt. Weil das Gehirn das nicht so abspeichern konnte.
Ich glaub die ganz konktete Erinnerung ist nicht so Entscheidend.
Welche Wege man geht ist echt individuell.
Es gibt auch kinesiologische Wege/Energiearbeit, manche hier haben auch von Geistheilern oder Rückführung berichtet.
Inwieweit sie FS ihre Beziehungspartner missbraucht, vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin sagt sie ihnen vorher, was sie machen wird. Dass diejenigen es dann vielleicht nicht wahrhaben wollen oder nicht damit umgehen können oder das Ganze auf ihre eigenen Muster trifft- steht auf einen anderen Blatt. Mit meiner drastischen Schilderung habe ich versucht zu zeigen, was für den anderen verletzend sein könnte, weil sie es nicht nachempfinden kann und mit Unverständnis über die Wut ihrer Ex- Beziehungsanbahnungen reagiert.
Aber- der Wunsch etwas zu verändern- und da gibt es viele Wege- das muss nicht zwangsläufig ein klassischer Therspeut oder Gruppentherapie sein- muss da sein und die Bereitschaft, sich auf Unangenehmes einzulassen.
 
  • #66
Noch ein Nachtrag. Ich glaube, auch in der Freundschaft der FS zu dem Mann, dem sie sehr vertraut, passiert so ein Teil Heilung und er wird auch was daraus ziehen, dass sie befreundet sind. Es finden sich hier immer die, die sich was zu geben haben.
 
  • #67
Mich würde interessieren, wie hat sich die Denkweise, Style, Freundeskreis, Sprache usw. verändert hat?
Denkweise: Früher war ich Männerhasserin. Lag nun auch am ewig an mir rumnörgelnden Vater, dem ich nie was recht machen konnte und der eigentlich wohl immer seine Mutter meinte mit seinem misogynen Denken, von der er sich nie abgenabelt hatte. Lag auch daran, dass wenn ich belästigt wurde, mir die Schuld gegeben wurde, da ich zu aufreizend gewesen sei. Das war der Witz des Jahrhunderts, ich wollte von Männern nichts wissen und war nur hin und wieder verliebt in Jungen bzw. Männer, die mich nicht wollten, bei denen also keine Gefahr bestand. Das war mir natürlich nicht bewusst, ich war immer verliebt und wäre gern deren Freundin geworden.
Bei meiner Jugendliebe war der der sexuelle Aspekt sowieso außen vor. Wir kannten uns schon als Kinder und er spürte wohl meine Blockade, aber er liebte mich und ich ihn schon seit jeher. Wir sahen uns nun auch nur 3mal im Jahr, also er hat natürlich auch Freundinnen gehabt und sich anderweitig verliebt.
Heute kann ich flirten und weiß, dass ich Grenzen setzen kann. Früher konnte ich keine Grenzen setzen. Das lag aber nicht an diesem Trauma-Erlebnis, sondern an der Kindheit, in der Grenzen eines Kindes nicht geachtet wurden.
Kein Fluchtreflex mehr, wenn ich Begehren in den Augen eines Mannes sehe.

Style: Früher figurverbergend, da ich ja Männer nicht zu Übergriffen ... hypnotisieren ? wollte (keine Ahnung, wie sich Leute das vorstellen, die der Frau die Schuld geben, wenn ein Mann übergriffig wird). Ich lehnte die ganze Entwicklung zu einem sexuellen Wesen ab. Mir wurde auch immer gesagt, ich sei zu dünn. Ergo hatte ich Lagen an. Interessanterweise habe ich trotz damaliger Gr. 36 im oberen Bereich Kleidungsstücke in Gr. 42 von damals. Weite Kleidung. Als ich neulich meinen Klamottenfundus sortierte, fand ich diese Entdeckung bemerkenswert.
Heute würde ich noch immer nichts tragen, bei dem das Dekolleté sehr zu sehen ist, aber figurbetont, kurvenbetont schon. Ich habe keine Probleme mehr, Blicke von Männern zu provozieren. Das war früher genau das Gegenteil. Ich hatte auch gelernt, dass man andere Menschen nicht enttäuschen darf. Also "nein" sagen ist böse.
Das alles als Konglomerat bewirkte, dass ich am liebsten hatte, wenn mich alle in Ruhe ließen außer der Junge/Mann, in den ich verliebt war.

Was meinst Du mit Freundeskreis und Sprache? Und warum fragst Du nach dem Style? Könntest Du mir einen Wunsch erfüllen und das näher erklären?
 
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  • #68
@void

Der Hinweis auf Grenzsituationen ist ein sehr hilfreicher. Denn in diesen bleibt letztlich nichts mehr von meinen erlernten rationalen Verhaltensweisen übrig. Hier entscheiden dann emotionale Bedürfnisse und vor allem altbekannte Verhaltensweisen.

(dein guter Weg freut mich!)

@Pfauenauge „Moral“ war sicher das nicht das richtige Wort, nur hat es für mich etwas von auferlegten Verhaltensweisen, da ich keinen Zugang zu dem emotionalen Hintergrund habe. Ansonsten bin ich sicher nicht für Polyamorie geeignet, mir ist schon eine Bindung zu viel. Da werde ich nicht mit einem mehrfach gebundenen Partner klarkommen, da würde ich straucheln. Abgesehen davon sind polyamore Männer wahrlich keine Männer die mir gefallen.

Mein Bindungsverhalten ist schon ein Teil der Therapie, aber eher als Abgrenzung nach unten. Denn faktisch haben stalkende Gewalttäter eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich, demnach ist mein Therapeut mit dem Status wie ich ihn seit knappen 1 ½ Jahren halte zufrieden, bzw. bin ich es. Hier ist aber auch meine hocheffiziente Gefühlsverdängung mitentscheidend, diese macht ihn auch ratlos.

Abgesehen davon reizt wenig mehr als ein Mann der bereit ist meine Grenzen zu überschreiten. Habe aber für mich entschieden mich nicht mehr mit solchen Männern zu treffen. Aber das ist eine reine Willensentscheidung. Daher ist der Punkt von @Tamtam mit der Grenzüberschreitung doch sehr wichtig. Die Haltlosigkeit fehlender Grenzen ist für mich vertraut. Und für alles andere habe ich noch keinen ausgeglichenen Umgang mit gefunden…

Zwischenzustand ist daher eine sehr passende Sicht.

@justemoi eine Partnerschaft ist doch nicht das Problem, eher die Etablierung einer gesunden, funktionalen und gleichberechtigten?

@Lionne69 Ich habe immer Furcht mich selber zu überfordern und dann abzurutschen. Eigentlich würde mir mein jetziges Niveau (abstinent am Leben ohne dysfunktionale Beziehung) reichen, aber letztlich ist diese dauernde Flucht sehr Kräfte zehrend.
 
  • #69
Schön, dass du dich weiterhin meldest, und mit uns in Kontakt bleibst.

Ich verstehe, was du mit deinem Beitrag sagen willst. Im Vergleich zu den stalkenden Gewalttätern, die deine Grenzen überschreiten und die du gerade deswegen anziehend findest, sind diese Tinder Plänkeleien sozusagen harmlos und vergleichsweise " gesund".

Dass du Angst hast, diesen vergleichsweise sicheren Status Quo aufzugeben, ist nachvollziehbar.

Wie du schreibst, ist die Verdrängung auf der anderen Seite kräftezehrend.

Was bräuchte also die kleine Danthius, das Kind von sagen wir mal 3 bis 6 Jahren, um sich sicher zu fühlen? Kannst du mit ihr reden? Die Teile die du nicht fühlen möchtest, sind weiterhin da. Versuch sie mit einzubeziehen, denn sie gehören zu dir.
Was würdest du mit einem kleinen Kind machen, das Angst hat und ganz alleine ist?
Würdest du ihm erklären, dass Angst unbegründet ist, würdest du es bestrafen und ihm die Schuld geben oder würdest du es in den Arm nehmen und trösten? Würdest du ihm Schutz gewähren, was immer auch passiert?
 
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  • #70
Tut mir leid wenn ich negativ rüberkomme.Aber meine Beziehungsambahnung endetr abrupt als ich mach6 Wochen nach einer enorm hohen Summe Geld gefragt wurdeIch solle ihm helfen, könne ja auch einen Kredit aufnehmen, ich sei schließlich verbeamtet.das war echt die Krönung von allem , was ich bereits erlebt habe.Ich schriebe einen zynischen Kommentar und blockierte ihn.ich denke mittlerweile dass es von Anfang an sein Plan war seine finanzielle Misere mit mir zu beheben.Ich frage mich wirklich wie jemand auf die Idee kommen könnte dass ich so naiv und dumm bin.Ichnhabe gute, sehr gute Freunde, bin eine gute Mutter und eine geschätzte Kollegin.Aber Männer versuchen meist nach einer gewissen Zeit mich auszunutzen.Und das ist traurig. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich zu schnell zu viel gebe. Nicht in sexuellem Sinn. Da lasse ich mir Zeit. Aber emotional.Geld gebe ich auch nicht.Aber warum ich solche Männer anziehe oder sie bei mirso so werden ist ein Rätsel.Mein Vater starb bei einem tragischen Unfall zwei Monate vor meiner Geburt.Meine Mutter war verletzt und tieftraurig und konnte sich nicht um mich kümmern.Mein cholerischer deutscher Stiefvater hat mir ein grundlegendes Misstrauen gegenüber deutschen Männern gegeben.Aber mit Männern aus anderen Kuturkreisen scheiterte es aus anderen Gründen. Ich bin stark und lasse mir nichts vorschreiben. Ja so ist das . Ich wünsche der FS alles Gute und dass sie Heilung erfährt. Ich finde schön, dass viele schreiben dass vieles möglich ist. Ich bin auch ein positiver, offener Mensch und möchte nie bitter werden.
 
  • #71
Aber warum ich solche Männer anziehe oder sie bei mirso so werden ist ein Rätsel
Wieso nimmst du das auf deine Schultern. Jeder der sich Online bewegt, kann an einen Romance-Scammer geraten. Gerade für Leute, die davon noch nie was gehört haben, ist es schwieriger sich zunächst emotional zu distanzieren. Da fehlt es an Aufklärung, um so jemanden schnell zu entlarven. Es gibt tausende Fake-Profile und tausende Betrüger im Netz.
Das ist nun wirklich nicht deine Schuld. Und du bist auch keine Person die sowas anzieht. Auch bist du deshalb keine Person die man schnell ausnutzen will. Mit deiner Persönlichkeit hat diese Betrugsmasche nichts zu tun.
 
  • #72
@justemoi Beim Dating an Komische zu geraten ist doch sehr normal. Zu dem lovescamming gibt es einen guten Beitrag auf der Ardaudiothek – diese Kerle schreiben wirklich mehrere 100 parallel an.

Es gibt unglaublich viele schräge Gestalten. Das Wichtige ist doch, das du es nicht mir dir machen lässt! Das du nicht bereit bist jeden Preis zu zahlen, nur um in dann in einer schlechten Partnerschaft festzusitzen. Ich bin mittlerweile soweit das ich nur mein Verhalten im Fokus habe. Wenn ich mich einigermaßen integer verhalten habe (soweit ich es eben kann), dann bin ich mit mir im reinen.

@Pfauenauge diese Fragen kann ich in der Theorie beantworten. Aber meine Gefühle sagen „ich wollte nur meine Ruhe. Die Sicherheit des für mich Alleinseins.“

@void Den Punkt des in Ruhe gelassen werden kann ich absolut nachvollziehen. Mein größter Wunsch war jahrelang einfach unsichtbar zu sein. Mittlerweile ist es etwas besser. Aber mir wir jedweder Kontakt sehr schnell viel zu viel. Ab einem gewissen Punkt habe ich einen absoluten Widerwillen Menschen zu treffen, es ist einfach zu eng. Daher vergesse ich auch sehr oft die Existenz dieser Menschen.
 
  • #73
Also ob du dich mit vielen Freunden aus der Vergangenheit plötzlich nicht mehr verstanden hast und sich viele Freunde von dir getrennt haben oder du von ihnen.
Hm ... das lag nie an diesem Geschehnis und die Veränderung kam erst mit Ende 30, als ich mitten in meiner Beziehung war und dadurch Freundschaften schon überhaupt nicht mehr fest waren.

Es war aber so, dass ich null Selbstwertgefühl hatte und damit "Freundinnen" anzog, die eine an ihrer Seite brauchten, die sich noch hässlicher fand, als sie sich selbst fanden. So eine "Freundin" hatte ich in der Schule vorm Abi, sie war dann in einer anderen Klasse und fand ein anderes Mädchen, das auch kein Selbstwertgefühl hatte. Das war sehr gruselig, die beiden in Aktion zu sehen. Die hätte ihre Jacke in den Dreck gelegt, damit die andere drüberschreiten kann.
Und beim Studium ist mir sowas auch begegnet - Frau ohne Selbstwertgefühl hielt mich für noch unweiblicher als sich selbst, aber sie sah nicht besonders mainstream-attraktiv aus, hatte keinen Charme. Nur über ihre Figur konnte sie sich definieren und hackte entsprechend auf allen anderen Frauen rum, die ihrer Ansicht nach figürlich schlechter aussahen.

Der Junge, mit dem ich schulbefreundet war, war für mich kein sexuelles Wesen, sonst wären wir nicht befreundet gewesen. Er dachte immer, er hätte keine Chance bei mir, weil er so viel kleiner war. Also er merkte das Problem nicht, obwohl er davon wusste. Mit ihm bin ich noch sehr lose befreundet, einfach, weil unsere Lebenswege auch so unterschiedlich waren.
Beim Abi war das Trauma nur dadurch spürbar, dass ich total verkrampft Männern gegenüber war, und da die Lehrer anscheinend die Mädchen auch nach Attraktivität bewerteten und ob sie sich männeranziehend benahmen oder -abweisend, kam einer drauf, ob ich lesbisch sei. Er sagte es nie deutlich, aber machte mal ne Andeutung. Den habe ich aber später auf Treffen noch mal gesehen, als ich mich schon geändert hatte, und fand ihn sexy und er merkte auch meine Veränderung. Das ist so ein Belmondo-Typ mit gutem Gespür für Frauen. Ich denke, ohne das ganze Gedöns hätte ich zu Abi-Zeiten auf ihn gestanden.
 
  • #74
Wenn Deine Frage auch meint, ob ich erst nach meiner Veränderung für Männer äußerlich attraktiv wurde, woraufhin Frauen die Freundschaft abbrachen - kann ich verneinen, die Veränderung war keine körperliche (die kam, weil mein Ex und ich gern kochten und es uns gemütlich machten), und dass ich mich nicht mehr so verhülle. Naja, und Menschen mit Gespür wie dieser Lehrer haben es gemerkt, dass ich mich verändert habe.

Es passiert ja manchmal Menschen, die ihren Körper ablehnen, dass sie sich als unattraktivsten Menschen in der Freundesrunde sehen und alle anderen auch. Diese brauchen das auch, um sich besser zu fühlen - sie sind nicht das Schlusslicht. Das war in der Klasse vorm Abi so, dass ich bei den Mädchen als unattraktiv galt durch mein Ablehnen meines Körpers, dem nichtvorhandenen Selbstwertgefühl und der Ausstrahlung wie ein Plastiklöffel. Das hat aber nie Jungen abgehalten, mich anzubaggern, und Mädchen schon mal dazu gereizt, mir eine fiese Bemerkung reinzudrücken, wenn ich ein Kompliment bekommen hatte. Was das reine Aussehen angeht, hatte ich keinen Mangel an Bestätigung von Männern, auch wenn ich das nicht wollte (waren ja nicht die Richtigen), da es bedrohlich war. Wenn mich nie einer hübsch gefunden hätte, hätte das vielleicht noch ein ganz anderes Problemfeld ergeben, obwohl ich ja selbst davon überzeugt war, hässlich zu sein.
Es gibt ja auch Menschen, die viel essen, um andere von ihrem Körper abzuhalten. Ich hab wenig gegessen. Insbesondere bei Stress war ich dann schon mal bei ner Tagesration von einer halben Scheibe Brot und einem Keks angelangt. Mein Vater hat dann drauf geachtet, dass ich was Magenschonendes esse, um wieder "reinzukommen" in die regelmäßige Ernährung. Das war ein paar Mal passiert, dass ich hier Schwierigkeiten hatte. Aber früher war keiner da, der sagte "das Kind hat ne Essstörung" und damit ein Etikett drauf klebte, woraufhin Therapieansätze folgten. Ich war nicht im Kontakt mit meinem Körper und konnte auch Essen nicht wirklich mit Sinnen genießen.

Freundschaften, eine noch vom Abi, gingen kaputt, als ich berufsmäßig erfolgreicher wurde und meine Freundinnen sich anscheinend immer verglichen hatten und bis dahin immer meinten, besser abgeschnitten zu haben. Ich hatte sie bildungsmäßig und berufschancenmäßig überholt und fand komisch, dass ich es gar nicht gemerkt hatte, dass sie sich bislang aufgebaut hatten an meinem scheinbaren "Losertum".

Ich könnte mir vorstellen, dass es jemandem so ähnlich geht, wenn er von hohem Übergewicht kommend abgenommen hat oder sich generell mehr um sein Äußeres kümmert und auf einmal attraktiv ist. Attraktiver als die "Freunde", die sich bislang immer drüber freuten, nicht das Schlusslicht zu sein.
Ich kenne allerdings auch einen Mann, der es übertrieb. Auf einmal war er auch cool und wurde richtig arrogant und anmaßend, weil er nun mithalten konnte und auf anderen Männern meinte, rumhacken zu müssen.
 
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  • #75
Ich frage mich wirklich wie jemand auf die Idee kommen könnte dass ich so naiv und dumm bin
Keine Ahnung, ob Du solche Männer anziehst oder das alles nur Zufall ist. Wenn man emotional schnell viel gibt, wirkt man vielleicht sehr mütterlich und zieht gerade die Männer an, die eine sorgende Muttifrau suchen? Das ist vermutlich viel zu simpel gedacht, aber weil Du es selbst geschrieben hast, kam mir die Idee, ob Du nicht für Männer dieser umsorgende Typ bist und damit auf genau die Männer anziehend wirkst, die noch Jungen geblieben sind, die mit Eigenverantwortung für ihr Dasein nicht klarkommen.

Ansonsten würde ich sagen: Nimm das nicht persönlich. So jemand "streut", dh. er versucht es überall, ob er einen Anker "dranbekommt". Sobald eine Frau erstmal reagiert hat, kommen solche weiteren Schritte, bis sie ihn durchschaut oder nicht. Wenn ja, schlecht für ihn, wenn nicht, geht er den nächsten Schritt.

Mein cholerischer deutscher Stiefvater hat mir ein grundlegendes Misstrauen gegenüber deutschen Männern gegeben.
Das wäre ja ne einfache "Rechnung", es auf die Nationalität zu schieben.
 
  • #76
Die Haltlosigkeit fehlender Grenzen ist für mich vertraut. Und für alles andere habe ich noch keinen ausgeglichenen Umgang mit gefunden…
Grenzen setzen, Stopp sagen war früher nie meines.
Bei mir hat die Therapie am Punkt vorher angesetzt. Ich bin wichtig, mir selbst wichtig genug... liebenswert, ich darf mich selbst lieben, ich muss es nicht verdienen...
Und dann erst kamen die Grenzen.
Die "Erlaubnis", dass ich welche setze, das in mich hinein spüren, was ich will, was mir gut tut, und was mir nicht gut tut.

Ich habe viel auch mit Imaginationen gearbeitet, mit Schutzfiguren einerseits - die ich mir selbst in der Phantasie entwickelt habe. Dazu auch Imaginationen zum sicheren Ort, und da auch Imaginationen zum Inneren Kind hinein gebracht. Das war meines, ich konnte ganze Filme ablaufen lassen ohne direkte Steuerung, alles aus dem Unterbewusstsein mit eigener Dynamik. Wobei ich durchaus gestoppt habe - Grenze! - nicht immer entwickelt es sich positiv.

Es gibt sehr viel Literatur dazu - Boon/Steele /VanDerHart z. B. Traumabedingte Dissoziation, Bessel/VanDerKork, Michaela Huber - auch mal googeln. Ich schätze Dich so ein, dass Du auch mit dieser Fachliteratur klarkommst.
Emotionaler, anders, aber mir sehr Wohltuend waren einige Bücher von Anselm Grün.

Du hast recht, Überforderung und Abrutschen - deswegen mein Rat sowas nicht unbegleitet. Es kann die Augenblicke geben, wo die Erkenntnisse nicht zu ertragen sind.
Ich bin aber aus meiner subjektiven Erfahrung der Meinung, ich musste in die Abgründe schauen - nicht im Detail, aber im Groben - um zu verstehen und letztendlich abzuschließen. Es war nicht ohne Grund einiges gut verdrängt.
Ohne Therapie wäre ich nicht daran gekommen, und ohne begleitende und stützende Therapie wäre es gar nicht mehr zum Ertragen gewesen. War so schon mehr als kritisch.

Nur auch aus der Erfahrung - es kommt der Zeitpunkt, wo man sich stellt, oder stellen muss, weil die Energie zum Verdrängen nicht mehr reicht.
Ich wünschte mir, ich hätte nur nicht so lange verdrängt und Energie damit vergeudet, sondern diese Energie in die Aufdeckung und Aufarbeitung gesteckt. Vielleicht wäre es leichter gewesen.

Du wirst es für Dich entscheiden, was wann geht, und was Du willst - ein Therapeut sagte mal, es kommt nie mehr raus, als derjenige Mensch zu dem Zeitpunkt auch aushält.
Und Zeit und viel Geduld wird es brauchen.

W, 51
 
  • #77
Dieser Thread hat sich zu einer Diskussion entwickelt, die wirklich unter die Haut geht.

Unser Leben wird geprägt - häufig durch Kindheits- oder Jugenderlebnisse. Everybodys Darling oder Mobbingopfer? Sicher keine Frage, wessen Leben leichter ist.

Meist hat es tiefgehende seelische Gründe, warum ein Mensch sich entschließt, sich nicht zu binden (überhaupt ein schreckliches Wort).

Was ich aber ganz wichtig finde - und das gilt für alle, die mehr oder weniger traumatische Erlebnisse hinter sich haben - wenn man daraus gelernt hat, Muster erkennt, sich nicht mehr zum Opfer machen lässt - dann kann man richtig stolz auf sich sein.

Und natürlich gibt man kein Geld an Romance Scammer. Das wäre ja wohl noch schöner. Es ist gut, solche Leute zu erkennen und sich nicht ausnutzen zu lassen.
Vor solchen Leuten kann man gar nicht oft genug warnen. Bei zu vielen liebebedürftigen Frauen wirkt die Betrugsmasche.
 
  • #78
Bei echten Traumata - diagnostizierte Traumata, nicht die inflationäre Nutzung - wird man es aber ohne Therapie nicht schaffen, und da reicht auch die reine Gesprächstherapie nicht.
Da hat Lionne doch recht - zu jeder Krankheit benötigt man den passenden Spezialisten.
Es wird sich doch auch kein Mensch selbst operieren, wenn er die Möglichkeit hat, dies von einem Spezialisten erledigen zu lassen.

Diese "Selbstdiagnosen" - die funktionieren doch nicht einmal bei Alltagskrankheiten wie Schnupfen oder Husten zuverlässig. Aber sie funktionieren immer dann, wenn man sein Gejammer etwas aufpeppen möchte, um wieder ein paar Zuhörer zu bekommen. Irgendwie ist das wie bei den Menschen, die ach so intelligent sind - und alle Anderen sind froh, dass es wenigstens dazu reicht, dass nicht auf die Strasse gekackt wird.

@Dianthus - du leidest unter deiner "Krankheit". Darum suchst du dir Hilfe und willst auch selbst etwas beitragen, damit es dir irgendwann relativ gut geht. Das ist schon mal sehr wichtig. Und gut. Du hast von Lionne und Pfauenauge einige Tipps bekommen, die du anschauen solltest. Was passt zu dir ? Das muss individuell entschieden werden. Diese Entscheidung musst du aktiv mitgestalten und die Vorschläge der Experten abwägen. Und - wie früher an der Schule - Mitarbeit zählt.

Mein Rat - schau dir nicht nur die Tipps an - sondern auch das Auftreten des jeweiligen Ratgebers. Zuversichtlich, freundlich, mit einem Schuss Optimismus ..... willst du so werden ? Offen für Neues ? Oder möchtest du mit 60 noch hadern, dass irgendwann irgendwer deine Frisur kritisiert hat ? Und diese Jammerarien dann als "Reflexion" beschönigen, dich in deinem Elend suhlen und nie zufrieden mit dir und deinem Leben sein ?
Schau nach vorne ... wir bekommen alle die vergangenen Jahre niemals zurück. Aber wir alle haben die Chance, unsere Zukunft gut zu machen .....
Glück, Erfolg, die richtigen Fachleute ... das sind meine Wünsche für dich.
 
  • #79
Ich versteh jetzt deine Antworten zur kleinen Danthius nicht so ganz.
Du willst lieber deine Ruhe haben und Alleinsein, als sie miteinzubeziehen und dich um sie zu kümmern? So interpretiere ich das jetzt, aber möglicherweise meinst du es anders.

Was hält dich davon ab , es nun mit solchen Dingen wie Qigong zu probieren? Immer noch die Pandemie?

Deine Angst vor Überflutung ist nachvollziehbar. Deshalb rate ich dir, mit kleinen Schritten zu beginnen.
Eine Sache anzugehen. Natürlich in Absprache mit deinem Therapeuten.

Dass du deine Grenzen vorsichtig erweiterst.

Es gibt so viele Wege.

Die Entscheidung dazu kann dir keiner Abnehmen.
 
  • #80
@Pfauenauge Das habe ich anders gemeint. Es ging ja um die Einbeziehung der damaligen Bedürfnisse und diese weiß ich nicht. Mein Therapeut würde sagen ich wäre wohl gerne in den Arm genommen worden, aber ich würde sagen ich wäre lieber allein gewesen…Aber das ist eh hypothetisch, letztlich weiß ich es nicht.

Vermutlich habe ich den Beginn von Qi-Gong o.ä. vermieden, einfach weil es doch eine sehr große Herausforderung ist. Eine Gruppensache hat einfach zu wenig legitime Fluchtmöglichkeiten.

Ich werde wegen eurer Vorschläge Rücksprache mit meinem Therapeuten halten, da ich bald wieder die 300h voll habe, dann kann ich die so entstandene Lücke für einen anderen Ansatz nutzen.

@Lionne69 vielen Dank für die Literaturtipps.

Eure vielfältigen und anregenden Rückmeldungen sind sehr hilfreich!

Jetzt habe ich einiges zu überdenken. Mir ist gar nicht bewusst gewesen wie sehr ich meine vermeidenden Strategien weiter praktiziere. Mir gefällt die Psychoanalyse sehr gut, aber vermutlich aus deshalb, weil sie die für mich wichtigen Bedingungen erfüllt (klarer Rahmen, keine Intimität, sehr kopflastig). Ich sehe mich immer als sehr gute Patientin, aber letztlich mache ich ab einem gewissen Punkt einfach dicht. Vielleicht wird das durch einen anderen Ansatz verhindert.
 
  • #81
Aber mir wir jedweder Kontakt sehr schnell viel zu viel.
Wenn einer keine Grenzen setzen kann, verwirrt er mitunter die anderen Menschen. Zumal das auch nicht automatisch Menschen sind, bei denen alles stimmt, die seelisch intakt sind und keine Probleme hätten.

Nicht jeder will Dich vereinnahmen. Und es gibt auch viele Menschen, die ein "nein" durchaus akzeptieren würden, ohne dass sie mit Dir böse sind oder sich abwenden. Und natürlich gilt: Selbst wenn sie es sind - Du darfst natürlich Deine Grenzen setzen und musst nicht deren Erwartungen erfüllen. Dann lebst Du mit den Konsequenzen, aber na und? Andere setzen auch Dir Grenzen und Du ziehst Deine Konsequenzen und sie zucken mit den Schultern.
Zu Bekanntschaft, Freundschaft, Beziehung gehören zwei, und wenn einer weniger will als der andere, funktioniert es sowieso nicht. Jeder muss sagen dürfen "es passt mir so nicht".

Ich habe viel auch mit Imaginationen gearbeitet, mit Schutzfiguren einerseits - die ich mir selbst in der Phantasie entwickelt habe. Dazu auch Imaginationen zum sicheren Ort, und da auch Imaginationen zum Inneren Kind hinein gebracht. Das war meines, ich konnte ganze Filme ablaufen lassen ohne direkte Steuerung, alles aus dem Unterbewusstsein mit eigener Dynamik. Wobei ich durchaus gestoppt habe - Grenze! - nicht immer entwickelt es sich positiv.
Falls Du es willst und es nicht triggert - kannst Du dazu noch Näheres schreiben? War das in der Therapie oder vor der Therapie als Schutzmechanismus? Diese Filme sind, wenn ich Dich richtig verstehe, Vorstellungen gewesen, wie es hätte sein sollen, wenn es gut gewesen wäre? Also z.B. eine negative Erinnerung als Start genommen und gedanklich umgewandelt in ein positives Ende?

Ich war irgendwann meine eigene Schutzfigur und habe mich in bestimmten Situationen gefragt, was ich sagen oder tun würde, wenn es einem geliebten Menschen so ginge wie mir jetzt. Und dann den Schluss gezogen, dass ich mich selbst auch so behandle, sehe, verteidige.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #82
@Tamtam

Ihr schreibt sehr viel konstruktives, aber es sind eben doch schwere Themen.
Für meine Antworten brauche ich daher immer sehr lange und muss diese gut durchdenken.
Zugegebenermaßen bin ich etwas überfordert.
Ich will auch nicht so viel deprimierendes schreiben, aber letztlich bin ich ein emotionaler Scherbenhaufen. Obgleich ich schon sehr weit gekommen bin; u.a. sind bin ich nicht mehr in dauerhaften Depersonalisationszuständen gefangen oder kann mittlerweile in Anwesenheit anderer essen.
Hier wurden von 50 Gesprächsstunden geschrieben, ich habe mehr als 10x so viele hinter mir und meine Stabilisation ist immer noch sehr fragil.

Meine ursprüngliche Frage ist eine von viel zu hohem Niveau.
Ich bin noch gar nicht bindungsfähig, muss erst lernen mich selbst auszuhalten.



Mir ist bewusst das die meisten Menschen irgendwie Probleme haben, aber hier wurde doch nochmal mein Abstand von der Norm deutlich. Im Alltag rede ich gerne meine Probleme klein, bzw. ignoriere diese.
 
  • #83
Ich vermute, dass du deine erwachsenen Bedürfnisse/Vermeidungsstrategien auf die kleine Dianthus projizierst.
Es gilt also nicht zu fragen, was hätt ICH damals gebraucht. Denn dein Ich heute ist anders als dein Ich damals. Aus meiner Sicht geht es nur: ich heute, und die kleine Dianthus damals. Sonst verschwimmen die Ichs. Die kleine Dianthus kann sich dir aber nur anvertrauen, wenn die Erwachsene Dianthus da ist. Ihr beide müsst ein Team werden. Das ist ein Prozess und ist nicht mit dem Lesen eines Buches getan. Das kannst du z.B. nach einer Meditation machen, wenn dein Bewusstsein aus dem ewigen Nachdenken raus ist.

Ich dache mir, dass du Psychoanalyse machst. Da kannst du dich ewig im Kopf aufhalten. Trotzdem hat es dir ja auch geholfen, dich zu stabilisieren.
Also alles gut.

Ich werde wegen eurer Vorschläge Rücksprache mit meinem Therapeuten halten, da ich bald wieder die 300h voll habe, dann kann ich die so entstandene Lücke für einen anderen Ansatz nutzen.
Genau. Besprich dich auf jeden Fall mit deinem Therapeuten.
Vielleicht ein tiefenpsychologischer Ansatz. Ein/e Therapeut/in mit traumatherapeutischer Spezialisierung wäre gut.
Schritt für Schritt. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden.

@Pfauenauge

ich glaube manchmal, dass sie nicht auf alles eingehen will oder kann. Wirkt manchmal etwas merkwürdig aber zumindest meldet sie sich und versucht zu beantworten, was wir sie gefragt haben oder als Tipps mitgeben haben.
Ich habe oft den Eindruck, dass sie eher auf die Postings antwortet, wo sie angegriffen wird.
Und das soll mir jetzt genau was sagen?
Ich werde mich jetzt nicht über sie unterhalten, als sei sie nicht da oder irgendwie nicht zurechnungsfähig.

Ich erwarte nicht, dass sie auf alle meine Fragen eingehen will oder kann, das ist ihr Recht, da Grenzen zu setzen. Viele meiner Fragen hat sie mir im Übrigen beantwortet, so z.B. ob Corona der Grund ist nicht zum QiGong zu gehen oder Vermeidung.

Alles was ich bisher von ihr gelesen habe, wirkt in sich auf mich absolut schlüssig.
Dass sie sich "zumindest" meldet, findet ich mehr als gut, für jemanden, der Flucht/Vermeidung als Hauptstrategie hat.
 
  • #84
Falls Du es willst und es nicht triggert - kannst Du dazu noch Näheres schreiben? War das in der Therapie oder vor der Therapie als Schutzmechanismus?
Es triggert mich kaum noch was, und wenn, kann ich damit umgehen, kein Problem.
Ich habe Imaginationen mit meinem Therapeuten gelernt.
Die Imagination eines sicheren Ortes ist wohl eine Standardsache - begleitend als Schutz.
Gerade in der Traumatherapie wird man mit Ängsten, mit schwer erträglichen Sachen konfrontiert, da ist das Bild eines Ortes, wo alles gut, alles sicher ist, sehr stützend. Deswegen sollten da ursprünglich auch keine Menschen sein. Ganz sicher.
Ich habe nur diesen Ort immer wieder weiterentwickelt, manchmal gezielt, und manchmal hat es sich von selbst entwickelt - Phantasie, Impulse aus der Therapie, eigene Dynamiken.
Mir hat es einmal diesen Ort auch zerstört - in der Phantasie.

Schutzwesen waren auch Phantasiewesen - die Vorstellung von Irgendwas an der Seite, da entwickelten sich auch unterschiedliche Gestalten. Schutzwesen, Mutterwesen... Auch ein Impuls aus der Therapie, kombiniert gerade bei einem Mutterwesen, wie man es gerne gewollt hätte.
Ist ja Phantasie, es kann so ideal sein, wie man möchte.

Für mich war es ein sehr guter Weg, weil ich gut mit Bildern kann, und mit Phantasie..
Später auch das Teambild - ein Inneres Team, in dem Gefühle personalisiert werden, wie Liebe, Freude, Angst, Wut... Aber auch der Zerstörer, die Saboteurin... Auch ein Teambild kann sich ändern, der Zerstörer, u. ä. verschwand, dann kam der Coach, die Managerin,..
Nach der Therapie endete das auch, aber als Mittel zum Schutz, zum Verarbeiten, zum Veranschaulichen, für die Prozesse in mir war es mein Basic.

Void - und Dianthus - verständlich?

Dianthus, bitte alles sorgsam lesen, nur so wie es für Dich nicht zuviel ist, nicht das zuviel hoch kommt.
Du hast Deinen Weg, und Du gehst ihn. Du hast einen Therapeuten, dem Du vertraust.
Wobei grundsätzlich bei Traumata Psychoanalyse nur bedingt angezeigt ist.
Tiefenpsycholisch wäre passend. Oder ein Analytiker, der den Zusatz Traumatherapie gemacht hat.

Aber leider ist diese Zusatzausbildung nur für Verhaltenstherapeuten interessant, aufgrund der Dauer der Gesamtausbildung.
Es gibt kaum Traumatherapeut*innen, die nicht Verhaltenstherapeuten als Basis haben, und dann ist das Stundenkontingent bei - gute Begründung - 90h. Viel zu wenig.


W, 51
 
  • #85
Eine Freundschaft ist auch eine Form von Bindung. Für mich bist du damit Bindungsfähig.
Bei einer Freundschaft ist aber Sexualität im Normalfall ausgeklammert.
Es ist doch gut, dass Dianthus diesen Freund hat.
Bei einer Paarbeziehung lässt man den anderen nicht nur seelisch, sondern auch körperlich an sich ran. Das geht noch mal tiefer, bzw. es werden andere Bereiche angesprochen.

Deine Ängste und verdrängten Gefühle sind das Problem. Dein Unterbewusstsein will dich immer noch beschützen.
Bei einer Traumatisierung lässt sich das aber nicht mit einem Fingerschnips oder einer Hypnosesitzung mal eben so ausknipsen.
Das versuchen wir hier jetzt schon längere Zeit zu erläutern.
Das mag für Außenstehende unbegreiflich sein.
Der Weg mag für jeden anders sein, einer braucht mehr Zeit, der andere weniger. Das hängt von der eigenen Person ab, wie komplex das traumatisierende Geschehen war und und und.
 
  • #86
Obgleich ich schon sehr weit gekommen bin; u.a. sind bin ich nicht mehr in dauerhaften Depersonalisationszuständen gefangen oder kann mittlerweile in Anwesenheit anderer essen.
Darauf kannst du stolz sein. Deswegen, besprich dich mit deinem Therapeuten, wie weitere Schritte aussehen könnten. Mit Zwang oder Druck wird das nicht klappen. Du hast es doch bis hierhin sehr sehr gut gemacht.
Vielleicht kannst du deine bisherige Therapie auch um einige kleine Elemente ergänzen, wie eben Musiktherapie in Einzelsitzungen oder was immer du dir vorstellen kannst.

Im Alltag rede ich gerne meine Probleme klein, bzw. ignoriere diese.
Das ist halt eine Möglichkeit, durch den Alltag zu kommen.

Ich bin noch gar nicht bindungsfähig, muss erst lernen mich selbst auszuhalten.
In Teilbereichen bist du schon bindungsfähig. Zu deinem Therapeuten, bei deinem besten Freund.

Mit dem sich selbst aushalten: ja. Das müssen wir aber alle mehr oder weniger lernen. Viele Menschen blenden auch so Teilbereiche von sich aus. Deine reinen Bettbekanntschaften doch auch. Die vögeln sich munter durchs Leben und blenden dabei ihre Seele/Gefühle aus.

Du versuchst doch, dich zu reflektieren. Damit bist du weiter als manche, die dumpf durchs Leben gehen.

Die Dissoziation war früher mal eine Schutzstrategie, um psychisch zu überleben. Jetzt ist sie hinderlich.

Als Kind konntest du dich nicht schützen, deine Grenzen verteidigen.
Diejeniegen, die dich hätten schützen sollen haben vermutlich deine Grenzen physisch/psychisch/emotional/sexuell oder sonstwie überschritten. Deswegen geht es darum, dass du nun lernst, es selbst zu tun.

Du sagst, dass du den Männern, die mehr von dir wollen als Sex, klar kommunzierst, dass sie bei dir keine Treue/Sicherheit zu erwarten haben.
Wie wäre es denn für dich, wenn diese nebenbei noch Bettgeschichten am Laufen haben und du davon erfährst? Wär das ok für dich oder würde es dich verletzen?
 
  • #87
Im Alltag rede ich gerne meine Probleme klein, bzw. ignoriere diese.
Liebe Dianthus,
Ich schließeamich TamTam und Pfauenauge an - Du hast viel geschafft, sei stolz darauf.

Natürlich ist man im Alltag anders, der muss funktionieren.
Und das hinzubekommen mit so einer Geschichte geht nur, in dem man zumindest dann verdrängt.
Sieh es als Stärke - egal was ist, Du hast einen Funktionsmodus, Alltag geht. So weit bist Du gekommen.

Und - man muss sich selbst schützen, es gibt Seiten, die kennen eben nur sehr vertrauenswürdige Personen. Mit gutem Grund.

Dich wertschätzen, lieben lernen wäre eine wichtige Aufgabe.
Es geht auch über Berührung, Dich selbst streicheln, ganz bewusst, Füße massieren, so etwas.

Dir ein Stofftier raussuchen zum Knuddeln..
Mein großes Schaf liegt immer noch da, manche Nächte damit eingeschlafen - klingt wohl albern, aber mir vermittelte es Geborgenheit.

Ja, jenseits der Norm, sicher. Aber wer ist normal?
Und was mir ein großer Trost war, Du bist nicht die Einzige - es gibt leider viel zu viele mit solchen Geschichten.

W, 51
 
  • #88
@Lionne69 Schutzwesen klingen schön. Das kann ich mir vorstellen weiterzuverfolgen.

Als der eine Kerle mich blockiert hatte waren meine Gedanken voll davon das er mit einer anderen glücklich ist, infolgedessen habe ich mich verschmäht und wütend gefühlt. Aber dann habe ich meine Gedanken aktiv umgelenkt und mir gesagt, dass es für ihn schön wäre eine (echte) Partnerin zu haben. Ich habe mir dazu schöne Bilder vorgestellt und meine gekränkte Wut ist verfolgen. Der Kummer war noch da, aber eben keine Gram.

Mich hat die Wirkkraft dieses positiven inneren Films fasziniert.

Eigentlich kann ich mir keine Traumatherapie vorstellen, denn ich erinnere mich ja nicht, also auch an kein Trauma.

@Pfauenauge

Das die Männer noch mit anderen Frauen schlafen setze ich voraus. Aber bei dem einen Kerl ist mir irgendwann, kurz vor Ende, bewusst geworden das ich nicht wollen würde das er mit einer anderen schläft.

Mein Fokus liegt gerade auf der Vermeidung von Spielereien meinerseits. Denn letztlich kann ich Männer sehr gut einschätzen und flüchte mich dann in solche. Ich hangle mich an Verhaltenskonstrukten entlang, um dem zu entgehen. Deswegen bin ich auch oft ehrlicher als vermutlich notwendig, aber durch diese ehrlichen Äußerungen kann ich für mich innere Klarheit schaffen.

Gestern Abend habe ich einen Mann getroffen, bei dem mir klar wurde das er mehr als nur Sex will. Aber ich habe heute schon wieder mein inneres Zappeln gemerkt, den Widerwillen mich klar zu positionieren. Ich habe ihm dann eine klare Sprachnachricht geschickt, aber gefühlt habe ich mich als ob ich mir selber meine Süßigkeiten weggenommen hätte.

@Tamtam

Sehr schwierig.

Ich verfüge wohl über ein gewisses Stilbewusstsein. Meine Kleiderwahl ist meist sorgfältig durchdacht und aufeinander abgestimmt. Darauf bin ich tatsächlich sehr stolz, denn früher habe ich mich nie getraut Kleider zu tragen die mir gefallen.
 
  • #89
Ich habe ihm dann eine klare Sprachnachricht geschickt, aber gefühlt habe ich mich als ob ich mir selber meine Süßigkeiten weggenommen hätte.
Das deutet daran hin, dass dir dieses Rumlavieren oder auch Manipulieren eben doch auch Spaß bringt.

Denn letztlich kann ich Männer sehr gut einschätzen
Wie gesagt: du weißt, was du tun musst. Dadurch kannst du schön in der Überlegenen Position bleiben, es sei denn die Männer haben die Schnauze voll und es fliegt dir um die Ohren.

Oder es verletzt dich eben doch.
Als der eine Kerle mich blockiert hatte waren meine Gedanken voll davon das er mit einer anderen glücklich ist, infolgedessen habe ich mich verschmäht und wütend gefühlt.
Verletzt werden kann man so oder so.
Es ist letztlich deine Entscheidung, was du machst oder nicht.

Eigentlich kann ich mir keine Traumatherapie vorstellen, denn ich erinnere mich ja nicht, also auch an kein Trauma.
Mag sein. Kann sein, dass du mit einer Vorliebe für stalkende Gewalttäter, Angst vor Nähe und Dissoziation auf die Welt gekommen bist. Das ist dann halt dein Wesen. Auch das du kaum Erinnerungen an deine Kindheit hast, ist dann eben deinem schlechten Gedächtnis zuzuschreiben.

Welches Verhältnis hast du denn zu deiner Familie, zu deinen Eltern und Geschwistern?
 
  • #90
Es gibt sehr viel Literatur dazu - Boon/Steele /VanDerHart z. B. Traumabedingte Dissoziation, Bessel/VanDerKork, Michaela Huber - auch mal googeln. Ich schätze Dich so ein, dass Du auch mit dieser Fachliteratur klarkommst.
Bessel van der Kolk kann ich auch empfehlen und zwar das Buch "Verkörperter Schrecken", mit beeindruckenden Gehirnscan-Vergleichen, wie viele Bereiche ein traumatisierter Patient abgeschaltet hat, um die entsetzlichen Gefühle abblocken zu können. Und dadurch aber viel Empfindungsfähigkeit und das Gefühl, sich lebendig zu fühlen, verloren hat. Und sich selbst deshalb oft nur in gefährlichen Situationen spüren kann oder sogar wenn er sich selbst verletzt. - Sehr spannend fand ich unter anderem die Berichte, welche Verbesserungen es durch Neurofeedback geben kann.

Mich interessiert aber vor allem das feinstoffliche Energiesystem, die Chakren und Auraschichten des Menschen. Laut den neuesten Erkenntnissen der Quantenphysik besteht ja alles aus Energie und Licht in unterschiedlichen Frequenzen und Schwingungen. Um Blockaden zu lösen, gibt es einiges an Energiearbeit, z.B. Meridian-Energie-Techniken oder auch Reiki. Was mir auch sehr geholfen hat, mich zu stabilisieren (nach drei Jahrzehnten mit immer mal wiederkehrenden depressiven Episoden), sind die Übungen aus den "Lichtbotschaften von den Plejaden" von Pavlina Klemm, z.B. aus Band 5 die "Energetische Arbeit zur Entfernung negativer Grundemotionen aus deinem System". Du kannst ja mal schauen, ob das auch für dich interessant sein könnte, noch zusätzlich zu deiner Therapie.

w 56
 
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