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  • #91
Es gibt sehr viel Literatur dazu - Boon/Steele /VanDerHart z. B. Traumabedingte Dissoziation, Bessel/VanDerKork, Michaela Huber - auch mal googeln. Ich schätze Dich so ein, dass Du auch mit dieser Fachliteratur klarkommst.
Bessel van der Kolk kann ich auch empfehlen und zwar das Buch "Verkörperter Schrecken", mit beeindruckenden Gehirnscan-Vergleichen, wie viele Bereiche ein traumatisierter Patient abgeschaltet hat, um die entsetzlichen Gefühle abblocken zu können. Und dadurch aber viel Empfindungsfähigkeit und das Gefühl, sich lebendig zu fühlen, verloren hat. Und sich selbst deshalb oft nur in gefährlichen Situationen spüren kann oder sogar wenn er sich selbst verletzt. - Sehr spannend fand ich unter anderem die Berichte, welche Verbesserungen es durch Neurofeedback geben kann.

Mich interessiert aber vor allem das feinstoffliche Energiesystem, die Chakren und Auraschichten des Menschen. Laut den neuesten Erkenntnissen der Quantenphysik besteht ja alles aus Energie und Licht in unterschiedlichen Frequenzen und Schwingungen. Um Blockaden zu lösen, gibt es einiges an Energiearbeit, z.B. Meridian-Energie-Techniken oder auch Reiki. Was mir auch sehr geholfen hat, mich zu stabilisieren (nach drei Jahrzehnten mit immer mal wiederkehrenden depressiven Episoden), sind die Übungen aus den "Lichtbotschaften von den Plejaden" von Pavlina Klemm, z.B. aus Band 5 die "Energetische Arbeit zur Entfernung negativer Grundemotionen aus deinem System". Du kannst ja mal schauen, ob das auch für dich interessant sein könnte, noch zusätzlich zu deiner Therapie.

w 56
 
  • #92
@Pfauenauge

Meine Mutter ist in meinen Augen das personifizierte Böse. Letztlich ist sie wohl psychisch immens gestört und hat phasenweise psychotische Ausprägungen. Ich habe keinerlei emotionalen Bezug zu ihr.


Mein Vater ist ein schwerst depressiver Alkoholiker. Er ist auch schwierig, aber meine Mutter ist die Hölle (ich habe irgendwann einfach nicht mehr mit ihr geredet).

@freelight
Mit Chakren habe ich mich schon etwas beschäftigt, ich übe mich auch in entsprechenden meditativen Techniken.
Aber das wird mir schnell zu viel.
 
  • #93
Eigentlich kann ich mir keine Traumatherapie vorstellen, denn ich erinnere mich ja nicht, also auch an kein Trauma.
Liebe Dianthus,
Dann kannst Du auch Filme entwickeln.

Das Fiese an gerade frühkindlichen Traumata ist, dass man sich nicht erinnert. Die Psyche blockiert.
Es war eben der Gedanke, weil Dir Erinnerungen an Kindheit /Jugend fehlen.
Bei mir fing es mit Bruchstücken an - Trigger, und irgendwann kam mit der therapeutischen Begleitung mehr. Schmerzhaft, aber für mich wichtig, weil ich verstehen wollte und musste, um zu verändern. Schutzmechanismen, Verhaltensmuster, Denkweisen - die sicher in der damaligen Situation nützlich waren, aber als Erwachsener Mensch dringend zu prüfen und zu verändern sind, weil sie behindern bis destruktiv geworden sind. So etwas auch ohne Verurteilung und Schuldzuweisung an einen selbst - ich habe mich bei mir selbst bedankt. Es geht auch hier um liebevolle Akzeptanz der eigenen Person.

Depersonalisationen/Dissoziationen sind oft ein Indikator - Schutzmechanismus der Psyche, die Analogie sind Fluchtreflexe/Schockstarre, die man bei Tieren beobachten kann.

Aber muss ja nicht sein. Nur wenn es so wäre, wäre eine speziellere Therapie hilfreich.

Wenn Du Kraft und Muße hast, google mal, es findet sich viel im Netz -
Und es gibt viele Wege für Dich.

Schade ist nur, wenn Du Dir Dein Leben selbst begrenzt.
Vielleicht magst Du ab und zu mal prüfen, welche Grenzen Du aufweichen und lösen magst, und welche Dir gut und wichtig sind.

Liebe Dianthus, ich weiß nur nicht, ob das Alles Dir hier hilft oder eher verunsichert.
Falls Du Fragen hast, gerne, aber ansonsten stoppe ich hier.
Du bist zwar therapieerfahrung, trotzdem ist es schwere Kost.

Pass auf jeden Fall auf Dich auf, und sei lieb zu Dir.

Lionne.
 
  • #94
Meine Mutter ist in meinen Augen das personifizierte Böse. Letztlich ist sie wohl psychisch immens gestört und hat phasenweise psychotische Ausprägungen. Ich habe keinerlei emotionalen Bezug zu ihr.


Mein Vater ist ein schwerst depressiver Alkoholiker. Er ist auch schwierig, aber meine Mutter ist die Hölle (ich habe irgendwann einfach nicht mehr mit ihr geredet).
Also ich kann mir schwer vorstellen, dass diese Eltern dir eine liebevolle Kindheit ermöglichen konnten. Es ist eher typisch, dass große Erinnerungslücken auftreten, weil das kindliche Gehirn dass alles gar nicht verarbeiten kann. Für eine Traumatherapie ist keine Erinnerung notwendig. Deine Symptome sind aus meiner Sicht typisch.
Trotzdem kann ich das natürlich nicht beurteilen, ob ein Trauma vorliegt oder nicht.

Man kann z.B. auch eine rein tiefenpsycholgische Therapie ohne Traumaspezialisierung machen.

Letzlich kennst du deine Grenzen am besten und es ist sicher alles richtig, was dich stabilisiert.

Von daher ist aus meiner Sicht nach wie vor dein Therapeut dein erster Ansprechpartner. Denn deine Beziehungsprobleme rühren meines Erachtens schon aus deiner Vorgeschichte. Deine Angst vor Nähe ist nachvollziehbar, denn deine ersten Bezugspersonen waren in dieser Hinsicht keine gute Vorbilder.

Du auf einem guten Weg, weitere Schritte in Absprache mit deinem Therapeuten.
 
  • #95
Meine Mutter ist in meinen Augen das personifizierte Böse. Letztlich ist sie wohl psychisch immens gestört und hat phasenweise psychotische Ausprägungen. Ich habe keinerlei emotionalen Bezug zu ihr.

Mein Vater ist ein schwerst depressiver Alkoholiker. Er ist auch schwierig, aber meine Mutter ist die Hölle (ich habe irgendwann einfach nicht mehr mit ihr geredet).
Liebe Dianthus,

Jetzt fühle Dich einfach mal ganz lieb gedrückt.
Und auch mein ganz großes Mitgefühl an die kleine Dianthus, eine ganz liebe, tapfere Person. Sie hat es überstanden, Du lebst, Du bist anders. Du bist mutig, Du bist intelligent - und ich bin mir sicher, Du kannst auch lieben (sonst würdest Du nicht derart mauern). Du bist loyal bei Deinem Freund. Du bist hartnäckig, sonst würdest Du nicht solange Therapie durchhalten, und dann hättest Du hier schon lange nicht mehr geantwortet.
Deine "Eltern" haben nicht gesiegt. Lass es sie auch in Zukunft nicht.

Mein Post hatte sich überschnitten.

Dir alles Liebe,
Lionne

Und, wer sonst noch mitliest, solche "Eltern" gibt es, vielleicht nicht immer so extrem, aber es gibt sie und quer durch alle sozialen Schichten.
Meine waren beide Lehrer... Die Fassaden sind gut, und viele schauen auch weg.
 
  • #96
Ich will Dir noch was dazu schreiben, wie überhaupt alle Loslöseprozesse bei mir passierten. Und mir ist wichtig, dass das klar ist, dass es keine Entschuldigung ist.

Das Auflösen passierte, als ich begreifen konnte, dass ein Täter selbst mal Opfer war und sein Tun nur Ausdruck seiner eigenen ungelösten Probleme war. Dadurch hörte die Macht auf, die er auf mich ausübte, er wurde seiner Macht und dieser Übergröße beraubt, von der ich unbewusst ja immer noch ausging, weil er die Tat einst tun konnte und sein Einfluss noch wirksam war auf meine Seele.
Das war aber kein schneller und "ach, ich probier das einfach mal so"-Schritt. Es war der letzte Schritt, dem andere vorausgingen.
Ebenso lief das bei Fehlverhalten meiner Eltern.
Alle Machtmissbraucher, die statt Schutz zu geben, an zu schützenden Wesen schlecht handeln, sind irgendwo innerlich klein, verletzt und wissen sich selbst nicht zu helfen. Und ich leite daraus ab, dass sie selbst mal Opfer waren, als sie schutzbedürftig waren. Für mich war es wichtig, das zu sehen, weil sie dadurch ihre Macht verloren. Es war damit auch keine Tat mehr, die auf mich zugeschnitten war, weil ich so war, wie ich war, oder irgendwas provoziert hätte, verdient hätte. Das war wichtig wegen der Schuldgefühle. "Sich schuldig fühlen" als Opfer, das habe ich lange nicht verstanden, weil natürlich der Täter Schuld hat. Emotional gesehen half das aber nicht. Die Frage war "warum passierte mir das". Die Antwort ist: Es lag nicht an mir, auch vom Schicksalsaspekt her nicht. Es war teils blöder Zufall und teils eben, dass die Menschen, die Einfluss auf mich hatten, selbst nicht aufwachsen konnten, wie ein Kind aufwachsen sollte. Ich musste drunter leiden, aber nicht, weil ich dazu einen Grund gegeben hätte.

Die ganz andere Frage ist auch noch die nach der Strafbarkeit, aber darum ging es mir hier nicht. Das ist ja gar keine Frage.

Eine Horrorbeziehung habe ich auch gehabt mit Anfang 20. Keine Grenzen setzen können, öffnet die Tore für weitere Machtmissbraucher. Ein Kind, das destruktives Verhalten der Eltern aushalten musste, muss als Erwachsener erstmal auch lernen, dass es sich entfernen kann von destruktiven Menschen oder aus schlechten Situationen. Und zwar gleich, wenn sich zeigt, dass der andere so tickt. Ich glaube, damit haben viele zu tun: Sie halten auch spätere schlechte Situationen aus, als wären sie immer noch machtlos.

Ja, und vielen Dank, dass Du das so ausführlich geschrieben hast.
Zurückblickend ist es schon ärgerlich, was für Möglichkeiten ich liegen lassen musste/wollte, um erstmal seelisch auszuheilen.
Ja, kenne ich auch, dieses Gefühl. Gerade nach der Auflösung des Traumas und generell dann in der Midlifecrisis kam das extrem hoch als Thema.
 
  • #97
Ja, kenne ich auch, dieses Gefühl. Gerade nach der Auflösung des Traumas und generell dann in der Midlifecrisis kam das extrem hoch als Thema.
Ich habe da eine andere Sicht.
Ja, es war sch***, und manchmal ärgere ich mich, wenn ich wieder mal an meine Belastungsgrenze (Stress, Leistungsfähigkeit) stoße, weil ich mir zuviele Projekte aufladen, und dies aber nicht mehr ganz so geht. Aber das Grenzen ausloten gehört auch dazu.

Ansonsten, ich bin heute der Mensch, der ich bin, weil ich diese Geschichte habe. Ich bin diesen Weg gegangen.
Ich mag mich, mein Leben - deswegen hat es wohl so sein müssen.

Ich habe meinen Frieden geschlossen, was gewesen wäre, wenn... Ist sowieso müßig.

W, 51
 
  • #98
Hier eine Dokumentation, die kürzlich im NDR erschien und weiterhin online abrufbar ist.
Eine Frau spricht über ihre traumatische Erfahrung und ihre Heilung.
Das Thema ist filmisch sehr gut umgesetzt, es kommen auch Nachbarn, Partner zu Wort.
Die Frau kann sich allerdings erinnern, da sie schon älter war.
Sie zeigt, wie sie ihren persönlichen Seelenfrieden gefunden hat.
Trotzdem ist der Film nicht unbedingt leicht verdaulich, das muss jede/r selbst entscheiden, den anzuschauen.
Er enthält viele wertvolle Sequenzen, zeigt auch ihre Symptome der Traumatisierung und endet mit ihrer Heilung.

"Nicht meine Schande-Geschichte eines Missbrauchs", NDR.

Hier geht es um Missbrauch, aber ich denke, die Mechanismen sind auf andere Traumata übertragbar.
 
  • #99
Ich wollte mich nun noch einmal melden.

@Lionne69

Die Auseinandersetzung hier hat mir deutlich gemacht, wie wenig ich noch bereit bin für eine Entdeckung meines Selbsts. Ich gerate sofort unter Stress.

Ansonsten ist mein Alltag sehr von Vermeidungsverhalten geprägt, aber ich setze mir immer kleine Ziele. Zum Beispiel eine mir unbekannte Straße entlang zu gehen/radeln. Ich gerate bei unüberschaubaren, da unbekannten, Wegen schnell in tiefe Panik. Oder alleine im Cafe eine heiße Schokolade trinken. Letztlich bin ich in solchen Situationen in höchster Fluchtbereitschaft, aber ich übe dieses Gefühl auszuhalten. Natürlich kenne ich in solchen Momenten, wie im Cafe, immer alle potentiellen Fluchtwege und setze mich strategisch vernünftig hin.

@Tamtam Ich studiere noch. Zwar mit einem Begabtenstipendium, aber ich denke nicht das meine „erworbenen“ Fähigkeiten hilfreich sind. Es kann mich halt niemand durchschauen, was eben auch beim Kennenlernen das Problem ist. Mein Verhalten und mein Empfinden stimmen überhaupt nicht überein. Ich bin immer total unsicher und spreche daher sehr ungern mit Kommoliton_innen. Dafür komm ich mit meinen Dozent_innen sehr gut klar. Aber das ist halt professionell.


@void vielen Dank für das Teilen deines gedanklichen Ansatzes. Ich fühle mich immer wegen allem schuldig, bzw. neige zum totalen katastrophisieren.

@Pfauenauge vielen Dank für diese Empfehlung.

Im Weiteren ist mir wirklich bewusst geworden, wie viel mir mein unbeständiges Dating bedeutet. Ich will noch keine Beziehung, oder irgendwas anderes Tiefes und das ist vollkommen in Ordnung.
 
  • #100
Liebe Dianthus,

was du immer und überall tun kannst, allein zuhause oder in der S-Bahn, in der Vorlesung, beim Spazierengehen, Lesen oder beim Sex ist deinen Atem wahrzunehmen.
Atmest du tief oder flach, schnell oder ruhig usw.
Dazu brauchst du auch keine Gruppe, keinen Therapeuten.
Es gibt x Atemübungen im Internet, es gibt Meditationsapps etc.
Dadurch kannst du dich mehr spüren. Du kannst es steuern usw.

Dann rate ich dir, dir ein Hobby zu suchen. Tanzen, Malen, Musikinstrument, was Kreatives, dass über Gedichteschreiben hinausgeht.
Um deine Energie in schöpferische Bahnen zu lenken.

Hier noch ein Filmtipp:
" Das Rätsel unseres Bewusstseins", Arte
 
  • #101
Ich wollte mich nun noch einmal melden.

...

Im Weiteren ist mir wirklich bewusst geworden, wie viel mir mein unbeständiges Dating bedeutet. Ich will noch keine Beziehung, oder irgendwas anderes Tiefes und das ist vollkommen in Ordnung.
Wie der andere inzwischen geschlossene Thread ein auch von den Kommentaren besonders komplexer und intensiver Beitrag. Ich ordne einen Fragesteller gerne in eine Schublade ein. Das funktioniert hier nicht gut.

Ich sehe eher den durcheinander gewürfelten Inhalt mehrer Schubladen trotzdem hat @Dianthus selbst noch einen ganz guten Überblick und macht eigentlich schon vieles was man empfehlen kann um erstens Ordnung zu schaffen und zweitens die Giftstoffe zu separieren um sie an einem sicheren Ort einzuschließen. Allerdings ist das Sortieren noch lange nicht abgeschlossen.

Was sehe ich da für Scherben. Distanz und Flucht um Autonomie zu bewahren und Ängste zu verstecken. Promiskes Verhalten um doch eine Art Nähe aber dies ohne Autonomieverlust zu bekommen aber vielleicht auch als gleichzeitige Selbstverletzung und Selbsterhöhung (?) Manipulation um die Kontrolle zu behalten. Vielleicht um sich auch aufzuwerten (?) Kompensation von Ohnmacht (?) Und einiges mehr.

Du hast das als Problem erkannt und experimentiert mit verschiedenen Lösungsansätzen. Zur Zeit noch nicht erfolgreich.

Manchmal bringt das Alter Ruhe in den Karton. So in 20/30 Jahren. Eher keine jetzt direkt hilfreiche Lösung.

Verschiedene Menschen haben gute Erfahrungen mit einer psychosomatischen Reha in Bad Kissingen gemacht. Eine dortige Einrichtung bietet ganzheitliche Therapien (durchschnittliche Dauer ca. 10 Wochen).

Die Therapie bot vor einigen Monaten neben Einzelgesprächen, Gruppentherapie mit der jeweiligen Tischgruppe, Tanztherapie, Musiktherapie, gestalterische Therapie u.v.m. an 7 Tagen in der Woche. Wie das Programm jetzt aussieht weiß ich aber nicht.

Es wird auch eine regional allerdings unterschiedliche Nachbetreuung geboten.

Ich kenne einige entsprechende Einrichtungen. Aus meiner Sicht ist das Programm in dieser Klinik aber wirklich außergewöhnlich und hebt sich von anderen Kliniken sowohl in der Leistung wie auch in den Anforderungen an den Patienten ab. Ein Schwerpunkt sind übrigens die Probleme von HSP.

Die Gäste waren sehr unterschiedlich zufrieden mit ihrem Aufenthalt und gingen auch mit sehr unterschiedlichen Zielen in Ihren Alltag hinein.

Insoweit würde ich die Aussicht auf einen positiven Rückblick auf diesen Ort mit 50 % bewerten. Dabei tendieren aus meiner Sicht eher manipulative Typen eher zu einer negativen Einschätzung da einige Mechanismen dort andere Patienten und die Therapeuten sowieso vor deren Spielchen beschützen.

Wesentlich ist auf jeden Fall die persönliche Offenheit und Bereitschaft zur aktiven Teilnahme.
 
  • #102
@Pfauenauge
Ich versuche gerade mal wieder mich für Bauchtanz und Qi- Gong anzumelden. Aber irgendwas hemmt mich.

Im kommenden Semester beginne ich als Tutorin. Das wird sicher eine große Aufgabe, da ich keine Fluchtmöglichkeiten haben werde (sitze ja vorne) und auch noch Verantwortung. Versuche immer alle verbindenden Verpflichtungen zu vermeiden, da mich das unter Druck setzt.

Atemübungen versuche ich immer wieder, aber bei der bewussten Selbstwahrnehmung verfalle ich in Panik.

@Ejscheff

vielen Dank für die Empfehlung. Werde ich mir für die Zukunft überlegen, derzeit fühle ich mich für eine tiefere Auseinandersetzung mit mir noch nicht bereit.

Zu meinen sexuellen Begegnungen: es ist sicher ein Konglomerat aus vielen Aspekten, aber ganz wichtig ist das Erleben von Kontrolle.
Mir wurde nun schon von mehreren Männern rückgemeldet, das ich sehr dominant sei. Da ich immer sage was ich mag und was nicht - was von den Männern akzeptiert wird.
 
  • #103
Im kommenden Semester beginne ich als Tutorin. Das wird sicher eine große Aufgabe, da ich keine Fluchtmöglichkeiten haben werde (sitze ja vorne) und auch noch Verantwortung. Versuche immer alle verbindenden Verpflichtungen zu vermeiden, da mich das unter Druck setzt.

Atemübungen versuche ich immer wieder, aber bei der bewussten Selbstwahrnehmung verfalle ich in Panik.
Kenne ich auch. Wenn man diesen Job ernst nimmt, will man ja auch viel geben und helfen.
Ich weiß ja auch als Studentin, welche Tutorien mir gar nichts brachten, und so eins wollte ich nicht geben und habe ich dann auch nicht. Die, die sich keine Mühe gaben, hatten dann eben leicht verdientes Geld.
Man muss sich immer entscheiden, wie man was macht und ob man Leuten, die nichts einklagen können, nicht auch Qualität liefert oder bei denen den Freiraum nutzt, mal was umsonst zu verdienen.

Jedenfalls war die Erfahrung toll, obwohl ich mich jedesmal total aufgeregt habe, wenn die wöchentliche Stunde anstand.
 
  • #104
@void

Deine gute Erfahrung mit der Herausforderung als Tutorin freut mich :)
Ich versuche es einfach als Wachstumschance zu sehen. Mühe werde ich mir sicher geben, denn ich bin zum einem angeworben und zum anderen empfohlen worden. Aber eigentlich bin ich fachfremd.

Zu dem anderen Thema.
Ich habe dem Kerl nun mitgeteilt, dass es mich sehr verunsichert das er mit anderen Frauen schläft. Also einfach als Mitteilung.
Ich dachte mir, ich sehe ja dann was er darauf sagt.
Er war sehr verwirrt, meinte er hätte nichts derartiges vor .
Und das er nicht weiß wann und womit er mir so etwas suggeriert hat.
Ich habe zwar in dem anderen Post geschrieben, dass er mit vielen Frauen schläft. Aber das war einfach meine Grundannahme, weil er ja auch mit mir geschlafen hat.
 
  • #105
Kenne ich auch. Wenn man diesen Job ernst nimmt, will man ja auch viel geben und helfen.
Ich weiß ja auch als Studentin, welche Tutorien mir gar nichts brachten, und so eins wollte ich nicht geben und habe ich dann auch nicht. Die, die sich keine Mühe gaben, hatten dann eben leicht verdientes Geld.
Man muss sich immer entscheiden, wie man was macht und ob man Leuten, die nichts einklagen können, nicht auch Qualität liefert oder bei denen den Freiraum nutzt, mal was umsonst zu verdienen.

Jedenfalls war die Erfahrung toll, obwohl ich mich jedesmal total aufgeregt habe, wenn die wöchentliche Stunde anstand.
Jede Leistung sollte in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Ich kenne viele Menschen denen geht es bei ihren Leistungen primär um Liebe und Anerkennung (ihrer Eltern - diese haben sie darauf programmiert, dass genug nie genug ist).

Das sind Perfektionisten von denen niemand anders als sie selbst die absolute Perfektion verlangt und die daher auch niemand in dem Umfang belohnt den sie erwarten. Schon überhaupt nicht sie selbst.

Diese Menschen begeben sich bis zum Burnout in ein selbst gezimmertes Hamsterrad oder werden von Manipulateuren durchschaut und instrumentalisiert.

Gesunder ist es nur in ausgewählten Situationen, dann wenn es um Leben und Tod geht oder wenn ein klar definierter Gewinn im Raum steht 100 % zu geben. Ansonsten reichen 80 % denn niemand hilft einem auf wenn man ausbrennt weil man permanent Vollgas gibt.

Unternehmerisches Handeln zielt immer auf die Optimierung des Nutzens. Perfektion für sich allein ist kein Nutzen sondern Ressourcen Verschwendung die Menschen auslutscht.
 
  • #106
Ich bin mir sicher, dass du eine tolle Tutorin wirst.-
Ansonsten behaupte ich jetzt mal aus dem Bauch raus, dass du vor dir selber davonrennst.
Qi Gong, Bauchtanz, Atemübungen- das ist alles deine Entscheidung.
Wenn du in Panik gerätst, beobachte die Panik, aber identifiziere dich nicht mit ihr.
Fokussiere dich auf das Ausatmen und auf deinen Bauch.Lass die Schultern, Hals und Kiefer locker und entspanne deine Hände.
 
  • #107
Grundannahme-bist du von dir ausgegangen?
Möglicherweise kannst du dir ja nicht vorstellen, dass dugut genug bist. Dass ein Mann nur mit die zusamnensein möchte.
Kannst du dir vorstellen, dass es ihn irritiert, dass du mit jemand anders geschlafen hast?

Es macht keinen Sinn, vor dir davon zu laufen. Denn du bist ja schon da, es gibt dich.
Also vergebliche Mühe, so zu tun, als seiest du es nicht...
 
  • #108
@Pfauenauge
Seit ich mich erinnern kann ist die Vorstellung das ich mich in jemand verliebe und er sich in mich absolut utopisch.
Ob ich diese tiefste Überzeugung jemals überwinden kann weiß ich nicht.

Irgendwie scheine ich die Männer welche mit mir schlafen genau dafür zu verachten. Vielleicht habe ich so schnell Sex um den Mann nicht mehr ernst nehmen zu müssen.

zu dem Kerl: Es kann gut sein das ich meine Intentionen auf ihn übertragen habe. Sein Plan war eigentlich morgens in der Sonne Brettspiele zu spielen, das habe ich in Abends bei ihm geändert.
Wir haben noch relativ viel Kontakt, haben sogar telefoniert (also sogar, weil ich nicht gerne telefoniere).
Er würde sicher verwirrt sein, aber ich werde es nicht erwähnen, er wird nicht fragen.

Ohne Flucht kenne ich mich selbst gar nicht.
Mit dem Bauchtanz würde ich sehr gerne beginnen, ich überlege das schon seit mehreren Jahren. Ich tanze allein daheim sehr viel. Jeden Tag mindestens 1,5h. Aber eher so improvisationsmäßig, nicht nach einer Choreographie.
Qi-Gong empfiehlt mir mein Therapeut auch seit Jahren und ich denke es wird mir viel helfen.
Da versage ich mir wohl die Selbstfürsorge.

Ich bin mir sicher, dass du eine tolle Tutorin wirst
Danke.
 
  • #109
Seit ich mich erinnern kann ist die Vorstellung das ich mich in jemand verliebe und er sich in mich absolut utopisch.
Ob ich diese tiefste Überzeugung jemals

Liebe Dianthus,
In meiner Therapie sollte ich sagen, ich liebe mich.
Das hat mich dissoziieren lassen, es ging nicht.
Irgendwann kam der Tag, da war ich soweit, nicht in einer Therapiestunde, draußen beim Laufen.
Dazwischen waren viele Stufen, in denen ich lernte mich anzunehmen, mich zu mögen, gut zu finden.

Das Thema Leistung -, es ist schön, seinen Job gut zu machen. Du wirst ihn gut machen, sogar besser.
Hier hat Ejscheff recht, übeigens, es liebt einen niemand, wenn man gut leistet... Man bekommt höchstens mehr Arbeit, oder man wird als Konkurrenz gesehen....

Dianthus, ich war nicht so extrem unterwegs, nicht so selbstzerstörerisch, mein Leben sah relativ "normal" aus.
Bis zum massiven Burnout und dann dem vollständigen Zusammenbruch.

Du kennst Dich, Du analysiert gut und richtig. Es fehlt das Tun.
Warum nicht machen?
QiGong ist wunderbar...
Und auf dem Weg, versuche Dich mit Dir anzufreunden, Du bist liebenswert, sicher.

W, 51
 
  • #110
Seit ich mich erinnern kann ist die Vorstellung das ich mich in jemand verliebe und er sich in mich absolut utopisch.
Ob ich diese tiefste Überzeugung jemals überwinden kann weiß ich nicht.
Verliebt sein ist ein schöner Rausch. Oft mit einem traurigen Kater. Wie andere Rauschmittel kann Verliebtheit in Sucht, in die Jagd nach immer neuer Verliebtheit führen. Verliebtheit ist deswegen nicht schlecht aber sie kann so etwas wie wahlloser Sex werden. Verliebtheit bedeutet aber ggf. auch einen gewissen Kontrollverlust.

Was hältst du von Liebe? Welche Idee hast du von Liebe? Was fühlst du wenn du über Liebe nachdenkst? Differenzierst du Liebe und Verliebtheit? Hast du schon einmal geliebt?

Irgendwie scheine ich die Männer welche mit mir schlafen genau dafür zu verachten.
Du projizierst ggf. Selbstverachtung auf diese Männer. Ebenso fehlende Selbstliebe. Respekt ist auch ein Thema. Ohne Respekt kann es keine Liebe geben.

Versuch zumindest mit anderen Menschen also auch Sexpartnern respektvoll umzugehen.

Vielleicht habe ich so schnell Sex um den Mann nicht mehr ernst nehmen zu müssen.
Ja. Schneller Sex erschafft schnelle Nähe aber auch Unverbindlichkeit und damit Distanz. Sichert Autonomie und Kontrolle.

Kannst du sexlose intensive körperliche Nähe zu lassen? Enger Paartanz, intensives Umarmen, kuschelnd zusammen liegen so wie man es mit einem Kind machen würde, streicheln, kraulen wie mit einem Haustier, dich ggf. selbst streicheln?

Oder engt dies dich ein? Führt dies dich (ggf. schon gedanklich) in Flucht?

Einige empfehlen hier Körpertherapie. Tanzen, fühlen. Bestimmt nicht falsch.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #111
@Ejscheff

Bin mir sicher meinen besten Freund zu lieben. Aber das ist vermutlich keine romantische Liebe.

Wirklich geliebt habe ich nur meine Jugendliebe, wir hatten von 12 – 17 eine katastrophale On-Off-Beziehung. Das off war immer durch mich bedingt, da ich ihn jedes Mal verlassen habe, wenn es mir zu eng wurde und dann irgendein Deppen am Start hatte (den ich total langweilig fande). Irgendwann hat er mich gehasst.

Verlieben kann ich mich vermutlich nicht so. Bzw. nutze Vermeidungsstrategien, um das nicht weiter wachsen zu lassen. Deswegen mag ich ja versuchen einen Mann 8 Wochen zu treffen und dabei keine manipulativen Sabotagen durchzuführen. Mich einfach konsistent und integer zu verhalten. Also in der Theorie ist das mein Plan, in der Praxis bekomme ich schon bei dieser Vorstellung Panik. Aber ich denke das wäre für meine Selbstachtung sehr hilfreich.

Nö. Also kuscheln nach dem Sex geht mittlerweile, aber alles andere nicht. Da wird mir schon bei der Vorstellung schlecht. Wobei ich bei dem aktuellen Kerl relativ viel zulassen konnte, aber da bin ich auch in einem komischen Hormonrausch gewesen und hatte das Bedürfnis ihn zu berühren.

@Lionne69

„Ich liebe mich“ zu sagen hat den gleichen Überzeugungswert wie „der Himmel ist rot“. Ich kann es zwar sagen, aber es ist halt Schwachsinn.

Schön das bei dir deine Selbstliebe mittlerweile dein Inneres erreicht!
 
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