• #1

Mein Mann hat ein schlechtes Gewissen und ich keine Priorität. Macht das weiter Sinn?

wegen seiner damaligen Scheidung.
Mein Mann, in 2. Ehe mit mir verheiratet, hat einen Sohn aus seiner vergangenen Ehe.
Bei der Scheidung war der Junge 10, jetzt ist er 40 Jahre.
Ich mag ihn sehr und er mich.

Er hat sich damals nicht um den Jungen gekümmert. Der Kontakt festigte sich erst wieder, als der Sohn das Abitur gemacht hatte.

Mein Mann hat ein schlechtes Gewissen und idealisiert ihn. Kritiklos nimmt er alles hin. Kritik, Bitten uvm. Vor lauter Angst, der Kontakt würde wieder abbrechen.

Gestern sagte mein Mann zu mir, dass sein Sohn die wichtigste Person in seinem Leben ist. Und das es so bleiben wird. Und er oberste Priorität hat. Er hat sein Leben immer nach ihm ausgerichtet. Ich stand immer hinten an. Wie ein 5. Rad am Wagen. Dem Jungen war das unangenehm. Aber sein Vater ist unbelehrbar.

Mein Mann wollte ihm sein Erbe vorzeitig auszahlen. Das möchte ich nicht. Das Haus haben wir zusammen gebaut. Und ich möchte alles so belassen. Ich sagte , er soll warten, bis der Erbfall eintritt. Es wird kein Geld fliessen, noch nicht. Sein Sohn hat einen guten Verdienst, ein eigenes Haus, ist gut abgesichert. Der Sohn will das auch nicht mit dem vorzeitigen Erben.

Das mein Mann mir so Krass gesagt hat, dass ich keine Priorität bei ihm habe, hat mich sehr verletzt. Ich ging auf Abstand und überlege ob das alles noch Sinn macht.

Was mein Ihr ?
 
  • #2
Mein Kind hat auch höchste Priorität für mich, da es von mir abhängig ist, noch nicht für sich selbst sorgen kann und ich es wie mein eigen Fleisch liebe. Aber, wenn ich einen Mann hätte, der mit mir 30 Jahre zusammen lebt und mein Partner ist, dann hätte der sicherlich genau so Priorität, zumal sein Sohn nun lange schon erwachsen ist.

Ein Kind wird immer mehr Priorität haben als der Partner, aber in der Regel würde ich genau so viel Priorität darauf verwenden, dass mein Partner und ich glücklich sind zusammen.

Wenn die 2 in die Fluten stürzen würden und könnten nicht schwimmen, du würdest auch immer zuerst dein eigenes Kind retten, oder? Aber es ist ein absolut blödes Beispiel natürlich, da man den Partner ja auch sehr liebt. Nur es ist eine ganz andere Liebe, es ist nicht vergleichbar.

Dennoch, du scheinst bei deinem Partner ziemlich wenig Priorität zu haben, ich glaube, das ist es, was dich verletzt. Nicht, dass ein Kind, sein Kind, immer die oberste Priorität haben wird, sondern du zu wenig Priorität hast. Und das kann ich verstehen - absolut!

LG
 
  • #3
Liebe FS,

du schreibst jetzt leider nicht, wie eure Beziehung ist, aber so wie du schreibst, scheint sie nicht gut zu sein. Wenn ja, warum genau? Normalerweise finde ich es gut, wenn für Eltern ihre Kinder die oberste Priorität haben, aber der Sohn deines Mannes ist 40; ein erwachsener Mensch. Dass dein Mann auch jetzt noch Schuldgefühle ihm gegenüber hat, finde ich nicht mehr normal. Und dass dein Mann euer gemeinsames Haus ihm ausbezahlen möchte, ist inakzeptabel, und er scheint dich vollkommen ignorieren zu wollen. Basis für eine gute und gesunde Beziehung ist das sicher nicht.
 
  • #4
Am besten gehst du zu einem Anwalt für Familienrecht und lässt mal deine Prioritäten klären.
Weil mit einem Menschen, der wie dein Mann sich verhält, kann man nicht mehr vernünftig reden.
In diesem Haus stecken ebenfalls deine Leistungen & Werte & Rechte ... und in eurem sonstigen Ehevermögen auch.
Kläre es nun - es ist an der Zeit, dass du dich solchen Themen stellst.

Dein Mann wird charakterlich nicht besser werden!
Wenn der senil wird wird es allenfalls noch schlimmer - manche werden richtig bös gegen ihre Frauen. Je nachdem wie er in seiner Jugend selber geprägt wurde und wie sein schlechtes Gewissen ist und wie seine 'Identifikation' mit 'seinem eigenen Blut' ist ... !
Es ist ja so typisch - solange der Bub klein war, konnte er mit ihn nur wenig anfangen und hat ihn vernachlässigt ... und wenn das Alter dann zwickt und der Sohn selber tolle Leistungen vorweisen kann, will der Alte sich wichtig tun ... der Alte scheint kein friedlicher Mensch zu sein.
 
  • #5
Gestern sagte mein Mann zu mir, dass sein Sohn die wichtigste Person in seinem Leben ist. Und das es so bleiben wird. Und er oberste Priorität hat. Er hat sein Leben immer nach ihm ausgerichtet. Ich stand immer hinten an. Wie ein 5. Rad am Wagen. Dem Jungen war das unangenehm. Aber sein Vater ist unbelehrbar.
Für mich ein absolutes Rätsel, dass du es so lange ausgehalten hast, wenn ich nicht an erster Stelle stehe bei erwachsenen Kindern bei meinem Partner, trenne ich mich unmissverständlich, ohne wenn und aber, was habe ich da noch zu suchen?Keiner möchte das fünfte Rad in der Beziehung sein.
Mein Mann wollte ihm sein Erbe vorzeitig auszahlen. Das möchte ich nicht. Das Haus haben wir zusammen gebaut. Und ich möchte alles so belassen. Ich sagte , er soll warten, bis der Erbfall eintritt. Es wird kein Geld fliessen, noch nicht. Sein Sohn hat einen guten Verdienst, ein eigenes Haus, ist gut abgesichert. Der Sohn will das auch nicht mit dem vorzeitigen Erben.
Das darfst du unter keinen Umständen zulassen, was ist das für ein Mann?
Das mein Mann mir so Krass gesagt hat, dass ich keine Priorität bei ihm habe, hat mich sehr verletzt. Ich ging auf Abstand und überlege ob das alles noch Sinn macht.
Was mein Ihr ?
Als ich dein Beitrag hier gelesen habe, habe ich einen Herzschmerz empfunden mit einem ganz negativen Gefühl. Bleib nicht bei so einem A***Mann, das macht 1. wirklich keinen Sinn, zweitens machst du dich kaputt, drittens hast du ständig schlechte Gefühle, kein Vertrauen, keine Liebe, gar nichts, was soll man da noch bleiben, egal bei welchem Alter, lass dir den Rest deines Lebens nicht versauen durch diesen Typen!!
 
  • #6
Dein Mann hat nicht gesagt, dass Du keine Priorität hast. Sein Sohn hat die höhere. Das ist normal, ich habe auch noch nie eine Frau getroffen, bei der die Kinder nicht an erster Stelle standen.

Dass er euer gemeinsames Vermögen verteilt, geht natürlich nicht.
 
  • #7
Liebe FS,

ihr habt einen Ehevertrag? Habt ein Berliner Testament? Mach dich rechtskundig und sei deinem Mann dankbar, dass er dich mit seinen klären Äusserungen deutlich vorgewarnt hat. Allen Ernstes so tun zu wollen, dass du als Ehegattin juristisch nicht existierst, wird sowieso nicht funktionieren. Als 2. Ehegattin meines Mannes habe ich mit 5 pubertierender Menschen und jungen Erwachsenen vor 20 Jahren zu tun bekommen. Ohne eindeutiges Bekenntnis zu mir hätte ich meinen Mann nicht genommen.

Ich wünsche dir, dass du dich informierst und die für dich richtigen Gespräche führst und Entscheidungen triffst.
 
  • #8
Ich finde dein Schreiben wenig schlüssig. Erst schreibst du bezüglich des Sohnes,
Er hat sich damals nicht um den Jungen gekümmert.
dann erklärst du,
Er hat sein Leben immer nach ihm ausgerichtet. Ich stand immer hinten an.
Also immer kann daher schon mal nicht sein.

Ich frage mich, warum er sich in der entscheidenden Zeit, also nach der Trennung, nicht um seinen Sohn gekümmert hat. Das ist doch die Zeit, wo der Sohn den Vater gebraucht hätte. Kanntest du deinen Mann da schon? Wie lange seid ihr zusammen, warum hast du ihn geheiratet, wenn du "immer" nur das 5. Rad warst und warum stört dich das erst jetzt?

Was das Erbe und das Geld angeht: Das ist Sache deines Mannes und seines Sohnes. Ich finde es gar nicht verkehrt, das zu Lebzeiten zu regeln, denn sonst müsstest du ja den Sohn auszahlen, wenn deinem Mann etwas zustoßen sollte und du in dem Haus wohnen bleiben möchtest.
 
  • #9
Das sieht nach einer komplizierten Situation aus die einer professionellen Beratung bedarf. Ich würde mich an so jemand wenden, noch ehe die Gräben zu tief werden. Wäre doch schade, wenn man alles noch retten könnte und es gar nicht erst versucht, oder?
 
  • #10
Ihr seid seit vielen Jahren verheiratet ?
Selbst wenn du nie etwas zum Haus finanziell beigetragen hast, gehört dir dennoch grundsätzlich der Zugewinn, den es in dieser Zeit erfahren hat. Ich tippe, es gehört dir ohnehin zur Hälfte.
Ich glaube, aber da bin ich mir nicht sicher, auch dann, wenn du nicht mit im Grundbuch stehst, was du aber wahrscheinlich tust.

Wenn der Erbfall eintritt, erbst du von seiner Hälfte die Hälfte, das Haus gehört dir dann zu dreiviertel.
Sein Viertel kann der Sohn verlangen, was bedeutet, dass du das Haus verkaufen müsstest, wenn du es ihm nicht anderweitig geben kannst.
Dein Mann will dem Sohn das Haus aber nicht vererben, sondern jetzt überschreiben, das wäre dann eine Schenkung.
Er kann dem Sohn seine Hälfte schenken. Du müsstest dann das Haus verkaufen, um ihm seine Hälfte zu geben und ihr beide müßtet ausziehen.
Wenn ihr später, aber spätestens innerhalb von 10 Jahren irgendwelche staatlichen Leistungen bräuchtet, z. B. Wohngeld, weil euer Verdienst für ein Mietwohnung nicht reicht, oder auch Kosten, die durch Pflegebedürftigkeit entstehen, würde die Schenkung rückabgewickelt, der Sohn müsste bezahlen.
Ach nein, du hast ja noch das Geld vom halben Haus und bist mit dem Mann verheiratet. DU müsstest das bezahlen.

Ich denke, du solltest mal ein paar Hunnis in die Hand nehmen und dich von einem Anwalt aufklären lassen, welche Konsequenzen die Schenkung für alle drei Beteiligten hätte. Ich denke, für alle keine guten.

Ach ja, dein Kernproblem ist dein Platz in der zweiten Reihe, wäre mir fast entgangen.
Das ist bitter und gleichzeitig völlig normal.
Lediglich dass dein Mann es dir so brutal sagt, dürfte von der Norm abweichen, aber denken tun das sicher nahezu alle Leute mit leiblichen Kindern und neuen Partnern, ich auch.

w 51
 
  • #11
»dem Jungen«??? Als erstes würde ich, an deiner Stelle, den 40jährigen Sohn meines Partners nicht »den Jungen« nennen. Das zeigt ein bisschen, dass du immer bereit warst, diesen längst erwachsenen Sohn als abhängig und unselbständig zu betrachten. Und damit hast du die Haltung deines Mannes wunderbar unterstützt.

Heute, 30 Jahre nach der Scheidung von der Mutter seines Sohnes, sollte dein Mann erwachsen genug sein, die Realitäten zu sehen, sich endlich abzunabeln. Der Sohn scheint das ja selbst zu wollen (haut aber nicht auf den Tisch, leider).

Rede Tacheles mit deinem Mann. Was nicht bedeutet, dass kein Kontakt zu dem offensichtlich netten Sohn mehr da sein sollte. Aber dass Papa jetzt schon das mit dir erwirtschaftete Vermögen an ihn vererbt, geht gar nicht. Vorausgesetzt, ihr lebt in Gütergemeinschaft ist das rechtlich ohne deine schriftliche Zustimmung nicht möglich.

Schlimm finde ich die Haltung deines Mannes dir gegenüber. Klär das und finde eine Entscheidung, mit der du gut leben kannst. Eventuell ohne deinen Mann.
Gestern sagte mein Mann zu mir, dass sein Sohn die wichtigste Person in seinem Leben ist. Und das es so bleiben wird. Und er oberste Priorität hat.
Diese Bemerkung ist kränkend für dich, aber vielleicht wurde sie in einem unbedachten und sehr emotional aufgeladenen Moment gemacht. Wenn nicht: würde ich noch entschiedener über meinen eigenen neuen Weg nachdenken.
 
  • #12
Das heißt, ihr steht zusammen im Grundbuch? Inwiefern hast Du Dich am Haus finanziell beteiligt? Wie lange seid ihr schon verheiratet? Ich finde Du solltest die wesentlichen Fakten noch nachreichen, damit sich die Foristen ein umfängliches Bild von Deiner Situation machen können.
Kann mir nicht vorstellen, dass Dein Mann so aus dem Nichts einfach das Erbe im voraus ausbezahlen möchte. Wie ist sein Plan danach? Will er aus dem Haus auszuziehen und Du stemmst es dann alleine?
 
  • #13
Hier die FS : ich habe meinen Mann 3 Jahre nach seiner Scheidung kennengelernt. Die Ehe wurde wegen mehrmaligen Fremdgehens seinerseits von seiner Ex beendet. Die Frauen waren wichtiger. Wir lebten erst zusammen und sind über 20 Jahre verheiratet.

Warum er sein Leben nach dem Sohn ausgerichtet hat: erst hat er sich nicht gekümmert. Und dann bei den Besuchwochenenden war ich nicht mehr existent. Es gab nur noch den Sohn.

Das Haus haben wir zusammen gebaut, bzw. erst mal finanziert. Und dann gemeinsam abbezahlt. Wir hatten Vollzeitjobs. Ich arbeite immer noch Vollzeit beim Amt. Er arbeitet nicht mehr.

Testament gibt es keins. Weil er seinem Sohn alles vererben will. Damit bin ich nicht einverstanden. Wir stehen beide im Grundbuch.

Ich bin ratlos, auch weil es Nähe/ Distanzmäßig nicht passt.
 
  • #14
Ich hab es nicht so verstanden, dass die FS Angst hat, selbst Geld zu verlieren sondern das ihre Zukunft nicht zu interessieren scheint.

Und das scheint der Sohn eher zu begreifen, nur der Ehemann nicht.

Es gibt bei uns auch eine festgelegte Erbfolge.
Großeltern gebaut, das Haus ging an meine Mama, später an mich und dann an meine Jungs.
Ehepartner können nichts davon erben, was ok ist, da es ja schon vorher existierte und nicht gemeinsam finanziert wurde.

Aber es ist das Zuhause meines Adoptivvaters und somit hat er von mir und meinen Söhnen das Wohnrecht bekommen.
Das hat was mit Liebe zu tun, dass man jemanden nicht seines Umfelds beraubt und schon gar nicht im Alter.

Hier ist für mich der Knackpunkt, dass kein Gedanke verschwendet wird, was es für die FS heisst.
Unabhängig wie hoch ihr eigener Anteil an diesem Haus ist.
Mindestens die Hälfte ist weg und sie kann damit sehen wo sie bleibt.
Ihre Absicherung scheint nach 30 Jahren nicht zu interessieren und das empfinde ich als lieblos.

Wäre ich 30 Jahre mit einem Mann zusammen, dann möchte ich nicht, dass es ihm schlechter geht im Alter, wenn ich nicht mehr da bin.
Meine Kinder auszahlen und er guckt dumm aus der Wäsche, würde ich nicht tun.
Und nenne das auch nicht Liebe...

Eigentlich schade, dass man nach 30Jahren nicht einfach so gehen kann.
Denn hier fände ich es gesund!
Anteil nehmen, Servus sagen und nicht mehr regelmäßig unter der Lieblosigkeit leiden.
 
  • #15
Testament gibt es keins. Weil er seinem Sohn alles vererben will. Damit bin ich nicht einverstanden. Wir stehen beide im Grundbuch.
Bevor Du am Rad drehst - die Hälfte gehört ja Dir.
Und gibt es kein Testament, dann ist es die gesetzliche Erbfolge - von seiner Hälfte 1/2 Dir, 1/2 dem Sohn.
Sollte er ihn als Alleinerbe einsetzen, dann ist 1/4 des Wertes des 1/2 Hauses Dein Pflichtanteil. Pflichtanteil muss ausbezahlt werden.

Aber Ihr solltet mal vernünftig miteinander reden, ggf. moderiert.

W,49
 
  • #16
Noch einmal: falls ihr keine Gütertrennung (die muss schriftlich von einem Notar bestätigt sein) habt, gehört alles in eurem gemeinsamen Haushalt zur Hälfte dir. Das Haus sowieso, denn du stehst mit im Grundbuch.

All dies kann deine Ehemann nicht ohne deine (schriftlich beim Notar hinterlegte) Unterschrift ändern. Somit kann er auch nicht »vorab« Dinge an seinen Sohn vererben, ohne dass du deine Einwilligung gibst.

Erkundige dich aber vorsichtshalber bei einem Anwalt/Notar was er ohne deine Einwilligung anrichten kann - und was genau dir zusteht. Solltest du ausziehen, muss er dir die Hälfte des Hauswertes ausbezahlen, bzw. die Hälfte der Summe, die ein Verkauf einbringt. Weigert er sich, kannst du eine Zwangsversteigerung beantragen (bringt zwar Verlust, aber wenn du sonst nicht an das Geld herankommst ...). Dagegen kann er sich nicht wehren, er kann bestenfalls selbst sein (gesamtes) Haus ersteigern und du bekommst deinen Anteil.

Für mich fühlt sich euer Verhältnis zueinander nicht gut an. Überlege dir (und lass dir beraten!!), welche Beweis-Unterlagen du brauchst, bevor dein Mann anfängt, solche vor dir zu verstecken. Du schaffst dein Leben auch ohne ihn, vermutlich wirst du es nach einer gewissen Zeit sehr mögen und nichts bereuen. Ich drücke dir die Daumen (auch wenn das leicht daher gesagt wirkt).
 
  • #17
Ich sehe es im beruflichen Umfeld häufiger, dass schon vor dem eigenen Ableben ein Teil des Erbes an die Kinder verschenkt wird. Vermutlich eher aber aus anderen Gründen als bei euch. Außerdem erfolgt die Gestaltung der Erbfolge mit anwaltlicher Begleitung um unausgegorene Vorschläge wie bei euch zu verhindern.

Die anderen haben es schon geschrieben: da du im Grundbuch stehst, seit ihr beide Eigentümer des Hauses. Dein Mann kann über deine Hälfte nicht verfügen (über seine u.U. jedoch auch nicht so einfach).

Lasst euch beide zusammen anwaltlich beraten und das Für und Wider einer vorweggenommenen Erbfolge durchgehen. Ich gehe davon aus, dass dein Mann lebenslanges Wohnrecht haben sollte. Das klärt seine Position, aber noch lange nicht deine. Die wäre weiterhin undefiniert in diesem Dreiecksverhältnis. Verschenkt er seine Hälfte, verkompliziert er die Verhältnisse untereinander. Es müsste einiges geregelt werden um das wieder zu entwirren und einen späteren Streit um das Haus zu vermeiden. Da hat dein Mann leider nicht bis zu Ende gedacht. Deswegen lasst euch anwaltlich über die Schenkung und auch über ein etwaiges Testament beraten.

Ich bin ratlos, auch weil es Nähe/ Distanzmäßig nicht passt.
Da liegt wohl der eigentliche wunde Punkt. Du schreibst nichts konkretes, aber ihr habt einiges zu besprechen.
 
  • #18
Das Nähe / Distanz Problem ist so: ich bin anhänglich, treu und emotional. Er ist distanziert, kühl,emotionslos, freiheitsliebend und sieht sich eineengt, weil er monogam lebt. Er meinte, er ist so und es wird sich nichts ändern.

Ich bin gegen eine vorzeitige Verteilung des Erbes. Das weiß er und hat sich beleidigt zurückgezogen. Sein Sohn stimmt mir zu.

Und die Prioritätenliste bleibt bei ihm wie sie ist. Ich habe weder Wichtigkeit noch Wertigkeit.

Macht das noch Sinn ?
 
  • #19
Warum eigentlich kommt ihr nicht auf das Naheliegende?
Lasst euch juristisch beraten, es gibt einige Möglichkeiten, das Erbe zu fixieren. Testament ist nur eine davon, Erbvertrag würde euch vielleicht besser gefallen.
Ich kann mir schon vorstellen, was dein Mann befürchtet. Wenn er zuerst stirbt, nimmst du dir einen neuen Mann und das Erbe seines Sohnes ist "am Arsch". Ist es das, macht einen Erbvertrag. Dieser ist dann bindend.
Lasst euch aufzeigen, was ihr machen könnt. Ohne gekränkt zu sein.
 
  • #20
Oh je, du Arme.
Zum Mann:
Das klingt schwierig- ungern treu ist für mich wie untreu. Es wäre mir nicht wichtig, ob dem Handlungen folgten, da zählt die Einstellung eines Menschen- und die ist hier betrüblich. War sie allerdings auch schon, als du ihn kennenlerntest, über sein Verhalten vor der Trennung von seiner ersten Frau informiert worden bist.
Mit einem kühlen oder emotionslosen Mann würde ich nicht leben wollen- ein unterschiedliches Nähebedürfnis (in Bezug auf die tatsächlich verbrachte gemeinsame Zeit) ist schon schwierig genug auszubalancieren. Hier kommt noch die unfreiwillige Monogamie hinzu. Das klingt nicht gut-
Andererseits: Schwierige Zeiten macht jedes Paar durch. Auch kommt nicht jeder Mann mit dem eigenen Alter, der 60 oder 65 zurecht. Je nach Charakter macht sich die Unzufriedenheit dann am falschen Ort, am Partner, Luft.

Zum Haus:
einerseits verstehe ich ihn, dass er das Haus dann, wenn ihr beide nicht mehr lebt, in den Händen seines Sohnes sehen möchte.
Andererseits könntest du dir, wenn gesundheitlich schwierige Jahre kommen, von deiner Hälfte auch eine Bezuschussung zur Altersrente, zur Wohnsituation im Pflegefall selbstbestimmt finanzieren.
Nur 400.000 Euro lassen sich vom Vater auf den Sohn steuerfrei vererben, danach wird Erbschaftssteuer in Höhe des Maximalsteuersatzes fällig (bei Nichtverwandten ist die Grenze noch viel niedriger.) Andererseits kann man diese Summe alle 10 Jahre vererben. Es gilt, so weit ich als Laie das in Erinnerung habe, auch leider steuerrechtlich nicht als Schenkung zum Schenkungstag, wenn sich der Schenkende noch ein lebenslanges Wohnrecht ausbedingt.
Mit etwas gutem Willen und fachlicher Beratung könnte man da noch eine steuerlich günstige und für dich praktikable Regelung finden-

andererseits könntet ihr das Haus jetzt verkaufen, euch die Summe teilen, falls du dich doch lieber trennen würdest.
Denn verliebt klingst du nicht mehr, nur tief enttäuscht.
 
  • #21
Das Nähe / Distanz Problem ist so: ich bin anhänglich, treu und emotional. Er ist distanziert, kühl,emotionslos, freiheitsliebend und sieht sich eineengt, weil er monogam lebt. Er meinte, er ist so und es wird sich nichts ändern.
Da ist das Erbe doch ein Nebenschauplatz, oder? Ein Mann, der sich wegen Monogamie eingeengt fühlt und den seine Frau wegen mehrfachem Fremdgehen rausgeworfen hat? Wie war denn die Beziehung an sich bisher? Ist das eher das Problem?

Ich bin gegen eine vorzeitige Verteilung des Erbes. Das weiß er und hat sich beleidigt zurückgezogen. Sein Sohn stimmt mir zu.
Rein rechtlich hilft eine Erstberatung beim Anwalt. Alleine, nicht gemeinsam. Was kann er tun, wie kannst Du Dich absichern?

Ich sehe nicht so recht den Grund für ein vorzeitiges Erbe. Ist es eine Geste, um den Sohn zu binden? Geht es um Geld oder die Immobilie? Eine vorzeitige Verteilung hat meines Wissens steuerlich bei einem normalen Haus eher keine Vorteile, im Fall von Pflege schon. Verfügen kann der Sohn doch sowieso nicht richtig. Hast Du Kinder? Wie siehst Du eine Erbregelung aus Deiner Sicht? Rein formal dürfte der Sohn die Hälfte vom Vater erben, Du die andere.
 
  • #22
Das ist auch so. Ich bin desillusioniert. Vom Himmel auf die Erde gefallen. Und anhänglich wie ich bin ,habe ich hier einen M. Freeze.
Aslo auch nix. dazu kommt dann noch ,dass er ander Frauen, vorrangig junge Frauen , anglotzt ,anstiert. Peinlich.

Und wegen dem Erben: der Sohn soll warten, bis es an der Zeit ist. das habe ich auch so mit ihm besprochen, nach dem er damit zu mir kam.Er war einverstanden.
Mein Mann hat nicht viel Rente. Ich habe nie einen Unterschied gemacht zwischen mein und dein . Aber bei 6- Stelligen Summen in großer Höhe schaue ich genau hin. Ich habe noch ein paar Jahre zu arbeiten und bekomme dann Pension. Nach 40 Jahren Dienst im Amt.

Mein Erbgeld ist da auch drin. Von ihm gab es dazu seine Unterschrift. Kein Geld . Nichts.

Ich lass mich beraten. Weil ihm nicht mehr traue.
 
  • #23
Natürlich hat ein vorgezogenes Erbe für den Sohn gewaltige Vorteile, ermöglicht im extremen Fall sogar erst, dass das Haus im Erbfall nicht verkauft werden muss:

Im gesetzlichen Erbfall beim Tod des Ehemanns hätte die FS dann 3/4, der Sohn 1/4. Auf alles, was die FS ihm jemals weitervererben sollte, müsste er Steuern zahlen- nur 20.000 Euro wären davon ausgenommen. Das könnte im konkreten Fall den Verkauf des Hauses erzwingen. Insofern verstehe ich den Mann schon.

Setzt der Vater den Sohn für sich als Alleinerbe ein, bekommt die FS zu ihrer Hälfte nur noch 1/8 des Hauses als Pflichtteil, macht zusammen mit ihrem Teil 5/8 des Hauses,
der Sohn erhält 3/4 der Hälfte, also 3/8.

Wenn der Vater dem Sohn die ihm eigene Hälfte dagegen komplett vorzeitig überschreibt, mit Einverständnis der FS, erhält der Sohn 1/2, also 1/4 "Haus" mehr als bei der gesetzlichen Erbfolge bzw. 1/8 Haus mehr als bei der Erbfolge als Alleinerbe.

Wenn der Vater seinem Sohn die eigene Hälfte überträgt und der Wert unter 400.000 liegt, die FS dann ihrem (Noch-) Mann die Hälfte ihrer Hälfte überträgt (innerhalb der Ehe, glaube ich (als Laie), auch steuerfrei möglich), der Vater dann in einem bestimmten Zeitabschnitt nochmal seinen Teil an den Sohn abtritt, können 3/4 des Hauses steuerfrei an die nächste Generation übertragen werden. Diesen Prozess könnte man natürlich noch wiederholen oder dem Mann einen höheren Anteil am Besitz der FS übertragen bis zu dem Fall, das Haus nach und nach ganz dem Sohn zu überschreiben.

Nebenbei: Würde ich bei diesem Mann nie machen, ich würde mich trennen.
 
  • #24
Er meinte, er ist so und es wird sich nichts ändern.
... Das weiß er und hat sich beleidigt zurückgezogen.
...Ich habe weder Wichtigkeit noch Wertigkeit.
Macht das noch Sinn ?
Das kannst nur du entscheiden.
Alles abwägen.
Z.B. ob es dir nichts ausmacht, abends allein auf der Couch zu sitzen.
Nach Hause zu kommen und da ist niemand.
Für niemanden zu sorgen.
Eine Nachbarin bitten zu müssen, dir ein Nachthemd ins Krankenhaus zu bringen.
...
Keine Ahnung, vielleicht hältst du die Kälte und Lieblosigkeit aus, weil der Alltag gut klappt oder so.

Für mich wäre das nix und die Sache ganz glasklar: es macht keinen Sinn.
Ich bin aber auch gerne allein.
Und ich bin ins Selbständigsein reingewachsen, da habe ich leicht reden.

Ich würde keine Sekunde mit jemandem zusammen sein, dem ich nicht wichtig bin.
Ich würde ihn bitten, mich auszuzahlen, ersatzweise verkauft ihr das Haus und du nimmst deine Hälfte.
Dann kaufst du dir eine schnucklige zwei-Zimmer-Wohnung und machst in der, was du willst.
Ihr laßt euch scheiden und du machst künftig, was du willst.
Und dein zukünftiger Ex-Mann kann seinem Sohn weiter unerwünscht in den A*** kriechen, ihm seine Hälfte des Hauses schenken und dann was Kleines mieten.

Ich bin ein Freund von Nägeln mit Köpfen, aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass du das durchziehst. Nachdem du so viele Jahre mit dem Mann zusammen warst und nach und nach 'gelernt' hast, dich zurückzunehmen.
Du müsstest jetzt selbständig, unabhängig, also erwachsen werden und das ist sicher nicht so leicht, wenn man schon etwas älter ist.
Steht's irgendwo ? Ich glaube nicht...ich tippe, du wirst Anfang 60 sein, richtig ?
Schwer, jetzt groß zu werden. Ich drücke die Daumen, dass du es schaffst. 20 Jahre sind zu lange, um so noch weiterzuleben.
Mein Erbgeld ist da auch drin. Von ihm gab es dazu seine Unterschrift. Kein Geld . Nichts.
Könntest du das noch mal erklären ?
Ich ging davon aus, dass ihr das Haus gemeinsam angeschafft habt oder gar, dass er mehr oder alles bezahlt hat, weil du z.B. nicht gearbeitet hast.
Ok, jetzt weiß ich, du bist solvent und er nicht.
Verstehe ich dich richtig, dass du das Haus allein bezahlt hast ? Nun, wenn es in der Ehe erwirtschaftet wurde, steht ihm trotzdem die Hälfte zu, allerdings abzüglich des Teils, den du aus deinem Erbe bestritten hast.
Was meinst du mit 'er gab seine Unterschrift' ? Er steht im Grundbuch ?
Und noch mal zur Scheidung, die ich mir für dich vorstellen könnte: wenn seine Rente zum Leben zu wenig ist, kann es sein, dass du auch als Geschiedene bis zum St.-Nimmerleinstag für ihn bezahlen musst.
Ich lass mich beraten. Weil ihm nicht mehr traue.
Und zwar schleunigst. Kann sein, dass du dich gehörig auf den Hintern setzt. Ich drücke dir fest die Daumen, dass du aus der Nummer glimpflich rauskommst.

w 51
 
  • #25
Das ist auch so. Ich bin desillusioniert. Vom Himmel auf die Erde gefallen. Und anhänglich wie ich bin ,habe ich hier einen M. Freeze.
Aslo auch nix. dazu kommt dann noch ,dass er ander Frauen, vorrangig junge Frauen , anglotzt ,anstiert. Peinlich.

Und wegen dem Erben: der Sohn soll warten, bis es an der Zeit ist. das habe ich auch so mit ihm besprochen, nach dem er damit zu mir kam.Er war einverstanden.
Mein Mann hat nicht viel Rente. Ich habe nie einen Unterschied gemacht zwischen mein und dein . Aber bei 6- Stelligen Summen in großer Höhe schaue ich genau hin. Ich habe noch ein paar Jahre zu arbeiten und bekomme dann Pension. Nach 40 Jahren Dienst im Amt.

Mein Erbgeld ist da auch drin. Von ihm gab es dazu seine Unterschrift. Kein Geld . Nichts.

Ich lass mich beraten. Weil ihm nicht mehr traue.
Sorry, liebe FS. Du hast aber lange gebraucht, um deinen "Mann" richtig zu erkennen. Es klingt hart, aber jeder, auch Frau ist für ihr Glück selber verantwortlich. Der erste Fehler war schon, einen Mann zu heiraten bzw. sich als "Partner" zu nehmen, der wegen Fremdgehen von der Ex-Ehe-Frau raus geschmissen wurde.

Dazu rechne ich mal: Wenn du mit dem Mann 30 Jahre zusammen bist und noch einige Jahre brauchst, um deine 40 Dienstjahre im Amt zu haben, dann vermute ich mal, dass euch Altersmässig noch einige Jahre trennen. Du also sehr jung warst, als ihr zusammen gekommen seit, er um einiges älter. Ist dem so?

Ich vermute mal, dass du neben deiner Berufstätigkeit in Vollzeit auch noch den gesamten Haushalt allein machst. Ist es so?

Ich kann nur sagen: für mich wäre der Ofen sofort kalt, Trennung, er soll dich wegen dem Haus auszahlen und du fängst ein neues Leben an. Wenn du nämlich Pech hast, wird er über kurz oder lang zum Pflegefall, das wird sehr teuer, vielleicht muss da Haus verkauft werden, oder ein Erspartes, sofern du überhaupt was ansparen konntest und du hast dann die A...-Karte und dein Mann ist fein raus.

Der andere Weg zum Rechtsanwalt zu gehen usw. wird, so wie du dich hier als Persönlichkeit beschreibst, dir wenig gelingen. Dazu hast du nicht die Traute und nicht den Willen. Hättest du das, wärst du niemals in so eine Situation gekommen und hättest hier angefragt.

WÜ50
 
  • #26
wenn seine Rente zum Leben zu wenig ist, kann es sein, dass du auch als Geschiedene bis zum St.-Nimmerleinstag für ihn bezahlen musst.
Auch hier würde ich mich umfassend anwaltlich beraten lassen: Wenn er das Geld aus dem Hausverkauf für seine Rente anlegen würde, hätte er natürlich selbst genug für das Alter. Wenn er das Geld jedoch versteckt, verschenkt etc., könnte die Sozialkasse wieder auf die FS und den Sohn zukommen. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, das zu verhindern- ich kenne nur keine.

Ich würde ihn bitten, mich auszuzahlen, ersatzweise verkauft ihr das Haus und du nimmst deine Hälfte.
Dann kaufst du dir eine schnucklige zwei-Zimmer-Wohnung und machst in der, was du willst.
Ihr laßt euch scheiden und du machst künftig, was du willst.
Du müsstest jetzt selbständig, unabhängig, also erwachsen werden und das ist sicher nicht so leicht, wenn man schon etwas älter ist.
Beidem schließe ich mich an.
 
  • #27
Mein Mann hat nicht viel Rente. Ich habe nie einen Unterschied gemacht zwischen mein und dein.
Im Falle einer Scheidung wird auch da entsprechend geteilt. Die dringende Empfehlung, Dich fachlich kompetent beraten zu lassen, ist ja schon mehrfach formuliert. Dies ist kein Juristenforum...

Wird im Rahmen des Zugewinnes wieder rausgerechnet.