• #1

Mein Wohlergehen an erster Stelle - Habe ich richtig gehandelt?

Liebes Forum, ich frage mich ob ich richtig gehandelt habe.
Zur Geschichte: Ich (36) lernte vor ca 1 Monat einen Mann(44) kennen, gegenseitiges Gefallen, mehrere Dates an den letzten 4 Wochenenden, aber immer nur kurz, hatten fantastischen Sex etc. Wohnen ca 250 km entfernt, für mich stellt das kein Problem dar, da ich eine schöne 4 Tage Woche habe und an diesen 4 Tagen sowieso nur am arbeiten bin. Jetzt kommen die Probleme, an meinem Ort wohnt seine todkranke Mutter, diese wird an jedem Wochenende besucht und gepflegt, Sa und So, Freitag sehen wir uns immer und Samstag Abend kurz, den Rest verbringt er mit Ihr. Er hat sich erst vor ein paar Monaten selbständig gemacht, ich habe das schon vor 10 Jahren, wir sind in einem sehr ähnlichen Beruf. Er macht auf mich den Eindruck sehr frustriert zu sein, und irgendwie wächst ihm alles über den Kopf, habe angeboten ihm zu helfen etc.. Nach 4 Wochen wo ich langsam gesehen habe dass er wahrscheinlich so bleibt habe ich ihm gesagt dass es für mich einfach nicht schön ist so, und dass wenn er wieder den Kopf frei hat für irgendetwas sich wieder melden kann, ich ihn toll finde, attraktiv, intelligent und dass er ein Mann wäre in den ich mich verlieben kann. Habe ich richtig gehandelt? Meinen Egoismus und Wohlergehen an erste Stelle zu setzen?
 
E

EarlyWinter

Gast
  • #2
ich ihn toll finde, attraktiv, intelligent und dass er ein Mann wäre in den ich mich verlieben kann.

Aber wohl nur in "guten Zeiten", liebe FS? Mit dem Ergebnis, dass wann auch immer es ihm wegen was auch immer wieder schlecht geht, Du ihn in die Wüste schickst und er sich erst wieder melden soll, wenn es ihm wieder gut geht?
Natürlich ist es legitim, wenn Du Dein Wohlergehen an erster Stelle stellst und der Zeitpunkt ist umso günstiger für Beide weil es noch nicht so lange läuft. Aber erzähle ihm nicht, Du könntest Dich in ihn verlieben, denn das ist schlichtweg nicht wahr. Sonst würdest Du ihm beistehen in dieser schlimmen Zeit.
Wobei ich mir vorstellen kann, dass er - wenn er nicht ganz doof ist - weiß, was los ist. Jemand, der angeblich mit mir eine Beziehungsanbahnung starten will und mir dann sagt, ich soll mich aber erst melden wenn in meinem Leben keine Probleme mehr existieren, braucht weder als Partner noch als Freund je wieder ankommen. Würdest Du selbst denn einen Partner nur für gute Zeiten wollen, der sich verabschiedet sobald es Dir schlecht geht?
Wie gesagt, das ist Dein gutes Recht, ihm nicht beizustehen, Du musst da auch kein schlechtes Gewissen haben, denn an der Stelle hast Du ihm zumindest nichts vorgemacht! Aber dann sei ehrlich zu Dir selbst und auch zu ihm auch was den Rest angeht.
 
  • #3
Da ich diese Situation in der dein Exfreund steckt inzwischen mehr oder weniger schon seit Ende 99 kenne, kann ich dir versichern das du richtig gehandelt hast. Menschen wie du die kein echtes Verständnis dafür haben, weil sie das entweder anders geregelt haben (Heim) oder gar nicht kennen, sind auf Dauer eine Belastung. Für dich ist es auch nicht gut. Niemand der in so einer deprimierenden Situation steckt hat Lust sich ständig verstellen zu müssen. Du bist es nicht und kannst es nicht. Dir fehlt dafür einfach alles. Ich verspreche dir hiermit, dass er sich sicher nicht für dich jetzt den Kopf mal eben fei machen wird, weil das nämlich nicht geht. Ratschläge wie "du musst dich davon lösen" oder "Du brauchst mal Abstand", kommen von unbedarften Menschen die selber nicht betroffen sind zuhauf. Menschen wie dich die so aggressiv handeln oder patzig werden (das kam öfters vor) habe ich mir sehr gut gemerkt. Auch die, die Mitgefühl hatten und geholfen haben. Für dich war es richtig deinen Egoismus den dir sicher bald die große Mehrheit als gesund und richtig darstellen wird drüber zu stellen. Für ihn war es das auch. Besser früher als zu spät. w48
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #4
Du schreibst, dass ihr 250 Km auseinander wohnt.Schreibst auch, dass seine todkranke Mutter in Deinem Wohnort wohnt, also kommt er doch zu Dir? Also...wenn ich so verliebt wäre wie Du, ich würde mit ihm reden! Natürlich muss es allen gut gehen. wenn er seine todkranke Mutter pflegt, ok, das könnte ich verstehen.Wie ist das denn das Verhältnis zu seiner Mutter? Sie ist todkrank, vielleicht möchte er ihr die letzte Zeit so erträglich machen? wenn er frustriert wirkt, hat er vielleicht Sorge, dass Du ihn verlassen könntest? Stärke ihm den Rücken! Das ist so ein Gefühl, was ich habe.Du kennst ihn besser, aber stehe ihm bei! Alles Gute für Euch beide!
 
  • #5
@gast_w: Warum sagst du zur FS, sie "handle so aggressiv"????

Ich sehe keine Aggressivität in ihrer Entscheidung.....immer diese übertriebenen Verurteilungen, mir geht das schon ziemlich auf die Nerven in diesem Forum, so viele frustrierte Menschen wie hier gibt's ja selten wo......
 
G

Gast

Gast
  • #6
Ich denke, es wäre sowieso nichts geworden zwischen euch, denn wenn man sich in so einer schwierigen Phase des Lebens kennenlernt und einem jemand plötzlich beisteht, der einem vorher völlig fremd war, dann ist das das Thema der Beziehung, was die "Rollen" festlegt. Du die unterstützende Hand, er derjenige, der mit sich und seiner Trauer beschäftigt ist.
Dieses Muster dann wieder loszulassen, schaffen nur sehr reflektierte Menschen, die dann auch noch gut zusammen passen müssen per Zufall.
Ich seh das ein bisschen so wie bei Männern, die sich gerade scheiden ließen. Oder langjährige Geliebte. In die Köpfe hat sich eingeschlichen, auf wen Rücksicht genommen wird und wer sagt, wie es langgeht, eben aus diesen Stressgründen. Wenn das dann eine andere Beziehung werden soll, müssten die sich völlig neu kennenlernen und gucken, ob sie sich überhaupt noch wollen. Und wenn man sich ansieht, wieviele dann die Geliebte NICHT zu ihrer Partnerin machen oder diese Übergangsfrau nach der Ehe alsbald wieder loslassen, ist klar, dass viele sich nur für dieses "Ding" zusammengefunden hatten und eine normale Beziehung keine Chance hat.

An sich finde ich es nicht falsch, wenn man weiß, was man will, und wenn man dann merkt, dass es nicht funktioniert, wie man es gern hätte, loslässt. Das ist natürlich immer ein Abwägen und eine Frage, wie erwachsen und kompromissbereit man ist. Dass es Menschen gibt, die nicht gelernt haben, dass der andere nicht zur Bedürfniserfüllung existiert, ist auch klar.

Aber sich einen Monat kennen und dann gleich voll mit einsteigen in die privaten Probleme eines anderen, wäre für mich keine Basis für das Entstehen einer Liebesbeziehung.
 
  • #7

Erinnerst du dich, an welchem Ort man sich das mit den guten und schlechten Zeiten verspricht ?
Vor dem Traualtar !
Ganz sicher nicht vor dem ersten date.
Wenn der geliebte Mann im Laufe einer langen ernsthaften Beziehung in schlechte Zeiten kommt, halten wahrscheinlich die meisten Frauen zu ihm, aber man startet doch nicht eine Beziehung in schlechten Zeiten.
Außer wenn man unter dem Helfersyndrom leidet und sich gerade zu Menschen in Notlagen hingezogen fühlt.

Liebe FS, verstehe ich dich richtig ? Du kennst den Mann erst seit vier Wochen ?
Er fährt jedes WE die 250 km in deine Stadt, weil da seine totkranke Mutter wohnt.
Wird er auch noch kommen, wenn sie tot ist ? Wie geht es dann mit euch weiter ?
Er kommt am Freitag, dann seht ihr euch und noch ein bißchen am Samstag. Und dann verbringt er den Hauptteil des Samstags und den ganzen Sonntag bei der Mutter ? Sei mir nicht böse, aber
a ) glaube ich das irgendwie nicht. Joa, kann schon sein, dass er die ganze Zeit in ihrem Haus ist, aber er hält sicher nicht die ganze Zeit ihre Hand. Wahrscheinlich sieht er fern oder sowas.
b ) hört sich das für mich nicht so an, als verzehre er sich in Sehnsucht nach dir.

Könnte es sein, dass er sich die sicher nicht nur angenehmen Wochenenden bei der Mutter mit einem schönen Abend bei dir versüßt ?

Nun ist er noch dazu in beruflichen Schwierigkeiten und du überlegst, ob du ihm da helfen solltest bzw. ob du eine Egoistin bist, wenn du es nicht tust ?
Ihr kennt euch vier ( ! ) Wochen. Das ist gar nichts. Nichts was dich zu irgendetwas verpflichtet.
Definitiv sehe ich nicht dich an der Stelle, zu überlegen, ob da jemand nur sein Wohlergehen sieht.

w 47
 
G

Gast

Gast
  • #8
Was heißt hier richtig oder falsch!

Ich verspreche es Dir! Der Mann wird sich bei Dir nicht melden, wenn es ihm besser geht.

In der Woche macht die Pflege sicher ein Pflegedienst. Eine neue Selbständigkeit aufzubauen, einen kranken Menschen zupflegen und dann noch eine Beziehung aufzubauen, ist sicher kaum zu schaffen - wenn der potenzielle neue Partner nicht mitzieht.

Ich würde mich auf so einen Mann in der Situation nicht einlassen, weil es mir einfach nichts bringen würde und der Mann mir für so ein Opfer noch nicht genug bedeutet.
 
  • #9
hatten fantastischen Sex etc. ... wenn er wieder den Kopf frei hat ... er ein Mann wäre in den ich mich verlieben kann.

Falsche Reihenfolge! Erst den Menschen so akzeptieren wie er ist. Dann verlieben. Dann Sex. Nicht umgekehrt.

Du könntest Dich in ihn verlieben? Falsch! Du versucst ihn umzuformen, damit er so wird, wie er Deiner Meinung nach sein sollte, damit Du Dich in ihn verlieben könntest. Warum sollte er das tun? Er wäre dann ja nicht mehr er selbst. Du würdest nicht ihn lieben, sondern das Idealbild, das Du Dir geschaffen hast. Der Teil von ihm, der Dich stört (nämlich der fürsorgliche) käme darin nicht vor und dürfte es auch nicht.

Daß man in einer solchen Konstellation und bei dieser Entfernung dann ausgerechnet mit Sex anfängt, mutet wahrhaft seltsam an.

Ja, setze Deinen Egoismus an erste Stelle.
Und laß’ den Mann in Frieden.
 
  • #10
Einen todkranken Menschen, dem man sehr nahe steht, zu begleiten erfordert viel Kraft. Man ist ständig am Limit, kämpft gegen Hoffnungslosigkeit. Ich gehe lieber nicht ins Detail.

Ich kenne die Situation sehr gut und weiss auch, wie unterschiedlich die Menschen um mich herum gehandelt haben (mit Wort oder Tat) und was das letztlich für Konsequenzen für einige sogenannte Freundschaften hatte. Ich kann mit diesen Leuten nichts mehr anfangen; das war keine Freundschaft.

Aber bei dir: Du willst eine unbelastete Beziehung zu dem Mann, der das im Moment nicht leisten kann. Keiner kann voraussehen, wie er nach dem Tod seiner Mutter reagieren wird. Wenn du das nicht aushalten kannst, ist es besser zu gehen. Für beide. Aber ich würde nicht erwarten, dass er zu dir zurückkommt, kann mich aber täuschen.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Schwierig zu sagen, nach 4 Wochen habt ihr auch noch keine Beziehung. Ihr seht Euch immer nur kurz, habt Sex...Er ist verständlicherweise schlecht drauf. Es ist schwierig Menschen in solchen Situationen kennenzulernen, da du nicht weisst ob du ihr Trostpflaster bist und wie sich das Ganze weiterentwickelt, wenn diese Lage vorbei ist. Er bezieht dich auch nicht in die Pflege seiner Mutter mit ein-auch wieder verständlich- da sie todkrank ist und dich nicht kennt, aber so beschränkt sich Euer Verhältnis auf wenige kurze Treffs. Ich finde es verständlich, dass du dich zurückgezogen hast, denn er hat den Kopf woanders und ist m.E. gar nicht in der Lage, sich auf eine Beziehung einzulassen...nimmt aber die Wärme und den Sex gern mit.
 
  • #12
Aber wohl nur in "guten Zeiten", liebe FS? Mit dem Ergebnis, dass wann auch immer es ihm wegen was auch immer wieder schlecht geht, Du ihn in die Wüste schickst und er sich erst wieder melden soll, wenn es ihm wieder gut geht?

Naja ganz ehrlich, die FS kannte den Mann einen Monat.. wer bürdet sich so früh schon sämtliche Probleme des Gegenübers freiwillig auf?
Die meisten sagen ja sogar, dass man nach einem Monat noch nichtmal von richtiger Liebe (oder auch nur Verliebtheit) sprechen kann. Wären die beiden länger zusammen, siehts vermutlich ja ganz anders aus.
Daher denke ich nicht dass du falsch gehandelt hast, FS. Ich würde mir auch ungern schon am Anfang große Probleme antun.

Jemand, der angeblich mit mir eine Beziehungsanbahnung starten will und mir dann sagt, ich soll mich aber erst melden wenn in meinem Leben keine Probleme mehr existieren, braucht weder als Partner noch als Freund je wieder ankommen

Damit hat EarlyWinter aber durchaus recht. Und das ist genauso legitim wie der Wunsch nach einem harmonischen Kennenlernen ohne Probleme.
 
  • #13
Guten Morgen,
ich würde mich eher in einen Mann verlieben und zu ihm halten, der verantwortungsbewusst seine Mutter betreut und die Zeit mit ihr verbringt und würde versuchen, mich mit einzubringen. In solchen Zeiten lernt man Menschen richtig kennen und man kann sich sehr nahe kommen. Man wird wohl kaum einen Menschen treffen, der nicht irgendetwas phasenweise oder dauerhaft zu schultern hat. Du wirst sicherlich auch irgendwann mal davon betroffen sein und nicht grade erfreut, dann solche niederschmetternden Worte zu hören. Dass er überfordert und unzufrieden ist, wundert mich so gar nicht, das wäre ich auch an seiner Stelle und hätte schon längst Startlöcher für die Flucht gegraben...... Schade, um diese Perle von Mann, oder besser so......
 
  • #14
Naja ich glaube du warst mit bder Situation schlichtweg ünerfordert. DU hast versucht für ihn da zu sein konntest es aber nicht. Kein WUnder, solange kennt ihr euch ja auch noch nicht und jemanden zu pflegen ist immer hart. Für mich ist es schon hart die Besuche im Pflegeheim zu absolvieren, weil sie psychisch so anstregend sind. Aber du wirst davon ausgehen müssen, dass du diesen Mann verloren hast, denn er wird sich wenn er mal wieder den Kopf frei hat denken, dass du ein Mensch bist auf den man sich nicht verlassen kann.
 
G

Gast

Gast
  • #15
Jaa, ich kann verstehen, dass die FS hin- und hergerissen ist. Wobei ich natürlich nur vermuten kann, wo genau nun die Probleme liegen.
Ich gehe jetzt mal davon aus (nach einer ähnlichen Erfahrung), dass da Jemand gewisse, sehr dringende finanzielle und/oder rechtliche Verbindlichkeiten arg schleifen lässt und das dies in Zukunft wirklich ernste Konsequenzen haben könnte (?).
Ist er nun wirklich nur aktuell durch die unschöne Lebenssituation so "gelähmt" oder handelt er generell häufiger vollkommen kopf- und verantwortungslos, ist dann natürlich die Frage, die sich stellt. "Frustriert" klingt für mich auch danach, dass gut gemeinte Ratschläge nicht erwünscht sind, nicht beachtet werden und/oder sogar zum Streit führen, zumindest halt zu ordentlich dicker Luft.
Ziemlich genau so hab ich es jedenfalls mal erlebt und ich habe damals auch lieber auf meinen Kopf gehört und mich getrennt.
Ja das Leben ist manchmal verdammt hart und manchmal möchte man am liebsten nur noch den Kopf in den Sand stecken aber es gibt auch Dinge im Leben die einfach erledigt werden müssen. Vor allem der Punkt dass ich permanent den Eindruck hatte, gegen eine Wand zu reden, war dann am Ende ausschlaggebend für meine Entscheidung und ich würde mich durchaus als recht zurückhaltenden Menschen bezeichnen.
 
G

Gast

Gast
  • #16
Liebe Fs,

lass dir nichts erzählen, lass dich hier nicht runtermachen. Ich habe vor einiger Zeit ähnliches erlebt, da war die Mama auch so krank, dann er später auch und hatte daher keine Zeit zu mir zu kommen. Gerne könnte ich aber zu ihm kommen.... Er war ein Egopusher durch und durch. Ständig drehte es sich nur um ihn, aber nicht um UNS.

Dann wurde er immer schlimmer krank, fast arbeitsunfähig, angeblich.

Das sah ich mir wenige Wochen an und verabschiedete mich ähnlich wie die FS von dem Mann, weil wir keine ähnlichen guten Bedingungen haben, um uns ausreichend näher kennenlernen zu können.

Einem fast wildfremden Mann muss ich nicht zur Seite stehen, wenn er Probleme hat. Ein kluger Mann, der soviel um die Ohren hat, der kann sich doch überlegen, erstmal keine Beziehung anzufangen, weil er eh kaum Zeit und den Kopf frei für die Frau hat.

Kurze Zeit später sah ich diesen Mann komischer Weise fit und gesund mit einer neuen Frau an der Hand in meiner Stadt..

w
 
  • #17
Liebe FS,

sich selbst für andere aufzuopfern liegt nicht jedem. Zumal gerade am Anfang einer Beziehung diese Art von Selbstaufopferung nicht deine Aufgabe sein kann. Wozu auch!? Gutmütigkeit, Liebe über alle Register kann man in den ersten Wochen nun mal nicht erwarten. Ständig die kranke Mutter im Kopf ... warum hat er sich überhaupt auf dich eingelassen?! Er ist nicht frei und das ist fakt! Sterben kann sich hinziehen - Sterbehilfe ist hier in Deutschland leider nicht erlaubt. Dadurch kann sich das ganze Thema noch lange hinziehen. Einen Partner auf Augenhöhe der mit dir die schönen Dinge des Lebens erlebt steht dir zu. Krankheit, Finanzielle Desaster kann man auch später gemeinsam wuppen - aber bitteschön nicht gleich am Anfang einer Beziehung.
Meiner Meinung nach hast du daher genau richtig gehandelt. Auch wenn das hier vielleicht einige als Kaltschnäuzig empfinden.
 
  • #18
Hallo verenice,

Ich kann dir nur sagen wie es auf mich wirkt.
Du bist nicht richtig verliebt und fertig.
Wenn du Respekt vor ihm hast dann lass ihn in Ruhe seine Mama pflegen,weil dies wohl seine letzte Möglichkeit ist Zeit mit ihr zu verbringen. Es würde sich für ihn eh nicht lohnen mehr Zeit mit dir zu investieren und noch mehr Stress auf sich zu laden für ein bisschen Sex und Schönwetter Beziehung.
Klar ,grundsätzlich muss er selber rausfinden mit wem er sich da eingelassen hat,aber ich denke mal da du ja Anzeichen von einem Gewissen hast ,weil du ihm quasi reinen Wein eingeschenkt hast ,das dir das ganze grad nicht so passt.Was im Grunde in der Anfangszeit normal ist,es sei denn man ist wirklich bis über beide Ohren verliebt oder eben extrem rational.
Also ja,ich finde du hast richtig gehandelt weil du ehrlich zu ihm und dir selbst gegenüber warst.
 
  • #19
Ja wenn du eine Berreicherung im Leben suchst, die unter zweckmäßigen Aspekten laufen soll, dann hast du sicher richtig gehandelt. Wie würdest du dich fühlen, wenn du so "benutzt" würdest und bei Schicksalsschlägen hängengelassen würdest. Bei dir geht es nicht um den Menschen sondern nur darum das er in dein Leben passen soll ohne das du dich fünf Minuten einschränken sollst.
Hier geht es nicht um Liebe sondern um Spass. Nicht um Partnerschaft sondern um Egozentrik.
 
E

EarlyWinter

Gast
  • #20
Aber sich einen Monat kennen und dann gleich voll mit einsteigen in die privaten Probleme eines anderen, wäre für mich keine Basis für das Entstehen einer Liebesbeziehung.

Das ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, ganz klar , und muss jeder für sich selbst entscheiden, da gibt es kein richtig oder falsch weil es sehr individuell ist. Aber ihm dann mitzuteilen, er kann sich melden wenn es wieder besser ist weil dann könnte sie sich eventuell in ihn verlieben, dass geht meiner Meinung nach gar nicht. Da würde ich mich echt bedanken an seiner Stelle. Und sie sich höchstwahrscheinlich umgekehrt auch :)
 
  • #21
Und natürlich stimme ich trotzdem Gast #5 100% zu.
Um eine gute Beziehung zu führen, hilft es natürlich, mit sich halbwegs im reinen zu sein, und sich selbst zu mögen und akzeptieren, ansonsten ist es eine riesend Belastung für sich selbst und den Partner.
Die Frage ist hier ist ob der "Partner" in Frage insgesamt etliche Probleme hat, oder macht er (verständlicherweise) nur eine sehr belastende Zeit durch?
 
G

Gast

Gast
  • #22
Zitat von Pia62:
ich würde mich eher in einen Mann verlieben und zu ihm halten, der verantwortungsbewusst seine Mutter betreut und die Zeit mit ihr verbringt und würde versuchen, mich mit einzubringen. In solchen Zeiten lernt man Menschen richtig kennen und man kann sich sehr nahe kommen.
Da er belastet und beschäftigt ist mit seinem Leben, wirst Du Dich vielleicht sehr nah fühlen, er allerdings wird Dich kaum wahrnehmen außer als Helferin, Therapeutin und die, die ihm ein paar wenige Stunden schenkt, in denen er sich auf sich konzentriert (nicht Dich, denn dazu ist er zu fertig davon, sich auf seine kranke Mutter zu konzentrieren). Seine Gefühle sind nicht frei, so dass er einen neuen Menschen als solchen wahrnehmen könnte.

Was Menschen, die anderen schnell und maßlos beistehen, oft wollen ist, sich als Helferlein nützlich machen, so dass der andere emotional gebunden wird. Ich unterstelle Dir das nicht, ich meine nur die, die ansatzweise oder wirklich ein Helfersyndrom haben. Das ist keineswegs selbstlos, sie erwarten dafür emotional auch was. Wenn das nicht kommt, fühlen sie sich ausgenutzt, obwohl sie nie um Hilfe gebeten wurden.

Es ist das eine, wenn man hilfsbereit ist. Ich würde nie die Familie oder einen Freund im Stich lassen. Aber das andere ist, einen Menschen gerade erst kennenzulernen, eine Beziehung mit ihm zu wollen und sich daraufhin in sein Leben helfend zu hängen. Das nimmt er vielleicht gern an, aber verlieben wird er sich eher nicht in dieser emotionalen Stresszeit. Und wenn dann in ihre Hilfsbereitschaft, aber nicht in ihre Person. Wie oft hört man solche Geschichten, dass Frauen sich aufopfern und wenn der Mann durch die Krise ist, sagt er danke und fängt mit ner anderen ein neues unbeschwertes Leben an? Zumal die "gute Freundin" ihn auch immer wieder an die Zeit erinnert, mit der er eigentlich innerlich abschließen will.


# 5
 
G

Gast

Gast
  • #23
Zitat von EarlyWinter:
Aber ihm dann mitzuteilen, er kann sich melden wenn es wieder besser ist weil dann könnte sie sich eventuell in ihn verlieben, dass geht meiner Meinung nach gar nicht.

Ja, das klingt egoistisch, als wäre er jetzt weggeschoben worden wegen seiner Probleme. Ich denke mal, das lief nicht so hart ab, wie es hier klingt. Dass man dem anderen sagt, dass man ihn toll findet, aber die Situation so nichts bringt, ist ja legitim und die Wahrheit.
Und wenn er erwachsen ist, wird er verstehen, dass jeder sein eigenes Leben führen muss, eigene Sorgen hat und seine Sorgen in diesem Fall ja auch wirklich sehr privat sind. Sie hat sicher auch welche, die aber nie Thema sein können, da im Vergleich zu seinen banal und der Mann schon genug gestresst ist mit seiner eigenen Situation.

Würde die FS das nicht beendet haben, wäre sie sicher nur sein Ausgleich vom emotionalen anderen Stress, aber nicht die Frau, mit der er ein schönen Kennenlernen ohne Belastungen haben kann. Wenn emotional nichts weiter kommt außer der Entspannungssex und ein bisschen Reden, fühlt man sich doch nicht wahrgenommen als potentielle neue Partnerin.

# 5
 
  • #24
Early winter, und Gast w48, erstens war er nicht mein ex freund und auch nicht mein Ehemann, ich sehe mich in keiner Verantwortung für den anderen. Ich habe auch kein Helfersyndrom. Es geht mir nicht darum daß seine Mutter im Moment krank ist, es kann sich um Monate ja auch um Jahre handeln. Wenn er bereit ist aus Dankbarbeit, Schuldgefühlen oder Liebe ein Drittel der Pflege zu machen ehrt in das als Menschen, aber es prädestiniert ihn nicht als Partner. Partnerschaft findet an erster Stelle statt in meinen Augen, und sie besteht am Anfang vorallem aus Leichtigkeit. Ich werde nicht gg seine Mutter konkurrieren, auch werde ich nicht selber zermürben an ewig 2 er Stelle zu stehen, nur um dann wenn ales vorbei ist ausgetauscht zu werden. Ich selbst war 30 als ich Krebs hatte, habe alles alleine hingekriegt und meiner Familie nicht mal etwas gesagt. Aber ich weiß seitdem wofür ich lebe
 
  • #25
... Himmel hülf, da kann ich nur hoffen, dass mich die Liebe nicht erwischt, wenn ich gerade was an den Hacken habe und hoffentlich liegt in diesem Moment nicht jemand im Sterben, oder bedarf anderweitig meiner Hilfe. Für die Liebe dann 0 Chance? Da braucht man ja tatsächlich hellseherische Fähigkeiten, damit man sich rechtzeitig in Luft auflösen kann.......
 
Z

Zuckerpüppi

Gast
  • #26
Klar hast du richtig gehandelt. Es ging dir nicht gut damit, du wolltest das so eben nicht. Dein gutes Recht und gesunder Egoismus, weil sich erstmal jeder selbst am nächsten ist. Und nach nur vier Wochen ist die Rolle die dieser Mann für dich spielen kann auch noch besonders klein.
Ich habe (inzwischen - years ago..) ebenfalls kein Helfersyndrom (mehr) und hätte kein Interesse an einem weiteren Kennenlernen gehabt. Kennenlernen muss sich leicht anfühlen und Spaß machen. Für etwas anderes bin ich die ersten Wochen und Monate nicht zu haben.
Handelt jemand mir gegenüber derart, da ich aktuell eine Sch****zeit habe: volles Verständnis. Ehrlich raus damit und getrennte WEGE gehen.
Was sicher sehr viel mieser wäre, wäre ihm Interesse vorzugaukeln und so nach und nach in eine halbherzige Freundesschiene zu rutschen. Das ist Mist. Da würde ich zum Tier werden, dann Monate später fallen gelassen zu werden. Dumm sowas aber auch.. Nicht nur für den Verlassenen..
 
  • #27
Ja, liebe FS, denn es ist stimmig mit Deinen Gefühlen.
Und an alle, die Dich hier als herzlos und egoistisch niedermachen: Solange der Mann "fantastischen Sex" haben kann, ist er nicht vollends am Ende. Auch wenn Männer das eher als Stressabbau betreiben können;)
Früher hätte ich das auch anders bewertet, ich war und bin ein sehr mitfühlender und hilfsbereiter Mensch. Nach mehreren Erfahrungen mit Männern in solchen Konstellationen schätze ich die Wahrscheinlichkeit als sehr hoch ein, dass Du früher oder später die Aggressionen eines frustrierten Mannes abbekommst, sowie abserviert wirst, wenn es ihm besser geht. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan usw...leider ist das oft so, sehe ich auch in meinem Umfeld immer wieder.
In einer länger dauernden Partnerschaft finde ich es selbstverständlich, sich in harten Zeiten beizustehen, wenn auch nicht bis zur Selbstaufgabe (davon hat nämlich NIEMAND etwas).
Aber schon in der Kennenlernphase? Dann bist Du schnell in der Rolle der Therapeutin.
Will heißen: Du mußt dann vieles aushalten.
Ich finde, Du warst ehrlich zu Dir selbst und zu ihm. Unterschwellig würdest Du sonst "Dankbarkeit" erwarten, kein guter Start...
 
  • #28
Ja wenn du eine Berreicherung im Leben suchst, die unter zweckmäßigen Aspekten laufen soll, dann hast du sicher richtig gehandelt. Wie würdest du dich fühlen, wenn du so "benutzt" würdest und bei Schicksalsschlägen hängengelassen würdest.

Wieso benutzt die FS den Mann? Die beiden begegnen sich auf gleiche Weise. Sie sind im Beginn der Kennenlernphase und haben Sex. Sie sind sich darin einig, dass sie das wollen. Keiner lügt dem anderen was vor. Da wird niemand benutzt, sondern zwei erwachsene Menschen handeln in ihrer Autonomie und sind sich in diesem Punkt einig.

Die FS lässt ihn nicht bei Schicksalsschlägen hängen. Die beiden haben noch keine Beziehung, in der man jemanden hängen lassen kann. Das Zitat des ehelichen Treueschwurs durch Early Winter finde ich insofern absurd in dieser Situation, denn der Mittvierziger will die FS vermutlich nicht heiraten wollen. Unabhängig davon, warum sollte sie ihm nach 4 Wochen Kennenlernen über Distanz die Unterstützung leisten, für die in einer Ehe die Basis langjährig gewachsen ist? - Das ist wirklich eine absurde Forderung.

Ich kann keine Schicksalsschläge sehen. Sterbende Elternteile sind für Mittvierziger kein Schicksalsschlag sondern das ist der Lauf des Lebens. Wer das als Schicksalsschlag bezeichnet, hat das Leben nicht verstanden. Ich habe großen Respekt vor Menschen, die ihre Eltern entsprechend ihrem Wunsch zuhause pflegen, weil ich das aus der Familie selber kenne. Dann sollte man auch soviel Verstand haben, sich dann nicht noch in eine Beziehungsanbahnung für eine Fernbeziehung zu begeben. Wie soll das denn funktionieren, wenn er nie Zeit hat und nie entspannt ist?
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie die FS in die familiäre Situation zu integrieren wäre. Kein totkranker Mensch legt Wert daraufm, dass eine gänzlich fremde Person an seinem Bett auftaucht und mitmischt.

Auch Probleme im Start einer Selbstständigkeit sind kein Schicksalsschlag, sondern bei kluger Vorbereitung, weiß man, dass das Risiko besteht und ist darauf eingestellt. Wer hingegen in die Selbstständigkeit startet, wenn er aktuell solche großen privaten Belastungen hat, dem fehlen einige wesentliche Kompetenzen. Sich dann noch in einem Beziehungsstart einer Fernbeziehung zu versuchen ist definitiv Selbstüberforderung/-überschätzung.
 
G

Gast

Gast
  • #29
schlechte Ansätze sind halt diese: "ich habe das schon vor 10 Jahren, er/sie beginnt jetzt erst". Ja nu, so ist das halt im Leben. Es vermittelt eher, dass du ihn ausnutzt für dein Ego zu halten und ihn ändern zu wollen. DAfür sind andere Leute aber nicht da.

Er hat halt kein Bock sich zu ändern. Wer will sich schon fremdbestimmen lassen? Machen nur Idioten!
 
G

Gast

Gast
  • #30
FS, sorry! Es gibt Krebs und es gibt Krebs. Z.B. eine pathologische Hauptstelle, die rechtzeitig erkannt wurde, die wird ambulant operiert und im extremsten Fall paar mal bestrahlt - man spricht dann von einer Vorstufe von Hautkrebs. Wenn Du wirklich richtig Krebs gehabt hättest, dann hättest Du das vor nahen Verwandten und Freunden nicht vertuschen können. Wie willst Du auch verheimlichen, dass Du lange im Krankenhaus liegst oder keine Haare mehr hast? Bei so einer Diagnose gibt es auch Nachuntersuchung, da würde kein Betroffener sich gleich nach der Behandlung als geheilt erklären.

Auch wenn es etwas am Thema vorbei ist! Es ist einfach als Erklärung gedacht, wie unreflektiert die FS mit einigen Sachen umgeht.

Ich finde das Verhalten der FS, dem Mann gegenüber, nicht falsch. Die Erklärung aber! Nur weil sie angeblich eine tödliche Krankheit ohne Hilfe überstanden hat, muss nicht jeder Mensch einen Schicksalsschlag alleine verkraften. Man muss sich auch fast fremden Menschen nicht verpflichtet fühlen. Eigentlich ist man keinem Menschen verpflichtet, jeder entscheidet sich selber, ob, wem oder wann man jemandem hilft.

Hier kann auch kein Mensch der FS ihr schlechtes Gewissen erleichtern, denn das muss sie wirklich mit sich selbst, ohne fremde Hilfe ausmachen oder durchmachen. Denn sie hat auch alleine eine tödliche Krankheit überlebt.
 
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