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  • #31
#15 hat es richtig formuliert: du hast eine Entscheidung getroffen. Der Dienst ist dir nicht verordnet worden, du hast ihn übernommen, für einen christlichen Kollegen, der sich freut und dir dankbar bist, aber gegen deine Freundin, die dieses Fest völlig unabhängig vom Glauben gern mit dir verbracht hätte.
Jemand schrieb, eine Frau, die nicht erkennt, dass ein Arzt Dienste an Tagen hat, die ihr nicht passen, sei als Arztfrau ungeeinget. Richtig, aber dabei wird übersehen, dass du diesen Dienst FREIWILLIG übernommen hast. Geht dein Dienst über alle Feiertage? 24., 25, 26.? Kannst du nicht irgendwann mit ihr und ihrer Familie zusammensein?

Ich bin selbst Muslima und habe kein Problem damit, den Geburtstag des Propheten Isa mit lieben Leuten, die Christen sind, zu feiern. Gern mit Entenbraten, den Rotwein lasse ich weg ...
Ein sehr religiöser muslimischer Freund von mir feiert Weihnachten selbstverständlich mit seiner (sehr!) christlichen Frau und ihrer Familie - der Vater ist Pfarrer.

Nun hast du den Dienst schon übernommen, und deine Haltung ist eine, die Christen verstehen können und müssten: du hast nicht nur einem Kollegen damit geholfen, sondern du bist auch für Kranke da.

Biete deiner Freundin einen Ersatz. Hab an einem der Feiertage Zeit für sie und ihre Familie, und wenn das überhaupt nicht geht, dann unternimm hinterher was Schönes mit ihr.

Und denk daran, wenn du sagst, du kannst mit Weihnachten überhaupt nichts anfangen, ich hab es oben schon erwähnt: es ist der Geburtstag des Propheten Isa ibn Maryam. Wir dürfen ihn ruhig mitfeiern.
 
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  • #32
Lieber FS,
ich finde es völlig normal , an den Weihnachtsfeiertagen zu arbeiten. Ich habe selbst jahrelang im Schichtdienst gearbeitet und weiß aus der Erfahrung, dass man Dienste auch mal übernimmt für einen Kollegen. Auch die unangenehmen. Dabei geht es auch nicht um die Entscheidung zwischen Partner und Kollege, mit beiden teilt man viel Zeit, auch mit den Kollegen, zu beiden hat man eine Beziehung, eben auch zu den Kollegen. Ich kann es gut verstehen, dass Du diesem Mann den Dienst abgenommen hast und als Partnerin hätte ich Verständnis dafür. Ich habe selber immer solche Dienste übernommen, grad Heiligabend, wenn Kollegen kleine Kindern hatten, fand ich es selbstverständlich, da den Dienst zu machen.
Wir sind doch keine kleinen Kinder mehr, um so emotional darauf zu reagieren. Als Partner sollte man Verständnis für den Job haben und als Arzt muß man nun mal Tag und Nacht arbeiten. Wir alle wollen ja schließlich auch die Hilfe haben, wenn mit uns mal was sein sollte.
Aber bitte nicht MEIN Partner. Das funktioniert aber nur bedingt.
Ich hätte mir niemals von meinem Partner meinen Dienstplan vorschreiben lassen, auch nicht die Weihnachtsdienste. Kann man egoistisch nennen oder aber auch kollegial , kommt drauf an, auf welcher Seite man steht. Ich habe manchmal das Gefühl, die Menschen, die im Krankenhaus arbeiten, sind eine eigene verschworene Gemeinschaft und von außen ist das nicht so zu verstehen.
Das tägliche Leid, von dem Angehörige oder Partner nur bedingt mitbekommen, schweißt halt zusammen.
Vielleicht sollte man es auch mal von dieser Seite sehen als Partner eines Arztes (oder sonstigen Schichtdienstlern). Sonst ist das "Gezicke" um mehr Zeit nämlich irgendwann auch mal egoistisch und respektlos. Ist nur ein schmaler Grad dahin.
W51
 
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  • #33
Weihnachten ist ein Fest mit Partnern und Familie

Stell dir mal folgendes Szenario vor, lieber Fragesteller:

Du lebst mit einer christlichen Frau, die Ärztin ist, in deinem Heimatland, in einem muslimischen Land.
Es naht das Opferfest. Deine ganze Familie bereitet sich darauf vor, ein Lamm wird geschlachtet werden, seit Wochen laufen die Planungen, es wird gekocht, eingeladen, gegessen. Ihr alle freut euch auf diesen ganz besonderen Feiertag, den ihr miteinander verbringen wollt. Sechs Wochen vorher eröffnet dir deine Frau, dass sie an dem Tag arbeiten wird. Sie hat sich entschieden, den Dienst mit einem muslimischen Kollegen zu tauschen, weil ihr das Fest sowieso egal ist, und weil der Kollege sich freut, dann mit seiner Familie doch feiern zu können. Deine Familie wundert sich - alle sind zusammen, nur deine Frau fehlt.

Wie fändest du das?
 
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  • #34
Lieber FS,
ich finde es völlig normal , an den Weihnachtsfeiertagen zu arbeiten. Ich habe selbst jahrelang im Schichtdienst gearbeitet und weiß aus der Erfahrung, dass man Dienste auch mal übernimmt für einen Kollegen. Auch die unangenehmen. Dabei geht es auch nicht um die Entscheidung zwischen Partner und Kollege, mit beiden teilt man viel Zeit, auch mit den Kollegen, zu beiden hat man eine Beziehung, eben auch zu den Kollegen. Ich kann es gut verstehen, dass Du diesem Mann den Dienst abgenommen hast und als Partnerin hätte ich Verständnis dafür. Ich habe selber immer solche Dienste übernommen, grad Heiligabend, wenn Kollegen kleine Kindern hatten, fand ich es selbstverständlich, da den Dienst zu machen.
Wir sind doch keine kleinen Kinder mehr, um so emotional darauf zu reagieren. Als Partner sollte man Verständnis für den Job haben und als Arzt muß man nun mal Tag und Nacht arbeiten. Wir alle wollen ja schließlich auch die Hilfe haben, wenn mit uns mal was sein sollte.
Aber bitte nicht MEIN Partner. Das funktioniert aber nur bedingt.
Ich hätte mir niemals von meinem Partner meinen Dienstplan vorschreiben lassen, auch nicht die Weihnachtsdienste. Kann man egoistisch nennen oder aber auch kollegial , kommt drauf an, auf welcher Seite man steht. Ich habe manchmal das Gefühl, die Menschen, die im Krankenhaus arbeiten, sind eine eigene verschworene Gemeinschaft und von außen ist das nicht so zu verstehen.
Das tägliche Leid, von dem Angehörige oder Partner nur bedingt mitbekommen, schweißt halt zusammen.
Vielleicht sollte man es auch mal von dieser Seite sehen als Partner eines Arztes (oder sonstigen Schichtdienstlern). Sonst ist das "Gezicke" um mehr Zeit nämlich irgendwann auch mal egoistisch und respektlos. Ist nur ein schmaler Grad dahin.
W51


Liebe(r) "W",

es ist doch vollkommen in Ordnung seine Arbeit zu lieben und ausschließlich mit den anderen Schichtdienstleistenden eines Krankenhauses verheiratet zu sein. Zum Glück erleben andere Mensch kein Leid und kein Elend in ihrem Beruf- ihr Krankenhaus-Schichtdienstler seid einfach die besseren Menschen. Nur wieso bleibt ihr dann nicht gleich ganz unter euch und müsst anderen Menschen eine Beziehung vorspielen? Wo du z.B. doch eh kein Verständnis für einen Partner hast und dir an deinem Partner auch gar nichts liegt? Dass nicht jeder Mensch tickt wie du übersteigt wohl auch deinen geistigen Horizont. Von daher bleib doch weiterhin bei deiner Arbeit und klau uns normalen Menschen nicht weiter die Zeit.
 
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  • #35
Liebe(r) "W",

es ist doch vollkommen in Ordnung seine Arbeit zu lieben und ausschließlich mit den anderen Schichtdienstleistenden eines Krankenhauses verheiratet zu sein. Zum Glück erleben andere Mensch kein Leid und kein Elend in ihrem Beruf- ihr Krankenhaus-Schichtdienstler seid einfach die besseren Menschen. Nur wieso bleibt ihr dann nicht gleich ganz unter euch und müsst anderen Menschen eine Beziehung vorspielen? Wo du z.B. doch eh kein Verständnis für einen Partner hast und dir an deinem Partner auch gar nichts liegt? Dass nicht jeder Mensch tickt wie du übersteigt wohl auch deinen geistigen Horizont. Von daher bleib doch weiterhin bei deiner Arbeit und klau uns normalen Menschen nicht weiter die Zeit.


Mal ganz ruhig Brauner....:) Wo genau liest Du, dass die Krankenhaus-Schichtdienstler die besseren Menschen sein sollen? Steht nirgendwo. Lediglich das es ANDERS ist als ein Job ohne Schichtdienst und ohne Notfälle.

Wer redet hier von Beziehung vorspielen? Auch niemand. Weder ich noch der FS. Lediglich muß für einen Partner klar sein, dass man Schichtdienst hat und diesen auch aktiv leben muß. Erkennt der Partner das an oder spielt er einem was vor? Beendet er die Beziehung, weil man unbequeme Dienste hat? Geht man womöglich gar nicht erst eine Beziehung mit einem Schichtdienstler ein?Es gibt immer mehrere Sichtweisen und es ist nicht der Schichtdienstler für eine Beziehung verantwortlich.

Was genau piekst Dich so an, dass Du aggressiv auf meine Gedanken reagieren mußt?
Weiß man nicht genau.
Schreibt ja jeder hier nur seine Gedanken auf ohne Anspruch auf deren Allgemeingültigkeit. Dachte ich jedenfalls bisher. Einfach mal eine andere Meinung stehen lassen?

Letztendlich mußt Du ja nicht lesen hier, wenn Du der Meinung bist, dass andere Gedanken als Deine Dir die Zeit klauen. Deshalb lasse ich mir hier doch nicht "den Mund verbieten", oder?
Wie war das noch mal mit dem "anders ticken anderer Menschen" und dem geistigen Horizont?!:)
W51

P.S.: tatsächlich ist es so, dass viele Schichtdienstler unter sich bleiben, weil es mit einem Partner ohne Verständnis nun mal sehr schwierig ist. Und ständige Nörgelei an Dingen, die man nun mal nicht ändern kann, sind für eine Beziehung auch nicht unbedingt förderlich.
Klar hätte der FS nun dem Kollegen den Dienst nicht abnehmen brauchen, ober offensichtlich hat er dem Weihnachtsfest einfach nicht so viel Bedeutung beigemessen wie seine Partnerin.
Das ist ein Kommunikationsproblem, welches man erst nächstes Jahr lösen kann, dieses Jahr ist der Drops wohl gelutscht.
 
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  • #36
Deine Freundin hat emotional ein Problem mit deinem Verhalten, was ich absolut verstehe. In deiner Frage schreibst du, du hast deinem Kollegen, der ein gläubiger Christ ist, die Weihnachtsfeiertage ermöglicht. Aber deiner Freundin nicht. Sie ist nicht nur auch Christin, sondern offenbar bedeutet ihr Weihnachten viel und es bedeutet ihr vor allem viel, diese Zeit mit dir zu verbringen. Das ist von ihr eine Liebeserklärung an dich.
Jeder von uns, der arbeitet und eine Partnerschaft hat, muss Beides berücksichtigen. Also, wenn dir deine Freundin etwas bedeutet, dann gehe jetzt auf sie zu, nimm dir zu anderer Zeit besonders viel Zeit für sie. Oder schlage doch was Schönes vor. Z.B. Weihnachten arbeitest du leider, aber dafür fahrt ihr vorher oder nachher an einem Wochenende zusammen weg, Kurzreise am Wochenende, und wenn es nur einfach so in eine schöne Pension ist. Dann merkt sie, du willst ihr was Gutes tun.
 
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  • #37
Dass sie religiöse Gründe verschiebt, halte ich auch für seltsam, wäre sie so eine gläubige Christin, würde sie wohl keinen Moslem als Partner haben.

Das ist völliger Unsinn, ich kenne eine ganze Reihe gemischtreligiöser (Ehe-)Paare.
Unter anderem eine sehr gläubige Christin (selbst Predigerin mit Theologiestudium), die mit einem ebenso sehr gläubigen, praktizierenden Muslim schon lange verheiratet ist.

Überdies geht es deiner Freundin weniger um Religion, wenn ich das recht verstanden habe, lieber Fragesteller, sondern um Weihnachten als Tradition, als Familienfest. Falls sie ganz allein wäre, wenn du Dienst hast, wäre das sehr, sehr traurig für sie. Falls sie mit ihrer Familie feiert, ist deine Abwesenheit auch schmerzlich.
Vor allem, weil du die Situation SELBST herbeigeführt hast und ihre Befindlichkeit komplett ignorierst.
 
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  • #38
Stell dir mal folgendes Szenario vor, lieber Fragesteller:

Du lebst mit einer christlichen Frau, die Ärztin ist, in deinem Heimatland, in einem muslimischen Land.
Es naht das Opferfest. Deine ganze Familie bereitet sich darauf vor, ein Lamm wird geschlachtet werden, seit Wochen laufen die Planungen, es wird gekocht, eingeladen, gegessen. Ihr alle freut euch auf diesen ganz besonderen Feiertag, den ihr miteinander verbringen wollt. Sechs Wochen vorher eröffnet dir deine Frau, dass sie an dem Tag arbeiten wird. Sie hat sich entschieden, den Dienst mit einem muslimischen Kollegen zu tauschen, weil ihr das Fest sowieso egal ist, und weil der Kollege sich freut, dann mit seiner Familie doch feiern zu können. Deine Familie wundert sich - alle sind zusammen, nur deine Frau fehlt.

Wie fändest du das?

Dieser Vergleich hinkt leider ein wenig. In einem islamistischen Land wäre es schwer bis gar nicht möglich, dass die Frau einem vergleichbar noch westlich orientierten Beruf nachginge. Dort gibt es vermutlich genauso viele berufstätige Frauen wie christliche Gotteshäuser - nämlich nahezu Null.

Auch wenn einzelne Muslime das mit der Werbetrommel für ihre angeblich weltoffene und liberale Haltung gerne anders vorgaukeln. Einen durchgängigen Beweis dafür habe ich bislang aber noch nicht gesehen.

Dein Ansatz ist zwar verständlich - das Beispiel nur eben nicht optimal gewählt.

Zum FS:
Ja, Respekt im konkreten Falle eines Angebotes dem Kollegen gegenüber, lässt sich gegenüber Deiner Frau zumindest dabei nicht erkennen. Auch mir erschiene dieses dann gegeben, wenn Du vorab mit Deiner Partnerin darüber gesprochen hättest.
Bei dieser rein auf Freiwilligkeit basierenden Dienstübernahme wird es sich wohl kaum um eine zwingende Indikation wie bei einem Notfallpatienten gehandelt haben, bei der nicht lange über die Vorgehensweise gefachsimpelt werden kann.
 
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  • #39
Stell dir mal folgendes Szenario vor, lieber Fragesteller:

Du lebst mit einer christlichen Frau, die Ärztin ist, in deinem Heimatland, in einem muslimischen Land.
Es naht das Opferfest. Deine ganze Familie bereitet sich darauf vor, ein Lamm wird geschlachtet werden, seit Wochen laufen die Planungen, es wird gekocht, eingeladen, gegessen. Ihr alle freut euch auf diesen ganz besonderen Feiertag, den ihr miteinander verbringen wollt. Sechs Wochen vorher eröffnet dir deine Frau, dass sie an dem Tag arbeiten wird. Sie hat sich entschieden, den Dienst mit einem muslimischen Kollegen zu tauschen, weil ihr das Fest sowieso egal ist, und weil der Kollege sich freut, dann mit seiner Familie doch feiern zu können. Deine Familie wundert sich - alle sind zusammen, nur deine Frau fehlt.

Wie fändest du das?

Ich (w) bin nicht der FS, aber würde ich mich in die Situation des Mannes hineindenken in Deinem geschilderten Szenario, wäre ICH stolz auf meine Frau!

Ob das o.g. Opferfest nun mit der Partnerin, der es eh nichts bedeutet, da weder religiös und schon gar nicht muslimisch, stattfindet oder ohne sie, dafür aber im Kreise der religiösen Menschen, denen es etwas bedeutet, spielt doch nun wirklich keine Rolle.Dass die Partnerin unbedingt dabei sein muss, sonst ist jemand beleidigt, empfinde ich unter erwachsenen Menschen als Kasperltheater in dieser (nicht)religiösen Komponente einer Beziehung.Die Partnerin wäre doch quasi eh nur als "Dekoration" beim Opferfest anwesend, da sollte man mal die Moschee im Dorf lassen;) (bzw. im Falle des FS die Kirche).

Im Krankenhaus kann er viel mehr Gutes und Sinnvolles tun, als mit seiner Partnerin tumb unter'm Tannenbaum zu sitzen und die Weihnachtskugeln anzuglotzen.Man kann es auch wirklich übertreiben, finde ich.Er wird sicherlich trotzdem Zeit finden, die ein oder andere Stunde mit seiner Partnerin zu verbringen.Es sollte doch um Paar- und Qualitätszeit gehen; einen nichtgläubigen Menschen in sein eigenes religiöses Weihnachtswunschszenario reinzuzwingen, finde ich peinlich, zumal dann, wenn man genau weiss, dass der andere sich aus diesem Brimborium nichts macht.

Das Jahr hat nicht nur die 3 Weihnachtstage, sondern noch 362 weitere Tage;) also, keep calm...
 
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