• #1

Meine Eltern sind geschieden - Ein No-Go bei der Partnersuche?

Ihr Lieben,
ich musste lesen (Thread "gutes Elternhaus"), dass es als Ausschlusskriterium gilt, wenn man geschiedene Eltern hat. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich 20 war.
Ich gebe zu, dass ich das erst erwähne, wenn ich jemandem schon etwas näher gekommen bin, weil es irgendwie schon eine persönliche, nicht so schöne Sache für mich ist.
Wird erwartet, dass die "Kinder" dadurch Bindungsprobleme haben, streitsüchtig sind, schneller Beziehungen beenden, emotional kaputt sind, etc.?
Ich habe ein starkes Harmoniebedürfnis und einen großen Wunsch nach einer stabilen Beziehung und "heilen" Familie.

w26
 
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Gast

  • #2
Wenn man alle Scheidungskinder zu No-go-Kandidaten ernennt, ist der Partnermarkt bald leergefegt. Insofern brauchst Du Dir da wohl keine Sorgen zu machen.
 
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Gast

  • #3
Liebe FS'in! All diese Dinge werden erwartet - allerdings mehrheitlich von Menschen, die eine eher simple Sicht auf diese Dinge/einen engen Horizont haben. Sortiert Dich deshalb jemand von vorn herein aus, so musst Du dem nicht nachtrauern!

Ich arbeite in der Paar-/Familienberatung und kann Dir sagen, diese Sicht der Dinge passt nicht.

Was ist z.B. mit eineigigen Zwillingen, aus einer geschiedenen Elternbeziehung - ein Zwilling seit 27 Jahren verheiratet, der andere vor 1,5 Jahren geschieden?

Persönlich erlebt: beim letzten Klassentreffen meiner ehem. Klasse - ALLE Mitschüler, die in einer geschiedenen Elternbeziehung (bzw. von alleinerziehenden Eltern) aufgezogen worden sind, leben seit über 20 Jahren verheiratet (mit denselben Partnern)!

Umgekehrt konnte man von den ehem. Mitschülern, die aus 'intakten' Elternhäusern stammen, nicht sagen, sie wären alle noch in der Ursprungsbeziehung/Ehe.

Daher ist es doch wichtig, im konkreten Fall auf den Menschen zu schauen, den man da vor sich hat und nicht von der Beziehung seiner Eltern auf ihn schließen zu wollen. Das ist allzu oberflächlich.
 
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Gast

  • #4
Liebe FS,

ich glaube nicht, dass geschiedene Eltern ein NoGo sind. Aber ich glaube, dass eine Scheidung der Eltern die Beziehungsfähigkeit beeinträchtig, weil die Eltern dem Kind keine konstruktive Streitkultur und stabile Beziehung vermitteln können - können sie ja selber nicht, sonst wären sie nicht geschieden.

Insoweit denke ich, dass Menschen aus getrennten Beziehungen in dem Bereich Schwächen haben, egal ob sie sich Harmonie oder stabile Partnerschaft wünschen. Wünschen reicht nicht, man muss es können und sowas lernt man nur im Elternhaus.
Ich sehe darin kein Hindernis im Eingehen einer Beziehung, aber im Hinblick auf Belastbarkeit/Haltbarkeit einer Beziehung. Man kann als erwachsener Mensch dazulernen, insbesondere, wenn man selber Kritik aushalten kann und der Partner eine gute Streitkultur hat.
 
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Gast

  • #5
Scheidung der Eltern als "No-Go" - das ist ja sowas von "No-Go"!
Denn es gibt erstens einmal keine Sippenhaftung, und außerdem hieße das ja, einem Menschen die eigene Persönlichkeit abzusprechen, ihm zu unterstellen, er könne gar nicht anders als sich wie seine Vorfahren zu verhalten. Fragt sich nur, wie derjenige mit solchen Ansichten von den Bäumen runtergekommen ist.
Für mich heißt "gutes Elternhaus", einen höflichen Umgang mit anderen Menschen zu pflegen (aber nicht auf die eigene Meinung deshalb zu verzichten), sich in seinem sozialen Umfeld sicher bewegen zu können, ein gewisses Maß an Bildung zu besitzen.
Und für all jene, die solche Ausschlusskriterien anführen, hoffe ich, dass sie nicht einst ihr eigenes No-Go werden.
 
  • #6
Ach, gib nicht zu viel auf diese "Ausschlusskriterien". Viele schreiben hier über Dinge, die sie im reellen Leben vielleicht selbst nicht so rigoros sehen würden.
Ich selbst habe hier auch schon öfter geschrieben, dass ich dieses und jenes halt (abstrakt gesprochen) nicht ganz so toll finde. Du selbst sagst ja von dir, dass du es nicht so schön findest, dass deine Eltern geschieden sind. Warum also sollten Außenstehende das tun?
Aber wenn eine Frau aus Fleisch und Blut vor mir steht, dann ist das doch sowas von egal. Ich denke nur für ein paar wenige, verbohrte Menschen sind solche Kriterien wirklich wichtiger, als der Mensch, der vor einem steht. Ich selbst kenne übrigens einige Paare in meinem Umfeld, in denen einer der beiden nicht aus intaktem Elternhaus stammt. Die Beziehungen sind, soweit ich das beurteilen kann, trotzdem glücklich.
Alles nicht so dramatisch. Übrigens: Ich weiß z.B., dass meine Frau voll auf dunkelhaarige Männer steht und blond eher mäßig bis gar nicht toll findet. Ich selbst bin blond mit starken Übergängen zum Polarblond, noch dazu mit regressiver Haartracht. Sie wollte mich trotzdem. Soviel zum Thema Ausschlusskriterien und ihrer Geltung.
Sei einfach du selbst, mach dir nicht zu viele Gedanken, was andere über deine Familie denken könnten, sondern überzeuge sie mit deiner Persönlichkeit.
 
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Gast

  • #7
Der Beziehungsstatus der Eltern eines potentiellen Partners ist mir reichlich gleichgültig.

26, w
 
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Gast

  • #8
Ach, ist das jetzt auch schon ein No-Go? Diese Behauptung wird vermutlich gerne von Menschen aufgestellt, dein engmaschiges Weltbild haben. Wer Dich also aufgrunddessen aussortiert, dem darfst Du keine Träne hinterher trauern.

w
 
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  • #9
Meine Eltern sind zwar nicht geschieden, aber wenn ich das bei anderen höre, gehe ich davon, dass deren Eltern einfach noch seeehr jung und unabhängig sind. Deine Eltern sind vermutlich unter 60, da trennt man sich nun mal häufiger in heutiger Zeit. Sie sind vermutlich geistig und körperlich noch sehr aktiv, sehr unabhängig von einander, haben noch nicht mit sich abgeschlossen und möchten nochmal was aus ihrem Leben machen und haben vor allem Spaß an ihrem Leben. Solange sie das können, sollen sie das machen. Nicht jeder kann das von sich behaupten.

Eine lange Ehe zu führen ist nämlich keine große Kunst, es hat nur was mit Selbstaufopferung, Disziplin, einer großen Leidensfähigkeit und schrägen Aufopferungsvorstellungen zu tun. Ich habe das 30 Jahre lang bei meinen eigenen Eltern gesehen, wie schlimm das ist. Ich glaube, es hat sich sogar schleichend auf mich übertragen. Meine Mutter hat mir immer vorgelebt, dass man als Frau keine eigene Wünsche zu haben hat, viel zurückstecken muss, und männermäßig nicht immer das bekommt, was man sich wünscht und nehmen und akzeptieren muss, was man kriegen kann. Meiner Mutter hat immer sehr viel mit meinem Vater mitgemacht, von Alkohol, Affären, Geldsorgen, Gewalt und Schulden. Das volle Programm. Komischerweise habe ich genau so auch immer meine eigenen Beziehungen geführt: schweigsam gelitten, alles ertragen, und alles für gut befunden, egal ob man mir Gutes oder Böses angetan hat, anstatt mich zu trennen oder einmal den Mund aufzureißen. Genauso kaltkühl wie meine Mutter war, so waren es auch immer meine Männer.
 
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  • #10
ja ist ein Hinweis, weil die Kinder nie vorgelebt bekommen zu haben, lange mit einem Partner zusammen zu sein. Selbst schon erlebt, man nimmt halt den nächsten als sich mit den Problemen auseinander zu setzen.

m26
 
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  • #11
Absolut kein No-Go, denn für geschiedene Eltern kann ja das Kind nichts. Mach dir nicht so viele Gedanken über die Moralvorstellungen mancher Leute, im Internet sind bekanntermaßen auch etwas kuriose Zeitgenossen unterwegs.
 
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  • #12
Wenn sich Eltern nicht mehr verstehen und die Beziehung ausgebrannt ist, ist es vermutlich der bessere Weg, dass diese sich trennen, anstatt eine nach außen heile Welt vorzugaukeln und zu Hause sich (und den Kindern) die Hölle zu bereiten. Abgesehen davon kann man nichts für seine Eltern. Nur weil diese sich getrennt haben, gibt es keine zwangsläufig ähnliche "Beziehungskarriere" der Folgegeneration. Irgendwie transportiert die Frage auch Moralvorstellungen der 50er Jahre, wer es mag...

Ich bin eher davon angetan, wenn sich Menschen auf ihre Eigenverantwortung beziehen und das Elternhaus nicht mehr bis in das hohe Alter für das eigene Versagen haftbar machen. Auch mit 26 ist man erwachsen.
 
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  • #13
ja ist ein Hinweis, weil die Kinder nie vorgelebt bekommen zu haben, lange mit einem Partner zusammen zu sein. Selbst schon erlebt, man nimmt halt den nächsten als sich mit den Problemen auseinander zu setzen.

m26
Genau, da lebt man den Kindern lieber vor,dass man auf Gedeih und Verderben beim Partner bleibt. Gerade in den "besseren Kreisen" neigt man dazu. Der Ehemann hat dann seit 10 Jahren eine Geliebte, der er Wohnung und Leben finanziert, die Ehefrau vergnügt sich dafür mit dem Fitnesstrainer. Ja, so lebt man dann und das gibt man an die Kinder weiter. Und wer so erzogen wird, ist dann bestens geeignet für die Ehe in den "besseren Kreisen".

Bin ich froh, dass ich nicht dazu gehöre.
 
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  • #14
ja ist ein Hinweis, weil die Kinder nie vorgelebt bekommen zu haben, lange mit einem Partner zusammen zu sein. Selbst schon erlebt, man nimmt halt den nächsten als sich mit den Problemen auseinander zu setzen.

m26
Den Nächsten zu nehmen, ist ja wohl auch sehr viel besser, als in einer unglücklichen Beziehung zu verharren. Und die Eltern der FS waren ja wohl wenigstens 20 Jahre verheiratet. Haben also ausgeharrt, bis das Kind aus dem Haus war. Das zeigt ein enormes Maß an Disziplin und Selbstverleugnung.
Wenn die FS diese Eigenschaften adaptiert hat, ist sie für die meisten Männer bereits viel zu gut!

Dass die Ehe der Eltern "nur" zwanzig Jahre gehalten hat, zum No-Go zu erklären, ist lächerlich. Die meisten Beziehungen halten schließlich nicht einmal halb solange!
 
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  • #15
Dieses Argument Scheidungskinder = Beziehungsprobleme ist absoluter Blödsin. Was ist denn mit den ganzen Nicht-Scheidungskindern, deren Eltern nur wegen der Kohle zusammenbleiben oder charakterliche Defizite haben? Viele Menschen bleiben ihr Leben lang verheiratet, obwohl sie Sozialkrüppel sind. Ob das für deren Kinder gut ist? Viele Geschiedenen sind ihren Kindern dennoch gute Eltern.

Scheidungskind schlecht, Nicht-Scheidungskind gut - das passt meiner Meinung nach eher in die Argumentation des Vatikans.
 
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  • #16
Im angesprochenen Thread bin ich die #12 (M30).
Mein Punkt war "Intakte Familie mit sich liebenden Eltern -> positives Vorbild".

Die FS war zum Zeitpunkt der Scheidung 20, also eine ausgereifte, junge Person. Des Weiteren stand nichts von "no go". Es ist Idealbild. Je näher dran, umso besser.
Mir ist bei einer Frau ein positives Männerbild sehr wichtig. Bei einer Scheidung in jungen Jahren besteht die Gefahr (KEIN Muss!), dass die AE Mutter wissentlich oder unwissentlich die Tochter mit ihrer Verbitterung "vergiftet". Selbst wenn das nicht stattfindet - es fehlt das männliche Vorbild.

In einer Zeit, in der es en vogue ist, Männer schlecht zu behandeln, über sie schlecht zu reden, biestige uncharmante Scherze (natürlich "lieb gemeint") zu machen usw usf., ist eine charmante Frau mit Manieren und Respekt etwas Besonderes. Der allgemeine Trend zur niveaulosen Verunterschichtung und Vermännlichung der Frau (gerne unter dem Etikettenschwindel "starke Frau" im Umlauf) ist extrem unattraktiv. Viele Menschen sind Konsumelite (Geld = Elite), aber keine menschliche, moralische Elite. Auf letzteres kommt es mir an.

Auch wenn der Großteil wieder alles eifrig rationalisieren, umdeuten und meinen Beitrag mit unsachlichen Unterstellungen bombardieren wird - eventuell hilft es einigen bei der Selbstverbesserung / Selbsterkenntnis.

M30
 
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  • #17
Ich kann mich #9 nur anschließen und außerdem sind Scheidungskinder meist problembehaftet in dem Sinne, dass sie meist ein angespanntes oder gar kein Verhältnis zu einem Elternteil haben. Ich ziehe einen Partner vor, der wie ich aus einer intakten Familie stammt.

Eine Beziehung auf Augenhöhe halt!
 
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  • #18
Hatte 2 mal Beziehung mit Scheidungskindern - eine Katastrophe !! Kein Wunder - sie haben nicht gelernt, wie eine Beziehung funktionieren kann. Also - nie wieder! Sorry!
 
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  • #19
Scheidungskinder können keine Beziehung führen? Ich habe selten sowas d... gelesen!!!!
Wenn das so wäre, dann wird die Menschheit ziemlich bald aussterben!

Wer dich mag, der nimmt dich so, wie du bist! Ob deine Eltern geschieden sind oder nicht, was macht das für ein Unterschied? Du musst es ihnen ja nicht gleichmachen!

Alles Gute!!!
 
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  • #20
Mir ist bei einer Frau ein positives Männerbild sehr wichtig.

Der allgemeine Trend zur niveaulosen Verunterschichtung und Vermännlichung der Frau (gerne unter dem Etikettenschwindel "starke Frau" im Umlauf) ist extrem unattraktiv.

Auch wenn der Großteil wieder alles eifrig rationalisieren, umdeuten und meinen Beitrag mit unsachlichen Unterstellungen bombardieren wird - eventuell hilft es einigen bei der Selbstverbesserung / Selbsterkenntnis.

M30
Vielleicht hilft ja auch die Selbsterkenntnis weiter, dass ein positives Männerbild und ein negatives Frauenbild des Mannes nicht unbedingt zusammenpassen. Und bei Frauen zuallererst an Alleinerziehende, die über Männer lästern und einer Vermännlichung der Frau zu sprechen, spricht nicht gerade für ein positives Frauenbild. Dazu würde doch gut eine Frau passen, die angeblich geprägt durch ihren Vater, Angst hat, dass der Mann ein schlechter ist, und lange Vorträge über die schlechten Männer heutzutage hält.
 
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Gast

  • #21
Meine Eltern sind geschieden - Ein No-Go bei der Partnersuche?


Man könnte auf solchen Fragen immer wieder dieselbe Standartantwort geben..

Für vereinzelte wäre das bestimmt ein Nogo..Wie viele andere Dinge auch.

Für die grosse Mehrheit nicht..

M47
 
  • #22
FS warum soll es ein Makel sein. Du warst schon 20, schon eine Persönlichkeit. Irgendwer wird immer ein NOGO an allem Möglichem finden. Was ist mit Kindern aus so "intakten" Familien, die nur den Schein nach außen wahren? Frauen, die es ertragen Jahrzehnte betrogen zu werden. Ehen, bei denen nur Streitereien an der Tagesordnung sind. Niemand blickt von außen hinter die schön aufrecht gehaltenen Fassade.
Die Freundin meiner Tochter erzählte, sie wäre froh, wenn ihre Eltern sich scheiden lassen würden, jeden Tag Streit und Schreierei. Nach außen großes Haus, zwei große Autos, tolle Urlaubsreisen, er neben seinem tollen Job auch politisch aktiv, dauert neue Verhältnisse. Vor so einer Frau hätte ich keinen Respekt, in meinen Augen läßt sie sich kaufen. Was lebt man seiner Tochter damit vor: wenn du gut versorgt wirst, musst du alles ertragen.
Von der Sorte gibt es viele Ehen, weit entfernt von einer funktionierenden Beziehung. w52
 
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  • #23
..also mal ehrlich, würde mich jemand beim ersten Date fragen, ob meine Eltern geschieden sind, würde ich ihn fragen, was ihn das eigentlich angeht - da wäre das Date ganz schnell zu Ende! Das kann mich jemand fragen, der mich schon besser kennt - aber als Kennenlernkriterium - gehts noch?
 
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Gast

  • #24
Was Scheidungskinder (im besten Falle) von ihren Eltern gelernt haben - und Kindern aus intakten Familien entsprechend fehlt:

- dass Probleme , die unter den Teppich gekehrt werden, irgendwann hervordrängen,
- dass gegenseitiges Anbrüllen wenig hilfreich ist,
- dass Lügen heraus kommen,
- dass Leichtfertigkeit negative Folgen hat,
- das die Leidensfähigkeit Grenzen hat,
- dass eine Ehe, in der fortlaufend gestritten wird, schlimmer ist, als eine Trennung

aber auch:
- dass es sich manchmal lohnt, dem Leben eine neue Richtung zu geben,
- dass man in jedem Alter einen Neuanfang wagen kann,
- dass man bei einer Trennung keine schmutzige Wäsche waschen muss,
- dass man auch ohne Rechtsanwalt klar kommen kann,
- dass vorher depressive Elternteile in einer neuen Beziehung heiter und entspannt sind

Hast du auch etwas für dein Beziehungsverhalten aus der Trennung deiner Eltern gelernt? Dann ziehe daraus deine Stärke.

Nein, kein NOGO. Dafür gibt es heute zu viele Scheidungskinder. Und die, die ein NOGO darin sehen, sind eh nicht die Richtigen für dich!