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Gast

  • #1

Meine Frau hat eine Fehlgeburt erlitten, seitdem fühlt sie sich minderwertig

- wie kann ich ihr helfen?
 
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Gast

  • #2
ich kann dein problem sehr gut verstehen - sehr guten freunden von mir ist das selbe passiert. ich denke es ist ja für euch beide schwer, das geschehene zu verarbeiten und über die trauer hinweg zu kommen.

ich glaube, man wird sich immer als frau in gewisserweise "schuldig" fühlen und wird immer das gefühl haben von anderen bemitleidet zu werden oder ähnliches...

einen rat geben ist echt schwer und wahrscheinlich ist es auch viel verlangt dir zu raten noch aufmerksamer zu ihr zu sein als sonst, da du ja selbt mit deiner trauer zu recht kommen muss. ich denke gespräche in aller ruhe helfen euch beiden über alles hinweg zu kommen und wieder mut und zuversicht zu fassen.

macht einen schönen wochenendeausflog oder ähnliches und lass eure seelen etwas baumeln! auch wenn es jetzt schwer ist, verliert nicht die liebe und den respekt für einander!

ich wünsche euch von herzen alles gute!
 
  • #3
Der Anteil an Frauen mit Fehlgeburten ist sehr hoch! Das ist keine Seltenheit, sondern nur Tabuthema. Schlag mal entsprechende Seiten im Internet auf und Du kannst Deine Frau beruhigen. Alles nichts Dramatisches!
 
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Gast

  • #4
Joana
Eine Fehlgeburt zu erleben ist traumatisch für die meisten Frauen...
Wenn sie wirklich gute fachkundliche Hilfe in Anspruch nehmen will, google mal Somatic-experiencing e.V. ...
Das ist eine hier in Deutschland noch nicht so bekannte,aber wirklich wirksame Methode zur Auflösung von Schocktraumata. Du findest auch eine Liste mit Therapeuten und Psychologen, die in dieser Methode ausgebildet sind.
Hat mir so wunderbar geholfen.
Ich hab sogar inzwischen auch die Ausbildung gemacht und kann jetzt anderen helfen...
Der Ansatz ist körperorientiert und nicht bloße Gesprächstherapie ( die hilft nämlich bei Schocktraumata nicht wirklich. Kann es sogar noch schlimmer machen)...
Ich bin sicher sie kann es schaffen!!!
 
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Gast

  • #5
Vielleicht solltest Du es mal so sehen. IHR BEIDE habt ein Kind verloren.
Vielleicht glaubt Deine Frau, dass Du ihr unbewußt Vorwürfe machst?
Redet miteinander!
Wenn es Euch nicht gelingt gemeinsam um dieses Kind zu trauern (und wenn es noch so klein war) wird sein Tod immer zwischen Euch liegen. Gebt dem Kind einen Namen. Und begrabt es gemeinsam symbolisch.Vielleicht kann Deine Frau ein kleines Baby aus Ton formen, dann wird es ihr möglich das Geschehene zu be-greifen.Und kann die Seele des Kleinen leichter gehen lassen.
...und noch etwas:Die Seelen der Kinder die (zu) früh gehen, wollen vielleicht nur eines: sich geliebt fühlen.
Bei der Trauerarbeit kann ein guter systhemischer Therapeut von Nutzen sein.
Ich kenne einige Beziehungen, die an einem nicht betrauerten Kind zerbrochen sind.

Viel Glück Euch beiden!
 
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Gast

  • #6
Nach einer kürzlichen Totgeburt meiner Schwester denke ich: Die Seele des kleinen Menschenkindes ist in Deiner Frau herangewachsen - Du hast daran teilgenommen - und sie ist ist auch dort für immer. Seele ist Energie, die nicht verlorengeht, sondern nur umgewandelt wird. D.h. Euer gestorbenes Kind hat seine Seele bei Euch gelassen und wird immer bei Euch sein. Dennoch ist es sicher gut, gemeinsam ein Ritual zu finden, das den Abschied und das Loslassen erleichtert. Begraben fände ich persönlich zu schmerzhaft, denn dann fühlt man sich immer gezwungen, weiter zu trauern und der Schmerz lässt nicht los. Am schönsten finde ich, wenn man die Möglichkeit hat, Asche ins Meer zu streuen (Geht via Schweiz). In der Kürze kann ich mehr nicht sagen.
 
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Gast

  • #7
Das Kind war im Bauch Deiner Frau, für sie ist es schlimmer als für Dich.
Du kannst ihr viellicht helfen, wie Du ihr in einem normalen Trauerfall helfen würdest.
Beerdigung, Trauerfeier und über den Verstorbenen sprechen.
Wenn ein lieber Mensch im Verwandten- oder Bekanntenkreis stirbt, muss man auch darüber hinweg kommen. Das dauert natürlich.

Ihr habt sicher schon Dinge für das Baby gekauft?
Packt diese diese Dinge in eine schöne Schachtel und baut etwas ähnliches wie einen Altar darauf oder drum herum.
Betet mit Kerzen für das verlorene Kind. Ihr müsst beide durch die Trauer durch. Es ist jemand gestorben, der Euch sehr wichtig war.
Die Sachen könnt Ihr dann z. B bei der Caritas oder der Arbeiterwohlfahrt spenden, für ein zweites, eigenes Kind aufheben wäre evtl zu schmerzhaft.

Lass auch Du Deine Trauer zu. Leider ist es häufig, dass Eltern ihr Kind während der Schwangerschaft verlieren. Es gibt viele Gruppen, die Gespräche anbieten.
Wichtig ist, dass Du Deine Frau ernst nimmst und ihre Gefühle nicht runterspielst. Sie muss mit anderen Frauen sprechen, die das gleiche erlebt haben. Dann fühlt sie sich normaler. Sie hat nichts falsch gemacht. Das muss sie verstehen lernen. Es ist Schicksal, sie kann noch ein oder mehrere gesunde Kinder bekommen.

Euch alles Gute
 
  • #8
Dieser Thread ist aus 2008 und hat sich somit erledigt.