• #1

Meine Frau verhält sich seltsam. Was soll/kann ich tun?

Hallo zusammen,

Bin 37 j. Und seit 12 Jahren jetzt läuft das 7 Ehejahr zusammen. Wir haben eine wunderbaren Sohn 4 j.. wir hatten nie große Probleme mit einander es lief immer für beide gut. Uns fehlt an nichts. Kleines Häuschen, Urlaub, alle 2 Wochen Ausflüge mit Kind aber auch ohne. Sexleben und allgemeine Körpernähe ist immer ausreichend da gewesen. Wenn einer Probleme hatte standen wir es gemeinsam durch. Beide haben gute Arbeit. Alles war super. Leider kam letztes Jahr eine Krise bei mir. Ich war mir mit mir selbst nicht sicher. War bei vielen Ärzten bis das Problem endlich gefunden wurde. Und es war/ist Midlife gewesen, etwas früh aber kommt vor. Meine Frau stand mir die ganze Zeit zu Seite und hat mir daraus geholfen. Ich habe sie in der Zeit nicht betrogen oder verletzt , ich war einfach in mich gekehrt und habe sie in der Zeit mit ihren Problemen oder Sorgen im Stich gelassen. Was mir sehr leid tut. Jetzt seit etwa 2 Monaten ist sie wie ausgewechselt. Und weiß nicht was ich tun kann. Sie macht alles so wie immer,
Nur redet sie kaum noch weder mit mir noch mit Kind. Es gibt keine körperliche Nähe nur gute Nacht- und Abschiedsküsse. Sie will das jetzt nicht. Ich akzeptiere das auch. Meint sie hätte irgendwie keine Kraft und will alleine sein. Möchte aber nicht irgendwie ausgehen oder so. Ich habe sie für paar Tage auf Wellness geschickt, damit sie von uns und Arbeit abschalten kann. Hat nichts gebracht. Habe ihr angeboten, dass ich paar Wochen ins Hotel gehe. Oder sie. Will sie aber auch nicht. Über das Problem selber will sie auch nicht reden. Sie hat sich stark zurück gezogen. Wir machen auch keine Ausflüge mehr. Sagt nur, sie weiß nicht, was mit ihr los wäre, wo ihre Gefühle stehen. Und ich soll einfach ruhe geben, es würde sich einpendeln irgendwann. Ich habe das Gefühl, alles was ich irgendwie versuche, macht es schlimmer. Kennt das jemand und kann mir vielleicht einen Tipp geben, wie ich damit umgehen soll oder verhalten soll?

Vielen Dank
 
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  • #2
Wenn sie meint, dass Du ihr Ruhe geben sollst, dann tue das. Niemand kann hier herausfinden, was im Kopf Deiner Frau läuft. Und es gibt noch eins. Du hattest eine schöne Basis für eine Beziehung: Ihr wart geistig miteinander stark verbunden und habt den Faden verloren. Versuche, den wieder zu finden, aber ohne Drang und Eile...
 
  • #3
Nur redet sie kaum noch weder mit mir noch mit Kind. Es gibt keine körperliche Nähe nur gute Nacht- und Abschiedsküsse. Sie will das jetzt nicht. Ich akzeptiere das auch.
Da unterscheiden wir uns, ich würde das nicht akzeptieren, du akzeptierst es, also hast du kein Problem damit!
Meint sie hätte irgendwie keine Kraft und will alleine sein. Möchte aber nicht irgendwie ausgehen oder so. Ich habe sie für paar Tage auf Wellness geschickt, damit sie von uns und Arbeit abschalten kann. Hat nichts gebracht. Habe ihr angeboten, dass ich paar Wochen ins Hotel gehe. Oder sie. Will sie aber auch nicht.
Für meine Begriffe verhältst du dich total falsch, ein Mann der seiner Frau alles ermöglicht, verliert die Frau, eine solche Frau verliert die Achtung für den Mann. Und wenn nicht gesprochen wird über das Problem oder über die Probleme ist das der erste Schritt zur Trennung!
Sie hat sich stark zurück gezogen. Wir machen auch keine Ausflüge mehr. Sagt nur, sie weiß nicht, was mit ihr los wäre, wo ihre Gefühle stehen. Und ich soll einfach ruhe geben, es würde sich einpendeln irgendwann. Ich habe das Gefühl, alles was ich irgendwie versuche, macht es schlimmer. Kennt das jemand und kann mir vielleicht einen Tipp geben, wie ich damit umgehen soll oder verhalten soll?
Du bist nicht alleine mit deinem Problem dieses Problem gibt es zu Hunderttausenden, ich kenne genügend solche adäquate Probleme, du verhältst dich falsch für meine Begriffe.
Ich sage dir, wie ich mich verhalten würde, ich würde sie konfrontieren mit einer Trennung, wenn sie ihr Verhalten mir gegenüber nicht aufweicht und nicht bereit ist, mit mir zu sprechen und das sage ich nicht nur, sondern das ziehe ich auch durch, anders kommst du an diese Frau nicht dran und wenn sie ihr Verhalten nicht verändert, dann weißt du doch, dass sie nicht mehr mit dir zusammen sein möchte!
 
  • #4
War bei vielen Ärzten bis das Problem endlich gefunden wurde. Und es war/ist Midlife gewesen, etwas früh aber kommt vor. Meine Frau stand mir die ganze Zeit zu Seite und hat mir daraus geholfen.

Umgekehrter Fall? Dann solltest du ihr jetzt auch zur Seite stehen. Aber sie sollte sich ebenfalls etwas öffnen, damit du nicht wie ein Blödmann durch die Weltgeschichte rennst.
Sie sollte jetzt wissen wie sich deine Seite anfühlt und versuchen es auch in Angriff zu nehmen.
Denn Verdacht, es könnte noch was anderes sein,will ich mal im dunklen lassen.
Aber du hast Recht, ich würde mich auch nicht so abspeisen lassen.

m47
 
  • #5
Ich denke, du verhältst dich schon sehr gut und tust eigentlich alles, was du tun kannst: für sie da sein, Unterstützung anbieten.

Das Problem muss sie jedoch selbst lösen.

Schade ist aber, dass sie sich dir so gar nicht öffnet. Und auf Dauer ist es nicht ok, dass du gar nicht weißt, was los ist. Das ist nicht partnerschaftlich, dich da so im Dunkeln zu lassen.

Denn natürlich sind auch deine Bedürfnisse wichtig und es ist verständlich, dass du dauerhaft nicht so leben möchtest.

Ich denke, dass du ihr das auch so sagen solltest - auf einfühlsame Art und Weise, ohne Vorwürfe, am besten indem du dich erstmal dafür bedankst, dass sie in deiner Krise so zu dir gestanden hat und Verständnis dafür zeigst, dass das vielleicht auch für sie eine schwierige Zeit war.

Vielleicht hat deine Krise in ihr eben auch was ähnliches ausgelöst - dass sie sich fragt, ob das jetzt schon alles im Leben war?

Wenn ja, könnt ihr vielleicht gemeinsam eine neue Zukunftsperspektive entwickeln, neue Dinge ausprobieren - jeder für sich oder gemeinsam - und den anderen darin bestärken sich weiterzuentwickeln.
 
  • #6
Und es war/ist Midlife gewesen, etwas früh aber kommt vor. Meine Frau stand mir die ganze Zeit zu Seite und hat mir daraus geholfen. Ich habe sie in der Zeit nicht betrogen oder verletzt , ich war einfach in mich gekehrt und habe sie in der Zeit mit ihren Problemen oder Sorgen im Stich gelassen.
Könnte es sein, dass Ihre Frau nun sehr Ähnliches erlebt wie zuvor Sie? Und auch genauso reagiert wie Sie, also mit Rückzug und Schweigen. (Was übrigens sehr wohl verletzend auf den Partner wirkt.) Sie können wohl nichts weiter tun. Außer zur Paarberatung gehen. Allein oder idealer Weise mit ihr zusammen.
 
  • #7
Als du, lieber FS, dich vor einiger Zeit zurück gezogen hast (»Leider kam letztes Jahr eine Krise bei mir ... Meine Frau stand mir die ganze Zeit zu Seite und hat mir daraus geholfen ... ich war einfach in mich gekehrt ...«) musste deine Frau damit klar kommen. Jetzt bist du nicht in der Lage, ihre »Krise« zu sehen und ihren Wunsch nach Ruhe zu akzeptieren? Dürfen Frauen keine Midlifecrisis haben, Auseinandersetzung mit der beginnenden Menopause ... oder was auch immer?

Hab Geduld, sag ihr das, zeig dein Verständnis bis sie wieder zu sich selbst gefunden hat.
... ich würde sie konfrontieren mit einer Trennung, wenn sie ihr Verhalten mir gegenüber nicht aufweicht und nicht bereit ist, mit mir zu sprechen und das sage ich nicht nur, sondern das ziehe ich auch durch,
Dieser »Ratschlag« ist kontraproduktiv. Lass die Finger davon!
 
  • #8
Also wenn ich das richtig verstanden habe, hattest du dich über ein Jahr lang stark zurückgezogen, beschreibst es selbst als Midlifecrisis. Das bedeutet ja, dass man sein Leben und seine Beziehung hinterfragt oder in Frage stellt, damit natürlich den anderen verunsichert oder traurig macht, auf jeden Fall sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Vielleicht hat deine Frau dir gar nicht so souverän beigestanden, sondern sich aufgrund deines Rückzugs mit zunehmender Ratlosigkeit oder Verzweifelung um dich oder die Beziehung bemüht? Und jetzt, nach über einem Jahr sind ihr selbst zweifel gekommen, Gefühle verschwunden? Vielleicht hinterfragt sie nun ihrerseits ihr Leben und eure Beziehung oder ist nach dem kräftezehrenden, vergeblichen bemühen um dich in eine Art Depression gerutscht?

Es liegt zumindest nahe, dass -WENN ihr jahrelang eine ausgewogene, glückliche Beziehung hattet- es etwas mit deiner Krise, deinen Zweifeln, deinem Infragestellen zu tun haben könnte. Ich finde es zumindest untypisch eine Midlifecrisis und ein Kleinkind zu haben. Eigentlich sollte doch so ein süßes dreijähriges Kerlchen ganz andere Emotionen auslösen. Wie alt sind du und deine Frau?

Wie auch immer- gib ihr die Zeit und Zuwendung, die sie dir gegeben hat, setze sie nicht unter Druck, sei du mal der Fels in der Brandung, auch für dein Kind. Bleibt in achtsamem Kontakt und nehmt notfalls einen Therapeuten oder eine Familienberatung zur Hilfe.
 
  • #9
Dieser »Ratschlag« ist kontraproduktiv. Lass die Finger davon!
Muss immer wieder den Kopf schütteln wie viele Menschen sich aus der Unfähigkeit heraus, aufgrund mangelndem Selbstwert, Selbstbewusstsein etc. für das Leid und für den Herzschmerz sich entscheiden. Man kann ganz einfach sagen, dass die Schmerz- und Leidens grenze für diese Menschen noch nicht erreicht wurden, also eben weiter leiden.
Wer diese Lektion gelernt hat, wartet nicht mehr so lange bzw. gar nicht mehr, es ist verplemperte Energie- und Lebenszeit. Leiden und Herzschmerz lehne ich in der Beziehung und überhaupt ab, was nicht gut tut, sollte man nicht hin- bzw. annehmen, und ein jeder ist für sich, alleine und selbst verantwortlich!
 
  • #10
Ja ich habe schon alles mögliche angeboten. Paartherapie oder einfach mit jemanden reden. Es würde ihr helfen. Ich weiß wie das ist, wenn man los lassen kann . und sie war ein guter Zuhörer. Aber will sie sich nicht öffnen. Und sagt sie will mit niemandem reden. Sie meinte nur gestern zu mir . Das Jahr hätte Spuren hinterlassen. Ich weiß nicht wie ich mit dieser Aussage umgehen soll. Ich möchte ihr genau so zu Seite stehen, wie sie an meiner stand. Aber sie lässt nichts zu.
 
  • #11
Du nervst.

Meinst wohl du selber darfst Krisen haben ... und wenn andere mal einige Wochen oder Monate ihre Seele sortieren wollen ... dann machst du einen auf 'Wichtig' und spielst DICH in den Mittelpunkt.
Stell dir vor:
Sogar verständnisvolles Geschwätz kann zuviel sein.
Auch besorgte Blicke können nerven.
Selbst liebgemeinte Zärtlichkeiten können Energieraub sein - wenn sie vorwiegend DEINER eigenen Bestätigung dienen.

Deine Frau hat immer perfekt funktioniert - alles wie im Bilderbuch.
Sogar DEINE fast einjährige Krise hat sie noch gemeistert.
Dann war sie ausgebrannt.
Will einfach mal allein sein - ALL EINS mit sich selber -
und schon rotierst DU wieder dazwischen, bestellst sie zur Wellness - wo wieder nur viele fremde Leute um sie herum sind und oftmals geschäftig an ihr herum tatschen ... (Ich kenne diese Branche) oder fremde Frauen am Tisch die schnattern ...
Wirklich zur Ruhe gekommen ist sie jedenfalls nicht!
Keine Sorge - die meisten Frauen gehen von Zeit zu Zeit gern mal auf 'Tauch-Station' ... aber seit ihr Männer nicht mehr wochenlang zur Jagd reitet ... merkt ihr das halt mehr ... bzw. ... die Frauen können es nicht mehr so einfach, ohne dass Gatterich dazwischen funkt oder mit Trennung droht ...

Hier noch das passende Gedicht:

Sollte ich von Zeit zu Zeit müde werden
sage nichts
Dann habe ich etwas Wichtiges
irgendwann, irgendwo verloren
Lass mich dann in Ruhe
allein suchen gehen
Wach werde ich
zu dir zurückkommen

(und wann dieser Zeitpunkt dann ist - bestimmt nicht der Kalender ... sondern die Seele. Da gibt's nix zu reparieren und Erwartungen sind fehl am Platz ... wenn man diesen Menschen liebt, und nicht halt irgend einen neben sich will weil es bisher immer so war ... )
 
  • #12
Sie meinte nur gestern zu mir . Das Jahr hätte Spuren hinterlassen. Ich weiß nicht wie ich mit dieser Aussage umgehen soll.

Nun, nimm sie ernst.

Sie stand Dir in Deiner Zeit bei, da warst Du nicht zugänglich, und es war nicht einfach für sie. Sie hielt es aber aus. Hast Du Dich da bedrängen lassen?

Jetzt braucht sie ihre Zeit, um das zu verarbeiten - und sie sagt genau, wie sie es möchte. Mit Ruhe, mit Zeit zum Nachdenken, reflektieren, sich selbst sortieren. Ohne Druck und Einmischung von außen.
Mit Druck erreichst Du das Gegenteil, sie hat von Deiner Seite nun die Achtung und den Respekt verdient.

Es kann sein, das sie nun zum Schluss kommt, dass Deine Krise die Partnerschaft doch zu sehr belastet hatte, und Dein Verhalten jetzt diesen Eindruck verstärkt, bestätigt.

Warum kannst Du sie so gar nicht verstehen und auf sie eingehen?
Du hast Dich ein Jahr "seltsam" verhalten - korrekt ausgedrückt, aus der Partnerschaft zurück gezogen, meinst Du, ihr ging es gut damit? Natürlich hast Du sie verletzt, den Partner mit Euren Problemen alleine zu lassen, ist eine große Verletzung, ebenso wie sich von ihm spürbar zu distanzieren.

W,49
 
  • #13
Ich denke, du solltest ihr dringend raten, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Letztes Jahr warst du in einem Loch. Jetzt scheint sie darin zu sitzen - aber es scheint mehr (Depression?) zu sein ...

Nur redet sie kaum noch weder mit mir noch mit Kind.

Da sollten die Alarmglocken schrillen. Sie zieht sich nicht nur vor dir zurück - das kann man anhand der Vorgeschichte verstehen - sondern auch vom vierjährigen Kind. Das ist absolut ungewöhnlich und unbeunruhigend. Schaue, dass deine Frau schleunigst Hilfe bekommt und versuche den Sohn aufzufangen!
 
  • #14
Deine Frau ist in der gleichen Situation wie Du vor einem Jahr - vermutlich genau deswegen.
Wenn sie abblockt weil sie nach dem letzten Jahr kein Vertrauen in Deine Kompetenzen hat (hätte ich auch nicht), dann kannst Du nichts tun. Sie muss sich selber die Hilfe holen, die für sie geeignet ist.

Aber will sie sich nicht öffnen. Und sagt sie will mit niemandem reden. Sie meinte nur gestern zu mir . Das Jahr hätte Spuren hinterlassen. Ich weiß nicht wie ich mit dieser Aussage umgehen soll.
Du solltest akzeptieren, dass sie Beistand von Dir nicht annehmen kann, weil sie zu Recht kein Vertrauen in Deine Kompetenzen hat.

Ich wundere mich immer, dass sich Leute zum Coach berufen fühlen, wenn sie sich in einem Lebensbereich so richtig auf die Nase gelegt haben (z.B. angeblich jobbedingtes Burnout).
Sie werden Coach, fühlen sich geläutert, ohne jemals bewiesen zu haben, dass sie Erkenntnisse gewonnen haben und es nun besser hinbekommen. Sie werden Coach, um sich nicht mehr in ihrem alten Umfeld beweisen zu müssen - ein unglaubwürdiger Witz für mich und werden nicht akzeptiert, wenn ich einen Coach für mich oder einen Kollegen anheure. Wer mich coachen will, muss bewiesen haben, dass er es kann = Erfolg.

Du solltest akzeptieren, dass sie Dich als "Coach" nicht annehmen kann. Gleichzeitig solltest Du im Dialog bleiben, Grenzen setzen und ihr klarmachen, dass ihre Blockadehaltung kein Dauerzustand sein kann.

Für mich klingt das nach einer veritablen Depression, sicherlich bedingt durch die hohe Belastung Deiner "Midlifecrisis" - allein mit vielen Sorgen: kleines Kind, beide berufstätig, finanzielle Belastungen durch Immobilie, Du keine verlässliche Größe mehr....
 
  • #15
Du willst irgendwas tun und sie hat Dir gesagt, was Du tun sollst, also was sie will. Das ist schwer, weil sie in Ruhe gelassen werden will, aber Du weißt es jetzt, sie will nicht reden, sie will keine Paartherapie usw..

Vielleicht kann man es so erklären: Durch Deine Krise hat sie sich aufgerieben und fragt sich jetzt, ob sie das nur aus Gewohnheit, also wegen eurer Bez., die nicht mehr in Frage gestellt wurde, gemacht hat, oder aus Liebe. Oder sie merkt nun, Du bist übern Berg und sie braucht jetzt für sich erstmal Abstand. Auf die Weise, wie es ihr am besten liegt, also anscheinend nicht, indem Du ins Hotel gehst oder sie in Urlaub, usw. sondern, indem der Alltag weiterläuft und sie sich abkapselt.

Vielleicht findet sie zurück, wenn Du sie in Ruhe lässt. Wenn sie merkt, dass sie wieder auf Dich zugehen will. Vielleicht ist es Überlastung, eine Depression, weil sie auch älter wird?

Ich versteh, dass Du Dich bemühen willst. Ich würde auf sie achten, leise alles machen, von dem ich denke, dass es ihr hilft. Einfach, dass sie sieht, dass Du sie nicht aufgegeben hast und weiterhin liebst, aber ohne Dich aufzudrängen mit Deinem Was-tun-Wollen.
Und sei für Dein Kind da, das versteht nicht, was los ist, und gibt sich selbst die Schuld, dass die Mutter sich abwendet/verschlossen ihm gegenüber ist. Mach allein Ausflüge mit eurem Kind, dann kann die Frau in ihrem Umfeld sein und mal das Gefühl haben, sie ist ganz für sich.
 
  • #16
Ich frage mich, ob etwas in deiner Frau zerbrochen ist? Du hattest eine einjährige Krise und hattest Therapie gemacht und es stellte sich heraus, dass du eine verfrühte midlife crisis hattest. Vermutlich hattest du fast alle oder alle Anzeichen einer Depression und warst in dir selbst eingesperrt und eingekapselt und in dieser Zeit hattest du keine Augen, kein Ohr, kein Kopf für sie - kein Verständnis. Menschen in einer psychischen Krise sind so sehr mit sich selbst beschäftigt (kreisen nur um sich selbst), als gebe es keine anderen Menschen auf der Welt und als hätte die eigene Partnerin keine Wünsche, Bedürfnisse, Sorgen, Probleme.

In diesem einen Jahr muss deine Frau sich extrem einsam und verlassen gefühlt haben komplett auf sich selbst gestellt und auch im Stich gelassen gefühlt haben von ihrem eigenen Ehemann. Diese einjährige Krise hat wohl bei ihr den Gedanken hervor gebracht: „auf meinen Mann kann ich mich nicht verlassen, wenn ich ihn brauche, weil ich mich in diesem einen Jahr komplett kräftemässig verausgabt habe, nur für ihn da zu sein und ihn zu unterstützen.“

Ich denke deine Frau ist immer noch sehr tief verletzt und es ist, wie wenn sie dir einen stummen Vorwurf macht. Obwohl du selbst für die Krise nichts kannst und sie durch irgendetwas ausgelöst wurde. (das macht meine Schwester auch, indem sie mir sogar Vorwürfe macht und mich für alles verantwortlich macht weil ich selbst eine chronische Erkrankung habe und dadurch immer ihre Bedürfnisse und Wünsche zurück stehen mussten).

Und ich weiss, was euch wahrscheinlich helfen kann. Schreibe ihr einen Brief, gehe auf sie ein und schreibe darin, dass du während der Krise gar nicht gesehen hast, wie sehr deine Frau auch darunter gelitten hat, dass sie Wünsche, Bedürfnisse und Sorgen hatte und dass du für sie nicht da sein konntest. Schreibe ihr, dass du weisst, wie einsam und verlassen sie sich trotz eines Ehemanns gefühlt haben musste. Schreibe ihr auch, dass deine eigene Krise von damals euch jetzt emotional auseinander bringt und dass du wünschtest du hättest nie eine Krise bekommen und, dass es dir leid tut, dass es so gekommen ist. Sage ihr auch, dass du sie sehr gut verstehst, dass sie jetzt keine Kraft mehr hat und sich deswegen enttäuscht und verletzt zurückzieht. Bedanke dich bei ihr, dass sie dir beigestanden ist.

Wenn du das machst, dann zeigt das, dass du dich in ihre Haut in die damalige Zeit hinein versetzen konntest und sie jetzt gut verstehst. Und danach lasse sie bitte in Ruhe (nach diesem Brief) und du wirst sehen: sie wird auf dich zukommen. Wann kann ich dir nicht sagen aber sie wird es tun. Und dann wird alles besser!

Viel Glück!
 
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  • #17
Ich glaube, in der Zeit, wo du dich zurückgezogen hast, sie aber durchaus für dich da war - da ist etwas in ihr kaputtgegangen. In dieser langen Zeit hat sie gemerkt, dass es möglicherweise nie mehr unbeschwert wie früher sein kann. Natürlich hat sie sich im Stich gelassen gefühlt. Wenn sie möglicherweise zu den sensibleren Frauen zählt, muss das mit deiner Midlife-Krise besonders schlimm gewesen sein.

Häufig liest man in diesen Threads, dass bei jedweden Problemen mit Trennung "gedroht" werden soll. "Wenn du nicht wieder so bist wie früher, trenne ich mich von dir" Was würde man damit erreichen, außer dass noch mehr kaputt geht? Wenn einmal das Wort "Trennung" im Raum stand - dann ist der Riss erst recht da.
Eine Trennungsandrohung ist wie eine Erpressung.
 
  • #18
Hm
Also ich wäre vorsichtig damit die Füße stillzuhalten
Eine Frau die sich zurück zieht nach einer schlechten Phase will sich vielleicht trennen.
Ich war auch mal so weit.
Mein damaliger Partner hat mich in Ruhe gelassen und während ich ein Yoga Seminar machte, fuhr er auf Partyurlaub.
Mir hätte es geholfen wenn er mir einen Brief geschrieben hätte was er für mich empfindet, was er für die Zukunft mit mir wünscht. Wenn er signalisiert hätte das er mich nicht verlieren möchte.
Nichts kam
Da trennte ich mich und er fing an alle Register zu ziehen.
Schrieb mich an, schickte Blumen usw.
Ich empfand grosses Mitleid aber es erreichte mich nicht mehr.
Ich denke du musst ihr klar machen wie wichtig sie für dich ist ohne sie zu bedrängen.
Und dann macht gemeinsam Therapie um euch wieder zu finden.
Parallel was körperliches
Einen Tanzkurs. Einen Massagekurs oder so was.
Hoffentlich schafft ihr es noch.
Es kann leider auch sein, dass sie sich denkt, wenn du in. So einer frühen Phase der Beziehung einknickst.
Was ist wenn sie alt und gebrechlichbwird.
Bist du dann such gleich weg?
 
  • #19
Lieber FS, ihr hattet gemeinsam eure Probleme, Krisen bearbeitet und wart füreinander da.
Das ist ein schönes Gefühl und vermittelt Vertrauen und Sicherheit für den Partner.
Durch deine Krise hast du sie /euch infrage gestellt.
Ich kann deine Frau sehr gut verstehen. Obwohl sie dir ein Jahr beigestanden hat, war deine Unsicherheit was eure Beziehung betrifft, wie ein schleichendes Gift, dass jetzt seine Wirkung offenbart.
Ich glaube nicht, dass du noch irgendetwas bei ihr ereichen kannst. Ihre Gefühle für dich sind höchstwahrscheinlich nicht mehr vorhanden. Respektiere ihren Rückzug und warte auf ihre Entscheidung.
Das hast du dir alles selber eingebrockt .
Clarissa
 
  • #20
FS,


Finde ich auch und darüber hinaus nicht sehr empathisch.

Deine Krise ist (jetzt) ihre. Dein schlechtes Gewissen ihr diese einfach zugemutet zu haben kein guter Ratgeber und Motivator.

Akzeptiere erst einmal, dass es nicht mehr so sein wird, wie es mal war, was nicht unbedingt schlechter heißt.

Midlife-Krise ist ein Zweifeln an dem was bisher war und ein Abschied von diesem. Baue was Anderes auf, finde Neues, im besten Fall, Gemeinsames und lasse ihr die Zeit und Ruhe die sie braucht ohne sie zu lassen (Metapher).

Bei mir sah es so aus:
Wesentlich weniger Arbeiten, das Leben radikal entrümpeln/entmüllen und viel bewusster leben.

Leider ohne meine Ex.

Meine Tochter hat mich letzten gefragt wie sie ihrem Freund helfen kann. Meine Antwort: Zuhören, auch wenn der andere nichts sagt (Metapher).

PS: Auch da hat @Vikky Recht: Du musst Dich erst mal als Couch beweisen, vielleicht in eigener Sache.
 
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  • #21
Wenn ich mit einem Bauherren rede, werte ich ihn nicht als Amateur ab und erhebe mich als Profi.

Er weiß um seine Wünsche, Vorstellungen, und meine Aufgabe ist zuzuhören, ihn ernst zu nehmen, und daraus mit ihm tragfähige Möglichkeiten zu entwickeln . Mit Aufzeigen und Abwägen aller Chancen und Risiken, und auch mit Aufzeigen von Alternativen, die zielführend sein könnten.
Und dann entsteht etwas, was für den Bauherren richtig ist, was er als stimmig empfindet und entsprechend entschieden hat.

Das ist für mich mein Beitrag als Profi - Machbarkeit, Varianten, Möglichkeiten, Zielführend, und gerne dann die Realisierung, und das zur Verfügung stellen meines Fachwissens.
Dankbarkeit erwarte ich von meinem Bauherren nicht, die wäre mir peinlich, es ist ja mein Job. Ich freue mich aber, wenn sie meine Leistung anerkennen - und noch viel mehr, wenn ich sehe, dass sie zufrieden sind und sich in dem Haus wohl fühlen.

Analog sehe ich die Aufgabe eines Coaches -
Den Anderen als inkompetent zu bezeichnen, sagt alles über die Kompetenz von selbst ernannten, selbstherrlichen Coaches aus. Solche um Unterstützung zu bitten, ist wirklich naiv, Zeit- , Energie- und Geldverschwendung.

In einer Partnerschaft hat aber diese Aufgabe keine*r zu übernehmen.
Man kann unterstützen, für den anderen da sein, aber immer nur in dem Maß, wie es der andere möchte.
Zuhören - danke @QFrederick.

Und ich schließe mich @Vikky und anderen Vorpostern an - es klingt nach Indikatoren für eine Depression.
Das solltest Du ernst nehmen, und zumindest anregen - ohne Druck, mit Feingefühl und aus Deiner Sorge heraus - dass sie mal zumindest en Erstgesprach mit einem Psychotherapeuten vereinbart zur Klärung.

W,49
 
  • #22
Du hattest ein Jahr deine Kriese und deine Frau hatte in der Zeit zwei Kinder zu versorgen. Bei einem mit ungewissem Ausgang ob die Beziehung noch hält. Du kannst froh sein, dass deine Frau überhaupt noch bei dir ist. Sie wird ausgelaugt sein. Und in dem Jahr wird sie sich selber viel Fragen gestellt haben.
Jetzt bist du am Zug Verständnis für sie zu zeigen. Wenn sie sich die Ruhe wünscht, dann kümmer dich um euer Kind und lass ihr die Ruhe die sie braucht!
Ich glaub, dass man von keinem Partner verlangen kann, dass ein Jahr Krise einfach so ohne Nachwirkungen vorbei geht.
Paartherapie oder einfach mit jemanden reden. Es würde ihr helfen. Ich weiß wie das ist, wenn man los lassen kann
Jeder Mensch ist anders. Das Reden hat vielleicht dir gut getan, aber du fühlst nicht was in ihr vorgeht! Deine Frau braucht einfach nur ihre Ruhe. Du machst es nur noch schlimmer, wenn du das nicht akzeptierst und ihr weiter auf die nerven gehst.
Gib ihr das Gefühl, dass du für sie da bist wenn sie dich braucht und gib ihr die Zeit!
 
  • #23
Wenn ich mit einem Bauherren rede, werte ich ihn nicht als Amateur ab und erhebe mich als Profi.
Exakt. Sonst würdest du bald auch keine Jobs mehr bekommen.
Die meisten Bauherren, zumindest die welche nicht ihr erstes Objekt bauen, wissen, ob sie einen Profi vor der Nase haben.
Als Bauherr brauche ich einen freien Baugeist der mich begleitet.
Ein/e Architekt/in sollte mich inspirieren mit Ideen und Lösungen. Dann erkenne ich eine/n Profi.
Sie sollte meinem dunklen Bild im Kopf, Farben geben.
M48
 
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  • #24
Hallo Fifa,

du hattest letztes Jahr deine Krise, warst in dich gekehrt usw.
Deine Frau stand dir die ganze Zeit zu Seite und hat dir da raus geholfen.
Und nun hat eben sie eine Krise. Schick sie zum Arzt. Vielleicht stellt er auch was ähnliches fest wie bei dir. Und diesmal kannst du ihr dann helfen.
 
  • #25
Ich weiß das ich nicht unschuldig bin. Ich möchte ihr doch nur zu Seite stehen. Ich nimm ihr das Kind soweit es geht ab. Aber der kleine will auch zu der Mutter . Es ist einfach ein seltsames Gefühl. Selbst jetzt macht sie alles für uns ohne das wir was sagen, aber sie redet kaum. Ganz ohne reden geht es auch nicht. Es wird alles nur mit ja oder nein beantwortet. Sie nimmt von uns überhaupt nichts an. Ich mache was zum essen, es heißt sie will nicht, 5 Minuten später macht sie sich was. Sie hat sich verletzt und lässt mich nicht mal ein Pflaster drauf machen. Alle schreiben auf sie eingehen und einfühlsam sein. Aber wie? Wenn ich nicht mal bei einer Verletzung helfen darf.
 
  • #26
Bring dich bei Kind und Haushalt so intensiv ein, wie du nur kannst, lass ihr Luft, beobachte sie nicht andauernd.
Was hat sie in der Zeit, als es dir nicht gut ging, alles zusätzlich getan? Hängt das immer noch an ihr, ist jetzt Teil ihres normalen Arbeitspensums?

Male mit eurem Vierjährigen, lies im täglich vor, abends im Bett, vielleicht mit einer Kerze, geht zusammen Fußball spielen, backt Plätzchen und räumt danach die Küche selbst wieder auf ... etc.
Zeig ihr, dass du nicht auf ihre Anregungen wartest, ihr weiter bleiern am Bein hängst, sondern eigeninitiativ handeln und Papa sein kannst. Zeig eurem Kleinen, wie er helfen kann, den Tisch zu decken, die Spülmaschine auszuräumen, die Wäsche aus der Maschine zu holen, die schmutzigen Schuhe von draußen zu säubern, Weihnachtssterne zu basteln und am Fenster anzubringen... lass es nicht ihren Haushalt sein, sondern euren.
So wie sie sicher in deiner Krise mehr machte ohne von dir dazu aufgefordert worden zu sein, musst du dich jetzt einbringen, wenn sie wieder Mut fassen soll.

Fufa81- Fußballfan, geboren 1981? Ich hab es selbst nicht erlebt- aber diejenigen Frauen, deren Mann das Wochenende regelmäßig mit Spielen vor dem Fernseher verbringt, halten ohne Zusatzkrisen schon viel aus, finde ich. Welchen Raum nehmen deine allein wahrgenommenen Hobbys zeitlich ein? Hat sie ebenso viel Zeit für sich allein gehabt?

Wer richtete den Picknickkorb her, wenn ihr Ausflüge unternommen habt? Wer macht eurem Kind die Brotzeit, bringt es in den Kindergarten? Manche Männer ahnen nicht, was Frauen alles schon im Normalfall organisieren, ohne Krise. Wenn sie sich jetzt auch dem Kind gegenüber körperlich zurückzieht, ist das eine Verhaltensweise, die anzeigt, dass sie auch hierbei nicht weiter "geben" kann, sich emotional und kräftemäßig überlastet hat.

Übernimm jetzt Aufgaben, ohne es zu verbalisieren, aber sei nicht gereizt, wenn sie dazu Bemerkungen macht, wenn sie es anders haben möchte, weil sie es anders gewohnt ist. Versuche, dich einzufühlen, es ihr recht zu machen, ohne dauernd auf sie zu schielen. Für Machtkämpfe ist bei euch keinerlei Raum.

Und sprich nicht mehr darüber, dass du dir Sorgen machst, sie doch liebst. Aber wenn sie dir in ein paar Tagen einen Abschiedskuss gibt, kannst ihr danach über die Haare streichen, etwas später einmal sie auch kurz an dich ziehen, wohlgemerkt bei der Verabschiedung. Sag dazu nichts mehr, jetzt musst du Geduld haben.
Sie wird wissen, dass du es gut meinst, es aber erst wieder fühlen oder gar erwidern können, wenn sie mehr Kraft dazu hat.
Ich tippe auch auf eine Depression, hervorgerufen durch Überlastung, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit.
 
  • #27
Moin,

es hört sich für mich nach "Entliebthaben" an, leider. Woher kommt so was? Vom Mann wird Stärke und Sicherheit, "Stehen" zur Familie erwartet. Du hast dich unsicher, schwach, zum Verlassen bereit gezeigt... Auch deine Frau prüft - unbewusst - ständig, ob sie mit dir ein gutes, sicheres Los gezogen hat, auch ihre - unbewusste, biologische - Uhr tickt.

Du hast nichts Unrechtes getan, aber du hast tiefe Zweifel geweckt. Eventuell wäre sogar "ein bisschen" Fremdgehen weniger schlimm gewesen als so ein allgemeiner, tief sitzender Zweifel an der Entscheidung für deine Familie.

Was du tun kannst? Sei ein Mann, ein Anker, unabhängig vom Wetter, von Stimmungen. Gebe das, was du kannst, was du willst, bedingungslos.

manchmal
 
  • #28
...geht zusammen Fußball spielen ... Zeig ihr, dass du ... eigeninitiativ handeln und Papa sein kannst.

Ich glaube, dies ist das einzige, was du jetzt machen kannst. Sie ständig beobachten, fragen etc. will sie nicht. Das wird sie tatsächlich eher wie ein Klotz am Bein oder unsicheres Lauern empfinden. Bitte respektiere das, wenn du sie ernst nimmst. Sie will Abstand, ihre Ruhe, nicht Danke sagen müssen, nicht diskutieren, erklären oder beantworten.

Allein deine Wortwahl wie "Kind abnehmen" etc. erweckt den Eindruck, dass du die Kinderbetreuung als ihren Part und für dich als "Nebenamt" ansiehst. Dabei seid ihr beide berufstätige Eltern.

Traust du dir zu, jede zweite Woche komplett Haushalt und Kind zu übernehmen inklusive schöner Aktivitäten am Wochenende? Solltest sie dir in dieser Woche etwas abnehmen- und sei es noch so klein, beispielsweise einen Arzttermin für euer Kind anfragen, den Stromzählerstand ablesen, Wintersachen aus der Kiste holen, neue Kinderstiefel kaufen, weil die alten zu klein geworden sind, gleichst du das in der nächsten Woche aus. Wie selbstverständlich. Erst recht, wenn es um das frühe Aufstehen und den Tag vorbereiten geht. Und das alles auch noch ohne Dank oder Belohnung zu erwarten. Mit positiver Energie und Freude, die auf sie abstrahlt und ansteckend ist.
 
  • #29
Lieber FS,
aufgrund eigener Erfahrungen kommen mir die Aussagen deiner Frau und die Beschreibung ihres Verhaltens bekannt vor. Ich wusste ebenfalls nicht, was mit mir los war, hatte irgendwie keine Kraft mehr, wollte am liebsten alleine sein, auch nichts unternehmen, habe mich allerdings zu allem gezwungen. Auch ich war deutlich stiller als sonst und habe nur noch funktioniert, im Beruf und auch im Privaten.

Ich hatte irgendwie keinen richtigen Zugang mehr zu meinen Gefühlen, in mir war absolute Freudlosigkeit und eine innere Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit, totale seelische Erschöpfung. Damals war mein Umfeld allerdings selbst so belastet und mit eigenen Themen und Problemen beschäftigt, dass mich niemand auf meinen Zustand angesprochen hatte. Nach einigen Wochen gab es zum Glück immer längere Phasen, in denen ich mich wieder ganz normal gefühlt hatte, so als ob im Gehirn ein Schalter umgelegt wurde.

Erst viel später wusste ich, dass ich in diesen Wochen in der Akutphase einer Depression war, einer Erkrankung, während der der Stoffwechsel im Gehirn gestört ist. Mein Rat an dich wäre, dich über diese Krankheit zu informieren, im Internet gibt es einiges dazu, und dann mit deiner Frau zu sprechen und euch gemeinsam Hilfe zu holen. Ganz viel Kraft wünsche ich euch beiden!
w 54
 
  • #30
Es war vielleicht nicht die richtige Wortwahl . nur zu Zeit ist das so das irgendwie nur ich für das Kind existiere. Wir haben das Kind und Haushalt gleichermaßen angegangen . und ich habe genauso im Haushalt mit geholfen oder garten. Es ist mir klar das ich letztes Jahr dem nicht zu 100 % nachgegangen . Aber das Kind oder meine Frau habe ich nicht von mir gestoßen. Ich bin auch kein Fußball Fan der das ganze Wochenende vor der Glotze sitzt. Wir haben eine gemeinsame Leidenschaft das ist Eishockey. Aber zu Zeit kann ich nicht mal da abschalten. Es ist auch schon anderen aufgefallen das sie anders ist Eltern Geschwister und egal wer es angesprochen hat. Bekommt die Antwort es wäre alles gut.
Ich tue sie mit nichts unter Druck setzen. Das einzige was mir wichtig ist, das wir wenigstens einmal richtig mit einander reden könnten. Das Kind spürt das alles und weicht mir nicht von der Seite. Selbst wenn ich duschen gehe steht er daneben und redet mit mir.
 
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