• #1

Meine Freundin hat sich durch komplexe PTBS so verändert. Was tun?

Hallo, Ich bin eine Frau und war bis vor etwa einer Woche mit einer Frau zusammen, die komplexe PTBS hat. Wir waren neun Monate zusammen. Wir hatten wirklich eine wunderschöne Beziehung, die sehr innig war und von beiden Seiten sehr starke Gefühle waren.
Sie sagte mir oft, dass sie so eine Beziehung noch nie hatte, in der sie so starke Gefühle empfand. Wenn wir stritten war sie wie ein anderer Mensch, aber danach war sie wieder, die Frau, die so toll war. Öfters sagte sie, dass um so stärker die Gefühle für mich werden, um so mehr Angst bekäme sie, aber dass alles gut ist und sie glücklich mit mir ist. Ich merkte, dass nach und nach Fragen aufkamen, wie z.B. wird es noch so zwischen uns sein, wenn Corona vorbei ist?Ich nahm ihr immer dir Angst, doch es beschäftigte sie. Vor etwa zwei Wochen hatte sie eine nicht so einfache OP. Seit dem ist sie wie verändert. Meine Freundin und ich hatten aber nach der OP noch wunderschöne Tage zusammen, sie sagte mir immer und immer wieder wie schön es mit uns wäre. Seit fast 14 Tagen bekomme ich nur noch Vorwürfe.
Das größte Ding, was sie mir vorwirft ist, dass ich sie mit einem Mann "verarsche". Es geht um eine Beziehung, die ich vor 16 Jahren hatte.Für den ich überhaupt keine Gefühle hatte. Ich bin jetzt 45 Jahre und bin seit dem nur noch mit Frauen zusammen gewesen. Da er und ich aber eine gleiche Bezugsperson haben, sehen wir uns aber ein- zwei Mal im Jahr. Er ist schon lange verheiratet und hat an mir auch kein Interesse. Meine Freundin unterstellt mir aber eine emotionale Bindung zu ihm. Ich kann sie nicht überzeugen, dass wir nicht so eine Bindung haben. Wegen ihm hat sie jetzt die Beziehung beendet. Wegen einem Mann, der überhaupt nicht in meinem Leben ist. Sie grübelt und es kommen immer wildere Geschichten dabei raus.Und ist nicht von Gegenteil zu überzeugen. Sie wollte meinen WhatsApp Chat mit ihm lesen. Für mich ist da aber eine Grenze erreicht, weil ich mir denke, wie weit wird es dann noch gehen?
Sie hat mir gestern noch gesagt, dass sie mich sehr liebt, aber keine Zukunft wegen der "Männersache" sieht. Liebe ist von beiden Seiten da und ich möchte sie nicht aufgeben, weil sie in "gesunden Phasen" ein ganz toller Mensch ist, den ich sehr sehr liebe. Ich war auch immer aufrichtig zu ihr und hatte wirklich keinen Kontakt zu diesem Mann.
Nirgends gibt es Tipps für Partner von Menschen mit K-PTPS. Ich würde gerne wissen, was ich machen kann, um unsere Beziehung zu retten? Ich weiß keinen Weg. Soll ich sie in Ruhe lassen? Oder soll ich mich jeden Tag irgendwie bemerkbar machen? Und mich langsam annähern? Ich muss dazu sagen, dass sie im Moment auch wirklich gemein zu mir ist und mich absichtlich verletzt. Ich stehe aber darüber und versuche es nicht an mich ran zulassen, weil sie seit einiger Zeit, wie ein anderer Mensch ist. Selbst ihre Stimme ist verändert. Seit dieser OP ist alles anders
Ich danke euch für eure Tipps.
 
  • #2
Mal ein Frage zur Klarstellung:
Hatte sie die komplexe posttraumatische Belastungsstörung bereits vor der OP?
Was die Veränderung durch die OP betrifft: Nachwirkungen und Nebenwirkungen der Narkose sind möglich!
ErwinM, 52
 
D

Dianthus

Gast
  • #3
Wer hat die Diagnose gestellt? Wie lange leidet sie daran? Welche Therapie nutzt sie und welche Medikation?

Insofern sie untherapiert ist, bzw. wieder eine Therapie braucht diese aber nicht angeht solltest du dich distanzieren.
Vor allem da sie das auch fordert.
Nur weil jemand psychisch krank ist (insofern sie das wirklich ist, also es liegt eine gesicherte psychiatrische Diagnose vor), dann heißt das noch lange nicht das alle Handlungen aus der Krankheit resultieren.
Sie verletzt dich aktiv und sieht keine Zukunft, dann nimm sie bitte für voll.
Alles andere ist entmündigend.
Also gib ihr den Freiraum den sie braucht.
 
  • #4
Reisende soll man nicht aufhalten. Bei psychischen Krankheiten sowieso nicht.
Ich denke nicht, dass Du Drama damit beruhigt bekommst, dass Du ihr hinterherläufst. Nimm ernst, wenn sie kein Interesse mehr hat. Auch wenn die Gründe lächerlich und irgendwie vorgeschoben erscheinen.
 
  • #5
Sie verhält sich unmöglich, sie sollte sich annähern.
Ansonsten würd ich gar nichts unternehmen und warten, was passiert. Wenn dann nichts kommt, wäre die Sache für mich beendet.
 
  • #6
Sei mir nicht böse, aber vermutlich ist das besser so. Es sei denn du hast ein ausgewachsenes Helfersyndrom. Psychische Erkrankungen dieser Art sind unheimlich schwer auszuhalten. Ich wollte das nicht, aber da ist wohl jeder von uns anders.
 
  • #7
Da ich beide Seiten kenne, also nicht psychisch krank, aber halt Vertrauen und hysterische Eifersucht, würde ich raten, eigenes Verhalten ein bisschen zu hinterfragen. Wenn du nur 1-2 mal im Jahr den Kontakt zu dem Mann hältst, wie kommt deine Freundin drauf, eure Chatverläufe zu lesen? Hast du sie etwa im Handy, wenn ja warum nicht gelöscht, wenn es nur sporadischer Kontakt ist ? Habt ihr trotzdem noch regelmäßig WhatsApp Chatt?
Zweiter Punkt, schau, was bei Dir im Inneren los ist, warum Du von so einer instabilen Persönlichkeit mit Traumata angezogen wirst und alles sehr "intensiv" ist?
Die Frau will ich nicht bewerten, ich kenne sie nicht, vielleicht ist sie tatsächlich krank, ich wriss nur, auch aus eigener Erfahrung, dass manchmal eigenes Empfinden nicht gestört ist, sondern im Gegenteil übertrieben genau ist und DAS macht krank, da man von den ganzen Eindrücken überfordert ist. Die Idee von Erwin mit Narkose hatte ich auch - es ist bekannt, dass gehirnveränderte Substanzen auch bestimmte Fähigkeiten in Gang setzen können und jeder reagiert eben anders drauf.
 
  • #8
Wir waren neun Monate zusammen. Wir hatten wirklich eine wunderschöne Beziehung, die sehr innig war und von beiden Seiten sehr starke Gefühle waren.
So beginnt es bei Borderlinern immer. + Viel Idealisierung...
Sie sagte mir oft, dass sie so eine Beziehung noch nie hatte, in der sie so starke Gefühle empfand
Auch das ein üblicher Text.
. Wenn wir stritten war sie wie ein anderer Mensch,
Und das Streiten war erst wenig, würde mehr...die gezielten Verletzungen von ihr treffender.
Du immer verwirrter.
aberer danach war sie wieder, die Frau, die so toll war.
In immer kürzeren Phasen.
Wer hat die Diagnose gestellt? Wie lange leidet sie daran?
Ja gute Frage.
Ich war in einer Beziehung mit einem Borderliner über 1 Jahr.
Der tarnte diese Erkrankung auch mit


Also ich wäre skeptisch.

PS:
Pass auf dich auf.
Dieses Gestreite wird auch dich verändern.
 
  • #9
Sie sagte mir oft, dass sie so eine Beziehung noch nie hatte, in der sie so starke Gefühle empfand.
Ich möchte es nicht auf das psychische abstellen, eher sogar sagen, sie ist „normal“. Sie liebt dich, wie niemanden zuvor, also setzt sie sich damit selbst unter Druck, Dich halten zu wollen und wahrscheinlich häufig denken, dies nicht zu können; ihre Angst ist Verlustangst, daher auch Dich nicht nur an eine andere Frau verlieren zu können, sondern auch an Männer, das zermürbt, ebenso ihre Eifersucht und dann eure Streits. Sie hat einerseits große Gefühle für Dich, will sich wahrscheinlich dem nicht ausliefern, um sich durch euer Scheitern, komplett aus der Bahn zu kommen, da sie schon mit PTBS belastet ist und dies nicht geheilt werden kann, sondern man lernt in einer psychotherapeutischen Behandlung damit umzugehen, dass es einen selbst im Alltag nicht stark beeinträchtigt. Auch ist die Frage, welches Ereignis das Trauma und damit die einschränkte Belastbarkeit im Alltag (mentale Belastungsstörung) ausgelöst hat? Wenn es vorherige schwierige Trennung von einer Ex war, ist Liebe und mgl. Trennung mit einer Belastung verbunden, die sie nicht aushält und damit schwer umgehen kann. Auch so sind Traumatas schwer zu verarbeiten, damit für sie selbst damit umzugehen und belasten ihren Alltag und ihr eigenes Stress- und Energielevel, da tut dann zusätzlicher Streit und Stress, Eifersüchtig auf die Liebste, Kopfkino, getriggerte Ängste und gerade wenn man sehr verliebt ist, wird man auch manchmal ungewollt enttäuscht, was gerade von der (zu)sehr „gewollten“ Geliebten (die FS, aus Sicht ihrer Ex) dann schon etwas dramatisch und etwas schmerzvoller, als wenn man noch weniger liebt oder es sich langsam entwickelt. Lass sie gehen, Du tust ihr nicht gut, weil Du ihre Ängste nicht nehmen kannst und gerade durch deine männliche Beziehungsepisode, erst recht befeuerst. In einer Beziehung mit Dir, würde sie durch ihre PTBS ausbrennen, was in ihr liegt, weil sie instabil ist und nie wieder die 100 % ige Belastbarkeit und Unvoreingenommenheit (ggf. Unschuld, Neugier, Vertrauen) erreichen wird, wie vor der PTBS. Ein Riss in der Seele bleibt immer und es wird auch immer Auslöser geben, wo sie wieder instabil wird und sich erneut fangen muss (Fertigkeiten zum Umgang und diesen auslösenden Ereignissen lernt/e sie in
einer Psychotherapie, sofern „erfolgreich“ besucht/beendet).
 
  • #10
Als ich gelesen habe, dass Du drüberstehst, wenn sie Dich verletzt, fiel mir spontan ein, dass das auch Frauen sagen, die vom Mann misshandelt werden. Danach ist er wieder total lieb, es tut ihm leid. Dieses gespaltene Bild der Person, meine ich. Es ist nun bei euch zwar nicht so eskaliert, aber sie reagiert ja doch an Dir was ab, das eigentlich nur mit ihr selbst zu tun hat. Wie solche Männer, die ihre Aggressionen an ihrer Partnerin auslassen.

Ich denke, mit so jemandem kann man gar keine Beziehung führen, wenn derjenige nicht reflektiert, was er tut, und gegensteuern kann. Dh. sich zurückziehen, wenn er seine Emotionen nicht im Griff hat und sie irgendwohin ablassen muss, was z.B. ein Sandsack gut auffangen könnte.
Der Person muss immer noch bewusst sein, dass sie andere Menschen nicht zu instrumentalisieren hat für ihren Frust.

Nun hat sie aber auch tatsächlich ein Thema: Eifersucht, Verlustangst. Dh. es gibt ja noch mehr zu bearbeiten als nur das Abreagieren an der Partnerin.

Ich würde gerne wissen, was ich machen kann, um unsere Beziehung zu retten?
Schwierig. Zumindest könntest Du versuchen, ihr klarzumachen, wie sehr Dich ihr Verhalten verletzt (die Beleidigungen) und dass Du denkst, dass sie was an Dir auslässt, das nur mit ihr zu tun hat. Vielleicht denkt sie drüber nach. Den Satz, dass Du drüber nachdenkst, das ganze zu beenden oder so, würde ich noch nicht sagen, weil das wie ne Drohung klingt "wenn du dich nicht benimmst". Ich würde das natürlich an Deiner Stelle denken, aber wenn Du ihr noch ne Chance geben willst, würde ich ihr erstmal ehrlich ins Gesicht sagen, wie ihr Verhalten bei Dir ankommt.

Bislang machst Du die nachsichtige "Mutti" oder die "Retterin" oder "Therapeutin", die alles verzeiht, aber sowas funktioniert nicht, weil es ja nicht Dein Kind ist, was sich da so hässlich zu Dir verhält und gerade nicht rund läuft in seiner Machtlosigkeit. Es ist eine erwachsene Frau. Wenn sie jetzt viel jünger ist als Du, wirst Du es vielleicht schwerer haben, Dir klarzumachen, dass Deine Partnerin auf Augenhöhe mit Dir ist, was die Beziehungs"stellung" angeht. Also ihr könnt euch gleichermaßen verletzen, auch wenn sie vielleicht sehr viel jünger ist. Und ihr dürft gleichermaßen verletzt sein, sauer sein und vor allem: Bedürfnisse haben, die von der anderen erfüllt werden sollten.
 
  • #11
Ich finde schon wichtig, guten Willen zu haben für den Partner oder die Partnerin, also nicht gleich alles, was unharmonisch läuft, als Grund ranzuziehen, die Beziehung zu beenden. Macken hat jeder, doof ist auch jeder mal, Menschen haben verschiedene Probleme, die sie für sich lösen müssen, und sind halt manchmal schwierig. Aber das geht eben auch MIT Respekt vorm Partner, zumindest damit, dass man sich hinterher entschuldigen will, wenn man ungerecht war. Ansonsten wird er nur eine Stellvertreterperson für andere, die den anderen mal verletzt haben oder irgendwas in ihm bewirkten, das er jetzt in die Welt hinaus ausagieren muss und dafür eine Strohpuppe oder einen Sandsack braucht.
Zum "Sparringspartner" für Minderwertigkeitskomplexe, Unsicherheitsgefühle und dergleichen sollte man sich nicht machen lassen.

Woraus ist eure Beziehung für Dich gemacht? Ich meine wegen
Sie sagte mir oft, dass sie so eine Beziehung noch nie hatte, in der sie so starke Gefühle empfand.
Ist das für Dich nicht einfach nur was, worüber Du Dich freuen kannst, sondern ist es für Dich so ein Gefühl, als wärst Du "endlich besonders für jemanden"?
Das ist ne Falle, weil man dann auch besonders gut und toll sein will und anfängt, seine Bedürfnisse hintenanzustellen und sich so wunderbar gebraucht zu fühlen. (Ich bin sicher, auch Frauen mit schlagendem Mann brauchen die Versöhnung, wenn er wieder lieb ist und so weich beim Entschuldigen und sie so sehr braucht.)

Dankbarkeit in einer Beziehung ist doof, weil der andere, also hier Du, sich zu sehr gebauchpinselt fühlen kann, dass er zu nachsichtig wird, wenn er getreten wird. Das andere Gefühl, so gebraucht zu werden, ist zu schön, als dass man es, also den Partner, der so dankbar ist für die Beziehung, loslassen will.

Wenn Menschen andere absichtlich verletzen, fühlen sie vielleicht auch ihre Machtlosigkeit. Du und dieser Mann und sie kann nichts dagegen tun, dass auch er Dir wichtig ist, dass Du mit ihm Kontakt hast. Dabei hatte sie gedacht, dass ihr eine wunderbare emotionale Symbiose habt und sie Dich mit niemandem teilen muss. Das war vielleicht heilsam für sie, wenn ihre PTBS von Misshandlung durch andere kommt.
Wenn Du viel älter bist, bist Du für sie vielleicht ein ideales Elternteil gewesen.
Vielleicht hat die OP was aufgerührt - es wird was mit dem Körper gemacht. Und hinzu kommt diese "Männersache". Du bist nicht voll für sie da, Du bist nicht ein ideales Elternteil, Du bist eine irdische Person, die noch andere Interessen hat, als Umsorgung der Freundin mit Liebe.
 
  • #12
Ich denke leider auch, dass man eine PTBS nur allein lösen kann (also schon mit Therapie, aber eine Partnerin oder ein Partner kann hier nichts tun bzw. macht ja schon was, aber mehr halt nicht). Die Person mit der Störung versucht es vielleicht über eine Beziehung, denn vielleicht ist es auch wichtig zu erfahren, dass es Menschen gibt, die GUT sind (wenn die PTBS durch psych. oder phys. Misshandlung ausgelöst wurde). Aber diesem "Therapiepartner", der selbst vielleicht auch ein Problem mit sich selbst über die Beziehung zu lösen versucht, bleibt mE immer nur Hoffnung. Ich denke, wenn die Person mit der PTBS ihr Problem gelöst hat, löst sich oft auch die Beziehung auf, weil die Person keinen Partner mehr braucht, der sich aus Eigengründen an die Störung anpasst, sondern dann einen will, der so eine "Co-Störung" gar nicht kennt, also diese Rücksichtnahme nicht macht.

Wie es bei Dir ist, weiß ich nicht. Du bist ja bereit zu gehen und wolltest die Chats nicht zeigen *), also das Rettersyndrom würde ich jetzt auch nicht bei Dir so ausgeprägt vermuten. Aber Du scheinst Dich mit der mE unterlegenen Partnerin doch wohlgefühlt zu haben und Tendenzen des Retterinnentums auch zu haben? Falls Du das bejahen kannst, würde ich drüber nachdenken, warum ich keine Partnerin haben will, mit der es keine so großen Probleme gibt.

*) Darüber bin ich beim Lesen gestolpert. Siehe nächsten Post.
 
  • #13
Du nimmst ihr die Angst wegen Corona, Du vermittelst, dass ihr eine emotionale Einheit seid, sie sagt Dir, dass sie es noch nie so schön mit einem Menschen hatte und ich denke, das gibt Dir viel Sicherheit, dann hat sie diese OP, die anscheinend für sie was Triggerndes hatte oder einfach nur ihre Verlustängste schürte, es kommen Szenen und:

Ich kann sie nicht überzeugen, dass wir nicht so eine Bindung haben. Wegen ihm hat sie jetzt die Beziehung beendet. Wegen einem Mann, der überhaupt nicht in meinem Leben ist. Sie grübelt und es kommen immer wildere Geschichten dabei raus.Und ist nicht von Gegenteil zu überzeugen.
Und dann zeigst Du ihr die Chats nicht und lässt zu, dass Schluss ist.
So rein vom Lesen hier verstehe ich es nicht und empfinde es als Machtgeste oder Geheimniskrämerei.

Vielleicht war die Situation auch so, dass die Grenzziehung hier richtig war. Aber dieses Innige hört für Dich anscheinend auf, wenn es ums Handy geht. Da auf einmal seid ihr doch getrennte Leute, selbst wenn sie sich im Kreis dreht und leidet in dieser Ausnahmesituation nach der OP. Vielleicht noch mit Vollnarkose, was manche nicht gut verpacken. (Habe ich gehört, ich hatte zum Glück noch nie eine.)

Ich denke zwar, dass dann die Chats auseinandergenommen worden wären und sie irgendwas gefunden hätte, das ihre Eifersucht befeuert hätte. Ich denke auch, dass Du nichts tun kannst, um mit dieser Frau eine harmonische Beziehung zu bekommen, also ihre aggressive Seite durch ein Wunder plötzlich verschwindet. Also ich glaube, es ist besser, dass Schluss ist. Aber ich versteh nicht, warum Du ihr ausgerechnet beim Handy, beim Chat gezeigt hast, dass eure Innigkeit hier aufhört und Dein ganz privates Leben hier beginnt, wo Du sonst immer geredet und geredet hast, sie solle Dir vertrauen.

Ich finde natürlich auch daneben, wenn man so angezweifelt wird, und ich weiß auch, dass man das "Vorweisen von Chats" usw. nicht macht, weil man es vom Gefühl her nicht nötig hat, hier was zu beweisen. Es bewirkt auch nur für den Moment was, weil der andere weiterhin eifersüchtig sein wird.
Aber in meiner Partnerschaft wäre mein Handy nicht tabu und ich fänd es merkwürdig, wenn es das Handy des Partners für mich wäre. Das heißt nicht, dass ich es je ansehen würde. Es geht einfach um die "Tabuzone Handy", die ich nicht haben will in meiner Partnerschaft.
 
  • #14
Ich würde gerne wissen, was ich machen kann, um unsere Beziehung zu retten?
Nichts, denn Du verstehst das Wesen ihrer Erkrankung nicht und darum kannst Du diese auch nicht handeln.
Eine komplexe PTBS entsteht aufgrund sich oft wiederholender traumatischer Erlebnisse über einen langen, prägenden Zeitraum.

Sie hatte die PTBS also schon als Du sie kennenlerntest und noch deutlich vorher. Also hat sie sich überhaupt nicht verändert, sondern sie ist, wie sie ist und zeigt Dir jetzt vielleicht durch die Retraumatisierung (OP) eine andere Facette, die Dir bisher gut verborgen gebleiben ist.
Fakt ist: Du musst auch mit dieser Facette leben können und wollen und vermutlich noch diversen anderen, die Dir nicht gefallen werden und noch später zutage treten.

Wir waren neun Monate zusammen..... Wenn wir stritten war sie wie ein anderer Mensch, aber danach war sie wieder, die Frau, die so toll war.
Also fassen wir mal zusammen: so toll war das die 9 Monate auch nicht - Du hast schon gesehen, dass da in ihr ein Vulkan schlummert, der regelmäßig ausbricht.
Jetzt ist das doch auch nichts anderes als die vorherigen Streitereien, nur heftiger und dass sie Schluß gemacht hat.

Vor etwa zwei Wochen hatte sie eine nicht so einfache OP. Seit dem ist sie wie verändert. Meine Freundin und ich hatten aber nach der OP noch wunderschöne Tage zusammen, sie sagte mir immer und immer wieder wie schön es mit uns wäre. Seit fast 14 Tagen bekomme ich nur noch Vorwürfe.
Also irgendwie hast Du aber auch keinen Durchblick, was das bei euch ist:
_ Vor 2 Wochen OP, nach der OP alles supadupa und parallel zu supadupa (14 Tage und 2 Wochen ist das Gleiche) bekommst Du nur Vorwürfe. Ahnlich wie 9 Monate alles super aber doch immmer heftige Streiereien.

Fazit: wenn 2 Wirrköpfe aufeinander treffen, dann tun sie gut daran getrennte Wege zu gehen, denn das wird nie was Gutes.
 
  • #15
Wegen einem Mann, der überhaupt nicht in meinem Leben ist..... Sie wollte meinen WhatsApp Chat mit ihm lesen. Für mich ist da aber eine Grenze erreicht, weil ich mir denke, wie weit wird es dann noch gehen?
Warum WAppst Du mit einem Mann der garnicht in Deinem Leben ist? Und warum darf sie dann nicht lesen, wenn das alles so harmlos ist?

s.o. Menschen mit dem Störungsbild brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit in Beziehungen zu anderen. Die kannst Du ihr nicht geben durch Dein inkongruentes Verhalten.
Du willst nicht auf den Mann verzichten - also musst Du auf sie verzichten. So einfach ist das.

Und zum Thema WA lesen lassen: bloss nicht. Damit machst Du das Tor zur Hölle auf. Das findet kein Ende.

Ja, im Interesse beider. Du bist keine geeignete Partnerin für sie, hast selber unübersehbare Baustellen, die mit ihrem Störungsbild absolut nicht kompatibel sind:
sie im Moment auch wirklich gemein zu mir ist und mich absichtlich verletzt. Ich stehe aber darüber und versuche es nicht an mich ran zulassen
Sie braucht jemanden, der nicht noch mehr Chaos in ihr Leben bringt, sondern Ruhe, der ihr Grenzen setzt und deren Einhaltung konsequent einfordert. Nichts davon kannst Du.

fiel mir spontan ein, dass das auch Frauen sagen, die vom Mann misshandelt werden.
Richtig und diese Faruen sind ja auch nicht psychisch intakt, denn sonst würden sie sich das nicht bieten lassen.
2 Problembehaftete in einer Beziehung miteinandergeht so ziemlich nie gut. Daher sind getrennte Wege das beste für beide.
 
  • #16
um unsere Beziehung zu retten? Ich weiß keinen Weg. Soll ich sie in Ruhe lassen? Oder soll ich mich jeden Tag irgendwie bemerkbar machen? Und mich langsam annähern? Ich muss dazu sagen, dass sie im Moment auch wirklich gemein zu mir ist und mich absichtlich verletzt. Ich stehe aber darüber und versuche es nicht an mich ran zulassen, weil sie seit einiger Zeit, wie ein anderer Mensch ist. Selbst ihre Stimme ist verändert. Seit dieser OP ist alles anders
Sie braucht Hilfe die du ihr nicht geben kannst und du musst dich auch davor schützen nicht ihre Deppin zu sein.
Sie hat eine psychische Erkrankung und sollte vielleicht eine Zeit lang stationär behandelt werden um wieder zu sich zu finden, so kann es doch nicht weitergehen. Ich meine nicht, dass du sie fallen oder aufgeben sollst, sondern ihr einen Weg aufzeigen sollst der ihr hilft wieder weniger „geladen“ durchs Leben zu gehen.

Ich denke sie vertraut dir nicht und finde sowas sehr wichtig in der funktionierenden Beziehung, sie dichtet dir irgendwelche Männergeschichten an. Sie sollte ihre Wünsche nicht in solche versteckten Botschaften zu packen, sondern klar und deutlich zu sagen „ich möchte nicht, dass du diesen Mann siehst.“
Wobei ich finde 1-2 mal im Jahr den Expartner zu treffen (das ist ja nicht mal eine Verabredung nur mit dem Ex, sondern mit Freunden).. finde ich schon krass übertrieben, da einen Aufstand zu machen, wirklich.

Ich verstehe auch nicht was nach Corona jetzt besonders sein soll, ist doch toll, das richtige Leben läuft wieder, man kann soooo vieles endlich wieder machen und gemeinsam erleben. Du bist nicht ihre Babysitterin, die rund um die Uhr auf sie aufpasst, sie ist erwachsen und muss ihr Leben selber auf die Reihe bekommen mit professioneller Hilfe, wozu gibt es denn solche Therapeuten und Psychologen?
W 27
 
  • #17
Ich verstehe auch nicht was nach Corona jetzt besonders sein soll, ist doch toll, das richtige Leben läuft wieder, man kann soooo vieles endlich wieder machen und gemeinsam erleben.
Ich denke, genau damit hat die Ex-Freundin ein Problem, nämlich die kommende Konkurrenz, wenn man nicht mehr nur aufeinander gluckt, sondern auch andere Personen, vor allem attraktivere treffen könnte... wenn man eifersüchtig ist und Verlustangst hat, seine große Liebe würde einen verlassen, weil eben diese Ex auch um ihre Defizite (PTBS, Misstrauen, Enttäuschung, dann Streit um sich Abzureagieren (wie @void schrieb) oder auch Streit bei Überforderung und Überbelastung, ich sag jetzt mal der „Angstschreier“, der bei geringsten Stress nicht belastbar schnell aus der Haut fährt). Es macht sie als Partnerin schwierig und auch ihr Umgang mit ihr schwierig, sie weiß auch um ihre Wirkung und Wechselhaftigkeit; das kommt, wenn du etwas oder jemanden so sehr willst, aber denkst bzw. weißt du bist „unterlegen“ (emotional, vom Leben im Griff, von der Vergangenheit, finanziell, Bildung, etc,) und aus diesem geringen Selbstwert, denkt man die Beziehung kann nur vorübergehend sein, die Liebe ist nicht echt, sondern nur Corona und fehlenden Alternativen geschuldet, da Social-Distance herrschte, daher ist die Ex eifersüchtig... usw. ein Kreislauf. Und 16 Jahre mit einem Mann immer noch im Kontakt, mit dem man zuvor eine intime Beziehung führte, triggert nicht nur Lesben, die darauf eifersüchtig reagieren, gerade auch mit negativen Erfahrungen und schlechten Selbstwert, sondern auch er ist ein Mann, dass was die Ex-Freundin ihrer Freundin nicht bieten kann, sollte es dieser mal wieder nach Mann gelüsten oder sollte einer sie mal (versehentlich) wieder interessiert Anbaggern. Zumal bei 1-2x im Jahr sehen, angeblich kaum Bedeutung in deren Leben und dann den Chatverlauf verweigern zum Lesen... gerade wenn sie so eifersüchtig ist und unsicher, wäre das Öl ins Feuer.
 
  • #18
An @void und @Vikky ,

Und warum darf sie dann nicht lesen, wenn das alles so harmlos ist?
Und dann zeigst Du ihr die Chats nicht und lässt zu, dass Schluss ist.
Aber ich versteh nicht, warum Du ihr ausgerechnet beim Handy, beim Chat gezeigt hast, dass eure Innigkeit hier aufhört und Dein ganz privates Leben hier beginnt,
Chatverläufe mit einer Person einer anderen Person zu zeigen, das geht überhaupt nicht. Es ist eine Verletzung der Persönlichkeit des Chat-Partners. Als Chatter habe ich das Vertrauen, das meine Äusserungen nicht an Dritte weitergeben werden.
Die FS müsste zumindest den Chatpartner fragen ob er damit einverstanden ist. Oder die FS könnte nur ihre eigenen WA-Nachrichten zeigen.
Vertrauen ist nicht teilbar!
Der Chatpartner hat ein Anrecht auf Diskretion!
Leider wird diese Seite des Vertrauensbruchs viel zu wenig beachtet.
Es ist ein Vertrauensbruch gegenüber dem Chatpartner und der kann auch nicht mit der Eifersucht des Partners entschuldigt werden.
 
  • #19
Eine komplexe PTBS entsteht aufgrund sich oft wiederholender traumatischer Erlebnisse über einen langen, prägenden Zeitraum.
So sehe ich es auch.
Warum WAppst Du mit einem Mann der garnicht in Deinem Leben ist? Und warum darf sie dann nicht lesen, wenn das alles so harmlos ist?
Das habe ich mich auch gefragt. Gerade wegen ihren Erfahrungen hättest Du nicht auf ihre Seele herumtrampeln dürfen.
Es kann sehr gut sein, dass sie so eine Geschichte schon mal erlebt hat. Heimliche Chats mit anderen, unaufrichtiges Verhalten, Verunsichern, Machtausübung durch absichtlichen Verheimlichung wichtiger Informationen, PUA Verhalten etc. und sie hat keinen Bock darauf. Langweile einen Anderen damit.
Jetzt bist Du sie los und kannst so viel unbedeutender Chats haben mit wem du auch möchtest.
Merke dir eins: Man kann nicht alles haben.
 
  • #20
Jetzt bist Du sie los und kannst so viel unbedeutender Chats haben mit wem du auch möchtest.
Also, die Chats sind doch nicht das Grund- und einzige Problem in dieser Beziehung! Finde es total seltsam, dass nur darauf runterzubrechen. Ich würde mal vermuten, wenn die Beziehung so hoch und tief geht, steht wohl auch was darüber drin (je nachdem, ob sie eben über sowas mit ihm schreibt und bei einer Partnerin, die ständig ausflippt und einen verletzt ist es ja gut möglich, das man mit anderen darüber redet/schreibt - für mich auch völlig verständlich, aber dem Partner zeigen will man das natürlich nicht, weil es die nächste Explosion auslöst). Auch ich denke, dass sich hier zwei gefunden haben: die eine problematisch, klingt auch nach Borderline-Verhalten (Idealisierung und Abwertung und mit der Zeit immer mehr Abwertung), und jemanden mit Helfersyndrom, der für den anderen der starke Retter sein will. Funktioniert auf Dauer nicht. Dass jetzt wieder Treffen mit anderen (attraktiven) Menschen möglich sind, wird die Angst vor Kontrollverlust bei der Freundin wohl noch befeuern. Ich seh da wenig Hoffnung.
Ich habe genug Menschen mit psychischen Problemen in meinem Leben gehabt und würde keine Beziehung mehr komme was da wolle weiterführen, wenn derjenige mich verletzt, beschimpft usw. Auch wenn er nicht anders kann und das seine Krankheit ist. Dafür bin ich mir selbst zu wichtig, als dass ich mich kaputtmachen lassen. Mir hat das schon in engen Freundschaften gereicht.. ich habe Freunde mit Depressionen oder Angststörungen, das ist was anderes, weil ich da nicht manipuliert oder verletzt werde.
w, 37
 
  • #21
Chatverläufe mit einer Person einer anderen Person zu zeigen, das geht überhaupt nicht. Es ist eine Verletzung der Persönlichkeit des Chat-Partners.
Sag ich ja: es öffnet das Tor zur Hölle und sollte man niemals tun

Der Fehler der FS liegt woanders: indem sie den Mann bespielt, der ihr angeblich seit 16 Jahren nichts mehr bedeutet und indem sie unbedingt an einer herrschsüchtigen Frau festhalten will, die nichts und niemanden neben sich duldet.
Dieser Spagat den die FS versucht kann in der Konstellation nicht funktionieren.
Also "Schlußmachen" annehmen und froh sein, was für ein Giftkrug an ihr vorbeigegangen ist.

Also, die Chats sind doch nicht das Grund- und einzige Problem in dieser Beziehung! Finde es total seltsam, dass nur darauf runterzubrechen
Nein, da gibt es ein wahres Problemgebirge, wie das bei Menschen mit einer komplexen PTBS ist, die Borderlineverhalten zeigen.
Die FS bedient massiv das Krankheitsbild durch ihr Verhalten. Wer Monster füttert, steht dann einem großen Monster gegenüber.

Das besondere Problem bei der FS ist: sie hat ihre geschlechtliche Orientierung im Leben gewechselt, hält aber seit 16 Jahren den Kontakt zu einem dieser männlichen Exen. Das lässt ihre jetzige Ex am Rad drehen, weil sie befüchtet, die FS könnte wieder ins Männerlager wechseln - scheint für lesbische Frauen eine große Bedrohung zu sein. Jedenfalls höre ich so eine hochgradig aversive Reaktion auf Männerkontakte in dieser Konstellation nicht zum ersten mal.

Es ist vollkommen egal, was es ist. Sie wird immer was finden, was heftige Krisen auslöst - aus dem einfachen Grund, weil sie nichts besser kann, als Krisen auszulösen und weil sie diese emotionalen Spitzen auch braucht.
Ein kluger Mensch hält zu solchen emotionalen Katastrophenfällen ganz viel Abstand statt darunter zu leiden.
 
  • #22
Chatverläufe mit einer Person einer anderen Person zu zeigen, das geht überhaupt nicht. Es ist eine Verletzung der Persönlichkeit des Chat-Partners. Als Chatter habe ich das Vertrauen, das meine Äusserungen nicht an Dritte weitergeben werden.
Ist das wirklich so? Wir hatten letztens mal das Thema und meine Infos diesbezüglich besagen das Gegenteil.

Das geht für mich auch völlig an der Realität vorbei. Wenn ich mich mit Dir unterhalten habe, dann darf ich doch später meinem Mann erzählen was Du gesagt hast, wenn ich will. Es würde mich sehr erstaunen, wenn er mich fragen würde:"Und was hat godot erzählt?"
 
  • #23
die Chats sind doch nicht das Grund- und einzige Problem in dieser Beziehung!
Nee, das ganz sicher nicht. Und wenn sie den Chatverlauf gezeigt hätte, wäre das Problem keineswegs weg, die Situation wäre vielleicht schlimmer für die FS geworden, weil sie erklären hätte müssen, was einzelne Passagen des Chats meinen usw..
Aber die FS hat mE vorher sehr wohl diese Innigkeit genossen und sich damit wohlgefühlt. Diese Grenze, dass man was vom anderen nicht haben oder wissen darf, wurde - wenn ich das richtig verstanden habe - erst bei diesem Chat-Mann gezogen, wo auf einmal ein Tabu galt.

Es sieht für mich so aus, als wüsste sie alles über ihre Partnerin, aber diese nun in diesem Punkt nichts über die FS. Daher fragte ich mich, ob in der Beziehung ein Machtgefälle ist. Der eine ist total geoutet mit Diagnosen und Problemen und klammert sich an den anderen, der andere fühlt sich wohl in seiner überlegenen Position und setzt dem anderen Grenzen.
Meist lassen es sich die unterlegenen Leute dann gefallen, weil sie den Rest nicht verlieren wollen, und fangen vielleicht an zu schnüffeln.

Ich vermute hier jedenfalls keinen Menschen (wäre die FS), der gesunde Grenzen will in seiner Beziehung und von einem misstrauischen Partner (die Partnerin) angegangen wurde, sondern jemanden, der den anderen besonders mag, WEIL der keine Grenzen hat, aber selbst Grenzen setzt, wenn es um einen Dritten geht, und damit die Innigkeit dieser emotional symbiotischen Beziehung stört.

Vielleicht ist das Bild falsch, vielleicht schreibt @plenske75 noch was dazu.

@godot

Ich stimme Dir schon zu, dass es, wenn man es korrekt machen will, ein bedenkenswerter Punkt ist, ob Chatverläufe Dritten gezeigt werden sollten.

Es ist aber mit allem so, was man zu einem anderen erzählt. Wird er es wem weitertratschen oder für sich behalten?

Ein Chat ist erstmal nichts anderes, wenn auch heikler, weil für immer aufhebbar und "beweisbar". Du musst immer damit rechnen, dass es ein persönlicher Dritter lesen kann (über WA und dem dort geltenden oder nicht geltenden Datenschutz allgemein könnte man noch mal ganz anders diskutieren). Denn ein Handy wird ja auch nicht pausenlos bewacht vom Inhaber.

Man kann sich drüber aufregen, aber hier besondere "Datenschutz"-Rechte zu fordern, die die angeschriebene Person beachten sollte, geht mE komplett ins Leere. Klar, wenn die andere Person pietätvoll ist, weiß sie von selbst, was sie mit dem Chat zu tun hat. Aber das ist ja beim Tratschen von mündlich Erzähltem genauso.
Zu denken, dass es hier anders sein könnte als beim Reden, kommt mE nur, weil man die Atmosphäre beim Chatten ganz anders empfindet als beim Treffen und Reden. Aber Chatten ist, weil es danach einen Beweis gibt, mE noch x-mal vorsichtiger zu handhaben.
Daher würde ich sagen: Pass lieber auf, was Du schreibst, statt die Gewährleistung des persönlichen Datenschutzes vom anderen zu wollen.
 
  • #24
Also, die Chats sind doch nicht das Grund- und einzige Problem in dieser Beziehung! Finde es total seltsam, dass nur darauf runterzubrechen.
Naja, die FS schreibt, dass es das Hauptproblem war, welches immer wieder aufgekommen ist. Sie stellt hier die These, dass die Freundin krank ist und deshalb sich so verhält. Für mich hat es etwas übergriffiges. Ich bin es mir hundert Prozent sicher dass selten jemand heimlicher Chattereien des eigenen Partners duldet. Die Freundin und ihre Wünsche werden weder respektiert noch ernst genommen und das ist bei jeder Beziehung ungesund.
Ich denke in jeder Beziehung gibt es Regeln und Tabus. Für jeden ist etwas wichtig in einer Beziehung und bei der Freundin der FS ist eben so, dass sie keine Nebenschauplätze duldet. Man kann jetzt darüber diskutieren, ob es ok ist oder nicht. Aber man kann nicht ihr übel nehmen, dass sie diese Regeln in der Beziehung für sich aufgestellt hat.
Ich denke FS hätte die Chats auch ruhig ihr zeigen können. Dann hätte sie den Text gelesen und dann gäbe es keine Diskussionen. Sie hätte ihr ein Stück entgegen kommen können, Vertrauen erzeugen können. Wenn aber die Wünsche einer Seite als krankhaft wahrgenommen werden, dann ist die Trennung die beste Lösung.
Als ich jung war, hatte ich so einen Freund. Er hat ständig vor mir mit anderen Frauen geflirtet und mir gefiel es nicht und es gab öfters Diskussionen darüber. Einmal bei einer Party habe ich den Spieß umgedreht und auch sein Verhalten kopiert. Es gefiel ihm gar nicht und es gab dann einen riesigen Streit. Danach habe ich mich auch getrennt. Man möchte glücklich sein und wenn eine Beziehung unglücklich macht und es ständig Streit gibt, dann passt es nicht.
 
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  • #25
Ich denke FS hätte die Chats auch ruhig ihr zeigen können.
Naja, ich würde ja vermuten, dass eben doch was in den Chats steht. Aber eben kein romantisches Geplänkel, sondern ein "meine Freundin flippt wegen Nichts aus und das ist mega anstrengend" oder so. Was ich total verständlich fände, wenn man so eine schwierige Beziehung hat. Und was aber auf keinen Fall dazu beitragen würde, dass die Freundin wenn sie es gelesen hat, sagt, ah, na dann ist ja alles okay.. das ist aber nur meine Vermutung. @void Das wär jedenfalls mein Problem, wenn mein erster Freund, bei dem die Beziehung so anstrengend war, meine Chats mit guten Freunden hätte sehen wollen. (Obwohl, die hätte ich ihm gezeigt, weil er ja auch von mir wusste, wie sehr ich unter der Beziehung litt.) Aber die Freundin der FS hätte damit ja auch jeden Fall ein Problem gehabt.
Ansonsten - wenn ich eifersüchtig bin auf jemanden, mit dem mein Partner vor über 10 Jahren was hatte, der verheiratet ist und den er 1-2 Mal IM JAHR sieht, habe ich ziemlich wahrscheinlich ein Problem. Mit meiner Eifersucht. Wobei hier ja eben eine psychische Problematik gegeben ist, wodurch dann auch Eifersucht usw. sicher mit ausgelöst wird. Ich kann sogar verstehen, dass man dann stur nicht nachgeben will, einfach, weil man sich so dermaßen missverstanden und kontrolliert fühlt.
Wenn wir stritten war sie wie ein anderer Mensch, aber danach war sie wieder, die Frau, die so toll war. Öfters sagte sie, dass um so stärker die Gefühle für mich werden, um so mehr Angst bekäme sie, aber dass alles gut ist und sie glücklich mit mir ist.
Das alles klingt überhaupt nicht normal und hat ja nichts mit der Freundschaft zu dem Ex zu tun.
 
  • #26
Das geht für mich auch völlig an der Realität vorbei. Wenn ich mich mit Dir unterhalten habe, dann darf ich doch später meinem Mann erzählen was Du gesagt hast, wenn ich will. Es würde mich sehr erstaunen, wenn er mich fragen würde:"Und was hat godot erzählt?"
Der Unterschied zum Erzählen ist, dass ich es dann in eigene Worte fasse und auch bestimmte Aussagen weglassen kann.

@mokuyobi gibt da ein gutes Beispiel:
Aber eben kein romantisches Geplänkel, sondern ein "meine Freundin flippt wegen Nichts aus und das ist mega anstrengend" oder so.

Also ich würde niemals die Chats anderer Menschen lesen und ich erwarte auch, dass meine Chatpartner diese Chats nicht veröffentlichen.
Ich bin mir auch recht sicher das meine Chatpartner dies auch nicht machen.
Man kann sich drüber aufregen, aber hier besondere "Datenschutz"-Rechte zu fordern, die die angeschriebene Person beachten sollte, geht mE komplett ins Leere.
Also das sind keine 'besonderen' Datenschutzrechte!
Das ist eine Selbstverständlichkeit. Zumindest in meiner Lebenswelt.
Daher finde ich deine Empfehlung, der Freundin von @plenske75 die Chatverläufe zu zeigen nicht gut und dabei bleibe ich.
 
  • #27
Daher finde ich deine Empfehlung, der Freundin von @plenske75 die Chatverläufe zu zeigen nicht gut und dabei bleibe ich.
Es war keine wirkliche Empfehlung. Mich hat nur gewundert, dass sie es nicht getan hat und gerade bei diesem Streitthema "Ex" und der OP der Partnerin anfängt, Privatsphäre zu thematisieren. Aber vielleicht hat sie es schon vorher getan, das weiß ich halt nicht, WIE die Situation wirklich war.

Ich finde es auch nicht gut, Chatverläufe zu zeigen.
Sexuelles verbales Rumgeplänkel muss es ja nicht mal sein, es kann was sehr Intimes des Bekannten sein (wobei ich WA dafür nun auch nicht geeignet finde).

Also das sind keine 'besonderen' Datenschutzrechte!
Nenn es, wie Du willst, alles, was Du erzählst oder schreibst, ist im Grunde nicht sicher. Wenn Du jemanden hast, dem Du besonders vertraust, ist das schön. Vielleicht hat auch der andere Interesse daran, dass sein Chat niemandem gezeigt wird. Ansonsten würde ich immer bei der Kommunikation aufpassen, wem ich was erzähle, und nicht einfach was erwarten. Das ist auch der Grund, warum ich mich mit manchen Menschen aus meinem Bekanntenkreis niemals näher anfreunden würde. Man redet ja dann doch mal über Privates, kann nicht immer Fragen ausweichen und bei anderen Bekannten wird es dann vielleicht weiter erzählt, gar nicht mal als Tratscherei, sondern als Info, wenn derjenige fragt "was macht eigentlich xy". Gibt ja Leute, die sich vergleichen wollen. Oder sich gleich über alle Leute Urteile bilden und um ihr Urteil zu untermauern, dann irgendwas weitererzählen, was sie an Infos noch haben.

Ich frage mich auch: Wie intim sind die FS und ihr Ex denn in der Kommunikation, wenn sie sich einmal im Jahr sehen und er ihr nichts bedeutet? Was schreiben sie sich?
 
  • #28
Ich finde godots Ansatz auch generell richtig. Persönlich würde ich auch niemals geschriebenes von Freunden weiterleiten. Aber im Fall von FS würde ich es tun. Zum einen weil ja nichts in Chats drin steht( sie schreibt unbedeutender Chat mit jemandem der sie vor 16 Jahren kannte) und zusätzlich weil ich meinen Partner nicht verunsichern will. Auch wenn es drin etwas negatives über die Beziehung stehen würde, würde ich es zeigen. Dann und nur dann sehe ich eine Entwicklung. Wenn jeder sogar in der Partnerschaft mit seinen Problemen allein bleibt, dann hat diese Partnerschaft für mich kein richtiges Fundament. Manchmal denke ich dass es sehr idealistisch ist und vielleicht deswegen bin ich auch alleine aber lieber so als mit jemandem zusammen zu sein, dem ich nicht vertrauen kann und der mir nicht vertraut.
 
  • #29
Das größte Ding, was sie mir vorwirft ist, dass ich sie mit einem Mann "verarsche". Es geht um eine Beziehung, die ich vor 16 Jahren hatte.Für den ich überhaupt keine Gefühle hatte.
Meine Freundin unterstellt mir aber eine emotionale Bindung zu ihm. Ich kann sie nicht überzeugen, dass wir nicht so eine Bindung haben.
Wegen ihm hat sie jetzt die Beziehung beendet.
Sie grübelt und es kommen immer wildere Geschichten dabei raus.Und ist nicht von Gegenteil zu überzeugen.
Sie hat mir gestern noch gesagt, dass sie mich sehr liebt, aber keine Zukunft wegen der "Männersache" sieht.
Ich muss dazu sagen, dass sie im Moment auch wirklich gemein zu mir ist und mich absichtlich verletzt.
Ich sehe jetzt nicht, dass die Ex, wegen Nichtigkeiten der FSin Vorwürfe macht. Sie ist eifersüchtig und kommt mit der bisexuellen Erfahrung ihrer damaligen Freundin nicht klar. Kenne ich auch von bisexuellen Freunden.
Wenn sich nicht diese Unsicherheit nehmen/auflösen lässt, dann ist die Trennung das Beste für die Beteiligten. Da bedarf es auch nicht, wie die FSin zu meinen, dass dies an einer komplexen PTBS läge.
Die Ex reagiert gemein, weil sie unsicher ist und enttäuscht (verletzt, fühlt sich verraten), dass ein Ex-Freund 16 Jahre der FSin wichtig ist und ob nicht darüber doch, aufgrund der positiven Erfahrungen und Bindung, sie sind Freunde, sie nicht doch insgeheim an Männern, welche auch so gute Freunde, wie er sind/sein könnten, irgendwann wieder Interesse an einem Mann haben könnte oder mal ein Mann wieder die richtigen Knöpfe bei der FSin drückt und sie geht dann. Mit Bisexuellen kann nicht jede/r eine Beziehung und will auch nicht, führen/eingehen.
Und mit „Gemeinheiten“, was das auch immer bedeutet, versucht sie sich jetzt (angeschlagen noch von ihrer OP) aus der Beziehung zu lösen, um sich zu schützen, Ruhe im Kopf zur Heilung zu bekommen, denn ihr Kopfkino schlägt gerade Kapriolen und sie leidet darunter, hat für sich Stress. Und klar in einer Beziehung streitet man auch mal, wobei Streit auch heißen kann, verschiedene Standpunkte und Ansichten, vielleicht haben sie sich auch mal grundlos abgezickt (Tagesform, Stimmungsschwankung, Hormone, vorzeitige Wechseljahre, ein Missverständnis oder Bedürfnisse, wunde Punkte welche ungewollt überhört wurden), inwieweit diese berechtigt oder haltlos sind, und von wem der Streit ausging und wie sich die FSin daran beteiligte, dazu schrieb die FSin nichts, hat aber auch nicht unbedingt etwas mit einer K-PTBS zu tun, der man es allein zuschieben kann.
 
  • #30
Ich sehe jetzt nicht, dass die Ex, wegen Nichtigkeiten der FSin Vorwürfe macht.
Da bedarf es auch nicht, wie die FSin zu meinen, dass dies an einer komplexen PTBS läge.
Ich stimme dir zu. Warum soll bei gleichgeschlechtlichen Paaren anders laufen als bei Heteros? Kein Mensch möchte einfach zusehen wie der Partner oder die Partnerin mit anderen (Salopp formuliert) rumflirtet oder intimes über die Beziehung mit anderen teilt. Wo bleibt die Privatsphäre der Beziehung wenn sogar Menschen mit denen man seit Jahren nichts mehr zu tun hat, alles wissen. Bei mir leuchten zusätzlich alle Alarmanlagen rot, wenn jemand die Psychischen Diagnosen als Grund für das Scheitern einer Beziehung angibt.
 
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