• #1

Meine neue Freundin ist Witwe – womit muss ich alles klar kommen?

Hallo liebes Forum

Vor ein paar Wochen habe ich auf dieser Platform meine Freundin kennengelernt. Sie ist gut 40 Jahre alt und somit ein paar Jahre jünger als ich und seit letztem Herbst verwitwet. Als ich das damals von ihr hörte, dass sie erst vor ein paar Monaten ihren Ehemann nach langer Krankheit verloren hatte, bin ich erstmal erschrocken. Denn im ersten Augenblick dachte ich, dass doch da viel zu wenig Zeit vergangen ist und sie wahrscheinlich noch stark um ihren Mann trauert. Jedenfalls hatte ich so meine Bedenken, sprach sie auch darauf an – Sie erklärte mir aber, dass sie sich schon während der Krankheit und der Pflege um ihn von ihm verabschiedet hätte – es sei für sie nun gut und sie bereit für etwas Neues – darum hätte sie sich auch auf hier angemeldet. Das besänftigte mich vorerst.

Nun weiss ich aber, dass sie jeden Tag auf sein Grab geht und dieses auch pflegt. Ich weiss, dass in ihrer Wohnung noch ganz viele Andenken herumliegen und auch Fotos von ihnen beiden an den Wänden hängen – Grund genug für mich, dass ich bisher nicht zu ihr nach Hause gehen wollte – wir treffen uns bisher immer bei mir oder irgendwo. Dann hat sie sich in den letzen Tagen mit ihrem Ehemann noch seinen Namen auf den Arm tätowieren lassen. Und sie trägt beide Eheringe.

Sie sagt aber auch, dass sie mich sehr gerne hätte und die Zeit mit mir sehr geniesse, aber dass sie manchmal einfach von der Trauer überrollt werde – dann wird sie auch öfters anstrengend zu mir, bekommt gerne alles was ich sage in den falschen Hals. Aber sie schmiedet auch gerne Pläne mit mir, spricht sogar davon noch Kinder zu haben (die sie bisher nicht hatte) und freut sich auch auf den ersten gemeinsamen Urlaub.

Sie nimmt sehr viele Medikamente. Nach ihren Aussagen auch leichte Antidepressiva und Schmerzmittel. Zudem trifft sie sich einmal pro Woche mit einem Psychotherapeuten.

Ich habe grosse Bedenken, ob nicht alles viel zu früh für sie ist. Und ob die Beziehung nicht schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Das würde ich zwar sehr bedauern, aber mir wäre es lieber, diese Trennung findet schon jetzt statt, als erst nach anstrengenden Monaten. Doch ich mag sie wirklich sehr gerne und finde es auch toll von ihr, dass sie ihren Ehemann noch monatelang gepflegt hat, obwohl sie sich eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte.

Was haltet ihr davon? Habt ihr eventuell schon ähnliches erlebt?
 
  • #2
Da stimmt was nicht - sie wollte sich angeblich schon vor seiner Krankheit von ihrem Mann trennen, hat sich aber jetzt seinen Namen auf ihren Arm tätowieren lassen und trägt beide Eheringe???

Nein sie ist noch lange nicht frei von ihrem verstorbenen Mann.
Und sie ist noch lange nicht frei für dich.
Ich würde ihr das genauso sagen.
Wenn ich mich von meinem Mann eigentlich trennen möchte, lasse ich nicht seinen Namen auf meinen Arm tätowieren....

Ich würde ihr das sagen und mich distanzieren. Vielleicht sieht die Sache in einem halben Jahr ja schon wieder anders aus.

Gib ihr Zeit und Freiraum zu trauern.
Aber für einen Lückenfüller solltest du dir zu schade sein!

Wünsche dir alles Gute!
 
  • #3
Sie ist noch nicht soweit und findet mit Dir vielleicht Trost und Ablenkung und eine schöne Zeit. Dass sie zu seinem Grab geht und es pflegt, ist normal. Aber sie trauert noch. Mal geht es ihr besser, dann aber
aber dass sie manchmal einfach von der Trauer überrollt werde
Auch das ist normal, lieber Cosmonaut. Mein Rat, lass ihr Zeit, sei für sie da, wenn sie es möchte, nimm sie in Deine Arme und lass sie mit Dir sprechen, wenn sie es möchte.
Aber sie schmiedet auch gerne Pläne mit mir, spricht sogar davon noch Kinder zu haben (die sie bisher nicht hatte) und freut sich auch auf den ersten gemeinsamen Urlaub.
Das sdagt sie vielleicht, wenn es ihr gerade wieder besser geht, was? Sei vorsichtig! Ich bin auch der Meinung, dass sie in aller Ruhe trauern soll so lange es eben braucht. Ich wäre da lieber allein. Aber eine gute Freundschaft ist etwas wunderschönes. Vielleicht wird es was...alles Gute!
 
  • #4
Warum eigentlich kann man den Menschen, den man mag nicht einfach so akzeptieren, wie dieser eben ist?
Mimimi, ich könnte verletzt werden, wenn es schief geht ... na und ? Das Risiko gehört zum Leben. Die Frau ist erwachsen und weiss schon, was sie warum macht. Und sie hat dieses Risiko auch. Da sie angeschlagen ist, ist ihr Risiko sogar höher als deines.
Das Leben per se ist ein Risiko und führt direkt zum Tode - ich kann dieses ewige Gejammer nicht mehr lesen. Man könnte ja auch mal an die Chance denken - die Chance, glücklich zu leben
 
  • #5
Da ist vielleicht rational was verarbeitet, aber keinesfalls emotional. Sie wusste ihr Mann stirbt, sie wird allein sein, das Leben geht weiter, sie will noch Kinder, will nicht allein ihre zukünftigen Jahre verbringen...ich denke, gerade der starke Kinderwunsch ist die treibende Kraft sich auf Dich einzulassen, doch nicht Du. Sie nimmt Antidepressiva, betäubt die Gefühle und hebt die Stimmung, jedoch durch den Einfluss der Medikamente, nicht vom persönlichen Gefühl heraus, weil man es fühlt; kann die Dinge mit ihrem Ehemann nicht loslassen, ich meine es sind Erinnerungen, aber man hat innerlich losgelassen und diese in ein Fotoalbum oder Schächtelchen gepackt, wie die Eheringe. Sie hätte sich von den Dingen getrennt, welche nur ihm gehören (Kleidung, seine Hobbysachen, seine Bücher) und nur das emtionale für sie Wertvolle aus der Ehe aufgehoben. Davon ist sie aber noch meilenweit entfernt.
Ihr läuft einerseits die Zeit davon, wenn so noch Kinder haben will und einigermaßen netten „jungen“ Mann, als wenn sie noch 2-3 Jahre trauert und sich dann auf Partnersuche begibt.
 
  • #6
Kann Dich sehr gut verstehen.Hatte auch so eine Situation und trotz meine langjährige Berufserfahrung(Krankenschwester in Ambulanten/Hospizdienst), Einfühlungsvermögen und großes Herz war mir sehr belastend und musste beenden.
Der Trauer ist ein Prozess und braucht viel ZEIT.Verläuft in mehreren Phasen und jede Mensch trauert anders... oft können die Emotionen nicht unter Kontrolle haben.
Manche mauern um sich, die andere lessen alles rauß, eben unkontrolliert.
So oder so ist sehr anstrengend.Man kann medikamentös behandeln aber dadurch wird nicht viel geholfen, nur alles gedämpft, auch positive Emotionen und Gefühle.
Bei dir ist noch alles komplizierter weil die gute Frau sich im Trauerprozes auch noch ein Kind wünscht und ihr biologische Uhr tickt.Dadurch noch mehr Druck auf dich.Ich glaub schon dass sie dir d.Wahrheit sagt mit dem geplanten Trennung, etc...aber ihr kennt euch nur vier Wochen und das ist viel zu kurz für echte Gefühle.Das sind ihre Wünsche und Illusionen, alles was ihr Bewusstsein ihr zeit...aber es passieren noch sehr viele unterbewussten Prozesse wo ein Mensch gar kein Einfluss hat und das zeigen ihre Reaktionen dir gegenüber.
Du musst entscheiden ob du bereit bist diese Last zu tragen...du kennst ihr Leben von früher nicht und hast gar kein Ahnung was sie alles mit dem Verstorbenen erlebt hat.
Wünsche dir alles Gute
Boosa
 
  • #7
Sie ist noch lange nicht frei für eine neue Beziehung. Das ist natürlich normal. Gut ist, dass sie eine Psychotherapie macht, welche ihr hoffentlich bei der Verarbeitung des Durchgemachten helfen wird.
Daran, dass sie auch Antidepressiva und Schmerzmittel nimmt, sieht man, dass es doch recht heftig um sie bestellt ist - bei weitem nicht alle Trauernden müssen Antidepressiva nehmen. Oder, sie braucht diese Medikamente unabhängig von ihrem aktuellen Trauerfall - das würde auf grundsätzliche Probleme hindeuten.

Davon abgesehen, scheint die Beziehung zu ihrem verstorbenen Mann auch widerum so problematisch gewesen sein, dass sie sich bereits vor seiner Erkrankung trennen wollte ... dann hat sie sich aber in seinen letzten Lebenstagen seinen Namen auf ihren Arm tätowieren lassen ... Sorry, für mich sieht das nach komplexeren Problemen bei der Frau aus, abgesehen davon, dass ich es unreif für eine 40jährige Frau finde, sich ein Tattoo stechen zu lassen.

Der Kontakt mit dir wird ihr einfach guttun, aber ich vermute, du bist da eher ein "Lückenfüller" oder eine angenehme Ablenkung, aber eine unbeschwerte neue Liebe, wie du sie dir wahrscheinlich wünscht, wird das von ihr aus sicher nicht werden können, selbst wenn sie das möchte, oder sich und dir "einredet".

Wenn du eine glückliche, möglichst unbelastete neue Liebe suchst, was dir natürlich zu gönnen ist, ist diese Frau wahrscheinlich nicht die richtige für dich. Ich würde es beenden, bevor du dich richtig verliebst, bzw. bevor es wehtut. Deine Gedanken gehen ja auch bereits in diese Richtung.


w53
 
  • #8
Hallo,
jeder hat seine eigene Art, mit dem Verlust fertig zu werden. Eine Nachbarin und ich sind 2009 fast zeitgleich Witwen geworden. Sie hatte fast sofort einen neuen Freund, ich habe Jahre gebraucht, bis ich mich wieder auf jemanden einlassen konnte.

Mein jetziger Partner und ich sprechen viel über unsere Verflossenen (er ist allerdings "nur" geschieden), aber aus Rücksicht auf ihn habe ich mein Hochzeitsfoto in die Schublade verbannt und den Ehering abgelegt, den ich immer noch getragen habe. Nichtsdestotrotz habe ich ein Vorleben und das meiste, was ich erlebt habe, habe ich zusammen mit meinem Mann erlebt und erzähle meinem Freund auch davon.
Bilder und so ein Totenkult, wie es deine Freundin betreibt, wäre mir persönlich zuviel. Ich würde mir an deiner Stelle überlegen, ob sie es dir wert ist, mit ihr durch dieses Tal zu gehen, auch wenn du dich eine Zeitlang wie zweite Wahl fühlst. Mit der Zeit wird die Erinnerung an ihren Mann verblassen und du wirst in ihrem Leben immer präsenter werden. Aber das kann noch dauern, so wie sie drauf ist. Kannst du die Geduld aufbringen, mit der Chance, eine ganz tolle Frau für den Rest deines Lebens zu haben?
 
  • #9
Mimimi, ich könnte verletzt werden, wenn es schief geht ... na und ? Das Risiko gehört zum Leben. ...
Da sie angeschlagen ist, ist ihr Risiko sogar höher als deines.
Ich denke zwar auch, dass man was wagen muss, wenn man was gewinnen will, aber ich widerspreche Dir beim Rest. Eine Krise zu durchleben, bedeutet, so wie ich das kenne, sich auf sich zu konzentrieren. Dh. der FS tut der Frau gut, aber ihr Gefühlsleben ist mit was ganz anderem beschäftigt. So wie ich das sehe, ist ihr Risiko daher kleiner, verletzt zu werden, denn er kommt gefühlsmäßig gar nicht richtig an sie ran. Wenn man sich voll auf einen anderen Menschen konzentriert, an ihn Hoffnungen knüpft, fühlt sich ein Scheitern der Beziehung ganz anders an, als wenn einer nur eine Randfigur im eigenen Leben ist, mit der man sich emotional gar nicht viel beschäftigt.

Man könnte ja auch mal an die Chance denken - die Chance, glücklich zu leben
WANN, ist die Frage. Er ist ja offen für eine Beziehung und hätte es am liebsten JETZT. Die Frau ist mE noch voll in der Verarbeitungsphase. Außerdem scheint sie zusätzlich Probleme zu haben. Ich denke auch, sie wird durch die Pflegezeit ziemlich fertig sein. Da ist ein halbes Jahr noch nicht viel zum Auftanken für neues Glück.
Ich will nicht vorwegnehmen, dass es nicht noch eine gute Beziehung werden kann, aber ich finde das "Gejammer" schon in Ordnung, wenn man merkt, dass man sich mit der neuen Beziehung mehr Bedrückendes und Belastendes ins Leben holt als Freude und sich fragt, ob das ganze überhaupt mal so wird, wie man es sich wünscht.
 
  • #10
Das, was Du schreibst, spricht in meinen Augen dafür, dass sie noch nicht weit genug ist, um einen neuen Partner in ihr Leben zu lassen. Das ist natürlich völlig in Ordnung, aber für eine Beziehung vermutlich anfangs schwierig. Die allgegenwärtige Präsenz ihres Ehemannes spricht nicht für Verarbeitung, die Therapie auch nicht für einen abgeschlossenen und verarbeiteten Lebensabschnitt, der für sie natürlich immer Bedeutung in ihrem Leben haben wird, aber eben eine Erinnerung sein sollte ohne so hohe Präsenz. Jedenfalls aus meiner Sicht.

Trotzdem sehe ich wie @Tom26 auch die Chance. Du kannst ihr bei der Verarbeitung helfen und mit ihr gemeinsam in die Zukunft blicken. Dazu musst Du allerdings Ihre Vergangenheit in Kauf nehmen und akzeptieren. Ob Du das mit ihr gemeinsam angehen möchtest, ist letztlich Deine Entscheidung.
 
  • #11
Da stimmt was nicht - sie wollte sich angeblich schon vor seiner Krankheit von ihrem Mann trennen, hat sich aber jetzt seinen Namen auf ihren Arm tätowieren lassen und trägt beide Eheringe???
Stellvertretend an alle, die das geschrieben haben:
Nein, sie wollte sich nicht trennen. Sie hat aber mit der Trauerarbeit schon während der Krankheitszeit begonnen und angefangen, sich innerlich von ihm zu verabschieden.
Ich frage mich, wie man das, was da eindeutig steht, so völlig falsch verstehen kann ...

Ich habe auch nach meiner Trennung fast keine Verarbeitungszeit gebraucht, weil ich alles schon durchdacht und verarbeitet habe, während die Partnerschaft noch bestand. Aber bei dieser Frau bin ich mir durchaus nicht sicher. Das ist vielleicht doch etwas zu früh gewesen.
 
  • #12
Die Frau ist mE noch voll in der Verarbeitungsphase. Außerdem scheint sie zusätzlich Probleme zu haben. Ich denke auch, sie wird durch die Pflegezeit ziemlich fertig sein. Da ist ein halbes Jahr noch nicht viel zum Auftanken für neues Glück.
ich sehe zwar auch so, dass sie das verabeiten muss, aber ich denke die wichtigste Information steckt doch in dem Satz:

Doch ich mag sie wirklich sehr gerne und finde es auch toll von ihr, dass sie ihren Ehemann noch monatelang gepflegt hat, obwohl sie sich eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte.
Sie hatte mit der Beziehung abgeschlossen. Dann kam diese Nahtoderfahrung. Ihr Partner starb, sie war eine loyale Person und hat ihn bis zum Ende begleitet und unterstützt. Das alles spricht für sie.
Und dann fängt es eben an diffus zu werden. Sie wollte ein loyaler und guter Partner sein. Sie fühlt aber nun nur mehr wie für einen Freund für ihn. Trotzdem kann man auch nicht einfach einen Freund über Monate in den Tod begleiten ohne "Schaden zu nehmen". Sie weiß manchmal nicht was sie fühlen soll, insbesondere weil sie diesen Mann auch mal "mehr" geliebt hat.

Daher, wenn du sie als Mensch willst: nimm sie so wie sie jetzt ist und lebe mit ihren Problemen. Sie wird sie bestimmt verarbeiten (in ihrem Tempo) und wenn du das aber nicht kannst, beende es schnell. Phasen von längeren Zweifeln quälen nur euch beide.
 
  • #13
Du könntest ihr helfen beim Ordnen der Gedanken. Sie könnte die Andenken an ihren Mann an einem besonderen Gedenk-Ort in der Wohnung sammeln, sodass der restliche Teil der Wohnung frei für Euch beide ist.
Dass sie täglich auf den Friedhof geht, sollte Dich nicht belasten. Sie ist nicht Dein Eigentum. Er ist ein Teil ihres Lebens. Lass ihr doch die paar Minuten auf dem Friedhof. Danach ist sie wieder für Dich da.
Ich kann Dir nur sagen - mit Krankheit und Tod eines Menschen, den man eigentlich verlassen wollte, ändert sich alles. Plötzlich merkt man, was man an ihm hatte, warum man sich mal in ihn verliebt hatte, man erkennt seine verletzliche Seele. Und weiß, dass es nun zu spät ist, die Chance vertan, das Wertvolle zu wenig geachtet... Da kommt alles Mögliche hoch.
Je mehr Freiheiten Du ihr einräumst, den Verlust in Würde einzuordnen, desto dankbarer wird sie Dir sein. Dass Du ihre Gefühle achtest, dass Du respektvoll mit ihrem Vorleben umgehst, dass Du sie Stück für Stück in Euer Leben wachsen lässt.
Sicher ist hier mehr Feingefühl nötig als bei einer unbelasteten Partnerschaft, die von Singles eingegangen wird. Wenn Du Dir sicher bist, dass Du dieses Feingefühl hast, dann bleib dran.
Schwierig sehe ich hier aber die Abhängigkeit von diesen Antidepressiva. Das wäre mir persönlich eine Nummer zu hoch für eine Partnerschaft.
Alles Gute.
 
  • #14
Da stimmt was nicht - sie wollte sich angeblich schon vor seiner Krankheit von ihrem Mann trennen, hat sich aber jetzt seinen Namen auf ihren Arm tätowieren lassen und trägt beide Eheringe???
Da irrst Du Dich. Ich denke, sie hat sich innerlich von ihrem sterbenden Mann verabschiedet und das ist ebenso normal. Man macht sich noch eine, soweit es möglich ist, schöne Zeit. Spricht miteinander, ist sich nahe, steht ihm bei und hat die Zeit, sich voneinander zu verabschieden. In Frieden.
Die Trauer aber, wenn es passiert ist, die kommt und will durchlebt werden. Und das dauert.
 
  • #15
Doch ich mag sie wirklich sehr gerne und finde es auch toll von ihr, dass sie ihren Ehemann noch monatelang gepflegt hat, obwohl sie sich eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte.
Nachtrag: DAS hatte ich überlesen, sorry.
Aber, lieber FS, hat sie das so gesagt oder hast du das, was da weiter oben steht, nur so interpretiert? Dass sie sich schon während der Krankheit von ihm verabschiedet hat? So ganz blicke ich jetzt nicht mehr durch.

Da können natürlich auch Schuldgefühle im Spiel sein, gerade wenn man sich so die tägliche Grabpflege und die Tätowierung ansieht, also eine recht komplizierte Angelegenheit.
Wahrscheinlich wäre vorläufig als Chance eine gute Freundschaft eher möglich als direkt eine Partnerschaft, da gehe ich auch mit @Tom26 konform.
 
  • #16
Für mich ist das der springende Punkt! Du magst sie, aber liebst sie nicht. Viele Männer artikulieren sich heute so ambivalent. Mit dir gibt es keinerlei Sicherheit oder Schönheit einer berauschenden Liebesbeziehung. Mit Männern kann man heutzutage nichts Verbindliches mehr aufbauen. Mit 40 weiß man, dass man am Ende ist und die Chancen im Leben verpasst hat.

Ich könnte mir vorstellen, dass das mit dir nichts Ernstes ist, eher ein oberflächlicher Zeitvertreib, und sie keine Verbindlichkeit zu dir siehst, weil viele Männer heute nunmal nicht mehr verbindlich sind. Für Kinder und Familiengründung seid beide zu alt. Heiraten würdest du sie auch nicht. Ihr hättet jetzt ein paar schöne Jahre, aber das wäre es dann. Die Sexualität ist mit Sicherheit auch nicht wild und leidenschaftlich, aufgrund dieses Trauerfalls. Die Frau hat ihr Leben gelebt und das war mit Sicherheit schöner als das, was jetzt noch so für sie kommt.
 
  • #17
Wenn ein Ehepartner verstorben ist, den man geliebt hat, dann ist es wohl anders als ein Mensch von dem Mann getrennt ist.

Ich bin keine Witwe aber man vergisst ja auch die anderen Menschen, die gestorben sind nicht.
Wenn Großeltern, Eltern und auch Geschwister immer einen Platz in den Herzen behalten, man immer mal wieder traurig wird, wenn man an sie denkt.....kann das mit einem verstorben Partner, kaum anders sein.

Ich denke der neue Partner bekommt seinen eigenen neuen Platz.
Und damit hört das traurig sein, nicht automatisch auf.

Allerdings ist es schwer, je nach Trauerphase mit, mit dem Platz den man bekommt umzugehen.

So musst Du trotzdem wissen, wo Deine Grenzen sind und wenn es sich auf Dauer nicht gut anfühlt, musst Du die Konsequenzen ziehen.
 
  • #18
Davon abgesehen, scheint die Beziehung zu ihrem verstorbenen Mann auch widerum so problematisch gewesen sein, dass sie sich bereits vor seiner Erkrankung trennen wollte ... dann hat sie sich aber in sein
Ich habe das anders verstanden! Sie hat sich emotional schon während der Krankheit ein wenig von ihm gelöst, sich verabschiedet, mit dem Wissen er wird bald nicht mehr da sein! Das sie sich vorher schon trennen wollte, lese ich nicht.

Welche Annahme @Cosmonaut - Lieber FS ist denn nun richtig? Wäre wichtig zu wissen.

Tatsache ist, so ein schwerer Verlust kann noch nicht verarbeitet sein und dass sie das Grab ihres verstorbenen Mannes besucht und es pflegt ist doch völlig normal. Auch das sie sich den Namen hat tätowieren lassen finde ich nicht ungewöhnlich, denn er wird immer ein Teil ihres Lebens sein und sie möchte ihn gar nicht vergessen, sondern an ihn erinnert werden, an jedem einzelnen Tag in ihrem Leben. So what?

Was ist dein Problem, lieber FS?
Das die Frau ein Leben vor dir hatte und ihren verstorbenen Mann noch in Herzen und auf ihrer Haut trägt? Was erwartest du denn nach dieser kurzen Zeit? Hast du dich mal versucht in ihre Lage zu versetzen?

Ganz ehrlich, wenn du damit nicht leben kannst, dass ihr Herz noch nicht frei ist und du auf Nummer sicher gehen willst, dass du nicht verletzt wirst, dann breche den Kontakt besser ab, denn du bereitest ihr noch mehr Kummer als sie eh schon hat.

Ich schließe mich @Tom26 an, warum immer alles so kompliziert machen? Du wusstest dass ihr Verlust noch nicht lange her ist und hast dich auf sie eingelassen. Ihr tut euch gegenseitig gut, habt eine schöne Zeit miteinander und die Chance euer Band eng zu knüpfen, wenn ihr diese schwere Zeit zusammen meistert. Ja, es gibt ein Risiko, aber HEUTE- jetzt und hier tut ihr euch gut! Das ist so viel und du weißt es nicht zu schätzen. Sehr schade!

Ich kann deine Ängste ja verstehen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und bitte gestehe ihr ihre Trauer zu! Und zwar so, wie sie trauern und verarbeiten möchte.
 
  • #19
Für mich ist das der springende Punkt! Du magst sie, aber liebst sie nicht. Viele Männer artikulieren sich heute so ambivalent.
Sie sagt es doch so ähnlich:
Sie sagt aber auch, dass sie mich sehr gerne hätte und die Zeit mit mir sehr geniesse, aber dass sie manchmal einfach von der Trauer überrollt werde – dann wird sie auch öfters anstrengend zu mir, bekommt gerne alles was ich sage in den falschen Hals.
Und da viele Menschen denken, dass Liebe erst entstehen muss: Er kann doch noch gar nicht wissen, ob er sie liebt, er kennt sie zu kurz. Ich wüsste es schon, aber ich wüsste nach so kurzer Zeit nicht, ob ich eine Beziehung mit der Person führen wollte. Es ist für mich legitim, dass er guckt, wie es IHM mit der Beziehungsanbahnung geht.

Ich finde auch falsch, wenn er jetzt, obwohl er sich nicht wohlfühlt, anfangen sollte, ihr beim Ordnen ihres Lebens zu helfen. Das macht die Frau mit dem Thread, wo es um die Schulden des Mannes geht, doch auch nicht, obwohl er angeblich anfängt mit dem "Aufräumen". Sie sagt "ich hab so lange entbehrungsreich gelebt, dass ich so einen Partner nicht will". Genauso kann der FS dieses Threads nun sagen "ich hab so lange als Single freudlos gelebt, mit ner Partnerin will ich Spaß haben". Dann war die Auswahl dieser Witwe ne Fehlauswahl.
Er könnte sich als Helfer anbieten, wenn sie ihm leidtut, aber wenn sie schon ihre psychischen Probleme rauslassen muss und er dann dazu dient, kann er auch sagen "mag ich nicht, will ich nicht".

@Callabria Du gibst nur dem Mann die Schuld. Guck Dir doch mal das Verhalten der Frau an und frage Dich, ob das nach Liebe, Verbindlichkeit usw. aussieht. Ich finde, nicht. Und nein, ich würde es von ihr auch nicht erwarten in dieser Situation. Aber sie selbst hat ja nach einem Partner gesucht, aber was bietet sie?
 
  • #20
Ich habe das anders verstanden! ...Das sie sich vorher schon trennen wollte, lese ich nicht.
Dann lies einfach mal aufmerksam den Eingangspost des FS!
Im Eingangspost steht Folgendes:
...und finde es auch toll von ihr, dass sie ihren Ehemann noch monatelang gepflegt hat, obwohl sie sich eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte.
Die Unterstreichung ist von mir, damit es endlich mal klar wird, was weiter oben in der Diskussion eigentlich schon geklärt worden ist.
"...eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte" heißt für mich, dass sie sich eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte!
Für mich heißt das, die Beziehung war (zumindest für die Frau) schon vor der Krankheit des Mannes so schlecht, dass sie sich trennen wollte - oder was gibt es da anderes hineinzudeuten?


w53
 
  • #21
... ich bin selbst betroffen.

Grösste Krise meines Lebens. Im Wissen um die Trauerspirale nach E. Schuchardt immer und immer wieder reflektiert, getrauert, verarbeitet. Bei Wanderungen ohne Ende. Körperliche Müdigkeit absichtsvoll erzeugend auch im Sinn von A. Grün.
Das war das eine.
Ganz viel Trost gab ein wundervoller Mann, der selber in Verarbeitung seiner gescheiterten Beziehung war und sich mit Kindern und Haus usw. neu orientieren musste. Geistige, körperliche, seelische Nähe taten unendlich gut.
Es war irgendwie klar, dass wir beide ein Übergangspaar bleiben würden. Zwar nicht von Anfang an, jedoch im Zeitverlauf. Ich würde genauso wieder handeln. Es war ein ungeheurer unvorstellbarer Trost mit diesem Mann nach dem Ungeheuerlichen in den engsten Kontakt zu kommen, den Mann und Frau haben können.

Es gibt kein Muster oder eine Taktik und Strategie. Jedes einzelne Stück des verstorbenen Partners musste abgetrauert werden. Zeit egal. Nur die "Arbeit" auch machen, nicht vermeiden, nicht verdrängen.

Bei mir war es auch anders herum. Ich habe es nicht geschafft zum Grab zu gehen, konnte mir nicht vorschreiben lassen, wie ich öffentlich zu trauern habe (Unkraut zupfen, Blumen pflanzen). Das haben Nachbarn für mich übernommen, weil ich es nicht konnte. Erst Jahre später ging es dann. Meine Trauer war und ist individuell anders gewesen. Am Schlimmsten waren diese Bekundungen "wünsch dir viel Kraft".

Wenn Schuchardt (s.o.) richtig liegt, handelt es sich um einen sehr individuellen und stufigen Prozess. Durchläuft man ihn nicht, bleibt man irgendwo hängen und kann vielleicht niemals wieder unvoreingenommen und ohne Projektionen und Rucksack voll eine neue Liebe eingehen. Da das mein höchstes Ziel war, habe ich mich auf alles eingelassen.

Darauf solltest du, lieber FS, zumindest gefasst sein, die Phasen, die Fort- und Rückschritte, der Stillstand, die Euphorie, der Zweifel und das hoffentlich bestärkte Hervorgehen aus dieser Zeit, weil diese archaische Erfahrung zur Persönlichkeitsentwicklung und Reife beiträgt (beitragen kann).

Sunniy, W53
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #22
trennen wollte" heißt für mich, dass sie sich
Hmmmm...dann gehöre ich auch zu den Begriffsstutzigen. Auch ich habe mir seinen Fragetext nochmal aufmerksam durchgelesen und kann diese Stelle nicht finden, wo er, der fs seine Freundin so zitiert. Er, der fs schreibt das nur so, dass die sich schon vor der Krankheit von ihrem Mann trennen wollte. Vielleicht hat der Fs das auch missverständlich formuliert?
Deswegen nervt es mich auch ziemlich, dass sich die Fs nicht mehr dazu äußern. Ich finde das unhöflich. Schade.
 
  • #23
Das Frau @Frau
Sie erklärte mir aber, dass sie sich schon während der Krankheit und der Pflege um ihn von ihm verabschiedet hätte
passt aber nicht zu dem
.eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte" heißt für mich, dass sie sich eigentlich schon vor der Krankheit von ihm trennen wollte!
und dem
Dann hat sie sich in den letzen Tagen mit ihrem Ehemann noch seinen Namen auf den Arm tätowieren lassen. Und sie trägt beide Eheringe.
Wenn ich mich vorher schon trennen will und es nur nicht übers Herz bringe weil mein Mann plötzlich erkrankt ist, dann lasse ich mir nicht seinen Namen noch schnell auf den Arm tätowieren und trage beide Eheringe. Da passt etwas nicht an der Geschichte, bzw. passt dazu einfach besser was der FS vorher geschrieben hat, nämlich dass sie sich nur ein Stück weit schon während der Krankheit verabschiedet hat.

Ich bezweifle, dass sie sich von ihm trennen wollte und das ist nicht an den Haaren herbei gezogen, sondern ergibt sich aus dem Text. Man kann auch mal zwischen den Zeilen lesen und sollte nicht jedes Wort für bare Münze nehmen, erst Recht nicht, wenn die Aussage von einem Dritten gemacht wurde, denn auch er kann etwas falsch verstanden oder falsch gedeutet haben. Es ist ja noch noch nicht mal klar, dass es diese Aussage wirklich so gegeben hat oder ob das einfach nur seine Interpretation von irgendwas ist!

Fakt ist, es passt was nicht zusammen! Und diese Frau hat sich im Leben nicht schon vorher trennen wollen.
Für dich @Frau gibt es anscheinend nur schwarz oder weiß, ob das Sinn macht, ist dabei völlig wurscht.
 
  • #24
Du magst sie, aber liebst sie nicht. [ ... ] Mit Männern kann man heutzutage nichts Verbindliches mehr aufbauen. Mit 40 weiß man, dass man am Ende ist und die Chancen im Leben verpasst hat.
Ich könnte mir vorstellen, dass das mit dir nichts Ernstes ist, eher ein oberflächlicher Zeitvertreib, und sie keine Verbindlichkeit zu dir siehst, weil viele Männer heute nunmal nicht mehr verbindlich sind. [ ... ] Ihr hättet jetzt ein paar schöne Jahre, aber das wäre es dann. [ ... ] Die Frau hat ihr Leben gelebt und das war mit Sicherheit schöner als das, was jetzt noch so für sie kommt.
Diese Verallgemeinerungen ...
Geht's noch? Wie alt bist du denn, @Callabria? 16jährige Leserin von Groschenromanen?

Mir wäre - als neuer Freund - eher suspekt, wenn sie NICHT trauern würde. Lieber @Cosmonaut, mir gefällt, dass du sie wirklich sehr gerne hast und es toll findest, dass sie ihren Ehemann noch monatelang gepflegt hat, du dich also nicht verwirren lässt. Auch Antidepressiva in Verbindung mit Stunden beim Therapeuten finde ich normal und klug. Es gibt Hilfsmittel - warum sie nicht (kontrolliert) einsetzen?
Vielleicht gehst du einfach mal mit auf den Friedhof - dann fühlt sie sich verstanden. Du liest dich sehr sensibel, scheinst ihr zuzuhören, wenn sie von ihrem verstorbenen Mann erzählt. Ich bin sicher, dass sie sich mit der Zeit auch von immer mehr Dingen trennen wird, die ihr früheres Leben betroffen haben. Sie macht das offensichtlich in dem für sie erträglichen Rahmen und Tempo. Je mehr du auf sie eingehst, Verständnis hast, umso mehr werdet ihr zusammen wachsen.
Man könnte ja auch mal an die Chance denken - die Chance, glücklich zu leben
So is'es!
 
  • #25
Das sie sich VOR der Krankheit trennen WOLLTE, deutet auf eine Ehekrise, doch sie hat ihn danach noch sehr lange Zeit gepflegt. Dadurch kam auch ein Umdenken, oder sie hat ihrem Ehemann verziehen, sieht ihren Anteil, an der Krise, hat Schuldgefühle, ... was auch immer.
Sich im Nachgang den Namen des Ehe-Mannes oder Exmannes tätowieren zu lassen, spricht nicht für losgelassen haben, Gefühle sind noch sehr stark und präsent. Auch die/den Ehering zu tragen und alle seine Dinge im Haus zu behalten, für das imaginäre/emotionale Festhalten an die Ehe. Rational ist sie Single, emotional noch verheiratet. Sie ist noch voll in Trauer und nicht, wie sie meint, frei im Herzen, da ist noch ihr Mann.
 
  • #26
Hm, ich denke mir, du wusstest scheinbar von Anbeginn eures Kennenlernens, dass sie in dieser Lage ist. Also, das sie erst sehr kurz ihren Mann verloren hatte. Da hättest du schon deine bedenken haben können, egal ob und wie sie es verarbeitet.
Mir hätte allein die Information das und wann ihr Mann verstorben gereicht um mir dann die Frage zu stellen, wage ich das oder lass ich es lieber.
Jetzt im Nachhinein Bedenken anmelden geht eigentlich nur bei der VOB.

Ich glaube ich hätte heute feine Antennen, würde ich in deine Situation kommen. Ich würde schon zu Anfang sehr Aufmerksam sein und in sie UND mich hineinhören, ob und wie wir damit umgehen. Mir selbst die Frage stelle, kann und will ich diesen Weg mit ihr gehen wollen.
Das dieser Weg nicht Alltäglich ist sollte auch dir von Anbeginn bewusst gewesen sein, deshalb verstehe ich deine nachträglichen Bedenken nun nicht ganz.
Hört sich eher so an, als dass du dich ein wenig selbstüberschätzt hast und du nun merkst das es doch für dich nicht so leicht ist.
Für mich ist es logisch, dass die Frau ihre Zeit noch braucht. Die Frage ist nur, ob du diese Zeit und den Weg wirklich mit ihr gehen magst.
Aber ich würde ihr auch das genau so sagen, wenn ich denn "Ernsthaft" an ihr interessiert wäre und sie an mir.
Ich würde ihr sagen, dass ich sie durch diese Zeit begleiten möchte, aber entweder ganz oder gar nicht.

m48
 
  • #27
Man könnte ja auch mal an die Chance denken - die Chance, glücklich zu leben
Danke für deine Worte, finde du hast zum Teil auch recht. Nur das mit dem Glück stimmt bei mir eben nicht. Denn ich führe eigentlich ein glückliches Leben auch ohne Partner – sollte ich eine neue Partnerschaft eingehen, habe ich auch viel zu verlieren wie z.B. die momentane Harmonie mit meiner Tochter. Gehe ich eine Beziehung ein, dann gerne mit Haut und Haaren – darum versuche ich ja herauszufinden, wie schwierig es mit meiner Freundin werden könnte – gerade weil ich z.T. Vorbehalte habe zwischen dem was sie sagt und dem was sie tut.
Gruss, Cosmonaut
 
  • #28
ich denke, gerade der starke Kinderwunsch ist die treibende Kraft sich auf Dich einzulassen, doch nicht Du.
Stimmt, das habe ich mir so noch nicht überlegt. Wobei sie schon auch unsicher ist, was Kinder angeht. Aber es scheint ihr Herzenswunsch zu sein, eventuell ist es aber dafür auch schon zu spät – und ich glaube, das ist ihr sehr wohl bewusst. Danke "Andere Frau" und herzliche Grüsse, Cosmonaut
 
  • #29
Daher, wenn du sie als Mensch willst: nimm sie so wie sie jetzt ist und lebe mit ihren Problemen. Sie wird sie bestimmt verarbeiten (in ihrem Tempo) und wenn du das aber nicht kannst, beende es schnell. Phasen von längeren Zweifeln quälen nur euch beide.
Ich weiss einfach nicht, ob ich das hinbekomme mit ihrem Ex immer und überall um uns. Das macht mir schon grosse Sorgen. Ich bin kein oberflächlicher Mensch und kann das ja auch verstehen, dass sie ihren Exmann gerne noch um sich haben möchte. Aber ich glaube, mich wird das auf Dauer erdrücken. Kommen noch die Menschen in ihrem Umfeld dazu, die mich auch noch nicht in ihrem Leben haben möchten, weil sie auch noch mit der Trauer beschäftigt sind. Ja, das macht mir Sorgen.

Aber danke für deine einfühlsamen Worte, Gallifrey. Herzliche Grüsse, Cosmonaut
 
  • #30
Welche Annahme @Cosmonaut - Lieber FS ist denn nun richtig? Wäre wichtig zu wissen.
Sie hatte sich schon vor der Krankheit von ihm getrennt. Sie wohnten zwar noch zusammen in der gemeinsamen Wohnung, aber sie hatte auch schon wieder jemanden kennengelernt, von dem ihr Mann auch Bescheid wusste. Doch dann kam die Krankheit, sie schoss ihren Liebhaber in den Wind, kündigte die Arbeitsstelle und kümmerte sich ab da für ca. 2 Jahre um ihren Mann.

Welche Annahme @Cosmonaut Tatsache ist, so ein schwerer Verlust kann noch nicht verarbeitet sein und dass sie das Grab ihres verstorbenen Mannes besucht und es pflegt ist doch völlig normal. Auch das sie sich den Namen hat tätowieren lassen finde ich nicht ungewöhnlich, denn er wird immer ein Teil ihres Lebens sein und sie möchte ihn gar nicht vergessen, sondern an ihn erinnert werden, an jedem einzelnen Tag in ihrem Leben. So what?
So what? Das ist alles kein Problem für dich? Am Esstisch zu sitzen und sich von all den Fotos beobachtet zu fühlen? No Problem? Exmann da, dort und überall? Aber sagen, man sei mit der Verarbeitung durch und dann Wochen später sich doch erklären müssen, dass man Hal manchmal von der Trauer überrollt werde und darum böse mit mir zu sein? Ja, dann finde ich das toll von dir. Aber ich mache mir wirklich Gedanken, ob ich das hinbekomme. Denn ich habe ja auch noch eine Tochter um die ich mich kümmere und die soll ja auch nicht zu sehr beeinträchtigt werden, von der neuen Situation. Ja, ich mache mir meine Gedanken.

Welche Annahme @Cosmonaut Hast du dich mal versucht in ihre Lage zu versetzen?
Ja, das versuche ich. Eigentlich immer. Wie jetzt z.B.

Welche Annahme @Cosmonaut ... dann breche den Kontakt besser ab, denn du bereitest ihr noch mehr Kummer als sie eh schon hat.
Ja, das stimmt. Auch das überlege ich mir jeden Tag. Natürlich möchte ich ihr keinen zusätzlichen Kummer aufbürden, aber genau das tue ich jetzt. Da hast du völlig recht.

Welche Annahme @Cosmonaut Ich kann deine Ängste ja verstehen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und bitte gestehe ihr ihre Trauer zu! Und zwar so, wie sie trauern und verarbeiten möchte.
Ja, das lerne ich gerade. Wahrscheinlich war ich bisher zu ungeduldig. Aber vielleicht ist der Zug nun sowieso schon abgefahren.

Danke Stern12345, du hast mich ganz schön aus der Reserve geholt. Danke dir dafür. Gruss, Cosmonaut