G

Gast

  • #1

Menschentypen, die keine Ruhe zu haben scheinen.

Hallo,

das ist nicht direkt ein Problem von mir, aber ich finde einfach keinen Zugangspunkt zu diesem Verhalten.
Ich habe nun verschiedene Personen, sowohl weibliche wie auch männliche kennen gelernt, die aus meiner Sicht einfach keine Ruhe finden und immer etwas unternehmen müssen.
Konkret weiss ich von mehreren Beziehungen, bei denen der andere immer unterwegs sein muss. Am besten jeden Abend verplanen möchte und nur schwer z.B. einfach zu Hause mit dem/der Partner/in sitzen und essen oder einen Film schauen kann.
Für besagte Leute scheint dies gleichbedeutend mit der Annahme zu sein, dass man nichts vor hat und daher etwas anderes Planen kann (alleine, mit Freunden). Selbst wenn es zu einem solchen Abend kommt, jedoch die Möglichkeit eines Anrufs von Freunden besteht, sitzen sie wie auf Kohlen. Genießen kann man solche Abende nicht.
So, wie sich das für mich darstellt, machen diese Menschen ihr eigenes Ding, ohne sich viele Gedanken über die Wünsche ihrer Partner zu machen.
Um nun etwas mehr Zeit mit ihren Partner verbringen zu können eignen sich die, ich nennen sie die Vernachlässigten, die Hobbies ihrer Partner an. Anders herum passiert das aber nicht oder kaum.

Irgendwie glaube ich aber auch, dass ich einfach keinen Einstieg in dieses Verhalten finde, weil ich selbst anders bin. Dennoch Frage ich mich ob man in einer solchen Beziehung von Liebe sprechen kann bzw. welche Partner besser geeignet wären und wie diese Zuneigung verspüren oder überhaupt einen Partner brauchen oder ihn vielleicht sogar als Last sehen?

Danke für euere Meinungen.
 
G

Gast

  • #2
Wieso willst Du überhaupt Zugang zu solchen besagten Leuten finden? Offenbar ist das ein Verhalten das Dir überhaupt nicht passt und zudem assozierst Du das mit Gedankenlosigkeit und Ignoranz gegenüber des Partners. Finde ich persönlich etwas anmassend.

Weil ich selber gehöre auch eher zu den rastlosen und bin innerlich ständig auf dem Sprung und z.B. einen Abend vor dem Fernseher auf der Couch empfinde ich als todeslangweilig. Daher suche ich mir Gleichgesinnte, da ich von Vornherein weiss, mit einem couch Potato oder dergleichen kann ich nichts anfangen und ich versuche solche Leute auch nicht zu verstehen, ich werd das nie verstehen, muss man aber auch nicht. Denen gefällt das, also. Leben und leben lassen und sich mit denen Leuten umgeben, wo man sich wohlfühlt.

Wobei ich denke, hinter Deiner Frage steckt eher ein Gefühl von Verletztheit, weil jemand, der diese "Eigenschaft" hat, nicht auf Deine Befindlichkeit rücksicht nimmt. Wenn das Der Fall ist, red mit diesem jemand darüber und such nach Lösungen. Eventuell fällt das dieser Person nicht auf, dass sie auf Deinen Gefühlen rumtrampelt, da hilft reden, oder es ist ihr tatsächlich schlicht egal, dann hilft gehen oder es akzepieren (wobei ich Letzteres ja nicht empfehlen würde ;) ).
 
G

Gast

  • #3
Ich kann nur von mir sprechen. Ich tue manche Dinge gern, z.b. bewege ich mich gern. Wenn ich nun in einer geselligen Runde bin, in denen keiner seinen Sessel verlässt und das stundenlang, werde ich äußerst unruhig. Dann muss ich einfach gehen und die anderen wird das nicht stören, sie kennen mich und mögen mich trotzdem.

In den von dir angesprochenen Partnerschaften ist die Gewichtung vielleicht gar nicht so schlimm wie du denkst. Denn es finden sich oft Menschen die einander ergänzen und so zieht der ruhelose Part den anderen mit oder wird durch ihn (innerlich) beruhigt. Es kann also sein, dass sich die Vernachlässigten gar nicht so fühlen, sondern über die unbändige Energie des Partners lächeln und diese bewundern oder charmant finden und der Ruhelose seinen Halt dort findet.

Du solltest die Menschen tun lassen, wie es ihnen beliebt, denn es muss einen triftigen Grund geben, warum sich diese Paare gefunden haben.
 
G

Gast

  • #4
Ich finde Deine Frage gut und kann selbst von mir/meiner Beziehung berichten. Ich (w) bin eher der Ruhe-Typ. Ich geniesse Abende zu Hause, mit guten Gesprächen, ohne Planung-denn es ergibt sich immer irgendeine Aktivität! Es muss ja nicht jeden Tag die Ultra-Party sein. Vielleicht liegt es auch meinem Alter, Mitte 40, wo ich die Party Zeit schon hinter mir habe (gottseidank...).
Ich habe sehr viele Interessen und irgendwie fällt mir trotz starkem Nachdenken kein Tag/Abend ein, wo mir langweilig war. Ich finde, in der Ruhe und Stille entsteht viel Energie für Neues. Neue Ideen, die ich dann aber auch umsetze.

Mein Partner hingegen ist der Planer, der rastlose, der immer was zu tun haben MUSS.Er braucht ständig Termine, egal ob beruflich oder privat. Er kann nicht auf ein Wochenende zugehen, ohne dass wir fixe Aktivitäten planen und auch fixieren.

Es ist aus meiner Sicht eine Ablenkung. Von sich selbst. Um ja nicht mit sich selbst beschäftigt sein zu müssen und etwaigen Gedanken.

Dennoch kann ich von Liebe und tiefster Zuneigung sprechen.
Auch würde ich sagen, dass so eine Konstellation möglich ist. Denn ich bin für meinen Partner ein sehr wichtiger Ruhepol, den er in seinem rastlosen Leben nirgendwo findet. (seine Aussage)
Ich hingegen bin aber sehr damit gefordert, mich abzugrenzen. Denn anfangs habe ich seine Termin-Aktivitäten mitgemacht. Bis ich erkannt habe, dass mir das nicht gut tut.

Wie gesagt, es erfordert als eher ruhiger Part ein "Zu sich stehen". Auch auf das Risiko hinaus, dass der Partner sich eine Freundin sucht, die ebenso gehetzt durchs Leben läuft.
Über dieses Ergebnis mache ich mir allerdings keine Gedanken.
 
G

Gast

  • #5
Ich bin auch so ein Unruhe-Herd. Ich arbeite viel, bin selbständig, habe Hobbies und bin alleinerziehend. Hinzu kommt, dass ich durch den Job viel international reisen muss. Ich habe mir dieses Leben so ausgesucht und bin zufrieden. Eine Beziehung ist dennoch schwierig, da ich mich nicht an einem Ort festbinden lasse! Eine Beziehung mit jemandem der nicht mitzieht ist also völlig unmöglich. Außerdem dulde ich niemanden, der mir im Weg steht! Meine "wahre Liebe" habe ich damit verscheucht, aber er hätte sowieso keinen Spaß an so einer Beziehung gehabt. Ich glaube, dass unruhige Menschen nicht wirklich fähig sind eine feste Beziehung einzugehen und sich damit lebenslang an 1 Menschen zu binden. Irgendwie kommen diese Menschen nie zuhause an!
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS,
danke für diese Frage.

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass ich eine Beziehung beendet habe, weil ich mich trotz inniger Liebe zu ihm selbst aufgegeben hätte.

Aus Liebe habe ich zunächst alles mitgemacht, um ihm nahe zu sein. Er war immer auf dem Sprung, hat vieles auch selbst organisiert (viele Treffen mit Freunden, Aktivitäten über Aktivitäten). Es war ihm wichtig, die Freizeit zu verplanen, nur damit keine Langeweile aufkommt.
Wenn wir mal gemütlich auf der Couch lagen, lief er ständig zum i-phone, zum PC, ob nicht irgendeine sms oder E-Mail gekommen ist, die Aktivität verhieß.
Ja, es verletzte mich. Denn ich hatte das Gefühl, er langweilt sich mit mir. Dies war vermutlich auch so.
Wir haben darüber gesprochen, aber dies bewirkte keine Tendenz in Richtung Rücksichtnahme auf mich. Er konnte einfach nicht anders. Dies musste ich zur Kenntnis nehmen. Schweren Herzens zog ich die Reißleine (dies war seine Aufforderung: "Wenn du damit nicht leben kannst, musst du die Reißleine ziehen.").
Es tut mir persönlich im Herzen weh. Aber glücklich wäre ich in dieser Beziehung nicht geworden.
Ich brauche Phasen der Ruhe, aber auch Phasen der spontanen Unternehmungen (ich verplane nicht gerne schon Freizeittermine für ein ganzes Jahr im Vorhinein).

Abfeiern und Partys brauche ich nicht mehr im Gegensatz zu meinem leider nunmehr Ex-Partner.

w/46
 
G

Gast

  • #7
Hier der FS

Vielen Dank für euere Antworten.

Wie ich bereits geschrieben habe, betrifft das nicht mich. Sondern nur den Wunsch, von mir diesen Typ Mensch zu verstehen. Und weil ich gerade in den letzten Monaten mehrere solcher Typen in Beziehungen kennen gelernt habe und sich die jeweiligen Partner Gedanken machen, beschäftige ich mich damit. Ich möchte es besser verstehen und nicht nur akzeptieren, dass es andere Einstellungen zu Beziehungen gibt, das ist klar.

Daher etwas provokativ:
Bei mir äußert sich Liebe oder Verliebtheit in der Tatsache, dass ich die Nähe zu und Unternehmungen MIT meiner Partnerin suche. Natürlich kann ich auch alleine Leben, bestens sogar, das habe ich schon getan. Nur wenn ich verliebt bin, dann verhalte ich mich eben so.

Bei den beschriebenen Typen scheint das anders zu sein. Trotz Bereitschaft der Partner etwas zu unternehmen (also kein CouchPotato), stehen die Partner selbst während dieser Unternehmung sogar im Hintergrund. Dennoch sprechen sie von Liebe und Zuneigung, vom Traumpartner und von Heirat (getrennt von einander).

Folgende Frage an die Ruhelosen:
Wie empfindet ihr Zuneigung, Verliebtheit und Liebe? Beeinflusst sie euer Leben in irgendeiner Weise? Habt ihr womöglich selbst realisiert, dass das Gefühl bei anderen vielleicht intensiver ist?

@#5:
Das beschreibt recht gut, was ich von meinen Bekannten so gehört habe.

PS: Ich kann leider keine konkreten Beispiele nennen, da sich ein Paar tatsächlich aus diesem Grund getrennt hat. Im ersten Moment dachte ich mir, dass einer von beiden den anderen nicht liebte und sich deshalbt so verhalten hat - so zu mindest könnte es prinzipiell bei mir sein. Doch finde ich diese Annahme recht Oberflächlich und zu kurz gedacht. Deswegen die Frage an euch alle.
 
  • #8
Ich bin DIE Unruhe in Person.. Und ich brauche hingegen der landläufigen Meinung niemanden der "mir Ruhe gibt", sondern jemanden der mit mir Gas gibt und mich nicht bremst.. ich hatte mal eine Partnerin die war der Typ "Abend auf der Couch" .. ich bin fast durchgedreht ... Für einen hyperaktiven Menschen wie mich ist der "ruhige Abend zuHause" gleichbedeutend mit "Warten"... und bei ihr war es "Warten auf Godot".. wenn ich den Tag über nichts unternehme dann kann mein Körper nicht schlafen, nicht abschalten, nicht zur Ruhe kommen.. Warte macht dann wahnsinnig hibbelig.. man weiss dann nicht wohin mit der ganzen Energie.. Als ADHSler setzt man dem ganzen noch einen Tacken drauf.
Man gewöhnt sich daran das die Welt um einen herum ständig in Zeitlupe läuft, aber das will man dann bitte nicht auch noch in einer Beziehung haben.. Am besten noch mit einem Partner der bremst ..

Mein Leben läuft im FF (Fast Forward) Modus, da passt niemand anderes rein als jemand der sich wohl fühlt bei dem Tempo..
 
G

Gast

  • #9
In dem bekannten Buch "Grundformen der Angst" werden solche Menschen als "hysterischer Persönlichkeitstyp" bezeichnet. Kennzeichnend für diese Menschen ist ihre Angst vor dem Verbindlichen im Leben.
Ich kenne solche Leute auch aus dem privaten Umfeld. Häufig hört man von ihnen Sätze wie "Ich muß mich bewegen, sonst werde ich verrückt!", z.B. nach dem Essen.
Bei diesen Leuten ist zwar immer was los, aber man kann sich bei ihnen auf nichts, aber auf gar nichts verlassen. Begriffe wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit sind ihnen völlig fremd und sie sind um Ausreden nie verlegen.
Der Gegentypus in einer Partnerschaft ist oft eine dependente Persönlichkeit, die aus Angst vor dem Verlassenwerden die Unzuverlässigkeit des Partners erträgt.

m
 
  • #10
[..] Kennzeichnend für diese Menschen ist ihre Angst vor dem Verbindlichen im Leben.
Ich kenne solche Leute auch aus dem privaten Umfeld. Häufig hört man von ihnen Sätze wie "Ich muß mich bewegen, sonst werde ich verrückt!", z.B. nach dem Essen.
Bei diesen Leuten ist zwar immer was los, aber man kann sich bei ihnen auf nichts, aber auf gar nichts verlassen. Begriffe wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit sind ihnen völlig fremd und sie sind um Ausreden nie verlegen.
[...]

m
wer schreibt denn solch einen hahnebüchenden Mist? Ich glaube nicht das mein Chef mich wegen meinen nichtvorhandenen tollen blauen Augen als ERP Chef und Vorgesetzter mit PV eingestellt hat...
 
G

Gast

  • #11
liebe fs,

was du beschreibst, gibt es immer wieder, kenne ich auch.
die menschen sind einfach so, wenn man sich mit der familie unterhält, erfährt man, dass sie schon immer so waren. d.h. sie haben ihren blick auf die dinge und halten ihr verhalten für normal. das ist weitgehend genetisch bedingt und ändert sich im lauf des lebens auch nicht groß. lieben kann so ein mensch natürlich auch, ganz klar, die äußerungsformen werden halt von dir nicht so verstanden, da du wohl eher besinnliche zweisamkeit in größerem umfang als dein partner brauchst. das könnte dann ein fall werden, wo beide lieben, aber es trotzdem nicht geht.
du kannst versuchen, das gespräch drauf zu bringen und ganz konkrete gewünschte verhaltne benennen. es wird sich aber nicht so viel ändern.

dir alles liebe

w
 
  • #12
...
Ich kenne solche Leute auch aus dem privaten Umfeld. ...
Bei diesen Leuten ist zwar immer was los, aber man kann sich bei ihnen auf nichts, aber auf gar nichts verlassen. Begriffe wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit sind ihnen völlig fremd und sie sind um Ausreden nie verlegen...
m
Das bezweifle ich. Eine Freundin von mir ist auch mit so einem Mann zusammen. Mindestens 3/4 seiner Termine betreffen Hilfe und Organisation im Freundeskreis. Und er bietet sich gern an und wird gern in Anspruch genommen.

Ich glaube, dass der Partner schon ein gutes Selbstbewusstsein haben muss, um dieses Verhalten einfach als Charakterzug und nicht als Flucht betrachten zu können - so wie Gast 3 es beschrieb.
Oder eben ähnlich ticken.
 
  • #13
btw: "Grundformen der Angst" ist von 1961... einer Zeit in der die "Krankheit" Homosexualität noch mit Elektroschocks bekämpft wurde.. =)
 
G

Gast

  • #14
Meine Mutter und meine Oma sind so. Beide haben auch diese ewige Unruhe in sich. Z.B. dieses ich muss laufen, nach dem gerade schön gegessen wurde oder allgemein " ich muss noch ein bisschen raus, bin heute noch gar nicht gelaufen" usw.... Ich bin eher jemand der sich gerne nach dem Essen auf die Couch fletzt.... Das unterschiedliche Verhalten gab schon immer risikes Konfliktpotential und es nervt mich bis heute total, da ich Angst habe, dass diese Unruhe irgendwann auf mich überspringt.
Ich kann mit solchen Verhaltensweisen nicht gut umgehen.

W31
 
G

Gast

  • #15
Das bezweifle ich. Eine Freundin von mir ist auch mit so einem Mann zusammen. Mindestens 3/4 seiner Termine betreffen Hilfe und Organisation im Freundeskreis. Und er bietet sich gern an und wird gern in Anspruch genommen.

Ich glaube, dass der Partner schon ein gutes Selbstbewusstsein haben muss, um dieses Verhalten einfach als Charakterzug und nicht als Flucht betrachten zu können - so wie Gast 3 es beschrieb.
Oder eben ähnlich ticken.
Ich denke auch, dass solche Menschen nicht bei sich selbst angekommen sind. Früher war ich auch so, nicht ganz so extrem, aber je älter ich werde und nach einer Therapie bin ich viel mehr zur Ruhe gekommen und habe für mich meine gute Balance zwischen Action und Ruhe auf dem Sofa gefunden.

Damit haben komischer Weise auch wieder Menschen ihre Probleme, weil viel nur schwarz-weis denken. Ich kann ein absoluter Wirbelwind sein, aber den nächsten Abend mir es richtig dick gemütlich mit Tee, Keksen und frischgeduscht auf dem Sofa gemütlich machen und absolut meine Ruhe haben wollen.

w 59
 
G

Gast

  • #16
In dem bekannten Buch "Grundformen der Angst" werden solche Menschen als "hysterischer Persönlichkeitstyp" bezeichnet. Kennzeichnend für diese Menschen ist ihre Angst vor dem Verbindlichen im Leben.
Ich kenne solche Leute auch aus dem privaten Umfeld. Häufig hört man von ihnen Sätze wie "Ich muß mich bewegen, sonst werde ich verrückt!", z.B. nach dem Essen.
Bei diesen Leuten ist zwar immer was los, aber man kann sich bei ihnen auf nichts, aber auf gar nichts verlassen. Begriffe wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit sind ihnen völlig fremd und sie sind um Ausreden nie verlegen.
Der Gegentypus in einer Partnerschaft ist oft eine dependente Persönlichkeit, die aus Angst vor dem Verlassenwerden die Unzuverlässigkeit des Partners erträgt.

m
Und wieder einmal werden andere Arten zu leben als krankhaft bezeichnet. Gehts euch noch gut?

Nur weil einige hier mit energiegeladenen und völlig harmlosen Personen nicht umgehen können, müssen diese nicht therapiert werden und sind bitte sehr nicht derart zu beleidigen!

Es steht jedem frei zu leben wie er will. Wer damit nicht kann, ist gern ausgeladen es mit solchen Menschen zu teilen, anstatt zu jammern wie schlimm das nicht alles ist. Geht, wenn es euch nicht passt und schart Menschen um euch, die in 'euer' Weltbild passen.

Ich kann nur mehr den Kopf schütteln...
 
G

Gast

  • #18
Ich empfinde es auch als schlimm, wenn der "Partner" ständig auf sein Handy nachschaut, seine Mail alle halbe Stunde abruft, FB konsultiert, ob was Neues gepostet wurde, wo er sofort darauf reagieren soll, sich in Skype regelmässig einloggt, um zu schauen, wer online ist mit dem man sich dann ausgiebig austauschen kann (bin ja da aber nicht so interessant, weil eben immer da), danach entdeckt, um 22 Uhr, dass man noch Zeit für eine Wäsche hat (im Reihenhaus), um 1 Nachts die Küche aufräumt. Am nächsten Tag dann zur Bank geht und überraschend mit zwei Tüten Lebensmittel zurück kommt, die konzeptlos eingekauft wurden, einfach so nach Lust, obwohl ein gemeinsames Einkaufen geplant war. Ein "Partner", bei den die Spontanität der Art spontan ist, daß er die meisten Vereinbarungen brechen muss ("ja aber die Äpfeln sahen so gut aus! Da hast du auch Strudelteig! Gut, aber vereinbart war, daß ich Mousse au chocolat bei der Fete heute abend mitbringe). Im Museeum, Einkaufscenter, Wald, auf Veranstaltungen verschwindet, weil er was anderes sehen will.

Im beruflichen Bereich kann das sehr wohl von Vorteil sein, wenn man eine führungsfunktion ausübt. Aber im Privaten ist es für den Partner katastrophal, weil ein gemeinsames Leben nur dann stattfindet, wenn man "folgt".

Mich alleine beschäftigen? Ja, klar. Deswegen bin ich auch eine Beziehung eingegangen! Meine Freundinnen besuchen? Was glaubt ihr, wie so ein Kontroll-freak reagiert? Ich weiss es: Bestrafung. Habe ich schon ausgetestet :)

W, aktiv und eigentlich auch spontan und unternehmenslustig, aber der durch den ruhelosen "Partner" den ganzen Spaß am akitv sein verdorben wird. Ja leider weiss ich, was die einzige Lösung ist.
 
G

Gast

  • #19
Interessant. Eigentlich heißt es ja, Gegensätze ziehen sich an. Ob das hier so passt, lasse ich mal dahin gestellt.
Ich denke, ein stark aktiver Mensch wird auf Dauer nicht zu einem stark passiven Menschen passen. Auf Partnerschaft bezogen wird jeder ein Stück auf den Anderen eingehen müssen.
Ich persönlich verbinde "das ständige auf Achse sein und andere Menschen um sich herum haben zu müssen" ein wenig mit nach Aufmerksamkeit suchen. Das kann man aber nicht negativ bewerten, schließlich wollen wir alle irgendwie gebraucht werden. Der eine erfährt es tagsüber bei der Arbeit, der Andere sucht dieses Gefühl in der Freizeit.
Man muss auch ein bischen unterscheiden, ob der aktive Mensch nur Party macht oder ob es sich vielleicht irgendwo engagiert.
Ein wenig liegt es auch wohl an den Möglichkeiten. Wer den ganzen Tag über mit Arbeit und Verpflichtungen für Haus und Kinder beschäftigt ist, hat wohl gar nicht die Chance abends noch nett irgendwo ein Glas Wein zu trinken. Ggf. zu Hause auf der Couch. Wenn allerdings zu Hause keiner wartet - oder es ist einem egal - kann man sich noch irgendwo rumtreiben.
Man muss wohl beide Seiten akzeptieren wie sie sind.
 
G

Gast

  • #20
Sehr gerne. Die FS beschreibt aber ein Problem, in dem der zur Hyperaktivität neigende "Energiegeladene" sein Verhalten dem zur Ggemütlichkeit neigenden Gegenüber aufdrückt, weil "nichts tun" als Einladung zu "etwas tun" fehlinterpretiert wird. Der Bequeme wird dies mehrheitlich eher nicht tun. Das beschriebene Problem halte ich für nachvollziehbar und geht nunmal tatsächlich von den Energiebündeln aus.

Richtig ist aber auch, das solche Menschen meistens eher nicht zusammen sein sollten. Ausnahmen bestätigen die Regel.
 
  • #21
Hmm.. also mit "Aufmerksamkeit heischen" hat das eher nichts zu tun... Es ist das Verlangen nach "INPUT!" .. Sinneseindrücke, Gerüche, Geräusche, Gefühle, Gespräche, Ideen.. ich kann natürlich auch zuhause auf der Couch Videospielen, oder Musik machen, oder etwas Aus- /Berechnen, oder Bauen/Basteln oder etwas Schreiben .Mit jemanden reden, oder sonstwas TUN..

Nur dasitzen und sich berieseln lassen oder ganz schlimm: "nur" Musikhören ohne etwas zu tun.. ist wie gleich Platzen müssen.. wie warten auf "geht's jetzt bald los" ?
 
G

Gast

  • #22
@16

In dem von mir beschriebenen Teil geht es ja um meine Familie, welche ich mir nicht aussuchen kann.
Zudem muss ich sagen, dass ich es schon akzeptiere aber eben trotzdem nicht gut mit dem unruhigen Geist in meiner Nähe umgehen kann.
Es macht mir extrem schlechte Laune ständig von dem unruhigen Part (Mutter, Großmutter)animiert werden zu sollen, nur weil diese keine Ruhe finden und meinen mir ginge es auch so.
Ich habe schon öfter eine Therapie emphohlen um vielleicht die Mitte zu finden und nicht ständig das Gefühl haben zu müssen irgendwo hinrennen zu müssen, aber bisher kam der Vorschlag nicht an.
Und es wird weiter genervt.....
 
G

Gast

  • #23
16@21:

Dann liegt das Problem ausschließlich bei dir. Deine Familie hat ja keines mit ihrem Bewegungsdrang.
Kläre, dass du nicht mittun magst, entspann dich und zieh dich zurück, wenn du dich genervt fühlst.

Vor allem solltest du niemandem anderen eine Therapie empfehlen, wenn es deine eigenen Mitte ist, die durch Außeneinflüsse nicht zentriert ist. Das kommt nur lächerlich an und ist ziemlich dreist. Denn du kannst nicht die ganze Welt therapieren lassen, wenn dich dann wiedermal etwas anderes nervt und du damit nicht zurechtkommst - it's your job.
 
G

Griet

  • #24
Mein letzter Freund (mehrjährig) hat zu mir gesagt, dass so schnell wie ich den Haushalt schmeissen kann, er noch keine gehabt habe. Und er hatte schon so einige.. Wenn er mich dann noch meine tägliche Portion Sport hat machen lassen, hatte er das was er wollte - nämlich was er meinte wenn er sagte: "wenn du ausgepowert bist, bist du der liebste und anlehnungsbedürftigste Mensch der Welt", und mich, zusammengerollt auf seinem Schoß, während er ein Buch las..

Wenn, denn dieser Menschentyp erfordert es "an der langen Leine gehalten zu werden" um seine Energie loszuwerden, oder(gut)/und(besser) einen Partner der dieses Tempo mitlaufen kann.

Dass ich weniger liebe als andere? Nein, nicht meine Erfahrung. Selbst sehr emotional, habe ich über die Jahre einfach gelernt, nicht mehr so in alles reinzuschiessen wie ich das früher getan permanent getan habe. Weil ich mir keine blutige Nase mehr holen mag, und mittlerweile sehr genau weiss welcher Typ Mensch zu mir passt. Nämlich einer der - im Gegensatz zu dir, lieber FS - mit diesen "ruhelosen" Menschen was anfangen und sie verstehen, ihr Verhalten nachvollziehen, sich davon inspirieren lassen kann.
Beziehungszeit = "Zusammenkleben"? Qualität statt Quantität!
Einstieg in derartiges Verhalten nicht finden? Sich mitreissen und begeistern lassen oder es sein lassen!
 
G

Gast

  • #25
Vielleicht haben diese Menschen ganz einfach nur Schiss vor dem Stillstand.
Gar nichts tun ist nämlich gar nicht so einfach und im schlimmsten Fall fängt man dann an zu denken ...

Aber ich versteh nicht, warum du darauf eine Antwort suchst. Es gibt halt solche und solche :)
 
G

Gast

  • #26
Ich bin ein ähnlich rastloser Mensch wie z. B. Hellekeen und möchte auch so oft wie möglich etwas unternehmen. Schließlich lebe ich nur einmal. Wobei ich aber ruhiger geworden bin, seit ich eine eigene Wohnung habe und unter der Woche bei weitem nicht mehr so oft unterwegs bin wie früher. Ich kann durchaus einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher genießen, lese viel und höre gerne Musik. Aber in einer Partnerschaft mit einem Couchpotatoe wäre ich sicher nicht glücklich.

Das hatte ich in meinen letzten beiden Beziehungen, als ich meine Partner wegen der Entfernung nur am Wochenende sehen konnte. Wenn man das 3. oder 4. Wochenende hintereinander gemeinsam verbringt und der Partner rund um die Uhr nur zu Hause sitzen möchte, empfinde ich das nicht gerade angenehm.
 
G

Gast

  • #27
@25

Ich denke man muss auch unterscheiden, ob es einfach um Couchpotatos und Nicht - Couchpotatos geht oder aber um den richtig unruhigen Geist, der diese Unruhe auch auf andere Menschen abwälzt und einfach nicht mit sich im reinen ist. Ich finde diese Art Mensch sehr unangenehm, nicht aber die Menschen die gerne was unternehmen.
Der unruhige, mir unsymphatische Typ kann sich kaum bei einem Wein und Musik entspannen, sondern wirkt immer wie auf dem Sprung und gejagt. Ich denke dass ist auch immer eine Flucht vor sich selbst.
 
G

Gast

  • #28
Mein Bruder ist genau dieser Typ Mensch. Selbst, wenn man mal einen ruhigen Abend macht, habe ich das Gefühl, er ist innerlich nicht wirklich entspannt und mental nicht richtig hier.

Mich nervt das teilweise extrem, wenn wir mal eine Tour machen, muss er immer noch hundert Termine mit reinquetschen, wenn wir dann wo sind heißt es, wir haben ja nicht viel Zeit, weil wir auch noch zu Dem und Dem müssen. Es mag praktisch sein, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, aber ich kann das nicht genießen, kaum kommt man irgendwo an und etwas zur Ruhe, geht's auch schon wieder weiter.

Kann auf Dauer anstrengend sein, wenn man komplett anders tickt.