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  • #1

Merkt man es, wenn es die oder der Richtige ist?

Ich lese und höre viel darüber, dass man es spürt, wenn man dem Richtigen oder der Richtigen begegnet, so eine Art Intuition. Alles Quatsch sage ich.
Wie viele von uns hatten schon diesen WOW-Efffekt, die Liebe auf den ersten Blick, denen dann die kalte Ernüchterung und die Enttäuschung folgte. Fazit: Der Richtige war wieder der Falsche.
Oder die Paare, welche sich über einen längeren Zeitraum kennenlernten, sich anfangs garnicht so toll fanden und dann hat es "zoom" gemacht. Fazit: Der zuerst Falsche war dann doch der Richtige.
Also den Satz von Mutter: Du wirst es merken, wenn es der Richtige ist, halte ich für überzogen, denn der oder die Richtige können sich erstmal garnicht so schnell outen, es braucht viel Zeit es zu erkennen, auf beiden Seiten. Was meint ihr?
 
  • #2
Natürlich merkt man es nicht, ob es der Richtige oder Falsche ist -- wie sonst wären so viele Trennungen und Scheidungen zu erklären?

Man verliebt sich und kann hin und weg sein. Ob es der Richtige für das restliche Leben ist, weiß man nie.
 
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  • #3
Das, was gemeinhin als die Liebe auf den ersten Blick bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit 'nur' Verliebtheit. Wirkliche Liebe braucht Zeit, um zu wachsen.

So manche Beziehung, die mit diesem Verlieben begann, scheitert, wenn man sich nicht die Zeit nahm, einander wirklich kennenzulernen und herauszufinden, ob man kompatibel ist und weil in diesem Moment die Sehnsucht, dem Alleinsein zu entfliehen, einfach zu groß ist. Hier ist dann der vermeintlich Richtige der Falsche gewesen.

Man kann jemanden kennenlernen, ihn einfach nur nett finden oder manchmal sich keinerlei Gedanken über diesen Menschen machen und mit der Zeit und gemeinsamen Aktivitäten eine Freundschaft aufbauen und später feststellen, dass man einander liebt - die Phase des Verliebtseins ist nicht notwendig.
Wenn man also nicht aufpasst, kann man u.U. jemanden von vorn herein aussortieren, der bei näherem Kennenlernen der Richtige hätte sein können.

Einige Irrtümer kann man ausschließen, wenn man sich beim Kennenlernen genügend Zeit läßt.
 
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  • #4
Ich glaube es ist ein Gefühl, das sich schlecht beschreiben lässt, was in einem auslöst, das man das falsche Leben hat, wenn dieser Jemand nicht zum eigenen Leben dazugehört. Hört sich kompliziert an ist aber ganz einfach. Diese/r Richtige lässt einen leben, wärend es ohne ihn/sie grau ist. Den Richtigen gibt es nicht: das hieße, er/sie wäre perfekt in jeder Hinsicht. Keine Macken, für einen selbst schön, gleiche Interessen, eigene Interessen, perfektes Aussehen, Lebensphilosophie perfekt, Kinder oder nicht Kinder je nachdem, wie man gerne hätte usw. Ohne den Richtigen ist man nur halb da.
 
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  • #5
Nein man merkt es selbstverständlich nicht einfach so.
Wenn man über lange Zeit in einer Beziehung ist in der alles passt dann kann man davon ausgehen das der Partner bislang der richtige ist. Da sich Menschen aber auch ändern kann sich eben dieser Umstand auch ändern.

Ganz pragmatisch gesehen wenn wir ewig Leben würden gäbe es nicht eine einzige Beziehung die halten würde, irgendwann wäre immer Schluss.
 
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  • #6
der richtige ist der jenige wo man seine fehler toleriert , und auf iihn fixiert ist, es hängt nicht von verhalten oder Gefühle... usw ab, aber um Akzeptanz , und jeder stellt es sich anders vor.wenn du ein Mensch wie er ist akzetierst und versuchst nicht ihn zu verändern , wird er für dich der richtige sein.
 
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  • #7
Es gibt eine andere Interpretation des "richtigen" Partners: einen "guten" Partner.
Ich finde, wenn man sich das vor Augen hält, macht das gefühlsmäßigeinen großen Unterschied. Denke ich ständig darüber nach, ob einer "der richtige" ist, kann ich ewig weitersuchen, denn perfekt ist niemand. Aber ob jemand "gut" für mich als Partner ist, merke ich beim allmählichen Kennen- und Liebenlernen. Dann ist es auch "richtig" sich für eine Beziehung zu entscheiden.
Kurz: ich halte nichts von dieser Idealisiererei und der romantischen Suche nach dem/der Richtigen.
In einem anderen Thread schrieb "Bäärbel" so nett: man kann sich entscheiden zu suchen oder zu finden. D.h. wenn viel Kompatibilität da ist, die meinen Vorstellungen entspricht, greife ich natürlich spontan zu! Warum ewig weiterschweifen, sieh´ das Gute liegt so nah... So stand es in unseren Poesiealben. Und in diesen Sprüchen lag manch Wahrheitsgehalt.

Eine Liebe wächst, wenn man an sie glaubt und in sie investiert.
Zugegeben, ich habe hier eine relativ pragmatische Sichtweise.
w
 
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  • #8
Natürlich merkt man es. Jeder Mensch hat mehr oder weniger konkrete Vorstellungen von seinem Idealpartner. Die eine Bekanntschaft erfüllt diese, die andere jene Kriterien, aber fast immer hat man auch das Gefühl, Kompromisse eingehen zu müssen. Und plötzlich ist da jemand, für den es nicht einen einzigen Kompromiß braucht - bingo, schon ist der/die "Richtige" gefunden. Vorausgesetzt natürlich, der andere sieht das genauso.
 
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  • #9
Hier FS:
Meine Mutter sprach wohl aus eigener Erfahrung, denn "damals" in den fünfzigern lernte sie meinen Vater auf einer Kindstaufe kennen. Zuerst sah man sich hier und da mal "zufällig" mit oder durch gemeinsame Bekannte. Als sie dann mehrmals alleine aus waren, hätte sie dieses Gefühl (der Richtige) einfach gespürt, ein Gefühl dass sie vorher, wenn sie mal mit jemand tanzen war, eben nicht hatte. Ich glaube man kann es rational oder mit Worten auch nicht beschreiben, den Gefühle sind fließend man kann sie nicht lokalisieren oder analysieren, denke ich. Auf jeden Fall wusste sie, diesen Mann werde ich heiraten und so war es dann auch.
Meine Cousine heiratete mit 32, sie erzählte mir das gleiche, nach einigen Treffen und intensiven Gesprächen war ihr klar, das ist er und sie heirateten innerhalb eines Jahres.
Schön, warum passiert mir sowas nicht, grübel, grübel...
 
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Vicky

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  • #10
@ Frederika # 1

Nun, die Tatsache, dass es so viele Trennungen gibt, muss meiner Ansicht nach überhaupt nicht heißen, dass all jene nicht mit dem / der Richtigen zusammen waren. Natürlich KANN es so sein, klar. Aber ich denke, viele der heutige Scheidungen / Trennungen sind darauf zurück zu führen, dass man nicht mehr gewillt ist, schlechte Zeiten miteinander durchzustehen. Da wird sich getrennt, weil es langweiliger geworden ist usw. Viele Beziehungen könnten durchaus überleben wenn man an der Beziehung arbeiten würde statt fremdzugehen. Oder wenn man eben statt warm zu wechseln an der Beziehung arbeiten und dem Reiz des Neuen nicht erliegen würde.

Nur mal ein Bsp, das ich gerade in einem Baby-Forum entdeckte: Eine Frau, deren Baby gerade ein paar Monate alt war, sagte, sie sei seit der Geburt oft schlecht gelaunt, reizbar, würde oft mit ihrem Mann streiten. Sie würde nun immer öfter an Trennung denken. Da sträuben sich mir echt die Nackenhaare. Wenn man zusammen beschließt, ein Kind zu bekommen, darf man sich doch nun wirklich nicht von ein bißchen schlechter Laune so aus der Bahn werfen lassen. Mal abgesehen davon, dass die Stimmungsschwankungen hormonelle Ursachen haben und die gesamte Rückbildung ca. 9 Monate dauert, muss man doch echt vorher überlegen, dass ein Kind das Leben auf den Kind stellt. Nicht alles kann man voraussehen, das meiste sogar nicht mal. Aber man kann doch erahnen, ob die Beziehung tragfähig genug sein wird und man kann aktiv daran arbeiten.
 
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  • #11
Als sie dann mehrmals alleine aus waren, hätte sie dieses Gefühl (der Richtige) einfach gespürt, ein Gefühl dass sie vorher, wenn sie mal mit jemand tanzen war, eben nicht hatte. Ich glaube man kann es rational oder mit Worten auch nicht beschreiben, den Gefühle sind fließend man kann sie nicht lokalisieren oder analysieren, denke ich.

Von 6: Ja, genau das besondere Gefühl, das Fließen ist auch aus meiner Erfahrung ein sicherer Indikator für eine gute Kompatibilität. Es hat mich noch nie getrogen, aber durchaus einige Jahre auf sich warten lassen, bis ich wieder einem Mann begegnete, bei dem sich so ein Gefühl einstellte.
Wie 7 richtig bemerkt, muss es eben beidseitig so empfunden werden. Mir ist es neulich so gegangen, dass der Mann das anfängliche Fließen in einem plötzlichen Cut per Kopfsteuerung abgestellt hat. Das habe ich so auch noch nicht erlebt.
Nun, ich warte ab... Irgendeinen Sinn wird dieser radikale Bruch schon haben.

Ansonsten kann ich nur Geduld empfehlen. Es passiert, wenn man es am wenigsten erwartet.
Oder den Suchradius erweitern?!
 
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  • #12
Es gibt eine andere Interpretation des "richtigen" Partners: einen "guten" Partner.
Ich finde, wenn man sich das vor Augen hält, macht das gefühlsmäßigeinen großen Unterschied. Denke ich ständig darüber nach, ob einer "der richtige" ist, kann ich ewig weitersuchen, denn perfekt ist niemand. Aber ob jemand "gut" für mich als Partner ist, merke ich beim allmählichen Kennen- und Liebenlernen.

Eine Liebe wächst, wenn man an sie glaubt und in sie investiert.
Zugegeben, ich habe hier eine relativ pragmatische Sichtweise.
w

Das sehe ich genauso. "der Richtige" ist es im Zweifelsfall nie oder er hat gerade was anderes vor. Ein " guter Partner" bewahrt auch vor der Enttäuschung aus zu hohen Erwartunen.
 
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  • #13
"der/die Richtige" spricht vor allem von der großen Angst, Fehler zu machen. Wir sind aber nicht auf der Welt, um alles 'richtig" zu machen, beim Handeln passieren immer Fehler. Diese Fehler zeigen uns, was wir wirklich brauchen. Wer nicht handelt, sondern abwartet, daß es irgendwann "richtig" ist, hat doch überhaupt keine Erfahrung, damit umzugehen. Da trifft jemand den Traumpartner und hat noch nie eine lange Beziehung geführt und lange Jahre womöglich noch fast sexlos allein gelebt oder frustrierende Affären gehabt. Wie eine Pilzspore, die überwintert. Ist so jemand für den anderen wirklich attraktiv?
Für mich jedenfalls nicht. Ich bevorzuge Partner, die wissen, worum es geht, die bereits lange Beziehungen hatten (ich bin Ende 40), die sich, weil sie lernfähig sind, neu fokussiert haben und in die gleiche Richtung wollen wie ich.
Wenn es stimmt und der andere einem guttut, dann fließt es tatsächlich und beide sind interessiert daran, Probleme zu klären. Aber: meistens kommt es anders, als man denkt. Es kann sein, daß der, der einem guttut, dem Phantasiebild kaum entspricht. Ich glaube, an diesem Realitätsschock scheitern viele und geben der Beziehung keine Zeit, sich zu entwickeln.
Ich hatte diesen *hach*-Effekt nur einmal, bei meiner Jugendliebe. Da hab ich nicht daran geglaubt, daß so ein toller Junge auf mich dickes Mädchen steht. Später wurde ich, je ernster es war, desto vorsichtiger, skeptischer und zurückhaltender. Alle meine langen Beziehunfen begannen mit: Der? ich wiß nicht... Und es waren meistens eine Männer, die mich auf den ersten Blick umgehauen haben oder Traumorinzqualitäten hatten.
 
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