• #1

Minimalismus als Lifestyle in der Partnerschaft – attraktiv oder ein No-Go?

In den letzten Jahren konnte man immer häufiger lesen, dass Minimalismus bei zahlreichen jüngeren Leuten »in« ist: Wohnen im Wohnwagen oder Miniappartment, Fahrrad statt Auto, keine Flüge in den Urlaub, Ernährung im Eigenanbau. Tatsächlich findet man auf YouTube immer mehr Menschen und auch Familien, die von einer solchen minimalistischen Lebensweise und ihren Vorteilen berichten.

Zu mir: Unabhängig von diesem Modetrend lebe ich eigentlich schon immer minimalistisch. Mir reicht eine 35 bis 45 Qudratmeter große Wohnung, Auto und Führerschein habe ich als Großstädter nie bessen, mein erstes Handy erst 2012 widerwillig wegen der Arbeit angeschafft, ein Smartphone habe ich bis heute nicht, meinen Fernseher bereits in den neunziger Jahren abgeschafft.
»Minimalismus« empfinde ich als Luxus und Erholung pur: frei von der Tyrannei der andauernden Whatsapp-Nachrichten, frei davon, einen Parkplatz suchen zu müssen oder im Stau zu stecken, frei davon, sein Auto waschen oder reparieren lassen zu müssen, frei davon mit Garten- oder Hausarbeiten eiens größeren Grundstückes meine wertvolle Freizeit verbringen zu müssen, frei davon, Zeit für die Auswahl von Kleidung in irgendwelchen Geschäften verbringen zu müssen etc.pp.
Stattdessen sind mir wichtig: Kultur, Literatur, Philosophie, Besuche von Ausstellungen und Arbeitskreisen.

Meine Freundinnen, meist wesentlich jünger, haben mit diesem Lebensstil nie Probleme gehabt. Das hängt damit zusammen, dass ich aufgrund meiner Interessen und Lebenshaltung automatisch nicht mit Frauen in Berührung komme, die einen gegenteiligen Lebensentwurf favorisieren, wir wohl beide einen großen Bogen umeinander machen.
Als selbstständiger Lektor und Immobilienvermieter verdiene ich gut, kann mit einem verschwenderischen Lebensstil aber nichts anfangen.

Wie bewertet Ihr diesen Trend des »Minimalismus« – käme er für euch in einer Partnerschaft infrage? Sind minimalistische Lebensweisen für euch ein No-go oder eher attraktiv und reizvoll?
Mir ist wichtig zu betonen, dass ich unter »Minimalismus« keinen Geiz verstehe: Gemeint ist also nicht Pfennigfuchserei in der Partnerschaft oder beim gemeinsamen Ausgehen – gemeint ist stattdessen eine eher bescheidene, selbstgenügsame Lebensführung, der es vor allem um Stressvermeidung geht.
 
  • #2
Jaaa, kann voll was damit anfangen!! Ich glaube, das jeder Minimalismus anders bzw. individuell definiert, aber mir sind Luxusgüter bzw. Leben im Überschwang völlig schnuppe und jedes Ding, das man hat, will in irgendeiner Weise gepflegt werden. Wenig zu haben (brauchen) bedeutet für mich Freiheit. <3

w, 41
 
  • #3
Ah, eines meiner Lieblingsthemen, vielen Dank dafür. Erst einmal darf jeder nach seiner Facon glücklich werden, wie immer du es haben willst, so sei es. Auch dass du da mit wesentlich jüngeren Frauen in Kontakt kommst, ist logisch, denn in einem jüngeren Alter ist man offener für alternative Lebensentwürfe. Was mich betrifft: nö. Never ever. Ich möchte gerne großzügig leben, z.Zt. 165 qm, wir arbeiten aber an einer Erweiterung. Wir leben in Berlin sozusagen hochherrschaftlich und ich darf sagen, so lässt sich der Lockdown und die Pflege meiner Tochter einigermaßen aushalten ohne völlig gaga zu werden. Ich bin eher für sehr groß als für minimalistisch, was ich Anfang 20 aber völlig normal fand, deshalb, wie schon gesagt, kann ich den Kontakt zu Jüngeren nachvollziehen. Bei Familiengründung relativiert sich das dann aber meistens. Auch der Frugalismus, der momentan eifrig besprochen wird, wäre nicht meins. Es sei denn man hat monaltich einen mittleren 4stelligen Betrag und nicht 1400 Euro zur Verfügung. Das moderne Leben mit Medien, Smartphones, Auto (nie ohne seit 1983) und alle den Segnungen, die du als belastend empfindest, gefällt mir sehr. Ohne die Tiefe außer acht zu lassen, das eine bedingt nicht das andere. Warum fragst du das eigentlich? Klappt es doch nicht so mit der Partnerschaft?
 
  • #4
Bevor wir uns jetzt gleich als »Minimalisten« gegenseitig überbieten: ICH liebe den Luxus!

Wobei es natürlich Unterschiede auch im Luxus gibt. Ich hab's gerne großzügig, große Wohnung, häufig (viele) Gäste - geht ja langsam wieder - und dann verwöhne ich die nach Strich und Faden.
Ich habe, auch in der Stadt, ein Auto. Halt ein umweltfreundliches, kleines. Radfahren ist in Berlin leider oft tödlich. Deshalb steht meines überwiegend ungenutzt im Keller.
Ich baue meine Gemüse nicht selbst an, bin aber Stammgast bei bestimmten Händlern auf dem Markt oder fahre ins Umland in einen Hofladen.

Klamotten-shoppen ist mir ein Gräuel, dafür hängt in meinem Schrank viel zeitlose Qualität. Mein Geld gebe ich überwiegend für Essen-mit-Freunden, Konzerte und, leider fast süchtig: für Bücher aus.

Ich versuche, anderen nicht auf die Füße zu treten, nehme sie so wie sie sind (Minimalisten oder nicht), vorausgesetzt, ich mag sie sowieso.

Minimalistisch bin ich nur in meinem Stil. Egal, ob Kleider oder Einrichtung. Für mich ist das mein Luxus.
 
  • #5
»Minimalismus« empfinde ich als Luxus und Erholung pur: frei von der Tyrannei der andauernden Whatsapp-Nachrichten, frei davon, einen Parkplatz suchen zu müssen oder im Stau zu stecken

Diese Einstellung macht dich in meinen Augen sehr symphatisch. das hat für mich sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Nur muss man es auch umsetzen können.

Ich lebe alleine in einer 75qm Whg., in der wir damals (C.+Tochter) gewohnt haben. Auf Auto (30"km p.a.) und Handy kann ich aus beruflichen Gründen schon mal nicht verzichten.

Nach der Trennung hatte ich exakt 24 Monaten den Tick mehr Dinge (außer normale Lebensmittel) aus der Wohnung nach und nach zu verbrauchen als zu kaufen. Verrückt wie ich bin hatte ich eine Strichliste geführt. Jedesmal, wenn etwas weg/ verbraucht war freute ich mich. Manche Menschen sind halt komisch :cool:
Manchmal traute ich mich nicht in den Rossmann, weil der Einkauf so viele Pluspunkte brachte ...

Ich habe 24 Monte durchgehalten. und die Wohnung ordentlich entschlackt, aber dennoch mehr als 1000 Dinge. Gläser, Briefmarkensammlung, CD's. Gibt noch was zu tun.

Habe gerade nachgezählt: Alleine 28 Teelichte oder Kerzen auf diversen Scherben, Kerzenhaltern, Keramiken oder sonstigem in der Whg. verteilt. Geht Keramik kaputt wird sie geklebt und dient als Deko :)


Stattdessen sind mir wichtig: Kultur, Literatur, Philosophie, Besuche von Ausstellungen und Arbeitskreisen.

Super. Schön.
Mit diesem Menschen kann man die besten Gespräche führen, so meine Erfahrung.


meine auch :cool:

Sind minimalistische Lebensweisen für euch ein No-go oder eher attraktiv und reizvoll?

Für mich wäre es bei einer Frau eher reizvoll, weil weniger oft mehr ist und man viele Dinge einfach nicht braucht.

Ich habe bspw. nie verstanden wozu es automatische Eierkocher, Brotbackautomaten etc. gibt.

gemeint ist stattdessen eine eher bescheidene, selbstgenügsame Lebensführung, der es vor allem um Stressvermeidung geht

Meine Erfahrung: Diese Menschen sind oft zufriedener und reflektierter mit/in ihrem Leben. Die findest Du eher auf einem Konzert von Tele, weniger bei Mark Foster.
 
  • #6
Die softe Version von Minimalismus gepaart mit einem gewissen (nicht missionarisch-übertriebenen) "Bio-Öko-Lebensstil" finde ich gut, also ich habe auch eher wenige (aber dafür hochwertige) Gegenstände und liebe freie Flächen und Ablagen. Ein Auto habe und brauche ich nicht und ich kaufe möglichst viele unverarbeitete Lebensmittel, aus denen ich mir was kochen kann, gerne auch aus dem Garten von Freunden/Familie, und bei meiner Kleidung habe ich einen ganz speziellen, zeitlosen Stil, früher habe ich mir einiges selbst genäht, jetzt kaufe ich Kleider nur von einer einzigen niederländischen Marke (gute Qualität, nachhaltig etc.), weil ich shoppen hasse, ich muss nie lange nachdenken, was ich trage, weil ich immer den gleichen Typ Kleidung trage, nur die Farben und Muster variieren, und alles im gleichen Farbspektrum (bin ein Herbsttyp) und zueinander passend. Im Bad habe ich auch nicht tausend Flaschen rumstehen, sondern verzichte möglichst auf Plastik, habe eine Haarseife und eine Körperseife, ja, insgesamt vermeide ich möglichst Plastikzeug und habe viel Holz, Glas, Papier.

In einem Wohnwagen oder dergleichen würde ich aber nicht gerne wohnen, das wäre mir zu viel Minimalismus. Im Gegenteil, ich mag Platz und große Räume mit hohen Decken und freien Flächen, Luft zum Atmen und Platz zum Entfalten. Ich bin gegen jede Form von Extremismus und bevorzuge die gesunde Mitte, also in diesem Fall, wenn man seine Wohnung nicht mit Schrapel und Deko-Kitsch zumüllt und kein Luxus-Status-Menschlein ist. Was ich will und brauche, kaufe ich mir aber, mein Partner und ich haben schon allein aufgrund unseres gemeinsamen Triathlon-Hobbies diverses Sportzubehör und technischen Schnickschnack, ich habe mir in der Hälfte meines Wohnzimmers eine große Sportecke eingerichtet mit moderner technischer Ausstattung (Rollentrainer und Pult zum Hinstellen meines Laptops, Ventilator, ANT+-Antenne, Bluetooth-Box, Hanteln, Manschetten, Balance-Board etc.), habe Pulsuhr, Pulsgurt, besitze diverse Turnschuhe, Sportklamotten für alle Wetterverhältnisse und Disziplinen, Stirnlampe, Fahrradzubehör, Schwimmbrett, Pullbuoy usw., das macht mir schon Spaß und darauf würde ich nicht verzichten. Unnötigen Schrapel aber will ich in meiner Wohnung nicht, ich bevorzuge schlichte Ästhetik. Ich kenne jeden Gegenstand in meiner Wohnung und alles hat Sinn und Funktion. Wenn man weniger hat, ist übrigens auch das Putzen und Aufräumen leichter, also schon allein aus Bequemlichkeit möchte ich keine Staubfänger.

w26
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #7
Dieser Hype auf Tinyhouses und Minimalismus kommt doch nicht davon, dass die Anhänger einen solchen Lebensstil bevorzugen (Ausnahmen gibts bestimmt) sonder weil in unseren immer schlechter werdenden Zeiten, Durchschnittsverdiener sich nicht mehr den Lebensstandard leisten können wie bisher. Also pass man sich an und redet sich über diese “Minimalsismusschiene“ seine neue Lebenssituation schön.
Vor allem, was bedeutet Minimalismus? Wo fängt das an? Bei der Menge der gekauften Produkte oder bei der Qualität. Bei der Wohnfläche oder bei der Wohnlage. Minimalismuss “kann“ man sich mit ausreichend monetären Mitteln sehr schön herargumentieren. Z.Bsp. reicht mir mein Motorboot, ich brauch keinen luxuriösen Urlaub auf der Aida (gelebter Minimalismuss)...lach. Derjehnige mit nicht aussreichendem Budget „muss“ es sich aber schönreden.
 
  • #8
Ich würde mich nicht unbedingt als Minimalist bezeichnen, teile aber einiges von dem, was du oben aufgezählt hast. Vielleicht bin ich eine Art Gegenstück zum Yuppie. Ich versuche verstärkt autark zu leben. Mein Traum ist z.B. schon lange eine unabhängige Ernährung, weswegen ich z.B. einiges Kräuter, Kartoffeln, Kohl und anderes Gemüse anbaue und ein paar Tiere halte. Daneben konstruiere und baue ich viele technische Geräte und Gegenstände selbst anstatt sie zu kaufen. Auch wenn ich mich gern mal an die Konsole setze, so mache ich lieber selbst etwas Kreatives: schreibe etwas oder male ein Bild. Des weiteren verzichte ich vollständig auf Social Media (Fachforen zähle ich nicht dazu) und versuche möglichst wenig Zeit im Netz zu verbringen.
So wie ich es mitbekomme, empfinden Frauen in meiner Zielgruppe (Mitte 20) diesen Lebensstil auf den ersten Blick zunächst recht interessant, später aber zeigt sich dann, dass er auch recht inkompatibel ist. Der gemeinsame Alltag ist dann oft zu unterschiedlich, wenn sie einen eher normalen Lebensstil pflegt. Nach Feierabend gehts dann für mich auf den Acker, in die Werkstatt oder einfach nach draußen, sie möchte dann lieber eine Serie ansehen oder auswärts essen gehen. Ab dem Punkt wird’s beziehungstechnisch schwierig, wenn das Gegenüber nicht ähnlich drauf ist. Mit konsumorientierten Menschen komme ich nicht so recht klar, da fehlen einfach Bezugspunkte.
Man kann deine Frage allgemein beantworten: Attraktivität ist dann vorhanden, wenn Alltag, Ziele und Ansichten irgendwo vergleichbar sind. Wenn man extremer lebt, so reduziert sich auch die Anzahl potenzieller Partnerinnen.
Es ist wichtig sich nicht vom Fortschritt und der Technik abhängig zu machen, sondern sie zum Menschenwohle einzusetzen. Bei sozialen Medien erlebt man das schon seit langem: Ist man nicht drin, bekommt man nichts mehr mit und wird zum Außenseiter.
Interessant dazu ist eine Rede Einsteins auf der Funkausstellung um das Jahr 1930.
M30
 
  • #9
Es gibt ein Paar Sachen, worauf ich nicht verzichten möchte zum Beispiel fließendes warmes Wasser, Sanitäre Einrichtungen, Kanalisation, Heizung, Elektrizität, medizinische Versorgung, genügend Lebensmittel zum satt werden, Automobilität, Internet, mit anderen Worten möchte ich schon einen gewissen Standard einhalten. Aber ich brauche keine 100 Paar Schuhe oder unheimlich viele Kleider. Da habe ich stark ausgemistet. Ich schaue auch keinen Fernseher. Wenn ich alt bin, würde ich auch gerne räumlich mich verkleinern….. Ich hatte mal als Jugendliche mit meinem Onkel zusammen ( er ist nur zwei Jahre älter als ich) ein kleines Zimmer im Haus meiner Oma umgestaltet und daraus einen Hobbyraum gemacht und ich habe sehr oft die Sommerferien in diesem Zimmer verbracht und ich hatte alles, was ich brauchte. Ich könnte es mir gut vorstellen im Alter wieder so zu leben. Auch ein Tinyhaus würde ich schön finden.
 
  • #10
Bestimmte Bereiche sind bei mir minimalistisch, also z.B. ständige Erreichbarkeit gibt es nicht. Man kann ein Smartphone auch ohne WA haben ;)
Ansonsten brauche ich doch recht viel Platz, da in verschiedenen Bereichen kreativ. Dh. ich habe auch Zeug, das andere nicht aufheben würden, das ich aber irgendwann vielleicht mal in einem Werk verbasteln kann. Wie Handwerker oder Autoschrauber, die Zeug aufheben, weil sie es noch mal gebrauchen könnten.
Ich habe mehrere Musikinstrumente, auch ein großes, die ich spielen kann.
Klamottenmäßig interessiert mich mehr das Selberfabrizieren, also braucht auch hier alles Platz.

Finde ich sehr gut, braucht aber auch Platz und Zeit natürlich, wenn man es richtig machen möchte. Eine Tomatenpflanze auf dem Balkon (so das Tiny-Gemäuer einen hat) ist ja nicht "Ernährung im Eigenanbau".

Doch, würde ich machen, wenn ich einen Partner hätte. Alleine, naja ... Nee, macht zu zweit mehr Freude, aber vielleicht denke ich morgen anders drüber.

Auto ... Ich fahre total gern Auto. Ich mache keine unnötigen Touren um die Ecke, wenn ich auch Radfahren könnte, was ich auch gern mache. Oder einen Spaziergang. Aber ohne Auto - nee, gefiele mir nicht so wirklich. Ich kann so auch in Gegenden fahren, wo ich spazierengehen kann, die nicht vor der Haustür liegen und wohin zwei mal am Tag vielleicht ein Bus fährt, der vorher noch zehn Dörfer abklappert.

Fernseher, doch, mag ich. Bei manchen kreativen Arbeiten kann man ihn laufen lassen und kriegt so nebenher noch Infos, natürlich nur, wenn die Sendungen es hergeben.

frei davon mit Garten- oder Hausarbeiten eiens größeren Grundstückes meine wertvolle Freizeit verbringen zu müssen
Dann ist es mit Eigenanbau ja nix.
Stattdessen sind mir wichtig: Kultur, Literatur, Philosophie, Besuche von Ausstellungen und Arbeitskreisen.
Man kann auch beides haben.

Nur ein KulturKONSUMENT zu sein, wäre mir deprimierend zu wenig. Und wie gesagt, Kreativität braucht meist Platz.
 
  • #11
Hallo Sven, ich wäre nicht der Tom, wenn ich dich nicht sofort auf einen riesigen Denkfehler in deiner Konstruktion hinweisen würde .......
Gemüse und Obst selbst anbauen geht ohne Garten nicht - und Garten ohne Gartenarbeit geht auch nicht. Entweder also Personal - oder Ende der Freiheit.

Allerdings halte ich es auch mit Amytan und Holly und liebe den Luxus. Ja, ein Grund für mich, hart zu arbeiten und Erfolg zu haben war genau dieser.
Ich mag es, eine hochwertige Stereoanlage zu haben. Einige Autos. Bei Kleidung und Schuhen auf die Bequemlichkeit und den Tragekomfort zu schauen und erst dann den Preis zu erfragen. Ein guter Fernseher war jetzt in Corona Zeiten auch etwas, was ich sehr zu schätzen wusste. Platz ... herrlich. Eigenen Fitnessraum im Keller ... super. Ich freue mich auch immer an der verschwenderischen bunten Pracht bei Obst und Gemüse im Supermarkt, bleibe da immer stehen und nehme dieses Bild in mich auf.
Ich lege Wert auf hohe Qualität. Was für mich auch heisst ... Langzeitqualität. Ich mag hochwertige Möbel - weil sie nicht alle 2 Jahre kaputt sind. Mein Plattenspieler ist 20 Jahre alt .... er war teuer und ist sehr gut. Ich pflege lieber als ständig einkaufen zu müssen. Auch Uhren sind hochwertig, aber nicht megateuer. So trage ich im Alltag seit fast 10 Jahren eine Victorinox - die hat gerade mal 500 Euro gekostet. Mir gefällt sie immer noch und ich trage sie gerne noch weitere 10 Jahre. Meine Autos bereiten mir so viel Freude - nicht mit Geld zu bezahlen. Und ja, ich pflege und repariere da gerne selbst.

Handy - ok, ein Thema für sich. Ich will gar nicht alle halbe Jahre ein neues, mir reicht ein neues, wenn das alte Mucken macht. Ja, das nächste wird noch mehr können was ich gar nicht nutzen will .....

Vorteil auf dem Dorf - du kannst manches direkt vom Bauern kaufen. Quasi vom Feld auf den Tisch.
Auf der anderen Seite kann ich mich daran erfreuen, dass das erste Schneeglöckchen blüht, mag Sonnenblumen und Gänseblümle. Schaue gerne den eleganten Eichhörnchen zu. Kostet nix und macht dennoch Freude.
Klar, auch V hat ihre Wünsche. Die auch nicht immer billig sind. Aber sie haben ihren Wert - denn Freude am Leben ist unbezahlbar.
Das war der Einblick in "meine Welt". Die ich so, wie sie ist, hervorragend und sehr gut finde.
 
  • #12
Meine Freundinnen, meist wesentlich jünger, haben mit diesem Lebensstil nie Probleme gehabt. Das hängt damit zusammen, dass ich aufgrund meiner Interessen und Lebenshaltung automatisch nicht mit Frauen in Berührung komme, die einen gegenteiligen Lebensentwurf favorisieren, wir wohl beide einen großen Bogen umeinander machen
Gut möglich. Kann aber auch sein, dass sie Dich ja nicht HEIRATEN wollen und Kinder mit Dir kriegen wollen. Dann würden sie vielleicht ganz anders denken. Und vielleicht kommt das auch noch mit dem Alter. Sie finden Dich ganz sicher interessant, Du bist ihnen überlegen mit Deinem schon für Dich festgelegten Ansichten und sicher werden sie auch nicht die Konsum-Damen sein, die gern luxuriös ausgehen und Party machen.

Lebensführung, der es vor allem um Stressvermeidung geht.
Das unterstreiche ich. Aber es gibt auch positiven Stress wie ein Auto haben. Als Großstädterin würde ich vielleicht auch anders denken, hier, wo ich lebe, ist ein Auto kein Stress.

Einen Mann, der dauernd WA-Nachrichten liest, könnte ich nicht als Partner haben. Das würde mich wirklich nerven.
Ein Mann, der aus Prinzip kein Handy hat, wäre auch kein richtiger Partner für mich, da ich solche Prinzipien nicht mag.

Alles, was festgezimmert im Kopf aussieht, schreckt mich ab. Damit meine ich nicht kleine private Zwangshandlungen, wie vielleicht zweimal hintereinander Zähneputzen, weil man sonst meint, keinen sauberen Mund zu haben, oder sowas wie "bitte für meine Wäsche nur blaue Klammern" - von mir aus, halte ich mich dran. Aber sich dem Fortschritt total zu verweigern (Handy haben kann Leben retten) oder Fernseher ablehnen, weil da "sowieso nur Mist kommt", ohne die letzten Jahre mal eine Sendung gesehen zu haben, sich über andere erhöhen, weil man einmal die Woche in eine Ausstellung geht (wahllos, aber halt "Ausstellung" - ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man so viel an Ausgestelltem interessant finden kann, dass man zeitlich regelmäßig sowas besucht, und ich wohne im Randbereich einer Großstadt) ...

Das ist mir ein zu unfreies Denken. Wenn man das aus Interesse so macht, ist das was anderes. Aber als Lebensprinzip bin ich lieber allem offen und label das nicht mit "Minimalismus" oder "Luxus". Das geht schlicht nicht und ich halte nichts von solchen "Überschriften".
 
  • #13
In den letzten Jahren konnte man immer häufiger lesen, dass Minimalismus bei zahlreichen jüngeren Leuten »in« ist
Mich interessiert ja weniger was "in" ist, sondern was mir gefällt.
Von dieser Selbstinszenierung "ich mache jetzt mal Minimalismus" und nächsten Jahr ist dann was anderes "in" und dann wird das mitgemacht halte ich eher nichts.

Das letzte Jahr hat uns einiges an Umstellung abverlangt (kann man in Teilen Minimalismus nennen) und davon wird einiges beibehalten.

Mir reicht eine 35 bis 45 Qudratmeter große Wohnung
Das wäre mir etwas zu wenig für unseren Lebensstil (wohin mit meinen Malsachen, wohin mit den Büchern, wir brauchen 2 Lesesessel), aber so viel Wohnraum wie wir haben braucht kein Mensch.
Der wurde so nur wegen Lage und Aussicht gekauf - erspart aber das viele Reisen.

Auto und Führerschein habe ich als Großstädter nie bessen
Führerschein hatte ich wie alle Landeier schon vor dem 18. Geburtstag gemacht und wurde mir am 18. Geburtstag auf der Polizeistaion im Urlaubsort ausgehändigt, weil quasi überlebenswichtig.
Auto hatte ich mitten in der Großstadt auch nicht, dann aber auf dem land geht es nicht ohne. Der Zweitwagen wird abgeschafft, sowie mein Mann nicht mehr arbeitet. Unten am See geht alles mit dem Rad, in der Stadt zu Fuß.
Ein Auto ist Muss in einer ländlichen Region ohne Öffis und mit über die Dörfer verteilter Großfamilie. Wir müssen ja die Kinder betreuen, damit die Jungen arbeiten gehen können. Die Kita nimmt die ja nicht mit Triefnase.

»Minimalismus« empfinde ich als Luxus und Erholung pur
So pauschal sehe ich das nicht. Da muss man z.T. doch ganz schön tricksen und das ist dann garnicht minimalistisch sondern sehr aufwenig (Zeitvernichtung).

Wie bewertet Ihr diesen Trend des »Minimalismus« – käme er für euch in einer Partnerschaft infrage?
Für eine Partnerschaft kommt infrage, was für das Paar passt - egal ob Minimalismus oder prassen.
Bei uns geht das in Richtung Minimalismus auf hohem Niveau (nicht viel, aber gut) - wollen wir beide so und darum passt es.
 
  • #14
Minimalistisch sind wir z.B. bei Kleidung - wenig aber hochwertig. Das gilt eigentlich für alles. Der Umzug wurde zur Entschlackung genutzt (sehr viel verschenkt).

Ich habe nicht für jeden Handgriff ein Küchengerät - ein paar richtig scharfe Messer und 3 Kleingeräte reichen mir. Neulich brauchte ich mal ein Waffeleisen - hatten wir beim Umzug dem Neffen geschenkt. Nun, als ich eh da war, habe ich es mir ausgeliehen und beim nächsten mal vorbeikommen zurückgebracht.

Genauso machen wir es mit Werkzeugen - der eine Neffe hat einen Handwerksbetrieb. Da bekommmen wir nicht nur das Werkzeug geliehen sondern im Zweifelsfall auch den Handwerker, der damit umgehen kann.
Erst wollte ich einne Bewässerungsanlage auf der Dachterasse für die bepflanzung installieren lassen, aber jetzt sehe ich - geht ohne, ganz so alt und klapperig bin ich noch nicht.

Bei Medien kann ich nur gestehen: Riesenmonsterfernseher mit entsprechendem Soundsystem.
Der hat mit in der Pandemie echt das Leben gerettet, weil jedes Theater zu hatte, keine Ausstellungen etc. aber gute Livestreams und auf Sendungen in den öffentlich-rechtlichen. Ich gucke auch gern Natur- und Kunstdokus, daher war das ein gutes Invest, stehe ich zu.
Stattdessen sind mir wichtig: Kultur, Literatur, Philosophie, Besuche von Ausstellungen und Arbeitskreisen.
Ging ja nicht in der Pandemie, bzw. war alles online.
Da brauchst Du doch die von Dir verpönte Technik, ebenso um Kontakte zu Familie und Freunden zu halten.

Strikt minimalistisch bin ich bei Lebensmitteln - keine Fertigprodukte, soviel naturbelassen und regional wie eben möglich. So viel/wenig kaufen, dass nichts weggeworfen wird.
 
  • #15
Was sagt denn Wiki zum Minimalismus?
"eine Reduktion auf möglichst wenige Elemente und den Verzicht auf schmückendes Beiwerk"
Aber wo fängt das "schmückende Beiwerk" an?
Den normalen Lebensstandard den wir kennen, also Auto, ausreichend Platz zum Leben, Lebensmittel, ein Fernseher und auch ein Handy empfinde ich insofern nicht als Luxus. Anders schaut es aus, wenn jemand ständig das Neueste, Beste aus Mode, Technik etc. haben muss. Für mich persönlich ist Nachhaltigkeit sehr wichtig. Nichts wegschmeißen das man noch gebrauchen kann, pfleglich mit den Dingen umgehen und nicht verschwenderisch sein. Mit einer Pulle Duschgel komme ich zum Beispiel monatelang aus und mit solchen kleinen Dingen fängt es schon an. Ich brauche keine 20.000 Pflegeprodukte zu Hause. Ich sehe wie manch Anderer das handhabt und finde es teilweise krass. Ich bin in einer tollen FB-Gruppe wo Dinge die an der einen Stelle nicht mehr gebraucht, verschenkt werden. Schöne Sache muss ich sagen. So habe ich zum Beispiel im letzten Jahr jede Menge Kleidung aus zweiter Hand bekommen.
Meine Klamotten im Kleiderschrank sind schon mehrere Jahre alt. Aber solange sie nicht durchlöchert sind, trage ich sie auf. Auch so ein Beispiel.
Mein Mann sagte mal, wenn er das Auto nicht für den Weg zur Arbeit bräuchte, hätte er ein Fahrrad im Keller stehen und auch ich lege teils 100 km in der Woche mit dem Drahtesel zurück oder nutze wenn möglich ÖPNV.

Für mich heißt Luxus Dinge zu besitzen, die ein Otto-Normal-Verbraucher grundsätzlich gar nicht benötigen würde. Beispielsweise der Lambo oder meinetwegen auch der SUV (Ich nenne die Dinger liebevoll Schlachtschiff) in der Garage. Die fette Villa mit gefühlt einer Millionen Badezimmern und die goldene Kloschüssel. Usw. Wie es ja auch bei Wiki steht. "Schmückendes Beiwerk" mit dem eben auch manchmal menschliche Schwächen übertüncht werden sollen. Mein Onkel kaufte sich mal für sein Mini-Wohnzimmer eine Glotze mit einer Bildschirmdiagonale, die schon nicht mehr feierlich war. Ich meine, wer braucht so etwas? Ich habe sogar noch einen SNES, der nach wie vor läuft. Obwohl das Teil Anfang der 90er rauskam. Selbst mein Game-Boy funktioniert noch. 😅 Minimalismus bedeutet sich auf den nötigsten Besitz zu beschränken und die Dinge die ich besitze zu hegen und zu pflegen und das setze ich so gut wie irgend möglich um, dafür muss ich mich aber nicht beweihräuchern.
 
  • #16
Minimalismus ist für mich in erster Linie von unnötigem zeitlichem Ballast befreit zu sein. Aber was ist unnötiger zeitlicher Balast? Das sieht jeder komplett anders. Für mich sind es z.B. Fernsehen/Filme jeder Art. Nungut, diese Zeit investiere ich in Internet-Foren, denn der Tag hat doch immer noch 24 Stunden.
Ich habe kein Smartphone und meine Uralt-Handy ist, wenn ich unterwegs bin, ausgeschaltet. Es kam in 10 Jahren zweimal vor, dass ein Smartphone nützlich gewesen wäre - aber auch diese beiden "Probleme" ließen sich durch je eine persönliche Befragung lösen. Mir reicht also diesbezüglich der Internetzugang über Laptop - der praktisch nur als Desktop Verwendung findet.
ErwinM, 52
 
  • #17
Jeder so wie er möchte, ich finde das beeindruckend wie man mit so viel weniger richtig gut zurecht kommt und glücklich sein kann.

Ich würde hier ohne Auto nicht weit kommen, alleine zum einkaufen muss man in einen anderen Ort fahren und zur Arbeit auch. Mein Auto ist leider kaputt ich brauche noch einen Plan wie ich nächste Woche zur Arbeit komme wenn das Auto in der Werkstatt ist und länger bleiben müsste (es ist jetzt quasi ein minimalistisches Auto so ganz ohne funktionierenden elektronischen Schnickschnack welcher nun nicht mehr funktioniert) nicht mal das Radio funktioniert mehr 😒😩😬 es fährt und die Klima funktioniert der Rest nicht mehr🙄 habe jetzt schon Angst vor der Rechnung😵 vllt ist es nur eine Sicherung oder ein Kabel locker, so zumindest meine Hoffnung🙆‍♀️

Ich mag unser Haus, mag es gerne hell, offen, ein bisschen Deko (Kerzen, Trockenblumen, frische Blumen hier und da, die riesige Orchidee die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe und unsere Küchentheke hübscher macht) die große Küche mit sooooo viel Platz, haben alles da Vorräte, alle Töpfe, Pötte was auch immer.
Ich mag unsere große Dusche, unsere große Badewanne, ich freue mich darauf wenn der Garten fertig ist und wir gemütlich in unserem Whirlpool sitzen und auf unsere leckere Pizza aus dem selbst gebauten Pizzaofen warten 😍. Die ganzen Pflanzen, das ganze Grün einfach schön anzusehen, die Weide hinter dem Haus mit den süßen Muh-Kuhs. Ich finde das ziemlich perfekt so, auch wenn es sehr viel Arbeit ist sich um alles zu kümmern. Selber Obst und Gemüse anbauen kann ich mir auch vorstellen:)
Ohne Deko würde mir glaube sehr schwer fallen, ich liebe Deko, nicht so vollgeknallt und auch nicht übertrieben, eher schlichter also nicht überall etwas rumstehenden, wobei ich den Boho Style auch toll finde.

Anziehsachen hab ich, wie viele auch zu viel, so viel kann man gar nicht anziehen deshalb bin ich dabei zu reduzieren und überlegter einzukaufen, auch bei den Lebensmitteln schauen wir nicht zu viel zu kaufen auch nicht so viele Vorräte zu haben die man ggf. noch vergisst.
W 27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #19
Hallo Sven,

Wieder einmal und dabei wiederhole ich mich gerne.

Gefühlt triffst Du meinen Nerv, obwohl ich es schwierig finde, die vielen verschiedenen Vorstellungen unter einen Begriff zusammen zu fassen.

Kurz:
Wenig im Materiellen, viel in Körper, Herz und Hirn.
Wenig Quantität, viel Qualität.

Für mich gehört dazu, darauf zu achten, welche Ressourcen ich wofür (ver)brauche und es mir dabei gut geht ohne wieder auf Bäume zu klettern sowie in einer Höhle zu leben.

Zentral:
Ich lebe auf dem Land ohne öffentliche Anbindung und habe zur Arbeit 30km. Aus vielen verschiedenen Gründen habe ich vor 2 Jahren, nach einer 1/2 jährigen Testphase in der ich 100km mit meinem Auto gefahren bin, beschlossen dieses zu verkaufen und aufs Rad umzusteigen. Eine Entscheidung, die mein Leben in vielerlei Hinsicht positiv verändert und beeinflusst hat und ich immer noch gut finde, obwohl ich seit einem 1/2 Jahr wieder eine Bewegungshilfe habe, Auto mag ich es nicht nennen, und wieder auf der Suche nach einer Alternative dafür bin. Der Winter fürs Rad bleibt hart.

Wohntechnisch würde ich mich gerne verkleinern. Inhaltlich habe ich dies bereits. Gerade habe ich mein Schlafzimmer renoviert: Bett, Kommode und 2 Korbsessel. Hingucker eine Wand Strand. Beispielhaft für den restlichen Hausstand.

Ansonsten keinen oder wenig (technischen) Schnickschnack, Füllmasse und Müll (Verpackung) sowie Leben um die Ecke.

Meine Patenschaft für 10km Landstraße habe ich mittlerweile gut im Griff. Dienstag ist wieder Sammeltag.

Viele/s sind/ist nicht zu retten. Ich kenne meinen Anteil und den leiste ich, gerne. Ich habe damit für mich meinen Frieden gefunden.

Mein Leben eine Bereicherung, auch partnerschaftlich und beziehungstechnisch, und wäre auch mit Familie gut vorstellbar (gewesen).

M52
 
  • #20
Jedem das seine und es ist mitunter entscheidend wo man lebt.

ich bin zu meinem Mann ins Haus gezogen und hab jetzt ganz viel Platz. Endlich habe ich Platz um mich so richtig beim Nähen ausbreiten zu können. Das war vorher eher minimalistisch, laufend musste ich umräumen, wegräumen.

Urlaub finde ich schön, ich will nicht im WOMO, Zelt oder Ferienwohnung verreisen. Nach Neuseeland kann ich nicht schwimmen und nach Schottland oder Süditalien ist es mir zu weit mit dem Auto. Allerdings ist einmal im Jahr für uns in Ordnung.

Essen bau ich nicht selber an, allerdings wie oben erwähnt zählen ein paar Tomatenpflänzschen, Kräuter und ein paar Obstbäume nicht dazu. Das reicht mir völlig an Arbeit, weil Feldfrüchte müssen geerntet werden wenn sie reif sind und nicht wenn ich Lust habe.

Ohne Deko würde mir glaube sehr schwer fallen, ich liebe Deko, nicht so vollgeknallt und auch nicht übertrieben, eher schlichter also nicht überall etwas rumstehenden, wobei ich den Boho Style auch toll finde.
Deko kann vieles sein, Du meinst bestimmt keinen Kitsch. Und ich finde es wichtig seine Umgebung und sein Heim so zu gestalten, dass man sich wohl fühlt.

Lifestyle oder Modeerscheinung interessiert mich nicht so, ich hab mir auch in Corona-Zeiten keinen Taschentöle angeschafft oder mir aus lauter Langeweile YT Videos von anderen gelangweilten Leuten angeschaut.

Mein Mann kann einen ganz minimalistischen Angelurlaub machen, am besten so ganz ohne gefangenen Fisch. Nur sitzen, nix sagen, Dose Bier, da vergisst er sogar manchmal das Rauchen.

Alles in allem finde ich es gut, wenn jemand eine bestimmte Lebensphilosophie hat und die auch vetritt, es muss ja nicht immer total extrem sein.
 
  • #21
Minimalismus find ich gut. Funktioniert nur sehr schwer. Ich versuche schon ewig minimalistisch im Denken zu sein. Aber es kommt immer wieder ein neuer Gedanke. Das Denken ganz einzustellen, eine Herkulesaufgabe. Genauso verhält es sich mit dem Verhaftetsein. Da wäre ich gerne minimalistischer. Auch was das Reden betrifft wäre ich gerne minimalistischer. Ich fand den Grundsatz "sage nur das, was wahr, liebevoll und nötig ist." gut. Wahr ist ja noch einzuhalten. Bei liebevoll wird's schon etwas schwieriger, aber nötig? Das ist kaum hinzukriegen.
Sich im Wohnraum oder Luxusartikel zu beschränken, ist doch vergleichsweise einfach. Auf Frauen wirkt wohl keine der Varianten besonders attraktiv.
 
  • #22
Ich habe nie überlegt welcher Kategorie ich angehören möchte.
Bei 'in Schubladen' denken, bin ich sowieso der Apothekerschrank.
Die Altbauwohnung Stadtnah mit hohen Decken war mein Traum...
gelandet bin ich letztendlich im Reihenhaus.
Weil ich Dinge immer automatisch meinem Leben und Geldbeutel angepasst habe.
Bezahlbar und perfekt mit meinen Kindern.
Eins war mir immer nur wichtig: helle Räume und nicht zu voll gestellt. Ach und Fernseher stand noch nie offen rum...immer in einem alten Schrank damit man Tür zu und Elektronik weg, machen kann.
Auch wenn Geld bei mir oft knapp war und deshalb "wichtig"...vom Naturell her, ist es nur wichtig bis:
Kindern geht's gut, Rechnungen für Strom Essen und co müssen nicht überdacht werden, ich kann zumindest in die Pizzeria , Biergarten, Theater, Museen und Wegfahren/Urlaub....und den kann ich ab Camping oder Hostel.
Mehr geht natürlich auch...aber ist schon nicht mehr wichtig.
Kurz: ab dem Punkt wo ich keine Sorgen habe, wird mir Geld und Luxus unwichtig.
Garten war früher mit Rasen und Schaukel, jetzt altpflaster mit großen Staudenbeeten und Wildblumen. Gut für die Natur aber durcheinander und nix minimalistisch.
Trinke gerade kalten Minztee und esse Erdbeeren...beides aus dem Garten.

Aber nie ohne Auto...egal welches..meinetwegen Ente mit unterschiedlichen Türen aber ich brauche meinen Fluchtwagen.
Vom ersten Tag war das für mich Freiheit.

Und Handy/WLAN...naja es ist mein Job, auch einige von euch damit zu "versorgen"...;-)
 
  • #23
Nachdem ich 25 Jahre gewollt (die erste Zeit) und dann ungewollt (richtig doof war die Zeit als Nachtwächter, 50 Stunden die Woche und am Jahresende hatte ich 500€ mehr) mit sehr wenig Geld ausgekommen bin, geniese ich es jetzt wieder mehr Geld in der Tasche zu haben.
Allerdings hab ich viele Angewohnheiten aus der harten armen Zeit beibehalten:
- Ich wohne auf knapp 40 qm in einer wenig komfortablen Wohnung (allerdings Innenstadt Nähe).
- Essengehen und dann pro Person mehr als 20€ auszugeben schaffe ich nicht. Ich gucke mir immer erstmal die preiwertesten Gerichte an.
- Lebensmittel kaufe ich bei Penny, Lidl oder Aldi. Im normalen Supermarkt nur die laktosefreie frische Vollmilch.
- Ein Auto habe ich geschenkt bekommen von meiner Mutter, ihr Altes. In der Stadt fahre ich fast nur Rad. Das Auto brauche ich um zu meiner Mutter zu fahren, sie wohnt Ländlich.
- Für Möbel oder Deko habe ich in den letzten Jahren mit Ausnahme einer Matratze keinen cent ausgegeben.
- Mein Smartphone habe ich gebraucht gekauft.
Ich drehe immer noch jeden Euro dreimal um bevor ich ihn ausgebe.
Alles Angewohnheiten aus der alten Zeit. Ich bin immer wieder erstaunt viel Geld am Monatsende bei mir kleben bleibt. Auch nach 6 Jahren mit mehr Geld bleibe ich bei meinen alten Gewohnheiten. Ich muss mich halt nicht runtersetzen, ich lebe JETZT meinen Luxus.

Allerdings merke ich, dass mein Lebensstil bei den Frauen meiner Generation (ü55) nicht besonders ankommt aber das interessiert mich nicht mehr.

Ich empfinde daher das Gerede über Minimalismus zum Teil als Geschwätz. Wer wirklich mal längere Zeit mit sehr wenig Geld klar kommen musste hat da eine andere Einstellung zu.
Wer hier (Forum) musste schon mal für eine Waschmaschine sparen oder hat sich von einem Freund einen Anzug für eine Konfirmationsfeier geliehen??? Du FS?
Minimalismus ist schön und gut wenn man jederzeit wieder ins normale (Luxus)Leben einsteigen kann. Zwangs-Minimalismus ist einfach großer Mist.

Übrigens bin auch ich Uhrensammler. Ich sammele billige Plastikuhren mit lustigen Design. Mehr als 20 € dürfen sie nicht kosten. Da habe ich bestimmt 30 Stück von. Meine Art von Luxus.
 
  • #24
Ich kenne eigentlich nur Menschen, die finanziell wenig Spielraum haben, die von Minimalismus sprechen. Bei dir scheint das ja eher weniger der Fall zu sein, da bist du wohl eher eine Ausnahme. Ob das für Frauen attraktiv ist? Für die richtige schon, und nur die brauchst du auch. Wie wäre es denn mit Brandenburg, da gibt es sicher einige Möglichkeiten, Minimalismus zu leben. Aber da ist es mit Kultur eher nicht so vielfältig, also eher nicht. Wenn ich nun an die Wohnungen denke, die in dieser kleinen qm Zahl in Frage kommen , naja, nein. Bezüglich Urlaub bin ich eher bei der Fliegerfraktion, Island beispielsweise, Schottland, Australien oder Kanada sind anders schwer zu erreichen. Wandern im Harz, nee, nicht wirklich.
 
  • #25
Ich lebe nicht minimalistisch und in seiner extremen Ausprägung wie z.B. dem Frugalismus wäre das auch nichts für mich.

Meine erste eigene Wohnung hatte 37 qm - ein Zimmer plus Küche und Bad. Das war ok, wenn du allerdings einen Nachbarn über dir hast, der wie ein Elefant durch die Wohnung trampelt, wäre man froh über ein weiteres Zimmer gewesen. Auch einen Waschmaschinenanschluss gab es nicht. Zum Wäschewaschen gab es eine alte Gemeinschaftswaschmaschine im Keller und den Waschsalon. Muss ich nicht wieder haben und kann daher nicht verstehen, wie man eine ETW mit Waschkeller kaufen kann. Bis auf uns und unsere alten Nachbarn, wo sie mit Rollator unterwegs ist, haben alle anderen WaMa und Trockner im Keller stehen. Wir hingegen genießen den "Luxus" und haben beides im Bad. Spart Zeit, Wege, Nerven und man kann auch 22 Uhr noch Wäsche trocknen ohne danach in den Keller laufen zu müssen.
Wenn man kleine Kinder hat, ist so ein Trockner ein Segen, genauso wie unsere Spülmaschine.
Solche Luxusdinge braucht man als Single nicht wirklich, sie machen das Leben aber angenehmer und mit Kindern bringen sie viel Zeitersparnis.

Meine Kleidung ist z.T. 15 Jahre und älter. Vieles zeitlos bzw. kommt die Mode ja alle Jahre in Neuauflage wieder. Ich hasse z.B. Skinny Jeans und liebe meine alten Jeans im weiten Bootcut-Style.
Für die Kinder hingegen gibt es gerne mal das ein oder andere Spielzeug oder Kleidungsstück, wobei wir bei 2 Mädchen den Vorteil haben, dass die jüngere die Kleidung der älteren übernehmen kann.

Unser Auto ist gebraucht von den Schwiegereltern übernommen. Uns ist nur wichtig, dass wir von A nach B kommen und nicht, dass alles neu ist. Das hat uns eine Menge Geld gespart, denn kaum etwas ist so teuer und hat so viel Wertverlust, wie ein Auto (wenn es nicht gerade @Tom26's Oldtimer sind). Und wieder - es geht auch ohne, aber mit Kindern ist ein Auto sehr sinnvoll.
Das so gesparte Geld geht ins Haus. Das ist ein Luxus, den wir uns gerne gönnen. Leider spielt aktuell das Bauamt nicht mit und wir dürfen nicht so groß bauen, wie wir wollen. Wir planen jetzt mit Keller, denn beengtes Wohnen ist uns ein Graus.

Wie du siehst, leben wir den Mittelweg. Ich habe Dokus über Tiny Häuser gesehen, jedoch frage ich mich, ob die sich das alle gut überlegt haben. Z.B. die Rentnerin, die mit 80 bestimmt nicht mehr die schmale Treppe zu ihrem Bett hochklettern will.

W35
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #26
Ich lebe Minimalismus in dem Sinne eigentlich nur oder vor allem im Urlaub. Da liebe ich es, zusammen mit Freunden mit Zelt irgendwo unterwegs zu sein, irgendwo frei im Wald zu übernachten, das Essen selbst auf dem Feuer zu kochen, die Musik selbst zu machen und alles, was man braucht, mit sich herum zu tragen. Da spart man sich Hotels, Restaurants, Auto, Technik, Handy usw.
Aber das ist zugegebenermaßen immer nur Minimalismus auf Zeit für eine oder zwei Wochen, und zu Hause freue ich mich dann doch wieder über so manchen "Luxus", wenn auch nicht übertrieben. Aber was übertrieben ist ist für jeden natürlich wieder anders.
 
  • #27
Lebensführung, der es vor allem um Stressvermeidung geht.
Stressminimierung realisiere ich schon lange.
Dazu gehört, Leben und Leben lassen. Jeder nach seiner Façon.

Für eine Partnerschaft braucht es Einigkeit über den Lebensstil. Es passt sonst nicht. Egal welcher Stil es ist. Minimalismus, hedonistischer Lebensstil, zurück gezogen, gesellig, aktiv, ruhig, reiselustig, usw.

Es gibt kein NoGo, es muss zusammen passen. Ein NoGo ist nur, auf alles und jedes ein möglichst hochtrabendes Etikett zu kleben.
Es müssen nicht Etiketten zusammen passen, sondern Menschen.

M, 56
 
  • #28
Minimalistisch wäre für mich der Horror. Ich liebe einen gewissen Luxus. Damit meine ich aber nicht verschwenderisch mit Geld umzugehen, sondern vielmehr großzügiges Wohnen, schöne Urlaube, Berge von Schuhen :), Tiere und alles, was das Leben schöner macht. Minmalismus hatte ich zwangsweise in meiner Kindheit und Jugend. Nie wieder! Ich brauche über 100 Quadratmeter Wohnraum, um mich wohlzufühlen. Mein Partner hat den Hang zum Minimalismus. Gott sei Dank versucht er mich mittlerweile nicht mehr davon zu überzeugen. Er will irgendwann mit mir zusammenziehen. Ich hab ihn mittlerweile zum Glück überzeugen können, dass für mich bei zwei Personen minimal 130 Quadratmeter in Frage kommen. Darunter geht für mich nichts. Ich arbeite doch nicht rund um die Uhr, um mich dann überall einzuschränken.
 
  • #29
Dafür bin ich immer gern zu haben.

Da mir der Stress bei der Arbeit reicht, brauche ich im Privatleben den Ausgleich, um zu regenerieren. Keine ständige Erreichbarkeit, nach wie vor das gute alte Schnurtelefon (leider musste ich meine schwarze Antiquität nun doch austauschen gegen ein moderneres Telefon. Ich muss doch auf Telefonansagen Tasten drücken können).

Was ich zum bequemen Leben brauche, habe ich. Ich habe allerdings auch so meine Hobbies, wo nicht wenig Geld reinfließt. Aber man braucht eben so seine Dinge zum Freuen ...
 
  • #30
dass für mich bei zwei Personen minimal 130 Quadratmeter in Frage kommen. Darunter geht für mich nichts. Ich arbeite doch nicht rund um die Uhr, um mich dann überall einzuschränken.
???
Wenn du rund um die Uhr arbeitest, warum brauchst du dann noch eine große Wohnung?
Da reichen dann doch 20 qm², ein Bett und eine Kaffeemaschine und schon geht es wieder los mit der Steigerung des Bruttosozialproduktes.
 
Top