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  • #1

Misstrauen oder bloss Vorsicht?

Mein Freund (36) und ich (32) sind seit fünf Jahren ein Paar und haben eine kleine Tochter. Wir leben zusammen, sind unverheiratet und teilen das gemeinsame Sorgerecht für die Kleine.

Immer wieder mal kam das Thema Heirat bei uns auf, besonders von meiner Seite aus. Obwohl selbst Scheidungskind, gehört für mich das Heiraten irgendwo dazu, wenn man eine Familie hat. Meine Beweggründe sind eher symbolischer Natur, zueinander "Ja" sagen, gemeinsamer Name und die tiefere Verbindlichkeit. Mein Freund vertritt den Standpunkt es sei viel "romantischer" in wilder Ehe, also freiwillig und ohne Vertrag zusammenzusein. Als weiteren Grund nannte er die Angst vor Scheidung und Rosenkrieg wie er es in seinem Freundes-, und Bekanntenkreis leider oft aus der Ferne miterlebt hat. Dabei waren es immer die Frauen die ihre Ex-Männer finanziell bis aufs Letzte ausgesaugt haben. Da mein Freund auch etwas Vermögen im Hintergrund hat, fürchtet er sich besonders vor diesem Szenario.

Ich kann einerseits seine Vorbehalte verstehen, andererseits verletzt es mich doch etwas, dass ich für das Fehlverhalten anderer Frauen "büssen" muss. Bin alles andere als ein Luxusweibchen, habe stets für meinen Lebensunterhalt gesorgt und konnte mir durch meinen bescheidenen und sparsamen Lebensstil ein finanzielles Polster zulegen. Auf finanzielle Absicherung bin ich daher nicht angewiesen. Mein Freund würde mir, wie er selbst sagt nicht zutrauen, dass ich ihn ausnutze falls die Beziehung scheitern sollte. Es bleibt jedoch ein schaler Nachgeschmack. Mittlerweile hab ich das Thema weitgehend abgehakt und auch keine Lust mehr aufs Heiraten.

Ist das Misstrauen oder bloss eine Vorsichtsmassnahme? Kann man jemanden lieben und sich trotzdem vor demjenigen schützen wollen?

Vielen Dank für Eure Einschätzung
 
  • #2
Da mein Freund auch etwas Vermögen im Hintergrund hat,
Sein vor der Ehe erwirtschaftetes Vermögen bleibt auch nach einer Scheidung sein Vermögen. Aber wenn er sehr ängstlich ist, dann vereinbart doch Gütertrennung.

Aber ich schreibe es ja hier immer wieder: was soll ihm denn nach einer Scheidung schon ach so Schlimmes geschehen? Du bist erwerbstätig und willst dies bleiben, also entfällt höchstwahrscheinlich eine Unterhaltszahlung nach der Scheidung (vielleicht höchstens eine Aufstockung im Trennungsjahr, nach der Scheidung muss er sicherlich nichts zahlen)
Es kann sein, dass er im Falle einer Trennung Kindesunterhalt zahlen müsste. Das müsste er aber heute doch auch schon, wenn Du das Kind allein erziehen würdest.
Im Übrigen bildet ihr vor den Augen des Staates doch sowieso schon eine Bedarfsgemeinschaft, d.h. wenn einer von euch länger als 12 Monate arbeitlos wäre, würde sich das Amt ohnehin nach dem/der Lebensgefährting und deren Einkommen erkundigen!
Mit anderen Worten: Rational nachvollziehbar ist die Angst vor dem Heiraten eigentlich nicht!
 
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  • #3
Schonmal erlebt, wie nach 20 Jahren aus den besten Freunden die schlimmsten Feinde geworden sind? Damals auch unvorstellbar, kann aber passieren.
Dein Freund hat Recht. Und das Leben ist nunmal nicht immer gerecht. Du musst in der Tat für die Unarten deiner Geschlechtsgenossinen büßen, aber das muss nicht falsch sein, auch wenn du es überhaupt nicht verdient hast. Die Umstände sind nunmal so, wie von anderen geschaffen, ohne das du Schuld bist.
 
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  • #4
Ich kann jeden Menschen gut verstehen, der nicht heiraten möchte. Gut die Hälfte aller Beziehungen werden geschieden und von denen, die über Jahrzehnte zusammen bleiben sind nur die wenigsten richtig in Ordnung. Falls es irgendwann mal so ist, dass man sich trennt, was eben auch äußerst wahrscheinlich ist, bleiben eine ganze Reihe Verantwortlichkeiten bestehen, obwohl man den anderen Menschen nicht mehr wirklich in seinem Leben haben möchte. Ist man nicht verheiratet, verläuft eine Trennung entspannter und vor allem auch kostengünstiger.
Wenn überhaupt würde ich nur dann heiraten, wenn mein Partner finanziell keinerlei Ansprüche an mich hätte.
Nicht heiraten zu wollen halte ich für eine gesunde und realistische Sicht auf den Status quo. Wenn die Beziehung dann trotzdem hält - umso besser.
 
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  • #5
Ich kann dich schon verstehen, liebe Fragestellerin.
Ich kenne beides, das Zusammenleben mit und ohne Trauschein, und ich kann bestätigen:
Ja, es fühlt sich verheiratet anders an.
Unverheiratet zusammenzuleben bedeutet immer auch ein winziges Bisschen Unverbindlichkeit, ein nicht totales Ja-Zueinander-Sagen.
Mein Mann wollte heiraten, nicht ich! Und jetzt - es fühlt sich anders und richtiger, vollständiger an.

ABER: wenn eure Partnerschaft glücklich ist, wenn euer Familienleben schön ist, wenn er dich und euer gemeinsames Kind liebt, dann gefährde das bitte, bitte nicht durch Bohren und Insistieren!
Mach nichts kaputt. Wer weiss, vielleicht kommt er selbst eines Tages auf die Idee, vielleicht hat er irgendwann den Wunsch, dich zu heiraten. Ich kenne nicht wenige Ehepaare, die schon 2 oder gar 3 Kinder hatten und die 20 Jahre oder mehr in "wilder Ehe" zusammengelebt haben (eins dieser Ehepaare hatten sogar schon Enkel, stell dir vor!), als sie schließlich geheiratet haben.

Sei froh und glücklich, wenn euer Zusammenleben schön ist, wenn eure kleine Familie intakt ist.
"O rühret, rühret nicht daran!"
 
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  • #6
Sein vor der Ehe erwirtschaftetes Vermögen bleibt auch nach einer Scheidung sein Vermögen. Aber wenn er sehr ängstlich ist, dann vereinbart doch Gütertrennung.
Halt, stopp. Natürlich wird das vor der Ehe erwirtschaftete Vermögen nicht geteilt. Aber von diesem Vermögen wird er ja wohl zusätzlich zum Kindesunterhalt auch noch Unterhalt für die Frau zahlen müssen, wenn sein eigener Verdienst für die Unterhaltsforderungen nicht ausreicht.
 
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  • #7
Ja, natürlich kann man jemanden lieben und sich trotzem vor ihr oder ihm schützen wollen, und das nicht nur in finanzieller Hinsicht...
 
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  • #8
1. ...Da mein Freund auch etwas Vermögen im Hintergrund hat, fürchtet er sich besonders vor diesem Szenario.

2. ...Es bleibt jedoch ein schaler Nachgeschmack. Mittlerweile hab ich das Thema weitgehend abgehakt und auch keine Lust mehr aufs Heiraten.

3. ...Ist das Misstrauen oder bloss eine Vorsichtsmassnahme? Kann man jemanden lieben und sich trotzdem vor demjenigen schützen wollen?
1. Voreheliches Vermögen (das gilt auch für Dein Erspartes) ist immer geschützt vor dem Zugriff durch die "plünderungswütige" Ehefrau und das kann zusätzlich durch einen soliden Ehevertrag geschützt werden. Ein halbwegs informierter Mensch mit einem Mimimum an Wirtschaftskompetenz weiß das eigentlich. Insofern sehe ich es eher als Schutzbehauptung Deines Partners, um aus dem Heiratsdruck rauszukommen.

2. Glaube ich Dir nicht, sonst würdest Du es hier nicht posten. Es ist Dir ein Dorn unter dem Sattel und es wurmt Dich. Denk' darüber noch mal nach und sei' ehrlich zu Dir. Sich selbst belügen führt eigentlich nur zu maximalem Frust.

3. Das ist mehr Misstrauen, denn er kann sein Vermögen sehr einfach vor Deinem Zugriff schützen, s. Ehevertrag. Das ist einfach Flucht vor der Aussage "ich will Dich nicht heiraten". Das verklausuliert er in der Pseudoromantik des unverheirtatet seins. Ich halte das für ziemlichen Unfug, weil der Status unverheiratet zu sein ganz erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen hat. Die Ehe wird rechtlich und finanziell immer noch massiv unterstützt.
Wer "ja" zu echter Partnerschaft sagt, gerade wenn Kinder da sind, heiratet aus Gründen der besseren Absicherung des Partners und macht einen Ehevertrag, um sein Einkommen, seien Vorsorgeleistungen und sein Vermögen vor unerwünschtem Zugriff zu schützen. Das finde ich legitim.
 
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  • #9
Als weiteren Grund nannte er die Angst vor Scheidung und Rosenkrieg wie er es in seinem Freundes-, und Bekanntenkreis leider oft aus der Ferne miterlebt hat. Dabei waren es immer die Frauen die ihre Ex-Männer finanziell bis aufs Letzte ausgesaugt haben. Da mein Freund auch etwas Vermögen im Hintergrund hat, fürchtet er sich besonders vor diesem Szenario.
Ich glaube, es ist ein Dilemma unserer Zeit: das Familien- und Scheidungsrecht hat nicht schrittgehalten mit der Gleichberechtigung. Das Gesetz geht noch immer grundsätzlich von der klassischen Rollenverteilung aus, dass der besserverdienende Mann deshalb sein Einkommen erwirtschaftet, weil die Frau ihm zu Hause den Rücken freihält und umgekehrt die Frau deshalb weniger Einkommen hat, weil sie sich für die Familie aufopfert.

In manchen oder vielen Familien mag das so sein, wenn Mann aber zu der Sorte Mann gehört, der die Haus- und Familienarbeit halbe-halbe erledigt, hat Mann im Fall der Scheidung schlechte Karten.

Und wenn es zur Trennung und Scheidung kommt, ist es leider so, dass manche Frauen ihre gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen oder zumindest versuchen, so viel wie möglich herauszuholen. Auch letzteres ist bereits teuer und nervenaufreibend, weil Anwalts- und Gerichtskosten nach dem Streitwert gehen und der ist dann regelmäßig sehr hoch, auch wenn die Klage ins Leere läuft.

Ich habe gerade einen "Rosenkrieg" hinter mir und es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Alles was vorher gewesen ist, zählt plötzlich nicht mehr.

m
 
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  • #10
Auch wenn dieser Punkt äußerst unbeliebt ist, im Todesfall geht sein Geld nicht an seine Familie sondern an seine Eltern. Selbst wenn er ein Testament macht, welches Dich begünstigt, musst Du enorm hohe Erbschaftssteuern zahlen. Allein deshalb würde ich dringend zur Ehe raten. Auch wenn einer von Euch beiden schwer krank - sicher ist das Thema genauso unbeliebt - kann der Partner wenig machen. Nur Eheleute können für den Partner eintreten und vieles organisieren. Also heiratet!
 
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  • #11
Ich will mir auch nicht vorstellen mit einem Mann zusammenzuleben der nur vögeln will und dem ich auch noch den Haushalt schmeisse. Mein Ex hat das genauso mit mir veranstaltet.
Wenn ich auf Heirat zu sprechen kam, sprach er von Druck. Dabei ist das ganz normal. Nur eben nicht für jene die sich ein Hintertürchen offen halten um sich später billig davon zu machen. Er wollte nicht heiraten hoffte aber, das ich ihm dies oder das bezahle. Als das nichts brachte, wurde ich gegen seine 1.Frau ausgetauscht, von der er lange vorher geschieden war.

So kam raus das er es eben nie ernst meinte, Vorteile abgreifen wollte und mich nie geliebt hat.
Ein Mann der sich so verhält liebt nicht und wird es nie.

Das sollte man als Frau einsehen - und sich endgültig von so einem Mensch distanzieren.
 
  • #12
Halt, stopp. Natürlich wird das vor der Ehe erwirtschaftete Vermögen nicht geteilt. Aber von diesem Vermögen wird er ja wohl zusätzlich zum Kindesunterhalt auch noch Unterhalt für die Frau zahlen müssen, wenn sein eigener Verdienst für die Unterhaltsforderungen nicht ausreicht.
Sachlich unrichtig. Vgl. dazu BGB §1577: das Vermögen muss nicht als Ehegattenunterhalt eingebracht werden. Für das minderjährige Kind allerdings schon. Aber es wäre ja auch eine Schande, wenn der biologische Vater/Mutter sein Vermögen schonen dürfte und dann die Allgemeinheit für den Kindesunterhalt aufkommen müsste.

Aber nochmals: Kindesunterhalt müsste im Falle einer Trennung ohnehin gezahlt werden, wenn das Kind vornehmlich von einem Partner betreut würde. Der Mann, der sich hier vor einer Heirat "schützen" will, kommt aus dieser Nummer nicht raus... (was ja auch richtig ist!)
 
  • #13
Auch wenn dieser Punkt äußerst unbeliebt ist, im Todesfall geht sein Geld nicht an seine Familie
Außerdem, liebe Fs, erhältst Du keine Witwenrente. Kannst Du, wenn er stirbt, Vollzeit weiterarbeiten? Reicht Dein Einkommen, um das Kind zu ernähren?
Hast Du, als Kind klein war, beruflich zurückgesteckt? Weniger in die Rentenversicherung eingezahlt? Ohne Heirat erhältst Du dafür nicht den angemessenen Ausgleich, finde ich. Daher unterstütze ich den Appell von #9.
 
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  • #14
Hallo FS,

ich weiss wie sich das anfühlt, wenn Frau mit einem Mann zusammen lebt und derjenige nicht heiraten will. Das wird dich unterschwellig ständig beschäftigen und deinen Frust immer weiter hochsteigern, weil du es nicht nachvollziehen kannst.
Vor allen Dingen bist du ja auch mit verheirateten Paaren konfrontiert und frägst dich, wieso die eigentlich verheiratet sind und du halt nicht. Wieso die es geschafft haben und du nicht. Wieso diese Männer es wirklich wollten und deiner nicht.
Das wurmt und nagt richtig heftig an einem rum. Zwingen kannst du deinen Partner nicht dazu. Du steckst ja jetzt schon in einem Dilemma, ihn quasi überreden zu müssen dich zu heiraten. Findest sicher tausend gute Gründe dafür. Und er schaltet auf Durchzug. Das geht mit Kränkung und Zurückweisung einher. Hättest du wenigstens deinen Heiratswunsch nicht geäußert. Jetzt sind die Rollen klar verteilt. Du bist diejenige, die heiraten will und er nicht.
Wie jetzt aus der Rolle wieder rauskommen?
Die klassische Gangart wäre die gewesen, zu heiraten und dann zusammen zu ziehen, so wie es unsere Eltern und Großeltern gemacht haben. Dabei spielt die Schwangerschaft keine so große Rolle. Aber da sich Frauen heute dazu entschliessen in wilder Ehe zusammen zu leben, müssen sie halt damit rechnen, dass der Partner sie nicht unbedingt heiraten muss um die Vorzüge des Zusammenlebens zu bekommen. Die hat er ja auch so mit dir. An die Zukunft denkt er dabei nicht.
Ich kenne viele Frauen, die in wilder Ehe mit einem Mann zusammen leben, in der Hoffnung er würde sie dann heiraten. Meist gehts schief!!! Und der Mann heiratet dann später doch relativ schnell, wenn er glaubt das diejenige die Richtige wäre.
Seine Botschaften sind ja wirklich unmissverständlich. Er will es nicht schriftlich, öffentlich, kirchlich und amtlich mit dir. Und die schöne Hochzeit in weiss mit Hochzeitstorte und pipapo kannst du dir dann auch abschminken. Wir Frauen stehen nunmal auf sowas. Die letzte Hochzeit, die ich miterleben dürfte war auch so. Das Brautpaar wurde mit Reis beworfen und tanzte dann einen schönen Walzer vor allen Hochzeitsgästen. Sowas finde ich schön und tausende von Frauen lieben sowas auch. Und er soll ja auch Männer geben, die ihre Herzensdame damit beglücken wollen.
Der Vater deines Kindes will dir den Wunsch nicht erfüllen. Schade!.
Du hast jetzt halt die Wahl, entweder du bittest ihn freundlich auszuziehen, weil du so nicht länger mit ihm zusammenleben kannst. Oder du leidest jetzt noch ein paar Jahre still vor dich hin, hoffst er würde dich doch noch nehmen.
Dein Vorteil: Du bist erst 32!
Mach was draus und viel Glück.
w 40
 
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  • #15
Liebe FS,
die Zweifel deines Partners in allen Ehren, aber ich würde diesen Zustand nicht so einfach akzeptieren.
Mir würde folgendes zu denken geben: Warum lässt sich dein Partner so von den Erfahrungen anderer leiten, hat er selbst keine eigene Meinung? Entscheidungsschwäche? Mich würde es ärgern, dass er die Lebenssituation bzw. schlechten Erfahrungen anderer als Argument gegen eure Heirat heranzieht. Wenn es danach geht, dürfte man im Leben nichts mehr machen, denn es könnte ja immer was Schlimmes passieren: Autofahren - nein danke, gab ja schon Leute die schwere Unfälle gebaut haben, im Internet bestellen - nein danke, da könnte mich ja einer übers Ohr hauen, Kredit fürs Haus aufnehmen - nein danke, könnte ja sein dass ich in einigen Jahren arbeitslos werde, und dann? Usw.
Es kann natürlich aber auch sein, dass dein Partner die Erfahrungen seiner Freunde nur als Vorwand benutzt, weil er selbst aus irgendwelchen Gründen Zweifel an einer Eheschließung hat. Wenn er selbst wirklich heiraten wollte, dann würde er sich nicht von schlechten Erfahrungen anderer abhalten lassen. Das kann hier aber keiner beurteilen, das müsstest du herausfinden.
Mein konkreter Tipp: Wenn es wirklich die Finanzen sind, die ihn abhalten, dann könnt ihr einen Ehevertrag abschließen. Da muss er kein Angst haben, im Fall einer Scheidung, mit leeren Händen dazustehen, zumal du es ihm ja auch zusicherst!

w
 
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  • #16
das was ich dazu beitragen kann, darf man nicht allzu ernst nehmen... obwohl es wahr ist...

Ich bin eine der Frauen, die eigentlich nie heiraten wollten..., geheiratet habe ich dann doch weil dieser Mann es sich so sehr gewünscht hat, und mir ist dann auch noch ein sinnvoller Grund eingefallen, der dafür sprach (wir wollten beide Kinder und ich dachte mir, verheiratet, ein Name..., dann ist alles weniger kompliziert...)
Diese Ehe war von Anfang an die größte Katastrophe, die man sich vorstellen kann, vor der Hochzeit hatten wir drei Jahre zusammen gelebt, das war super in Ordnung...
Dann das Übliche, Trennung, Scheidung, Sorgerecht, alles mit rießen Stress über viele Jahre, eigentlich bis unsere Tochter erwachsen war...

Und was glaubt ihr, was ich jetzt mit 50 Jahren und einiges an Lebenserfahrung, tun würde, wenn ich das Gefühl hätte, dass ich mit jemanden zusammen bin, den ich liebe, der mich liebt und wir beide heiraten wollten..., Ja, ich würde trotz all diesen Erfahrungen, oder vielleicht gerade deswegen, noch einmal heiraten...
 
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  • #17
Hier die FS:

Danke für Eure Meinungen.

Ich würde niemals meinen Freund zu einer Heirat drängen, noch darum betteln denn dafür wäre ich mir zu schade. Natürlich weiss man nie, wie sich eine Beziehung entwickelt und in 20 Jahren kann alles ganz anders aussehen. Das Leben ist nun mal nie gänzlich ohne Risiko. Mein Ziel ist es, im schlimmsten Fall einer Trennung zum Wohle unserer Tochter ein freundschaftliches Verhältnis zu bewahren. Meine Eltern konnten das leider nicht und ich habe daraus gelernt.

Seit die Kleine vier Monate alt ist, arbeite ich Teilzeit. Es war und ist mir wichtig meinen finanziellen Teil zur Familie beizutragen. Momentan bin ich sogar "Alleinernährerin" und mein Freund Hausmann.
 
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  • #18
Sorgt er denn ansonsten finanziell vor , z.B. durch Versicherungen? Macht er sich Gedanken was passiert wenn er morgen einen Herzanfall kriegt, er stirbt und die Romantik erledigt ist ? Was wird aus Dir und dem Kind ? Wie steht seine Familie zu Dir ?
Liebe ohne Trauschein ist kein bisschen "besser" oder "schlechter" als eine stinknormale Ehe. Der ganze bohéme-Zauber der aufmüpfigen Generation ("wer zweimal mit derselben pennt gehört schon zum establishment") konnte sich nicht erhalten. Die vielen Patchwork-Familien im Lande belegen doch wie bunt die Wirklichkeit geworden ist. Es gibt "wilde Ehen", die halten 30 Jahre. Und es gibt Ehen, die kriseln schon nach dem Verzehr der Torte. Grundsätzlich beweist ein Mensch mit einem erklärten Heiratsansinnen, dass er /sie es wirklich ernst meint. Wer Angst vor den Gefahren der Ehe hat sollte Juristen fragen ob man da nicht eine intelligente Lösung finden kann. Es liegt nicht am Trauschein ob ihr dann zusammen alt werdet. Es liegt an eurem Verhalten, an eurer Fürsorge füreinander. Wenn er dich nur als wirtschaftlich unabhängige Selbstzahlerin auf Lebenszeit will würde mir das zu denken geben.
 
  • #19
Seit die Kleine vier Monate alt ist, arbeite ich Teilzeit. Es war und ist mir wichtig meinen finanziellen Teil zur Familie beizutragen. Momentan bin ich sogar "Alleinernährerin" und mein Freund Hausmann.
Du hast durch die Teilzeitarbeit finanzielle Nachteile in Kauf genommen, wahrscheinlich ohne Kompensation durch Deinen Partner (oder hat er, wenn er schon nicht heiraten will, für Dich in der Zeit eine private Rentenversicherung angelegt? Oder sonst irgendwie für die Zukunft seiner Kindsmutter vorgesorgt?). Ich nehme an, Dein Partner konnte Vollzeit weiterarbeiten?

Nun ist Dein Partner in einer Notsituation und Du bist (finanziell) solidarisch mit ihm. Vielleicht ist er sogar schon länger als 12 Monate arbeitslos. Die Arbeitsagentur fordert ihn nun auf sein "kleines Vermögen" zu verfrühstücken, sonst bekommt er kein ALG II. Wie gut, dass er eine so hilfreiche Partnerin hat, die auch noch die letzte Brotkrume mit ihm teilt! In guten wie in schlechten Zeiten... Ach halt stopp, das ist bei euch scheinbar leider eine Einbahnstrasse. Er will ja sein "Vermögen" schützen. Liebe Fs, wer diese Fakten zur Kenntnis nimmt, hat mit Dir echtes Mitgefühl.
 
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  • #20
Außerdem, liebe Fs, erhältst Du keine Witwenrente. Kannst Du, wenn er stirbt, Vollzeit weiterarbeiten? Reicht Dein Einkommen, um das Kind zu ernähren?
Hast Du, als Kind klein war, beruflich zurückgesteckt? Weniger in die Rentenversicherung eingezahlt? Ohne Heirat erhältst Du dafür nicht den angemessenen Ausgleich, finde ich. Daher unterstütze ich den Appell von #9.
FS:

Ich könnte Vollzeit weiterarbeiten aber das Einkommen würde nicht reichen, da Miete und Kinderbetreuung hier sehr teuer sind (leben in der Schweiz).
 
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  • #21
Sorgt er denn ansonsten finanziell vor , z.B. durch Versicherungen? Macht er sich Gedanken was passiert wenn er morgen einen Herzanfall kriegt, er stirbt und die Romantik erledigt ist ? Was wird aus Dir und dem Kind ? Wie steht seine Familie zu Dir ?
Liebe ohne Trauschein ist kein bisschen "besser" oder "schlechter" als eine stinknormale Ehe. Der ganze bohéme-Zauber der aufmüpfigen Generation ("wer zweimal mit derselben pennt gehört schon zum establishment") konnte sich nicht erhalten. Die vielen Patchwork-Familien im Lande belegen doch wie bunt die Wirklichkeit geworden ist. Es gibt "wilde Ehen", die halten 30 Jahre. Und es gibt Ehen, die kriseln schon nach dem Verzehr der Torte. Grundsätzlich beweist ein Mensch mit einem erklärten Heiratsansinnen, dass er /sie es wirklich ernst meint. Wer Angst vor den Gefahren der Ehe hat sollte Juristen fragen ob man da nicht eine intelligente Lösung finden kann. Es liegt nicht am Trauschein ob ihr dann zusammen alt werdet. Es liegt an eurem Verhalten, an eurer Fürsorge füreinander. Wenn er dich nur als wirtschaftlich unabhängige Selbstzahlerin auf Lebenszeit will würde mir das zu denken geben.
FS:

Wir verfügen über keine finanzielle Vorsorge. Haben nicht mal ein gemeinsames Haushaltskonto und teilen alle Lebenskosten ca 50:50. Eigentlich leben wir bisschen wie getrennt zusammen: Es gibt viel Mein und Dein und wenig Unser.

Seine Familie war mir gegenüber am Anfang auch eher skeptisch eingestellt, sie rieten ihm bloss nie zu heiraten, eben um das Vermögen zu schützen.
In der Schweiz wäre eine Heirat tatsächlich ein wirtschaftlicher Nachteil, da die Einkommen der Eheleute addiert und entsprechend teurer besteuert werden. Hier nennt man dies "Heiratsstrafe"

Ich habe mir noch gar nicht überlegt, was aus mir und der Kleinen wird, falls ihm was zustossen sollte aber gewisse Sicherheiten sind meinerseits vorhanden (Ersparnisse und geerbte Immobilie)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #22
Liebe Fs,

mit den Schweizer Gepflogenheiten und Gesetzen kenne ich mich nicht aus. Aber Du merkst ja selbst, dass Du ungerecht behandelt wirst. Emotional wirst Du zurückgewiesen (von seiner Familie, aber auch durch ihn, weil er keine Verbindlichkeit mit Dir will), finanziell wirst Du über den Tisch gezogen. Es kann doch nicht sein, dass alle schlechten Karten (Teilzeit, ihn durchfüttern, im Todesfall ohne Absicherung) auf Deiner Seite sind und er sich einen schlanken Fuß macht...

Besonders schlimm finde ich, dass Du, wie Du schreibst, selbst mit einer Vollzeitstelle nicht in der Lage wärest Dich und das Kind durchzubringen? Ist das wirklich so? Allein die Tatsache, dass Du es glaubst, macht Dich sehr abhängig von diesem Mann!

Ich würde an Deiner Stelle mehr von ihm einfordern, nämlich einfach Fairness. Wenn Du wegen des Kindes teilzeiterwebstätig sein musst und ihr dadurch externe Kinderbetreuung einspart, dann muss dein Nachteil ausgeglichen werden. Zweitens: angesichts der "Gründe", die er vorgibt, um nicht zu heiraten, wäre ich an Deiner Stelle sehr reserviert alle Lebensführungskosten zu übernehmen.
Ich habe nichts gegen einen Partner, der zeitweise nicht erwerbstätig ist, weniger verdient etc..., aber wer sich mir gegenüber geizig und knickerig verhält, sollte nicht mit meiner Großzügigkeit rechnen. Das fände ich an Deiner Stelle regelrecht frech, liebe Fs.
Viel Kraft!
 
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Gast

  • #23
Ich kann Deinen Freund verstehen und er meint dies nicht böse oder mißtrauisch zu Dir .....

.- nimm ihm die Angst ums Vermögen und schlag einen Ehevertrag vor damit ist alles geklärt und Ihr beide könnt damit gut leben ...

.- Vermögen vor der Ehe ist geschützt aber der Mehrwert aus dem Vermögen muß bei Scheidung geteilt werden und wird auch dem Unterhalt zugerechnet als Zusatzeinkommen .

Beispiel :

Wohnung geerbt 100.000 Euro - bei Scheidung 150.000 Wert = bedeutet die 50.000 Euro müssen bei Zugewinn durch 2 geteilt werden - ist die Wohnung bei Scheidung unter 100.000 oder gleich viel geblieben gibts keinen Ausgleich

Ferner geerbte Wohnung ist vermietet = 800 Euro Kalt dann wird diese Miete zum Unterhaltseinkommen angerechnet !

Dies kann man durch Ehevertrag ausschließen ....

Grundsätzlich sollte Mann und Frau vor der Ehe darüber offen reden und jede Meinung sollte auch akzeptiert werden dies hat keinen negativen Gechmack sondern spart später bei einer Trennung einfach Zeit - Ärger und vor allem Geld über Anwalt oder Gericht .