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Gast

  • #1

Mit 11 schon Stimmungsschwankungen/ Pubertät?

Mein Sohn ist 11. Er war schon immer sensibel, aber seit zwei Tagen ist es extrem und er heult weil "immer kritisiert wird"... Man darf schon gar nichts zu ihm sagen das er es nicht persönlich nimmt und beleidigt ist.
Er ist gut in der Schule, ist seit September auf dem Gymnasium, er geht gern in die Schule, von größeren Problemen berichtet er nicht... Deshalb fühle ich mich verantwortlich, als Mutter, suche die Fehler bei mir. Er hat eigentlich alles was er sich wünscht, Aufmerksamkeit, Spielzeug, Sport nachmittags etc...
Was ist nun mit ihm, schon Pubertät oder eine Depression, wie soll ich damit umgehen?
Mein Mann meint mit ihm soll nicht so soft umgegangen werden wie ich es tue, er muss ein Mann werden. Ich bin Mutter, er hat ja einen Vater zum "Mannsein" beibringen... Das verunsichert mich zusätzlich. Hab´ ich ein "Weichei" aus ihm gemacht? Wir haben ihn verwöhnt, er war lange Einzelkind, es drehte sich alles um ihn. Jetzt ist das zweite Kind da (3) und er war überglücklich. Er wurde vielleicht nicht mehr sooo viel gekuschelt wie früher, doch es gab auch keine Anzeichen von Eifersucht. Das würde ich ausschließen...
Hat jemand Erfahrungen damit? Ich bin total aufgewühlt seit er so drauf ist...
 
  • #2
Das könnte durchaus mit dem Schulwechsel zu tun haben - neues Umfeld, neue Ansprüche, neue Lehrer, neue Mitschüler, das Fehlen einiger Freunde. Daß er nicht von größeren Problemen berichtet, heißt noch längst nicht, dass es da keine Probleme gibt. Frag doch mal den Klassenlehrer, wie er den Jungen und seine Einbindung in Freundeskreise/Grüppchen einschätzt.
 
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Gast

  • #3
Finde es sehr gut , dass du dir Gedanken machst und seine Stimmung nicht übersiehst.
Jungs haben heute wirklich schwer..., wurden in den letzten Jahren in der Pädagogik, Medien, Gesellschaftsthemen vernachlässigt, die Eltern verunsichert.
Mein Sohn ist mittlerweile 15, befindet sich im Stimmbruch , seine Launen nehmen deutlich zu.
Es hängt vom Wesen des Kindes ab: das eine weint und wird "jämmerlich" , das andere bockig, trotzig, aufmüpfig und frech. Die Luft muss raus und nur die Eltern (oder andere NÄCHSTEN Bezugspersonen) können diese starke Hängematte bilden, die diese Ausbrüche auffangen kann.
Besorge Dir ein gutes Buch über die Entwicklung der Kinder (vielleicht speziell der Jungs) in der Pubertät, informiere dich und vor allem werde gelassener! Du machst es schon richtig! Gib deinem Jungen das Gefühl, dass du ihn ernst nimmst, seine Launen und Gefühlsschwankungen nicht auslachst, dass er es DARF, sich auszuheulen, traurig, bockig , nervig zu sein und dass du ihn umso mehr liebst.Natürlich ist Pubertät kein Freischein in ein rotzfreches und respektloses verhalten und Grenzen und bis dahin geltende Regeln müssen dringend eingehalten werden. Es wäre jetzt ein Fehler, alles aufzuweichen, um ihn zu verschonen. Nein, die Absprachen und regeln (habt ihr welche??) bleiben bestehen, aber deine Reaktionen auf sein Verhalten dürfen sich verändern. Ich habe festgestellt, dass manche Kinder laufende "Hormonfabriken" sind , das in ihren Gehirnen chemische Prozesse stattfinden, die ihr Verhalten erklären und es mir leichter machen sie immer noch zu LIEBEN ( wenn eich wüsste, ihr verhalten geschieht bewusst und gezielt, würde es mir schwer fallen, barmherzig und nicht persönlich getroffen zu reagieren).
Ich könnte noch viel schreiben, aber für jetzt: werde locker, du machst es richtig ! Liebe ihn, akzeptiere das Weinen, nimm ihn in den Arm , kuschle mit ihm , wenn er das zulässt, setzt euch zusammen auf Sofa, redet, Arm an Arm, der Körperkontakt ist auch für Jungs wichtig und sie wünschen sich ihn, auch wenn sie es nie zugeben würden. Hilf ihm durch deine Ruhe, Liebe, Annahme. Er wird schon zum Mann werden .Garantiert. Soll aber ein Mann mit Gefühlen und Emotionen werden, der eigene Kinder in den Arm nehmen kann, als ein abgebrühter Klotz, oder???
Macht was nur zu zweit, oder dritt (ohne den Kleinen), damit er im Mittelpunkt steht und seine "Tankstelle" an Liebe und Aufmerksamkeit gefüllt werden kann. Das wird ihn stark und sicher machen. Alles Liebe!!
 
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Gast

  • #4
Es gibt Bachblüten, auch als Bonbons, die schmecken lekker, gegen solche Stimmungsschwankungen, beobachte das ne Weile und ansonsten würde ich vorsichtshalber einen Psychologen mal einschalten. Der soll mal einen Blick auf deinen Sohn werfen, oder mal eure Familienverhältnisse überprüfen, wenn anscheinend zu viel kritisiert wird, was gar nicht als Kritik gemeint ist, aber vielleicht doch welche ist.

Kinder drücken oft das aus, was bei Eltern irgendwie schief läuft.... Ist nur so eine Idee von mir.

Hört sich vielleicht dramtisch an, aber man sollte alles ins Auge fassen.

w 49
 
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Gast

  • #5
Danke für die Antworten.

Ich habe bisschen recherchiert, es ist eine Mischung an dem Tag gewesen aus Geburtstag, Party planen, sehr viel Hausaufgaben an dem Tag die hinausgeschoben wurden und irgendwie hat sich das alles zu einem "an jedem Geburtstag muss ich heulen- Drama" entwickelt...

Das mit der neuen Schule würde ich ausschließen, denn gestern kam er begeistert nach Hause "die Schule ist so geil, so viele Wettbewerbe werden organisiert, sogar `Supertalent` "...

Es wird in einem normalen, üblichen Rahmen kritisiert, wo einem die Kinder auch wichtig sind. Z.B. bestanden das Zähne geputzt werden, das die Hausaufgaben nicht schlampig und zerknittert aussehen, das man Freunde nicht warten lässt, Zimmer aufräumen etc...Mein Mann übertreibt es meiner Meinung nach ab und zu, indem er "einen Mann aus ihm machen will" indem er ihn als Heulsuse abstempelt und ihn fragt ob die Mama auch wenn er mal volljährig ist- wissen muss wo seine Sportsachen sind...Einerseits bin ich ja auch der Meinung das er immer selbständiger werden soll und nicht ich immer Antworten haben muss wenn er was verlegt, aber andererseits finde ich wird so viel von Jungs heutzutage erwartet und ich möchte ihm keinen zusätzlichen Stress machen, es wird genug kommen im Leben....

Es könnte auch sein das er unsere Unstimmigkeiten manchmal aufsaugt, aber es wird niemals auf ihn übertragen. Wir waren in einer Krise im letzten Jahr und ich weiß nicht ob wir sie auch bewältigt haben, doch das versuchen wir zwischeneinander zu klären ohne Streitereien und Szenen. Sehr oft bin ich auch anderer Meinung bzgl. des Erziehungsmodells meines Mannes, manchmal hört es sich tatsächlich wie "herumhacken" an ihm an, doch er hat es nicht anders gelernt in seiner Familie. Da hat wohl jeder seine Schublade gehabt. Das kann ich nicht so zulassen, es ist aber auch schwer es ihm anders beizubríngen. Ein Außenstehender könnte tatsächlich was bewegen können, denn ich hinterfrage mich sofort wenn er meine Kritik zurückweist...
Danke jedenfalls...
 
  • #6
Mein Stiefsohn (11) hatte das ähnliche Problem. (nix wg. Pubertät) Ursache: Der Partner seiner Mutter.
Alle wohnten sie in der Mietwhg. des Partners.
Dieser Mann ist nicht der leibl. Vater dieses Kindes - und hat schon damit ein Problem mit sich.

Dieser Mann wollte ein Vater sein, aber bewertete und behandelte den Jungen wie einen Erwachsenen.
Und machte ihm viele Vorwürfe = der Junge konnte es ihm kaum recht machen, und verzweifelte.

Ich habe diesen Mann mehrmals dringend darum gebeten, den Jungen altersgerecht zu behandeln, und nicht wie einen Erwachsenen. Aber er konnte sich nicht ändern, selbst wenn er wollte.

Inzwischen sind Mutter und Sohn ausgezogen, in eine eigene Wohnung = Trennung
Sofort gings dem Jungen viel besser, und auch seine Schulleistungen wurden enorm besser.

Ich will der FS keine Trennung vorschlagen. Aber vielleicht ist die Ursache ihr beschriebener Partner ?
 
  • #7
Wenn du dir einbildest dem Kind entgeht eurer Streit, die Unstimmigkeiten, das er den Schulwechsel so wegsteckt auch wenn es ihm gefällt, dann bist du naiv. Vor allem wenn du alles tust um Selbstständigkeit von ihm fern zu halten. Du erntest jetzt das was du jahrelang gesät hast. Das sind doch keine stimmungsschwankungen sondern uberforderungssignale die nach dem was du geschrieben hast, mehr als verständlich sind. Elternstreit läßt sich nicht vom Kind fern halten und er wird es immer auf sich beziehen, das kannst du nicht verhindern, wenn du ihm dann noch alles abnimmst und er nie gelernt hat mit Frust und negativen Gefühlen klar zu kommen, dann wird eben das aus ihm was du jetzt hast, er kommt nicht mehr klar.
 
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Gast

  • #8
Sehr oft bin ich auch anderer Meinung bzgl. des Erziehungsmodells meines Mannes, manchmal hört es sich tatsächlich wie "herumhacken" an ihm an, doch er hat es nicht anders gelernt in seiner Familie. Da hat wohl jeder seine Schublade gehabt. Das kann ich nicht so zulassen, es ist aber auch schwer es ihm anders beizubríngen. Ein Außenstehender könnte tatsächlich was bewegen können, denn ich hinterfrage mich sofort wenn er meine Kritik zurückweist...
Danke jedenfalls...
Liebe FS,

wenn du seinen familären Hintergrund kennst, dann verstehe ich nicht, warum du so einen Mann geheiratet hast und mit ihm ein Kind bekommen hast?

Wäre eine Erziehungsberatung für euch beide nicht angebracht? Ich denke, es ist 5 vor 12. Euer Junge steht zwischen zwei Erziehungskonzepten und das ist für ein Kind Stress pur und sehr gefährlich für seine weitere psychische Entwicklung.

Ich wünsche dir, dass du dir schnell Hilfe und Beratung holst, sonst kann es passieren, dass euer Sohn in den nächsten Jahren richtig abdreht und versucht mit div. Mitteln seinen Stress zu kompensieren.

w
 
G

Gast

  • #9
Vielleicht den Jungen einfach mal in Ruhe lassen und auch Vertrauen lernen? Er ist doch gut in der Schule, warum muss man ihn als Mutter und Vater dann immer sticheln und ausfragen und wie eine Glucke um ihn herum tanzen? Lasst eure Kinder doch einfach mal als eigenständige Persönlichkeiten groß werden und auch eigene Probleme, wie Stimmungsschwankungen, alleine bewältigen, ohne dass Mama oder Papa sofort ins Zimmer platzt und fragt was los ist! Ihr macht eure Kinder sonst wirklich (psychisch) krank!

Kinder brauchen Platz für eigene Gedanken und wenn euer Sohn Hilfe braucht, dann kann kann er sich doch an euch weden. Ansonsten würde ich mich aus seinen Privatgedanken raushalten! Vielleicht ist er auch zum ersten Mal so richtig verliebt und traurig. Aber bitte mache als Mutter jetzt nicht den Fehler, da sofort hinzugehen und nachzufragen!
Es geht dich einfach nichts an!

Pubertät oder Nachpubertät ist immer so eine vorgeschobenes Elternargument für mich, wenn ein jüngeres oder auch älteres Kind weit über 20 zu spinnen anfängt. Die Kinder wollen einfach ihe Ruhe haben, ihr eignes Leben leben, dazu gehört Privatsphäre, Freiraum, Ruhe, Abstand in gewissem Maße, auch leider mit 11. Man muss auch bedenken, dass Kinder nunmal in eine Familie hineingeboren worden sind, wo man sich mit mehreren Leuten anpassen muß, Kompromisse schließen müssen und erstmal wenig zu melden haben. Das kann in der Tat frusten.
 
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Gast

  • #10
liebe fs,

das wichtigste, das dein sohn jetzt braucht ist, dass du die ruhe bewahrst.
ganz im ernst. er weint, weil ihm irgendetwas zu viel ist, sei es die schulumstellung oder das ewige genörgle des vaters oder dein ständiges sich kümmern.
es ist völlig normal, dass kinder solche tage haben, ohne dass du wie ein aufgescheuchtes huhn etwas riesiges daraus machst.
sei einfach freundlich zu ihm, muntere ihn auf, biete an, dass er dir erzählen kann was los ist, wenn er möchte und lass ihn an sonsten in ruhe. wenn so ein befinden länger andauert, dann ist es zeit, sich sorgen zu machen.
bewahre die ruhe - ich wiederhole mich - und sag deinem mann, dass er aufhören soll an dem jungen rumzukritisieren, du möchtest nicht, dass der sohn genauso wird.... überlege dir, wie du deinen sohn etwas aus der schusslinie vom vater bringst, aber erdrücke ihn nicht.
du kannst eine routine anfangen, abends, wenn du gute nacht sagst, dich zu ihm ans bett zu setzen und einfach zu fragen, was am tag heute gut war und was nicht so gut, vielleicht mag er das und dann höre zu und lass dich nicht hinreißen das gesagte dauernd zu kommentieren oder auf ihn ein zu dringen, das braucht niemand, weder mit 11 noch später.

viel glück, du hast 2 gelungene kinder, du hast so viel, genieße es und lass dich nicht stressen

w