G

Gast

Gast
  • #1

Mit 30 zu alt, mit 40 zu jung! Was wird mit 50?

Liebe Männer und Frauen,

ich stelle fest: Mit 10 Jahren war ich verwirrt (u. a. körperliche Veränderungen), mit 15 gelangweilt (irgendwie war vieles doof), mit 20 ungemein klug, selbstbewusst und dachte ich kenne die Welt, weil ich so viel in der Schule gelernt, so viele Bücher gelesen habe und schnell einen Studienplatz bekam. Mit 30 hatte ich feste Vorstellungen von meinem Leben: Welchen Partner ich haben möchte, dass der, den ich habe, der Einzige sein wird, wie viele Kinder es sein werden, dass der Beruf, den ich ausstudiert habe, der richtige ist etc. Einfach sehr konservativ und realistisch. Alles hatte seinen Platz. Ich genoss es endlich mit Sie angesprochen zu werden.

Heute mit 40 biete ich den Kollegen und Partnern oft ein Du an, bin offener für vieles und nicht mehr so festgefahren wie mit 30. Das Kind wird größer und ich erobere meinen Freiraum wieder, beruflich bin ich gefestigt. Ich könnte das Leben neu anfangen. Ich könnte auch ein anderes führen, ich könnte ein anderer Typ Frau sein, den ich fühle mich so jung, energiegeladen und optimistisch und irgendwie auch naiv. Habe ich mein Leben gelebt oder das Leben einer Anderen. Ich weiß zwar heute im Vergleich zu den 30gern ganz fest, was ich nicht mag, aber nicht immer was ich mag.

Welche Entwicklungserfahrungen habt ihr gemacht. Was wird mit 50?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

Gast
  • #2
Hallo

mit 25 war ich unreif. Mit 30 habe ich promoviert. Danach 10 Jahre rangeklotzt um zu beweisen dass Frauen auch in Deutschland genauso gut arbeiten wie männliche Konkurrenz. Aktuell denke ich über ein berufsbegleitendes Studium über 12 Monate ernsthaft nach weil mir im Beruf langweilig wird und ich neue Herausforderungen brauche. Mit 40 ist zwar nicht alles leicht (wie mit 20) aber du weisst wenigstens was du willst und kannst. Das ist schon viel. Ausserdem greife ich mir nun die Männer die mir gefallen statt höflich Schlange zu stehen. Man wird halt klüger.
 
  • #3
Mit 50 fühle ich mich auf dem Höhepunkt von allem.

Mit meiner Optik bin ich zufriedener als in jugendlichen Jahren, da ich mich zu dieser Zeit mehr über die Meinungen anderer definierte, was mir heute völlig egal ist.

Z.B. trage ich meine gesunden und vollen Haare sehr lang, was mit 50 eigentlich tabu sein sollte, aber was kümmern mich gesellschaftliche Konventionen, ich war eh nie "konform" in persönlichen Dingen.

Figürlich bin ich nach wie vor rank und schlank, Wechseljahre bis dato noch kein Problem.
Beruflich habe ich alles erreicht. Es gab zwei tolle Männer in meinem Leben, denen ich alles Gute wünsche, Ex-Gejammer gibt es bei mir also auch nicht.

Ich habe ein eigenes schuldenfreies Haus und keinerlei sonstigen finanziellen Belastungen, keine Darlehen, keine Kredite, kein abstottern für irgendwas. Alles ist cash bezahlt, auch mein Wagen.
Entweder konnte ich mir etwas leisten oder ich ließ es sein und sparte erstmal dafür.
Leasing, Miete etc. war nie mein Fall.

Mit 50 freue ich mich auf die Rente in einigen Jahren sehr, da beginnt für mich die beste Lebensphase überhaupt. Wenn ich mich mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen treffe stelle ich immer wieder fest wie gut diese aussehen, erhohlter vom Stress, geglättete Gesichtszüge, ja auch jünger aussehend.

Also ich freue mich auf die Zukunft.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Mit 20 bin ich zu Hause ausgezogen, hatte kaum genug Geld für Essen und Kleidung und fing langsam an, meine schwere Kindheit und Jugend zu verarbeiten.

Mit 30 wurde ich Vater und hatte mir einen Wertekanon zugelegt, ein Gerüst aus Prinzipien, Überzeugungen und Moralvorstellungen.

Mit 35 wurde meine Frau psychisch schwer krank und ich rieb mich für die Familie auf.

Mit 40 habe ich mich getrennt und gelernt, auf meine eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu achten und gleichzeitig für meine Tochter da zu sein so gut es geht. Die Moralvorstellungen, die ich mit 30 hatte, habe ich weiterentwickelt und bin toleranter und gelassener geworden. Ich finde es schön, sich mit anderen über Erfahrungen und Sichtweisen auszutauschen, mag aber keine oberflächlichen Menschen. Ich schätze es sehr, wenn Menschen sich öffnen und man bspw. die halbe Nacht am Lagerfeuer verbringt und sowohl herumalbern als auch ernste Themen besprechen kann und zwischendurch auch mal schweigend in den Sternenhimmel schaut.

m
 
G

Gast

Gast
  • #5
Zwischen 14 und 20 war ich sehr diszipliniert, anderen immer eine Nasenlänge voraus, viele Träume gehabt und immer nach vorne gestrebt. Allerdings auch höchst naiv und ängstlich. Später den Beruf ergriffen, den die Eltern wollten. Hat hat mein Kartenhaus so langsam zum Einfallen gebracht. Auch viele Freunden, die mein Leben an den Zügel griffen. Zwischen 23 und 27 hatte ich eine totale Stillstandphase. Total abgerutscht, sehr naiv gewesen, in schwerste Depressionen gefallen, sehr viel schlechtes erlebt, mit schlechten Partnern und Freunden, einige Jahre suizidgefährdet durch Missbrauch und Enttäuschungen, auch fast schon schwerst Alkoholiker gewesen. Mein komplettes Leben war auf dem Nullpunkt, eigentlich war ich schon komatös, konnte ein paar Jahre nicht arbeiten, habe praktisch wochenlang nur die leere Wand angestarrt.

Kurz vor meinem 30. Geburtstag, also mit 29 habe ich die größte Veränderung meines Lebens durchgemacht. Mein gesamtes Leben umgekrempelt. Mich psychisch/physisch wieder auf Vordermann gebracht, ein Buch geschrieben, für vielfältigere Dinge interessiert, meinen Job wieder aufgegriffen. Alle alte Freundschaften und Affären beendet und Leuten aus dem Weg gegangen, die mir Schlechtes taten. Und das bis heute durchgezogen. Ab 33 hab ich dann nochmal eine starke letzte Abnabelung der Eltern geschafft. Nicht alles ist gut, wenn man 40/50 wird, aber es hat auch einen Vorteil, es kann einem keiner mehr so schnell ein X für ein U vormachen. Man geht es gelassener an. Ich habe sehr aus meinen Fehlern gelernt. Vor allem beginnt man im Alter an sich zu arbeiten. Zumindest habe ich das ganz stark getan. Je älter ich werde, desto mehr habe ich noch Lust, wieder etas zu lernen. Eine neue Sprache, mich für moderen Sachen zu interessieren, technisch sollte man auch immer auf dem neuesten Stand bleiben, um eben "mitreden" zu können, und nicht bald als verstaubte/r Oma/Opa abgehakt zu werden. Je älter ich werde, desto wichtiger ist es mir, beim Ball zu bleiben. Ich beschäftige mich viel mit jüngeren Menschen, denn Gleichaltrige sind mir zu spießig und zu "ich hab die Weisheit mit dem Löffel gefressen" - und nichts dahinter und nichts erlebt.
 
M

Mooseba

Gast
  • #6
Äh, wo ist der Vater des Kinds oder ist es völlig normal, dass das Leben einer Frau heute so egoistisch verlaufen soll?
 
G

Gast

Gast
  • #7
50 ist ein klasse Alter, nicht soviel anders wie 40. Sofern Frau rechtzeitig auf Gewicht und ein
bisschen Pflege und Fitness achtet.
Ab 55 muss man leider ein paar Schwachstellen auf dem Schirm haben. Jahrescheck beim Doc
ab 40 kann vorbeugen.
w
 
G

Gast

Gast
  • #8
Und wenn ich dann endlich 90 bin, weiss ich nur Eines: ich lebe noch und bereue nichts!
 
G

Gast

Gast
  • #9
Liebe FS,

ich bin Anfang 40 und fühle mich auch so gut wie nie zuvor.

Ich möchte meine Lebenserfahrungen, mein Wissen für nichts eintauschen. Ich fühle mich körperlich fitter als vor 10 oder sogar vor 20 Jahren, weil ich mit Mitte 30 Sport für mich entdeckt habe...

Mit 25 war ich sehr kritisch, glaubte noch die Welt verändern zu können... mit 30 hatte ich materiell alles, was ich immer wollte... aber glücklich war nicht... bis ich merkte, dass es andere Werte waren, die mich glücklich machen...

Mit Männern hatte ich nie dauerhaft Glück.. vielleicht hab ich es auch nicht zugelassen und immer an den Falschen zu lange gehangen... jetzt bin ich Single, meine Tochter ist erwachsen, mein Haus fast abbezahlt, ich kann tun und lassen, was ich will.

Ich fühle mich auch viel gelassener und toleranter als mit 30.

Vielleicht ist es der Sinn des Lebens, soviel Erfahrungen zu sammeln, dass man an dem Punkt höchster Weisheit stirbt und in ein anderes Leben übertritt.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Beruflich habe ich alles erreicht. Es gab zwei tolle Männer in meinem Leben, denen ich alles Gute wünsche, Ex-Gejammer gibt es bei mir also auch nicht.

Ich habe ein eigenes schuldenfreies Haus und keinerlei sonstigen finanziellen Belastungen, keine Darlehen, keine Kredite, kein abstottern für irgendwas. Alles ist cash bezahlt, auch mein Wagen.

Mit 50 freue ich mich auf die Rente in einigen Jahren sehr, da beginnt für mich die beste Lebensphase überhaupt.

Gut, du lebst schuldenfrei im eigenen Haus. Musst du mit einer Rente von unter 1000 Euro auskommen? So wie du dich anhörst, nicht. Dann gehörst du zu den glücklichen Ausnahmen. Das kann nicht jede von sich sagen. Es gibt viele Frauen, die sich immer nach ihrem Mann gerichtet haben, früh Kinder hatten, evtl. Studium deshalb abgebrochen oder Geisteswissenschaften studiert haben, und für die Familie Priorität war, und die dann vor dem Nichts stehen.
 
  • #11
Gut, du lebst schuldenfrei im eigenen Haus. ...

Jeder ist seines Glückes Schmied, die einen richten sich nach der Verstand, die anderen nach Gefühlen, ich bin rational immer besser gefahren und ich hatte nie meinen Kopf wegen einem Mann verloren.

Wenn jemand in der Liebe enttäuscht wurde sollte er zumindest nicht die Umstände dafür verantwortlich machen, er wurde nie zu etwas gezwungen, die Entscheidungen, welche man im Leben fällt sind freiwillig und so sollte man auch zu dem Mist stehen den man irgendwann gebaut hat und sei es auch nur mit dem falschen Partner.

Keiner ist Schuld, nur man selbst.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

Gast
  • #12
Liebe FS,

Du schreibst, Du könntest ein anderer Typ Frau sein, ein anderes Leben führen. Nur die Wenigsten LEBEN TATSÄCHLICH ! Sie funktionieren, hinterfragen nicht, und rennen und rennen.. Du reflektierst gerade Dein bisheriges Leben. Frage Dich: wer bist Du wirklich ? Wofür lebst Du ? Was ist Dir wichtig im Leben ? Aber: frage nicht uns, sondern DICH !

Und dann: fange an, Dein Leben nach DEINEN Wünsche zu leben ! Genieße den Moment ! Du hast nur ein Leben und erst die Hälfte davon ist gelebt !

Ich wünsche Dir alles Gute !

w
 
G

Gast

Gast
  • #13
Meine Lebenserfahrung
Es lohnt sich, in schöne und interessante Erlebnisse zu investieren - die Erinnerung bereichert später.
Es lohnt sich nicht, Lebensenergie an Negatives zu verschwenden - sinnlos und kräftezehrend.
Mein Rat
Sich selbst gut behandeln, damit Körper und Psyche lange intakt bleiben, nur so macht das Leben
Freude. Und vor allem der Angst und dem Neid und Hass keinen Raum geben.
Alles platte Weisheiten, aber wahr und richtig.
w
 
G

Gast

Gast
  • #14
Ein super Thema, Danke! Mit 20 war ich einsam, arm, weise (und auch Weise) , und nur auf mich alleine gestellt. Mit Gottes Hilfe habe ich doch einiges geleistet. Mit 30 wusste ich schon genauer, wo meine Schwerpunkte sind, und wo ich hingehen möchte . Es war nicht alles richtig, aber egal, das hat mich doch weitergebracht. Mit 40 bin ich sehr jung , schön , sportlich, schlank und wesentlich entspannter all sonst. Im Freizeitpark, wo ich mit Kindern war, wurde ich schon mal per Du angesprochen. Nicht unhöfliches , ich habe auf einmal eine Teenager-Figur. Die Bezeichnungen wie "klug" oder "weise" würde ich mir jetzt bewusst ersparen, ich weiss nicht, ob die stimmen! Für die Zukunft wünsche mir nur Gesundheit und finanzielle Sicherheit! Keine sonstigen Wünsche! Liebe Grüsse an alle! w
 
  • #15
Alle Beiträge bisher machen auf mich (m) den Eindruck, als ob diese Frauen mit sich selbst zufrieden sind, aber deswegen keinen Partner mehr haben wollen.
Höchstens noch als Freizeitgesellschaft. Das wäre mir (m,53) aber zuwenig.

Sie schreiben in ihren Profilen, was sie haben wollen. Aber in der Praxis erlebt man soviel Widersprüchliches, und sie bleiben deswegen Single, auch unfreiwillig ?

Mein Eindruck aus drei Jahren SB-Erfahrung, bei vielen Frauen.
Mit 40+ betreiben sie eine Art Partnersuche, mit der sie keinen Mann bekommen.
Mit 50+ scheinen sie keinen Partner haben zu wollen, oder kaum erfüllbare, hohe Ansprüche.
Mit 60+ wundern sie sich, daß sie kein Mann haben will.

Mein Tipp: Legt Euch einen Hund zu, statt einem Mann.

Der ist brav, treu, hat bescheidene Ansprüche, und kommt auch mit komplizierten Frauen zurecht.
Der braucht nur sein Futter, seinen Auslauf und etwas Zuwendung.
Ansonsten sitzt er ruhig in seiner Ecke, und ist damit zufrieden.
Welcher Mann ist schon so "angenehm und pflegeleicht" ? .... na also !

Also: Vergesst Singlebörsen - sucht in Tierheimen.
Viele Augenpaare werden Euch sehnsüchtig anschauen. Was ihr bei den Männern vermisst ?
 
G

Gast

Gast
  • #16
Ich war ein ungeliebtes Kind.
Und ich war dick

Mit 20 war aber nicht mehr dick und dafür hübsch, hatte einen Freund, aber kein Selbstwertgefühl und ich fühlte mich einsam.
Mit 25 hatte ich mein erstes Diplom und mein Studium war blöd und schwer und es gab nur Ellenbogenkämpfe.
Ich war immer noch einsam.

Mit 27 bekam ich mein Kind, mit 30 verließ mich der Vater des Kinds.

Ich arbeitete deswegen Vollzeit, was sich inzwischen als Segen herausstellt.

D.h. ab 30 wurde mein Leben langsam schön.

Mit meiner Tochter war es toll.

In meiner Firma auch, kein Mobbing wie im Studium.

Mit 36 begann ich mein zweites Studium, das ich mit 40 abschloß.

Im Beruf sitze ich seitdem fest im Sattel, verdiene gut und die Arbeit macht mir Spaß.

Ich begann, Sport zu treiben und fühle mich seitdem zum ersten Mal gut in meinem Körper.

Ich komme seitdem bei den Männern so gut an wie nie zuvor in meinem Leben.

Seit ich etwa 40 bin, fühle ich mich nicht mehr einsam.

Ich bin 47 und habe einen lieben Freund.

Meine Tochter studiert auswärts und wir haben ein gutes Verhältnis.
Mit 50 werde ich sicher weiterhin glücklich sein.

...keine Ahnung, wie es mir geht, wenn ich nicht mehr arbeiten darf.
Im Angestelltenverhältnis werde ich mit 67 rausfliegen und davor graust es mir schon jetzt.
Ich arbeite aber auch noch nebenher freiberuflich, das kann ich länger weitermachen.

Sonst fühle ich mich vielleicht wieder einsam.
 
Top