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Gast

  • #1

Mit 40 berufl. Neustart - abschreckend bei Partnersuche?

Ich (w, 40) mache zur Zt. eine kaufmännische Umschulung. Bin sehr motiviert, auch etwas stolz auf mich, weil ich in meinem Alter noch einen berufl. Neustart wage, in meine Zukunft investiere und nicht resigniere, und werde in eineinhalb Jahren meine Abschlussprüfung absolvieren. Ansonsten habe ich keine Baustellen in meinem Leben, bin kinderlos, finanziell abgesichert, allerdings ohne große Sprünge machen zu können.
Da ich mich auch auf Partnersuche befinde, wobei die Umschulung ganz klar Priorität hat, habe ich Bedenken, wie Männer auf meine derzeitige berufliche Situation reagieren. Bin aufgrund diverser Threads verunsichert, es könnte der Eindruck entstehen, ich suche einen "Versorger" für die Übergangszeit oder ähnlicher Blödsinn. Auch bin ich mir bewusst, dass meine berufl. Zukunft ungewiss ist, obwohl ich zuversichtlich bin, zeitnah nach dem Abschluss eine Anstellung zu finden. Dennoch könnte es durchaus sein, dass sich so mancher Mann mit dieser Situation überfordert fühlt und mich aufgrunddessen als potentielle Partnerin ausschließt. Habe ein einziges Mal eine entsprechende Erfahrung gemacht, als ich einem offensichtlich interessierten, gleichaltrigen Mann (er schrieb mich in einer SB an) auf seine Nachfrage hin meine Umschulung erwähnte und er sich daufhin nicht mehr meldete.
Bitte in diesem Zusammenhang um Einschätzungen und Meinungen und bedanke mich im Voraus.
 
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Gast

  • #2
Lass Dich von dem Rückzieher eines einzigen Mannes nicht verunsichern. Es ist doch toll, dass Du Deine berufliche Zukunft in die Hand nimmst und zuversichtlich ein neues Ziel ansteuerst. Ein kluger Mann weiß, dass Umschulungen finanziert werden, und dass eine echte Goldgräberin (also eine Frau, die sich ihr Leben vom Mann bezahlen lassen will) keine Zeit in eine berufliche Veränderung investieren wird.

Jeder ab einem gewissen Alter hat eine oder sogar mehrere Baustellen in seinem Leben. Wenn die immer as NoGo gelten, na, dann würden ja gar keine neuen Partnerschaften mehr entstehen.
 
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Gast

  • #3
Liebe FS

Umschulung, Aufbaustudien oder gezieltes Training dauern ja meist nicht über ein Jahr. Da sollte der Herr doch zugreifen.
Ich bin 42 und mache jetzt noch Master of Business Administration.
Was sollen alle Wissenschaftler/innen tun: zölibatär leben bis das Werk zum Drucker geht ?
Suche dir wissbegierige Männer die sich aufgrund einen hohen IQ auch mit Routineaufgaben eher langweilen. Das passt.
 
  • #4
Das ist doch einfach die Frage, wie man das verkauft. Schreibst du platt "Umschulung" oder das weiter zu erläutern, stehst du in einer Reihe mit denen, die früher vom Arbeitsamt massenhaft auf die sinnlosesten Berufe umgeschult und dann im mittleren Alter als Berufsanfänger auf die Arbeitgeber losgelassen wurden mit der Konsequenz von neuerlicher Langzeitarbeitslosigkeit. Dass das längst nicht mehr so ist, das wissen viele, die konstant im Berufsleben stehen nicht.
(Es kommt auch darauf an, was du konkret später machen willst. Die Großkonzerne lagern gerade ihre Buchhaltungsabteilungen nach Indien und Malaysia aus, ein 08-15-Buchhalter kann nicht mehr viel reißen. Jemand, der auf europaweite Bilanzbuchhaltung spezialisiert ist und in der Lage ist, Personalverantwortung zu tragen, ist hingegen ein gesuchter Spezialist. Nur als Beispiel.)
Ich habe meinen beruflichen Wechsel als - ich hatte gerade meine Firma aufgelöst und war als Freiberuflerin neu gestartet - Neuaufstellung deklariert, die es mir erlaubt, mehr Freizeit zu haben, die ich einer Partnerschaft widmen kann. Ich habe also die real existierenden positiven Aspekte meines Berufswechsels hervorgehoben.
Am besten ist es aber, du kontaktierst einen Mann, dem es ähnlich geht wie dir. Dem musst du nicht viel erklären.
 
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Gast

  • #5
bei jungen Leuten wie dir dürfte das bei der Partnersuche kaum entgegenstehen. Ich mache einen beruflichen Neustart mit Mitte 40 - und verlass das Land hierfür noch obendrein. Die Reaktionen meines Umfelds sind überwiegend positiv; da es bei den Frauen in meinem Umfeld ähnlich ist, sehe ich auch für die Partnersuche noch nicht den Weltuntergang nahen. Viel Erfolg für Partner und Beruf! m 44
 
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Gast

  • #6
Ja, abschreckend auf die Falschen. Du solltest Dich Deinereits fragen, was Du mit einem Partner wolltest, der selbstnicht bereits berufliche wie private Krisen durchlebt hat und neu anfangen musste. Diese Erfahrung, dass alles glatt gehen muss, scheint ein sehr deutsches Phänomen zu sein. In den USA ist es ganz normal, mehrmals im Leben neu anzufangen. Wenn es an einer Stelle nicht weitergeht, macht man woanders weiter. Wenn es einen nicht komplett aus der Bahn wirft, wächst man charakterlich daran. Es gehört zu einem intensiv gelebten Leben dazu. Die kaputtesten und unzuverlässigsten Chraktere finden sich meiner Erfahrung auf Seiten derer, die sich um nie etwas Sorgen machen brauchten. 40 ist inzwischen ein normales Alter, um komplett neu anzufangen. Also bisschen mehr Selbstbewusstsein, bitte! :)
 
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Gast

  • #7
Naja, zumindest hälst du dir damit die gescheiterten Existenzen vom Hals, die eine Versorgerin suchen.

Ansonsten ist doch alles okay. Du agierst zukunftsorientiert, stehst auf eigenen Füßen, lebst in geordneten Verhältnissen. Alle Lichter stehen auf grün für dich!

Lass dich von blöden Sprüchen aus dem Forum nicht verunsichern. Das sind zum Teil auch extreme Einzelmeinungen, die nicht repräsentativ sind.

Alles Gute!
 
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  • #8
Was ist besser? Es anderen Männern recht zu machen oder beruflich das zu machen, was dir Spaß macht?
Glaub mir, du wirst nicht lange glücklich, wenn du dich nach der Fuchtel und Meinung eines Mannes richtest.
Und ob es abschreckend wirkt, sollte dir egal sein. Du solltest das machen, was du willst, nicht, was andere wollen.
 
  • #10
@8
Die FS äußerte in ihrem Eingangspost explizit ihre Bedenken, dass sie aufgrund diverser Threads verunsichert sei.

Hier mag sie ja den nötigen Zuspruch bekommen, aber wenn man in anderen Threads so liest, wie die manche Meinung zu einer 40jährigen Singledame ist, da muss man schon am Verstand des ein oder anderen Forumschreibers zweifeln. Von daher ist es doch schön, wenn sich diese negativen Äusserungen in diesem Thread nicht wiederfinden.
 
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  • #11
Abschreckend finde ich es nicht. Ich weiß nur aber nicht, ob ein Mann, der beruflich bereits erfolgreich ist und Akademiker ist, ob er sich nicht lieber eine Frau auf Augenhöhe sucht, was auch das Einkommen betrifft. Da Du keine Mutter mehr wirst (höchstwahrscheinlich, zumindest schreibst Du nichts von einem Kinderwunsch), ist es so, dass Du eher eine Partnerschaft anstrebst, wo man sich die Kosten hälftig teilt. Nach der Umschulung wirst Du erstmal vielleicht über Zeitarbeitsfirmen eine Stelle finden (so sieht die meiste Realität aus, auch wenn man das den Umschulern nicht direkt sagt), um überhaupt praktische Erfahrungen zu sammeln. Auch wenn Du eine Direktanstellung findest, wirst Du eben im Bereich der Nicht-Akademikerinnen verdienen.

Natürlich brauchst Du keinen Versorger-es gibt aber viele gut situierte Männer, die nicht nur erwarten, dass sich die Frau selbst versorgt, sondern dass sie sich auch teuere Reisen etc. leisten kann, wenn man gemeinsam verreist.

Ich vermute, Deine Umschulung ist grundsätzlich kein Problem bei der Partnersuche. Evtl. bist Du aber nicht die passende Partnerin für einen gut situierten Mann-es muss aber auch nicht sein. Und schließlich kannst Du auch mit einem kaufmännischen Angestellten glücklich werden oder mit einem Mann, der selber umgeschult hat.

Die Liebe ist wichtig. Heutzutage ist aber eine finanzielle Harmonie genau so wichtig.

Gerade überdurchschnittlich gut ausgebildetete Männer mit höherem Einkommen bevorzugen ebensolche Lebenspartnerinnen (wenn es sich nicht um eine Familiegründung handelt, oft dann aber auch). Ich vermute, dass die meisten Männer bei EP zu der Gruppe der besser ausgebildeten und höher verdienenden Männern gehören. Solche Männer haben dann oft den Anspruch, dass ihre Partnerin Bildung und Finanzen auf "Augenhöhe" mitbringt. Die Optik und die inneren Werte einer Frau alleine reichen heutzutage nichts aus, wenn die materiellen Werte nicht ungefähr ähnlich sind. Im ganz jungen Alter ist es anders, ab 40 erwartet man von einer kinderlosen Frau, dass sie in der Lage ist, die Lebenshaltungskosten inkl. Urlaube zur Hälfte zu tragen.

w/39
 
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  • #12
Hier mag sie ja den nötigen Zuspruch bekommen, aber wenn man in anderen Threads so liest, wie die manche Meinung zu einer 40jährigen Singledame ist, da muss man schon am Verstand des ein oder anderen Forumschreibers zweifeln.
Es sagt doch niemand generell etwas gegen Single-Frauen ab 40! Was vielen Männer – auch mir – auf die Nerven geht, sind die Frauen, die wütend mit den Füßen aufstampfen, weil die gleichaltrigen Männer sie nicht mehr wollen (obwohl sie doch sooo viel jünger aussehen), sondern jüngere suchen (und bekommen).

Wenn sich ein Mensch weiterbildet (egal in welchem Bereich und egal welchen Alters), dann zeigt er/sie damit ja auch, dass er/sie begriffen hat, wie wichtig lebenslanges Lernen ist. Das ist mir allemal zig-mal sympathischer als eine Frau, die trötzelt, weil sie nicht (mehr) bekommt, was sie will, jedoch nicht auf die Idee kommt, auch mal an sich selber was zu ändern...
 
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  • #13
Liebe FS,

Deine Frage ist berechtigt.

Ich selber habe diverse Männer kennen gelernt, die durchaus (wenn auch vorsichtig aber zielstrebig) die potentielle Altersversorgung abgefragt haben und ich wirke eher nicht bedürftig. Und jetzt erzähle mir keiner, sie hatten offensichtlich sehr langfristige Absichen, da ich noch keine 50 Jahre alt bin. Diese Abfragen können von mir in keiner Hinsicht positiv gewertet werden. Die Fragen wurden selbstverständlich erst nach persönlichem Kennenlernen gestellt.

Wahrscheinlich sortierst Du sofort die potentiell Falschen dadurch aus. Beziehung ist ein wenig mehr, als gutes miteinander wirtschaften. Die, die das aber eben nicht so sehen, die brauchst weder Du noch ich!

Aber es gibt sie, auch wenn die Postings hier ganz anders wirken. Frau erkennt diese Männer absolut nicht sofort. Ich habe eine Menge Männer kennen gelernt, die mehr Angst vor der Verantwortung, mal finanziell für eine Frau zuständig zu sein, haben, als vor einer bösen Krankheit.

Schau genau hin und höre dann jeweils auf dein Bauchgefühl. Rational kannst Du diese Einstellung nicht erkennen.
 
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  • #14
Liebe FS,
nicht nur, weil ich mich selbst (obwohl schon Mitte 40!) auch in so einer Situation befinde: Ich kenne sehr viele Menschen, egal ob männlich oder weiblich, die ebenfalls um dieses Alter herum einen beruflichen Umschwung starten und auch durchziehen
Ich finde, gerade in diesem Alter wirkt so etwas eher authentisch und zeigt von einem sehr sinnerfüllten Leben. So diese Umschulungen in eine Richtung gehen, die vielleicht als junger Mensch nicht möglich war, oder man erst jetzt weiss, wo das eigene Potenzial liegt, oder oder.
Mag sein, dass das bei einigen Menschen auf Unverständnis stösst.
Doch im Nachhinein ist es doch viel schöner, ein erfülltes Leben mit allem was dazugehört, anzustreben.
Sicherlich gibt es viele, die in diesem Alter schon auf das alles aufbauen, was sie sich erarbeitet haben. Danach folgt Stillstand (oder auch nicht), aber dem eigenen Leben eine schöne Wende zu geben, selbstgestaltet, aus freiem Willen und eigener Energie: das ist etwas schönes, was auch meiner Meinung nach sehr charismatisch und menschlich wirkt.
Sicherlich sind zeitliche Anforderungen anders, zumal man sich ja in Neuland befindet
Aber alles ist machbar.
Lass Dich einfach drauf ein und sieh was kommt
Alles Gute!
w/45