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Gast

  • #1

Mit 45/50 Jahren, nach 10 J. Beziehung zusammenziehen?

Hallo liebe Forumsgemeinde, normal sollte ich mir die Frage ja selbst beantworten können, aber, okay, seit 10 J. In einer glücklich. Beziehung, nach Ehe, Scheidung, Kinder nun erwachsen. Bisher hatte jeder seine eigene Wohnung, Sie schon Ihr Leben lang, ich die letzten 10 Jahre. Ich hatte meine Wohnung eigentlich nur für die 2 Wochenden im Monat als die Kinder bei mir waren. Zu 2/3 habe ich bei Ihr gewohnt, also alltagserprobt, alles wunderbar. Dennoch habe ich mich für die paar Tage (ca. 6 /Monat) auf MEINE Wohnung gefreut um mich dann genauso wieder zu freuen wenn ich wieder bei meiner Partnerin war. So, jetzt geht es an die Aufgabe meiner Wohnung, da Sie Eigentum, in der Stadt, näher am Geschäft etc. Rational gesehen ist das halten meiner Wohnung unlogisch und unrentabel wegen max. 6 Tagen in denen ich noch zu Hause bin. Das ganze ist eine Kopfsache oder vielleicht so ein Männerfreiheitsding! Ich werde alles aufgeben, auch das "aus der Badewanne kommend und triefend Nass durch die Wohnung laufen". Wenn ich dann 2-3 Tage zuhause war, hält mich auch nichts, sondern es zieht mich wieder zu meiner Partnerin. Also, was soll ich mit der Wohnung noch, oder? Hat denn jemand von euch Erfahrung?
 
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  • #2
Oh, wie ich es nach 3 oder 4 Wochen Urlaub genieße, endlich mal wieder ein paar Stunden und Tage allein zu sein! Wenn ich ständig rund um die Uhr mit einer Frau zusammen sein muß, vom Aufstehen bis zum nächsten Aufstehen, und das über Wochen und Monate, weil wir dieselbe Adresse haben, nein danke. Ich will nicht alles, was ich mache, immerzu kommentieren und erklären müssen. Ich will spontan rausgehen können, wenn mir danach ist, ohne zu warten, bis die Frau sich zum gehen fertig gemacht hat, ich will einen Film anschauen können, ohne die Frau erst überzeugen zu müssen, daß er gut ist. Oder mir hinterher Vorwürfe anzuhören, daß er nicht gut war.

Aber vielleicht gibt es ja Frauen, die einen Mann auch mal durchatmen lassen. Und vielleicht hat der FS das Glück, ein solches Exemplar an seiner Seite zu haben.
 
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  • #3
Es ist für dich reine Kopfsache - kann ich verstehen. Mein LG und ich haben auch über sechs Jahre getrennt gelebt. Zwei volle Wochen + 2 WEs im Monat bei ihm, ein paar Tage war ich allein mit meinem Kind bei mir zuhause (wg Wechselmodell). Wir konnten uns so langsam an den anderen gewöhnen, ohne die Selbständigkeit und das Rückzucksgebiet aufzugeben. Nun wohnen wir seit knapp einem Jahr zusammen - sind aufgrund des Jobs sogar 7 Tage/Woche zusammen - und es funktioniert. Manches braucht Zeit, aber beide müssen es schlußendlich wollen. Du schreibst von Glück und Liebe sowie Sehnsucht, schön, wenn das bei euch auch nach 10 Jahre noch so ist. Wir haben es auch noch. Wenn es dir finanziell nichts ausmacht, behalte die Wohnung und gehe einfach mal 2 - 3 Monate nicht hin. Dann wirst du sehen, wie du dich fühlst. Viel Glück. w/44
 
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  • #4
Ich m/48 bin in einer ähnlichen Situation, werde aber meine Wohnung um keinen Preis aufgeben. Freiheit und Unabhängigkeit kann man mit nichts aufwiegen!
 
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  • #5
Ergänzung von 2 - ich persönlich bin aber froh, dass er endlich seinen Freiheitsdrang gesiegt hat und nun auch zu 100 % zu mir steht. Dieses Rückzugsgebiet und die Freiheit (wo beginnt sie, wo hört sie auf? - siehe Statement von 3, kann nicht die Lösung sein, um keine Verantwortung für die Beziehung übernehmen zu wollen. Das ist dann irgendwann halbseiden - und die Partnerin fühlt sich hintergangen - nach dem Motto: Wenn etwas Besseres kommt, kann ich immer sofort gehen. Das ist kein 100 % JA zur Beziehung, sondern immer ein "Momentan ja".
 
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  • #6
Das ganze ist eine Kopfsache oder vielleicht so ein Männerfreiheitsding!

Du irrst! Das könnte genau so gut ein "Frauenfreiheitsding" sein. Ich kann dein Bauchgefühl durchaus nachvollziehen, auch wenn die Logik (Verkehrsanbindung, Kosten, seltene Nutzung) völlig dagegensprechen. Ich würde die Wohnung erst einmal nicht aufgeben. Eine Wohnung ist doch mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand. Sie hat auch was mit Erinnerungen, Identität und Individualität zu tun. Vielleicht hat deine Beziehung über die letzten 10 Jahre auch so gut funktioniert, weil ihr euch gegenseitig euren Raum gelassen habt?
Hast du schon mal darüber nachgedacht, die Wohnung zeitweise möbliert unterzuvermieten? Da müsstest du sie nicht völlig aufgeben, hättest aber finanziell nicht solche Einbußen. Kommt ja auch ganz auf den Standort der Wohnung an. Hier in Berlin würde ich zur Zeit so eine Eigentumswohnung zum Beispiel UNBEDINGT und um jeden Preis halten.
W/47
 
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  • #7
Ich, eine Frau, kann dich sehr gut verstehen: du schreibst davon, dass du dich zwar immer auf deine eigene Wohnung freust, es aber toll findest, nach ein paar Tagen wieder zu deiner Partnerin zu ziehen. Es mag eine »Kopfsache« sein, aber mit dem Erkennen davon, dass es eine ist, hast du noch lange nicht gewonnen.

Es kann dir/euch passieren, dass euch, solltet ihr die »Zweitwohnung« aufgeben, die Freiwilligkeit in eurer Beziehung fehlt. Selbst wenn man rational damit klar kommen könnte, emotional klappt das nicht immer. Ich hatte mich nach 22 Jahren (!) zu einem ähnlichen Schritt entschlossen - und das ging prompt schief: ich fühlte mich nicht mehr so »frei« (wobei ich meine Freiheit nie ausgenutzt hatte, also für Dinge, die ich nicht mit meinem Partner auch gemacht hätte), ein wenig verpflichtet und am Ende zerbrach unsere vorher so schöne »freiwillige« Beziehung daran.

Ich wünsche dir das nicht - aber wenn du dich JETZT, in dieser Situation wohl fühlst, und du/ihr euch finanziell zwei Wohnungen leisten könnt, behaltet sie beide … w
 
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  • #8
Hallo, ich bins der Fragesteller. Herzlichen Dank für eure Beiträge. Es ist immer interessant die verschiedenen Sichtweisen zu kennen, wenn es auch nicht unbedingt bei der Entscheidungsfindung helfen muß. Ich bin auf der einen Seite in freudiger Aufbruchstimmung, ein neuer Lebensabschnitt, ich kann auch Ballast in Form meiner Wohnung und alles was damit zusammenhängt abwerfen, aber mir kommt natürlich hin und wieder der Gedanke, dass ich MEINS aufgebe. In der Jugend handelte man schneller, und unbedenklicher jetzt ist man Reifer, aber es bringt auch nichts. Ich werde versuchen mir das positive Aufbruchsstimmungsgefühl zu bewahren, drückt mir die Daumen.
 
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