• #1

Mit Ü40 gute Freundin nachts heulend anrufen wegen Affäre - noch angebracht?

Hallo liebes Forum,
ich brauche einmal euren Input :)

Ich w, 37 habe eine langjährige gute Freundin (42), eine Weile lang waren wir "BFF", mittlerweile lebt sie seit 15 Jahren im europäischen Ausland, wir haben immer unsere Freundschaft bewahrt und sehen uns so 1-2x im Jahr, kommunizieren viel per WhatsApp, manchmal telefonieren wir.

Sie ist geschieden und gerät von einer unglücklichen Affäre in die nächste mit Männern, die sie ganz offensichtlich ausnutzen, hat sich in der Hinsicht persönlich nie weiterentwickelt und ist sich ihrer Probleme auch bewusst.

Das hält sie trotzdem nicht davon ab mir ausführlich davon zu berichten, was nun mit Affäre x oder y komisch läuft, und mich um Rat zu fragen. Ich bin verständnisvoll, versuche, ihr andere Standpunkte in puncto Selbstwert aufzuzeigen, sage auch mal "vergiss ihn" oder noch deutlichere Worte. Unsere Gespräche drehen sich somit sehr häufig um sie.

Zuletzt erzählte sie mir per WhatsApp-Sprachnachricht von einem neuen Mann und ich reagierte kurz (auch per Sprachnachricht), da ich gerade super eingespannt mit dem Job bin. Ich meinte neutral, ich sei gespannt, wie es mit beiden weitergeht, sie solle mich auf dem Laufenden halten. (Ehrlich gesagt klang alles nicht gut mit ihm, aber ich hatte keine Zeit und auch keinen Elan sie weiter zu beraten.)

Nachts, keine 3 Tage später kamen dann 3 verpasste Anrufe von ihr und eine Sprachnachricht, in der sie mit heulend vom Ende der Affäre berichtete.

Das hat für mich eine Grenze überschritten. Sie weiß genau, wie beschäftigt ich momentan bin und dass ich vermutlich nicht um 2 Uhr ans Handy gehe. Ich denke, dass ich nicht wegen ihrer 10. gescheiterten Affäre mir die Nacht um die Ohren hauen kann und generell bereits viel zu viel Zeit meines Lebens damit verbracht habe, ihr mit ihren Liebesproblemen ein Ohr zu bieten.

Sollte man nicht mit Ü40 sein Leben so weit im Griff haben, dass man beruflich sehr eingespannte Freundinnen nachts nicht wegen einer Affäre anruft, die offensichtlich nie eine Zukunft hatte?

Ich empfinde ihr Verhalten als toxisch. Jeder Freund kann mich gerne Tag und Nacht wegen "echter" Probleme anrufen, wie Krankheit, Unfall etc. Aber seriously, wegen einer Affäre?

Bin auf eure Meinungen gespannt.
 
  • #2
Vorab eine Verständnisfrage:
Warum bittest du sie, dich auf dem Laufenden zu halten und teilst ihr mit, dass du gespannt seist.
 
  • #3
Du denkst sowas, aber sagst und handelst anders. Du hast ihr jahrelang suggeriert, du bist für sie da, jederzeit, ihr seid beste Freundinnen. Hast immer ein offenes Ohr und schreibst ihr auch noch
ich sei gespannt, wie es mit beiden weitergeht, sie solle mich auf dem Laufenden halten.
Du gibst Dich anders als Du bist und übergehst deine eigenen Grenzen, nicht sie. Warum warst Du nicht ehrlich und sagst, zur Zeit keine Zeit und kein Bock auf ihre Geschichten oder noch ehrlicher: Ihre immergleichen Affärengeschichten interessieren Dich nicht.
Aber wie verhältst Du Dich, du zeigst Dich interessiert, Dich freut es, dass Du ihr Berater und Ratgeber bist, setzt selbst keine Grenzen oder bist ehrlich und regst Dich jetzt ehrlich in einem Forim auf, dass ihre Probleme, Fragen und Bitte um Trost und Zuspruch, nicht zu einer für Dich angenehmen Zeit kommen?
 
  • #4
Ich empfinde ihr Verhalten als toxisch. Jeder Freund kann mich gerne Tag und Nacht wegen "echter" Probleme anrufen, wie Krankheit, Unfall etc. Aber seriously, wegen einer Affäre?
Liebe Pommesbude (cooler Nickname :) )
Also, "toxisch" finde ich generell ein Unwort, weil es sehr vage ist und im Prinzip auf alles mögliche angewendet werden kann. Vor allem finde ich es schwierig, weil es einseitige, sehr wertende Schuldzuweisungen mit sich trägt.
Nun, zum Problem mit der Freundin.
Dein Ärger ist absolut nachvollziehbar. Du bist im Stress und merkst, dass deine Freundin nicht auf Empfang ist und um ihre eigenen Probleme kreist.
Aus der Perspektive der Freundin wiederum sieht es anders aus.
Ich bin verständnisvoll, versuche, ihr andere Standpunkte in puncto Selbstwert aufzuzeigen, sage auch mal "vergiss ihn" oder noch deutlichere Worte. Unsere Gespräche drehen sich somit sehr häufig um sie.
Du hast deiner Freundin sehr lange Verständnis gezeigt und mit diesem Verständnis rechnet sie ergo weiterhin. Sie empfindet dich wohl als sehr starke Frau und hat den Eindruck, dass du dein Leben mehr im Griff hast, als sie. Daher sucht sie bei dir auch Halt - und den bekommt sie bislang auch immer. Es gibt für sie daher keinen Anlass zu glauben, dass sie ihr Verhalten dir gegenüber dringend ändern sollte. Zudem hast du ihr selbst gesagt, du seist gespannt, wie es mit dem neuen Mann weiter gehe - und sie solle dich auf dem Laufenden halten! Woher soll nun die Freundin wissen, wann bei dir "Ende der Fahnenstange" ist und dir der Geduldsfaden reisst?
Du sagst ja selbst auch, für "echte" Probleme seist du Tag und Nacht erreichbar. Das spürt man offensichtlich. Aus Sicht der Freundin ist das mit der Affäre nun mal ein echtes Problem, daher überschreitet sie aus ihrer Sicht auch nicht wissentlich eine Grenze.
Was die Freundin wissen und tun sollte mit den Männern, das ist nun ihr Problem. Deine Aufgabe ist es, in Zukunft einen klareren Rahmen abzustecken. Was kannst und willlst du für andere leisten und was nicht? Und dass du das klarer kommunizierst.
Hättest du statt "Halte mich auf dem Laufenden" vielleicht gesagt, "liebe Freundin, es tut mir leid aber ich kann aktuell nicht da sein für dich, da ich beruflich viel Stress habe. Kann ich dich nächste Woche mal anrufen?" dann hätte es vielleicht anders ausgesehen.
Lieben Gruss von einer, die auch mit Grenzsetzungen zu kämpfen hat.
 
  • #5
Das hält sie trotzdem nicht davon ab mir ausführlich davon zu berichten, was nun mit Affäre x oder y komisch läuft, und mich um Rat zu fragen. Ich bin verständnisvoll, versuche, ihr andere Standpunkte in puncto Selbstwert aufzuzeigen, sage auch mal "vergiss ihn" oder noch deutlichere Worte. Unsere Gespräche drehen sich somit sehr häufig um sie.
Das ist keine Freundschaft ....

Warum gerät sie von einer Affäre zur nächsten? Weil sie den Unterschied zwischen einer gesunden und einer ungesunden Beziehungen nicht zu kennen scheint und das spiegelt sich auch in den Freundschaften dieser Menschen wider.

Immer wenn ich Frauen kennengelernt habe, die großes Pech in der Liebe hatten, empfand ich diese als schreckliche Freundinnen: egozentrisch, in Selbstmitleid schwelgend, missgünstig, auf Männer fixiert, zu emotionalen Abhängigkeiten neigend usw.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Menschen keine Hilfe wollen, sondern jemanden suchen, der mit ihnen in ihrem Elend sitzt. Wenn es ihr gut gehen würde, würde sie sich wohl nicht halb so viel bei dir melden.

Und da muss man für sich irgendwann eine Grenze ziehen....
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #6
Sie ist geschieden und gerät von einer unglücklichen Affäre in die nächste mit Männern, die sie ganz offensichtlich ausnutzen, hat sich in der Hinsicht persönlich nie weiterentwickelt und ist sich ihrer Probleme auch bewusst.
Sie ist sich leider über die Ursache dafür nicht bewusst, denn sie ist die Ursache, mit ihr kann man das machen!
Das hält sie trotzdem nicht davon ab mir ausführlich davon zu berichten, was nun mit Affäre x oder y komisch läuft, und mich um Rat zu fragen. Ich bin verständnisvoll, versuche, ihr andere Standpunkte in puncto Selbstwert aufzuzeigen, sage auch mal "vergiss ihn" oder noch deutlichere Worte. Unsere Gespräche drehen sich somit sehr häufig um sie.
Ich hätte ihr längst gesagt, du kannst dich mit mir über alles unterhalten, aber bitte nicht mehr über ständige Wiederholungen von komisch laufenden Affären, da mache ich nicht mehr mit, Punkt!
Zuletzt erzählte sie mir per WhatsApp-Sprachnachricht von einem neuen Mann und ich reagierte kurz (auch per Sprachnachricht), da ich gerade super eingespannt mit dem Job bin. Ich meinte neutral, ich sei gespannt, wie es mit beiden weitergeht, sie solle mich auf dem Laufenden halten. (Ehrlich gesagt klang alles nicht gut mit ihm, aber ich hatte keine Zeit und auch keinen Elan sie weiter zu beraten.)
Ich würde solche ständigen Spiele nicht mitspielen!
Ich hätte das Telefon nicht abgenommen, man kann solche Spiele nur mit Menschen machen, die es mt sich machen lassen!
Das hat für mich eine Grenze überschritten. Sie weiß genau, wie beschäftigt ich momentan bin und dass ich vermutlich nicht um 2 Uhr ans Handy gehe. Ich denke, dass ich nicht wegen ihrer 10. gescheiterten Affäre mir die Nacht um die Ohren hauen kann und generell bereits viel zu viel Zeit meines Lebens damit verbracht habe, ihr mit ihren Liebesproblemen ein Ohr zu bieten.
Warum sagst du ihr das nicht so deutlich, wie uns hier?
Sollte man nicht mit Ü40 sein Leben so weit im Griff haben, dass man beruflich sehr eingespannte Freundinnen nachts nicht wegen einer Affäre anruft, die offensichtlich nie eine Zukunft hatte?
Du solltest ihr das direkt und unmissverständlich sagen!
Ich empfinde ihr Verhalten als toxisch. Jeder Freund kann mich gerne Tag und Nacht wegen "echter" Probleme anrufen, wie Krankheit, Unfall etc. Aber seriously, wegen einer Affäre?
Das sehe ich genauso, ich würde keine Kontakte halten, mit DOCSIS veranlagte Menschen! Sie weiß halt, dass sie es mit dir machen kann! 😎😞
 
  • #7
Naja, offensichtlich war es deiner Freundin sehr wichtig. Prinzipiell denke ich dass "sein Leben im Griff haben" so eine Sache ist. Manche schaffen es eher, andere später und wieder andere auch nie. Das muss nicht zwingend was mit dem Alter zu tun haben.
Aber ich bin auch der Kummerkasten vom Dienst und werde bei Problemen immer von meinen Freunden angerufen und hab mir auch schon die ein oder andere Nacht mit Belangen meiner Freunde um die Ohren geschlagen und bin immer für alle da.
Allerdings bin ich eher so, dass ich mich wenn es mir wirklich sehr schlecht geht, zurückziehe und niemanden damit behelligen möchte und praktisch abtauche. Da hab ich mir auch schon, wenn dann raus kam was bei mir los war, den einen oder anderen Rüffel abgeholt, weil ich mich nicht gemeldet habe und das alleine auf die Reihe bekommen wollte.
Daher habe ich wenige sehr gute Freunde, die ziemlich schnell merken, wenn etwas bei mir nicht in Ordnung ist und mich dann kontaktieren.

Spreche mit deiner Freundin und sag ihr, wenn es dich stört, was dich genau warum stört und setze Grenzen, die sie einhalten soll.

w33
 
  • #8
Wenn sie dich dauernd anrufen würde, könnte ich deinen Unmut und deine Frust verstehen. Allerdings bei zwei mal im Jahr ist es noch ok und zu verkraften.
 
  • #9
Sie denkt nicht, dass sie dich stört, weil du dich nicht authentisch verhältst, sondern es mit dir machen lässt und erwartest, dass sie weiß, wo deine Grenzen liegen. Da du die Grenzen nicht kommunizierst, kann es theoretisch immer so weitergehen. Du erklärst UNS im Forum, wo deine Grenzen liegen, nicht ihr. Ich war früher auch so. Bin froh, dass ich nicht mehr der seelische Mülleimer bin und dass ich verstanden habe, dass es Menschen wie deine Freundin nicht böse meinen, sondern so weit gehen, bis man ihnen eine Grenze setzt. Was man ja auch von dir als erwachsene Freundin erwarten kann. W, 34
 
  • #10
Hallo,

ich denke, deine Freundin wünscht sich sehr einen neuen Partner und nur, weil sie schon 42 Jahre ist heißt das ja nicht, dass sie keine Gefühle mehr hat. Grundsätzlich darf man in jedem Alter solche Gefühle haben und sie möchte das gerne mit dir teilen, weil sie sich das von der Seele reden möchte.

Andererseits kann ich dich auch gut verstehen, wenn sie dich stets wegen diesem Thema kontaktiert. Und so einen nächtlichen Anruf finde ich persönlich ebenfalls sehr übertrieben.

Hast du ihr denn schon mal gesagt, dass du gerade viel um die Ohren hast? Und ihr nicht ständig beistehen kannst, weil du noch ein eigenes Leben hast? Wenn dir das zu viel ist und dir etwas an der Freundschaft liegt, mach ihr den Vorschlag, dass sie dich 1x in der Woche (oder so) über ihre Liebeleien informieren kann und sag ihr klar und deutlich, dass du deswegen nicht mitten in der Nacht angerufen werden möchtest.
 
  • #11
Das ist für mich gar keine Frage des Alters. Ich verstehe schon, was Du meinst, aber ich würde nie eine Altersgrenze setzen, was Affären und Kummer deswegen angeht. Manche machen die Erfahrung früh, manche spät, manche nie.
Rücksichtsloses Verhalten, egozentrisches Verhalten ist jetzt auch keinerlei Altersfrage.

Aber ich finde auch, dass Du deutlicher sagen hättest sollen, dass sie Dich damit in Ruhe lassen soll. Vielleicht setzt Du auch generell nicht so wirklich Grenzen?

Die Botschaft, dass Du wissen willst, wie es weitergeht, und Deine allgemeine Haltung, dass man Dich bei "echten" Problemen auch nachts anrufen kann, ist für mich NICHT so formuliert, dass jemand, der emotional gerade ausm Häuschen ist, denkt, er sollte Dich jetzt nicht zutexten, weil Du seine Probleme als nicht sooo was Wichtiges betrachtest.

Jeder Freund kann mich gerne Tag und Nacht wegen "echter" Probleme anrufen
Und Du entscheidest, was ein "echtes" Problem ist für Deinen Freund. Da liegt ja überhaupt der Fehler im Gesamten. Ihr habt keine Augenhöhe in eurer Freundschaft.

Ein Freund bewertet das Problem des anderen nicht. Und ein Freund ruft seinen Freund auch nicht nachts an, ohne mal daran zu denken, dass der Zeitpunkt gerade schlecht ist. Wenn sie so emotional ist, war es für sie vielleicht ein wirklicher Notfall.

War das von Anfang an so oder wart ihr mal gleichauf und Du hast Dich weiterentwickelt?
Mal einfach so gefragt: Sind Deine Freundschaften generell so, dass Du die Ratschläge gibst und Deine Freunde Dir keine geben? Dass es in Gesprächen meist um deren Probleme geht und Du keine hast oder Deine allein löst?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
Liebe Fs,

ich muss ehrlich sagen, dass in Deinem Text Du auf mich egozentrischer und unsympathischer wirkst als Deine Freundin. Du scheinst Probleme damit zu haben, Grenzen zu setzen und wertest dabei andere als toxisch ab.

Mal ehrlich, ist sie noch Deine Freundin? Verstehe mich nicht falsch, es ist okay, wenn Freundschaften in die Brüche gehen. Dann soll man aber nicht mehr so tun, als wäre es eine große Freundschaft.

Eine Scheidung ist ein großer Bruch im Leben. Da kann frau schon mal ins Wanken kommen. Du siehst, dass es in ihrem Leben seit längerem nicht rund läuft. Für Dich ist das aber kein Grund, häufiger als 1-2 Mal im Jahr persönliche Treffen mit der Person zu wollen, die angeblich Dein Freund ist.

Wenn ich richtig lese, hast Du die 3 nächtlichen Anrufe sowieso verpasst. Du bist also in Deiner Nachtruhe nicht gestört worden. Was ist dann Dein Problem?

Auf mich wirkt es so, dass Du es nicht schaffst, Dich abzugrenzen.
Du musst nicht 24/7 für sie erreichbar sein. Du musst nicht das x. Mal Deinen Kommentar zu einer Männergeschichte geben. Du musst nicht auf jeden Anruf reagieren.
Wenn Du Deine Grenzen setzen könntest, sagst Du ihr einfach, dass Du nachts keine Anrufe annimmst und keine Lust mehr hast, Dich zum X. Mal wegen einer Affäre zu wiederholen.

Besonders unsympathisch wirkt auf mich der für mich vorgeschobene Hinweis, dass Du nur berufsbedingt nicht mehr in die "Freundin" an Zeit, Energie etc. investieren könntest.
 
  • #13
Deine Haltung zu ihr finde ich nicht freundschaftlich, ehrlich gesagt. Sie macht ja in Deinen Augen viel falsch mit den Männern, Du hörst Dir in dem Glauben, es käme was an, alles an und gibst Ratschläge, und dann bewertest Du auch noch, wie unreif sie ist, weil sie Dich vielleicht auch echt damit nervt.
Sie sieht das, was Du sagst, auch ein für den Moment, und wenn ihr auflegt, hält das vielleicht noch zehn Sekunden an und sie handelt doch wie immer, weil sie gar nichts umsetzen kann, was Du ihr sagst.

Wenn ihr euch schon so lange kennt (ich vermute, über 15 Jahre), denke ich, dass Du Dich einfach weiterentwickelt hast und sie festhängt. Zumal sie ja schon lange keinen wirklichen engen Kontakt zu Dir hat, auch wenn ihr oft kommuniziert. Ich meine das sich echt verbunden fühlen und nicht nur das häufige Kommunizieren miteinander.

So von außen würde ich sagen, dass die Freundschaft nicht mehr wirklich zu Dir passt. Das soll natürlich nicht heißen, dass Du sie fallenlassen sollst.
Aber irgendwie muss ja mal eine Grenze gesetzt werden und das Ungleichgewicht fängt ja normalerweise doch irgendwann an zu nerven, weil man immer wieder dasselbe sagt und weil es leider auch fast immer nur um die Probleme des anderen geht. Ich hatte mal so eine Bekannte, zu der ich nicht "nein" sagen konnte. Die hörte mir nicht mal einen Satz zu. Sie ignorierte einfach, was ich sagte und redete wieder über sich. Völlig in ihrer Problemwelt gefangen.

Ihr seid ja nun schon lange befreundet. Das Grenzensezten ist die schwierigste Sache in so einem Fall überhaupt, ihr mögt euch und sie ist ja vermutlich abhängig davon, dass Du ihr zuhörst und Mut zusprichst und sie wieder aufbaust mit dem Reden über Selbstwertgefühl usw., aber Du kannst das ja nicht übernehmen, dass sie da hin kommt.
 
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  • #14
Ich habe solche Situationen wie folgt geregelt

Ich überlege was mich mehr anstrengt, nachts ans Telefon zu gehen oder einer Freundin nicht beizustehen.

Wenn meine nachts anriefen wäre Holland in Not und ich hätte Mühe nicht dran zu gehen.
Würde ich es erst morgens lesen, ich würde sofort anrufen

Bei einer früheren Bekannten habe ich das später nicht meht getan
Aber eine Nachricht mit Termin gemacht
Mich nämlich dann zu melden, wenn ich auch wach bin und genug Zeit habe.
Und das verbindlich

Bei Affäre 3 habe ich mir aber auch schon mal höflich eine Auszeit genommen
Du es strengt mich an schon beim zuhören, wie schwer muss es für dich sein.
Nur wenn du nicht auf Abstand gehen möchtest, ist es deine Sache...ich brauche den Abstand aber.
Denn es geht ja irgendwie immer um einen Mann und nicht wirklich um Dich.

Das hat geklappt und ihr sogar geholfen

Es liegt an Dir Grenzen zu setzen
Deine Freundin ist seelisch durch, die denkt nicht mal so weit, dass Du arbeitest etc also ist sie nicht dreist.
Grenzenlos...deshalb können auch alle Männer über ihre Grenzen

Allerdings hättest Du auf die Deinen gut aufgepasst, wärst Du jetzt nicht so sauer und genervt

Es sind hier an der Situation für mich beide beteiligt
 
  • #15
Das hat für mich eine Grenze überschritten.
Das wäre mir auch zu viel. Ich finde, du siehst das vollkommen richtig.
Du bist nicht ihre Rund um die Uhr Betreuerin.
Vielleicht war sie ja betrunken. Bist du sicher, dass sie kein Alkoholproblem hat?
Ich würde ihr klar sagen, dass sie jetzt mal genauer hinsehen soll, wen sie da datet, damit sie dich in Zukunft nicht mehr heulend Nachts aus den Federn reißt. Weil das zu weit geht. Sie kann dich gerne tagsüber um Rat fragen.
Das würde die Grenze schon klar aufzeigen.
 
  • #16
Sollte man nicht mit Ü40 sein Leben so weit im Griff haben, dass man beruflich sehr eingespannte Freundinnen nachts nicht wegen einer Affäre anruft, die offensichtlich nie eine Zukunft hatte?

Abgesehen davon, dass mein Telefon nicht neben dem Bett liegt, finde ich solche Anrufe nachts auch unpassend. Ja, man sollte sein Leben mit 40 im Griff haben, trotzdem kann jedem von uns mal etwas schiefläuft.

Bedenklich finde ich hier, wenn eine erwachsene Frau von einer glücklosen Affäre in die nächste taumelt. Deine Freundin ist offensichtlich wahllos und lernt nicht dazu. Und natürlich ist es toxisch, andere dauernd damit zu belästigen...
 
  • #17
Sollte man nicht mit Ü40 sein Leben so weit im Griff haben, dass man beruflich sehr eingespannte Freundinnen nachts nicht wegen einer Affäre anruft, die offensichtlich nie eine Zukunft hatte?

Ja, natürlich. Volle Zustimmung.

Ich hatte letztes Jahr einen ähnlichen Fall; ein Tinder-Date. Wir hatten uns zunächst auf F+ geeinigt; sie dabei eher widerstrebend. Die F+ beendete sie, weil sie doch lieber eine Beziehung gehabt hätte. Soweit normal.

Drei Tage später kontaktiert sie mich wieder. Nein, ich will immer noch keine Beziehung. Daraufhin blockiert sie mich, um mich wenige Wochen später wieder zu kontaktieren. Abermals Streit und Blockade. Derartige Zyklen gab es zwei oder drei. Ich mochte sie schon auch, sonst hätte ich mich nicht so nerven lassen.

Daraufhin war ein ca. ein halbes Jahr Funkstille, bis sie wieder auftauchte. Zwischenzeitlich hatte sie eine Beziehung. Erneut beginnt das Gequengel, steigert sich aber nunmehr in eine gewisse Lamoryanz. Ich solle doch auf ihre Vorerkrankung (trockene Alkoholikerin) Rücksicht nehmen. Als ob ihr früheres Säufertum mich zu einer Beziehung verpflichten würde.

Diesmal habe ich sie blockiert. Hoffe, es ist jetzt Ruhe. Sie wohnt aber im gleichen Stadtteil 😕

Eine Andere vor ein paar Jahren hat mich nachts des öfteren aus dem Schlaf telefoniert. Ich hatte zu der Zeit mein Handy auf dem Nachttisch aktiviert liegen, wenn meine gerade erst volljährigen Töchter am Wochenende bei mir übernachtet hatten und auf Piste gegangen sind. Ich wollte für sie immer erreichbar sein. Meine Ex-Frau, deren Mutter, wohnt zu weit außerhalb, ich in der Stadt, weshalb die Töchter Präferenz für mich als Basisstation hatten. Ich habe mir daraufhin ein Dual-Sim-Handy zugelegt. Dates kriegen nur noch die Zweitnummer, welche ich in den Einstellungen separat deaktivieren kann. Die Erstnummer kriegt nur noch, wer nach Langzeitbeobachtung auf Herz und Nieren geprüft ist.
 
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  • #18
Hallo liebe FS,

toxische Menschen sind nicht nur in Partnerschaften toxisch. Ihr Verhalten wirkt sich auch auf ihr sonstiges, soziales Umfeld bzw. ihre Beziehungen aus: Auf Eltern, Kinder, Freunde, Arbeitskollegen. Als Arbeitskollege hat man immer die Möglichkeit solchen Menschen aus dem Weg zu gehen und wenn, dann auf einer beruflichen, sachlichen Ebene zu kommunizieren und sich nicht auf die private Ebene herabreißen zu lassen. Als Freund und Verwandte ist das schon schwierger. Sicherlich kann man den Kontakt abbrechen, die Gesprächsbasis ist aber ja eine andere.

Wie siehst du dich selbst bei ihr? Bist du ihr Anker, ihre "Therapeutin", ihre Kummerkastentante, ihr Müllabladeplatz? Ein bisschen beschreibst du das so. Sowas zieht IMMER Energie. Deine Freundin ist also eine erhebliche Energieräuberin. Toxische Menschen rauben Energie, sie geben keine. Meistens dreht sich das Gespräch bei solchen Menschen immer um sie. Sie haben an anderen gar kein Interesse.
Ich hatte auch mal so eine Freundin. Sie war in einem meiner Modulkurse. Angehende Psychologin mit einer Borderlinestörung und einer PTBS. Ich fand sie zu Anfang nett, ich kannte sie auch noch nicht so gut. Doch je mehr ich sie kennenlernte, desto toxischer empfand ich sie. Ständig sollte ich zu ihr kommen, meine Wohnung hat sie nie gesehen. Sie beschwerte sich ständig über andere, über ihr grausame Mutter, über ihr Leben. Sie hatte bereits drei Ausbildungen abgebrochen und lebte mit Mitte Zwanzig noch zu Hause. Verteufelte die Kirche, hatte magisches Denken und ist im übrigen jetzt ganz eifrig in einer Pfarrerei tätig.
Ich reflektierte dann recht schnell wie ich mich nach unseren Treffen fühlte: Ausgelaugt. Ihr das zu sagen war nicht einfach, zumal durch die BPS ihre Reaktion auch ziemlich heftig ausfiel, was mir schon klar war. Doch danach fühlte ich mich befreit. Ich weiß, dass das damals natürlich auch viel mit mir selbst zu tun hatte. Warum ich sie mir (wenn auch unbewust) ausgesucht habe. Selbstreflektion schärft deine Sinne für weitere, toxische Menschen, die dein Leben kreuzen werden.
Toxische Menschen sind im übrigen auch sehr oft toxisch zu sich selbst: Deine Freundin scheint so ein Mensch zu sein, denn sie weiß ja, dass Affären ihr nicht gut tun. Sie macht es aber trotzdem.

Ich würde ihr zu einer Therapie raten und würde dann den Kontakt abbrechen. Du merkst ja, dass sie dir überhaupt nicht gut tut. Was ziehst DU aus den Treffen? Gebraucht zu werden? Das wäre auch ein weiterer Punkt für Selbstreflektion.

Alles Gute!

w.,34
 
  • #19
Liebe Pommesbude,
was ein schönes Pseudonym! :)
Ganz schwierige Sache. Ich verstehe Dich vollkommen. Wenn man total Sterss im Job hat, ist das eigentlich ein nogo.
Andererseits denke ich, Freunde sollten zu jeder Zeit füreinander da sein. Ich finde, dass es dabei unerheblich ist, was der Grund ist. Für sie ist das eben ein "echtes" Problem und mit entsprechend viel Leid verbunden.
Wie hat sie sich denn in der Vergangenheit Dir gegenüber verhalten? War sie immer present und hat Dir zur Seite gestanden? Wenn das der Fall wäre, würde ich ihr auch bei ihren Affären zur Seite stehen. Es ist für sie sicher auch in Anbetrecht der vielen gescheiterten Beziehungen extrem schmerzhaft.
Also, wenn ich Du wäre, würde ich halt das Telefon aus dem Zimmer verbannen, wenn ich einen extrem stressigen Tag hatte und dann am nächsten Tag gleich zurückrufen. Und wenn es eine Ausnahme und nicht die Regel wird, finde ich es auch o. k.. Aber bitte nicht falsch verstehen. Ich verstehe Deine Seite natürlich auch vollkommen. Ich habe aber Menschen in meiner Umgebung an Liebeskummer schon fast zugrunde gehen sehen. Daher sehe ich es auch als ein sehr schlimmes Problem.
 
  • #20
Du denkst sowas, aber sagst und handelst anders. Du hast ihr jahrelang suggeriert, du bist für sie da, jederzeit, ihr seid beste Freundinnen. Hast immer ein offenes Ohr und schreibst ihr auch noch

Das hatte ich glatt noch vergessen zu erwähnen: Du kommunizierst nicht klar und ehrlich mit ihr. Du sagst etwas, was du gar nicht so meinst! Warum machst du das? Um sie nicht zu enttäuschen oder sie nicht vor den Kopf zu stoßen? Weil du insgeheim doch irgendwie die Rolle der Helfenden magst? Was ist mit DIR? Warum übergehst du, wie oben schon gesagt, deine eigenen Grenzen? Stichwort: Selbstachtsamkeit!
 
  • #21
Sollte man nicht mit Ü40 sein Leben so weit im Griff haben, dass man beruflich sehr eingespannte Freundinnen nachts nicht wegen einer Affäre anruft, die offensichtlich nie eine Zukunft hatte?
Wie andere schon schrieben, ist es einerseits auch dein Versagen die richtigen Grenzen zu setzen....ich war mal mit meiner wirklich besten Freundin in der gleichen Situation, die mich 2 Jahre vollheulte, weil sie sich nicht zwischen Affäre und Ehemann entscheiden konnte. Zwei Jahre habe ich zugehört, obwohl ich selbst in Therapie war.
In dieser Therapie habe ich dann auch gelernt wie man Grenzen kommuniziert, und merke seitdem rechtzeitig, wenn mir eine Freundin zu viel wird und mich als Mülleimer benutzt.
Was aber, im Gegensatz zu meiner Geschichte bei dir anders ist, dass du sie extrem abwertest! Du findest ihr Leben, ihre Probleme bedauerlich und nimmst sie nicht ernst. Das kannst du natürlich, aber dann zu sagen, du willst ihr helfen und dein offenens Ohr anbieten, ist widerlich, klingt fast als würdest du dir die Dinge anhören, um festzustellen, wie großartig dein Leben im Gegensatz ist...
Meine damalige Freundin fing dann auch an, mich fertig zu machen, und meine Probleme als nieder zu betrachten, damit war es vorbei für mich.
Wenn du also ehrlich zu dir und ihr bist, sehe ich dort (aktuell) keine Freundschaft auf Augenhöhe...
Ich hätte mir übrigens starke Sorgen gemacht, wenn mich meine Freundin nachts drei Mal anruft, wer weiss wie die drauf ist und ob sie kurz davor ist, sich was anzutun...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #22
Das hat für mich eine Grenze überschritten. Sie weiß genau, wie beschäftigt ich momentan bin und dass ich vermutlich nicht um 2 Uhr ans Handy gehe. Ich denke, dass ich nicht wegen ihrer 10. gescheiterten Affäre mir die Nacht um die Ohren hauen kann und generell bereits viel zu viel Zeit meines Lebens damit verbracht habe, ihr mit ihren Liebesproblemen ein Ohr zu bieten.
Statt mit uns zu diskutieren, solltest du deinen eigenen Grenzen vertrauen und freundlich nein sagen lernen.
Eine Freundin von mir war verhielt sich ganz ähnlich.
Was soll ich sagen....eines Tages war ich so genervt, dass mir klar war es geht so nicht weiter.
Also sagte ich ihr in einer ruhigen Stimmung, dass diese Themen unsere Freundschaft belastet und ich über den gewissen Herrn x nichts mehr hören will.
Sie hat es zum Glück mitgemacht und wir sind heute noch gut befreundet.
 
  • #23
Also sagte ich ihr in einer ruhigen Stimmung, dass diese Themen unsere Freundschaft belastet und ich über den gewissen Herrn x nichts mehr hören will.
Sie hat es zum Glück mitgemacht und wir sind heute noch gut befreundet.
Finde ich ein super Beispiel, toll dass euch das gelungen ist.
Meiner Erfahrung nach ist Liebeskummer, sind Beziehungen zu Männern, oftmals die Themen, die Frauen am meisten belasten. Sie merken nicht, wie langweilig es inzwischen für das Umfeld ist, sich das (von aussen betrachtete!!) Drama mit reinzuziehen. Denn für sie selbst ist es ja das Spannendste und Unvorhersehbarste auf der ganzen Welt.
Angehende Psychologin mit einer Borderlinestörung und einer PTBS. Ich fand sie zu Anfang nett, ich kannte sie auch noch nicht so gut. Doch je mehr ich sie kennenlernte, desto toxischer empfand ich sie.
Das finde ich eben das Schwierige an dem Wort "toxisch": Es ist enorm abwertend. Menschen, die andere stören, Atmosphären "vergiften" und Grenzen überschreiten, können es oft nicht besser.
Ich sage nicht, man muss sich mit solchen Menschen anfreunden! Aber man sollte anerkennen, dass diese Menschen unsere Verachtung nicht zwingend verdient haben und dass sie auch ihr bestes geben.
Wenn die Person nicht gerade komplett bösartig manipulativ drauf ist, muss man sich oft auch den eigenen Anteil gestehen, dass eine Beziehung "toxisch" wurde. Indem man beispielsweise unauthentisch, übermässig verständnisvoll und gewährend war, obwohl die Bilanz schon längst nicht mehr gestimmt hat. Oder indem man die Bedürfnisse des anderen überhört hat.
Damit möchte ich die Herausforderung, mit solchen Menschen klar zu kommen, auch nicht klein reden. Ich selber gehe auch nur enge Freundschaften mit Menschen ein, denen ich nicht allzu viele Grenzen setzen muss, weil alles andere einen ungünstigen Lauf nimmt.
 
  • #24
Also sagte ich ihr in einer ruhigen Stimmung, dass diese Themen unsere Freundschaft belastet und ich über den gewissen Herrn x nichts mehr hören will.
Sie hat es zum Glück mitgemacht und wir sind heute noch gut befreundet.
Das ist toll, dass Dir das so gut geglückt ist. Ich habe mich leider auch schon oft in der Rolle des Kummerkastens wiedergefunden, da ich keine Grenzen setzen konnte. Ich dachte wie selbstverständlich, es sei als Freundin meine Pflicht, mir alles anzuhören. Leider ist das ja auch immer eine neverending Story... Meistens ist dann irgendwann irgendwas vorgefallen, wodurch die Freundschaft mit einem riesigen Knall vorbei war. Ich hatte auch nie viele Freundschaften, wahrscheinlich weil ich nicht authentisch sein konnte (wie die FS). Das liegt aber nicht an einem böswilligen Verhalten, sondern weil man keinen vor den Kopf stoßen will und Rückzug fürchtet... Ich hätte zum Beispiel stets Angst, dass mir mein Gegenüber es übel nimmt und sich zurück zieht bis zur Aufkündigung der Freundschft, wenn ich sage „Du ich habe keine Lust mir das anzuhören!“ oder sowas passiert:
Ihr das zu sagen war nicht einfach, zumal durch die BPS ihre Reaktion auch ziemlich heftig ausfiel, was mir schon klar war.

Darum frage ich mich, ob andere Foristinnen, die hierzu raten, diese Angst nicht kennen oder sie in dem Moment einfach überwinden.

w32
 
  • #25
„Du ich habe keine Lust mir das anzuhören!“
Das kann ganz schön hart rüberkommen.

Mir hat das - so ähnlich - mal eine Bekannte gesagt. Für mich war das schlimm, aber ich habe es mir nicht anmerken lassen. Mit dieser Bekannten gibt es nur noch oberflächlichen Smalltalk, und das eher selten.

Zurückweisung kann viel kaputt machen - zumal ich darauf achte, nicht "zu nerven". Trotzdem kann das mein Gegenüber natürlich ganz anders wahrnehmen.

Grenzen ziehen kann schwierig sein - wenn man niemanden verprellen möchte.
 
  • #26
Darum frage ich mich, ob andere Foristinnen, die hierzu raten, diese Angst nicht kennen oder sie in dem Moment einfach überwinden.

Doch ich kenne das. Mein Selbsterhaltungstrieb ist aber am Ende größer und mit jedem Mal Grenzen setzen wird es leichter, man stärkt sich selbst den Rücken.

Ich hab erst Anfang letzten Jahres eine Freundschaft beendet, das war schwer. Sie war offensichtlich in einer sehr schwierigen Lebensphase und ich wollte sie nicht verletzten, aber ich musste eben noch mehr darauf achten, nicht selbst verletzt zu werden.
Es ist halt schwer, weil man, je länger man mit klaren Ansagen wartet, der Respekt vor der anderen Person immer mehr verloren geht.
 
  • #27
Darum frage ich mich, ob andere Foristinnen, die hierzu raten, diese Angst nicht kennen oder sie in dem Moment einfach überwinden.
Es ist wie @HOMESTAR, #28 schreibt, es fängt im Kleinen an, erst der Finger, dann die Hand und plötzlich ist der Arm ab. Eine Freundschaft ist das am Ende nicht mehr, weil derjenige der den Arm will, zuvor leichten Weges und mit deinem Einverständnis über deine Grenzen ging und dann selbstverständlich mit Unverständnis darauf reagiert, wenn bei Dir der Deckel plötzlich zu ist und es dann knallt, weil es dann meist heftig knallt. Man sollte sich immer selbst Bedenkzeit geben, was will ich und es gleich kommunizieren, dann merken andere, dass sie es nicht mit dir machen können und halten deine Grenzen ein. Du wirst dann ernstgenommen, weil sie nach der ersten und zweiten Frage, dann wissen, da geht es nicht weiter und dann probieren sie es nicht wiederholt die Grenze auszutesten. Funktioniert nur für neue Kontakte, andere werden deine Grenzen, die Du selbst nicht gewahrt hast, immer austesten, weil sie wissen Du machst und man bekommt Dich mit deinen Ängsten, Schuldgefühlen, Du warst ja früher anders, und Diskussionen rum. Und auch @HOMESTAR recht geben, um so ehrlicher man Nein sagt, oder seine Bedingungen stellt, z.B. eben nicht in der Nacht zu telefonieren, dazu steht und sich daran konsequent hält, führt dazu, dass es einem später immer leichter fällt zu sich zu stehen. Und auch wenn man zu sich steht, wird es Freundschaften geben, halt bessere, wo beide dann die Grenzen respektieren, ansonsten gibt es die Freundschaft halt nicht.
 
  • #28
Vielleicht kurz zwei Geschichten (ich rede von Erstgesprächen und auch nicht von der 10. verflossenen Frau in Folge) zum Nachdenken:
Nachdem ich aus dem Haus meiner damaligen Freundin rausflog, nachdem sie mir mitteilte ich möge ausziehen, habe ich meinen damals zumindest aufgrund der Entfernung besten Freund kontaktiert. Ich erzählte den ganzen Abend von meinem "Schicksal", am nächsten Morgen (hab bei ihm netterweise übernachten dürfen), sagte er, er hätte Kopfschmerzen davon und ich möge damit aufhören.
Eine andere geglaubte (verheiratet keine anderen Themen) Freundin der ich oft half, rief ich an, sie sagte sie wolle das nicht hören. Später entschuldigte sie sich.
In beiden Fällen konnte ich innerlich nicht mehr zurück, ich konnte es nicht !, ich habe nie wieder mit ihnen über sowas geredet, ich habe mit ihnen überhaupt nie wieder persönlich was besprochen, ich empfinde auch keine Freundschaft mehr.
Nichtsdestotrotz verstehe ich das das hier abnervt, weil man sich ausgenutzt vorkommt und die Grundaussage: "Dafür sind Freunde da" längst nicht mehr passt. Ich kenne auch Facetten wie: Immer nur meldet sie sich wenn solche Probleme, wenn mit mit Männern zusammen auf Wolke 7 und ich bin raus.
 
  • #29
In beiden Fällen konnte ich innerlich nicht mehr zurück, ich konnte es nicht !
So habe ich das in meinem gestern beschriebenen Beispiel auch erlebt. Da kann was kaputt gehen. Es fühlte sich an, als würde gerade der Boden unter meinen Füßen weggezogen. Hinzu kamen die Grübeleien in den darauffolgenden Tagen: War ich nervig? Bin ich wirklich zu weit gegangen? Hätte ich mal lieber nicht ...

Ich habe es mir - wie so oft im Leben - nicht anmerken lassen, wie mich das getroffen hat, habe mich sogar entschuldigt. Die Bekannte meinte noch, das sei nicht nötig und ich hätte sie auch nicht genervt. Aber trotzdem ...
Smalltalk und Grüße zu Geburtstagen und Weihnachten - kann man machen. Mehr aber leider auch nicht ...
 
  • #30
Mal einfach so gefragt: Sind Deine Freundschaften generell so, dass Du die Ratschläge gibst und Deine Freunde Dir keine geben? Dass es in Gesprächen meist um deren Probleme geht und Du keine hast oder Deine allein löst?
Würdest du daraus ein generelles Ungleichgewicht ableiten ?
Ich denke, dass am Schluss sowieso jeder ganz alleine seine Probleme löst. Selbst wenn ich mich im Freundeskreis als Reflexionspartnerin anbiete und daher oft die erste Ansprechpartnerin bin, so haben mir deren Probleme nie das Gefühl gegeben „besser“ zu sein. Ich habe mich eher immer sehr mit ihnen gefreut, wenn sie Dinge für sich lösen konnten. Als „meine Leistung“ habe ich das nie angesehen. Ich habe nur zugehört, Fragen gestellt und meine Erfahrungen mit ihnen geteilt - die eigentliche „Leistung“ in Form der Lösung war immer ihr Verdienst.
Für sie ist das eben ein "echtes" Problem und mit entsprechend viel Leid verbunden.
Ich finde, dass der FS hier unrecht getan wird.
Sie ist eine Freundin und keine Therapeutin.

So wie ich es herausgelesen habe, hat sie zu Beginn viel Verständnis und Empathie für die Probleme ihrer Freundin aufgebracht - eine Menge Hilfestellung geliefert.

Es hat aber nicht gefruchtet und wurde nicht aufgenommen. Und da beginnt die Situation an zu kippen und ungesund zu werden. denn statt die Verantwortung für die eigene Situation zu übernehmen und etwas am Status quo zu ändern, scheint die besagte Freundin in eine Art „Wiederholungsschleife“ zu stecken, in die sie eben die FS hereinzuziehen versucht. Sicherlich mit keiner negativen Intention. Aber das ändert am Ergebnis für die FS nichts ...

Und an dem Punkt sollte einfach der Selbstschutz angehen. Am Ende ist auch keine Hilfe, wenn man jemanden immer wieder beim Jammern zuhört, weil man damit indirekt dessen Verhalten bestätigt und sich wenig ändern wird.

Ich habe selbst schon eine ähnliche Freundschaft hinter mir. Seit dieser Erfahrung bin ich achtsamer geworden, wenn ich Menschen kennenlerne und werde sehr hellhörig, wenn Leute sich selbst zu oft in der Opferrolle sehen; die bösen Kollegen, der verrückte Ex Partner, die bösen Männer/Frauen usw.

Zum einen weil diese Menschen sich potenziell als machtlos empfinden und daher kaum Interesse an Veränderungen haben, weil es ja immer in der Hand der anderen liegt. Und zum anderen neigen diese Menschen eben auch dazu, in anderen das zu sehen, was sie an sich selbst nicht sehen möchte 🤷🏻‍♀️

Und wenn ich die 10. Affäre beginne und auf ein Happy End hoffe, dann scheine ich halt nicht verstanden zu haben, dass das Ganze mehr mit mir zu tun hat, als ich aktuell bereit bin zu sehen. Aber da endet eben auch der Bereich der Freundschaft und beginnt der eines Therapeuten, weil das wohl nicht aus eigener Kraft geschafft werden kann. Und das zu kommunizieren, hilft der Freundin wesentlich mehr, als den Kummerkasten zu spielen.
 
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