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  • #1

Mitten in Scheidung und Lösung von Problemen, trotzdem Partnersuche?

Eine Trennung, Scheidung dauert ja in der Regel längere Zeit. Emotionale Bedürfnisse sind ja sogar gerade in dieser Zeit erhöht. Ist es wirklich unmöglich in dieser Zeit eine Partnerschaft aufzubauen? Ich bin 46 und will nicht noch weitere 4 Jahre oder mehr vergehen lassen. Die Probleme sind doch meist nur finanzieller Natur - auf dieser Ebene laufen ja fast alle Scheidungen ab. Gibt es keine erfolgreichen Partnerschaften, die in so einer Zeit entstanden sind? Immerhin fängt man in einer schwierigeren Zeit an. wie sind Eure persönlichen Erfahrungen, also geht meine Frage an die, die selber in einer solchen Zeit eine Bindung eingegangen sind. Von außen betrachtet kann man sicher nette Ratschläge geben aber ich möchte wirklich die persönlichen Erfahrungen erfahren.
 
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  • #2
Doch es gibt sie, ich / wir sind ein Bsp. dafür. Beide mehrere Monate bereits getrennt vom/von Ex, kennen- und lieben gelernt. Dann nach rd. 2 Jahren Beziehung bei beiden die Scheidung - bei ihm leider auch mit Höhen und Tiefen und Kriegserklärungen von Seiten seiner Ex - und wir sind nun, ein Jahr nach den Scheidungen noch immer sehr glücklich. Es geht, doch es müssen beide wollen, den anderen verstehen, auch mal unterstützen und stärken bzw. am Besten läuft die Scheidung natürlich freundschaftlich ab. (so war es bei mir, also nur 1 x Krieg)

Wünsche dir viel Glück, glaub nicht den vielen Postings, die dir weis machen wollen, getrennt lebende sind Menschen 2. Klasse und nicht wert, mit ihnen eine Beziehung zu beginnen. Es gibt überall solche Menschen und solche Menschen. Wünsche dir das Glück, das ich hatte für eine lange, liebvolle Partnerschaft!
 
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  • #3
Nein die Probleme sind nicht immer NUR finanzieller Natur. Mein Mann hat mich nach 12 Jahren betrogen und für mich kam dies sehr überraschend und es hat mich wie ein Blitz getroffen und ich hatte sehr sehr lange emotional daran zu arbeiten. Eirn neue Partnerschaft wäre für mich in dieser Zeit undenkbar gewesen.
 
  • #4
Die Erfahrung von Millionen Menschen zeigt, dass eine Partnerschaft dann besonders erfüllend, ebenbürtig und dauerhaft ist, wenn BEIDE Partner beim Kennenlernen ihre Altlasten verarbeitet haben und innerlich offen und bereit für eine neue Beziehung sind, wenn sie sich voll und ungeteilt auf ihren neuen Lebenspartner einlassen können und sorgenfrei und positiv in die Zukunft schauen.

Wer sich noch mit Wut, Hass, Sehnsucht, Ärger oder finanziellen, organisatorischen, formalen oder gar emotionalen Problemen aus der Vorbeziehung herumschlägt, ist eben nicht frei von Altlasten und trägt unbewusst oder gar bewusst diese Probleme in die neue Beziehung hinein -- indem er eben doch Kräfte und Ressourcen aus der neuen Partnerschaft abziehen muss und in die Aufarbeitung der vorigen Beziehung investieren muss, zum Beispiel Zeit, Mühe, Kummer, Geld.

Natürlich kommen auch MANCHMAL Partnerschaften unter Altlasten zustande, aber fast alle scheitern dann nach einiger Zeit. Da nützen auch keine wohlgemeinten Beteuerungen von "Ausnahmen von der Regel", die Du jetzt gerne hören würdest. Wer vorher selektiert, was er gerne hören würde, der will gar keine ehrliche, vollständige Antwort. Was nützen fünf positive Berichte, wenn es hunderte negative geben würde? Dir geht es doch um die realistischen Chancen, oder? Die sind ausgesprochen miserabel, aber positive Ausnahmen gibt es von fast jeder Regel.

Ich verstehe im übrigen nicht, warum Du jetzt schon weitere 4 Jahre einplanst. Dazu hätte ich gerne eine Erklärung! Normalerweise dauert die Trennungszeit ein Jahr und man kann rechtzeitig vor Ablauf des Trennungsjahres den Scheidungsantrag stellen. Wenn die Scheidung auch nur halbwegs einvernehmlich verläuft, dann kann man es wohl innerhalb von 12 Monaten Trennung mühelos (!) schaffen, alle organisatorischen, formalen und finanziellen Fragen einvernehmlich, endgültig und natürlich notariell beurkundet zu regeln. Wenn die Scheidung aber nicht einvernehmlich verläuft, dann sind alle Alarmzeichen gegeben, dass der fortwährende Ärger und Streit eben absolut gar keine Grundlage für eine neue Partnerschaft darstellt.

Für mich persönlich ist ein Getrenntlebender ein absoluter Ausschlussgrund und das geht sehr vielen Teilnehmern so, denn niemand möchte die Querelen mit dem Expartner miterleben, quasi eine fremde Scheidung durchstehen, sich mitärgern über Gier, Kosten, Probleme, Gerichtsverhandlungen, Anwaltschreiben und weiteren Kosten, Jammereien und Provokationen. Das sollte jedem erspart bleiben.


Mein Rat: Erledige Deine Scheidung so schnell wie möglich, baue Dir ein eigenes, zufriedenes Leben auf und dann suche aus dieser gesunden und konstruktiven Position heraus eine neue Partnerin. Alles andere führt ohnehin zu keiner dauerhaften Partnerschaft -- und Du willst doch sicherlich nicht noch mehr Trennungen erleben, oder?
 
  • #5
Ganz offensichtlich machen getrenntlebende Kandidaten erheblich mehr Ärger als solche ohne Altlasten. Dies zeigt sich klar in der unglaublichen Vielzahl von Threads zum Thema:

http://www.elitepartner.de/forum/umgang-mit-getrennt-lebenden.html

http://www.elitepartner.de/forum/getennte-bzw-geschiedene-maenner-problemmaenner.html

http://www.elitepartner.de/forum/tja-da-hat-man-das-gefuehl-einen-interessanten-mann-per-mail-kennengelernt-zu-haben.html

http://www.elitepartner.de/forum/welchen-eintrag-soll-ich-nehmen-um-nicht-von-vornherein-aus-dem-partnersuche-raster-zu-fallen.html

http://www.elitepartner.de/forum/ich-wollte-mich-ueberzeugen-bin-ich-zu-weit-gegangen.html

http://www.elitepartner.de/forum/haben-sie-nicht-daran-gedacht-dass-sie-die-getrennt-lebende-teilnehmer-nicht-aufnehmen-sollten.html

http://www.elitepartner.de/forum/ist-es-ueblich-nach-einer-scheidung-noch-trennungsunterhalt-zu-fordern.html

http://www.elitepartner.de/forum/kein-bild-keine-mail-denn-das-auge-isst-mit.html

http://www.elitepartner.de/forum/outing-nach-1-treffen-verheiratet-getrennt-lebend-statt-single-2-kinder-statt-keine.html

http://www.elitepartner.de/forum/getrennt-lebend-wie-verstehe-ich-das.html

http://www.elitepartner.de/forum/was-habt-ihr-fuer-gute-erfahrungen-bei-beziehungen-zu-getrennt-lebenden-gemacht.html

http://www.elitepartner.de/forum/was-haltet-ihr-vom-getrennt-lebend.html

http://www.elitepartner.de/forum/kommen-fuer-euch-bei-der-partnersuche-geschiedene-oder-getrennt-lebende-personen-in-frage.html

http://www.elitepartner.de/forum/ich-loesche-alle-getrennt-lebenden-bin-ich-zu-vorschnell.html

http://www.elitepartner.de/forum/ich-moechte-keine-getrennt-lebenden-vorgeschlagen-bekommen-geht-das.html

http://www.elitepartner.de/forum/zweit-ehen-halten-laenger.html

http://www.elitepartner.de/forum/schreibt-ihr-getrennte-an.html

http://www.elitepartner.de/forum/wieviel-zeit-braucht-man-eine-ehescheidung-zu-verarbeiten.html
 
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  • #6
Wieso dauert deine Scheidung noch 4 Jahre? Das scheint mir ungewöhnlich lange.

Dass du so lange nicht warten willst, kann ich verstehen - wenn es wirklich noch 4 Jahre sein sollten, was ich mir kaum vorstellen kann.

Für mich persönlich kommen Menschen, die noch in Trennung/Scheidung begriffen sind, als Partner absolut nicht in Frage; in meiner aktiven EP-Zeit habe ich getrennt Lebende von vornherein aussortiert. Getrennt lebend heisst nichts anderes als (noch) verheiratet. Das war für mich absolut tabu.

Allerdings bin ich eine Frau, vielleicht denken Männer darüber anders.
Du schreibst, emotionale Bedürfnisse seien in der Trennungszeit erhöht. Suchst du jemanden, der dich tröstet? Einen Trostmann? Das würde mich als Mann abschrecken, wenn es nicht schon der Familienstand "getennt lebend" wäre. Du hast recht, du erlebst eine schwierige Zeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in so einer Situation eine tragfähige Partnerschaft entwickeln kann.

Besser ist es, wenn du erst wirklich frei, emotional wieder gefestigt und ohne die Belastungen einer Scheidung und der damit verbundenen emotionalen und praktischen Probleme bist.

Mein Rat: erst die aktuellen Probleme lösen, deine Scheidung so schnell und sauber wie möglich durchziehen und dann auf Partnersuche gehen.

Trost und Hilfe und Rat suchst du dir in dieser schwierigen Zeit besser woanders: Familie, Freundinnen, dein Anwalt (Letzteren für die praktischen, juristischen Fragen, meine ich ...!); nimm jeden Beistand an, der sich dir bietet.
 
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  • #7
@3: Mein Partner wurde lange von seiner Frau betrogen und es traf ihn wie ein Blitz, als sie ihn rausschmiss, weil der NEUE einziehen sollte. Aber er hat es emotional geschafft! - auch Dank meiner Hilfe und Liebe! Menschen sind nicht nur Partner in guten Zeiten, sondern sollten auch in wirklich harten und schlechten Zeiten zueinander stehen und füreinander da sein. Doch das passt leider nicht in das ach so oberflächliche Weltbild einiger Unverbesserlicher. Bravo Frederika - danke für die tolle Auflistung!!! Fragt sich, wer hier vorgefertigte Meinungen hat und diese auch entsprechend verteidigt! Selbst wenn es nur fünf positive Berichte wären, diese zeigen aber, dass es wirklich möglich ist! Wenn ich alles schwarz sehe, kaufe ich auch nur schwarze Farbe, damit mein Weltbild nicht plötzlich bunt erscheinen kann.
 
  • #8
Für ledige Menschen sind getrennt lebende oder geschiedene Partner wahrscheinlich eher nicht geeignet. Das liest man auch immer wieder hier im Forum.

Wer selber eine Trennung/Scheidung hinter sich hat, sieht das i.d.R. etwas differenzierter.
In Deinem Alter haben ganz viele Männer ebenfalls eine längere Ehe/Beziehung hinter sich und sind auf der Suche nach einer neuen erfüllenden Partnerschaft.

Richtig ist, dass "Altlasten" nicht vorhanden sein sollten, damit man emotional frei für eine neue Bindung ist. Die Frage ist: Was sind Altlasten?
Mein Ex-Mann ist keine Altlast und die Unterhaltsfrage oder die Scheidungsverhandlung auch nicht. Diese Dinge beschäftigen mich nicht über Gebühr und belasten somit eine neue Beziehung nicht.
Wenn Du diese Belastungen ebenfalls nicht hast und auch den nötigen emotionalen Abstand zu Deinem Ex-Mann aufgebaut hast, bist Du sehrwohl in der Lage Dich auf eine neue Partnerschaft einzulassen.
 
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  • #9
zu #5)
Was, wenn man sich nicht an Familie und Freunde wenden kann, weil man keine hat oder sie keine Zeit/Geld zum Ausgehen haben oder sich das Gejammer nicht mehr anhören wollen. Anwälte und Psychologen können Beistand leisten, aber halt anderer/sachlicher Art.
Wenn man weiß, dass es einem allein durchs Verliebtsein, Abgelenktsein wieder wesentlich besser gehen wird, damit man die Altlasten rationaler und zügiger beseitigt, dann würde das schon viel helfen und man kann wieder in seiner alten Form aufblühen. In einer Beziehung gehört es sich, dass man dem Partner auch ein guter Freund ist und ihn tröstet und unterstützt. Es gibt halt Leute, die lieber auf Distanz gehen. Je länger man Single bleibt, desto mehr Probleme kriegt man mit sich selbst und wird irgendwann beziehungsunfähig. Es gibt normale, unvorbelastete Singles, die immensen beruflichen Stress haben und das auch mit in eine Beziehung reinnehmen würden. Kein Mensch kann gänzlich "sauber" für eine Beziehung sein.
Die Probleme würden sich relativieren oder sogar nichtig, wenn Liebe/Verliebtsein da ist. Es ist nur die Frage, wie stark der neue Partner dafür beansprucht wird, das Ganze mitkriegt, aufnimmt, auffängt.
 
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  • #10
von #5 an #8

Gerade das, was du schreibst, bestätigt mich noch einmal in der Ansicht: die Zeit von Trennung/Scheidung ist denkbar schlecht geeignet für die Partnersuche.
Ich kann mir beim besten 'willen nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der NIEMANDEN hat, der ihn emotional unterstützt. Gute Freundinnen hören sich eine Menge Gejammer an - und unternehmen dann was mit einem gemeinsam; nein, das muss nicht viel oder auch sogar gar nichts kosten: Spaziergänge, Rad fahren, Schwimmen gehen, ein Cafébesuch, ein Besuch im Museum und so weiter und so fort.
Sich durch Verlieben ablenken - das finde ich sehr bedenklich. Überhaupt, warum soll man sich ablenken? Was spricht dagegen, zu trauern, wütend zu sein, sich Sorgen zu machen ... und schließlich sein Leben wieder neu zu ordnen und daran zu reifen. Natürlich gehört zu einer Partnerschaft, dass man sich gegenseitig unterstützt und einander auch und gerade in schweren Zeiten beisteht (wir hatten neulich die Diskussion um Sonnenschein-Partnerschaften; das sind in meiner Sicht gar keine, sie haben den Namen "Partnerschaft" nicht verdient), aber man sollte doch nicht gleich so anfangen! Das gehört zu einer langfristigen, festen Partnerschaft, in der sich beide füreinander entschieden haben und nicht zu einer frischen Beziehung, zum Frischverliebtsein.
Dass man nicht zu lange Single bleiben sollte, damit hast du völlig Recht. Aber selbstverständlich kann man "sauber" für eine neue Beziehung sein - das heisst, klar getrennt oder geschieden, wenn man verheiratet war, und emotional wieder frei. Berufliche Belastungen sind etwas ganz, ganz anderes. Probleme, die man mit Trennung/Scheidung hat, durch Verliebtsein zu relativieren und einen neuen Partner dazu zu benutzen - das finde ich äußerst schräg.
Aber lange Rede, kurzer Sinn: nur sehr wenige Menschen werden das mitmachen, Männer noch viel weniger als Frauen, und damit wird sich das Problem von selbst erledigen.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, dein Leben zu ordnen und zu meistern, und einen wunderbaren, liebevollen, unterstützenden Partner, wenn die Zeit dafür reif ist.
 
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  • #11
@7, Samira
Getrennt Lebende und Geschiedene sind etwas völlig anderes und überhaupt nicht mal ansatzweise vergleichbar!

Getrennt lebend = verheiratet
Geschieden = frei.
 
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  • #12
@10: Oh, neue Variante: Aber wer nur als Paar zusammen war, ohne Trauschein, ist auf dem Papier frei - emotional aber ggf. noch getrennt lebend? Wo bitte ist denn da die Grenze, die erlaubt, was zu tun und was zu lassen ist?
 
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  • #13
@11

Es ist doch ganz einfach. Es geht nicht um irgendeine Erlaubnis, sondern um gesunden Menschenverstand.

Eine Scheidung ist sehr belastend und kostet nicht nur eine Menge Geld, sondern auch viel Zeit und Nerven. Jemand, der mitten in dem Prozess ist, hat selbstverständlich Sorgen und hat sehr mit sich zu tun. Wenn die Scheidung durch und ein eigenes Leben aufgebaut ist, dann ist er oder sie im Allgemeinen frei für eine neue Partnerschaft. Jemand, der getrennt lebt, aber noch nicht geschieden ist, hat noch Vieles zu bewältigen.

Wenn eine Partnerschaft ohne Trauschein eindeutig beendet ist, was auch durch die Wohnsituation klar wird, ist sie wirklich beendet. Es gibt keine Prozesse mehr um Unterhalt, Sorgerecht für die Kinder, Versorgungsausgleich usw. usf.

Wann jemand EMOTIONAL frei ist, das kann jede und jeder nur für sich beantworten. Wenn man ohne Wut, Hass, Sehnsucht, Ärger, Liebe, Begehren an den Ex-Partner denken kann, dann hat man es geschafft.
 
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  • #14
danke für die Antworten....

#11 bringt es auf den Punkt......

Ich bin sicher in dieser Zeit eine erhöhte Belastung - aber vielleicht bin ich auch sehr anspruchsvoll in der Zukunft und erwarte nicht nur Sonnenschein.

Partnerschaft ist für mich nicht eine Freizeitbeziehung!!!

Mein Fazit ist, ich werde mich dann doch ganz mutig einem potentiellen Mann zumuten.
 
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  • #15
@13: gut so, nicht kirre machen lassen! Und deine Einstellung ist völlig ok und vor allem beziehungstauglich! Wenn es sein soll, dann findet sich Einer, der es ernst meint. Hier wird von Blinden (nicht in der Lage, eine längere Partnerschaft aufrecht zu erhalten bzw. ernsthaft und ehrlich zu leben) vielfach leider von bunten Farben geredet und dabei Schwarz-Weiß-Malerei betrieben... Gruß #11
 
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  • #16
@13
"Ganz mutig" ist es, sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen, überwiegend alleine, und dann nach einem Partner Ausschau zu halten.. Selbstverständlich ist eine echte Partnerschaft keine Sonnenschein-Beziehung, das wurde auch in diesem Thread mehrmals deutlich gemacht.

@14
Ich möchte, ganz ehrlich, der Mann nicht sein, der da in Betracht gezogen wird. Ich selber lebe schon lange in einer Partnerschaft, in der durch Dick und Dünn gemeinsam gegangen wird (nachdem wir beide getrennt und wirklich frei waren), und ich rate der FS nachdrücklich ab von dem, was sie da vorhat.
Aber mir ist völlig klar, dass sie darauf nicht hören will, wird und kann, und so muss sie ihre Erfahrungen selber machen.
 
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  • #17
@15: Wer so argumentiert weiß nicht, dass Menschen, die Beziehungen über lange Jahre gelebt haben sicherlich beziehungsfähiger sind, als Menschen, die jahrelang als Single oder Kurzzeit-Beziehungsgeschädigt umher laufen. Denn wer so, wie die FS sich persönlich hinterfragt, wird seine Lehren aus der Vergangenheit gezogen haben und sich dem Wagnis Partnerschaft ehrlich und authentisch hin geben. Singles suchen oft das Unerreichbare / Wundervolle / Glänzende - keine gute Ausgangsposition, wenn mal Gewitterwolken auftauchen. Gruß 14
 
  • #18
@#16: Das ist leider so nicht ganz korrekt, sondern oft eher ein Wunschbild. Zwar kann extrem lange Singlezeit durchaus zu einer gewissen Beziehungsunfähigkeit führen, aber leider führen lange Beziehungen eben nicht zu besonderer Beziehungsfähigkeit.

Gerade wer z.B. zehn Jahre lang mit demselben Partner liiert war, hat sich nur noch auf diese macken eingestellt und kann mit einem neuen Partner ebenso wenig anfangen wie der zehnjährige Single. Leider zieht eben auch nicht jeder seine Lehren aus der Vergangenheit, gibt sich eben auch nicht authentisch hin. Das wäre wünschenswert, und wenn es so ist, dann ist es von Vorteil. Aber glaubst Du wirklich, dass es so ist? Glaubst Du wirklich, ein Mensch sucht nach einer gescheiterten Beziehung weniger das "Unerreichbare" als ein Single? Ich bin da sehr skeptisch.
 
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  • #19
von #15 an #16
"Wer so argumentiert weiß nicht, dass Menschen, die Beziehungen über lange Jahre gelebt haben sicherlich beziehungsfähiger sind, als Menschen, die jahrelang als Single oder Kurzzeit-Beziehungsgeschädigt umher laufen."
Da musst du mich gründlich missverstanden haben. Unter anderem habe ich in #9 geschrieben:"Dass man nicht zu lange Single bleiben sollte, damit hast du völlig Recht." Aber ZUERST soll man einen Schlussstrich unter alles Vorhergehende gezogen haben.Und das dauert normalerweise nicht JAHRE!
 
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  • #20
Ich bin seit vier Jahren getrennt lebend und habe den Schlussstrich auch vor vier Jahren gezogen. Ich brauche keine Scheidungsurkunde, um eine neue Beziehung anzufangen. Ob jemand vom Kopf und Herz noch nicht getrennt ist, merkt man sehr bald. w45
 
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  • #21
um hier an #19 anzuknüpfen: Es gibt Häufigkeiten, aber das Leben ist bunt. Belastungen, die wieder zu neuem Leid führen oder zur erneuten Trennung, können auch anders entstehen. Warum freien so viele Männer Ehefrauen und scheißen auf die Kinder der Frauen, pappen sich ein Ei auf den Eingriff in Schicksalsgemeinschaften und gewinnen diese Ehefrauen dann später auch noch als eigene Frauen in zweiter Ehe mit lebenslangen Zukunftsaussichten? Das gibt es recht häufig, genauso wie diese Altlastentheorien.
 
  • #22
@Frederika
Es ist wohl eher genau andersherum: Wer eine langjährige Beziehung geführt hat, konnte lernen,
- was es bedeutet sich auf einen anderen Menschen einzustellen,
- Kompromisse einzugehen und dadurch "Beziehung leben",
- an einer Beziehung zu arbeiten und nicht gleich beim kleinsten Gewiitter alles hinzuwerfen.
Wer hingegen mit Mitte 30 noch nichts langfristiges hinter sich hat, kann wohl eher nicht als besonders Beziehungsfähig gelten. Sonst hätte er
- entweder in der Vergangenheit anders ausgewählt
- oder es geschafft etwas stabiles aufzubauen.
 
  • #23
@#21: Das klingt nach Wunschvorstellung. In der Praxis hat man sich auf genau EINEN Menschen eingestellt und tut sich mit dem nächsten ANDEREN Menschen ebenso schwer. In der Praxis kränkelte die Beziehung schon seit Jahren, haben sich die Partner schrittweise entfremdet und waren die letzten Paare Jahre nichts mehr wert. Bedenke, dass die Beziehungen ja immerhin alle gescheitert sind, wenn wir auf Partnersuche sind. So viel her mit "an der Beziehung arbeiten und sie leben" war es dann wohl nicht.

Ich stimme Dir aber zu, wer mit Mitte 30 noch nie eine mehrjährige Beziehung hatte, hat weniger Beziehungserfahrung. Ob Beziehungserfahrung wirklich so nützlich ist, darf aber stark bezweifelt werden. Das klingt in der Theorie besser als es in der Praxis ist.

Es wäre aber eine interessante Frage, ob die meisten Beziehungen scheitern, weil man gleich falsch ausgewählt hat oder weil man zuwenig an der Beziehung arbeitet. Auch wäre interessant, ob Beziehungen mit falscher Auswahl früher scheitern als Beziehungen mit mangelnder Beziehungsarbeit. Wir haben schon ein paarmal versucht zu diskutieren, woran frühere Beziehungen gescheitert sind, aber leider gab es da kaum griffige und informative Antworten.
 
  • #24
@ Frederika
Natürlich sind auch die langfristigen Beziehungen gescheitert. Aber Du kannst nicht verhehlen, dass zu einer langfristigen Beziehung deutlich mehr "Beziehungskompetenz" gehört, als wenn ich immer nur 3-5 Jahre einen Partner habe und dann weiter ziehe. So ehrlich muss man schon sein!

Je älter man wird, desto schwieriger wird es auch sich auf einen neuen Partner einzustellen. Wenn ich in der Vergangenheit häufiger gewechselt habe, wird die Kompromissbereitschaft nicht wirklich größer. Auch fehlt die gesicherte Erkenntnis, dass eine Partnerschaft langfristig funktionieren "kann".
Diesen Vorsprung haben Menschen mit dieser Erfahrung.
 
  • #25
@#23: Doch, das bezweifel ich schon. Ich würde Dir zustimmen, wenn Du sagtest, dass kurze Beziehungen von 6-18 Monaten nicht vergleichbar sind mit längeren Beziehungen von 3-6 Jahren. Aber einen Unterschied in der Beziehungskompetenz zwischen 5- und 10-jährigen Beziehungen? Ne, den sehe ich nicht wirklich. Oft haben es die Leute nur länger erduldet bis zur Trennung.

Ich sehe nicht, wie Du aus einer 10-jährigen gescheiterten Beziehung die Erkenntnis ziehen kannst, dass "eine Partnerschaft funktionieren kann". Das ist doch eher umgekehrt -- trotz ll der Zeit, des genauen Kennens und der Mühe noch gescheitert -- ich interpretiere das genau andersherum. Zumal die meisten Beziehungen dieser Art eben schon viele jahre vor der Trennung längst nicht mehr richtig funktioniert haben.

Ich formuliere es für mich persönlich so: Ein Kandidat, der eine fünf- und eine dreijährige Beziehung mit einer zweijährigen Pause hatte, würde ich ideal finden. Ein Kandidat, der eine 10-jährige Beziehung hinter sich hat, würde mich misstrauisch machen. Das ist fast schon wie ein Scheidungsopfer, selbst wenn nur getrennt. Die emotionale Bürde kann da sehr hoch sein, die Ex sehr tief fixiert in ihm. Mir würde das definitiv schlechter gefallen. So unterschiedlich sind die Geschmäcker, Samira!
 
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  • #26
@Samira - du kannst doch nicht erwarten, dass jemand, der selbst nicht mit 10 Jahren Beziehung auswarten kann, dies als positver erachtet, als nur 3-5 Jahre Beziehung. So schlau sind wir doch auf jeden Fall, weil nämlich erfahrener! Ich stimme dir zu, habe ja auch diesen Satz mit der Beziehungsfähigkeit hier geprägt. Aber lass jeden selbst seine Erfahrungen machen. Ich persönlich wollte niemanden, der mal hier mal dort herum gehüpft ist. Ob nun 2 Jahre oder 5. Da ist mir ein Mann, der lange in einer Beziehung war und weiß was es heißt, diesen Alltag zu leben und auch zu wissen, wo die Fallstricke und Langeweilepuffer sind, allemal lieber. Doch zum Glück jedem das Seine
 
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  • #27
@ #8

Deine Sicht ist nicht falsch, aber trifft eben nicht auf jeden "Getrenntlebenden" zu. Es ist noch relativ einfach, wenn beide Partner (beide in Scheidung oder einer in Scheidung und der andere single oder wie auch immer) nur für sich selbst verantwortlich sind und nur für sich planen können.

Es gibt aber auch sehr komplexe Situationen (leider neige ich dazu, solche Partner anzuziehen):

Wenn jemand bereits zum zweiten (oder x-ten) Mal verheiratet ist, aus einer oder beiden Ehen Kinder entstanden sind, und er sich "nur" wegen der finanziellen Nachteile von der zweiten Frau nicht scheiden lassen WILL, ist das für die dritte Partnerin in Spé einfach eine Zumutung.
Das SIND gravierende Altlasten! (Und die finanzielle Seite ist dabei für mich die unwichtigste, denn ich bin finanziell unabhängig.)

Dieser Mensch hat große emotionale, zeitliche und finanzielle Verpflichtungen zumindest den Kindern gegenüber. Wenn ich ihn liebe, kann ich das zwar akzeptieren, denn ich persönlich wäre dann bereit, ihn mitsamt Familie in mein Leben aufzunehmen.
Aber ich möchte ja selbst mit ihm keine Affaire, sondern eine Partnerschaft aufbauen, ein Leben , in dem ich nicht nur eine Randfigur bin.

Die komplizierten Verstrickungen in so einem Fall verhindern dies aber: Verheiratet - getrennt lebend - Unterhalts- und viele zeitliche Verpflichtungen, emotionaler Hang-up, der sich nicht wesentlich bessert, weil eben zwei Exen ihre Ansprüche stellen... Sich da zurückzustellen auf unbestimmte (!) Zeit, bedeutet schon ein großes Opfer von Seiten der neuen Partnerin, denn deren Lebenszeit und -qualität geht auch dahin. Auch sie hat ja die normalen eigenen Lebensprobleme zu bewältigen und ist nicht nur eine Filmfigur, die man bei Bedarf an- oder ausschalten kann.

Dass ich da - trotz Herzschmerz und Verliebtheit - einen Rückzieher mache, darf mir keiner vorwerfen. Woher bitte soll der Getrennt-Lebende die Zeit für eine neue Partnerschaft nehmen? Er hat ja neben seinen bisherien Familien auch noch den normalen Alltag, vielleicht gesundheitliche Probleme, Hobbies, Vereinsverpflichtungen, Arbeit und sonstige Dinge zu bewältigen, die eben im Leben so dazugehören.

Getrennt lebend mit Familie und Kindern ist nunmal nicht frei. Wenn die neue Partnerin/der neue Partner nur emotionale Stütze sein soll, ist das einfach unausgewogen. Solche Beziehungen kriegen selten die Kurve.
 
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  • #28
Ich hae das vor kurzem selbst mit einer Frau erlebt:

Mitten in der Scheidung, Kind etc. . Diese Frau war "durch den Wind" und suchte nicht eine neue Partnerschaft sondern einen Ersatz für den (Noch-) Ehemann. Eine Ehescheidung ist eine emotional schwierige Zeit und ich meine, dass ein Mensch in dieser Zeit nicht in der Lage ist, eine neue Beziehung aufzubauen.

Gegenüberlegung: Scheidungen sind doch heute leider weit verbreitet. Es vergehen oft wertvolle Jahre bis alles hinter einem liegt UND verdaut ist. Weshalb versucen es die betroffenen Paare nicht ernsthaft, ihre Beziehung/Ehe zu retten bzw. darum zu kämpfen? Weil Abhauen so viel einfacher ist?

Männern wie Frauen würden in diesem Falle sich all dies ersparen können, worüber wir hier schreiben.
 
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  • #29
@27: du hast schlechte Erfahrungen mit EINER Frau gemacht und verallgemeinerst. Das ist menschlich, jedoch nicht zielführend. Ich stimme dir zu, wer den neuen Partner als Ersatz für den Noch-Ehemann sucht, der hat es nicht begriffen und sollte damit besser aufhören. Für alle anderen, die die eigentliche Scheidung nach der Trennungsphase nur noch als formalen Akt auf dem Papier ansehen, ist der Weg frei für eine neue Beziehung!
 
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  • #30
Es ist doch so: Gerade, wenn du Hilfe oder Liebe BRAUCHST, bekommst du sie in den seltensten Fällen. Da möchte dir kaum jemand etwas geben.

Die Welt will Sieger sehen, die am besten immer gut drauf sind. Bei denen es augenscheinlich etwas zu holen gibt. Bei denen gut anlehnen ist.

In der Konsequenz sind in Trennung Lebende - es sei denn, sie haben viel Geld oder Schönheit zu bieten - wenig begehrenswert.

Sekundärfolge: Alle Welt ist angestrengt bemüht, sich immer gut drauf und ohne Sorgen zu präsentieren. Und immer wieder bannig erstaunt, wenn Fassaden zusammenbrechen. ;-)

Ich habe gestern ein interessantes Buch angelesen. Danach ist unsere Zukunft letztlich der Tod. Stimmt! Geradezu albern, angesichts dieser so ziemlich einzig sicheren Tatsache miteinander Versteck zu spielen, zu taktieren, und dabei mögliche Freude und Unterstützung zu verpassen.
 
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