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  • #1

Monogamie einfach nicht haltbar? Nicht realistisch? Gegen die Natur?

Die einen gehen fremd, die anderen trennen sich - korekt - ERST, bevor sie sich anderweitig betten. Wieder andere werden von ihrem Partner/ihrer Partnerin für jemand anderes aberserviert. Das Ergebnis ist so oder so das gleiche: Die allermeisten hier dürften auf eine ganze Reihe (Oral-)Sexpartner zurückblicken. Ist die Monogamie (auf Dauer!) überhaupt lebbar?
 
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Berliner30

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  • #2
Mit der richtigen Partnerin ist das durchaus lebbar. Nur wer ist die richtige und ist man selbst dafür geeignet?
 
  • #3
Naja.. möglich ist alles ... die Frage ist doch eher ob es überhaupt normal ist, ein Leben lang mit nur einem Partner, vll. sollte man differenzieren, Sexualpartner zusammen zu sein?!

Wirkliche langfristige Partnerschaftliche Bindung, wobei auch da fremdgegangen wird, entstanden doch meist nur in Zeiten größter Armut und oder Probleme in den Vergangene Jahrhunderten.
Katastrophen und äussere Zwänge/Gesellschaftsformen lassen Paare viel eher zusammenbleiben als die Herzen/Verstand der jeweiligen Partner überhaupt will.

Meine Oma war mit meinem Opa zusammen, weil es sich so gehörte. Aber Glück sah anders aus.

Man kann ein lebenlang mit jemanden zusammen sein. Ob das auch mit dem Sexualleben und der eigenen Lust praktizierbar ist, ist fraglich.
Es ist auch fraglich inwiefern der Wunsch nach ewiger Liebe wirklich von einem selbst kommen, oder von der Gesellschaft in der man aufgewachsen ist?!
 

hanjo58

Gesperrt
  • #4
Wenn beide es wollen, ist Monogamie haltbar. Wen nicht, nicht.
 
  • #5
Ja, natürlich ist Monogamie auf Dauer erfolgreich lebbar, eine erfüllende, dauerhafte Partnerschaft beruht auf Treue und Exklusivität, auf Liebe und Zuneigung.

Liebe ist, wenn Treue Spaß bringt.

Was die Natur angeht, so ist es gewiss so, dass (serielle) Monogamie die natürliche Form darstellt. Die Natur hat beim Menschen doch ganz offensichtlich enorme Anstrengungen unternommen, um Paarbeziehungen zu stabilisieren, indem so aufwendige Mechanismen wie Verlieben (mit drastischen physiologischen Auswirkungen) und Liebe (ein einzigartiges Gefühl der Nähe und Zusammengehörigkeit) evolutiv erfunden und optimiert wurden. Das wäre ja völlig unnötig, wenn Promiskuität die natürliche Lebensart wäre. Auch die Synergie der Geschlechter (Mann: Stärke, Schutz, Versorger; Frau: Kinder, Familie, Sozialkontakte) ergibt doch nur Sinn, wenn die Partner länger beieinander bleiben. Man muss dabei bedenken, dass unter evolutiven Bedingungen die Paarung häufig sehr schnell zu Nachwuchs geführt hat, der auch nur durch eine stabile Partnerschaft Überlebenschancen hatte.

Da heute Partnerschaft, Sexualität und Nachwuchs optional auch voneinander trennbar ist, ist dieser starke Zusammenhalt, ja sogar die Komponente der Abhängigkeit entfallen, was letztlich zur Destabilisierung der Partnerschaften führt.

So oder so gilt aber ganz klar: Verlieben, dann echte Liebe spüren und dann ist Treue und Exklusivität gar kein Thema, sondern einfach naturgemäßer Wunsch.
 
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  • #6
Monogamie ist eine Frage des Willens - und nicht der Reflexe! Man benötigt somit mehr Kopf als Rückenmark.
 
  • #7
Ja und Nein!
Ich bin nicht der Überzeugung, dass der Mensch für EINE lebenslange Partnerschaft geeignet ist. Es ergeben sich im Laufe unseres Lebens mehr oder weniger große Einflüsse und Veränderungen, die in der Regel dazu führen, dass Partnerschaften auseinander gehen.
So lange die Partnerschaft jedoch andauert, ist es sehr wohl möglich monogam zu leben und eher eine Frage des Charakters ob Mann/Frau fremd geht oder nicht.
 
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  • #8
Da ich oft mir der Frage konfrontiert werde möchte ich ein Zitat bringen von jemandem, den man genau genommen nicht zitieren kann: Vitus B. Dröscher vergleicht in seinen Büchern Verhalten bei Tieren und Menschen, findet Monogamie und Polygamie und stellt fest, daß Menschen durchaus eine Veranlagung zur Monogamie haben. Die ist vielleicht nicht so stark wie bei Graugänsen oder so, aber wir sollten auf alle Fälle versuchen die Veranlagung zur Monogamie zu erhalten und nicht sie zu torpedieren oder zu negieren.
In einem Bericht über die alte historische Gesellschaft der Tuareg laß ich, die jungen Mädchen verhalten sich durchaus promisk und haben verschiedene Sexualpartner und das wird toleriert, später in der Ehe sind sie dann monogam.
Ist die (heutige) Einstellung „Je oller je doller“ oder „Man muß mitnehmen was man kriegen kann bevor es zu spät ist, besonders kurz bevor es zu spät ist!“ nicht vielleicht eine Einstellung, die eher zu Jugendlichen paßt als zu Erwachsenen?
m, 43
 
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  • #9
Wäre für mich nicht möglich. Kann mir nicht vorstellen, 10 Jahre oder mehr mit nur einem Partner Sex zu haben.. das entspricht einfach nicht meiner persönlichen Natur.

Diese Frage kann man sowieso nicht mit einem JA oder NEIN beantworten. Es gibt Menschen die können so leben, andere nicht. Es ist z.B bekannt, dass in verschiedenen Ländern in Südamerika der Mann nebst seiner Frau noch mehrere Geliebte hat (kein Vergleich zum Islam, da dieses Verhalten von den Frauen nicht goutiert wird).
Mag ein Tabuthema sein, aber es entspricht nun mal der Wahrheit. Es ist auch bekannt, dass sehr viele Familienväter und ich meine sehr viele, des öfteren Bordelle heimsuchen, obwohl zu Hause die Frau sitzt.

Man könne jetzt behaupten, dass dies falsch wäre, oder diese Sorte von Mensch nichts dazugelernt hat. Aber es einfach nur ein Fakt der sich nicht geändert hat und sich auch nicht ändern wird.

Somit: Ja und nein, es gibt - wie in allem - weder eine Patentlösung noch eine Bedienungsanleitung.

@4 schön geschrieben, aber klingt mir zu fest nach einem Lehrbuch für junge Menschen - da ist zuviel "heile" Welt drin :)
 
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  • #10
@8

Wie häufig, so ist auch bei diesem Thema Partnerwahl auch und vor allem eine Frage der Kompatibilität.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, 10 Jahre oder auch viel mehr mit nur einem Partner Sex zu haben. Mein Mann kann sich das auch vorstellen; unsere Partnerschaft beruht unter anderem auf einer Verpflichtung zur Treue. Und ob du es glaubst oder nicht - es geht uns beiden sehr, sehr gut dabei. Schon viele Jahre.

Einen Mann, der so denkt wie du, der wäre für mich von vornherein nicht in Frage gekommen. Und wenn er nicht ehrlich gewesen wäre, von Treue gesprochen und Untreue gelebt hätte, dann wäre die Partnerschaft in dem Moment zu Ende gewesen, in dem ich ihm auf die Schliche gekommen wäre.

Frederika hat in #4 völlig Recht, ich teile ihre Meinung:
"echte Liebe spüren und dann ist Treue und Exklusivität gar kein Thema, sondern einfach naturgemäßer Wunsch. "
 
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  • #11
Irgendwie finde ich ja beeindruckend, wie strikt und ohne jeden nachdenklichen Ton Frederika immer wieder ihre Meinungen vertritt - dieses strenge, moralische - versehen mit einer Note an Offenheit für sexuelle Themen, die es einem verwehrt, das alles "prüde" zu nennen. Trotzdem klingt es für mich... so unglaublich idealisiert. Ich frage mich, ob Du, Frederika, tatsächlich solche erfüllenden, von jedem Zweifel, jeder Unsicherheit freien Beziehungen führst... von der Kennenlernphase bis über den ersten Beischlaf, die dann so innig und exklusiv gelebte gemeinsame monogame Sexualität und so fort... Wow! Ich meine das gar nicht ironisch... vielleicht hast Dud damit wirklich Dein Patentrezept gefunden... bedeutet wohl, dass es Dir gelingt, Dich nach Plan zu verlieben... wer nach erstem Screening nicht passt, dem entliebt man sich wieder?! Hast Du noch niemals brennende Leidenschaft, tiefstes Liebesunglück, Enttäuschung, Liebe-gegen-Widerstände und gegen die sogenannte Vernunft erlebt... ? Ich möchte auch eine gesunde, liebevolle Beziehung - und was Du schreibst, gefällt einem Teil in mir immer gut - aber das, was ich an schwerem in Sachen Liebe erlebt habe... irgendwie möchte ich es nicht missen. Und der andere Teil in mir - der empfindet diese idealen So-ist-es-richtig-Beiträge als rationalisiert und irgendwie leblos. Auch wenn Du natürlich ganz viel von der Innigkeit und der wundervollen Liebe zwischen zwei Menschen schreibst, die sich ernsthaft, ehrlich und verbindlich aufeinander einlassen... es wirkt ein bischen wie der Gedanke, dass einer große Kunst schaffen will - und sich programmatisch darauf vorbereitet, sich ein Thema sucht, ein Objekt meinetwegen, das er malen will, die Lux-Stärke misst, die Farbintensität daran anpasst, die Proportionen mathematisch genau auf das Papier überträgt... und am Ende das Ganze vielleicht noch digitalisiert und hochauflösend ausdruckt. Dann ist es ein total perfektes, ideales Abbild... aber keine Kunst (ja, das ist ein Begriff über den man streiten kann...). jedenfalls ist es nicht aus dem Augenblick, aus Kreativität und Sinnlichkeit geboren. Ich weiss nicht, ob man Liebe so planen kann, wie Du das immer darstellst. Ich habe das Gefühl, dass nein. Kommt vielleicht darauf an, wie der einzelne empfindet - und was er/sie "lieben" nennt. Ich bin ... nun ja, eine "absolut Liebende". Ich kenne vielleicht (mittlerweile) auch vernunftbedingte Bedenken (aus Erfahrung), aber ich weiss auch, dass ich berührt werden kann duch einen Menschen, der in keiner Weise die ganzen Profilpunkte erfüllt, die Du immer so auflistest. Und trotzdem schlägt der Blitz ein (sowieso selten bei mir)... und wenn es eine verrückte, aussichtlose, brennende, wahnwitzige "Liebe" ist - dann kann ich mich vielleicht verninftbedingt dagegen entscheiden, sie zu leben (zB wenn es andere Menschen verletzen würde). Aber mich vernunftbedingt für einen "passenden" Menschen entscheiden, das funktioniert einfach nicht.Kann natürlich (hoffe ich! :)) passieren, dass zwei einander begegnen und füreinander Gefühle entwickeln UND es passt im Sinne von "Alttagstauglichkeit". Dass es funktioniert, die Einschränkungen und Widerstände überwindbar sind. Aber... kennst Du gar nicht das "unsichere Moment"... das "es-nicht-mehr-in-der-Hand-haben"... das "Plan-lose"... kannst Du nicht auch unkritisch sein, wenn es um Gefühle geht? Natürlich kommt mir der Verdacht, dass Du gerade deswegen diese strenge Überzeugung pflegst, weil sie Dich bewahrt vor... nun ja, überwältigenden Emotionen usw. ... kannst Du was azu sagen?
 
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  • #12
@F .das stimmt nicht - sag mir, wo es steht, dass das herz verschlossen ist für andere menschen, wenn man einen liebt... liebe kennt doch keine numerischen beschränkungen. es ist eben in erster linie auch ein lebensmodell. man entscheidet sich für monogamie. manchen fällt es extrem leicht und sie sind gar nicht empfänglich für andere menschen (in dieser einen hinsicht)... andere sehr. viele bedenken, scheinbare innere hemmungen, die sind sozial determiniert. aber klar kann es funktionieren.
 
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  • #13
Problem ist, ganz früher wurden Menschen bei weitem nicht so alt, man hatte bestimmte Ziele und gut war und diese hat man versucht zu erreichen. Man blieb im Dorf hatte weniger Kontakt zur feindlichen Außenwelt und die Nachrichten erhielt man aus der regionalen Zeit. Das Fernsehen brachte Heiterkeit und so ganz langsam die Welt ins heimische Wohnzimmer. Heute sind die Wünsche vielschichtig, die Welt global, das Denken und Handeln international, die Berufswahl bei beiderlei Geschlecht entsprechend ausgeprägt und hoppla, wir sterben eben nicht mehr mit 40/50, sondern erst mit 80. Dies alles spielt mit, nicht jeder ist mehr abhängig vom anderen (und wenn doch, helfen tolle Scheidungsgesetze, dass insbesondere Frauen dann den größeren Teil vom Kuchen bekommen) und somit können die Wünsche nach Selbstbestimmung nun auch gelebt werden, von denen man früher maximal hat träumen können.
 
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  • #14
In #4 steht schon alles wichtige.

Wenn es denn doch zur Trennung kommt, dann werde ich diese erst vollziehen und mich dann auf Partnersuche begeben um dann wieder Monogamie zu leben.
 
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  • #15
@9 das ist wunderbar dass es bei euch so gut klappt und es ist schön, dass du dir das so vorstellen kannst. gibt aber menschen die können das nicht, denke du bist genug tolerant andere meinungen zu dulden und letztendlich zu akzeptieren.

zudem habe ich nicht von untreue gesprochen sondern davon dass ich nicht 10-15 jahre mit dem gleichen partner sex haben könnte.

und ob jemand recht hat oder nicht ist relativ. aus der sichtweise von dir und frederika magt ihr recht haben, absolut. dies jedoch muss nicht für alle menschen zutreffen. und wenn man die gesichte der menschen ein bisschen verfolgt und sich nicht nur von "gute zeiten schlechte zeiten" ernährt, dann stellt man fest dass die realität oftmals anders ausschaut.

man kann solche fragen nicht mit ja und nein beantworten. alles andere wäre selbstlug.

menschen neigen zu oft dazu ihr sichtweise als die absolute wahrheit zu bezeichnen - quasi als DOGMA - das ist von grundauf falsch und gefährlich dazu, weil es kein platz für andere meinungen und sichtweisen lässt. somit gehen toleranz und akzeptanz verloren.
 
  • #16
Ich sehe das wie #5-hanjo58 und #5:

der Wille spielt dabei eine große Rolle.
Ich selbst flirte zwar sehr, sehr gerne , aber irgendwann kommt der Punkt, wo man merkt, dass man zu weit geht...
Und an diesem Punkt muss man halt die Entscheidung treffen : Will ich meine Beziehung aufs Spiel setzen?
 
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  • #17
Ich kann am Morgen aufrichtig und voller Schmetterlinge meinem Partner zum Abschied in die Arbeit ein "Ich liebe Dich" und einen Kuss übermitteln und in der Mittagspause haut mich dann ein Mann um, der alle vorherigen Vorstellungen weit übertrifft, mich anlächelt, die richtigen Worte findet und mein Herz zu rasen beginnt. Dann fragt er mich noch nach meiner Telefonnummer und schon ist das Durcheinander perfekt.
Dann, zurück in der Arbeit, kreisen die Gedanken um diese Begegnung. Ich hinterfrage auch, warum ich meinen Partner liebe, was uns zusammenhält, warum ich bei ihm bin. Zu Hause sehe ich ihn wieder und denke: "Meine Güte was bin ich froh, mit diesem Menschen zusammen zu sein." Nehme die Begegnung von mittags für mein Ego und schlafe ganz lieb neben meinem Partner ein. WENN DAS SO LÄUFT, HAT MAN EINE INTAKTE BEZIEHUNG.
Die Wahrheit ist, dass das die Ausnahme ist, sich die meisten Menschen dem Reiz des Neuen hingeben.
Keine Frau und kein Mann kann zu 1000 Prozent behaupten, sie oder er seien EWIG treu, schauten keinem anderen Menschen hinterher. Wir können es uns nur wünschen und vornehmen, dass es und nicht "geschieht". Sich verlieben ist nämlich nicht wirklich etwas, was man selbst bestimmen kann. Nur ob man sich einlässt, bleibt jedem selbst überlassen.
w.29
 
  • #18
@#10: Ich weiß einfach, woran Beziehungen scheitern und wodurch sie gelingen. Kommunikation, Aufrichtigkeit, Exklusivität sind zum Beispiel Grundwerte, die einfach stimmen müssen. Hapert es an einem der drei Dinge, dann scheitern Beziehungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Natürlich sind auch meine früheren Beziehungen ganz offensichtlich nicht perfekt gewesen, sonst hätte ich mich ja nicht jeweils getrennt, oder?

Andererseits ist es einfach so, dass ich tatsächlich jedesmal verliebt war, wenn ich eine Beziehung eingegangen bin und ich bin auch im nachhinein noch überzeugt, dass auch der Mann jedesmal in mich verliebt war. Sex ohne Verliebtheit muss nicht sein.

Ich habe auch schon oft hier betont, dass Verliebtheit nicht aktiv erzeugt werden kann. Das Herz muss einfach ja sagen. Das hindert mich doch aber nicht, trotzdem nein zu sagen, falls der Kopf zu recht warnt. Das gelingt mir und erspart wahnsinnig viel Ärger. Ich bin ganz Mensch, mit Herz und Kopf. Es wäre Blödsinn, eines von beiden auszuschalten oder zu ignorieren und eine Partnerschaft erfordert einfach ein einstimmiges Urteil: Herz und Kopf müssen ja sagen.

Glaube mir bitte, mein Herz ist nicht rational, sondern ganz normal wie jedes andere auch. Aber ich verweigere meinem Kopf nicht die Mitbestimmung. Wenn ich Zweifel an Treue, Gesundheit, Aufrichtigkeit, Charakter habe, dann ist es doch nur klug, sich zu schützen. Das sollte jeder tun, denn dazu sind Bauchgefühl und Kopf da!
 
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  • #19
"Drum prüfe, wer sich ewig bindet".
Was heissen soll, man möge sich erst mal anfreunden, bevor man sich ans "fortpflanzen" macht.
Partnerschaft, Freundschaft und vor allem Liebe sind Begriffe, die im Wortsinn eigentlich "heilig" sind, weshalb sie nicht leichtfertig angewendet, oder für WischiWaschi-Zustände missbraucht werden sollten.
Eine Ehe, oder eheähnliche Beziehung sollte nicht auf traditionellen Zwängen, wirtschaftlichen Interessen oder auf rein körperlicher Anziehung basieren, sondern auf ausgiebigem Bedenken und Besprechen (falls nötig) und dürfte nur zw. Freunden stattfinden. Nur der Geist unterscheidet uns von Tieren, und nur die Nichtanwendung ermöglichen EP & Co.
 
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  • #20
#16, #4,#17: wunderbar, trefflich gesagt und begründet.
Zugleich gibt es neben meiner langjährigen Beziehung eine Frau, die nur max. einmal pro Jahr sehe, mit der ich auf eine andere Art über alles reden kann und mit der ich dann auch wundervollen Sex habe, es ist eine tiefe, liebevolle Freundschaft, der ich viel verdanke. So kann das Leben eben spielen.
 
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  • #21
@16

Und wie erklärst du dir dann eine Scheidungsquote von 50% (zuzüglich der zwar nicht Getrennten, aber wenig Begeisterten Paare)?
 
  • #22
Klar ist die Einehe haltbar. Wenn fremdgegangen wird, dann als Folge dessen weil was nicht stimmte und einer oder beide auf der Strecke geblieben sind.
 
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  • #23
@19, hier 16:
Verhüte mit Kondom und erzähle deiner Freundin NIE etwas davon. Wenn es stimmt, dass du diese Frau nur einmal pro Jahr siehst und daraus Kraft schöpfst, die anderen 364 Tage bei deiner Freundin bist, na dann...
@20: Deshalb habe ich ja geschrieben, dass KEIN MANN UND KEINE FRAU Treue von sich behaupten kann. Es geschieht. Die Scheidungsquote erkläre ich mir dadurch, dass es nicht mehr nötig ist, beieinander zu bleiben, da die wirtschaftliche Abhängigkeit kaum noch gegeben ist. Die Menschen verzeihen sehr schwer, halten weniger zusammen und eine Trennung ist oft der bequemste Weg. Man muss niemandem mehr verzeihen und sucht was Neues, wenn das Alte nicht mehr wunschgemäß funktioniert oder ein Fehler passiert ist. Und ein Fehler bedeutet heute schon lange nicht mehr nur fremdgehen, einige trennen sich schon für weitaus geringere Gründe.
Verliebtheitsphase ist vorbei, also Trennung. Den Alltag aushalten schaffen wenige.
Ich war bisher immer treu, nehme aber auch mich nicht aus, weil ich die Zukunft nicht kenne.
 
  • #24
@#22: Was für ein grottentiefer unmoralischer Ratschlag -- das kann doch wohl nicht ernstgemeint sein. Das Verhalten wäre allerunterste Schublade, falls das wirklich jemand so übers Herz bringt.

Fremdgehen entzieht einer Partnerschaft das Vetrauen grundlegend. Wer fremdgeht, sinkt in meinen Augen auf den menschlichen Wert Null.
 
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  • #25
@23: oh, das bringen tatsächlich viele übers Herz, und im übrigen stimmt der Ratschlag: niemals auch nur ein Wort gegenüber jemand anderem, erst recht nicht gegenüber der Partnerin, never ever. Ehrlichkeit macht in diesem Fall mehr kaputt als alles andere
Und Fremdgehen entzieht einer Partnerschaft das Vertrauen nicht grundlegend. Da man gerade in längeren Beziehungen immer mal wieder in solche Situationen kommen kann, finde ich die - gegenseitige - Abmachung empfehlehenswert, dass man sich eben nicht alles erzählen muss, wenn es denn die Beziehung als Ganze nicht in Frage stellt.
 
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  • #26
Ich stieß auf das Thema, da ich im Moment in einer passenden Situation bin. Ich liebe meine Freundin, wir sind seit 5 Jahren zusammen und ehrlich, ich könnte mir vorstellen, mit ihr langfristig zusammenzuleben.
ABER: Diese sexuelle Exklusiviät ist tödlich. Ich wäge seit einigen Wochen ab, ob ich diesem Verlangen nach Abwechslung nachgebe oder die Beziehung weiterführe. Egal was ich tue, eins von beiden wird mir irgendwann fehlen.

Zum Thema: Es ist an euren Antworten zu sehen, ob Monogamie nun natürlich ist, oder ein durch die Gesellschaft aufgezwungenes Verhalten. Viele schreiben zwar "ja, es ist möglich", begründen das aber mit "wenn beide Partner wollen" oder "es erfordert Charakter". Ich stelle fest und frage: Eure Urtriebe zu unterdrücken ist ein Liebesbeweis? Aber Magersucht ist eine Krankheit, weil man auf die Bedfriedigung eines Grundbedürfnisses verzichtet? Im prinzip "hungert" man hier absichtlich für den Partner, denn obwohl beide den Wunsch nach wechselnden Sexualpartnern haben, verspricht man sich die Treue?

Die Ehe und damit einhergehende monogame Beziehung sind in Krisenzeiten entstanden, wo dieser Umstand das Überleben erleichterte oder sogar sicherte. Gemeint sind Kriegszeiten, wo das Wissen, dass zuhause die Frau wartet, viele Männer hat durchhalten lassen. Heute brauchen wir diesen Käse nicht und werden "eifersüchtig" erzogen. Das ist in meinen Augen schwachsinn und wir sich in den nächsten 20 Jahren zeigen.
Das soll erstmal reichen...
 
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  • #27
Das Herz muss einfach ja sagen. Das hindert mich doch aber nicht, trotzdem nein zu sagen, falls der Kopf zu recht warnt. Das gelingt mir und erspart wahnsinnig viel Ärger. Ich bin ganz Mensch, mit Herz und Kopf. Es wäre Blödsinn, eines von beiden auszuschalten oder zu ignorieren und eine Partnerschaft erfordert einfach ein einstimmiges Urteil: Herz und Kopf müssen ja sagen.

Glaube mir bitte, mein Herz ist nicht rational, sondern ganz normal wie jedes andere auch. Aber ich verweigere meinem Kopf nicht die Mitbestimmung. Wenn ich Zweifel an Treue, Gesundheit, Aufrichtigkeit, Charakter habe, dann ist es doch nur klug, sich zu schützen. Das sollte jeder tun, denn dazu sind Bauchgefühl und Kopf da!

Ich denke, dass Frederika hier einen, wenn nicht den zentralen Punkt anspricht. Wer NUR seinen (flüchtigen, vielleicht leicht entflammbaren) Gefühlen nachrennt, hat beste Chancen sein Leben auf diese Weise zu ruinieren. Damit ist keinesfalls gesagt, dass es ohne oder gar gegen das Gefühl ginge. Nur ohne oder gar gegen den Verstand (und das Bauchgefühl - die Intuition, die oft eine Vorstufe, ein Hinweisgeber ist) - das wird so gut wie nie was Nachhaltiges.

Und Monogamie, dauerhaft, das ist Nachhaltigkeit in der Liebe. Wie es so schön heiß: auch und gerade in schlechten Zeiten. Eine Partnerschaft (nur) für die guten Tage, das kann jede(r). Wie Schönwetterkapitäne. Wie wertvoll jemand (und demgemäß eine Beziehung) wirklich ist, zeigt sich erst dann, wenn Herausforderungen zu lösen sind. Treu sein und bleiben gehört von zeit zu Zeit in diese Kategorie - und wenn man seine Sinne beisammen hat, wird man sich in einer festen Beziehung auch mit dem (Fremd-)Flirten, liebe Beate, eine gewisse Zurückhaltung auferlegen, denn es ist völlig überflüssig, Herausforderungen für die Treue erst noch zu suchen und zu schaffen.

m,49
 
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  • #28
@#22: Was für ein grottentiefer unmoralischer Ratschlag -- das kann doch wohl nicht ernstgemeint sein. Das Verhalten wäre allerunterste Schublade, falls das wirklich jemand so übers Herz bringt.

Fremdgehen entzieht einer Partnerschaft das Vetrauen grundlegend. Wer fremdgeht, sinkt in meinen Augen auf den menschlichen Wert Null.

Was immer wieder gerne vergessen wird: auch Kondome reduzieren (!) zwar das Risiko für viele STDs (bei korrektem Gebrauch: für manche fast vollständig), für manche STDs aber weniger. Wirkliche "Sicherheit" bieten sie nicht (auch nicht gegen ungewollte Schwangerschaften).

Nicht nur (aber auch) deshalb wäre eine Frau die längste Zeit meine Partnerin gewesen, hätte sie das Monogamie-Prinzip verletzt. Unvorstellbar.
 
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  • #29
Wir Menschen sind doch keine ihren Trieben willenlos ausgelieferte Tiere (und selbst die können ihre Triebe teilweise kontrollieren). Wenn jemand treu bleiben will, dann schafft er das auch; es sei denn, er leidet an einer krankhaften Störung der entsprechenden Kontrollmechanismen im Gehirn.

Etwas anderes ist natürlich die Frage, ob Monogamie auf Dauer glücklich macht. Das ist meines Erachtens eine Typfrage. Das muss man sich aber überlegen, bevor man sich mit allem drum und dran fest bindet.

w27
 
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  • #30
Wenn jemand treu bleiben will, dann schafft er das auch;

Im Klartext: Ein Mensch muss seine Gefühle verdrängen und sich zu etwas zwingen, also bei einer Person zu bleiben, auch wenn es ihm nicht gefällt.

Etwas anderes ist natürlich die Frage, ob Monogamie auf Dauer glücklich macht. Das ist meines Erachtens eine Typfrage.

Frage: Schafft es hier jemand 25 Jahre lang Tag ein Tag aus den gleichen Jogurt zu essen oder sich nur noch von Nudeln zu ernähren? Also ich nicht und irgendwann wird mir schlecht dabei. So geht es "mir" zumindest auch bei "Beziehungen".

Das muss man sich aber überlegen, bevor man sich mit allem drum und dran fest bindet.

Ich habe in meinem Leben schon erfahren wie es ist, wenn das Feuer der Liebe erloschen ist. Da war dann nix mehr mit Liebe und Lust. Der Mensch ist nun mal eben von seinen Gefühlen abhängig und wenn die nicht wollen, dann zwinge ich sie auch zu nix.

Meine Antwort: Monogamie funktioniert nicht!

Der Mensch wird wie gesagt von seinen Gefühlen gesteuert. Niemand kann diese steuern oder kontrollieren, sondern nur ignorieren oder verdrängen. Es gibt Tage im Leben da fühlt man sich einfach schlecht, obwohl einem nichts böses wieder fahren ist. Und es gibt Tage, wo man sich einfach glücklich fühlt, obwohl man keinen 6er im Lotto gemacht hat.

m27
 
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