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  • #1

Multiple Sklerose und Single - wann erzählen?

Hallo liebes Forum,

ich (w, 33) habe vor einigen Wochen die Diagnose MS bekommen. Bin Single. Hat jemand von Euch Erfahrungen? Ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll, wenn ich jemanden kennenlerne. Sollte man es gleich sagen oder erst später wenn man sich ein bisschen kennt? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr plötzlich hört, Eurer Partner, oder den in den ihr grade dabei seid euch zu verlieben, hat MS? Wäre es falsch, wenn man abwartet? Würde man dann nicht was vormachen?
 
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  • #2
Ich würde bein Kennenlernen im RL so lange warten, bis feststeht, dass die "Chemie" stimmt und du merkst, dass der Mann dich ehrlich mag. Es besteht einfach kein Grund dafür, es vorher zu sagen, weil du da noch gar nicht weißt, ob es überhaupt etwas werden könnte. Und dieser Zeitpunkt ist noch früh genug.

Falls du auch online suchst, kannst du ja mal beide Varianten (ins Profil schreiben oder nicht) ausprobieren. Vielleicht weckst du damit bei Männern ja sogar einen Beschützerinstinkt?

Ich habe auch mal vor ein paar Monaten in einer anderen SB mit Gästebuchfunktion das Profil einer Frau gesehen, die selbst angegeben hatte, MS zu haben. Und sie hatte so einige Komplimente und Beiträge in ihrem Gästebuch (und nichts davon bezog sich auf ihre Krankheit).
 
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  • #3
Auch wenn es erheblich schwieriger wird, einen Partner zu finden, rate ich dir, relativ frühzeitig von der Diagnose zu erzählen. Zwar nicht mit der Tür ins Haus, aber schon zeitnah.

Ich (m, 30) befinde mich in einem ähnlichen Dilemma. Ich bin ebenfalls unheilbar krank, bin zeugungsunfähig (obwohl ich sehr gerne eigene Kinder hätte) und werde ziemlich sicher deutlich früher abdanken.

Es gibt 3 Möglichkeiten, die alle 3 sehr bescheiden sind:
a) ehrlich sein und beim Kennenlernen sagen -> 99% der Interessenten sind weg (bei mir alleine schon aufgrund der Unfruchtbarkeit)
b) die Verliebtheit abwarten, weil einem in der Phase nahezu alles egal ist -> ist die Phase vorbei, geht das Drama los
c) gar nichts sagen -> irgendwann kommt es raus und das Drama ist noch größer

Ich habe mich für Variante a) entschieden, weil ich so ohne schlechtes Gewissen leben kann. Dass ich dadurch zum Dauer-Single degradiert bin, ist mir bewusst, aber ich kann es nicht ändern. Vielleicht kommt ja doch noch irgendwann die Frau, die über diese "Schwäche" hinweg sehen kann und mich als Menschen ganz toll findet...

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg auf deinem Weg!
 
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  • #4
Ich denke es ist wie 2 es beschrieben hat. Die Ansage haut den anderen um. Wenn ich mir vorstelle jemand sagt mir das würde ich zwischen Mitleid und Angst schwanken und mich auf eine Freundschaft herausreden, einer Partnerschaft aber ausweichen.
Obwohl ich weiss, dass du noch jahrelang gut leben kannst.
 
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  • #5
Liebe FS

Ich verstehe Deine Sorgen sehr gut.
Verheimlichen, wäre eine Form von Betrug. Das wäre unschön.
Ich würde mindestens warten, bis ihr euch näher gekommen seid.
MS ist keine Bedrohung. Wenn beide lernen damit umgehen. Und es ist lernbar.
Habe nicht das Gefühl, dass sich die Partner wegen der Krankheit zurück ziehen,
jedoch die Form, wie es dem Partner mitgeteilt wird, ist entscheidend.
Bleib unbedingt dran mit der Partner-Suche.
 
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  • #6
#2 hat es sehr treffend beschrieben, das Dilemma.

Ich bin von keiner Krankkheit betroffen, zumindest weiß ich es nicht, aber sowas kann ja ganz schnell gehen. Habe mir nur mal Gedanken gemacht, was wäre wenn, bei mir und ebenso, würde ich so eine Frau treffen.

Nach meinen Gedanken und auch nach dem, was ich so aus dem Freundeskreis an Erlebnissen aufschnappe, ist eher ein Kennenlernen in der Realität empfehlenswert. Man lernt sich langsamer, umfassender und "natürlicher" kennen und dadurch ist auch der Moment der Wahrheit entspannter und vielleicht gar nicht mehr so überraschend. Man mag einen Menschen und geht dann mit eventuellen Einschränkungen ganz anders um

Ich denke, online ist es mehrheitlich doch recht oberflächlich, was mit viel Frust verbunden ist. Egal, ob es gleich im Profil steht oder ob man ein bischen abwartet, darüber zu reden. Die Tiefe des Kontakts ist nicht noch gegeben und das Beenden dadurch sehr leicht. Der andere ist als Mensch in seiner ganzen Ausprägung noch nicht beim anderen im Kopf angekommen.
 
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  • #7
Ich würde erst mal ein paar Dates nichts sagen. Gegebnüber den Männern, die Dich sowieso nicht wollten, mußtest Du Dich nicht offenbaren und konntest Deine Schutzhülle bewahren. Männer, die an Dir interessiert sind und vielleicht auch schon etwas verliebt sind, schauen vielleicht über Deine Erkrankung hinweg. Was nach der Verliebtheitsphase kommt, weiß auch bei Gesunden niemand.
Ganz wichtig ist, daß Du es überhaupt sagst. Allerdings solltest Du auch Vorteile der Verliebtheit für Dich nutzen, denn auch Du hast positive Eigenschaften, die erst mal erkannt werden müssen. Gib ihm die Chance dazu. Du wirbst im Interesse von Dir und auch Gesunde sind durchaus megaegoistisch, wenn es um ihr Leben geht.

m, 38 mit eigenem Handicap (Mb. Crohn)
 
  • #8
Hallo,

ich kenne die Krankheit, also besser gesagt das klinische Bild davon und ich weiß ca. wieweit die Forschungen da sind. Es ist die Frage, wie oft und wie viele Schübe du schon hattest und wie schnell ist dein Verlauf.

Ich bin da ehrlich, ich will keinen so kranken Partner haben und ich würde das gerne so früh wie möglich wissen. Ich denke, das ist auch legitim.

Du hast nicht nur die Verantwortung für dich, du ziehst dann noch eine andere Person mit rein und sie sollte die Wahl haben, ob sie so etwas mitmachen will. Klar kann jeder auch in einer bestehenden Partnerschaft unheilbar krank werden aber das ist was anderes, in meinen Augen.

Du solltest das relativ zeitnah sagen, wenn du jemanden kennenlernst, nicht gleich beim erstem Treffen, aber beim 2 oder 3 schon.
 
  • #9
Ins Profil würde ich es nicht schreiben. Bei MS ist die Spanne der Krankheitssymptome und der Ausfälle von sehr gering und langsamem Verlauf bis hin zu dramatischen Behinderungen und schweren Schüben so groß, daß ich das Kopfkino nicht befeuern würde. Das solltest du den Leuten selbst erzählen und zwar dann, wenn es aussieht, daß es ernst werden könnte.
Die Chance, beim Onlinedating jemanden zu treffen, der eine schwere chronische Krankheit toleriert, halte ich für gering, ganz ehrlich. Im wahren Leben könnte das besser aussehen.
Ich hatte in der Jugend eine Freundin, die MS hatte. Sie hat selbst mit Krankheitsschüben und ersten Ausfällen in der Feinmotorik einen Mann gefunden, der sie sehr liebte. Sie haben sich im Job kennengelernt. Die beiden haben nach vielen Fehlgeburten sogar ein Kind zusammen bekommen.
Aber: Sie war eine wunderschöne Frau, hochmusikalisch, zart, beschützenswert, für einen durchschnittlich ausehenden, älteren Mann wie ihn ein Sechser im Lotto. Und er verließ dafür seine Frau und sein behindertes Kind - er war Krankheit und Einschränkung also gewöhnt.
 
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  • #10
Ich habe auch MS und mit der Erkrankung einen Partner gefunden. Online.

In meinem Profil stand es nicht. Beim 1. Date habe ich es ihm natürlich nicht erzählt - Krankheiten sind wirklich kein Thema dafür -, aber recht bald. Es war ganz einfach, er war nicht schockiert. Ich hab ihm ein Buch in die Hand gedrückt, das ich auch dir nur empfehlen kann, falls du es nicht schon kennst. Es ist von Dr. Wolfgang Weihe und heisst "Warum die MS besser ist als ihr Ruf".

MS ist nicht ansteckend, sie ist nicht tödlich. Ich habe die Erkrankung schon seit 35 Jahren und nur leichte Einschränkungen. Ich arbeite, ich gehe aus, ich reise, ich kann Rad fahren, schwimmen, in Maßen sogar tanzen, mache Yoga und Fitness. Ich bin seit Anfang des Jahres zum 2. Mal (und hoffentlich letzten, das haben wir beide uns vorgenommen ...) verheiratet.

Fast alle Frauen mit MS, die ich kenne, leben in festen Partnerschaften oder sind verheiratet. Die meisten haben Kinder und führen auch sonst ein ganz normales Leben - mit kleinen Einschränkungen, manchmal auch mit größeren. Damit muss ein Mann umgehen können. Meiner kann es und die Männer der anderen Frauen können das auch. Nicht jeder wird in Frage kommen, aber du willst ja auch nicht jeden, sondern den Einen.

Falls jetzt der Rat kommt, du sollst dich doch in MS-Selbsthilfegruppen nach einem Mann umsehen: Tu's nicht! Frauen wie wir leben viel besser und leichter mit gesunden Männern. Und es gibt genug Auswahl, so sehe ich es um mich herum immer wieder.
 
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  • #11
Hier nochmal die #2.

Ich bin bei EP angemeldet und schriftlich habe ich es ganz am Anfang meiner Partnersuche zur Sprache gebracht, mit dem Ergebnis, dass der Kontakt sofort beendet war.
Seitdem lasse ich mir damit Zeit. Beim ersten Date ist eh der falsche Moment, aber wenn man sieht, dass es langsam ernst werden könnte und noch keine Verliebtheit eingekehrt ist, sage ich der Frau, was Sache ist. Die "Absprungrate" ist dann immer noch sehr hoch, aber das ist für meine Begriffe der einzige Zeitpunkt, der fair ist.

Ich habe viele Jahre gebraucht, um zum jetzigen Punkt zu kommen. Aus dem einfachen Grund, dass man mit sich ins Reine kommen muss. Früher habe ich mir oft eingeredet, dass ich keiner Frau das antun möchte, mit mir zusammen zu sein. Heute sehe ich das wesentlich gelassener. Es ist immerhin nicht meine Entscheidung, sondern ihre und die soll sie bitte selbst treffen.

MS ist hierbei noch deutlich weniger gewichtig, denn wie #4 schon sagte, können beide damit leben, wenn man sich darauf einstellt. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist dagegen schon ein anderes Kaliber.
Ändert aber alles nichts daran, dass du, FS, dir den passenden Zeitpunkt aussuchen musst und möglichst früh damit kommen solltest. Sonst ist die Enttäuschung später umso größer.
 
  • #12
Liebe Fragestellerin, für Behinderungen, chronische Krankheiten und ähnliche Begleitumstände gelten aus meiner Sicht zunächst zwei ganz einfache und prägnante Ratschläge:

a) Erzähle bezüglich Zeitpunkt und Umfang genau das, was Du auch realen neuen Bekanntschaften wie Kollegen oder Vereinskameraden in ähnlicher Situation des allerersten Kennenlernens erzählen würdest.

b) Bleibe stets bei der Wahrheit und verheimliche nichts, für das sich zufällig die passende Gelegenheit ergibt, in der man es fairerweise erzählen müsste. Das kann sogar schon online sein (siehe unten).

Geht das jeden x-beliebigen Menschen etwas an? Auch erste Dates sind erst einmal nur fremde Menschen und ganz viele erste Date enden im Nichts, und zwar für alle Teilnehmer hier, ganz unabhängig von Behinderungen oder chronischen Krankheiten. Es gibt keinen Grund, einem fremden Menschen etwas Intimes, höchst Persönliches auf die Nase zu binden, der Dir ohnehin abgesagt hätte, weil er Dich nicht mag, oder gar umgekehrt, den Du selbst gar nicht wiederzusehen wünschst.

Was man erzählt, hängt stark davon ab, ob die Behinderung (allgemein gesprochen) sofort bemerkbar ist oder ob sie nicht wahrnehmbar ist. Bezüglich sofort wahrnehmbarer Behinderungen wie motorische Einschränkungen finde ich es fair, schon im Mail-Kontakt darauf hinzuweisen, denn hätte man sich real kennengelernt, hätte es das Gegenüber ja auch wahrgenommen und er wird es auch beim ersten Treffen sofort sehen -- da hat Geheimnistuerei absolut nichts verloren, denn das Wahrnehmen ist nicht intim, sondern offenkundig.

Chronische Krankheiten, die nach außen nicht erkennbar sind, würde man dagegen realen Bekanntschaften nicht sofort auf die Nase binden, da sie zur Intimssphäre gehören. Hier ist es wichtig, eine faire Balance zu halten. Wer flirtet, datet und sich annähert, sollte schon spätestens beim zweiten oder dritten Date erzählen, was Sache ist --früher wäre fairer, wenn klar ist, dass gegenseitiges Interesse besteht. Je eher man weiß, dass es mit Lebenszielen oder Interessen des Kandidaten kollidiert, desto eher sollte man die Einschränkungen offenlegen.

Ein unfruchtbarer Mann kann z.B. nicht eine Frau mit Kinderwunsch daten, ohne dies im vornherein zu sagen, denn genau dazu sind Angaben wie Kinderwunsch gedacht. Das wäre einfach nur unfair. Eine Krankheit wie MS sollte man aber beim zweiten oder allerspätestens dritten Date erwähnen, je stärker die Einschränkungen sind, desto eher.

Ich würde aber, ehrlich gesagt, das erste Treffen abwarten, denn ganz viele Absagen kommen so oder so und dann ist es besser zu wissen, dass es nicht an MS lag, sondern ohnehin nicht gepasst hätte. So überlegt wäre das zweite Treffen wohl optimal für die Offenbarung.
 
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  • #15
Ich würde die Krankheit erst einmal für mich behalten. Solche persönlichen Dinge gehen Niemanden etwas an. Sollte sich aus einer Bekanntschaft eine ernsthafte Beziehung entwickeln, muß man es dem anderen irgendwann sagen, der Fairness halber aber niemals in der Datingphase aber nach einigen Monaten Beziehung finde ich das okay! Da die meisten Dates die Datingphase nicht einmal überstehen, halte ich ein frühes Erwähnen solcher persönlichen Dinge für unangebracht. Wenn es hier nach einigen geht, sollte bestenfalls ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Gesundheitszeugnis, Kontoauszug etc. vorgezeigt werden. Wenn sich ein Mann in dich verliebt, verliebt er sich in die Person, in Dein Wesen und weil Du so bist, wie Du bist. Eine Krankheit sollte da eher die 2. Rolle spielen. Niemand ist perfekt und keiner kann sich davon freisprechen, nicht irgendwann auch an irgendwas zu erkranken. Du bist dadurch kein Mensch 2. Wahl! Wer auf der Suche nach den besten Genen für den eigenen Nachwuchs ist, sollte lieber alleine bleiben. Wir sind ja nicht bei "Brave new world". Und wer Dir dann den Rücken kehrt, nachdem er von Deiner Krankheit erfahren hat, war es sowieso nicht wert. Der wäre früher oder später bei derartigen Problemen eh weg. Ich wünsche Dir viel Erfolg und sei tapfer und nicht aufgeben!!! W, 34
 
  • #16
Ich würde es sofort sagen. Wie heißt es so schön Ehrlich währt am Längsten.

Wahrscheinlich würde ich es sogar im Profil erwähnen. Das Besondere an mir ist.... das ich MS habe.

Es wird doch oft so viel langweiliges im Profil geschrieben und damit ragst Du aus der Masse.
 
  • #18
Ich würde die Krankheit erst einmal für mich behalten. Solche persönlichen Dinge gehen Niemanden etwas an. Sollte sich aus einer Bekanntschaft eine ernsthafte Beziehung entwickeln, muß man es dem anderen irgendwann sagen, der Fairness halber aber niemals in der Datingphase aber nach einigen Monaten Beziehung finde ich das okay!

Der FAIRNESS halber willst Du bis zu einer ernsthaften Beziehung warten?

Ich glaube es nicht! Dass Du den Partner extrem verarschst, kommt Dir nicht in den Sinn, nein?
 
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  • #19
Ich kann es kaum fassen, dass hier fast unisono geraten wird, die Krankheit erst einmal zu verschweigen.

Die MS ist eine unheilbare Krankheit, die das Leben eines Paares ganz erheblich einschränken kann und die immer wie ein Damoklesschwert über dem Patienten schwebt.

Daher MUSS man das meiner Meinung nach beim ersten Treffen unbedingt dem anderen sagen, um ihm die Gelegenheit zu geben, wenn er mit einer solchen Bedrohung nicht leben will, sofort Abstand zu nehmen. Verschweigen erschien mir wie eine Lüge, wie ein Hinhalten.

Mein Feund hatte, bevor wir uns kennenlernten, Kontakt mit einer Frau, die ihm erst beim dritten oder vierten Date gestanden hat, dass sie Brustkrebs hatte. Er fühlt sich von der Datepartnerin hintergangen, weil er nie ein zweites Date mit ihr gewollt hätte (seine Frau ist an Krebs gestorben) wenn er von Anfang an über ihre Krankheit Bescheid gewusst hätte.
 
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  • #20
Das zweite Treffen wie Frederika schreibt klingt recht vernünftig, je nachdem wie schnell sich etwas entwickelt würde ich sagen sollte man solche Sachen beim 2ten bis 4ten Date gesagt haben.
Wenn man halt merkt das gegenseitige Sympathie vorhanden ist und sich beide eine Beziehung vorstellen können dann sollte das auch geklärt werden, später wird es wie Frederika geschrieben hat nur unnötig schmerzhaft wenn sich herausstellt das der andere nicht damit umgehen kann oder der andere fühlt sich hinters Licht geführt weil so etwas bedeutendes verheimlicht wurde und vorher würde es das erste Kennenlernen dann doch zu sehr überschatten.
 
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  • #21
Ich würde erst dann erzählen, wenn der Mann mich zweites Mahl sehen möchte und ich ihn mir als Partner vorstellen kann. Wenn ich nicht sicher bin, dann lieber etwas später, beim 3-4 Date, aber auch nicht später. Wünsche der FS ganz viel Glück!
 
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  • #22
Dann nenne doch mal Zahlen und konkrete Empfehlungen an die Fragestellerin!

Die Empfehlung "niemals in der Datingphase aber nach einigen Monaten " halte ich auch für nicht zielführend.

Nach 4, 5 oder 6 Dates halte ich die Information schon für angebracht, also auf jeden Fall in der Datingphase. Später ist es unfair. Das 2. Date halte ich tatsächlich für einen verfrühten Zeitpunkt. So einfach fällt es ja nicht, sowas zu sagen. Die ersten Dates sollen unbeschwert sein.

Aber dann, bald danach, habe ich es immer gesagt. Wann genau, das kann ich nicht beschreiben. Es ergibt sich, dass man über bestimmte Pläne und Vorhaben in seinem Leben spricht. Oder auch über die Vergangenheit, warum manche Dinge eben nicht so geklappt haben, wie man eigentlich wollte. Es gibt passende Augenblicke, die Erkrankung möglichst undramatisch und sachlich zu erwähnen, ohne Selbstmitleid und Gejammere. Nicht isoliert davon anfangen, in etwa so: "Ich muss dir noch was Wichtiges über mich sagen."
 
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  • #23
Nach 4, 5 oder 6 Dates halte ich die Information schon für angebracht, also auf jeden Fall in der Datingphase. Später ist es unfair. Das 2. Date halte ich tatsächlich für einen verfrühten Zeitpunkt. So einfach fällt es ja nicht, sowas zu sagen. Die ersten Dates sollen unbeschwert sein.

Selten hat mich ein Thread so bewegt wie dieser. Am Anfang war ich betroffen und hatte fast Mitleid, dann hat #9 Schwung und positive Stimmung verbreitet, inzwischen herrscht bei mir blankes Entsetzen.

Im Krieg und in der Liebe sind alle Mittel erlaubt - das ist inzwischen Kern dieses Threads.

Es wird empfohlen beim Partner auf den Punkt hinzuarbeiten, bei dem es kein Zurück mehr gibt. Eine Beziehung, wo der Partner nicht mehr NEIN sagen kann, wo er sich in die Pflicht genommen fühlt, wo ihm vor Augen geführt wird, wenn du jetzt gehst - nach all dem Schönen - bist du das Allerletzte und ein schlechter Mensch. Es wird das Outing propagiert, nachdem beide sich längst über beide Ohren verliebt haben, nachdem beide schon Sex hatten (nach dem 6. Date!). Das ist emotionale Erpressung, das ist Prostitution vor einer Beziehung für eine Beziehung. Das ist ganz, ganz, schlimm und höchst verachtungswürdig.
 
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  • #24
Wieso fühlt sich jemand "verarscht" wenn man seine Krankheit nicht nennt? Verarscht fühlen würde ich mich nur, wenn ich gefragt hätte: hast du eine Krankheit und derjenige es verneint hätte.
Fühlst du dich auch "verarscht", wenn ich dir vorenthalte, dass ich vermögend bin, ein Haus in der Südsee habe? Das ist doch ganz udnd gar meine persönliche Entscheidung, ob und wann ich dir etwas sehr persönliches mitteile.... und wenn du einen Unterschied machen willst zwischen Krankheit und z.B. was anderem, dann liegt das einzig und allein in deiner persönlichen Bewertung/ Verurteilung, an die ich mich persönlich überhaupt nicht zu halten habe. Der eine hat eine Erkrankung, der andere ein uneheliches KInd, der nächste Schulden usw.
Der FS rate ich, die Krnakheit dann zu erwähnen, wenn es in den kOntext passt, genauso wie man sich im Laufe der zeit andere Dinge von sich erzählt. Keiensfalls würd eich das betonen oder ein besonderes Aufehben davon machen. Es ist die Persönlichkeit die zählt und ie beinhaltet beidem einen eine Erkrankung, beim anderen ein charakterliches Defizit usw. Ich kenne niemanden perfektes. Und dem Partner, der erschrocken reagieren würde, würde ich sagen: du darfst bleiben solange du möchtest, du darfst gehen, wann immer du es willst. Viele begreifen gar nicht, dass eine Krankheit überhaupt kein Liebeshinderungsgrund ist, wenn die Liebe es so will.
Der Hinderungsgrund entsteht im Ego, das sollte man dann auch klar eingestehen. Die Liebe macht den Unterschied nicht.
 
  • #25
Wieso fühlt sich jemand "verarscht" wenn man seine Krankheit nicht nennt?
Weil jeder mit gesundem Verstand weiß, dass diese Information bestimmend sein kann, um sich für oder gegen eine Partnerschaft zu entscheiden.

Weil man weiß, dass es je nach Krankheitsverlauf einen sehr großen Einfluss auf die Lebensgestaltung beider Partner haben kann.

Weil es der Anstand gebietet, wichtige Informationen freiwillig preiszugeben, damit der andere eine fundierte Entscheidung treffen kann.

Weil es super fies ist, jemanden sich verlieben zu lassen und ihm absichtlich wichtige Informationen vorzuenthalten.

Verarscht fühlen würde ich mich nur, wenn ich gefragt hätte: hast du eine Krankheit und derjenige es verneint hätte.
Man muss also alles selbst abfragen? Nein, da bist Du aber falsch gewickelt.

und wenn du einen Unterschied machen willst zwischen Krankheit und z.B. was anderem, dann liegt das einzig und allein in deiner persönlichen Bewertung
Natürlich liegt das an der Bewertung -- waurm stellst Du das negativ dar? Es geht bei der Bewertung darum, wie sich das eigene Leben gestalten wird, ob man zusammen seine Lebensziele verwirklichen könne wird, ob man den gleichen Lebensweg gehen will.

Der eine hat eine Erkrankung, der andere ein uneheliches KInd, der nächste Schulden usw.
Verrätst Du denn auch Kinder nicht, wenn der andere nicht fragt?!
 
  • #26
Mein Feund hatte, bevor wir uns kennenlernten, Kontakt mit einer Frau, die ihm erst beim dritten oder vierten Date gestanden hat, dass sie Brustkrebs hatte. Er fühlt sich von der Datepartnerin hintergangen, weil er nie ein zweites Date mit ihr gewollt hätte (seine Frau ist an Krebs gestorben) wenn er von Anfang an über ihre Krankheit Bescheid gewusst hätte.

...so würde ich das auch sehen! Obwohl ich nicht der bin, von dem im Zitat geschrieben steht, ist mir exakt das Gleiche passiert. Wenn ich irgendwann mal wieder für eine neue Partnerin bereit bin, möchte ich bitte mit Krankheiten so gut es geht verschont werden. Das ist nicht unbedingt fair aber eben mein Wunsch. Was dann in Zukunft kommt, weis eh keiner und ist auch nicht absehbar ... aber ich würde mich klar gegen eine Partnerin mit "Krankheitsvorgeschichte" entscheiden ... sorry!
Für alle die, die jetzt aufschreien sei gesagt, dass ich mit meiner geliebten (und leider nun verstorbenen) Frau viele Jahre mit dem Krebs im Hintergrund gelebt habe und WIR 2011 leider verloren haben.
 
  • #28
Die Chance, beim Onlinedating jemanden zu treffen, der eine schwere chronische Krankheit toleriert, halte ich für gering, ganz ehrlich. Im wahren Leben könnte das besser aussehen.
Stimmt nicht! Ich bin selber Rollstuhlfahrerin und ich hatte den letzten Partner online kennengelernt. Ebenfalls kenne ich noch 2 Rollstuhlfahrerinnen, welche ihren Partner online kennengelernt hatten.<MOD: Gekürzt.>

Und ich hatte relativ viele Dates. Den Männern viel es leichter online Fragen zu stellen und sich mit mir auszutauschen, was sie vermutlich "live" aus Unsicherheit und Befangenheit nicht so leicht getan hätten. Sie wurden neugierig und durch den E-Mail Austausch lernten sie mich zunächst als eine Frau (einen Menschen) kennen und nicht in ersten Linie durch das Handicap.

Im realen Leben hatte ich auch Partner kennengelernt, wobei einer im Gesundheitswesen gearbeitet hatte. Ansonsten müssen wir immer diejenigen sein, welche sich offensiv und aktiv gegenüber den anderen Menschen verhalten müssen und häufig das Ansprechen/die Gespräche beginnen, weil die Menschen sich leider nicht "normal" und natürlich verhalten können. Da ist leider sehr häufig eine Hemmschwelle vorhanden.

Es kann genauso gut online wie auch offline passieren, dass man einen Partner findet.
 
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  • #29
Meine Tante hat MS. Für mein Onkel war das überhaupt kein Thema wegen dieser Krankheit mit der Frau Kontakt abzubrechen o.Ä. Sie sassen 12 Jahre in der Schule an einem Tisch. Sie war später mit einem anderen Mann verheiratet, hat einen Sohn aus der ersten Ehe.
Danach kam sie mit meinem Onkel zusammen und mein Onkel hat sich keine Sekunde dran gezweifelt sie deswegen nicht zu heiraten. Ihm war klar, dass sie irgendwann ein Pflegefall werden würde, ihre Schübe werden immer häufiger und mein Onkel hat sie gepflegt. Nun ist mein Onkel unerwartet an Herzinfarkt gestorben und seine Frau muss irgendwie alleine zurecht kommen, aber wir helfen alle soviel wir können.

Ich denke, dass wenn ein Mann eine Frau richtig liebt, ist ihm ihre Krankheit egal. Andersherum wäre es mir egal, wenn ein Mann MS hätte.
 
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  • #30
Wenn der eine sich unfair behandelt fühlt, weil er von einer Krankheit zu spät erfährt und sich dann evtl, schon verliebt hat und nun enttäuscht sich zurückziehen will, dann ist es für den Kranken unfair,wenn er aufgrund seiner Krankheit von vorneherein abgelehnt wird. Emotionale Schmerzen lassen sich so oder so nicht vermeiden - entweder leidet der Nichtinformierte oder der Kranke.... das ist das Leben
 
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