• #1

Muslimische Freundin

Ich (w/24) bin Muslimin und habe einen türkischen Migrationshintergrund. In meinem universitären und freizeitlichen Umfeld habe ich es bisher noch nicht geschafft eine Beziehung aufzubauen.

Ich habe mich bereits mit einigen Männern getroffen und stets die gleiche "Ablehnung" bemerkt. Viele trauen sich nicht an mich ran und die die es tun fragen mich aus, ob ich eine streng religiöse Familie oder Brüder habe.
Viele denken, sobald Sie mit mir ausgehen, müssen Sie einen Ehrenmord oder dergleichen befürchten. Dabei bin ich nur gläubig wie die meisten Menschen und trage nicht einmal ein Kopftuch und bin auch sonst offen drauf.

Sowas geht mir den tierisch gegen den Strich. Ich bin eine ganz "normale" Frau und möchte auch Liebe erfahren. Auch viele meiner türkischen Freundinnen ergeht es so.

Welchen Ratschlag könnt Ihr mir erteilen ?
Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht ?
 
  • #2
Klischees beruhen immer auch auf Erfahrungen, die je nach Häufigkeit letztendlich das Bild einer Migrantengruppe prägen. Hast du selbst keine Klischeevorstellungen von anderen Nationen oder Ethnien? Könntest du dir z.B. einen farbigen Partner vorstellen? Was würde deine Familie dazu sagen?
Ich habe in meiner Studentenzeit viele "moderne", gebildete Türkinnen getroffen und bei fast allen war es so, dass sowohl sie selbst als auch ihre Familien nur einen türkischen oder arabischen, also muslimischen, Partner haben wollten. Ich habe zu einigen auch noch Kontakt und so gut wie alle haben einen türkischen Mann geheiratet. Muslimische Eltern, auch wenn sie sich nach außen noch so modern geben, lehnen einen Nicht-Moslem als Schwiegersohn sehr häufig ab. Bei Schwiegertöchtern ist es anders, viele deutsche Frauen sind ja mit Türken zusammen bzw. verheiratet.
Und es gibt leider immer wieder Fälle von Ehrenmorden usw., auch wenn deine Familie nicht so ist- manche deiner Landsleute eben schon. Dass diese dann dem Image der gesamten Gruppe schaden, ist klar. Ich denke, dass es am besten ist, wenn jeder in seiner eigenen Kultur datet, mit einem türkischen bzw. muslimischen Mann hast du doch viel mehr Gemeinsamkeiten (Religion, Traditionen, Bedeutung der Familie).
 
  • #3
Wie wäre es denn, wenn du einen ( nicht muslimischen ) Freund hättest ?
Würdest du bei ihm übernachten ?
Würdest du mit ihm schlafen ?
Nimmst du die Pille ?
Wie würden deine Eltern zu ihm stehen ?
Und wie, wenn er sich von dir trennen würde ?

Könnte es sein, dass die Männer denken, dass das alles etwas von dem abweichen würde, wie nicht-muslimische Frauen das handhaben ?
Ehrlich gesagt, bin auch ich nicht frei von diesem Vorurteil, Asche auf mein Haupt.

w 48
 
  • #4
Viele befürchten wahrscheinlich, dass das ganze schon aus dem kulturellen Hintergrund nicht funktioniert.
Da wirst du nicht viel machen können ausser einen zu finden, der diese Bedenken nicht hat.
 
  • #5
An mir waren tatsächlich mal zwei Muslimas interessiert, die sich jedoch im Interesse ihres Elternhauses distanzieren mussten. Es ging da nicht um Fremden- oder Christenfeindlichkeit, auch hätte ich niemandem der männlichen Verwandtschaft einen Ehrenmord oder dergleichen zugetraut (die statistisch betrachtet quasi so gut wie nicht existent sind in Deutschland - die meisten entpuppen sich als Morde aus konventionellen Gründen wie bspw. Habgier). Die Familien waren nicht einmal besonders stark im Glauben verwurzelt. Grund war vielmehr eine zutiefst konservative Einstellung - Christen und Muslima, Deutsche und Türkinnen bzw. türkische Migrantinnen treffen einander einfach nicht. War so, ist so, wird immer so bl...

Nein, wird es mit Sicherheit nicht. Vor gar nicht allzu langer Zeit (meine Eltern hatten noch unter dem Problem zu leiden), war es unter Katholiken noch verpönt, sich mit Protestanten zu verheiraten und vice versa. Heute ein unvorstellbares Problem. Ist die Zeitspanne nur lang genug, davon bin ich überzeugt, wird auch diese konfessionelle Hürde kein Thema mehr sein. Aber das hilft Dir jetzt natürlich wenig ...

Tja, aber außer dem Kennenlernen und dem damit einhergehenden Abbau von Klischees und Vorurteilen wird Dir und Deinen Freundinnen leider nichts übrig bleiben. Sobald die Männer sich näher mit Dir beschäftigen, vielleicht auch die Gelegenheit bekommen, Deine Familie kennenzulernen, wird sich das Problem von alleine lösen.
 
  • #6
Was nützt Dir die Aufregung? Die Männer, die Du Dir aussuchst wollen nicht und das ist ihr gutes Recht. Guck' Dich nach Männern mit Migrationshintergrund um, die keine Vorurteile haben und mit Deinem Glauben besser zurecht kommen.

In Deutschland verliert Religion für immer mehr Menschenihre Bedeutung. Für mich käme kein Mann infrage, der einen ausgeprägten christlichen Hintergrund hat, geschweige denn eine andere Religion, weil ich von geistigen Restriktionen egal welcher Coleur nichts halte. Ich bin überzeugte Atheistin. Jeder darf glauben was er will und davon sein Leben bestimmen lassen, soll mich aber damit nicht behelligen. In einer Partnerschaft geht das nicht.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Deine Vermutung richtig ist, dass das Desinteresse in Deiner Religion begründet ist. Das möchte ich stark anzweifeln und denke, Du hast Vorurteile :) oder bist schlecht informiert über das Leben in Deutschland.
Beruflich bedingt habe ich viel Kontakt mit stdierten Deutsch-Tuerkinnen, die alle Dein Problem haben. Diese jungen Frauen haben oft ein uberzogenes Selbstbewusstsein mit dominantem Auftreten - wen wunderts, sind sie doch oft die ersten in ihrer Familie, die eine anspruchsvolle Ausbildung mit entsprechendem Einkommen haben. Den weichgespuelten deutschen Männern ist das zuviel und auch der Familiensinn dieser Frauen, nicht deren Religion, ok vielleicht auch geringfügige Angst vor einem Bruder der für Dich eintritt, falls sie Dich so schlecht behandeln wie eine deutsche Frau. Anders können und wollen sie aber nicht, auch nicht Deinetwegen.
Die Kolleginnen daten schließlich Männer mit Migrationshintergrund oder bleiben Single, weil sie eine noch schlechtere Männerauswahl haben als gebildete deutschstaemmige Frauen, weil sich unter Männern mit Migrationshintergrund mehr Bildungsversager finden, die Du vermutlich auch nicht willst.
Setz' Dich mit dem Thema auch mal auseinander, statt so unikausal vorzugehen. Vielleicht frustruert Dich das weniger.
 
A

Ares

  • #7
Wie die Frauen hier schon beschrieben haben, ist der kulturelle Hintergrund das Problem. Aus männlicher Sicht (pauschalisiert): während junge muslimische Männer sich um die Moralvorschriften nicht weiter kümmern und fleissig Erfahrungen mit "unseren" Frauen sammeln, wachen Brüder und Väter über die "Moral" muslimischer Frauen. #2 hat einige Kernfragen dazu formuliert, Ärger ist zu befürchten. Andere Männer sehen das offenbar genauso, ich halte das nicht mal für ein "Vor"urteil (#2), sondern für eine Tatsache.
Um dann auch noch erklärtermaßen "gläubige" muslimische Frauen mache ich daher einen großen Bogen, so wie um streng katholische oder esoterische Frauen auch. Du solltest Dir einen Mann suchen, der ebenfalls muslimischen Hintergrund hat und Deine Sichtweise teilt (vermutlich ist dann Deine Bildung eher hinderlich), vielleicht auch einen deutschen Mann, der genügend Verständnis und Geduld aufbringt (das dürfte schwierig sein). Mit einer Frau mit türkischem Hintergrund hätte ich nur keine Probleme, wenn sie nicht mehr aktiv "gläubig" ist und die Familie das auch so sieht.
Viel Glück!
 
  • #8
Man hört bzw liest eben leider so Vieles, was in einem den Eindruck entstehen lässt, dass die beiden Konfessionen einfach nicht kompatibel sind. Ist es nicht so, dass viele Muslime Christen und andere Andersgläubige als "Ungläubige" bezeichnen, nur mal als ein Beispiel. Wenn Du gerne einen Partner haben möchtest, der einer anderen Religion angehört als der Deinen, dann muss Du halt besondere Schwierigkeiten überwinden, aber es ist bestimmt nicht unmöglich, jemanden zu finden.
 
  • #9
Noch ein anderer Gedanke: Ich hatte im Studium ein paar warmherzige, witzige muslimische Bekannte.

Im Gespräch haben sie alle (nicht nur türkischstämmig, auch die Iranerinnen waren angewidert) einstimmig erzählt, dass für sie nichtmuslimische Männer niemals infrage kommen würden, weil die meisten nicht beschnitten sind und sie das eklig finden.

Vielleicht ist das auch ein Aspekt, den die Männer im Kopf haben? Ist für Menschen, die nicht so vertraut damit sind, alles etwas befremdlich und unbekannt und daher hemmend?
 
  • #10
Liebe Miausi,
vor kurzem hat eine muslimische Freundin von mir ihren deutschen, christlich geprägten Freund geheiratet; die Familien hatten kein Problem damit, ganz im Gegenteil, nachdem man sich gegenseitig kennen gelernt hatte.
Ich weiß aber auch, dass so etwas nicht sehr oft vorkommt. Traditionell erlaubt der Islam, das weißt du sicher auch, Ehen zwischen muslimischen Männern und christlichen oder jüdischen Frauen. Umgekehrt sieht es, zumindest traditionell, anders aus. Es gibt liberale oder gar progressive islamische Strömungen, die Verbindungen zwischen Muslimas und nicht-muslimischen Männern in Ordnung finden. Sind deine Eltern, ist deine Familie, dieser Meinung? Würden sie tolerieren, dass du einen Freund hast, mit dem du vor der Ehe intim bist? Dann gehörst du zur Minderheit, und natürlich wissen das die Männer hier auch.
Dass die unterschiedlichen Kulturen nur unter sich daten und Beziehungen eingehen sollten, finde ich nicht. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Multikulkti-Partnerschaften.
Ich selbst bin Muslima und mit einem Mann verheiratet, der christlich erzogen ist.
 
  • #11
Dabei bin ich nur gläubig wie die meisten Menschen und trage nicht einmal ein Kopftuch und bin auch sonst offen drauf.
Das du so herausstellst, dass du noch nicht einmal ein Kopfttuch trägst, finde ich merkwürdig. Was heißt denn bei dir gläubig?
Wie wirkt sich das im Alltag aus? Wie traditionell/modern ist deine Familie? Wie sieht das familiäre Umfeld aus, gibt es da auch Freunde mit deutschem Hintergrund?
 
  • #12
Liebe Miausi,

Wie schon erwähnt, spielt in Deutschland der Glaube, erfreulicherweise, eine immer geringer werdende Rolle. Auch für mich käme ein Partner mit religiösen Hintergrund nicht in Frage. Niemals würde ich zulassen, dass mein Kind mit einem mittelalterlichen Aberglauben aufwächst
Ich kann mir vorstellen, dass gerade junge gebildete Männer auch weibliche Freigeister favorisieren. Einen geeigneten Freund wirst Du wahrscheinlich nur unter Menschen Deiner Glaubensrichtung finden
 
A

Ares

  • #13
Traditionell erlaubt der Islam, das weißt du sicher auch, Ehen zwischen muslimischen Männern und christlichen oder jüdischen Frauen.
Eine interessante Aussage, die mir so klar nicht bewusst war. Man findet das aber so auch tatsächlich im Internet. Was für Konsequenzen hat das im Islam? Ist die Ehe einfach ungültig? Wird die Frau aus ihrer Familie oder ihrer Gemeinde vertoßen? Oder ist das gar ein "legitimer" Grund für einen Ehrenmord?
 
  • #14
ich sehe das ähnlich wie der Großteil der Vorposterinnen und Vorposter.
Ich hätte auch Bedenken, wenn ich ein Mann wäre, nicht Deine Religion teilen würde und somit ein "Ungläubiger"
 
G

Ga_ui

  • #15
Männer befürchten wahrscheinlich, du bist sexuell unerfahren und willst als Jungfrau in die Ehe gehen. Deutschland ist ein sehr sexualisiertes Land. Mehr als 90 % deutscher Beziehungen scheitern aufgrund langweiligem, schlechten, fehlendem oder zu wenig Sex.
Heiraten und Kinder möchten deutsche Männer ja auch nicht mehr.
Sie befürchten wahrscheinlich, noch mehr als bei deutschen Frauen, nach dem ersten Sex sofort heiraten müssen und dass du ihnen ein Kind anhängst.

Erschwert kommt hinzu:
Deutschland ist das Land der Atheisten. Die meisten deutschen, Männer sind religions- und glaubensfrei, und brauchen eine moderne Frau an ihrer Seite, ohne jeglichen Glauben.

Die Männer, die nicht atheistisch sind, sind dann entweder evangelisch oder katholisch und das beisst sich mit deiner Religion.

Und restlichen wenigen Männer, die ein traditionelles Familienleben anstreben, befürchten wahrscheinlich, dass die Kinder dann nach deiner Religion aufgezogen werden müssen, weil deine Eltern das so wollen.

Deutsche Männer sind sehr kontrollverliebt und gehen keinerlei oben genannter Risiken oder Kompromisse ein.
 
  • #16
Gerade das Feld "Glauben" ist immer noch hochemotional besetzt - irrational und daher kaum diskutierbar.
.
Völlig wertfrei: Beziehungen zwischen Moslems und Christen mit ihren unterschiedlichen Lebensanschauungen stehen vom Konfliktpotential wenigstens auf dem Level von einer Partnerschaft zwischen

Raucher / NIchtraucher
Veganer / Fleischesser
Sportler / Couchpotato.

Nicht unmöglich, aber auch sehr schwierige Vorrausetzungen für ein Zusammenleben, die (im eigenen Interesse) nicht unterschätzt werden sollten.
 
  • #17
Ich habe auch mal eine herzallerliebste Türkin kennengelernt.
Eine ganz tolle Frau. Hätte ich mit ihr Sex haben können und eine ganz normale Beziehung führen können ohne Heimlichkeiten, so wie mit einer deutschen Frau?
Nein.

Kann ich mit diesen Einschränkungen dauerhaft leben und möchte ich damit leben? Nein. Gäbe es die Einschrankungen durch den Ehrbegriff nicht,
hätte ich sie vermutlich sogar geheiratet, so eine liebenswerte Frau war sie.

Für den "deutschen Part" sind das massive Einschränkungen und nichts was kulturell als hinnehmbar erachtet wird. Versetz dich auf die Seite des Mannes
und guck ob du selbst Einschränkungen in Kauf nähmest.

Würdest und dürftest du zum Christentum wechseln, wenn dein Mann darauf bestünde?
 
  • #18
Eine interessante Aussage, die mir so klar nicht bewusst war. Man findet das aber so auch tatsächlich im Internet. Was für Konsequenzen hat das im Islam? Ist die Ehe einfach ungültig? Wird die Frau aus ihrer Familie oder ihrer Gemeinde vertoßen? Oder ist das gar ein "legitimer" Grund für einen Ehrenmord?
Natürlich ist das kein Grund für einen sogenannten Ehrenmord. Dieser ist islamisch überhaupt nicht zu rechtfertigen; es ist eine absolut verabscheuungswürdige kulturelle Geschichte.
Nein, so eine Ehe ist nicht ungültig, tatsächlich sind es aber leider die Familien, die so eine Verbindung nicht akzeptieren.
Der Grund ist vor allem der, dass angeblich der Mann für die religiöse Erziehung zuständig ist, was in unserem Kulturkreis ganz sicher nicht stimmt.
Liberale islamische Gemeinden, Strömungen und Organisationen wie z. B. der Liberal-Islamische Bund vertreten unter anderem daher eine andere Position und befürworten selbstverständlich auch Partnerschaften zwischen muslimischen Frauen und andersgläubigen Männern. Vor allem Angehörige der monotheistischen Religionen gelten keineswegs als Ungläubige.
Für die FS wäre zu klären, wie ihre Familie zu so einer Partnerschaft stehen würde. Wenn es bedeuten würde, dass sie dann mit ihrer Familie brechen müsste, stehen die Chancen ganz schlecht, dass so was funktioniert.
 
A

ak18

  • #19
Ich (w/24) bin Muslimin und habe einen türkischen Migrationshintergrund.
Wenn du mit dieser Aussage eine Beziehung zu einem atheistischen Mann starten willst, wird es wahrscheinlich recht schwer.

Ich bin eine ganz "normale" Frau und möchte auch Liebe erfahren.
Das allerdings ist der Schlüssel zu einer Beziehung. Wenn jetzt nur nicht die Häkchen bei normal wären.

Wenn ein Mann dich als selbstbewusste normale Frau kennenlernt, die ihm das Gefühl gibt, dass er die Nummer 1 vor der Religion und dem Hintergrund (Familie, Herkunft,...) ist und die mit ihm eine ganz normale Beziehung lebt, wie er sie mit jeder anderen haben könnte, gibt es kein Problem.
Und wenn er ein starker und toleranter Mann ist, wirst du auch alle Freiheiten haben das auszuleben was dir wichtig ist, weil es dann ja die Beziehung (so gut wie) nicht belastet.

Beziehung ist auch ein Geben und Nehmen.

Denn wenn du gleich einen Kredit auf ethische und ethnische Besonderheiten haben willst, musst du ganz schön was in die Waagschale werfen.
 
  • #20
Liebe Miausi,
Wie schon erwähnt, spielt in Deutschland der Glaube, erfreulicherweise, eine immer geringer werdende Rolle. Auch für mich käme ein Partner mit religiösen Hintergrund nicht in Frage. Niemals würde ich zulassen, dass mein Kind mit einem mittelalterlichen Aberglauben aufwächst
Diese Meinung ist weit verbreitet, und sie ist vermutlich mit ein Grund für den traurigen Werteverfall. Für solch einen Mann kämst du genauso wenig in Frage wie er für dich. Bei mir ist das genauso; mit Menschen, die dieser Ansicht sind, könnte ich nicht mal befreundet sein. Bin ich auch nicht, ich habe wirkliche Freunde, die meine Ideale und Werte teilen - die allermeisten übrigens Nicht-Muslime, entweder christlichen Werten verpflichtet wie mein Mann oder vorurteilsfrei und offen.
 
  • #21
Deutschland ist ein sehr sexualisiertes Land. Mehr als 90 % deutscher Beziehungen scheitern aufgrund langweiligem, schlechten, fehlendem oder zu wenig Sex.
Interessante Theorie. Davon habe ich noch nie gehört. Ich dachte, Beziehungen scheitern an was ganz anderem.

Heiraten und Kinder möchten deutsche Männer ja auch nicht mehr.
Sie befürchten wahrscheinlich, noch mehr als bei deutschen Frauen, nach dem ersten Sex sofort heiraten müssen und dass du ihnen ein Kind anhängst.
Ebenso interessant. In meinem Bekanntenkreis sind fast alle Männer, religiös oder nicht, verheiratet, die meisten haben Kinder und sind glückliche Ehemänner und begeisterte Väter. Um Missverständnissen vorzubeugen: es sind keine Spießer, sondern viele Künstler, Freiberufler, Wissenschaftler.

Erschwert kommt hinzu:
Deutschland ist das Land der Atheisten. Die meisten deutschen, Männer sind religions- und glaubensfrei, und brauchen eine moderne Frau an ihrer Seite, ohne jeglichen Glauben.
Dass eine moderne Frau sich durch die Abwesenheit eines wie auch immer gearteten Glaubens definiert, finde ich auch absolut erstaunlich.

Die Männer, die nicht atheistisch sind, sind dann entweder evangelisch oder katholisch und das beisst sich mit deiner Religion.
Mein Mann ist evangelisch, und da beißt sich eigentlich nichts. Wir teilen ein sehr ähnliches Wertesystem: Treue, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Toleranz, Loyalität, Durchhaltevermögen. Sogar Opferbereitschaft, Hingabe und die Fähigkeit, einander zu dienen - obwohl das wirklich altmodisch klingt.

Und restlichen wenigen Männer, die ein traditionelles Familienleben anstreben, befürchten wahrscheinlich, dass die Kinder dann nach deiner Religion aufgezogen werden müssen, weil deine Eltern das so wollen.
Vielleicht will sie das selber?
 
  • #22
Hallo Miausi,
ich möchte hier von einer jungen Kurdin berichten, die ich zwei Jahre lang während ihrer Lehre begleitet habe, weil sie in einer staatlichen Fördermaßnahme war. Dieses Mädchen haben meine Kollegen und ich mit vereinten Kräften zum erfolgreichen Lehrabschluss befördert, haben ihr zwei Jahre lang intensiven Nachhilfeunterricht, sozialpädagogische Betreuung und Hilfe bei Behördengängen angedeihen lassen. Dann, als sie ihre Lehre bestanden hatte, zeigte sie mir ein Foto von einem Typen, den sie toll fand. Ich fragte sie, was dieser junge Mann so mache, da kam Folgendes heraus: Anfang 20, keine Lehre, da kein Schulabschluss, Arbeit als Ungelernter, keinen Führerschein mehr wegen Alkohols, Konflikte mit den deutschen Gesetzen. Ich frage sie: "Was willst Du mit solch einem Problembären?" Sie sagt: "Aber er ist Moslem." Ich sage: "Ja und?". Sie erwidert: "Mein Onkel [welcher der Erziehungsbevollmächtigte war] sagt, dass ein Deutscher erstmal sauber werden müsste."
So sieht's aus. Man nimmt gerne von Deutschland, aber deutsche Männer lehnt man ab, weil sie nicht sauber (=nicht beschnitten, nicht moslemisch) seien. Und dieses Mädchen ist bei ihrem Onkel aufgewachsen, der eine Deutsche als Frau hatte und dennoch einen deutschen Schwiegersohn ablehnen würde.
Meine moslemischen Schüler (u.A. Iraker, Iraner und Türken, manche Kurden, manche nicht) waren ähnlich drauf. Wenn man sich lange genug kennt und in die Tiefe mit ihnen unterhält, dann merkt man deutliche Abschottungstendenzen.
Bei gläubigen moslemischen Familien muss ein Nicht-Moslem erst konvertieren, damit er eine Tochter der Familie heiraten kann. Wenn ein Sohn der Familie eine Christin oder Jüdin heiratet, dann darf sie ihren Glauben behalten, aber die Kinder müssen moslemisch erzogen werden. Das will natürlich keiner.
Ich würde auch keinen Moslem heiraten. Ich stehe dazu.
 
  • #23
Um ein paar Sachen gerade zu biegen

- Ich gehe höchsten 1x die Woche in die Moschee, auch bete ich nicht 5x am Tag Richtung Mekka.
- Mein Eltern sind etwas altmodisch, würden mir aber nie in die Partnerwahl reinreden.
- Mein Freundeskreis ist wild durchmischt, aber hauptsächlich nur weibliche Freunde.

Ich bin ein sehr liberaler Mensch, frei nach Friedrich dem Großen " Jeder soll nach seiner Facon selig werden".
Ich hatte auch schon einige Liebschaften, mehr aber nicht.

Viele türkische/muslimische Männer sind extrem konservativ, eifersüchtig und wollen eine Jungfrau.
Halten Ausschau nach einer bildhübsche Frau, die dann hinterm Herd versauert. Für was studiere ich dann eigentlich.
Ich würde mit denen nicht glücklich werden und die nicht mit mir.
Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die meisten sind so.

Und die "nicht-muslimischen" Männer haben leichte Bedenken/Abneigungen.
Ich bevorzuge keine bestimmte Ethnie, falls die Frage aufkommen sollte.

Wenn es hier nicht klappt muss ich wohl ins Ausland :D
 
  • #24
Ich denke, deutsche Männer haben in erster Linie Sorge wegen der anderen Religion. Natürlich gibt es da jede Menge Vorurteile, die man auch hin und wieder bestätigt sieht, vor allem durch den islamistischen Terror, den es ja leider gerade heutzutage zuhauf gibt.

Auch wenn stets gesagt wird, der Islam sei eigentlich eine friedliche Religion, so gibt es doch leider sehr viele, die uns wohl eher vom Gegenteil überzeugen wollen. Leider ...

Aber so Klischees wie "Ich hol gleich meine Brüder" als Drohung sind hierzulande wohl auch weit geläufig.
Ich - allerdings weiblich - würde wohl auch lieber nicht mit einem Mann anderen Glaubens zusammenkommen wollen. Nicht, weil ich diesen Mann deswegen irgendwie ablehne, sondern weil ich denken würde, dass er MICH möglicherweise nicht so akzeptiert. Mag sein, dass ich auch Vorurteile habe, wenn ich denke, dass alle Muslime mich für eine "Ungläubige" halten, oder mich nicht als gleichberechtigt ansehen würden.

Das ist alles nicht so einfach ...
 
  • #25
Unter (hier aufgewachsenen) muslimischen Männern gibt es mittlerweile viele, die gebildet sind und eine gute Ausbildung bzw. einen akademischen Hintergrund haben. Dass es Ahmet Yildirim bei Bewerbungen immer noch viel schwerer hat als Stefan Schmidt, ist eine andere Geschichte.
Trotzdem hat die Mehrzahl der muslimischen Männer nach wie vor sehr traditionelle Vorstellungen, was Beziehungen betrifft. Beispielsweise wollen viele nur eine (muslimische) Jungfrau heiraten, nachdem sie sich vorher ausgiebig mit deutschen Frauen ausgetobt haben. Im Beziehungsalltag sind sie häufig sehr eifersüchtig und kontrollierend. Die Familie ist sehr präsent und mischt sich oft in alles ein. Alles Gründe, warum ich keinen Moslem als Partner möchte, egal wie studiert und angeblich integriert er ist. Und viele Männer denken z.B. bei Türkinnen ähnlich, was auch verständlich ist.
 
  • #26
Diese Meinung ist weit verbreitet, und sie ist vermutlich mit ein Grund für den traurigen Werteverfall. Für solch einen Mann kämst du genauso wenig in Frage wie er für dich. Bei mir ist das genauso; mit Menschen, die dieser Ansicht sind, könnte ich nicht mal befreundet sein. Bin ich auch nicht, ich habe wirkliche Freunde, die meine Ideale und Werte teilen - die allermeisten übrigens Nicht-Muslime, entweder christlichen Werten verpflichtet wie mein Mann oder vorurteilsfrei und offen.
Mein Freundeskreis ist gemischt und auch diese Freunde sind "wirklich" ;-)
Fehlende Religion ist kein Grund für einen Verfall von Werten..... nicht wenn man Humanist ist.
Meine Freunde respektiere und toleriere ich in ihrer Gesamtheit, es ist ein Unterschied ob man mit jemanden befreundet oder verpartnert ist und im letzten Fall auch noch gemeinsame Kindern einen guten Start ins Leben ermöglicht.
Da sollten Werte und Weltanschauungen der Eltern schon im Gleichklang sein.
 
  • #27
Hallo Miausi,

wow, das ist echt mal ein interessantes Thema! Also ich würde auch niemals auf eine muslimische Frau zugehen. Nicht, weil ich mir nicht vorstellen könnte mit einer solchen Frau zusammen zu sein. Aber es ist nun mal so, dass es die Kultur und Religion bzw. die Einstellung der Familien einer solchen Frau in 95% der Fälle so gut wie unmöglich macht oder erlaubt, eine Beziehung zu führen. Und das wissen wir nicht-islamischen Männer auch. Ich würde mir echt nie trauen auf eine moslemische Frau zu zugehen, und das geht so gut wie allen deutschen Männern so. Weil wir uns sicher sind, dass wir so gut wie immer abgelehnt werden. Logisch. In meinem Fall schade, denn ich finde türkische Frauen oftmals schon sehr attraktiv. Vorausgesetzt, sie sind westlich gekleidet und haben kein Kopftuch. Das ist also schon mal gut in deinem Fall.

Die Lösung für dich kann also nur sein, dass du selbst auf diese Männer etwas mehr zugehen musst! Da bleibt dir nichts anderes übrig. Du musst signalisieren, dass es bei dir keine Probleme gibt bezüglich der Kultur oder der Religion. Und somit der Familie. Würde mich also z.B. eine Frau wie du in einer Bar oder sonst wo freundlich und dezent ansprechen, dann würde ich erkennen, dass es in ihrem Fall nicht so streng zugeht, und ich eine muslimische Frau mit liberalem Hintergrund vor mir habe. Das würde auf mich sogar besonders interessant wirken, da man sowas ja so gut wie nie erlebt. Und dann wäre es überhaupt kein Problem.
 
  • #28
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Deine Vermutung richtig ist, dass das Desinteresse in Deiner Religion begründet ist. Das möchte ich stark anzweifeln und denke, Du hast Vorurteile :) oder bist schlecht informiert über das Leben in Deutschland.
Natürlich stimmt ihre Vermutung, dass die Männer aufgrund von Vorurteilen und Ängsten mit der FS nicht mehr einlassen wollen. Auch wenn es wenige Fälle von Ehrenmord in DE gibt, prägt das, das öffentliche Bild und die Meinung der Bevölkerung über die muslimischen Migranten. Was soll sonst der Grund sein, warum deutsche Männer sich nicht eine muslimische Freundin vorstellen können?
Hätte sie überhaupt keine Familie, wäre es vielleicht ganz anderes und die Männer hätten nichts zu befürchten.

Wäre mein Vater (christlich-orthodox) nach den Wünschen seiner Mutter gegangen, so hätte er nie meine deutsche Mutter (evangelisch) heiraten dürfen. Für mich ein Beweis das wahre Liebe zw. einem Mann und einer Frau bereits in
1966 sich weder um die Nationalität noch um andere Religion/Konfession kümmert.

Alle heiligen Schriften sind von Menschenhand geschrieben und jeder sowohl die Sure im Koran als auch die biblischen Verse nach seinem Gusto interpretieren kann.

Die muslimischen oder türkischen Frauen sind nicht alle stark und selbstbewusst aber sehr viele sind mutig und kämpfen sogar viel entschlossener als junge muslimische Männer gegen eine arrangierte Hochzeit und Zwangsehe. Ich denke ihr traditioneller und kultureller Hintergrund hat sie stark und selbstbewusst gemacht. Schliesslich müssen diese Frauen dafür kämpfen, was für alle europäischen und christlichen Frauen eine Selbstverständlichkeit ist!

Mir ist kein Fall bekannt in welchem ein muslimischer Mann gegen den willen seiner Eltern, eine für ihn ausgesuchte Frau zu heiraten, aufbegehrt und sich zur selbstbewusst zu Wehr setzt.

Insofern kann auch kein deutscher Mann, den türkischen Frauen in Selbstbewusstsein und Stärke das Wasser reichen und viele muslimischen Männer empfinde ich selbst als verkappte Machos oder besser gesagt als Muttersöhnchen.
Die FS würde einen Mann brauchen egal welcher Religion oder Nationalität, der stark und selbstbewusst genug ist, sein Leben so zu leben, wie er es für richtig hält - ohne Angst und mit Überzeigung

Wenige Männer sind mutig genug für ihre Liebe zu kämpfen und sich einzusetzen, wie mein Vater es tat.
 
A

Arcturus

  • #29
Ich (w/24) bin Muslimin und habe einen türkischen Migrationshintergrund. In meinem universitären und freizeitlichen Umfeld habe ich es bisher noch nicht geschafft eine Beziehung aufzubauen.
...............
Welchen Ratschlag könnt Ihr mir erteilen ?
Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht ?
Dein Problem steckt schon im ersten Satz.
Die meisten Menschen in Deutschland und Forumsteilnehmer hier nehmen sich als xx-jährige(r) Frau oder Mann war. - Achte einfach mal auf die Fragen hier. Meist beginnen sie mit "ich bin w, 28 und habe ein Problem..." oder ähnlich
Bei Dir: "Ich bin Muslimin....."
Hast Du hier schon irgendwo eine Frage der Art gelesen: "Ich bin Katholikin und habe ein Problem...."? Nein? - Das ist die Antwort!
Du nimmst Dich ganz klar als Muslimin wahr.
Das heißt, Du nimmst Dich zu allererst als Anhänger einer Glaubensrichtung wahr und erst dann als Mensch.
Das strahlt nach außen.
Wir hier in Deutschland sind seit mehreren Generationen säkularisiert und können daher solcher Grundeinstellung nicht viel abgewinnen.
Denn für jemanden, der sich zuerst als Gläubiger sieht, für den kommt auch der Glauben vor dem Mensch.
Das schreckt ab.

Mich auch

m46
 
  • #30
Viele befürchten wahrscheinlich, dass das ganze schon aus dem kulturellen Hintergrund nicht funktioniert.
Der kulturelle Hintergrund der Fragestellerin ist, daß sie sehr wahrscheinlich in Deutschland aufgewachsen ist und Deutschland bzw. eine konkrete Region als ihre Heimat betrachtet, wie jeder andere auch, der dort seine Kindheit zugebracht hat.

Und das wäre dann auch mein Rat, um den genannten Bedenken wirksam vorzubeugen: Verbundenheit zeigen zu unserem Land und unserer Kultur. Durch den schönen deutschen Wald laufen oder sehenswerte Kleinstädte besuchen, dabei aber auf keinen Fall so etwas fallen lassen wie „so etwas haben wir in der Türkei nicht”, sondern eher im Sinne von „mir gefällt unsere Heimat”. Es muß aber ehrlich sein, bitteschön.