• #1

Muss ich einem Partner dies mitteilen?

Ich bin weiblich und 27 Jahre alt. Wenn man mich sieht, sieht man eine gesunde, hübsche junge Frau. Leider war dies nicht immer so. Ich bin gesund auf die Welt gekommen und hatte eine sehr glückliche Bilderbuch Kindheit. Als ich circa 15 Jahre alt war, haben sich meine Eltern tagtäglich aufs Übelste gestritten, auch körperliche Auseinandersetzungen gab es. Dies ging 2 Jahre jeden Tag so, bis es zur Trennung kam. Meine Eltern haben mich da als Spielball benutzt, ich habe mal bei der Mutter und mal beim Vater gewohnt und jeden Tag wurde mir gesagt, dass sie sich alle am liebsten umbringen wollten. Es war die Hölle für mich. Ich habe sehr viel geweint und eine grosse innere Leere gespürt. Meine Eltern waren fast 3 Jahre getrennt, ich habe mal dort, mal da gewohnt. Alles war einfach scheisse. Auch die Schule. Trotzdem habe ich Drogen oder Alkohol nie angefasst. Später mit ca. 18 1/2 ging es stark bergauf und ich wurde ziemlich stabil. Ich habe die Schule gut abgeschlossen und später ein Betriebspraktikum gefunden. Ich bin ausgezogen, weit weg, ganz alleine. Alles war soweit gut, wobei ich trotzdem sehr nachtragend und wütend auf meine Eltern war. Mit Ende 21 hatte ich einen Freund, er hat mir sehr viel Druck gemacht à la wenn ich wieder wegziehe ist die Beziehung kabutt etc. Zudem wusste ich nicht welches Studium ich machen sollte, sah mein Leben als eine riesige Würde vor mir und hatte Panik. Ich wusste nicht, was entscheiden und fühlte einen riesigen Druck. Auch hatte ich Angst, wegen des Studiums wieder zurück zu den Eltern zu ziehen. Alles war mir zu viel. Ich ging also nach Kolumbien, dann nach 2 Wochen zurück, mit megaa Jetlag 1 Woche voll durchgearbeitet (die neue Praktikantin eingearbeitet) und danach 6 Wochen nach Australien. In Australien war erst alles gut. Ich hatte wieder Jetlag und konnte nicht schlafen und habe jeden Tag Party gemacht. Nach ca. 3-4 Wochen wurde ich komisch. Ich wurde krank. Ich hatte keine Ahnung davon, aber im Nachhinein hatte ich eine Psychose. Ich hatte starke Halluzinationen und habe alles falsch interpretiert, Leute verwechselt, mich verfolgt gefühlt und das volle Programm. Später war ich 3 Wochen in einer Klinik. Ich erinnere mich an (fast) alles. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens, die Hölle auf Erden. Ich hatte Todesangst und Panik vor den anderen Patienten.
Insgesamt musste ich sehr viel durchmachen und habe mich lange Zeit dafür geschämt und es auch verdrängt. Aber ich habe nach ca. 2 Jahren die Krankheit akzeptiert und kann jetzt gut darüber reden. Meine engen Freunde/Familie wissen alle davon. Ich passe sehr gut auf und bin seit 5 Jahren gesund. Meine Chancen dauerhaft gesund zu bleiben liegen bei ca. 95%. Meine Frage: Muss ich einem Partner unbedingt von dieser Zeit erzählen?
 
  • #2
Wenn du einen echten Partner willst, natürlich, nicht sofort, aber zeitnah. Besprich das am besten mit deiner Therapeutin, die wird dir da sicher helfen können.
 
  • #3
Ich würde ihm das nicht sofort erzählen, sondern erst, wenn ihr fest zusammen seid, du ihm vertraust. Es ist zum einen nicht gut, wenn man in einer Beziehung solche Geheimnisse voreinander hat und zum anderen sollte er es wissen, damit er im Ernstfall handeln kann, wenn er z. B. Wesensveränderungen an dir bemerkt.
 
L

lorelai

Gast
  • #4
Es ist ein Teil von dir und gehört zu deinem Leben dazu. Ich würde es auch im Laufe eines Kennenlernprozesses/einer Beziehung erzählen. Nicht sofort, vielleicht nach und nach, so wie es sicht gut für dich anfühlt.
 
  • #5
Denke ich schon. Auch in der Form, dass Du mal ein Problem hattest und das wahrscheinlich nicht mehr relevant ist.
 
  • #6
Das heißt du hattest seit 5 Jahren keine psychotische Episode mehr ? Dann kannst du davon ausgehen dass es einmalig war . Von Drogen und viel Alkohol solltest du auf jeden Fall die Finger lassen . Nimmst du denn noch Medikamente ?
Neuen Bekanntschaften würde ich es nicht erzählen , erst wenn du Vertrauen aufgebaut hast . Ich würde kein Drama draus machen . Die meisten Menschen wissen gar nicht genau was für eine schwere Erkrankung eine Psychose ist . Ich würde versuchen die Scham abzulegen . Es ist deine Vergangenheit und gehört zu deinem Leben . Sei dankbar dass es dir gut geht . Bei vielen chronifizert sich diese Krankheit ja . Alles Gute weiterhin !
 
  • #7
Zunächst einmal mein Respekt, dass du alles soweit wieder in Griff bekommen hast, deine Geschichte hat beim Kennenlernen nichts zu suchen, im Laufe einer stabilen Beziehungsfindung kann man die Vergangenheit gegenseitig Stück um Stück einbauen!
 
  • #8
Ich passe sehr gut auf und bin seit 5 Jahren gesund. Meine Chancen dauerhaft gesund zu bleiben liegen bei ca. 95%.
Leb einen Lifestyle der Dir nicht schadet, einen den Du seelisch und körperlich verkraften kannst und alles ist gut.

Mach Deine Therapien weiter (ist notwendig, weil Du immmer noch sehr vergangenheitsorientiert bist) und solltest Du mal längerfristig einen Partner haben sowie eine vertrauensvolles Verhältnis zu ihm und er in der Lage sein, mit solchen Informationen adäquat umzugehen (ist meistens nicht gegeben), dann kannst Du ihm Teile aus Deiner Vergangenheit erzählen.

Ich habe eine deutlich unerfreulichere Kindheit und Jugend hinter mir und weiß: reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Und warum soll man über den alten Kram reden, wenn er keine Relevanz mehr hat. Konzentriere Dich auf das hier und jetzt und mach das Beste draus.

Wenn hingegen Deine Vergangenheit noch immer Dein heutiges Leben bestimmt, Du keinen Kontakt zu Deinen Eltern willst, dann musst Du sagen, warum das so ist, aber nur die Teile, die relevant sind - also wie unbequemes Stückgut zwischen den Eltern hin und hergeschoben zu werden, nichts von der einmaligen Psychose.

Wenn Du keinen Alkohol konsumierst, nicht exessiv feierst, dann solltest Du Dir einen entsprechend ruhgeren Partner suchen und kein Feierbiest, was Dich unter Druck setzt etwas zu tun, was Dich möglicherweise wieder in die Psychiatrie bringt - tun, nicht drüber reden.
 
  • #9
Ich bin gesund auf die Welt gekommen und hatte eine sehr glückliche Bilderbuch Kindheit.
Nein, hattest du nicht. Die Kindheit ist mit 15 J. nicht vorbei, sondern endet mit 18 J. Du hattest insofern „Glück“, dass du nicht in frühester Kindheit die schrecklichen Streitigkeiten deiner Eltern erleben musstest. Mit 15 konntest du es besser einordnen, geschadet hat es dir aber trotzdem massiv. Du bist traumatisiert ins Erwachsenenleben gestartet.
Trotzdem habe ich Drogen oder Alkohol nie angefasst.
Belass es unbedingt dabei. Du bist viel anfälliger als Andere eine drogeninduzierte Psychose zu bekommen.
Ebenso rate ich dir, dass du dich nur mit Menschen umgibst, die dir gut tun, so dass du stabil bleibst.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Ich würde es erzählen, wenn die Beziehung gefestigt ist und Du Vertrauen hast. Die Geschichte gehört zu dir und beeinflusst dich wahrscheinlich heute noch. Warum sollte dann dein Partner nicht davon wissen?

Ich hab auch mein Päckchen zu tragen aus einer toxischen Ehe, das verfolgt mich und meine Tochter heute noch. Mein jetziger Partner weiß davon, da das geschehene heute noch ein Teil meines Lebens ist. Ich und meine Tochter haben heute teilweise noch ein schwaches Selbstbewusstsein durch die Behandlung meines Ex Mannes. Wir arbeiten ganz viel daran und es ist schon wesentlich besser geworden. Aber manchmal kommt es zurück. Und da bin ich froh, das mein Partner weiß, warum das so ist. Er unterstützt uns und zeigt uns, wieviel Wert wir haben, wenn ich mal in ein Loch falle.
 
  • #11
Ich würde es auch erst etwas später erzählen, wenn Vertrauen da ist und die Beziehung gefestigt ist, nicht jeden Fremden schon vor dir selbst warnen.
w26
 
  • #12
Ich wäre schwerst verärgert, dies erst nach einer Monaten zu erfahren und mir die Entscheidung, das nicht zu wollen, nicht zugestanden wird. Da schützt du dich nämlich vor Ablehnung, der Partner hat aber gar nicht die Möglichkeit, sich zu entscheiden, da du ihm die wichtigste Information vorenthältst. Nicht jeder kann mit einer solchen Diagnose aus der Vergangenheit umgehen, das ist einfach so. Ich hoffe, du findest einen Partner, der damit gut umgehen kann. Ansonsten würde ich wirklich raten, das mit deiner Therapeutin zu besprechen, die kann dazu sicher mehr beitragen.
 
  • #13
@ Holly Golightly
Psychose ist nicht gleich Psychose. Vor langer Zeit schrieb eine junge Frau hier dass sie einen Mann kennen gelernt habe der ihr von seiner Krankheit erzählt habe , er nahm weiterhin Neuroleptika, arbeitete Teilzeit und durfte nicht Auto fahren . Da ich ja leider die Erfahrung in meiner Familie hatte kann ich von meinem Sohn berichten der eine einmalige Episode hatte und mit den Folgen ca 1,5 Jahre zu kämpfen hatte . Mittlerweile hat er viel Energie , eine gute kognitive Auffassungsgabe , keinerlei psychotische Gedankengänge und nimmt bereits seit Oktober 2020 keinerlei Medikamente mehr . Es ist hoffentlich davon auszugehen dass er zu den 30% der Betroffenen gehört , bei denen es nur eine einmalige Episode gibt .
Sollte jemand in seinem Alltag durch die Erkrankung eingeschränkt sein finde ich es fair es sofort zu sagen . Ansonsten bin ich der Meinung die FS soll ihr Leben leben und darf es ruhig erst später erwähnen , vor allem in Anbetracht der Tatsache dass es Jahre zurück liegt .
 
  • #14
Also es ist so: Mit meinen Eltern bin ich mittlerweile versöhnt. Ich war leider lange nachtragend, das hat mich auch kabutt gemacht und auch in die Krankheit getrieben. Ich habe mittlerweile erkannt, das es nicht gut ist, zu sehr in der Vergangenheit zu hängen. Wenn ich natürlich intensiv darüber nachdenke, ja, dann scheint es, dass ich verärgert bin. Aber nein. Ich bin versöhnt und mache ihnen keinen Vorwurf mehr. Es war so.

Zur Krankheit: Genau. Ich war mit knapp 22 Jahren krank. Ich war 3 Wochen in der Klinik, wirklich kein Zuckerschlecken. Danach musste ich 1 Jahr das Medikament nehmen, ging zur Therapie. Zuerst habe ich es verdrängt, aber die Therapie hat gewirkt und ich habe mich atypisch informiert, die Krankheit eingesehen und nach und nach akzeptiert. Von der Klinik habe ich nur ca. 5 x geträumt, hatte lange Mühe damit, aber auch das ist jetzt weg. Ich habe meinen Bachelor gemacht und keine kognitiven Einschränkungen. Und das mit dem Drittel stimmt. Ca. 30% haben es einmalig, 30% ein 2-3x und dann fertig und 30% haben es chronisch. Ich habe während meines Studiums und der Arbeit bei erhöhtem Stress eine minimale Dosis Medikamente gehabt. Sozusagen zur Prävention auch. Ich bin aber seit 5 Jahren psychosefrei und seit 3 1/2 Jahren auch ohne Medikament.

Ich mache Sport, ich mache einen Master und habe einen guten Job. Ich sehe komplett normal aus, ich schwöre euch man würde das niemals von mir denken. Ich und die Ärzte denken ich bin hochsensibel, ein gewisser Faktor ist genetisch, das andere ist die Familiengeschichte, dann kommt noch der Jetlag dazu und der Stress und Schlafmangel ist tödlich. Wenn du mehrere Wochen oder auch nur 1 Woche fast nich schläfst kannst du durchdrehen.

Ich habe mir das einfach überlegt. Ich passe sehr gut auf dass ich nie wieder was hab, würd sofort Medikamente nehmen wenn ich was merk. Ich habe es schon einmal wieder genommen als ich mich gestresst gefühlt habe. Ich nehme die Krankheit sehr ernst. Aber sind wir ehrlich: Fast niemand weiss was Psychose genau ist, man liest danach, denkt Buah krass und dann steht noch von diesen 30% etc. Klar ich würde es auch gerne wissen wollen. Sind wir ehrlich hätte ich es nicht selber gehabt ich würde wahr. auch nicht dieses Risiko mit einem Partner eingehen. Aber andererseits habe ich jetzt keine Alkoholsucht oder Drogensucht sondern eine einmalige Psychose gehabt. Sie war einmalig, klar kann ich nicht ausschliessen es nie mehr zu haben aber 1-2% der Bevölkerung haben es...so what? Manchmal denke ich Reden ist Silber Schweigen ist Gold so wie @Vikky es meinte :)
 
  • #15
Ich wäre schwerst verärgert, dies erst nach einer Monaten zu erfahren und mir die Entscheidung, das nicht zu wollen, nicht zugestanden wird. Da schützt du dich nämlich vor Ablehnung, der Partner hat aber gar nicht die Möglichkeit, sich zu entscheiden, da du ihm die wichtigste Information vorenthältst. Nicht jeder kann mit einer solchen Diagnose aus der Vergangenheit umgehen, das ist einfach so. Ich hoffe, du findest einen Partner, der damit gut umgehen kann. Ansonsten würde ich wirklich raten, das mit deiner Therapeutin zu besprechen, die kann dazu sicher mehr beitragen.
Das verstehe ich sehr gut. Ka was ich sagen soll. Wäre ich nicht selbst betroffen würde ich genauso denken. Allerdings verstehe ich jeden der nicht jedem von Vergewaltigung, Alkoholsucht, Depression, Drogensucht etc. gleich erzählt. Egal ob es der Vergangenheit angehört. Die Leute stigmatisieren alle Arten von psychischen Krankheit auch heute noch viel zu sehr. Ich war dort in der Klinik und ich geb dir gerne die Antwort der Ärzte: "Jeder 2te Mensch nimmt im Verlauf seines Lebens Medikament gegen Depressionen, Psychosen, Burnout oder andere etwaige psychische Krankheiten"
 
  • #16
Mein Sohn genießt auch sein Leben in vollen Zügen und will sich von mir nicht beschränken lassen, in dem er besonders auf sich achtet und eine Therapeutin hat mir gesagt dass es richtig so ist und ich ihn lassen soll. Er rührt aber kein Cannabis an trinkt selten und hat einen stabilen Freundeskreis , macht Sport und ernährt sich sehr gesund . Ich denke er hat es Mädchen , die er oft getroffen hat , gesagt und es hat glücklicherweise niemanden abgeschreckt . Und so solltest du auch leben , sorgenfrei . Das wünsche ich dir .
 
  • #17
Mein Sohn genießt auch sein Leben in vollen Zügen und will sich von mir nicht beschränken lassen, in dem er besonders auf sich achtet und eine Therapeutin hat mir gesagt dass es richtig so ist und ich ihn lassen soll. Er rührt aber kein Cannabis an trinkt selten und hat einen stabilen Freundeskreis , macht Sport und ernährt sich sehr gesund . Ich denke er hat es Mädchen , die er oft getroffen hat , gesagt und es hat glücklicherweise niemanden abgeschreckt . Und so solltest du auch leben , sorgenfrei . Das wünsche ich dir .
Ich persönlich habe es bisher nur der Familie, allen engen Freunden und auch neuen Freunden je nachdem nach gewisser Zeit gesagt. Alle haben bisher Verständnis gehabt.

Das ist allerdings etwas anderes als ein Mann. Ein Partner achtet doch noch auf 1 Mio Details mehr und reagiert viel sensibler darauf. Und wie @Vikky schon sagt, ich denke der Grossteil der Gesellschaft kann mit solchen Geschichten einfach nicht umgehen. Erst Recht nicht relativ junge Leute. Ich kenne Ärzte, die sind zwar gesund, aber sagen auch Wörter wie "Klapse" oder "Der/die is n Psycho". Stell dir mal vor welche Arroganz! Ich habe auch früher nie gesagt Psycho, aber heute finde ich es noch viel schlimmer.

Informiert euch mal über Psychose. 1-2% der Weltbevölkerung haben dies. Ist noch viel. 30% habens einmalig. Ich habe mich ziemlich gut darüber informiert. Das Problem bei Psychose ist, dass die Patienten keine Krankheitseinsicht zeigen und die Medikamente nicht nehmen. Das Allerwichtigste ist Schlaf.
 
  • #18
Die Leute stigmatisieren alle Arten von psychischen Krankheit auch heute noch viel zu sehr.
Kommt darauf an wen du triffst und um was es geht. Da bei dir ja anscheinend aktuell gar nichts zu bemerken ist, würde ich tatsächlich erstmal abwarten bis man sich besser kennt. Einem Wildfremden muss man ja nun echt nicht die komplette Krankheitsgeschichte erzählen. Und Psychosen sind schon nochmal eine andere Hausnummer als Depression o.ä.
Bei mir ist es so dass man mir halt direkt anmerkt dass ich anders bin, weswegen ich offen damit umgehe weil mir auch nichts anderes übrig bleibt.
 

Laleila

Cilia
  • #19
Ich sehe es ähnlich wie @Vikky.
Leb Dein Leben weiter wie Du es derzeit tust und wie es Dir gut tut.
Du kennst typische Auslöser, welche einen psychotischen Schub auslösen können und schaffst es seit 5 Jahren auf Dich zu achten.
Hut ab.

Einen fremden Mann, mit dem Du Dich in der Kennenlernphase befindest geht es erstmal nichts an. Es hat ja keinen Einfluss auf Euch.
Sollte es i r g e n dann Mal dazu kommen, dass er mit Dir rund um die Welt fliegen will im direkt nach der Ankunft einen Aktivurlaub zu starten, oder mit Dir in Rausch der Verliebtheit die Machte zu Tagen machen will, nach dem Motto "Schlaf wird überbewertet" oder Dir den 4. CubraLibre reicht ist es Zeit Stop zu sagen und ganz klar zu kommunizieren, dass es bei Dir vor vielen Jahren schon Mal zu einer Psychose kam, Du jetzt weisst, wie Du leben musst, eine Wiederholung zu vermeiden und mit ihm lieber im Schlafabteil nach Paris fahren möchtest (oder so)
Jeder Mensch der wirklich Dich meint, wird sich belesen oder Dich befragen und mit darauf achten, dass ihr nicht in solche Situationen kommt.
Manner denen das zu kompliziert erscheint sind einfach zu grobmaschig gestrickt, wenn die sich dann abwenden, feier es mit Deinem Lieblingseclair.
 
  • #20
Ich sehe es ähnlich wie @Vikky.
Leb Dein Leben weiter wie Du es derzeit tust und wie es Dir gut tut.
Du kennst typische Auslöser, welche einen psychotischen Schub auslösen können und schaffst es seit 5 Jahren auf Dich zu achten.
Hut ab.

Einen fremden Mann, mit dem Du Dich in der Kennenlernphase befindest geht es erstmal nichts an. Es hat ja keinen Einfluss auf Euch.
Sollte es i r g e n dann Mal dazu kommen, dass er mit Dir rund um die Welt fliegen will im direkt nach der Ankunft einen Aktivurlaub zu starten, oder mit Dir in Rausch der Verliebtheit die Machte zu Tagen machen will, nach dem Motto "Schlaf wird überbewertet" oder Dir den 4. CubraLibre reicht ist es Zeit Stop zu sagen und ganz klar zu kommunizieren, dass es bei Dir vor vielen Jahren schon Mal zu einer Psychose kam, Du jetzt weisst, wie Du leben musst, eine Wiederholung zu vermeiden und mit ihm lieber im Schlafabteil nach Paris fahren möchtest (oder so)
Jeder Mensch der wirklich Dich meint, wird sich belesen oder Dich befragen und mit darauf achten, dass ihr nicht in solche Situationen kommt.
Manner denen das zu kompliziert erscheint sind einfach zu grobmaschig gestrickt, wenn die sich dann abwenden, feier es mit Deinem Lieblingseclair.
Und da sind wir dann einem Punkt, an dem ich mich schwer hochgenommen fühlte, irgendwann mal so im Nebensatz erwähnen, du, ich hatte mal eine Psychose. Und tschüss. Das gehört viel früher auf den Tisch.
 

Laleila

Cilia
  • #21
Und da sind wir dann einem Punkt, an dem ich mich schwer hochgenommen fühlte, irgendwann mal so im Nebensatz erwähnen, du, ich hatte mal eine Psychose. Und tschüss. Das gehört viel früher auf den Tisch.
Dann wärst Du aber auch schon früher ein "und tschüss" - Fall gewesen.

Müsste ich nochmal auf den Partnermarkt, hätte ich wirklich viel zu tun, jedem potentiellen Partner die prägenden , wichtigen Ereignisse zu erzählen.
Ein neuer Mann lernt die FS so kennen wir sie IST, jetzt schon seit wieder 5 Jahren ist und vor dieser Psychose war.
Es gibt überhaupt keinen Grund das beim Kennenlernen zu erzählen

Wurde ich einen Mann daten der mir erstmal von seiner schwierigen Vergangenheit erzählt, davon, dass er im letzten Jahrzehnt schon Mal eine Psychose hatte.... Ich würde denken: "What the hell..." und mir meine Rechnung bringen lassen
Was ganz anderes wäre es, wie wären schon ein Paar, verliebt und wir kämen in eine Situation wo er es erklären muss, damit ich auf die Gegebenheiten Rücksicht nehmen musste.

Zwar hätte ich auch eine Floskel wie: "Schatz, das hättest Du doch sagen können, dann hätte ich das nie vorgeschlagen." gebracht. Diese wäre aber nur das Transportmittel für die Botschaft gewesen: Danke, dass Du offen bist und mit meiner Reaktion zeige ich Dir, Du kannst es auch weiter sein"
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #22
Dann wärst Du aber auch schon früher ein "und tschüss" - Fall gewesen.

Müsste ich nochmal auf den Partnermarkt, hatte ich wirklich viel zu tun, jedem potentiellen Partner die prägenden , wichtigen Ereignisse zu erzählen.
Ein neuer Mann lernt die FS so kennen wir sie IST, jetzt schon seit wieder 5 Jahren ist und vor dieser Psychose wahr.
Es gibt überhaupt keinen Grund das beim Kennenlernen zu erzählen

Wurde ich einen Mann Daten der mir erstmal von seiner schwierigen Vergangenheit erzählt, davon, dass er im letzten Jahrzehnt schon Mal eine Psychose hatte.... Ich würde denken: "What the hell..." und mir meine Rechnung bringen lassen
Was ganz anderes Ware es, wie waren schon ein Paar, verliebt und wir kamen in eine Situation wo er es erklären.muss, damit ich auf die Gegebenheiten Rücksicht nehmen musste.

Zwar hatte ich auch eine Floskel wie: "Schatz, das hattest Du doch sagen können, dann hatte ich nie vorgeschlagen.." gebracht. Diese Ware aber nur das Transportmittel für die Botschaft gewesen: Danke, dass Du offen bist und mit meiner Reaktion zeige ich Dir, Du kannst es auch weiter sein"
Nicht jeder hat das die gleichen Ansprüche. Theoretisch gibt es offenbar Menschen, die nur einmal im Leben eine psychotische Episode haben. Weiß ich ob der Partner dazu gehört? Nein, weiß ich nicht und du auch nicht. Ich wäre echt sauer, das so nebenbei mal zu erfahren. Genauso wie: du, ich war mal im Knast, bin aber nicht mehr rückfällig geworden. Nice, but ohne mich.
 

Laleila

Cilia
  • #23
Nicht jeder hat das die gleichen Ansprüche. Theoretisch gibt es offenbar Menschen, die nur einmal im Leben eine psychotische Episode haben. Weiß ich ob der Partner dazu gehört? Nein, weiß ich nicht und du auch nicht. Ich wäre echt sauer, das so nebenbei mal zu erfahren. Genauso wie: du, ich war mal im Knast, bin aber nicht mehr rückfällig geworden. Nice, but ohne mich.
Ein Vergehen oder Verbrechen, für das man zurecht im Gefängnis landete mit einer Krankheit, die bislang nur einmal ausbrach und mit der die FS verantwortungsvoll und vor allem bewusst umgeht, gleichzusetzen ist ja wohl ein starkes Stück.
Solche Menschen die so ticken braucht die FS nicht im Leben
Niemand braucht das.
 
  • #24
Ich finde auch es ist schon etwas , was man sagen sollte bevor es eine feste Beziehung wird . So dass der andere sich entscheiden kann ob er das tragen kann oder nicht . Für mich ginge es auch nicht , da ich es hautnah miterlebt habe was es fürs Angehörige bedeutet , diese Wesensveränderung ist sehr angsteinflößend und in einer akuten Psychose ist derjenige auch hoch suizid gefährdet . Das alles war traumatisch für uns was ich daran merke , dass ich anfange zu zittern und Herzrasen bekomme wenn ich auf der Straße jemand mit Psychose erlebe . Einen Partner mit so einer Vorerkrankung schließe ich daher aus. Ich schließe aber auch Partner mit allen anderen schwerwiegenden Erkrankungen aus, nicht weil ich nicht empathisch bin aber weil ich bereits genug getragen habe . Genauso kann mich auch jemand für sich ausschließen.
Sei einfach selbstbewusst und realistisch . Es wird Männer geben die dich deshalb nicht als Partnerin wollen und es wird andere Münner geben, die damit gut umgehen können .
 
  • #25
Nicht jeder hat das die gleichen Ansprüche. Theoretisch gibt es offenbar Menschen, die nur einmal im Leben eine psychotische Episode haben. Weiß ich ob der Partner dazu gehört? Nein, weiß ich nicht und du auch nicht. Ich wäre echt sauer, das so nebenbei mal zu erfahren. Genauso wie: du, ich war mal im Knast, bin aber nicht mehr rückfällig geworden. Nice, but ohne mich.
Das kann man doch nicht mit einer Haftstrafe vergleichen. Straffällige haben sich bewusst entschieden gegen das Gesetz zu verstoßen.

Psychisch Kranke können nichts dafür und leiden sehr unter ihrem Zustand. Sie noch zusätzlich zu bestrafen, indem man sie als beziehungsunfähig abstempelt, ist nicht in Ordnung.
 
  • #26
Einen fremden Mann, mit dem Du Dich in der Kennenlernphase befindest geht es erstmal nichts an.
Ganz genau. Und beim Kennenlernen sieht man schon ob der Lifestyle kompatibel ist - je mehr man sich kennenlernt, desto deutlicher wird es, ob man mit ihm als Partner Probleme bekommen kann oder eher nicht.
Und wenn eher nicht, dann lässt man anlassgerecht sukzessive immer mehr Info einsickern, was bei einem nicht geht und warum nicht.
Auch da bin ich bei meinem Mann nie in die Details gegangen. Er ist ein intelligenter und respektvoller Mensch, daher weiß er sich selber zu belesen, statt irgendwelche Dinge aufzureißen.

Wenn man solche Sollbruchstellen hat, dann sollte man sich mit einem Partner kein unnötiges Risiko ins Leben holen.

Ich war leider lange nachtragend, das hat mich auch kabutt gemacht und auch in die Krankheit getrieben. Ich habe mittlerweile erkannt, das es nicht gut ist, zu sehr in der Vergangenheit zu hängen.
Ich denke das ist wichtig. Du hast Dich ja auch sehr genau mit Deiner Erkrankung auseinandergesetzt und weißt, was Du meiden musst. Dabei solltest Du konsequent bleiben.
Das heißt aber auch: zu Dir passt kein Feierbiest als Partner, niemand der exzessiv Alkohol konsumiert und Dich dazu drängt, niemand der Drogen in Deine Nähe bringt usw.

Ich kenne Ärzte, die sind zwar gesund, aber sagen auch Wörter wie "Klapse" oder "Der/die is n Psycho". Stell dir mal vor welche Arroganz!
Ich kenne als Betroffene (keine Psychose) auch solche Sprüche und kann sie selber zum Besten geben - als Verkürzung, manchmal als Selbstironie, wenn ich meine inneren heftigen Ausschläge spüre, die vollkommen überdimenioniert zum Anlass sind.
Ich kann Dir da nur raten, den Pfad der Generation Beleidigt zu verlassen und Dir auch hierzu die gleiche Gelassenheit/Versöhnbarkeit/Eigenverantwortung anzueignen, die Du für Dich im Umgang mit Deinen Eltern und der Ursachenerkennung des psychotischen Schubes an den Tag gelegt hast.
 
  • #27
Ein Vergehen oder Verbrechen, für das man zurecht im Gefängnis landete mit einer Krankheit, die bislang nur einmal ausbrach und mit der die FS verantwortungsvoll und vor allem bewusst umgeht, gleichzusetzen ist ja wohl ein starkes Stück.
Solche Menschen die so ticken braucht die FS nicht im Leben
Niemand braucht das.
Liebelein, ich habe schon einiges im Leben gesehen, Nachdenken ist in der Regel angebracht. Und zwischen einer Partnerschaft und einer Freundschaft liegen Welten. Ich habe schon Psychosen aus verschiedenen Gründen live gesehen, da nehme ich dann von der Möglichkeit , das wieder sehen zu dürfen, gerne Abstand. Du darfst gerne dieses Erlebnis auch einmal haben, dann sprichst du mit Sicherheit ganz anders.
 
  • #28
Das kann man doch nicht mit einer Haftstrafe vergleichen. Straffällige haben sich bewusst entschieden gegen das Gesetz zu verstoßen.

Psychisch Kranke können nichts dafür und leiden sehr unter ihrem Zustand. Sie noch zusätzlich zu bestrafen, indem man sie als beziehungsunfähig abstempelt, ist nicht in Ordnung.
Ich sage, dass das für mich nicht in Frage käme wenn ich das nach Monaten so nebenbei erführe. Das habe ich gesagt. Ich sehe das genau wie du, die Menschen leiden unter ihrem Zustand. Aber soll das ein Grund sein, eine Beziehung einzugehen? Nein, sollte es nicht, das wäre Mitleid. Wer das kann, Hut ab. Ich wäre nicht verfügbar. Ich kannte derlei. Never ever. Im Übrigen kannst du auch in den Knast wandern wegen Lächerlichkeiten, kommt immer ganz drauf an.
 
  • #29
Manchmal denke ich Reden ist Silber Schweigen ist Gold so wie @Vikky es meinte :)
Naja Gegenfrage: würdest du sowas über deinen Partner wissen wollen ?

Vorallem wenn man dann schon länger zusammen ist und es würde dann erst raus kommen wäre es doch ein großer Vertrauensbruch ...oder es kommt zufällig raus, wäre noch schlimmer ... Eine Beziehung sollte nie mit einem Geheimnis starten. Man muss es ja nicht gleich beim Kennenlernen oder beim ersten Date erzählen aber sobald man sich öfter getroffen hat und es Richtung Beziehung geht oder sogar das Wort schon gefallen ist, sollte man seinem zukünftigen Partner sowas erzählen.
 
  • #30
Naja Gegenfrage: würdest du sowas über deinen Partner wissen wollen ?

Vorallem wenn man dann schon länger zusammen ist und es würde dann erst raus kommen wäre es doch ein großer Vertrauensbruch ...oder es kommt zufällig raus, wäre noch schlimmer ... Eine Beziehung sollte nie mit einem Geheimnis starten. Man muss es ja nicht gleich beim Kennenlernen oder beim ersten Date erzählen aber sobald man sich öfter getroffen hat und es Richtung Beziehung geht oder sogar das Wort schon gefallen ist, sollte man seinem zukünftigen Partner sowas erzählen.
Sicher würde ich es wissen wollen. Ich verstehe auch, dass es als Vertrauensmissbrauch aufgefasst werden kann wenn man es nicht sagt und ja, man sollte mitentscheiden können. Allerdings verstehe ich es sehr sehr gut, jeden Patienten, der damit abgeschlossen hat. Wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es einmalig war, dann kann man es auch mal komplett abschliessen und nicht mehr erwähnen.

Ich würde es vor allem wissen wollen, weil ich mal Kinder will und ich schon 10% Risiko haben, dass sie das auch mal haben. Irgendwie so. Wenn beide Elternteile eine Psychose hatten, dann ist die Chance noch höher dass die Kinder das auch mal haben.

Und ja, man sollte ehrlich sein. Aber wenn es abgeschlossen ist? Wenn die Wahrscheinlichkeit so klein ist? Ihr habt auch 1-2% "Chance" je eine Psychose zu haben. Manche Frauen haben das nach der Schwangerschaft. Sind wir doch ehrlich: Viele Leute sind nicht mal während einer Beziehung ehrlich was Treue und all das angeht, erst recht lügen sie, wenn es um die Vergangenheit geht. Es geben nicht alle Leute zu, wen sie wie verarscht haben und was sie alles gehabt haben.

Ja, eine Psychose ist schwerwiegender als eine Depression. Aber wenn richtig behandelt und einmalig auch nicht mehr schlimmer. Und eine Drogensucht oder regelmässiger Alkoholkonsum oder Kaufsucht oder so, das ist schlimmer, wenn akut, als eine Psychose die in der Vergangenheit liegt. Sogar Rauchen ist schädlicher als eine Psychose in der Vergangenheit.
 
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