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Gast

  • #1

Muss ich für meine geschiedene Frau Unterhalt bezahlen wenn sie mit einen anderen zusammenwohnt?

Muss ich für meine geschiedene Frau Unterhalt bezahlen wenn sie mit einen anderen Mann zusammenwohnt? Wenn nein, wie schaut das bei einer Trennung dieser Beziehung nach etlichen Jahren aus?
 
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Gast

  • #2
Soweit ich weiß (und ich bin mir da relativ sicher), ist es vollkommen egal, ob Deine Frau mit einem Mann zusammen wohnt oder nicht. Selbst, wenn sie sich von ihm komplett aushalten lassen würde, wäre es egal. Das ganze würde sich erst dann ändern wenn sie diesen neuen Mann heiraten würde. Aber so doof werden die beiden natürlich nicht sein, solange Du unterhaltspflichtig bist. ;)
 
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Gast

  • #3
Soweit ich weiß gilt das als eheähnliche Lebensgemeinschaft und Du mußt nicht mehr zahlen. Aber vielleicht meldet sich ja noch ein Jurist auf Deine Frage.
 
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Gast

  • #4
Es kommt auf das Einkommen der geschiedenen Frau an. Wenn sie von jemandem ausgehalten wird, könnte das u.U. auch als fiktives Einkommen behandelt werden. Darüber hinaus wird noch unterschieden zwischen Trennungsunterhalt und Nachehelichem Unterhalt. Beides ist aber abhängig davon ob unterhaltspflichtige Kinder vorhanden sind oder nicht. Der Trennungs- bzw. Nacheheliche Unterhalt ist untergeordnet zum Kindesunterhalt, d.h. er wird aus dem Betrag errechnet, der um den evtl. vorrangigen Kindesunterhalt gemindert wurde.

Einfach mal im Internet suchen. Es gibt sehr viele informative Seiten, oder am besten aber mal mal einen Anwalt für Familienrecht bzw. Scheidungsrecht befragen. Bei caritativen Einrichtungen besteht meist auch die Möglichkeit einer kostenlosen Erstberatung.
 
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Gast

  • #5
So einfach ist es nicht.
1. verdient deine Frau eigenes Geld
2. Hat der Freund arbeit oder bekommt er Harz 4
3. Habt ihr Kinder
für die Kinder mußt du zahlen
wenn der Freund Harz4 bekommt, mußt du zahlen
wenn beide verdienen nicht

kontaktiere zu sicherheit ein Anwalt.
Ich würde bis zu Scheidung warten oder geht es dir so finanziel schlecht?
 
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Gast

  • #6
Guten Tag,

genau genommen kommt es darauf an, ob trotz des Zusammenwohnens eine auf Dauer angelegte Beziehung - ein eheähnliches Verhältnis - angenommen werden kann. Einige Familiengerichte gehen dann von einem "eheähnlichen Verhältnis" aus, wenn Sie nachweisen können, dass dieses seit mindestens einem Jahr besteht. Dazu müssen aber auch beide unter einer gemeinsamen Anschrift gemeldet sein (Ihnen würde sonst der Beweis fehlen). Dieses Jahr fällt mit dem Trennungsjahr zusammen, weshalb Sie wegen des Trennungsunterhaltes kaum etwas machen können. Sie können jedoch den neuen Partner als Zeugen vor Gericht benennen. Der muss dann eine Auskunft über das Verhältnis erteilen. Dies bringt Ihnen dann insoweit soviel, dass Ihre Noch-Ehefrau im Scheidungsverfahren die Scheidung nicht deshalb heruszögern kann, weil Sie an ein Wiederaufleben der Beziehung mit Ihnen glaube (Bestreiten der Zerrüttung).

Ist eine Ehe geschieden, kann der eine Expartner vom anderen Expartner noch nachehelichen Unterhalt verlangen. An diesen nachehelichen Unterhalt sind jedoch strengere Voraussetzungen geknüpft als an den Trennungsunterhalt. So muss derjenige, der vom anderen etwas fordert sehr engmaschig nachweisen, dass er z. B. keine Arbeit findet oder zum Arbeiten nicht in der Lage ist usw. Erst an dieser Stelle würde auch vom Gericht das Zusammenleben mit einem neuen Partner als und die Ersparnis aus einer häuslichen Gemeinschaft gewertet.

Selbst wenn eine Ehe langjährig geschieden ist, kann ein Expartner - soweit er nicht neu verheiratet ist - u. U. noch Versorgungsansprüche geltend machen. Hier gilt der Leitsatz: Einmal verheiratet, immer verheiratet.

Erst wenn sich Ihre Expartnerin neu verheiratet hat, können auf Sie keine Ansprüche mehr zukommen.

M, 50
 
  • #7
Normalerweise bleibt die Unterhaltspflicht bestehen, wenn der unterhaltsbedürftige Ex-Ehepartner eine neue Beziehung eingeht. Sie endet, wenn der unterhaltsbedürftige Expartner sich wieder verheiratet. Eine nichteheliche Lebensgemeinschaft steht dem Unterhaltsanspruch auch bei Zusammenleben (erst mal) nicht entgegen. Etwas anderes gilt erst dann, wenn `sich das Zusammenleben mit dem neuen Partner in einer Weise verfestigt hat, daß die neue sozioökonomische Lebensgemeinschaft praktisch an die Stelle einer neuen Ehe getreten ist, weil sie eine ehegleiche Solidarität vermittelt`. Eine solche Verfestigung der neuen Beziehung wird indes erst bei einer gewissen Mindestdauer angenommen, die bei zwei bis drei Jahren liegt.

Wie immer bei solchen Themen, sind diese Fragen einzelfallabhängig, differenziert und nur schwer pauschal zu beantworten. Es kommt im Einzelfall auf vieles an: Dauer der Ehe, wie lange geschieden, gibt es Kinder, wie alt sind die, bei wem leben sie, wie genau gestaltet sich diese neue Beziehung...? Letztendlich kann Dir nur ein Rechtsanwalt eine konkrete, auf Deinen Einzelfall passende Antwort geben. Ich vermute, Du hast Dich bei der Scheidung anwaltlich vertreten lassen. Falls Du mit Deinem Anwalt zufrieden warst, solltest Du Dich an ihn wenden. Das kostet nicht die Welt. Wenn Du anwaltlich beraten, einen Monat früher die Unterhaltszahlungen einstellen kannst, hast Du vermutlich mehr gespart, als die anwaltliche Erstberatung kostet.
 
  • #8
@#6: Was mich schon lange interessiert, ist folgendes: Nach dem neuen Unterhaltsrecht haben ja viel weniger Frauen Anspruch auf dauerhaften Unterhalt. Werden alte Scheidungen jetzt dem neuen Recht angepasst? Oder müssen früher geschiedene Männer dauerhaft weiterzahlen, haben sie einfach Pech gehabt?
 
  • #9
@#7 Grundsätzlich können auch "alte Unterhaltstitel" an die neue Rechtslage angepaßt werden. Da ich allerdings kein Familienrechtler bin, will ich jetzt auch nicht tiefer einsteigen, um hier keine Halb- oder Unwahrheiten zu verbreiten. Aber "Pech gehabt" ist jedenfalls nicht das Ergebnis.

Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der besser im Stoff steht.
 
  • #10
Hallo

Wir starten heute, um 17:30 Uhr wieder unseren Expertenchat. Diesmal zum Thema Unterhaltsrechtsreform mit Anwältin Susanne Pfuhlmann-Riggert. Also eventuell der richtige Ansprechpartner für Ihr Problem.

Wann: Donnerstag, 14. Oktober, 18 - 19 Uhr;
Achtung: Ab 17.30 Uhr können Sie bereits Ihre Frage einstellen
Wo: Im EliteForum in der Rubrik ElitePartner
Wie: Einfach registrieren und mitdiskutieren.
Expertin: Rechtsanwältin und Notarin Susanne Pfuhlmann-Riggert
 
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Gast

  • #11
Guten Tag,

ein Anspruch auf Überprüfung eines Unterhaltstitels - gleich ob alt oder neu - besteht jederzeit. Dies ist jedoch nur ratsam, wenn Verädnderungen eingetreten sind, die eine tatsächliche Auswirkung auf den Titel, letztlich den Zahlbetrag, haben. Zu einer Veränderung zählt auch das neue Unterhaltsrecht.

Wie bereits geschrieben wurde, sind Entscheidungen in Sachen Unterhalt immer Einzelfallentscheidungen. Ob es sich lohnt, gegen einen bestehenden Titel vorzugehen, sollte mit einem Fachanwalt besprochen werden.

M, 50
 
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