• #91
Jemand, der sein kind zur Adoptiveltern gibt, wird einen triftigen Grund dafür haben. Wenn man nicht in den Schuhen der Menschen gegangen ist, kann man sich überhaupt kein Urteil erlauben. Das ist mit Sicherheit keine leichte Entscheidung.
Ich denke wenn man einen triftigen Grund hat, wird man diesen auch benennen, wenn man hier so eine Frage stellt. Der Grund wurde aber durch die Fragestellerin lediglich mit "nicht klarkommen" benannt. Das von jemanden, der offenbar volljährig und in der Lage ist ein Studium zu absolvieren, ist mir zu wenig Rechtfertigung, um nicht zu verurteilen.

Man muss nicht für alles und jedes Verhalten Verständnis haben und es deswegen tolerieren.
 
  • #94
Also, wenn der einzige Vorzug "leibliche" Mutter/ Vater ist, die sich aber nicht kümmern wollen und können, bin ich froh um jede/n, der/ die rechtzeitig die Konsequenzen (Babyklappe, Adoption) daraus zieht.
Denn gerade im ersten Jahr verzichtet man bereitwillig auf Gurndbedürfnisse wie Schlaf, Ruhe, Zeit für sich und kreist 23 von 24 Stunden um dieses erschreckend hilflose kleine Geschöpf. Überhaupt in den ersten Jahren ist das ein Dauerjob.

Ich habe immer wieder mit Menschen Kontakt gehabt, die massive Schäden aus ihrer Kindheit mit leiblichen Eltern davongetragen haben, so dass ich diesen "Vorzug" unter bestimmten Umständen für absolut nichtssagend halte. Dann lieber gleich weggeben.
Man muss die entsprechende Einstellung haben, weil es wirklich eine ununterbrochene Verantwortung darstellt. Warum also Nachrichten von "behindert geschüttelt", "stark unterernährt", "bei Fieber 3 Tage alleingelassen und gefeiert" (alle so gelesen), wenn es sich vermeiden lässt?

Mein Statement ist eher: Das Beste in einer üblen Situation für alle Beteiligten!
 

Laleila

Cilia
  • #95
Hallo!
Angenommen eine junge Frau wird ungewollt schwanger, behält das Kind, merkt anschließend aber dass sie für das Kind nicht sorgen kann und will. Der Vater kümmert sich ebenfalls nicht um das Kind.
Nun nimmt die Oma das Kind zu sich und adoptiert es. Die Mutter führt daraufhin ein normales Leben. Sie beendet ihr Studium, geht arbeiten, hat Freunde, eine eigene Wohnung etc. Das Kind holt sie nicht wieder zu sich. Würdet ihr so eine Frau als Partnerin ausschließen?
Nein, nicht pauschal.
Klar würde ich das Gespräch suchen, aber ich glaube, keine Mutter trifft eine solche Entscheidung leichtfertig.

Die Entscheidung ein Kind in ein liebevolles, sicheres Umfeld abzugeben, wenn man es, aus welchen Gründen auch immer, nicht bieten kann, findet durchaus meinen Respekt.
 
  • #96
Ich finde den Threat mittlerweile ziemlich bigott. Schämt euch. Jemand, der sein kind zur Adoptiveltern gibt, wird einen triftigen Grund dafür haben. Wenn man nicht in den Schuhen der Menschen gegangen ist, kann man sich überhaupt kein Urteil erlauben. Das ist mit Sicherheit keine leichte Entscheidung. Also haltet den Ball flach!
Komplett. Und auch hier der Mythos der hierzulande heiligen Mutterschaft.

Die Frau, das Mädchen wird ihre/seine schwer wiegenden Gründe gehabt haben.
 
  • #97
Also, wenn der einzige Vorzug "leibliche" Mutter/ Vater ist, die sich aber nicht kümmern wollen und können, bin ich froh um jede/n, der/ die rechtzeitig die Konsequenzen (Babyklappe, Adoption) daraus zieht.
Denn gerade im ersten Jahr verzichtet man bereitwillig auf Gurndbedürfnisse wie Schlaf, Ruhe, Zeit für sich und kreist 23 von 24 Stunden um dieses erschreckend hilflose kleine Geschöpf. Überhaupt in den ersten Jahren ist das ein Dauerjob.

Ich habe immer wieder mit Menschen Kontakt gehabt, die massive Schäden aus ihrer Kindheit mit leiblichen Eltern davongetragen haben, so dass ich diesen "Vorzug" unter bestimmten Umständen für absolut nichtssagend halte. Dann lieber gleich weggeben.
Man muss die entsprechende Einstellung haben, weil es wirklich eine ununterbrochene Verantwortung darstellt. Warum also Nachrichten von "behindert geschüttelt", "stark unterernährt", "bei Fieber 3 Tage alleingelassen und gefeiert" (alle so gelesen), wenn es sich vermeiden lässt?

Mein Statement ist eher: Das Beste in einer üblen Situation für alle Beteiligten!
Genau. Wenn die leibliche Mutter sich, aus welchen Gründen immer, nicht in der Lage sieht, ihr Kind gut aufzuziehen, sind die Eltern als gewillte Adoptiveltern, Adoptivfamilien, Pflegeeltern, was immer die bessere Wahl.
Sogar, wenn sie sich aus komplett egoistischen Gründen dafür entscheidet. Besser eine andere Mutter als eine derartige.
W, 55
 
  • #98
Ist ja auch nicht gesagt, dass die betreffende Frau dann ein rundum glückliches und sorgenfreies Leben genießt. Das ist eine Entscheidung - wie auch viele andere - die einen durchaus lange verfolgen und beschäftigen können, mit der man vielleicht hadert.

Hätte ich es doch geschafft? Wie wäre es gewesen? Andere schaffen es doch auch?

Das steckt man doch nicht einfach so weg, und wenn doch, war die Entscheidung auf jeden Fall richtig.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #99
Meine Jugendliebe ist so ein bei Oma aufgewachsenes Kind. Sie ist eine starke selbstbewusste Frau. Sie ist letztes Jahr Rektorin einer recht großen Berufsschule geworden.
Ob sie dies auch geworden wäre, wenn sie bei ihrer Mutter, deren diversen Liebhabern plus unzähligen Umzügen durch die halbe Republik geblieben wäre, bleibt natürlich offen.
 
  • #100
Ist ja auch nicht gesagt, dass die betreffende Frau dann ein rundum glückliches und sorgenfreies Leben genießt. Das ist eine Entscheidung - wie auch viele andere - die einen durchaus lange verfolgen und beschäftigen können, mit der man vielleicht hadert.

Hätte ich es doch geschafft? Wie wäre es gewesen? Andere schaffen es doch auch?

Das steckt man doch nicht einfach so weg, und wenn doch, war die Entscheidung auf jeden Fall richtig.
Ich finde Deinen Beitrag sehr weise liebe @Odile17. Danke dafür
 
  • #101
Nun ist der Hintergrund bekannt, eine junge, sehr verzweifelte Frau, die nach einer Lösung ringt, in die Depression gerutscht ist, und hier sehen wollte, wie das in Zukunft akzeptiert werden würde.
Da werden ihr einige Antworten noch richtig einen Schlag versetzt haben, und ihre Minderwertigkeits- Schuldgefühlen verstärkt haben.
Diese junge FS kann sich gar nicht mehr kümmern, das hat nichts mit Wollen zu tun, und nach ich gebe mein Kind ab und mache dann munteres Studentenleben und Dauerparty sieht es überhaupt nicht aus, im Gegenteil, eher nach einem drohendem Familiendrama wegen Überlastung, Überforderung, sich daraus entwickelter zunehmenden Depression.
Das war der erste Hilfeschrei.
 
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