• #1

Nach 25 Ehejahren weiß ich nicht mehr weiter

Liebe Mitglieder,

Mein Mann (53) und ich (47) sind seit bald 25 Jahren verheiratet und haben 4 wundervolle Kinder, wobei 3 noch zuhause leben und die Jüngste erst 11 ist. Unsere Beziehung hatte immer ihre Höhen und Tiefen und vor 12 Jahren hatten wir eine tiefe Krise, weil er mich betrogen hatte bzw. eine Affäre hatte. Ich hatte ihm damals verziehen und wir haben uns wieder zusammengerauft. In den letzten Jahren lief alles ruhig vor sich hin. Im Grunde haben wir uns nach der Geburt des 3. Kindes aber etwas verloren, was nicht zuletzt daran lag, dass er sehr viel Zeit bei der Arbeit verbrachte (Karrieremensch) und ich eben mit den Kindern war (bin Hausfrau)

Vor etwa 1,5 Jahren erkrankte mein Vater schwer und so zog ich von der Ostseeküste, wo ich mit meiner Familie lebe, nach Frankfurt, um ihn zu unterstützen. Die Kinder blieben bei ihm und ich fuhr so oft zurück, wie es mir nur möglich war. Inzwischen lebt mein Vater in einem Heim und ich bin zu meiner Familie zurückgehert, aber es fühlt sich so an, als ob nur noch mein Körper hier wäre. Alles langweilt mich und engt mich ein. Vor allem mein Mann. Dabei macht er nichts anders, ist wie immer. Vielleicht sogar rücksichtsvoller als sonst. Aber ich kann ihn nicht mehr ertragen. Ich habe eigentlich gehofft, dass der Abstand uns gut tut und solange ich weg war, habe ich ihn sogar manchmal vermisst. Aber jetzt ist alles beim alten bzw. schlimmer... Ich weiß nicht mehr ein uns aus.

Wae jemand hier vielleicht schon in einer solchen Situation? Was soll ich nur tun?

Liebe Grüße,

Manu
 
  • #2
Ich habe eigentlich gehofft, dass der Abstand uns gut tut und solange ich weg war, habe ich ihn sogar manchmal vermisst. Aber jetzt ist alles beim alten bzw. schlimmer... Ich weiß nicht mehr ein uns aus.
Wae jemand hier vielleicht schon in einer solchen Situation? Was soll ich nur tun?
Du erlebst die Nachwehen von damals, du hättest dich konsequenterweise trennen müssen. Und es ist immer dasselbe, auf Distanz gehen oder Pause machen, heißt zu 99% Ende.
es fühlt sich so an, als ob nur noch mein Körper hier wäre. Alles langweilt mich und engt mich ein. Vor allem mein Mann. Dabei macht er nichts anders, ist wie immer.
Eine Beziehung die keine Freude macht, die keine Bereicherung und Ergänzung ist, die keine Erfüllung ist, ist keine Beziehung. Das muss man einfach verstehen, begreifen und dann konsequent handeln. Niemals würde und könnte ich unter solchen Umständen bleiben. Dein Problem ist ein Vertrauensproblem vom damaligen Fremdgehen deines Mannes und das wirst du auch nie mehr anders hinkriegen! Niemals würde ich verzeihen, wenn meine Partnerin fremdgeht. Fremdgehen heißt für mich absolutes Ende, ohne wenn und aber, mit Kinder, ohne Kinder, spielt keine Rolle, würde jemand nur bleiben wegen den Kinder, bezahlen die Kinder, die sehr hohe Rechnung dafür, dazu kommt, wer verzeiht verliert sehr viel an Selbstwert.
 
  • #3
Dein Vater war sehr krank, in gewisser Weise dem Tode nahe. In solcher Situation fangen Menschen an ,das Leben als endlich zu begreifen und bewusster zu leben. Zum anderem, warst du aus deiner Umgebung raus, ohne Alltagstrott und Stress, vielleicht zum ersten Mal seit langem mit sich allein. Da fallen einem auch plötzlich viele Sachen ein und auf. Mein Ex war drei mal mit Kindern allein im Urlaub, erste zwei Male waren mir zu kurz, aber ich habe mich doch irgendwie gefreut,als sie zurück waren, beim dritten Mal wollte ich überhaupt nicht, dass er kommt. Das hat mich erschreckt und nachdenklich gemacht. Unsere Beziehung war immer schwierig, aber ich hing an ihm stark. Beim Streit habe ich oft innerlich gedacht - so, mir reicht es, ich gehe jetzt. Wenn ich mich beruhigt habe, habe ich gedacht, ach komm, warum gehen. Irgendwann mal kam der Punkt, wo ich innerlich gefragt habe- warum bleiben. Das war der Anfang vom Ende. Es hat bis zu Trennung noch paar Jahre gedauert und wo ich mich trennen wollte, aber noch unschlüssig war, habe mir vorgestellt- noch fünf Jahre mit ihm? Die Antwort war eindeutig - auf gar keinen Fall .
Ich denke, die Antwort weisst du schon. Wenn du zweifelst, stell dir mal vor, noch fünf Jahre zusammen mit ihm - dann weisst du Bescheid.
 
  • #4
Vor etwa 1,5 Jahren erkrankte mein Vater schwer und so zog ich von der Ostseeküste, wo ich mit meiner Familie lebe, nach Frankfurt, um ihn zu unterstützen. Die Kinder blieben bei ihm und ich fuhr so oft zurück, wie es mir nur möglich war. Inzwischen lebt mein Vater in einem Heim und ich bin zu meiner Familie zurückgehert
Du wirst wahrscheinlich ein virtuelles Schulterklopfen nach dem anderem bekommen mit zig Hut abs und haste nicht gesehen. Als Partnerin und gerade Mutter wärst Du für mich raus.

Warum hast Du das gemacht?
 
  • #5
Alles langweilt mich und engt mich ein. Vor allem mein Mann. Dabei macht er nichts anders, ist wie immer. Vielleicht sogar rücksichtsvoller als sonst. Aber ich kann ihn nicht mehr ertragen. Ich habe eigentlich gehofft, dass der Abstand uns gut tut und solange ich weg war, habe ich ihn sogar manchmal vermisst. Aber jetzt ist alles beim alten bzw. schlimmer... Ich weiß nicht mehr ein uns aus.
Deine Lebensgeschichte liest sich sehr positiv, wirklich! Du hast wundervolle Kinder großgezogen, Respekt! Du hast eine lange Ehe erreicht und Krisen habt ihr gemeistert. Auch das ist eine großartige Leistung von Euch, das schaffen nicht viele...

Aus welchen Gründen auch immer scheint diese Episode nun geschlossen zu werden. Krampfhaft in Beziehungen zu verweilen ist aus meiner Sicht nicht lebenswert. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich mindestens eine weiter. Ein Beispiel: Du hast viele Jahre Dich um Familie und Kider gekümmert. Sicherlich mussten in dieser Zeit eigene Hobbies, Aktivitäten, Bedürfnisse hinten angestellt werden. Diese kannst Du nun nachholen.

m, 39
 
  • #6
Hallo,

du bist also in den gewohnten Alltag zurückgekehrt.
Eine Aufgabe ist weggefallen, die dir sehr wahrscheinlich wichtig war.
Du hast für deinen Vater gesorgt. Vielleicht ist da nun eine gewisse Leere an dieser Stelle? Deine Kinder sind nun auch gross.
25 Jahre sind schon eine wirklich lange Zeit. Der Alltag ist dir vielleicht zu wenig spannend, nachdem du bei deinem Ortswechsel neue Luft geschnuppert hast?
Oder an diese Stelle der weggefallenen Aufgaben tritt nun wieder sozusagen dein Mann, dabei wärst du evtl. gerne befreit vom "Kümmern"?
Das ist aber alles ins Blaue geraten.
Vielleicht würde dir eine aufregende Reise mit deinem Mann gut tun.
Kann aber auch nach hinten losgehen, wenn man dann erst recht nur zu zweit unterwegs ist. Oder ihr kommt euch wieder näher, weil du neue Seiten an ihm entdeckst, oder Seiten, die du vergessen hast. Was würde euch gemeinsam Spass machen?


LG
 
  • #7
Ich vermute du hast während der Pflege deiners Vaters festgestellt, wie gut es tut, eine sinnvolle Beschäftigung außerhalb von Haushalt und Kindern zu haben, für die du zudem mehr Anerkennung bekommst (durch deinen Vater) als von deinem Mann für die Führung des Haushalts und die Kindererziehung. Damit will ich nicht behaupten, dass dein Mann dies nicht schätzt, doch die Alltagsroutine spielt gegen euch.

Meine Empfehlung an dich ist daher, dir eine Beschäftigung zu suchen. Das kann ein Halbtags- oder Ganztagsjob sein, mit dem du versuchst, wieder ins Berufsleben einzusteigen oder ein Ehrenamt/die Tätigkeit in einem Verein oder sonstiges.
Besuchst du deinen Vater im Heim? Auch das kann dich aus deinem Alltag herausholen. Zudem ist die Pflege im Heim aufgrund der schlechten Betreuungschlüssel trotz der besten Mitarbeiter nicht optimal. Deinem Vater wird es guttun, dich zu sehen und von dir beim Essen usw. unterstützt zu werden. Ich meine das ganz vorwurfsfrei aus der Erfahrung heraus, die ich mit meinen Ur-/Großeltern und der Pflege im Heim gemacht habe.

W32
 
  • #8
Liebe Mom of 4

Dir hier einen pauschalen Rat zu geben fällt schwer. Im Prinzip müsste man Dir raten, Dich zu trennen. Denn wenn es wirklich so schlimm ist und Du Ihn “nicht mehr riechen” kannst bleibt wohl nur die Trennung.
Da hat wohl die Affäre vor 12 Jahren doch stärker ihre Spuren hinterlassen, als Du dachtest. Alles zusammen, der Betrug, die lange Ehe, die fehlende Abwechslung, münden jetzt in dieses Ergebnis. So was gibt es immer öfter und normal würde ich in so Fällen mit Rücksicht auf die Vergangenheit zur Therapie raten und alles aufzuarbeiten. Aber wenn Du wirklich gar nichts mehr fühlst wird es schwer. Du sehnst Dich nach Abwechslung und raus aus dem Mief. Nun, kannst Du mit den jüngeren Kindern irgendwo unterkommen? So als Test quasi. Probiere es aus. Dann wirst Du sehen. Du hast halt gemerkt, das Du in der Pflegezeit ganz gut ohne Ihn konntest. Das prägt. Und das in einer Zeit, in der es bei Dir nicht mal um Spaß ging. Das sagt viel aus.
Alles Gute Dir.

m 44
 
  • #9
Ich würde nicht so schnell aufgeben.

Du bist in Dein altes Leben zurück, in das Du so nicht mehr passt, weil Du 1,5 Jahre weiter gegangen bist - ohne den Rest Deiner Familie.
Andere Erfahrungen, anderes gesehen, vielleicht neue Gewohnheiten.

Ich würde dies zum Anlass neben mal alle Elemente Deines Lebens anzuschauen - Deine Tätigkeiten - Beruf, Hobbies, Engagements, Sozialkonakte?
Dein Umfeld - Wohnsituation, die Gestaltung, steht da immer noch die alte Couch, die nicht mehr magst, neue Farben, Stoffe, der Garten?
Euer Tagesablauf, wer macht was, die Routinen?

Überlege Dir, was Du ändern magst - Du brauchst für Dich einen Neuanfang.
Es ist für mich die lähmende Erkenntnis in einen alten Trott zurück gekehrt zu sein.

Mache Dir Listen dazu, was vermisst Du, was wünscht Du Dir, was meintest Du Dir vorstellen.

Es könnte auch sein, dass die allgemeine Unzufriedenheit ihr Ventil bei Deinem Mann sucht - die alte Wunde ist da und wieder aufgebrochen.

Diese Wunde braucht nun besondere Pflege - überlege Dir, was schätzt Du noch an ihm? Was fühlst Du? Auch hier würdr ich überlegen, was sollte sich verändern?
Hier könntet ihr die Chance dieses Neuanfang nutzen und Sich als Paar neu entdecken - Euch regelmäßig Paarzeit nehmen, Daten, ganz romantisch, gemeinsam Neues ausprobieren - ein neues Hobby wie tanzen zb.?
Wenn Ihr auf diesem Weg seit, eine Reise nur ihr beide, min.2 Wochen? Lernt Sich neu kennen, macht es spannend - auch er hat sich entwickelt.

Wenn Du für Dich weißt, was Du willst, dann redet miteinander, vielleicht gibt es Wege.

Nur ohne einen Neustart mit ihm und einer Neugestaltung Deines Lebens kommst Du nicht vorbei.
Ein ziemlich umfangreiches, großes Projekt - vielleicht braucht es dafür auch mal begleitend Familienberatung, Mediation, o.ä. Von außen meinem andere Ideen, Impulse.

Du kannst Dich natürlich auch gleich trennen, oder erst noch abwarten und später gehen.

Ich wäre lieber aktiv - und 25 Jahre lohnen zumindest einen ernsthaften Versuch. Getrennt ist schnell.

Ein Plus an Euch beide
Du für die Pflege Deines Vaters
An Deinen Partner, ohne den durch die Übernahme der Kinder, (plus Haushalt, Alltag) und der finanziellen Seite dies gar nicht möglich gewesen wäre. Ihr hattet beide sehr intensive Zeiten.

Das ist nicht mit jedem Partner möglich. Ob das den Ausrutscher vor 12 Jahren nicht heilen kann?

W.48
 
  • #10
Was ich nicht verstehe liebe @Mom_of_4 :
Du sagst dein Mann ist Karrieremensch. Wie um Himmels Willen hat er denn seinen stressigen Karriere-Job mit 4 Kindern, Haushalt, Wäsche, einkaufen etc. alleine hingekriegt?
Das ist doch für einen Karrieremenschen ohne Hilfe gar nicht machbar....grübel...

Und warum hast du denn deinen Vater nicht von Frankfurt an die Ostseeküste in ein Pflegeheim gebracht?
Dann hättest du deine Familie und vor allem deine Kinder nicht verlassen müssen, und deine Kinder hätten auch den Opa öfters besuchen können?

Wie dem auch sei. Die Frage ist wenn du dich trennst und mit deinen jüngsten Kindern ausziehst...reicht das Gehalt deines Mannes um gut zwei Haushalte finanzieren zu können? Oder kannst du im Haus bleiben und er zieht aus?

Ich denke so schnell wirst du keine Arbeit finden, die dich und die Kinder ernährt, nach 25 Jahren Hausfrauen-Arbeit. Da ist man einfach raus, das kann man sich nicht schön reden.

Also rate ich dir zu bleiben und zu versuchen dich mit deinem Mann irgendwie zu arrangieren.

Ansonsten bleibt nur die Trennung.
Wenn dein Mann als Karrieremensch sehr gut verdient, könnt ihr auch getrennt finanziell gut weiterleben.

Vielleicht schreibst du noch ein bisschen was zu eurer Situation?

Ich wünsche dir alles Gute!

Und überlege dir jede Entscheidung sehr genau und die möglichen Konsequenzen.
 
  • #11
Ganz einfach: Damit der Mensch auf dem Sterbebett nicht bedauert im alles entscheidenden Augenblick (erst recht bei schwerer Krankheit) nicht für einen anderen (die eigenen Kinder, die Eltern, die Geschwister, selbst für Freunde) dagewesen zu sein. Die Zeit mit dem Vater ist aufgrund seines Alters und der Krankheit zeitlich begrenzt, so oder so. Ich würde genauso handeln - ohne Einschränkung. Du vermutlich nicht oder nur bis zu dem Punkt der keine negativen Begleiterscheinungen hat...folgere ich jetzt mal. Traurig aber wahr!

Liebe FS, es gibt doch nur zwei Möglichkeiten, unabhängig von Allem was vorher passiert ist:

1. Liebst du den Fremdgänger noch? (Bei mir wäre er längst Geschichte!) Wenn Ja müsst ihr reden und gemeinsam eine Lösung finden.

2. Wenn Nein ist eigentlich auch klar was zu tun ist. Trennung mit allem Drum und Dran.

So, jetzt lamentiere nicht weiter. Kopf einschalten, nachdenken und dann agieren in die richtige Richtung. So schwer ist das doch gar nicht.
 
  • #12
vielleicht stehsr Du an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt.
Schaue einfach, wie Du diesen Abschnitt füllen willst. Du bist noch jung genug, um was neues anzufangen.
Eine Bekannte hat zu studieren abgefangen, eine andere hat das Imkehren entdeckt und ist nun Vorsitzende. Denk gross und bleib weiter neugierig
 
  • #13
aber es fühlt sich so an, als ob nur noch mein Körper hier wäre. Alles langweilt mich und engt mich ein. Vor allem mein Mann. Dabei macht er nichts anders, ist wie immer. Vielleicht sogar rücksichtsvoller als sonst. Aber ich kann ihn nicht mehr ertragen. Ich habe eigentlich gehofft, dass der Abstand uns gut tut und solange ich weg war, habe ich ihn sogar manchmal vermisst. Aber jetzt ist alles beim alten bzw. schlimmer... Ich weiß nicht mehr ein uns aus.

Wae jemand hier vielleicht schon in einer solchen Situation? Was soll ich nur tun?

Nein ich war noch nicht in einer solchen Situation. Kann mir aber für Deine aktuellen Gefühle die ein oder andere Ursache vorstellen.
1. Die Affäre ist dann doch nicht komplett verziehen / verdaut (was glaube ich eh nie zu 100%) geht
2. Bis zum temporären Umzug zu Deinem Vater (ich hätte es nicht gekonnt) war der alte Trott für Dich o.k. - du kanntest sozusagen nichts anderes - jetzt ist es Dir zu langweilig
3. Du hast gemerkt, dass Du ohne ihn kannst

Fragen an Dich (zum teil sehr krass):

Kannst Du evtl. auch ohne Deine Kinder? Ich hoffe nicht.
Was langweilt Dich konkret?
Ist Dein Mann nur das Ventil?
Stört Dich Deine Umgebung? Zu flach? Magst du kein Wasser mehr vor der Tür?
Was hat Dich in FFM gereizt? Kannst Du etwas von dem mitnehmen?
Langweilen Dich da oben Deine Bekannten / Freunde?
Bist Du unterfordert?

Geh in Dich und suche nach Ursachen. Es kann einzig und allein Dein Mann sein (warum - Karriere / Fremdgehen?). Dann solltest Du Dich trennen. Liegt es aber weitestgehend an Deiner 1,5 jährigen Erfahrung mit Deinen Vater, dann such bei Dir. Bereichere zunächst Dein Leben, mach es spannender mit Job und Hobby. Und wenn es so ist, dann sprich mit ihm. Macht was neues, verrücktes und versuch es zu retten.

Alles Gute

M 48
 
  • #14
Alles langweilt mich und engt mich ein. Vor allem mein Mann. Dabei macht er nichts anders, ist wie immer. Vielleicht sogar rücksichtsvoller als sonst. Aber ich kann ihn nicht mehr ertragen.
Wow ! Wenn dein Mann das lesen könnte, wäre er wahrscheinlich entsetzt.

Er verdient Geld für sechs Leute und du machst den Haushalt, der jetzt, da die Kinder groß sind, nicht mehr tagesfüllend ist.
Dann ziehst du für längere Zeit zu deinem Vater.
Dein Mann kümmert sich also um die Kinder und den Haushalt und schafft das auch.
Die Kosten, die du verursachst, trägt er weiter, legt sogar noch einen drauf, nämlich die Fahrkarten.
Und ist zu dir sogar noch lieber als vorher.
Und nun langweilst du dich.

Ich würde sagen, dir geht's zu gut.
Nein, dir geht's nicht gut. Du willst etwas Sinnvolles tun, richtig ?

Ok, du erträgst ihn nicht mehr, dann sei so fair, sage ihm das und biete die Trennung an.
Biete eine Trennung an, die für alle am wenigsten schmerzhaft ist.
Du ziehst aus, die drei kleinen, wenn auch schon jugendlichen oder gar erwachsenen Kinder bleiben bei ihm. Du hast gesehen, er kommt gut mit ihnen alleine zurecht, du brauchst dir also keine Sorgen um sie zu machen, genauso wenig wir vor 1,5 Jahren, als du temporär das gleiche getan hast.

Du arbeitest von nun an.
Ja, das wird nicht so wahnsinnsleicht, weil du ja Berufsanfängerin bist. Es kommt sicher auch ein wenig darauf an, was du gelernt oder studiert hast, aber immerhin haben wir hier in ffm Vollbeschäftigung.
Ziehe also hierher, dann findest du einen Job. Irgendwas, einfach um Geld zu verdienen. Du kannst dann auch deinen Vater oft im Heim besuchen. Er braucht dich immer noch, denn im Heim können sie sich nur um 'sauber und satt' kümmern.

Falls du genug verdienst, bezahlst du Unterhalt für die Kinder.
Es kann aber sein, dass dein Mann großzügigerweise darauf verzichtet, weil das Leben in ffm teuer ist und du vielleicht deine Pflicht einfach nicht erfüllen kannst.
Immerhin ist die finanzielle Situation durch deinen Auszug für ihn günstiger, auch wenn du keinen Unterhalt bezahlst.
Er hat ja auch keine Zusatzkosten für eine Tagesmutter oder weil er selbst nur noch Teilzeit arbeiten kann, denn die Kinder sind ja schon groß.
Bitte verlange NICHT, dass er Unterhalt bezahlt, weil du angeblich keine Arbeit findest. Hier findest du Arbeit und wenn es Regale einräumen ist.

Du bist noch jung genug, wieder glücklich zu werden.
Klar kannst du noch zehn Jahre warten, bis die Kinder alle weg sind und es für dich gar keinen Grund mehr gibt zu bleiben, aber das wäre erstens extrem unfair deinem Mann gegenüber und zweitens sieht es mit 57 als Berufseinsteigerin doch nochmal anders aus.
Außerdem ist dann die Arbeitsmarktlage vielleicht weniger günstig.
Also, wenn dein Leben an der Seite deines Mannes unerträglich ist, suche ein anderes Leben.

Alles Gute :)

w 51
 
  • #15
aber es fühlt sich so an, als ob nur noch mein Körper hier wäre. Alles langweilt mich und engt mich ein. Vor allem mein Mann. Dabei macht er nichts anders, ist wie immer.
Ich würde mir psychologische Unterstützung suchen. Schon mehrmals habe ich mit Menschen gesprochen, die mir sagten, dass sie Angehörige gepflegt haben und denen es nach dieser langen Pflegezeit psychisch schlecht ging, weil sie sich selbst so lang vernachlässigt und für den anderen aufgeopfert haben.
 
  • #16
Lieben Dank für eure Antworten!

Ich würde aber gern einiges richtigstellen. Die Affäre damals habe ich meinem Mann verziehen. Aber es hat, vielleicht auch schon davor, warum auch immer eine Entfremdung begonnen. Aber alles lief. Wir haben ein schönes Haus (abbezahlt) in einem schönen kleinen Ort, Freunde und sonst viele Kontakte. Alles ist sehr etabliert. Man könnte aber auch sagen festgefahren.

Da ich selber aus Frankfurt stamme, liebe ich die Großstadtluft. Meinem Mann zuliebe bin ich vor vielen Jahren an die Ostsee gezogen. Mein Studium habe ich damals abgebrochen, weil ich schwanger war und mir alles zu viel wurde. Und dann lief es die ganzen Jahre eigentlich ganz gut. Aber jetzt, nach der Zeit mit meinem Vater, fühle ich mich wahnsinnig eingeengt hier. Ein Umzug in eine Großstadt kommt für meinen Mann nicht in Frage. Schon allein aus beruflichen Gründen.

Natürlich habe ich in den Jahren auf vieles verzichtet und da die Kinder größer sind, kann ich mir auch wieder mehr Zeit für mich nehmen. Aber hier ist nichts, was mich reizen würde. Auch keine Aussichten auf eine interessante (Um-)Schulung. Wir sind finanziell gut aufgestellt. Mein Mann ist kein schlechter Mann. Und wir unternehmen auch einiges zusammen. Sind oft verreist.

Dennoch empfinde ich ihm gegenüber nichts mehr, außer dass ich froh bin, wenn er das Haus verlässt. Ich fühle mich in meinem Leben eingesperrt und machen mir selber Vorwürfe, weil ich doch so viel Glück hatte und eigentlich keinen Grund habe, mich zu beschweren.

Liebe Grüße,

Manu
 
  • #17
Ihr habt den Klassiker: Ihr lebt seit Jahren zunehmend nebeneinander her. Dein Mann hat seine Arbeit. Nun gehen eure Kinder eigene Wege, selbst die 11-Jährige braucht keine Betreuung mehr und das "Nur-Hausfrau-sein" füllt dich nicht aus.

Was ist denn nach dem dritten Kind verloren gegangen? Hattet/ habt ihr überhaupt eine Liebesbeziehung also regelmäßige Sexualität? Du klingst so, als sei dir seine Nähe zu viel. Nervt es dich schon, wenn ihr in einem Raum seid, zusammen esst? Dann solltet ihr beide auf Abstand gehen und herausfinden, wo eure Bedürfnisse wirklich liegen. Ihr müsst ja nicht gleich ganz trennen, sondern ohne Druck herausfinden dürfen, was euch fehlt. Du kannst auch einengende Gewohnheiten ausfiltern, beispielsweise jeden Abend gemeinsames Abendessen mit großem Programm. Ihr könntet auch mal ne Pizza bestellen, nebenbei essen, weil du allein oder mit ihm noch zu Freunden möchtest oder zum Englischkurs an der VHS... Vielleicht hast du Nachholbedarf in Sachen Freiheit, willst so vieles erleben, was wegen der Kinder nicht ging? Frag ihn doch ebenfalls nach seinen Wünschen. Ganz wichtig wäre, offen und frei miteinander reden zu können. Könnt ihr das? Wenn nicht, fangt da an.

Unabhängig von den genannten Befindlichkeiten würde ich wichtig finden, dass du dir eine Arbeit suchst, eigenes Geld verdienst. Die Leere, die du empfindest, rührt sicher auch daher. Wenn du wieder im Berufsleben stehst, bist du vielleicht froh, wenn du zu Hause einen Ruhepol hast.
 
  • #18
Vielleicht lieg ich mit meiner Ahnung völlig daneben, weil ich vom Naturel eine Möchteungernhausfrau bin.
Nur Zuhause war also nie mein Ding aber ich respektiere es völlig, wenn Frauen mit Kindern sich dafür entscheiden.

Nach einer solchen Lebensentscheidung, fügt man sich allgemein in das erwählte Leben ein und nimmt es als seinen Part 100% an.

Allerdings warst Du aus der Rolle lange heraus.
Ich kann da als AE sicher nicht mitreden und war höchstens mal 2 Wochen ohne meine Kinder.
2 Wochen nur arbeiten war wie Urlaub und wenn sie wieder kamen, hab ich mich auf meine Jungs gefreut aber nicht auf das Hamsterrad.
Diese komplette Fremdbestimmheit wie mein Tag getacktet ist.

Du warst über ein Jahr aus der Rolle heraus, auch wenn Du sicher bei der Pflege deines Vaters keine Partyzeit hattest.
Warum auch immer Du sogar von deinen Kindern wegziehen konntest...es war ein anderes Leben und das verändert einen selbst.

Es ist, glaube ich, jetzt nicht mehr deine selbsterwählte Rolle.
Gleichzeitig warst Du auch noch entbehrlich, weil Dein Mann es mit den Kindern gut geschafft hat.
Deine Familie brach nicht zusammen, als Du weg warst und Dein Mann auch nicht.
Wenn Du also dachtest: Mann und Frau, Mutter und Vater ist die Symbiose die alles schafft und zusammen hält und nur zusammen existieren kann.....wirst Du gerade einenes besseren belehrt.

Ich glaube dass Du deine Sterne neu ordnen musst.
Du brauchst das nur Hausfrauleben nicht mehr.
Such Dir etwas für Dich...lehrgänge, Job etc.

Und was deinen Mann angeht...ich habe den Verdacht, dass Du wütend bist, wie gut er das mit der Familie hinbekommen hat.
Erstmal weil er ggf vorher dir alles überlassen hat und zweitens weil er nicht gescheitert ist und damit deine Rolle schmälert.
Vielleicht sogar, weil er nicht nach ein paar Wochen anrief: Schatz komm bitte zurück, Du fehlst so sehr ohne Dich geht nichts.

Er wollte dir wahrscheinlich den Rücken freihalten und dich nicht bevormunden und dir sagen: wenn du wegziehst und deinen Familie verlässt war's das.

Nimm es als Geschenk sagen zu können: ich kann mir einen Job suchen, weil ich einen Mann habe der locker die Hälfte Zuhause übernehmen kann.
 
  • #19
Hi,

ich vermute mal dadurch dass Du aus dem Trott raus und noch dazu in eine Großstadt bist hast Du Dich stark weiterentwickelt. Dein Mann nicht. Vielleicht wart ihr eher eine Zweck Gemeinschaft denn emotional verbunden? Ich schreibe das ohne Wertung, sowas kann sehr stabil sein.
Aber es befriedigt Dich nicht (mehr).
Vielleicht ist es Zeit loszulassen.
Und vorher ehrlich Deinem Mann zu kommunizieren was das Problem ist was Du hier schreibst. Vielleicht gehts ihm aehnlich.
 
  • #20
@ Fragestellerin

Wenn du den Betrug wirklich verziehen hast, dann würde ich deine Probleme als Luxus bezeichnen.

Die hast 4 wundervolle Kinder, ein abgezahltes Haus, ausreichend Geld, eine intaktes Umfeld mit vielen Freunden, konntest beruflich kürzer treten usw... Das was du hast ist doch das erklärte Ziel vieler (der meisten) Menschen.

Du wärst nicht die erste Frau die eine gute Sache wegen einem Gefühl aufgibt und dann am Ende mit vielen Problemen darsteht.

Suche dir doch einen neuen Sportverein, neue Freunde, neue Hobbys oder sonst was. Dann wird deine kleine negative Schwingung schnell vorbei sein.
 
  • #21
Es kommt sicher auch ein wenig darauf an, was du gelernt oder studiert hast, aber immerhin haben wir hier in ffm Vollbeschäftigung.
noch nicht mal laut Statistik, da liegt sie nämlich aktuell bei 5,3 %. Vollbeschäftigung sehen die meisten bei einer Quote von 3 respektive 4% an.

du angeblich keine Arbeit findest. Hier findest du Arbeit und wenn es Regale einräumen ist.
Nein: Ich lebe in einem Umfeld mit einer Arbeitslosequote, die laut Statistik zwischen 1,7 und 2,1 % je Landkreis beträgt. Hier ist zu sagen, dass Leute, die in irgendwelchen Maßnahmen stecken und sich weiterbilden müssen nicht als arbeitslos angesehen werden. Ebenso zählt nicht, wer beim privaten Arbeitsvermittler erfasst, oder krank ist. Die tatsächliche Arbeitslosenquote liegt überall in Deutschland ca. 1,5 - 2% über der von der Agentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen.

Also liebe FS, so einfach ist es dann doch nicht. Und nur weil Arbeit genügend vorhanden ist warten die Firmen nicht auf Dich. Und vom Regal einräumen kannst du Deine Restfamilie in FFM nicht ernähren. Überlege gut und analysiere. Wenn Du Dich trennen willst, dann such Dir vorher einen Job.

Alles gute
 
  • #22
Ich würde mir psychologische Unterstützung suchen.
Auch das ein weiterer Hinweis, der nicht abwegig ist, und dieses Leeregefühl mit erklären kann.
Pflegezeiten sind Intensivzeiten.
Ansonsten
Nicht nur mein Beitrag, auch ChoOyu, und andere haben schon Hinweise gegeben.

Ich denke, es ist sehr vielschichtig, mit vielen Einzelkomponenten.

Und auf jeden Fall ein Moment, das ganze Leben anzuschauen und zu reflektieren.
Was passt, was ist gut, wo ist Potential, es kann wie geändert werden.

Es ist auch eine Chance - durchaus mit Deinem Mann.

Aber nichts überstürzen - nachhaltige Veränderungen brauchen Basis.
 
  • #23
Liebe FS,
beim Lesen deiner Zeilen, kam mir der Gedanke, dass uns im Leben alles einholt, wenn wir Kompromisse auf unsere eigene Kosten machen.
Du bist ein Großstadtmensch und hast vielleicht auch sonst ganz andere Interessen als dein Mann.
Vielleicht passt ihr einfach nicht zusammen, dafür würde auch das Fremdgehen von deinem Mann passen.
Ihr habt einfach viele Jahre als Versorgergemeinschaft gut funktioniert, aber als Liebespaar habt ihr nicht viel Gefühl füreinander.
Rede ganz offen mit deinem Mann über seine Gefühle und Wünsche und teile ihm auch deine eigenen Gedanken mit, vielleicht findet ihr für euch alle eine annehmbare Lösung.
Clarissa
 
  • #24
Dennoch empfinde ich ihm gegenüber nichts mehr, außer dass ich froh bin, wenn er das Haus verlässt. Ich fühle mich in meinem Leben eingesperrt und machen mir selber Vorwürfe, weil ich doch so viel Glück hatte und eigentlich keinen Grund habe, mich zu beschweren.
Wenn ich deine Worte lese, spüre ich förmlich eine ganz große leere.
Ganz unabhängig davon was dein Mann damals machte oder du.
Ich finde es nur einfach sehr erschreckend wie sehr du vom Leben gelangweilt bist das du so leer bist.
Ich meine, du und dein Mann hattet trotz eines Rückschlags und anderen Schwierigkeiten, dennoch gute Vorraussetzungen um ein gemeinsames schönes Leben zu haben.
Er war lieber wie vorher. Er ist ein guter Mann, sagst du.
Aber er langweilt dich nur noch.
Klar ich könnte jetzt auch schreiben, "Prinzesschen wach mal auf". Aber das ist auch nur mind. so Platt wie du denkst zur Zeit.
Vielleicht brauchst du auch nur ein wachrütteln, weil du in diesem Loch hängst. Aber ich frage mich auch was dich in dieses Loch hineinkatapultiert hat.
Ohne dir nahetreten zu wollen oder dir etwas andichten zu wollen.
Hast du in der Zeit in FFm vielleicht einen anderen Mann kennen gelernt? Ich rede jetzt nicht zwingend von Affaire oder so, einfach jemanden kennen gelernt hast, mit dem du dich auch meinetwegen nur Nett unterhalten konntest. Der dich mal wieder zum lachen gebracht hat oder dir zugehört hat. Ein kleiner Flirt vielleicht.?
Auch das könnte erklären, warum dir dein Mann jetzt etwas auf den Geist geht. Dich etwas in die irre leitet.
Ist nur so ein Gedanke und soll dir wirklich nichts böses unterstellen.
Magst du das beantworten liebe FS?

m47
 
  • #25
Es könnte vieles zusammenkommen. Gedanken:

- Du bist seinetwegen wohin gezogen, was nie Dein Fall war, und konntest durch die 1,5 Jahre in Frankfurt wieder merken, wie Dein altes Leben war.

- Durch die Pflege Deines Vaters hast Du mehr Abstand von Deiner Ehe gehabt. Du hattest nun andere Pflichten übernommen, aber die Pflege eines Elternteils und ansonsten emotional frei (in dem Sinne, dass Du nicht dauernd mit Deinem Partner konfrontiert wirst *) sein, ist ja anders, als mit dem Partner zusammen zu leben. * Deswegen denke ich auch, dass man nicht IN einer Beziehung die Beziehung verarbeiten kann, sondern immer erst eine Weile allein gelebt haben muss. Wenn der andere immer anwesend ist, geht das einfach nicht vom Freiheitsgedanken her, weil man sich ständig zusammennehmen und was vormachen "muss", solange man noch zusammen lebt.

- Durch die Pflege Deines Vaters kannst Du nicht mehr zurück ins "Hausfrauendasein", das Dir vielleicht derzeit erscheint, als von den anderen selbstverständlich hingenommen. Von den Kindern ist es nun nicht anders zu erwarten. Aber dem Mann die Hemden bügeln und das Essen zu kochen, ist ja was anderes, als die Pflege eines kranken Elternteils. Das eine wiederholt sich ständig und ist Routine, das andere setzt Gedanken über das Leben und die Vergänglichkeit in Gang. Vielleicht willst Du noch mehr im Leben als "Vergnügen" (ich will damit bestimmt nicht sagen, dass HF sein ein Vergnügen ist. Mir geht es um "die Aufgabe" und um das Selbstverständlichsein. Kinderbetreuung ist auch eine Aufgabe, aber das wird von der Frau ja erwartet, von sich selbst und von anderen, also nicht als eine BESONDERE Sache gesehen, anders als arbeiten und Geld mitbringen.)

- Der Betrug war Ausdruck für die Entfremdung und wurde nicht als Signal erkannt, dass es nicht ums Verzeihen geht, sondern darum, dass man längst gemerkt haben müsste, dass man nicht mehr zusammen passt, sich nichts mehr gibt.

- Die Pflege des Vaters hat Dich so mitgenommen, dass Du nun nicht einfach weitermachen kannst wie bisher und daher das Leben in Deinem Haus, das einfach weiterging, als sei nix, nicht mehr ertragen kannst. Deine Leute sind ja "seicht" wie immer, während Du eine schwere Zeit durchgemacht hast, die sie gar nicht nachvollziehen können. Vielleicht bist Du innerlich emotional leer, weil Du so viel Kraft brauchtest für die Pflege des Vaters.

- Vielleicht hat es die Vater-Tochter-Beziehung intensiviert. Vielleicht hast Du Dich innerlich verändert, bist erwachsener geworden. Du warst ja wieder "Kind", aber hast Verantwortung für den Vater übernommen. In Deiner Ehe hast Du selbst vielleicht auch eher die "Kindrolle". HFs werden mit dem Lebenselixier "Geld" versorgt durch den Mann wie früher von den Eltern. Es ist ein ganz anderes Gefühl, selbst Geld zu verdienen. Du bist ja abhängig von Deinem Mann, vielleicht war das mit ein Grund, Dich nie aus dieser Rolle wegzubewegen. Durch die Pflegezeit hast Du es und könntest Dir auch was anderes vorstellen.
 
  • #26
und vor 12 Jahren hatten wir eine tiefe Krise, weil er mich betrogen hatte bzw. eine Affäre hatte. Ich hatte ihm damals verziehen und wir haben uns wieder zusammengerauft.
Vor 12 Jahren hattet Ihr eine Krise, er hatte Dich betrogen und Eure Jüngste ist jetzt 11 Jahre alt. Finde den Fehler: Also mitten in Eurer Krise und während er noch mit einer anderen Frau geschlafen hat, ist Eurer jüngstes Kind entstanden. Vielleicht weil Du geglaubt hast, ihn damit halten zu können.
Mir persönlich wird ein wenig schlecht bei dem Gedanken, Du hattest Sex mit ihm während er auch Sex mit ihr hatte...
Die Nachwirkungen kommen jetzt erst auf in Deinem Gefühlsleben
W52
 
  • #27
Hallo FS
Nun, man sät, was man erntet.
Du hast das Studium aufgegeben und dir damals wohl gedacht dass du ja gut versorgt bist mit ihm.
Du hast dann Haus und Kinder am laufen gehalten und er ging arbeiten. Das ging solange gut bis dir langweilig wurde und du bemerkt hast dass der Preis für das abgesicherte Leben zu hoch ist.
Du wohnst im Kaff, dein jüngstes ist bereits 11 und du könntest seit 5 Jahren wieder arbeiten (mindestens) aber dafür war dein Leben wohl zu bequem.
Dann gab dein Vater dir die Chance aus der Langeweile zu entfliehen und du hast sie ergriffen und nun hast du den Salat.
Ich würde mal behaupten das du dich lange auf der Rolle des Hausmütterchens ausgeruht hast und nun ist selbst das zu langweilig. Die Kinder benötigen dich nicht mehr 24 Stunden und dein Mann hatte eine Affäre - das sagt genug aus.
Du musst endlich mal in die Gänge kommen und selbst etwas machen - such dir einen Job oder was auch immer.
Deinem Mann bist du wahrscheinlich genauso über wie er es dir ist nur flüchtete er sich halt in die Arbeit.
Das Ihr beide nichts an eurer Situation geändert habt als die Affäre war sondern nochmals ein Kind in die Welt gesetzt habt, ist der Hammer!
Ihr habt es euch zu bequem gemacht und weggeschaut, es wird Zeit mal was zu tun.
Mach Ferien nur mit deinem Mann, ein Hobby nur mit ihm, mach was mit ihm!
Oder trenn dich, er und die Kinder sind es ja gewohnt, ohne dich zu sein ....

Und wieder mal bestätigt: Frauen sollen arbeiten gehen sobald die Kinder aus dem gröbsten raus sind, ich kann dieses "Rücken frei halten", "ich musste nicht" und dergleichen nicht mehr hören - und dann das jammern mit ü40 dass das Leben an einem vorbei gelaufen ist - übrigens nicht nur hier, sondern auch im RL
 
  • #28
Im Grunde haben wir uns nach der Geburt des 3. Kindes aber etwas verloren,... erkrankte mein Vater schwer und so zog ich von der Ostseeküste, wo ich mit meiner Familie lebe, nach Frankfurt, um ihn zu unterstützen.
Wie soll es der Beziehung besser gehen, wenn Du bei vier Kindern die Pflege Deines Vaters vorziehst? Es wäre ja auch möglich gewesen, dass Dein Vater umzieht, wenn er Pflege braucht.

Andererseits zeigt das ja auch einen Weg auf. Wenn Dein Mann (trotz Karriere?) mit den vier Kindern ja schon erprobt zurecht kommt, dann solltest Du Dich konsequent trennen (so wie es im umgekehrten Fall ein Mann machen sollte) und ihm nichts vorspielen. Arbeiten gehen, Unterhalt zahlen und die neu gewonnene Freiheit geniessen, die sicher interessanter ist als das Hausfrauendasein mit vier Kindern.
 
  • #29
Hallo und danke für Eure Antworten.

Ich möchte gern auf einige Punkte eingehen. Ich habe mich nicht auf der faulen Haut ausgeruht, sondern für eine große Familie gesorgt. Unsere zwei Söhne hatten AD(H)S und waren teilweise jeweils ein Vollzeitjob.

Die Jüngste ist entstanden als die Affäre vorbei war. Diese lief 6 Wochen und hatte ihre Ursachen, an denen ich mitschuldig war. Er hat sie gebeichtet. Danach haben wir uns für einen Neuanfang entschieden. Die Kinder, die noch zuhause leben, sind 17, 15 und 11.

Die Sexualität zwischen meinem Mann und mir findet im Moment nicht statt. Es war aber auch schon früher schwierig und ich habe mehr aus Pflichtgefühl mitgemacht.

Ich habe leider keine Ausbildung und kein Studium. Und wer soll mich mit 47 Jahren denn bitte noch nehmen? Bei uns finden nicht einmal mehr die Jungen was.

Die Situation mit meinem Vater war sehr schwierig und die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Ich hatte irgendwo aber auch die Hoffnung, dass der Abstand zu meinem Mann uns helfen wird, dass wir uns vermissen und uns näher kommen. Ich habe ihn auch vermisst, als ich weg war, aber nun ist es nicht mehr so. Und tatsächlich habe ich mit trotz Pflege in Frankfurt freier gefühlt.

Aber jetzt weiß ich nicht mehr weiter.
 
  • #30
Einfache Hilfsjobs bekommst du auch ohne Ausbildung. Hohe Ansprüche kannst du nicht stellen, das ist klar, aber auf der anderen Seite hast du den Grundstein für diese Misere selbst gelegt. Sein Leben als Hausfrau zu führen, ist nunmal keine Entscheidung, die man so einfach wieder rückgängig machen kann. Das muss dir doch klar gewesen sein, als du dein Studium abgebrochen hast. Entweder kommt man auf Lebenszeit damit klar, oder man sollte diese Entscheidung nicht treffen.
Ich komme ursprünglich auch von der Ostsee. Jetzt ist Sommer und die Touristen sind in Massen da. Hotelerie, Küchenhelferin, Supermärkte, Wochenmarkt - aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, das sind alles Anlaufstellen, wo ständig Hilfskräfte gesucht werden. Wenn du lernwillig bist und anpacken kannst, auch in deinem Alter. Klar, das sind keine Traumjobs und du wirst wahrscheinlich erstmal auch nur auf 450-Euro-Basis anfangen können, aber irgendwie musst du ja reinkommen. Wenn du erstmal drin bist, ist es einfacher, sich auf eine Vollzeitstelle zu bewerben.

Nur jammern geht nicht, du musst auch was ändern. Nimm dein Leben wieder selbst in die Hand und verharre nicht aus Bequemlichkeit in deinem unglücklichen Zustand. Wenn ihr eure Ehe nicht mehr retten könnt, ist das so, aber mir kommt es so vor, als bräuchtest du einen Schubs von außen um tatsächlich was zu ändern.