A

Anouc

  • #1

Nach 9 Monaten weiß er nicht mehr was er will?

Hallo,
gestern hat mir mein Freund, mit dem ich seit 9 Monaten zusammen bin eröffnet, dass er gerade nicht mehr weiss was er will.
Er ist sich nicht mehr sicher, ob er die Beziehung zu mir zu schnell nach seiner Trennung von seiner NochEhefrau eingegangen ist. Getrennt haben sie sich im Dezember letzten Jahres, wir sind seit Mitte Januar zusammen.
Soll ich ihm Zeit geben? Soll ich hartnäckig sein? Ich möchte ihn nicht verlieren, befürchte aber, dass ich das schon habe.
Ganz einfach war es nie bei uns, er und ich sind beruflich sehr eingespannt, er hat Kinder von 2 Frauen, ich bislang kinderlos. Wir haben beide einen Hund, leider ist meiner nicht ganz so umgänglich.
Danke für eure Tipps, liebe Grüße, Anouc
 
N

nachdenkliche

  • #2
Ach je Anouc...Dein Partner war ja gerade mal 2 bis 4 Wochen von seiner Noch -Ehefrau getrennt, das ist ja viel zu frisch gewesen.
Er hat das ganz und gar nicht verarbeitet. Als er Dich kennen lernte, hat es seinen Schmerz vielleicht betäubt, nun kommt alles wieder hoch, was?
Du schreibst nicht, warum er sich von seiner Ex getrennt hat, kam es von ihm, kam es von ihr ..hat er sehr leiden müssen?
Wenn er noch Kontakt zu ihr hat und eh viel von ihr spricht, sieht es nicht gut aus. Zumal Du auch schreibst, dass es mit Euch beiden nicht immer einfach war. Lass ihm Zeit, ziehe Dich mal zurück und mache Dich mit dem Gedanken vertraut, dass ihr getrennte Wege geht.
Eure beiden Hunde vertragen sich nicht? Kann es sein, dass sie es spüren ?
 
  • #3
Liebe Anouc,
du erzählst nur ganz wenig von dir...dabei ist das doch auch wichtig, wie es DIR in dieser ganzen Geschichte geht. Klar scheint er jetzt die Hauptperson zu sein, die Zeit braucht, die sich zurückziehen möchte, die nicht mehr weiß, was sie will....aber was ist eigentlich mit Dir? Kommst Du gut klar mit der Situation mit den beiden Kindern? Ist die Beziehung das, was du dir gewünscht hast? Bist DU denn glücklich???

Wenn du das nicht so genau weißt, dann versuch es doch mal aufzuschreiben. Mach eine "Plus" und "Minus"-Liste, ganz in Ruhe, ganz für dich - und dann schau mal, was überwiegt.

Du willst ihn nicht verlieren....schreibst du. Schreib ihm das oder sage ihm das. Du kannst jetzt nicht sehr viel mehr tun. Es kann schon sein, dass alles "nach-klappt" und er sich jetzt ganz zurückzieht. Dann soll er wissen, wie es in Deinem Herz um ihn steht. Ob das seine Entscheidung beeinflussen kann, bleibt ungewiss. Aber es ist alles, was du tun kannst.

Alles Liebe für dich!
 
  • #4
Ja klingt nach der klassischen - sorry - Übergangsfrau. Das hat er nicht absichtlich getan, um jemand zu verletzen, das passiert eben. Jetzt ist er überfordert, weil er merkt, daß die Verliebtheit vorbei ist und den Schmerz der nicht verarbeiteten Ehe nicht mehr verdrängen kann.
Ich fürchte, du kannst gar nichts mehr machen, außer dich selbst zu schützen. Du hättest gewarnt sein können, weil die Scheidung noch nicht durch war, aber gut, nicht zu ändern jetzt.
 
  • #5
Ich würde mich nie auf jemanden einlassen, der gerade frisch getrennt ist.
Ich habe vor ein paar Jahren einen Mann kennengelernt, der sich nach 17 Jahren wegen mir von seiner Frau trennen wollte. Ich hab die Beine in die Hand genommen und bin gelaufen. Was hätte mich da wohl erwartet ? Seelsorgerin spielen und mit ihm die zerrüttete Beziehung zur Ex aufarbeiten oder wohl eher so lange warten, bis er wieder zu ihr zurück geht...
Man benötigt einfach Zeit um eine Beziehung aufzuarbeiten, egal ob man sich im Guten oder Schlechten getrennt hat. Das braucht Zeit !

Ich habe meinen Partner kennengelernt, als ich noch in einer Beziehung war und der Übergang war bei uns nahtlos. Jedoch war meine vorherige Beziehung bereits 1,5 Jahre vor dem eigentlichen Ende schon beendet und hing mir nicht nach. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich mich auch nicht so schnell evtl. auch gar nicht auf meinen jetzigen Partner eingelassen.

Auch wenn es schwer fällt, zieh dich zurück und kuck was passiert. Lass ihn das Ganze erstmal verarbeiten und warte ab was von ihm kommt.

Leb dein Leben und stell dich darauf ein, dass es vorbei ist ...
 
  • #6
Hallo Anouc,

kann es sein, dass du noch sehr jung bist?

Bitte beantworte dir die Frage, warum du dich auf einen frisch getrennten Mann überhaupt eingelassen hast? Allgemein ist doch bekannt, dass man die Finger, gilt auch für Frauen, von Frischgetrennten lassen sollte, weil die meistens nicht beziehungsfähig sind. Man wird nur als Übergangs-Frau-Mann "benutzt".

Als Hundebesitzer kann ich zum Thema Hund nur sagen, wenn du beruflich so viel eingespannt bist, dann wird eh wenig Zeit für den Hund da sein, wenn dann noch die wenig freie Zeit für den neuen Mann aufgewendet wird, der Hund nur so nebenbei mitläuft, ist klar, dass der den "Rudel-Zuwachs" nicht gut heißt, weil er zu kurz kommt.

Das der Hund dazu merkt, dass du nicht glücklich bist, bzw. diese Bekanntschaft nicht gut ist, sollte dir eigentlich klar sein, weil Tiere einen viel besseren Instinkt haben, als Menschen.

Lass den Mann gehen, lerne draus, es gibt gute Informationen im Internet zum Thema "Finger weg von Frischgetrennten". Schütze dein Herz und deine Seele.

w
 
  • #7
Er kann genau so verliebt sein. Aber eben extrem irritiert. Das Verdrängen funktioniert nicht mehr. Er muss sich dem nun stellen.
Ich fürchte, du kannst gar nichts mehr machen, außer dich selbst zu schützen.
Doch kannst du. Druck aufbauen und auf eine Entscheidung pochen, ist genau der falsche Weg. Sag ihm das du dir vorstellen kannst, dass das für ihn schwer ist. Und das das ebenfalls schwer für Dich ist. Aber gerne mit ihm zusammen da durch gehst, wenn er denn mag. Wenn er diesen halt spürt, dann kann das sehr gut funktionieren. Sicher könnte man sagen du übernimmst hier irgendwo die therapeutische Rolle. Aber du liebst ihn und möchtest ihn auch gerne als liebsten behalten. Und wenn du bereit bist das zu tun und er das auch zulässt, weil er Vertrauen hat bist du besser als jeder Therapeut. Meine Meinung und meine Erfahrung.
m44
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #8
Nach einigem Überlegen und durch eigene Erfahrung als Verlassene, die nach einem Jahr wieder total verliebt war, aber überlegte, ob das eine Beziehung werden sollte, bin ich darauf gekommen, dass man einem Menschen, der auf einmal Freiheit hat, weil der einschränkende Partner weg ist, auf jeden Fall die Freiheit lassen muss.
Es ist vielleicht nicht immer so, dass es sich um einen "Übergangspartner" handelt, das kann nach meinem Erfahren durchaus der Richtige sein. Aber der darf nicht einengen, keine Ansprüche wie der alte Partner haben und damit genau das auslösen, von dem man sich befreit wähnt. (Das wäre nun blöd, wenn das sexuelle Erfahrungen mit vielen Vertretern des anderen Geschlechts wären.) Ich denke, meist passt der neue wirklich besser, ist aber zu fixiert auf seine eigene Bedürfnisse, und wer wollte ihm das auch übelnehmen.
Wenn das mit dem Mann was werden soll, musst Du ihm das Gefühl geben, dass er die Wahl hat, und wenn er sich gegen Dich entscheidet, ist das auch in Ordnung. Das ist sehr viel verlangt und vielleicht verlierst Du. Aber nach eigenem Empfinden bringt es überhaupt nichts außer weitere Entfernung, wenn Du jetzt versuchst, Nägel mit Köpfen zu machen.
 
A

aufgewacht

  • #9
Du warst wahrscheinlich bislang nur eine prima Fluchthelferin (Ablenkung,Trösterin) und er hat dich gar nicht als mögliche Lebensgefährtin wahrgenommen. Ich schätze mal, dass er emotional noch ziemlich betäubt war und die notwendigen Gefühle für dich bisher noch gar nicht entwickeln konnte.

Das konnte er auch noch gar nicht. Er hatte ja gar keine Chance sich wirklich zu lösen (geschweige denn die nötige Trauerarbeit zu leisten) und (für dich) frei zu sein. Das ist aber notwendig, wenn er lange mit der Ex zusammen war und sogar ein gemeinsames Kind hat.

Wen er sich jetzt von dir löst, kommt er auch von der Exfrau los. Dann hast du später die Chance wahrgenommen zu werden. Wenn es dann passt, kommt ihr wieder zusammen.
 
  • #10
Er ist sich nicht mehr sicher, ob er die Beziehung zu mir zu schnell nach seiner Trennung von seiner NochEhefrau eingegangen ist.
Liebe FS,
das ist wohl so. Er hat sich schnell auf was Neues eingelassen, weil er daran gewöhnt war, dass immer jemand da ist.
Nach 9 Monaten ist es mit Dir zur Routine geworden und er stellt fest, dass er Raum für sich braucht - Falle Übergangsfrau.

Ich brauchte nach 22 Jahren Ehe eine Pause um herauszufinden, wie ich leben will. Dafür war in der Schlussphase der Ehe kein Raum, sodass ich relativ unvorbereitet ins Singleleben fiel und mich sortieren musste.
4 Jahre später traf ich dann einen Mann, der der Richtige für mich war - beide lange Single, beide nicht beziehungsabhängig sondern gegeseitig die freie Wahl füreinander.

Mein Ex hatte, kaum dass ich aus dem Haus ausgezogen war, schon die Nächste am Start, für ein paar Monate, dann wieder die Nächste für ein paar Monate usw - 5 Jahre lang. Dabei hat er sich wohl völlig abgewöhnt, wie Beziehung geht.
Kürzlich traf ich ihn zufällig wieder und er ist jetzt schon ein paar Jahre allein. Mit 60+ ist es nicht so einfach, ständig neue Frauen zu finden, wenn man kein Geld hat und emotional nichts geben kann.

Soll ich ihm Zeit geben? Soll ich hartnäckig sein? Ich möchte ihn nicht verlieren, befürchte aber, dass ich das schon habe.
Ich glaube nicht, dass es viel Sinn hat, auf ihn Druck auszuüben. Damit schlägst Du ihn endgültig in die Flucht.
Er kommt zurück, wenn er feststellt, dass der Freiraum für ihn doch nicht so interessant ist/er mit sich allein nichts anfangen kann und dass er keine anderen Frauen findet. Auf Letzteres solltest Du nicht hoffen, denn er scheint es bei Frauen leicht zu haben.

Wir haben beide einen Hund, leider ist meiner nicht ganz so umgänglich.
Das ist der Alltagskram, der nervt und einen Aufhänger für die Trennung bilden kann.
2 Kinder mit 2 Frauen sowie schon wieder eine Beziehung zuende spricht nicht für Beständigkeit, soziale Kompetenzen, Fähigkeit zur Beziehungsentwicklung, Stressresistenz usw auf seiner Seite, d.h. er taugt eh nichts für eine Beziehung.
 
  • #11
Ich war in ganz ähnlicher Situation und bei uns ist es gut gegangen.
Wir haben nicht gesucht ,sondern uns zufällig in einem Forum zu einem "neutralen"Thema ausgetauscht und nach einiger Zeit bemerkt , dass wir uns gern näher kennenlernen würden. Zu dieser zeit war mein Mann gerade frisch getrennt (erst so 8-10 Wochen).
Lass ihm Zeit und die Freiheit ,seine Gedanken zu sortieren und etwas Abstand zu gewinnen.
Wir haben wochenlang nur per mail Kontakt gehabt , das erste Treffen erst nach Monaten . Zusammengezogen sind wir erst , als die Scheidung durch war, bis dahin lebten wir eine fernbeziehung.
Im Nachhinein war es gut so , jeder hatte Zeit für sich und Zeit , sich an den Gedanken der neuen Partnerschaft zu gewöhnen.
Einfach ist es nie , zumal wenn Kinder im Spiel sind ,da wird auch die Ex immer präsent sein.
Sag ihm ,was du für ihn empfindest und dass du ihn ungern verlieren würdest ,aber dränge nicht auf eine sofortige Entscheidung.
 
  • #12
Hallo FS,

wieder einmal bringt es kein Stück weiter eigene Erfahrungen zu verallgemeinern und auf Dich/ihn/Euch zu übertragen, leider bin ich selbst nicht vor diesem Irrtum gefeit, weil man in einem Posting nur eine und begrenzte Sicht der Dinge präsentiert bekommt.

Wie präsent sind seine Exen und Kinder? Welchen Umgang pflegt Ihr mit Eurer Vergangenheit? Wie ist Euer Umgang im Alltäglichen und Besonderen?

Eine neue Beziehung kann sehr wohl gelingen, auch nach einer kürzlichen Trennung, wenn man ehrlich, offen, selbstkritisch, lern- sowie aufnahmefähig ist und Erfahrungen und Erlebtes bewusst wahrnimmt und zukünftig adaptiert. Ich halte weder etwas davon die Vergangenheit zu pflegen noch zu negieren. Sie ist und bleibt ein (angemessener) Bestandteil.

Davon schreibst Du nichts.

Was könntest Du tun?

Ihm Deine Gedanken und Gefühle mitteilen, sich ihm gegenüber so verhalten wie Du es von Dir selbst erwünschst, von ihm erwartest und Dich wohlfühlst. Der Rest wird sich zeigen und ergeben. Ein wenig mehr Abstand und eigenes Leben wäre dem sicher förderlich.

Wieso oft: Wenn es nicht passt, kannst Du es nicht erzwingen.
 
  • #13
Er ist sich nicht mehr sicher, ob er die Beziehung zu mir zu schnell nach seiner Trennung von seiner NochEhefrau eingegangen ist.
Wenn das stimmt, war von Anfang an der Wurm drin. Allerdings glaube ich nicht an die These von der Trostfrau im Sinne „fehlender Selbstreflexion und Einsicht” (wie von Frauen, die pauschal im Mann den Schuldigen sehen, so gerne behauptet wird), sondern eher im notwendigen Abschütteln der Selbstzweifel, die auch einen reflektierten Menschen bei einer Trennung stets überkommen. Und das ist etwas ganz anderes.

Sei's drum, es muß nicht so sein. Vielleicht ist es auch nur eine bequeme Ausrede, um Dir nicht ins Gesicht sagen zu müssen, daß Du es für ihn eben doch nicht bist. Das muß Dich aber nicht tangieren, denn jemand wie er, der dann trotzdem erst einmal das volle Programm fährt, ist kein großer Verlust.
 
  • #14
Wie Apfeldieb #12 schreibt,
Er weiß nach 9 Monaten genau was er will und nämlich sich von Dir trennen.
Alles andere sind nur Ausreden, um nicht Konkret werden zu müssen. Ich dachte Frauen können gut zwischen den Zeilen lesen. Arbeit, Kinder, Ex-Frau, kurze Trennungsphase....das alles fällt ihm erst nach 9 Monaten auf? Und auch wenn, es sind für ihn jetzt alles Gründe nicht mehr mit dir zu wollen.