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  • #1

Nach der Trennung: Mögliche Signale für ein Annähern?

Hallo, wahrscheinlich kennen das einige von euch. Die Beziehung ging auseinander, sprich man hat sich ganz klar und eindeutig getrennt, und auch keine sog. "Auszeit" genommen. Es gibt ja hier und da immer mal wieder den Fall, dass getrennte Paare sich wieder gefunden haben, also wieder in einer gefestigten Beziehung leben, und es zumindest noch einmal versuchen. Mich würde jetzt interessieren: Was deutet darauf hin das es wieder ein "aufflacker" der Beziehung geben könnte? Was sind mögliche Anzeichen dafür, dass zwei Menschen es noch einmal versuchen. Wäre nett, wenn ihr hier von euren Erfahrungen berichten würdet. Danke.
 
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  • #2
Meine Schwester und ihr Mann waren mindestens drei Mal auseinander. Sie haben beide immer gesagt, dass noch Liebe vorhanden war, sonst hätte das nicht geklappt. Sie haben also ihre "anderen" Probleme ausgeräumt. Kennen sich mittlerweile seit 13 Jahren und sind seit 5 Jahren verheiratet.
 
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  • #3
Da alle sehr, sehr unterschiedlich sind, glaube ich kaum, pauschale Antworten geben zu können. Das aber nur als einleitendes Wort.

Ich befinde mich seit einigen Wochen in gleicher/ähnlicher Situation. Erst kam der Trennungstag, das Gespräch, warum, weshalb, wieso... dann die Traurigkeit, die Wut, der Hass... dann Verständnis, innere Einkehr und versöhnliche Worte, dass man die Trennung doch gerne friedlich durchziehen möchte.

Wir teilen noch unsere gemeinsame Wohnung, sehen uns unter der Woche kaum, weil wir aus der gemeinsamen Gegenwart flüchten. Und dennoch gab es zwischenzeitlich Anzeichen für ein Zurück! Ich war derjenige, der die Trennung wollte, weil gefühlsmäßig für mich einiges im Argen war. Nachdem die Trennung ausgesprochen war, gab es einige Tage später körperlich, mental und gefühlsmäßig immer wieder eine Annäherung - sogar von ihr! Nach einiger Zeit kamen wir in einem Gespräch darauf und ich wollte einfach mal wissen, woran wir sind. Die Antworten waren die - die mich seinerzeit zu meiner Trennungsentscheidung gebracht hatten. Kühle, Leidenschaftslosigkeit und vor allem der Geschmack von Berechnung! Ich wiederhole: nur der Geschmack. Ich mag nichts unterstellen, denn das würde ich so nicht von ihr denken!

Natürlich, weil die Liebe ja mal da war, gibt es immer wieder Annäherungen. Der gemeinsame Sex ist nicht selten ein Wegbegleiter. Weil es etwas von Vertrautheit hat. Ich kann an dieser Stelle sagen, dass ich meine Partnerin kaum inniger gespürt und erlebt hatte, als Monate zuvor. Es war schon unglaublich – und dennoch, mit einer wirklichen Annäherung hatte das nichts zu tun. Ich glaube, sie konnte es noch haben, das wusste sie, sie hat es sich genommen (und ich habe es ja auch zugelassen und genossen).

Alles weitere führt/führte immer wieder zu Reibereien und hat uns nicht wirklich näher zusammengebracht. Selbst wenn ich, der Entscheider, es mir zwischendurch gerne gewünscht hätte. Dann wäre etwas wie ‚um seine Beziehung kämpfen wollen‘ zu spüren gewesen. Das Gefühl wäre ein Faktor für eine Chance. Wenn Dein Gegenüber nach Deinem Trennungswunsch sofort aufgibt und z.B. aktiv mit der Wohnungssuche beginnt, oder Dich immer wieder anklagt, dass Du aufgegeben hast, Du Schuld am Scheitern der Beziehung hast usw. dann hat alles keinen Wert.

Dann, so denke ich, ist man die Beziehung und seinen Schatz endgültig los. Für mich heißt das, umdrehen - nach vorne schauen und irgendwann anderswo von Vorne beginnen. Die Reue weicht irgendwann der Einsicht, dass die Entscheidung gut war.
 
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  • #4
M. E. sind die Signale die auf eine mögliche Annäherung hindeuten, individuell sehr verschieden. Ob das Wesen eines Menschen eher zu Introvertiertheit oder Extrovertiertheit neigt spielt ebenfalls eine große Rolle. Je nachdem, können sich Andeutungen sehr verhalten oder eben mehr direkt und offensiv äußern. Das sinnvollste wäre wohl, sofern ihr noch miteinander in Kontakt seid, dass du ihr/ihm ein Gesprächsangebot unterbreitest. Wenn er/sie darauf eingeht, ist dies schon einmal ein positives Zeichen. Die Frage bleibt allerdings offen, was du dir von einer "Annäherung" erhoffst.
Möchtest du der Beziehung noch eine Chance geben? Hast du damit noch nicht abgeschlossen?

Eine "Annäherung" macht aber nur dann Sinn, sofern positive Gefühle noch auf beiden Seiten vorhanden sind und die Ursachen für die Trennung problematisiert und auch gelöst werden können. Diese Fragen solltest du für dich vorerst abklären.

Egal ob du FS Mann oder Frau bist, es gilt jetzt mit äußerster Achtsamkeit vorzugehen, um auf positive Rückmeldungen adäquat reagieren zu können.

Viel Glück
 
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  • #5
Der FS:
#3: Erst mal etwas zu Konkretisierung: Ich bin ein Mann. Meine (Ex)Freundin ist vom Wesen her eindeutig extrovertiert. Regelmässigen Kontakt haben wir seit Anfang an, seit dem Zeitpunkt d. Trennung. Wir sehen uns alle 1-1/2 Wochen, tel. etwa alle 3 Tage miteinander, es kommt dann durchaus vor das ein Tel.-gespräch 1-1/2h dauert. Wir unterhalten uns dann über viele Dinge, was wir erlebt haben, wie es dem anderen geht. Wir sind beide sehr am Leben des anderen interessiert, war aber in der Zeit unserer Beziehung genauso. Sie lächelt auch viel wenn wir uns so gegenüber sitzen und unterhalten. Sie bedankt sich immer am Ende unserer Treffen f. die schönen Abende. Auffallend ist das sie mich oft fragt was ich denn so genau gemacht in den jeweils letzten Tagen....
Habe schon das Gefühl das von ihrer Seite noch etwas da ist, sprich Gefühle, anders kann man das nicht deuten. Bin mir halt nur nicht sicher wie ich es angehen soll. Will nichts entgültig kaputt machen. Kommt ja selten vor das zwei "frisch getrennte" so schnell den sog. "Schalter umklicken". Irgendwann will ich aber auch wieder frei sein für eine neue Beziehung/Liebe, was aber in meinem Fall, nach 2 Mon. viel zu früh ist, und momentan absolut nicht vorstellbar ist.
 
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  • #6
Hallo FS, ich bins nochmal die @3.
Nach deinen Erläuterungen sieht die Sachlage ja nun ganz anders aus. Im Prinzip habt ihr euch gar nicht getrennt, sondern lediglich der Basis neue Grundlagen verliehen - "Freundschaft" statt Liebe mit Sex! Mag sich dabei auch die Quantität eurer Kontakte verringert haben, die Qualität ist dabei vermutlich noch nicht ins triviale abgerutscht, ihr interessiert euch noch ernsthaft dafür, wie es dem Gegenüber wirklich geht, wobei Gefühle von Verletztheit oder schmerzlichen Erinnerungen erfolgreich ausgeklammert werden. Pointiert ausgedrückt: man redet sich eine gescheiterte Lebensphase schön und glaubt dann weniger leiden zu müssen.
Dass sie sich häufig danach erkundigt was du GENAU in den letzten Tagen so gemacht hast, deutet darauf hin, auf diesem Weg zu eruieren, nicht wann und wo du beim Einkaufen warst, sondern ob du bereits dabei bist, Vorbereitungen für die nächste Frau zu treffen. Dies dürfte dann jedwede evtl. vorhandene Hoffnung auf ihrer Seite zerstören.
Ich bin der Meinung, sobald einer der Partner dann mit einer neuen Beziehung aufwartet, wird so einer vermeintlich guten "Freundschaft" der Todesstoß versetzt. Dies erscheint mir zwangsläufig so zu enden, denn es ist zu natürlich, dass eine neue Liebe oberste Priorität besitzt. Der allein zurück gebliebene empfindet sich dann doppelt gescheitert, zuerst in der Liebe und dann in der Freundschaft!
Aus diesem Grund glaube ich eben, dass das Umschalten von Liebe auf Freundschaft langfristig nicht funktionieren kann. Zudem meine ich dass hinter einem derartigen fromm/freundlichen Begehren sich immer auch ein egoistisches Motiv verborgen hält.
Dennoch, alles Gute euch Beiden.
 
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  • #7
@3: Vielen Dank für deine lieben Wünsche. So wie du das beschreibst, so wird es auch sein.
Mit einer guten Freundin habe ich mich in letzter Zeit einige male über meine/unsere akt. Siuation unterhalten. Sie ist der Meinung, obwohl sie meine Ex-Freundin nicht pers. kennt, das da von ihrer (Ex-Freundin) noch etwas ist, also Gefühle noch vorhanden sind. Sie meinte Frauen würden das besser verstehen, gerade weil sie einen ähnlichen Fall auch mal durch gemacht hat. Männer könnten das nicht verstehen.
Interessant ist so manches Verhalten bei meiner Ex. Als ich ihr letztens erzählte das ich mich beruflich verändern will, und auch wohnungstechnisch, besser, ein Haus zulegen will, war sie doch sehr erstaunt und überrascht, es wirkte ganz eindeutig so. Auf ihre Frage, warum? Ich habe mittlerweile ein Alter erreicht, wo ich mir ernsthaft Gedanken machen muss/will wie ich mein Leben in den nächsten 30 Jahren weiter gestalten will, wohin die Reise gehen soll (u.a. feste Partnerschaft, .....), so meine Antwort. Bes. überrascht war sie nach meiner Aussage was eine mögliche Änderung meiner "Lebenssituation" angeht. Sie weiss das weiterhin single bin und das auch erst mal bleiben werde. Habe noch lange an dieser Tr. zu knabbern.
 
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  • #8
Was haltet Ihr von diesen "Zeichen"? Kann man alles nicht pauschal sagen, nehme ich an. Bei mir ist die Trennung erst drei Wochen her. Sie kam auch etwas ueberraschend und ist von ihm (ich bin eine Sie) aus eine Entscheidung der "Vernunft" gewesen, weil wir beide durch Karrierestress und auch Sturheit (beide wollten recht haben) uns gestresst haben. In unserem Fall war keine Untreue noch Gewalt etc. im Spiel.

Sind das etwaige Zeichen:
- Wenn er waehrend des Trennungsgespraech mir immer wieder tief in die Augen schaut und mir Komplimente zur Augenfarbe macht
- Wenn es ihm nach drei Stunden Trennungsgespraech schwer faellt zu gehen und dabei lange auf den Boden schaut, dann wieder mich anschaut mit verletztem Blick und sagt, er moechte mich so gern umarmen
- Wenn ich ihm dann nach einigem Ringen (ich war bei der Trennung ganz ruhig, nicht hysterisch, nicht traurig, nur "vernuenftig") doch zugestehe, dass er mich umarmt.
- Wenn er mir dann sagt, er habe mich vermisst waehrend der zwei Wochen, die er mit einem Freund im Urlaub war
- Wenn er mir immer wieder sagt, ich sei fuer ihn die schoenste Frau, die er gesehen habe (er sagte es von Anfang an)
- Wenn er nachdenklich sagt, er habe noch nie jemanden wie mich vorher getroffen
- Wenn er klar stellt, dass er sich nicht vorstellen koenne, mit mir "nur" platonische Freundschaft zu pflegen
- Wenn er eine Woche spaeter im Telefonat sagt, dass er mich noch immer mag
- Wenn er sagt, dass sein Intellekt ihm sagt, er wolle mir dies oder jenes glauben, aber seine Erfahrung sei anders gewesen (Verletzte Gefuehle?)
- Wenn er noch immer mein Armband traegt und meine Zahnbuerste hat
- Wenn er sagt, er wolle sich Zeit nehmen und darueber nachdenken
- Wenn er sagt, er denke nicht im Moment, dass er einen Fehler gemacht habe und dabei 3x ganz klar betont, dass er dies "im Moment denkt" und es koenne anders sein, aber er wolle ehrlich sein ueber seinen derzeitigen Gefuehlszustand.

Wenn ich das so niederschreibe, denke ich selber, das sind eindeutige Zeichen, dass der andere Dich noch liebt. Aber dass es Zeit braucht, fuer beide Leute. Zeit und Distanz ohne jeglichen Kontakt, um ueber verletzte Gefuehle hinwegzukommen. Um die negativen Gedanken vorbeiziehen zu lassen. Aber beide muessen ehrlich zu sich selber sein.

Ich wuensche Euch allen, dass Ihr positiv aus einer aehnlichen Erfahrung herauskommt.
 
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  • #9
@FS: "Was deutet darauf hin das es wieder ein "aufflacker" der Beziehung geben könnte? Was sind mögliche Anzeichen dafür, dass zwei Menschen es noch einmal versuchen."
Das merkt man schon, wenn man miteinander spricht.

@#7: Alles Spekulation solange ihr nicht miteinander sprecht. Er wird sich schon melden, und wenn nicht: Hak' es ab...
 
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  • #10
Vielleicht kann an dieser Stelle jemand der FS (und auch #7) "GFK" erklären - "Gewaltfreie Kommunikation"? Das soll schon oftmals geholfen haben, bedeutet jedoch nicht, dass einer in kryptischen Rätseln spricht, sondern dass er sich öffnet und in der Ich-Form dem anderen seine Gefühle schildert (statt in der aggressiven Du-Form dem anderen Vorwürfe macht).
Das Verständnis dieser Kommunikationsform ist wahrer Intellekt.

Sprecht miteinander, z. B:
W: Ich fühle mich so ausgeschlossen von Dir (statt: Du öffnest Dich mir nicht)
oder
M: Ich bin verunsichert wenn ich sehe, wie selbständig Du bist (statt: Ich misstraue Dir, weil Du dauernd mit Deinen Freundinnen unterwegs bist)

Oder so ähnlich, wenn ich es richtig verstanden habe.

Rechtzeitig miteinander sprechen verhindert o. g. Situationen im Keim.
 
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