• #31
De facto führen die beiden doch eine Beziehung. Sie reden miteinander, unternehmen Dinge zusammen, haben Sex. Welche Voraussetzung für ein wirkliches Kennenlernen soll da fehlen? Meinst du, Menschen verhalten sich plötzlich ganz anders, nachdem sie ihrer Beziehung ein offizielles Label verpasst haben? Oder meinst du, dass es erst "ans Eingemachte" geht, wenn man zusammenwohnt? Das mag schon sein, aber nach 3 Monaten werden das wohl die wenigsten wollen...
...
Ich finde es ehrlich gesagt krass, dass bei vielen Frauen sofort ein Abwertungsprogramm anspringt, wenn ein Mann (möglicherweise) keine feste Beziehung will. Und ich glaube nicht, dass man auch nur einen cm weiter kommt, solange man in dieser Opferhaltung verharrt...
De facto führen sie schon eine Beziehung denn sie unternehmen alles zusammen was ein Liebespaar ansonsten unternimmt welches sich in einer Beziehung befindet.

Doch der Unterschied liegt im Gefühl der Ernsthaftigkeit oder Laissez-Faire dieser Verbindung bzw. in: " ich bin mir sicher das ich mit diesem Mann eine Zukunft will" ihrerseits und " ich weiss gar nicht ob ich mit dir überhaupt eine Zukunft haben möchte seinerseits.

Jedoch haben die meisten Frauen schon recht, dass die meisten Männer tatsächlich nicht bindungsfähig bzw. Bindungsphobiker sind, was auch die Psychologin Stefanie Stahl aus ihrer Praxis kennt und Autorin des Buches "Jain!" ist.

Ich kann nicht nur die FS sondern tatsächlich jede einzelne Frau verstehen, welche sich Sicherheiten in punkto Zukunft wünscht in Sinne von: "ja der Mann will mich wirklich, er will mit mir eine feste, verbindliche Beziehung", denn ansonsten ist die Ungewissheit ein sehr schwer zu ertragender, zermürbender psychischer Zustand, den man vielleicht einige Wochen aushalten kann aber nicht über Monate hinweg.

Ich würde sagen, dass es nur Menschen, welche todkrank sind, völlig egal ist ob es eine feste Beziehung wird oder nicht aber alle anderen erwarten und hoffen zurecht, dass ist eine feste Beziehung wird, sofern sie eine begonnen haben. Nur wenn man weiss, dass beide die Beziehung tatsächlich auch ernsthaft wollen können sich Frauen richtig entspannen und die Beziehung sorglos geniessen.

Somit wollen Frauen, sofern sie nicht selbst bindungsängstlich sind langsam wissen woran sie mit einem Mann sind und ob sie mit ihm eine Zukunft bauen können. Die FS auch.
 
  • #32
Wenn ein Mensch nach 3 Monaten noch immer nicht weiß was er will dann wird er es auch nach 3 Jahren nicht wissen.
Andernfalls müsste dieser ja auch bei der sexuellen Ebene zögern und sich da zurück nehmen. Dafür reichen die Gefühle scheinbar immer.
Letztendlich möchte die FS nur eine gewisse Verbindlichkeit und hat ihm kein Eheversprechen abgefordert.
Insofern könnte er sie nun Jahrelang hinhalten ... erinnert mich sehr an der sogenannten Mörchenmethode (mit den Festvertrag winken aber nie wirklich einstellen - Zeitarbeitsmasche).
Traurig das viele sich das mittlerweile schon in Liebesdingen zu nutze machen.

W/42
 
  • #33
...Jedoch haben die meisten Frauen schon recht, dass die meisten Männer tatsächlich nicht bindungsfähig bzw. Bindungsphobiker sind..
Nein, nicht Männer.
Die meisten Menschen... Wenn schon so pauschalisiert.

Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit Bindungen, sind in Abstufungen bindungsproblematisch bis Phobiker. Da gibt es 4 Grundstufen der Bindungsmuster - wer kann von sich sagen, dass er/sie der sicher gebundene Typ ist? Meist doch eher unsicher-vermeidend bzw. unsicher-ambivalent, in Abstufungen.
Wenn ich sicher bin in meinem Bindungsmuster, benötige ich keine formale Bestätigung. Dann spüre ich es.

Und ich bin mir sicher, dass Männer ganz genauso Sicherheit und Verbindlichkeit in Beziehungen wollen, auch wenn es ggf. die Sicherheit einer unverbindlichen Beziehung (Affäre) ist, die so klar bezeichnet wird - und Frauen oft nicht hören und glauben wollen).

Sicherheit, Klarheit, Verbindlichkeit in Bezug auf Aussagen, Abmachungen und natürlich genauso in Partnerschaften, Beziehungen.
Das ist kein alleiniger Anspruch von Frauen, den Mann zu erfüllen hat, das gilt beidseitig und generell.
Hinhaltetaktiken gibt es genauso von Frauen und macht Männer genauso fertig und belastet. Vielleicht gibt es aber Schattierungen dieses Spiels, die geschlechtsspezifischer sind.

W, 46
Dann lieber eine Minderheit seiend und an meiner eigenen Bindungsfähigkeit und Verantwortlichkeit arbeitend.
 
  • #34
Andernfalls müsste dieser ja auch bei der sexuellen Ebene zögern und sich da zurück nehmen.
Ja? Muss er das?
Für mich gehört Sex zum Kennenlernen, natürlich nicht als Erstes, denn ich möchte schon auch erste Verliebtheitsgefühle bei Sex haben, aber dann ja. Erfahrungsgemäß ist dies nach etwa 4-6 Wochen (wenn die Dates in etwa wöchentlich stattfinden, so war es damals bei mir)

Wenn die Dates seltener stattfinden, kann der Zeitraum auch länger sein. Da sind die drei 3 Monate der FS auch nicht viel.

Bevor ich mich ganz auf sie einlasse (und dann ist meist das Zusammenziehen die Stunde der Wahrheit), möchte ich wissen, ob es auch beim Sex gut funktioniert. Das hatte es vorher sehr oft nicht, deshalb war ich vorsichtig geworden.

Ich bin spätestens mit einer Frau zusammen, wenn ich mir ihr zusammengezogen bin, vorher fühlte ich mich in meine eigene vier Wänden immer noch unanhängig und ungebunden. Aber die monogame Exkusivität der Beziehung legt man gemeinsam schon vorher fest. Das ist für mich der Abschluss der Date -Phase.

bei der FS ist dieser Punkt offensichtlich noch nicht ganz erreicht.
 
  • #35
Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit Bindungen, sind in Abstufungen bindungsproblematisch bis Phobiker. Da gibt es 4 Grundstufen der Bindungsmuster - wer kann von sich sagen, dass er/sie der sicher gebundene Typ ist? Meist doch eher unsicher-vermeidend bzw. unsicher-ambivalent, in Abstufungen.
Wenn ich sicher bin in meinem Bindungsmuster, benötige ich keine formale Bestätigung. Dann spüre ich es.

Und ich bin mir sicher, dass Männer ganz genauso Sicherheit und Verbindlichkeit in Beziehungen wollen, auch wenn es ggf. die Sicherheit einer unverbindlichen Beziehung (Affäre) ist, die so klar bezeichnet wird - und Frauen oft nicht hören und glauben wollen).
Schätzungen zufolge weisen ca. 40 % der Menschen einen unsicheren Bindungstil. Wie viel davon Männer und Frauen sind, ist nicht klar. Und schätzungsweise in 50% der Paarbeziehungen hat der eine einen unsicheren Bindungsstil und der andere einen sicheren. Oder der sicher gebundene gibt dem unsicheren Sicherheit und Stabilität, sofern sich dieser nicht extrem unsicher-vermeidend oder unsicher-ambivalent verhält.

Bei der FS wiederholte sich mehrmals das Muster, dass Männer mit ihr keine feste Beziehung wollten oder eben unsicher waren, was sie wollten, wie der aktuelle Mann.

Ob die FS selbst auch einen unsicheren Bindungsstil hat, würde sich erst dann zeigen, wenn dieser Mann zufälligerweise einer wäre, welcher ganz sicher wüsste, dass er mit ihr eine verbindliche Zukunft haben möchte, wenn er sie seinen Freunden und seinen Eltern vorstellte und Urlaubs- und andere Zukunftspläne mit ihr machte.

Das bedeutet eingentlich nur in Abhängigkeit vom Bindungsstil des anderen kommt in Kontrast (sozusagen wie bei den Komplentärfarben) der eigene Bindungsstil zum Vorschein.

Würde sie sich freuen und selbst keine Fluchttendenzen entwickeln, wenn er ihr sagte: "Ich möchte wirklich meine Zukunft mit dir verbringen und mein bestes tun, dass wir eine schöne Beziehung haben." Wenn sie selbst kalte Füsse bekäme und Angst vor Verantwortung und Verbindlichkeit über Jahre hinweg, dann könnte man sagen sie wäre auch bindungsängstlich.

Sie könnte auch selber herausfinden, ob das stimmt indem sie sich fragt: "was wenn er sich wirklich für mich definitiv entscheidet und festlegt? Welche Gefühle löst das in mir aus: Glück, Zufriedenheit, Erleichterung oder eher Sorglosigkeit, Beklemmung, Angespannheit?"
 
  • #36
Ich bin spätestens mit einer Frau zusammen, wenn ich mir ihr zusammengezogen bin, vorher fühlte ich mich in meine eigene vier Wänden immer noch unanhängig und ungebunden. Aber die monogame Exkusivität der Beziehung legt man gemeinsam schon vorher fest. Das ist für mich der Abschluss der Date -Phase.
Es geht doch um die emotional-körperliche Bindung und zusammen sein und nicht um die räumliche Anwesenheit, wenn man erst zusammen gezogen ist. Mit der Partnerin zusammen zu leben, bedeutet nicht gleichzeitig, dass Mann sich ihr auch emotional gebunden fühlt. Es kann auch sein, dass der eine nur nicht alleine sein will, ohne sich wirklich emotional verbunden zu fühlen.

Es gibt auch verheiratete Männer und Frauen, welche auf verschiedene Art und Weise ihren Partner auf emotionale Distanz halten: als Workacholic, als Sport- und Hobbyfanstiker, als ehrenamtliche Mitarbeiter oder Vereinsmitglieder. Oder sie laden noch häufig Gäste zu Abendessen ein, damit sie ja nicht so viel Zeit in vertrauter Zweisamkeit verbringen und zu viel Nähe ertragen müssen, weil sie einerseits zu schön ist aber andererseits sie auch emotional abhängig machen kann. Mit unterschiedlichen Aktivitäten und Beschäftigungen - was viel Zeit und Energie erfordert - versuchen sie unbewusst, sich ihren Ängsten nicht zu stellen bzw. sich abzulenken.
 
  • #37
Guten Morgen liebe Lea,

ich freue mich wieder einmal von Dir zu lesen, Du erinnerst mich an einen sehr lieben, mir liebsten, Menschen, auch wenn der Anlass sich für Dich nicht geändert hat.

Leider bin ich zu faul Deine vorherigen Posts durchzulesen und lese es auch in Deinem jetzigen Post nicht, was Du unter einer Beziehung verstehst, wann diese für Dich beginnt und was Du in und mit dieser bezwecken sowie erreichen willst. Ich glaube zu ahnen was Dir vorschwebt. Da Du aber viel jünger bist als ich, wird Dir meine momentane Vorstellung von Beziehung nicht wirklich helfen. Zu Deiner Zeit habe ich sie einfach gelebt ohne so viele Fragen zu stellen. Wichtig ist, dass es sich gut anfühlt/angefühlt hat. Da es sich für Dich nicht gut (genug) anfühlt, solltest Du darüber (weiter) mit ihm (offen und freundlich) reden. Was ist seine Vorstellung von Beziehung? Wann wäret Ihr "richtig" zusammen? Was gehört für ihn dazu?

Aus meiner Sicht führt Ihr eine Beziehung. Aber ich bin nicht Ihr und weder für Dich noch für ihn scheint dies so zu sein. Also definiert dies mal für Euch.

PS: Ich würde dies am Kamin mit einem Rotwein und schöner Musik machen. ;)
 
  • #38
Ich muss sagen, ich könnte nun schon sagen dass ich mir eine Beziehung mit ihm vorstellen könnte.
"Ich muss sagen... könnte sagen, dass ich mir... vorstellen könnte"

Lea, mal Hand aufs Herz, wie sicher bist DU dir denn da wirklich? Vielleicht ist es ja einfach nur sehr "schlampig" und unbedacht formuliert worden von dir und ich interpretiere hier zuviel heraus. Aber ich habe andererseits gelernt, dass man aus der Art der Formulierung schon sehr oft herauslesen kann, was ein Mensch tatsächlich denkt. So, wie ich es hier lese, bist du dir doch auch keineswegs sicher, was du willst von ihm! Nach "bis über beide Ohren verliebt", klingt das nämlich nicht gerade für mich. Geh mal in dich, ganz ehrlich, ob das wirklich jemand ist, mit dem DU unbedingt eine Beziehung willst, oder ob du dirs tatsächlich eigentlich nur "vorstellen können könntest"...
Zumal, wenn ich lese, dass du dich offenbar fast quartalsweise neu verliebst...?
Könnte es sein - wirklich nur eine Frage, ich will dir da nichts unterjubeln - dass du vielleicht auf Teufel komm raus "endlich mal" eine feste Beziehung erzwingen willst, eigenes Verliebtheitsgefühl inklusive?

m/43
 
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