• #31
Hm, da hat er Dir ja noch viel mehr gegeben als nur den Partner. Ihr habt euch in gewisser Weise geheilt von eurer Vergangenheit und positives bewirkt im Leben des anderen. Ich kann jetzt besser verstehen, warum Du in Deinem Eingangspost geschrieben hast, dass er Dir viel nimmt.

Eine Gefahr bei solchen vielfältig verknüpften Beziehungen ist, dass sie erstarren. Also dass sie eigentlich, was das Mann-und-Frau-Ding angeht, überlebt sind und man sich längst einen anderen Partner vorstellen könnte, aber Freundschaft und Familienaspekte so gut und so tief verbindend sind, dass man eine Art leere Hülle aufrecht erhält, dh. den Kern "Liebe zwischen Mann und Frau als Paar" vernachlässigt, damit das gute Drumrum bleiben kann.
Und ja, dass bei der Trennung ein Riesenloch gerissen wird im Leben des anderen, ist auch eine Gefahr, aber mit dem Denken, dem vorzusorgen und den anderen nicht zu sehr ins eigene Leben zu lassen, kann man ja nicht rangehen.
Du bist leider in diesem Fall der Paarteil, der mehr leiden wird, weil er sich nicht aus der Beziehung verabschiedet hat wie der andere.

Deine Freunde sind vielleicht auch seine, aber es wird vielleicht welche geben, die den Kontakt dann eher zu Dir aufrecht erhalten als zu ihm. Die Stütze, die er Dir war, wirst Du nun Dir selbst sein müssen, wenn Du die Freundschaft nicht haben willst, weil die Wunde sonst nicht heilt. Auch mit seiner Familie hätte ich meine Schwierigkeiten, wenn das bedeutet, dass ich noch viel von seinem Leben mitkriegen muss oder ihn sehen müsste. Spätestens, wenn er dann mit ner neuen Freundin dort aufkreuzt, wird das merkwürdig für Dich.

Du hast es nicht leicht mit Deiner Familie, auf die Du nicht zählen kannst. Also der Neuanfang startet von anderer Basis als bei den Leuten, die sich noch mal ins Familiennest zurückziehen konnten. Deswegen würde ich mich auch nicht von denen abhängig machen, wenn die Beziehungen so gestört sind.
Ich bin aber sicher, dass Du Dich auch allein durchschlagen kannst. Denn statt Dich einzugraben, hast Du ja nun schon mal durchgerechnet, dass Du auch allein klarkommst. Es ist ein Schritt ins Ungewisse, und ihn ohne die bisherige Stütze zu machen, macht die Hürde noch größer. Da aber dauernd Menschen neu anfangen, sogar allein im Ausland, ohne wen zu kennen, bin ich sicher, dass auch Du das hinkriegst. Zumal ich mir vorstellen kann, dass Du nicht alle Freunde verlieren wirst.

Es wird Dich Kraft kosten, aber eine schwere saubere Trennung halte ich für viel besser, als im Alten verhaftet zu bleiben und sich nicht aus Abhängigkeiten lösen zu wollen, die man gar nicht mehr nötig hätte, weil man in der Beziehung ... ich nenne es mal: heil geworden ist und nun "alleine kann". Wenn Du zurück guckst, siehst Du, dass Du vieles nicht mehr hast, wenn Du nach vorn guckst, siehst Du noch nichts, weil die Zukunft noch ungeschrieben ist. Aber es bedeutet auch Freiheit zur eigenen Gestaltung ohne den anderen.
 
  • #32
Ähh. Genau. Du triffst den Nagel auf den Kopf. *ironieoff*
Was du schreibst, stimmt nicht. Ich liebe ihn tatsächlich, sonst hätte ich mich längst getrennt und nicht weiter an unserer gemeinsamen Zukunft geformt, gebastelt, erträumt etc. Und sonst käme ich mit der Trennung ja super klar, dürfte sogar hier wohnen bleiben, wir wären normale Freunde, wäre ja ideal. Aber ich MUSS ja nicht aus der Wohnung raus. Ich könnte all das ja haben. Wenn ich also schon längst hätte die Beziehung beenden wollen und nur Angst habe, aus der Komfortzone zu kommen, warum bin ich dann jetzt nicht zufrieden? Warum tut es dann so weh? Genau, weil ich ihn eben doch liebe.
Okay...wir können im Prinzip schreiben was wir wollen, nichts, aber auch rein gar nichts funktioniert und hilft dir. Ist wahrscheinlich wieder so eine Art Seelenverwandtschaft. In diesem Falle rate ich dir zu bleiben und dich mit deinem Seelenfreund einzurichten. Mach ihm den Haushalt, lass ihn nicht im Stich, sei ihm eine gute Freundin, er hat es verdient.
irgendwann in einigen Jahren bist du ein seelisches Wrack. Aber egal, was tut man nicht alles für einen guten Freund. Viel Glück!
 
  • #33
..Wenn er nicht bereit ist, in nächster Zeit auf Frauenbesuch zu verzichten, er weiterhin bei Freunden schlecht über mich spricht oder er mich nur duldet, damit jemand seine Wäsche macht, dann versuche ich es gar nicht. (...) Am Ende wird er mich nur noch zusätzlich fühlen lassen, dass ich ihn im Stich lasse. Aber wenn ich bleibe, lasse ich auch nur zu, dass er mir vorher alles nimmt...

Liebe BrokenHeart,
Hast Du da nicht alles gesagt?
Geh so schnell wie möglich, notfalls zu Freunden, Familie, WG Zimmer, irgendetwas.
Er macht Dich kaputt, zerstört Dein Selbstwertgefühl.
Ihr habt Euch zurecht getrennt, ziehe es jetzt (!) konsequent durch.

Und überlege Dir, wenn er so ist , warum Du Dich nicht früher gelöst hast und warum Du zögerst.
Du sagst, Du liebst ihn - aber warum liebst Du einen Menschen, der Dich nicht gut behandelt? Liebst Du Dich nicht? Hast Du es so verdient? (Ironie)

Für Dich, wie für @Günter1978 gilt, wenn man so zögert, ist das Leiden wohl nicht groß genug, und der Komfort, Sicherheitsbedürfnis, Angst vor Alleinesein, u.ä. stärker.
Es gibt immer einen Weg, sich zu trennen, Situationen positiv zu verändern, wenn man den Mut und den Willen hat. Auch wenn es öfters kompliziert ist.
Alles andere für mich sind Vorwände, dass sollte man sich - ganz wertfrei - zumindest eingestehen.

Aber Du siehst schon, wohin es führt, also habe diesen Mut für Dich selbst, und gehe.
Er ist kein Verlust.

Oder Du entscheidest Dich, weiterhin zu sagen, Du liebst ihn, und lässt Dich weiter kleiner machen.
Nach Deinem letzten Post frage ich mich, was wolltest Du von uns lesen?
Keine*r wird Dir ernsthaft raten, in dieser Situation zu verharren.

Oder wird es jetzt wider einer der vielen Threads, wo anfänglich alles ganz, ganz fürchterlich ist, und wenn dann entsprechende Antworten kommen, wird zurück gerudert, und es ist doch alles ganz, ganz anders, und ganz toll?

Nun, dann hat es zumindest auch einen Denkprozess in Gang gesetzt.

W,49
 
  • #34
warum bin ich dann jetzt nicht zufrieden? Warum tut es dann so weh? Genau, weil ich ihn eben doch liebe.

das kann ich dir klar beantworten. Weil du abhängig bist und das als Liebe missinterpretierst. Das ist auch bei bindungsängstlichen immer ein großes Thema. Wenn du einen sicheren Bindungsstil hättest, dann wärst du vermutlich ohne wenn und aber aus der Wohnung raus. Du hast ja im Prinzip deine Eltern mit 14 verloren und keine Freunde. Da ist es doch sowas von klar, dass du dich an ihn klammerst,weil er dir die Geborgenheit gibt. Vermutlich war deine Kindheit nicht gerade von Liebe geprägt. Kann das sein?
Informiere dich einmal über Bindungsangst, z.B. Bücher von Stefanie Stahl und schau, ob es bei dir so ist.
 
  • #35
Auch wenn du im Moment keine Freunde hast, dann suche dir zumindest ein kleines Zimmer in der Wg. E
So sehe ich es auch. Schwer, klar jetzt einen freien Kopf zu haben, aber es ist besser.
Als mein Freund schluss machte, bin ich abgedüst "auf nimmer wieder sehen"...er wollte eine Beziehungspause, ich nicht. Es war eine gute Entscheidung, au
So ist das oft. Wenn man Beziehungspausen einlegt um Dinge zu klären, die man eigentlich in der Beziehung klären sollte, dann ist das schon oft der Anfang vom Ende.
es ist aber eine Abhängigkeit, vergiss es nicht. Liebe ist das nicht.
da könnte Irina richtig liegen liebe FS. Nimm Dir die Ratschläge zu Herzen und handel danach.

m44
 
  • #36
Warum tut es dann so weh? Genau, weil ich ihn eben doch liebe.
Das ist gut möglich, dass du ihn noch liebst, vertraute Gefühle.
Was hat dir denn an der Beziehung nicht mehr so gut gefallen?
Auf der anderen Seite kann er mir nicht garantieren, dass er bei Frauenbesuch in nächster Zeit auf meine Gefühle rücksicht nehmen kann.
Das wäre für mich ein Grund auszuziehen. Ja, die Trennung wird wehtun, aber willst du wirklich mitbekommen, wie er mit anderen Frauen schreibt, telefoniert, in seinem Zimmer sitzt und lacht? Die Frau geht dann in euer Badezimmer und holt sich in der Küche nen Kaffee...alles ist besser als das. Ich würde das nicht aushalten, wenn ich für den Mann noch Gefühle hätte.
 
  • #37
Liebe FS
Ich unterstütze die meisten Antworten hier und in dem anderen Thread, dass Du Dich am besten schützen kannst, wenn Du ausziehst. Es wird weh tun, und es wird ein Weilchen dauern bis es Dir besser geht, aber langfristig hast Du damit die Möglichkeit zu heilen.
Eine Partnerschaft zu beenden ist normalerweise nie leicht. Und auch wenn es schmerzhaft ist, ist es gut, dass ihr noch Achtung und viele positive Gefühle für den Ex habt. Eine respektvolle Trennung in Menschenliebe ist möglich und kein Widerspruch. D.H. man liebt den anderen als Mensch, aber irgendwie fehlt einem was, was zu einer erfüllenden Beziehung gehört. Wie wäre‘s wenn ihr beide eine Trennungsberatung entweder getrennt - oder ja, sogar zusammen - in Anspruch nimmt? Evtl braucht ihr es beide um euch zu sortieren, da keine scheint so richtig zu wissen, was er/sie will und in welcher Form.
Profamilia, Caritas oder der Diakonie bietet sowas an, und diese Organisationen sind in fast jeder Stadt zu finden.
Wünsche Dir weiterhin viel Kraft
G (nicht Muttersprachlerin)
 
  • #38
Ach Mensch, Liebeskummer ist so fies.
Eine Pille oder Rat habe ich nicht, dass er geht, nur die Erfahrung, was ihn schlimmer macht.
Und das ist in Deinem Fall zu bleiben!

Er hat sich entliebt und Du nicht, du kommst nicht zur Ruhe um begreifen zu können, du kommst nicht raus um die Hoffnung zu begraben, du kommst nicht in den Abstand um an Dich zu denken.
So denkst Du nur täglich: warum macht er, aber er muss doch noch etc?
Du verlängerst das Leiden, Du verlängerst nicht ins klare denken zu kommen und....jetzt wirds hart:
Du gibst ihm die Möglichkeit Dich "eklig" zu finden.
Er hat sich entliebt und was er vorschlägt ist seinem Restposten an Verantwortung geschuldet.
Aber nichts ist so unsexy, wie ein Häufchen Elend was man täglich sieht.

Und der mit dem Liebeskummer ist nunmal ein Häufchen Elend.

Ich kann dir nicht versprechen, dass es dir sofort gut geht, wenn du ausgezogen bist, ich kann dir nicht versprechen, dass dein Liebeskummer deshalb nicht lange dauert.

Ich kann nur sagen, dass Du dir unnötige Kräche und Erniedrigungen ersparst, die Du jetzt nicht siehst aber später bereust.

Und meine Erfahrung, die konsequente Trennung war auch mit kleinen Kindern, nicht so schlimm wie die Angst davor oder ein weiter unter einem Dach gewesen wäre.
 
  • #39
Liebe Fragestellerin. Dein Post unter #19 hat mich doch sehr berührt. Ihr seid also auch sowas wie eine Leidensgemeinschaft gewesen. Und Du bist von Deiner Familie verstossen worden und hast auch sonst kaum ein soziales Netz. Eben ein schwer geschädigtes Urvertrauen.

Puuuuuh. Eine ganze Hypothek, die Dir das Leben aufgebürdet hat. Du hast mit Sicherheit einen unsicheren Bindungsstil, denn familiären Rückhalt kann ich nicht erkennen und dem endgültigen Bruch dürfte auch eine traurige Kindheit mit negativen Bindungserfahrungen vorausgegangen sein. Leute wie Du und ich (ja, ich auch) reagieren mit Verlustängsten und im schlimmsten Fall mit Klammern.

Deine Trennung ist nicht nur eine einfache Trennung. Sie triggert auch all Deine (frühkindlichen) Prägungen und Traumata, daher ist sie für Dich der Supergau.

Bei ihm vermute ich auch eine Bindungsstörung. Du schreibst, auch er hätte rebelliert bei der Scheidung der Eltern. Dem könnte auch einiges vorausgegangen sein. Du schreibst, Du hättest geklammert und er hätte sich schon einmal von Dir getrennt. Vielleicht ist er eher der Bindungsvermeider und Du der Klammerer. Solche finden sich gerne mal zu tragisch symbiotisch ungesunden Beziehungen mit überraschend langer Haltbarkeit. Aber eben sehr ungesund.

Du hast jetzt die Chance Dein Leben, Dein Umfeld zu transformieren. Das ist meiner Meinung eine sehr große Chance. Du schreibst selbst, dass Du überall nur geduldet gewesen warst. Dabei vermute ich auch, dass das eher Deine Wahrnehmung, Deine Prägung war, dies so zu sehen, weil Du es nicht anders kennst.
Ich fürchte sogar, dass Du nur über ihn gelebt hast.

Daher mein dringender Rat an Dich: bitte bitte hole Dir Hilfe. Das, was Du nun zu stemmen und aufzuarbeiten hast, ist fast schon überdimensional. Fang bei Deinem Selbstwert, bei Deinem Selbstbild an, damit Du in der nächsten Beziehung nicht mehr in derart destruktive Abhängigkeiten rutscht.

Sobald Du ein besseres Selbstbild hast, sobald Du besser im Sattel sitzt wirst Du auch Menschen in Dein Leben ziehen, die Dich wertvoller behandeln und nicht nur dulden. Insofern glaube ich, ist ein schnellstmöglichster Auszug das Allerbeste, wenn auch das Schmerzhafteste für Dich.

Du bist noch so jung und hörst Dich aber sehr reflektiert und intelligent an. Du wirst es schaffen, den Sprung von einer Mangelbeziehung in ein glückliches und freies Leben. Viel Glück.
 
  • #40
Deutlicher geht's nicht:


Und das Beste-Freundin-Geschwafel dient doch nur dazu, seinen Entschluss nicht zu hart wirken zu lassen.

Außerdem hattest du ja selbst schon Trennungsgedanken. Jetzt ist er dir zuvorgekommen. Dass das deinen Stolz verletzt, ist verständlich, ändert aber nichts an der Sache. Dass er dir noch eine Zeit lang Asyl gewährt, hat auch nichts zu bedeuten. Selbst wenn der Mietvertrag nur auf ihn läuft. Schließlich muss ja im Zweifel erst 'ne neue Wohnung gefunden werden. Und das in einer Universitätsstadt!

Wie wenig muss ich ihm noch bedeuten, wenn er mir beim Leiden zusehen kann?

Trennung tut weh, keine Frage. Geh raus aus der Opferrolle, gehe auf Abstand, such dir unbedingt eine Wohnung und lenke dich ab, tu Dinge, die dir gut tun.

Allerspätestens das sollte für dich eine Entscheidungshilfe sein:

er nicht bereit ist, in nächster Zeit auf Frauenbesuch zu verzichten, er weiterhin bei Freunden schlecht über mich spricht oder er mich nur duldet, damit jemand seine Wäsche macht

Du liest dich sehr anstrengend. Könnte das seine Entscheidung begünstigt haben?

Was realwoman schreibt, ist zwar in erster Näherung nicht nett, aber es ist so wie es scheint, sehr viel Wahres dran. Deine Reaktion spricht Bände.
 
  • #41
Er versteht, dass ich leide, dass es mir weh tut, dennoch scheint ihn das ja auch nicht zu stören. Aber das sollte es doch auch bei einer Freundschaft?
Ganz genau richtig und das ist der Grund, weshalb du dringend Abstand brauchst und die Trennung verarbeiten musst. Befreundet sein kannst du erst, wenn du ihm bei Liebeskummer ein verständnisvolles Ohr bieten könntest, ohne dass es dich persönlich tangiert. Auch musst du die Kränkung überwinden, dass du so austauschbar bist, dass schon neue Frauen auf der Matte stehen - und er sich damit nicht beherrschen kann, bis du ausgezogen bist. Ich weiß nicht, ob ich das vergessen könnte. Für mich wäre das kein Freund und irgendwann wirst du auch einsehen, dass so jemand nicht in der Lage ist, eine empathische Bindung zu haben, in der man den anderen so achtet wie sich selbst.
 
  • #42
hey Brokenhearted,

es ist oft so, dass die Frau ihr Umfeld verlässt für einen Mann.
Dann eben auch bei der Trennung dieses neue Umfeld wieder verliert.
Das ist wirklich nicht ganz einfach.
Deine Geschichte mit deiner Familie, lässt auch verstehen, warum du gerade so reagierst. Er war eben ein familiärer Rückhalt für dich.

Nur so wie er sich das ausmalt, dass du es dann aushältst, wenn Frauenbesuch kommt, das ist natürlich nicht möglich.

Natürlich habe ich keine wissenschaftliche Studie erstellt, aber ich würde behaupten, es ist immer noch Liebe da bei der Trennung, wenn man sich einst sehr geliebt hat. Das verschwindet nie von heute auf morgen.
Trennung ist immer Abschied. Abschied auch von dem wie es einst war und nun nicht mehr ist. Das ist ganz normal, dass dich das emotional mitnimmt.
Aber...du verzögerst die Verarbeitung dessen, wenn du bleibst.
Du kannst das erst verarbeiten, wenn auch eine räumliche Trennung stattgefunden hat. Erst dann wird auch eine innerliche Trennung kommen mit der Zeit. All das Telefonieren und Treffen usw. nach Trennungen, reisst alte Wunden (Gefühle) wieder auf.
Es ist wie eine Stresssituation aus der man einfach raus muss.

Du studierst doch noch, oder? Das ist doch eh ne gute Zeit, sich einen neuen Mann zu angeln.
Stell dir mal das andere Szenario vor...
Ihr bleibt weiterhin für Jahre zusammen.
Wäre dir das nicht selbst zu fad? Willst du nicht auch mal neue Erfahrungen sammeln?

LG
 
M

morslucis

Gast
  • #43
Wie habt ihr euch getrennt und warum bist du geblieben? War es der Schmerz, der es unmöglich machte?
.
Ich habe mich getrennt, bzw das überfällige Trennungsgespräch eingeleitet, nachdem unser Experiment "offene Beziehung" (mein Wunsch, aber sie war schneller es umzusetzen) aufgrund mangelnder Vorabsprachen bezüglich Tabus aus dem Ruder gelaufen ist. Die Beziehung war kaputt, aber unsere Leben zu dem Zeitpunkt untrennbar miteinander verknüpft, und wir hatten echt auch einiges zusammen durchgemacht. Die Freundschaft wollten wir unbedingt erhalten, und als Student/Azubi war es auch schwierig, jeweils ne eigene Wohnung zu finanzieren. Also WG. So lange "funktioniert" hat das nur, weil sie recht oft bei ihrem Lover oder anderen Freunden war.
Nun denn, wir haben beide unsere Ausbildung/Studium abgeschlossen, und dann kam mir der Job in Bayern gerade recht, um mich zu verkrümeln. Miete habe ich trotzdem noch gezahlt, bis die Wohnung dann abgegeben war.

Ich hatte trotzdem die ganze Zeit weiterhin regelmäßig Kontakt zu ihr, und auch ihrer Familie. Aber erst jetzt, 3,5 Jahre nach meinem Auszug ist es so, das die Interaktion mit ihrer Familie für mich keinen seltsamen Beigeschmack hat. Es sind einfach Menschen, die ich mag. Zu Ihr und ihrem neuen Partner+ Vater ihrer Kinder habe ich ein gutes Freundschaftliches Verhältnis. Man muss aber dazu sagen: Ihn kannte ich schon vor ihr, und er ist nicht der Lover an dem die Beziehung zerbrochen ist.

Das Risiko bei der Sache ist halt, dass es zukünftige Partner abschreckt.

Ein paar Nebeninfos:
-Ich finde prinzipiell den Gedanken erregend, dass meine Partnerin Sex mit anderen hat, aber ich mag nicht heimkommen, und die Kondomverpackungen wegräumen, von nem Typen der mir von Grund auf unsymphatisch ist.
-Meine Ex ist/war Borderlinerin, das war also nie eine einfache Beziehung. Am Anfang wollte sie alle paar Tage Schluss machen, weil sie ja nicht gut für mich ist... Aber für die richtige Trennung am Ende musste dann eben ich den Schlusstrich ziehen.
-Durch Vereinstätigkeiten und Ehrenamt/Nebenjobs + zugehörigem Dunstkreis waren/sind unsere Leben immer noch verwoben. Aber es macht es nicht besser für die mentale Trennung, wenn man dann zusätzlich auch noch zusammen wohnt.

Ich wünche dir Viel Glück!
Der Schmerz geht vorbei. Je eher du weg bist, umso schneller!
Es hilft wirklich, wenn du ausgezogen bist, zuerst einmal einige Wochen vorangekündigt keinen Kontakt zu haben.
Hast du denn schon mal eine Freundin gefragt, ob sie einen Monat lang ne Couch für dich hätte?

m33
 
  • #44
Was realwoman schreibt, ist zwar in erster Näherung nicht nett,
Die FS hat geschrieben, dass die Beziehung nicht einfach war. Sie hatten drei Monate Pause. Aus welchen Gründen auch immer- es hat nicht so richtig funktioniert. Gereicht hat es nicht, ein neuer Anfang musste her. Während dieser Zeit hat FS ab und zu wieder an die Trennung gedacht. Also hat es beim zweiten Anlauf wieder nicht so richtig funktioniert. Jetzt hat ihr Freund die Trennung ausgesprochen. Normalerweise reicht es aus, um zu verstehen, es ist vorbei, und neue Bleibe suchen anzufangen. Die FS hadert trotzdem noch. Der Freund macht sie schlecht bei anderen, ihre " Leiche" ist noch nicht kalt und er schleppt schon andere Frauen an. Die FS hat das Gefühl, sie wird von dem Freund nur geduldet und als Haushaltshilfe benutzt. Und sie- hadert immer noch.
Nun- wer ist hier bitte schon nicht nett? Keiner behandelt den anderen so schlecht, wie der Mensch sich selber. Ich werde hier als hart wahrgenommen, aber ich mache nur auf Missstände aufmerksam, ohne wenn und aber. Das ist nicht angenehm, aber ich bin nicht diejenige, die andere verletzt- das tun sie fleissig selber.
 
  • #45
Er fände es aber trotzdem sehr schade. Er meinte auch, ich würde überstürzt entscheiden. Ich könne jetzt doch noch gar nicht sagen, ob das Zusammenwohnen funktionieren würde. Ich solle noch etwas abwarten.
Der Mann ist doch völlig unempathisch. Er ist offensichtlich überhaupt nicht in der Lage, sich in deine Gefühlswelt einzudenken.

Mich würde mal interessieren: Was tust du bisher alles für ihn, dass er auf deine Anwesenheit in der Wohnung nicht verzichten möchte? Machst du den Großteil des Haushalts? Ich vermute es fast ...
Ich verweise noch mal auf meinen letzten Beitrag hier. Was tust du, wenn er eines Tages mit einer Frau heimkommt, vor deinen Augen mit ihr turtelt und mit ihr in seinem Zimmer verschwindet? Wirst du das aushalten? Ich glaube kaum. Nach dieser Demütigung wirst du endgültig am Boden liegen. Lass es doch nicht so weit kommen!
 
  • #46
Der Mann ist doch völlig unempathisch. Er ist offensichtlich überhaupt nicht in der Lage, sich in deine Gefühlswelt einzudenken.
Ja ich weiss, zumindest stimmts bedingt. Er hat nicht keine Empathie, er kann durchaus sehr empathisch sein, manchmal hat er einfach ein merkwürdiges Denken. Aber daher hab ich ja auch nicht daran geglaubt, dass es funktioniert. Aber wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die beide zufrieden stellt.
Mich würde mal interessieren: Was tust du bisher alles für ihn, dass er auf deine Anwesenheit in der Wohnung nicht verzichten möchte? Machst du den Großteil des Haushalts? Ich vermute es fast ...
Eigentlich nicht «viel». Haushalt haben wir schon immer geteilt gemacht, das behalten wir so bei. Seit der Trennung kam ich auch nicht mehr wirklich dazu, seine Wäsche zu machen, er hätte sie sowieso notgedrungen selbst machen müssen. Wobei er diese Woche auch meinte, er würde sie nun selbst erledigen. Ich musste es gar nicht erst ansprechen. Kochen tun wir so wie bisher. Ich mache aber auch gerade Praktikum und arbeite unregelmässig. Ist er vor mir zuhause, kocht er, bin ich vorher zuhause, koche ich. Und wenn ich Abenddienst hab oder einer von uns aus ist, machts der andere allein. Seine Wäsche hab ich vorher gemacht, ja. Ebenso wie unsere Finanzen und Termine. Die will er jetzt aber auch selber machen, resp. Finanzen müssen wir erst noch trennen, aber da stresst er sich nicht (und momentan profitiere ich von ihm, nicht umgekehrt). Und natürlich die Katzen, die uns beiden gehören. Die hab bisher immer ich versorgt, zumindest, wenn er nicht musste, weil ich z.B. nicht da war. Aber das ist ja auch kein Ding, da ich die ja eh mitnehmen möchte.
Was tust du, wenn er eines Tages mit einer Frau heimkommt, vor deinen Augen mit ihr turtelt und mit ihr in seinem Zimmer verschwindet? Wirst du das aushalten? Ich glaube kaum.
Nein, momentan würde ich das tatsächlich nicht aushalten. Aber wir haben heute auch eine Lösung gefunden, die beide einigermassen zufrieden stellt. Er will mir nun helfen, eine neue Bleibe zu suchen. Etwas, das für mich und die Katzen auch passt. Und wenn es darum geht, dass ich etwas hätte und zustimmen müsste, besprechen wir die ganze Sache nochmal. Je nach dem wie weit ich mit der Verarbeitung bin etc. können wir ja nochmal darüber sprechen. So hab ich zumindest seinen Vorschlag noch nicht ganz abgelehnt, ich kann aber doch besser abschliessen, weil ich mir auch aktiv was suche.
 
  • #47
Liebe realwoman,
da ist jetzt sprachlich was schief gegangen.

Ich wollte nämlich zum Ausdruck bringen, dass ich ganz deiner Meinung bin:

ist zwar in erster Näherung nicht nett, aber es ist so wie es scheint, sehr viel Wahres dran.

Statt "auf den ersten Blick nicht nett..." (du nennst es hart) hätte ich auch schreiben können, "das ist zwar zunächst hart, aber es trifft den Punkt."

Das "nicht nett" ist im übertragenen Sinn gemeint und bedeutet also nichts anderes als das:

Ich werde hier als hart wahrgenommen, aber ich mache nur auf Missstände aufmerksam, ohne wenn und aber.

Genau so ticke ich ja auch. Übrigens werde ich in meinem Umfeld ebenfalls manchmal als hart wahrgenommen.

Es tut mir Leid, dass ich falsch rüber gekommen bin. Im Gegenteil, ich schätze deine Beiträge sehr! Also nix für ungut!
 
  • #48
FS,

zusammen gegen etwas sein oder durchzustehen reicht nicht, da braucht es schon wesentlich mehr.

Ihr habt emotional eine sehr ähnliche Vita, das hat Euch verbunden und die Leere aus Eurer Kindheit/Jugendzeit überdeckt und gefüllt, dies ist aber kein Ersatz für Urvertrauen und -liebe. Ich sehe, auch bei Dir, keine Liebe, nur viel SehnSucht.

Befreie Dich, übernehme Verantwortung und Dein Leben selbst in die Hand. Du hast einen sehr weiten Weg vor Dir.

Ausziehen! Die Miete soll er erst mal „einklagen“.

PS: Ist er zu doof seine Wäsche selbst zu waschen, auch sich selbst um andere Alltäglichkeiten zu kümmern oder brauchst Du gebraucht zu werden?
 
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