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  • #1

Nach Zusammenleben zurück zu getrennten Wohnungen, rettet das?

Kann eine räumliche Trennung (vor dem Hintergrund einer äußerst problematischen Patchwork-Situation und vieler seelischer Verletzungen) eine neue Chance eröffnen für die Beziehung? Oder ist das der Anfang vom Ende?
 
  • #2
Nein, wenn das Zusammenleben scheitert, zeigt das doch ganz klar, dass man für eine Partnerschaft nicht geeignet ist. Was willst du mit einem Partner, mit dem das Zusammenwohnen nicht harmoniert? Sorry, in diesem Sinne kann ich nicht einmal die Frage nachvollziehen.

Zusammenwohnen ist doch quasi der ultimative Test, ob man zusammenpasst -- dieswr Versuch scheitert eben manchmal und dann muss man auch verdammt noch mal die Konsequenzen ziehen und sich der Erkenntnis stellen, dass man als Paar nicht passt.
 
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  • #3
Es gibt ganz viele verschiedene Geschichten. Mein Onkel und seine neue Freundin lebten als Patchworkfamilie einige Zeit mit insgesamt 4 Kindern zusammen. Es funktionierte nicht. Sie zogen auseinander und lebten einige Zeit getrennt, waren aber zusammen. Sie haben jetzt geheiratet, nach über 20 Jahren Zusammensein.

Mein Freund und ich sind seit 1,5 Jahren zusammen. Wir haben insgesamt 6 Teenager. Wir wollen nicht zusammen wohnen. Ich wollte erst, bin aber jetzt heilfroh, dass wir es nicht gemacht haben. Jedoch habe ich ca 50x Schluss gemacht, weil mir alles zu viel wurde.

Er ist eisern bei mir geblieben. Bis jetzt. Wir lieben uns einfach.

Das klassische Schwarz oder Weiss gibt es in Patchworkfamilien nicht. Das ist das Schwierige, aber auch die Herausforderung.

Vielleicht habt Ihr beide Euch zu viel zugemutet. Vielleicht spielen die Kinder verrückt. Vielleicht war einfach der Zeitpunkt falsch gewählt.

Warte mal ab. Wichtig ist, dass die Liebe die Basis ist.

Patchwork heisst: es gibt keine gesellschaftliche Norm wie "Ehe", "Familie". Es heisst dann die Kinder meiner Lebensgefährtin, meine Kinder, der Ex etc

Das zu akzeptieren tut erst mal weh, hilft aber.

w45
 
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  • #4
Bekannte von mir sind seit 17 Jahren ein glückliches Paar. Zu Anfang ihrer Beziehung probierten sie es mit Zusammenwohnen, das klappte allerdings gar nicht, weil beide ausgesprochene Individualisten sind. Seitdem sie getrennt leben, führen sie eine ausgesprochen harmonische und glückliche Beziehung. Lass Dich nicht verunsichern, es gibt keineswegs nur 1 Beziehungsmodell. Was für andere Gültigkeit hat, muss noch lange nicht auf Euch zutreffen! Viel Glück! :)
 
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  • #5
Ja, ich könnte mir gut vorstellen, dass man als "frisches" Paar mit einer Patchworkfamilie auf engem Raum überfordert sein könnte, wenn man zu früh zusammengezogen ist, und dass eine räumliche Trennung, für ein paar Jahre, bis eventuell die Kinder aus dem gröbsten oder sogar aus dem Haus sind, die Beziehung retten kann.

Leider ist die Frage etwas zu kurz gehalten, wir erfahren nicht genug Hintergründe (Alter der Kinder, Dauer der Beziehung bis zum Zusammenziehen und nach dem Zusammenziehen, Details zu den Problemen...), sodass wir eigentlich nur vage Vermutungen anstellen und gefährlich ins Blaue hinein raten können.

Ich hätte mir nicht vorstellen können, als meine Kinder schulpflichtig waren, mit einem Partner im gleichen Haus zusammenzuleben, mir waren in diesen Jahren getrennte Häuser sehr wichtig und für die Partnerschaft förderlich. Die Kinderzeit geht schnell vorbei, und DANN ist immer noch genug Zeit, einen gemeinsamen Haushalt zu führen, wenn es zuvor problematisch war.

Aber - versuch es, du kannst eigentlich nur gewinnen.

w54
 
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  • #6
Problematische Patchwork-Situation, Stress mit der/dem Ex, Scheidung... sind alles Dinge, die eine neue Beziehung ungemein belasten können.

Da gelten keine "normalen" Regeln, denn das ist keine "normale" Beziehung, sondern oftmals eine Extrem-Situation.

Zuerst entscheidet man sich für das Gesamt-Paket, liebt den Partner - und dann wächst einem alles über den Kopf. Die Kinder intregieren, schießen quer, der/die Ex wirft Steine in den Weg usw.

Ja, ich kann mir das vorstellen, dass man denkt, man schafft das gemeinsam und dann wird alles zu viel. Ich habe mich einmal in meinem Leben gegen eine Partnerschaft entschieden, anstatt zunächst erstmal wieder in die Distanz zu gehen. Ich denke im Nachhinein, dass es ein Fehler war. Distanz hätte sicherlich geholfen, denn etliche Patchwork-Probleme erledigen sich evtl. mit der Zeit, da Kinder auch mal wieder aus dem Trotzalter oder der Pubertät rauskommen.

Was hast denn du zu verlieren, wenn ihr zurück in getrennte Wohnungen geht, aber euch dennoch weiterhin als Paar versucht - eben wieder mit getrennten Wohnungen. Es wird sicherlich zunächst eine Erleichterung eintreten. Ob auch die Beziehung zu retten ist, würde ich nicht jetzt, sondern erst dann entscheiden. Ich denke, ihr werdet es spüren, wie ihr euch damit fühlt, ob ihr euch vermisst usw.
 
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  • #7
Probiere es einfach aus - manchmal ist es sogar besser, wenn man in getrennten Wohnungen lebt, das hat mit der Qualität einer Beziehung nichts zutun und Paare, die nicht zusammenwohnen, haben auch keine "halbe" Beziehung, sondern genauso eine vollwertige.

w/39
 
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  • #8
Das ist nicht der Anfang, sondern das ist das Ende.
Da ward ihr einfach zu schnell.
Wir haben auch zusammen 6 Kinder. das funktioniert, weil wir in getrennten
Wohnungen sind. Die Kinder kennen sich, müssen aber nicht zusammen leben.
Es sind erst 9 Jahre, aber es funktioniert.
Probleme gibt es nur, wenn meine Partnerin, mich mehr möchte und ich weniger
bei meinen Kindern bin.
 
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  • #9
Gerade wenn beidseitig Kinder vorhanden sind, wird es schwierig alle Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen. Wir haben uns seit vier Jahren konsequent dagegen entschieden, zusammen zu ziehen, weil weder ich seine, noch er meine Kinder tagtäglich "ertragen" wollen würde. Die Kinder-WEs und auch Urlaube verbringen wir mittlerweile gemeinsam, wir genießen als Paar jedoch auch unsere WEs und Urlaube. Mit uns Erwachsenen würde es zwischenzeitlich wahrscheinlich funktionieren mit dem Zusammenwohnen und -leben, denn wenn wir uns streiten, dann meistens wegen der Kinder, bz. auch aufgrund des anderen Erziehungskonzepts seiner Kinder bei seiner Ex. Wir werden sehen, was die Zeit bringt. Schwarz / Weiß gibt es da wirklich nicht.
 
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  • #10
ja, kann doch durchaus sein, dass euch das gut tut, nach der räumlichen trennung euch bei künftigen treffen auf das schöne zu konzentrieren und es zu genießen.
es kann die erste rate der trennung auf raten sein, es kann auch der startschuß für eine "neue" beziehung in einer anderen konstellation sein. wissen kann das niemand, die zukunft wird es zeigen.
 
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  • #11
Ich habe die gleich Situation: wir kannten uns nur 4 Monate bevor wir zusammenzogen, nach 6 Monate kam auch seine 15 jährige Tochter zu uns. Ich bin 33 und habe keine Kinder. Streietereien gab es schon immer, jetzt sagt er, ich würde ihn nicht akzeptieren, wie er ist und muss deswegen ausziehen. Dann könnte man schauen, ob Beziehung wieder läuft. Ich für ist Ausziehen keine Option, zu groß ist dieser Schritt finanziell, aber vor allem emotional, diese Whg die wir zusammen gesucht und eingerichtet haben wieder zu verlassen und mich auf die Wohnungssuche in München (wo ich neu bin und keinen großen Freundeskreis habe) zu begeben. Ich habe mir den A... aufgerissen,um mit seiner pubertierenden Tochter ein gutes Verhältnis aufzubauen (ihre Mutter ist einfach abgehauen letztes Jahr), jetzt sind wie soweit, dass ich mit ihr zum Frauenarzt gehe und sie mir vieles anvertraut. Ich will das nicht alles verlieren. Es ist mir zu wichtig, er ist mir zu wichtig. Was soll ich tun?
 
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  • #12
Natürlich ist das eine Chance. Ich sags mal etwas provokant: Nur arme Leute können sich keine zweite Wohnung leisten.
 
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