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Gast

  • #31
Die Wissenschaft, egal welche Disziplin, ist ein einsamer Weg, zumindest für viele. Für die Karriere und den optimalen Lebenslauf muss man sich viel bewegen. Studium im Ausland, Promotion nochmal woanders und die erste Post-Doc-Stelle ist natürlich auch einen Umzug wert. Finde mal jemanden, der so oft seine Zelte abbauen möchte, Freunde zurück lässt, seine Karriere nach deiner ausrichtet und den Stress der Familiengründung bewältigen kann. Sowas gibts nicht häufig!
 
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Gast

  • #32
Sehe ich es richtig, dass ich für Euch nicht in Betracht käme, solange ich nicht ebenfalls gut verdiene, und ihr nur Angst vor Versorgermentalität hättet?
Das macht's jedenfalls nicht einfacher. Du solltest zumindest nicht anfangen Ansprüche zu stellen und andere deine Fehlentscheidungen ausbaden zu lassen. Es kommt immer auf die konkrete Situation an. Es könnte schon sein, dass es eine Beziehung nicht übersteht, wenn ich gern in Urlaub fahren würde, du dir das nicht leisten kannst und ich keine Lust habe für zwei zu zahlen. Und aus Solidarität auf Dinge zu verzichten, weil man sie sich zu zweit nicht leisten kann, macht auf Dauer auch Unmut.

Und es ist mir schnurzegal, wie viele Frauen jetzt wieder sagen werden, mit einem Geizhals nichts zu tun haben zu wollen. Mir würde auch niemand einen Urlaub zahlen, eine Frau schon gar nicht.

Du hast aber noch die Perspektive, dir einen traditionell eingestellten Mann zu suchen und Haushalt und Kindererziehung zu übernehmen. Gesellschaftlich anerkanntes, langjährig erprobtes Modell und du nutzt auch niemanden aus (Haushalt und Kinderziehung machen schließlich auch Arbeit). Das mein ich nicht abwertend, es ist halt nicht mein Lebensmodell. Aber es gibt genug solche Männer, du musst sie einfach nur finden.
 
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Gast

  • #33
Das macht's jedenfalls nicht einfacher. Du solltest zumindest nicht anfangen Ansprüche zu stellen und andere deine Fehlentscheidungen ausbaden zu lassen.

Du hast aber noch die Perspektive, dir einen traditionell eingestellten Mann zu suchen und Haushalt und Kindererziehung zu übernehmen. GAber es gibt genug solche Männer, du musst sie einfach nur finden.
Liebe FS,

sehe ich auch so. Als traditionelles Modell wäre das für mich auch ok. Auch mit Promotion (da könnten manche wiederum auch ein Problem haben).

Auch das mit den Ansprüchen ist aus meiner Sicht richtig, es muss ja nicht der hier parallel genannte Betonbauer sein. Das Problem ist, dass für die immer wieder gern gesuchte "Augenhöhe" beide gleich hoch stehen müssen, von der Bildung her, vom Einkommen (Größenordnung) her, auch von der Lebenssituation her (fest im Berufsleben stehend). Das ist bei Dir schwierig. Gleiche Bildung bedeutet oft höheres Einkommen beim potentiellen Partner, gleiches Einkommen bedeutet oft geringere Bildung beim Partner, oft werden potentielle Partner in Deinem Alter seit Jahren im Beruf etabliert sein oder es nach abgeschlossener Pomotion schneller sein.

Das bedeutet aber keinesfalls, dass Du als Partnerin nicht für viele, gerade Akademiker, interessant bist.

m, 46
 
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Gast

  • #34
Finde mal jemanden, der so oft seine Zelte abbauen möchte, Freunde zurück lässt, seine Karriere nach deiner ausrichtet und den Stress der Familiengründung bewältigen kann. Sowas gibts nicht häufig!

Doch, die Wissenschaftler(innen) bleiben halt gern unter sich.
Die sind fast alle kosmopolitisch. Heute Rom und nächstes
Jahr Warschau. Mit der üblichen Mittelschicht im Reihenhaus können
die meist sind so gut kommunizieren, die Lebenswelten sind anders.
Dir Partbnerschaftsmodelle sind auch sehr flexibel. Traditionelle
Rollenverteilung gibt es so gut wie gar nicht mehr. Wer gerade
eine feste Stelle hat macht die Home Station, egal ob Mann oder Frau.
Der andere kreist wie Sputnik drumrum.
 
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Gast

  • #35
Liebe Fragestellerin,

Deine Nachricht überrascht! An Unis gibt es viele Möglichkeiten Studenten oder Doktoranden für kleines Geld kennen zu lernen. Schau doch mal bei den Mathematikern/Physikern etc. Hochschulsport/Gruppen etc.

Das Problem liegt für mich eher in dem Nebensatz "alles was man so soziale Teilhabe nennt":

Du hast Dich entschieden, Geisteswissenschaften zu studieren und darin zu promovieren. Das ist OK. Aber KEINER ist dafür verantwortlich, Dir Luxus zu ermöglichen. Also schraube Deine Ansprüche auf das Niveau zurück, das Du Dir leisten kannst oder geh arbeiten. So einfach ist das. "Soziale Teilhabe" ist ein Konstrukt, mit dem Du versuchst, Deiner Gier einen positiven Rahmen zu geben.

Wenn Du einen Partner suchst, der Dich liebt (ohne Glamour-Ansprüche) hast Du an der Uni sicher Chancen. Und die meisten Leute in Unikreisen, die ich kenne, hätten kein Problem eine ärmere Freundin mitzufinanzieren, so lange sich das ganze in einem für sie finanziell möglichen Rahmen bewegt.


m/33, Single an der Uni
 
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Gast

  • #36
Mein Zwillingsbruder hat in Geschichte promoviert. Magna cum laude, aber mit 30 noch ohne Berufserfahrung. Chancen auf eine Beamtenlaufbahn gleich 0.

Die ersten 5 Jahre nach der Promotion waren knüppelhart, aber im nachhinein betrachtet war es eher wie Dorothys Reise nach Oz.

- Nach der Promotion monatelang nur Absagen . Ich konnte ihm schließlich eine schlecht bezahlte Zeitarbeitsstelle (12 Monate) bei einem Großkonzern vermitteln (700€).

- Trotz Topleistung keine Festanstellung im Konzern, aber die nächste Mini-Chance. Er konnte bei einem ausländischen Geschäftspartner als Stratege einsteigen. Gehalt war okay, aber Arbeiten bis zum Umfallen in einem fremden Land war nicht lustig. Nach einem Jahr wurde er entlassen weil der kleine Balkanfürst hatte was er wollte - die durch meinen Bruder erarbeitete Landesvertretung für eine neue Marke seines Erstarbeitgebers.

Fazit nach zwei Jahren: Gnadenlos ausgebeutet und "keiner will mich" Syndrom.

- Einstellung bei einer kleinen 10-Mann Beratung mit Büro irgendwo im wald. Consulting für mittlere und höhere Beamte mit persönlichen Gehaltsniveau eines Polizeihauptwachtmeisters (nur ohne Pensionsrechte).

- Nach drei Jahren Wechsel zu Mobilcom Österreich in den Einkauf. Heute ist er Prokurist der Telekom Austria mit ****** Gehalt, Firmenwagen, großer Jugendstil-Wohnung und Freunden aus den besten Kreisen.

Wie schon eine Vorrednerin sagte - Dein Berufsanfang wird hart, aber mit Fleiß, Geduld, Einsatz und etwas Glück schaffst Du es. Es ist kein geradliniger Weg, aber genau das sorgt dafür daß viel aus Dir werden kann. Du mußt es nur anpacken und in den schlechten Zeiten nicht aufgeben. Am Dunkelsten ist es immer kurz vor Tunnelende...

Vergiß dabei auch nicht die Maslowsche Bedürnispyramide. Solange Du ein Dach über dem Kopf, einen vollen Bauch und Sex hast ist Glück Einstellungssache. Kopf hoch und senke Deinen Erwartungsdruck - abgerechnet wird zum Schluß und nicht nach dem ersten Viertel. Beruflich und Privat.

Wer es am Anfang schwer hat kann privates Glück viel besser schätzen und bewahren als die denen anfangs alles zufliegt. Die frühen "Glückskinder" können nämlich mit Lebenskrisen oder kleineren Fehlern Ihres Partners oft nicht umgehen und ohne dies Fähigkeit hält keine Beziehung...

m (47)
 
  • #37
Wie wäre es denn, wenn du arbeiten gehen würdest? Da kann man viele Menschen kennen lernen. Du bist jung! Mach doch einfach was aus deinem Leben und sperr dich nicht ein!
Reicht das Geld nicht, um auszugehen, geh jobben, dass du dafür das Geld zusammen bekommst. Das wird schon.
 
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  • #38
Doch, die Wissenschaftler(innen) bleiben halt gern unter sich.
Erlebe ich so auch im Kollegenkreis überhaupt nicht. Praktisch alle haben völlig "normale" Partner/-innen, ich auch. Es reist auch niemand jahreweise durch die Welt, zumindest nicht bei Ingenieuren. Aber auch Geisteswissenschaftler haben irgendwann ihr meist karges, aber räumlich stabiles Auskommen. Im Grunde weiß man aber doch auch vorher, dass man das nicht studiert, um damit eine Professur zu bekommen.

m, 46
 
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  • #39
Ich habe Geschichte und VWL studiert, in VWL promoviert, bin mittlerweile Post-Doc und arbeite auf eine Uni-Karriere hin. Während meiner Promotion hatte ich im Durchschnitt eine 90% Stelle, damit konnte man sehr gut Leben. Wenn ich mit meinen Freunden rede, die sich gegen eine Promotion entschieden haben, stelle ich immer wieder fest, dass der reale Gehaltsabstand gar nicht so groß ist. Natürlich wird man nicht reich an der Uni (das wird man ohnhin nur im IB oder als Unternehmen), aber man kann langfrstig doch ein sehr bürgerliches Leben führen.

Die Geisteswissenschaften sind natürlich ein Sonderfall, weil die Doktoranden dort IM DURCHSCHNITT sehr schlecht bezahlt werden. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass sehr viele an der Uni hängen bleiben, meinen dass sie "Elite" wären und sich auf ihre ach so guten Noten etwas einbilden. Aufgrund der laxen Notengebung kann praktisch jeder in den Geisteswissenschaften promovieren, und da die Outside-Options schlecht sind, machen es viele.

Um in so einem System erfolgreich zu sein, muss man in erster Linie fokussiert sein auf das Wesentliche d.h. schnell promovieren, die Arbeit gut veröffentlichen und - was noch wichtiger ist - sich vernetzen, weil die meisten Stellen im akademischen Bereich doch in erster Linie über persönliche Beziehungen vergeben werden.

Um jetzt konkret zu werden: Du, liebe FS, sagst, "dass es falsch war, Geisteswissenschaften zu studieren und eine Promotion anzufangen". Das ist genau die falsche Einstellung. Wenn es Dir keinen Spaß macht, warum machst Du es dann immer noch? Es ist kein Fehler, ein geisteswissenschaftliches Studium bzw. eine Promotion zu beginnen, aber es wird ein Fehler, wenn man nicht mehr zu 100 Prozent hinter dem Fach steht. Auch als Nicht-Ökonom sollte man wissen, dass es sunk costs gibt. Gewisse Fehler lassen sich eben nicht ändern, also muss man das beste daraus machen.

Was erwartest Du denn von der Promotion? Ich weiß, dass es selbst für promovierte BWLer und VWLer schwierig ist, eine adäquate Position zu bekommen, weil es auf diesem Niveau kaum stellen gibt. Und dann wird immer geschaut, was man nebenher gemacht hat. Zugespitzt gesagt: Wer mit 29 noch nie in einem Unternehmen tätig war, ein Projekt geleitet hat und nur vor sich hin promoviert bzw. studiert hat, wird keine Chance haben.

Mein Rat: Brich die Promotion ab oder schreib sie im nächsten halben Jahr herunter. Alles andere führt zu nichts. Wenn das abgehakt ist, dann kannst Du Dich auf die Partnersuche begeben.

Auch hier wieder eine Anmerkung, die bei vielen wieder Hassgefühle provozieren wird: Die wenigsten haben mit Anfang 30 noch Interesse, sich auf eine Freundin mit "Studentenleben" einzulassen, es sei denn, man gehört zum "alternativen Milieu".

m,30
 
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  • #40
Warum machst du dich kleiner als du bist? Und warum stehst du nicht hinter dem, was du machst? Bzw. warum lässt du dir von anderen sagen, was sie besser finden?
Und was findest du an Geisteswissenschaften nicht toll? Oder findest du es nur plötzlich nicht toll, weil 1000 Leute dir sagen, das ist Quatsch?

Fazit: Du bist solo, weil du einfach nicht zu dir stehen kannst, nicht zu dir gefunden hast und für nichts im Leben einstehen kannst. Du bist unauthentisch!

Auch hier wieder eine Anmerkung, die bei vielen wieder Hassgefühle provozieren wird: Die wenigsten haben mit Anfang 30 noch Interesse, sich auf eine Freundin mit "Studentenleben" einzulassen, es sei denn, man gehört zum "alternativen Milieu".
m,30
Das sagen Männer, die sich mit 30 zu jung zum Familiengründen fühlen? Was ist denn das ominöse "alternative Mileu"? Meiner Ansicht nach wird im "Elitekreis" doch studiert bis auf Teufel komm raus!