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Gast

  • #1

Nähe- / Distanzbedürfnis

Gerade unter meinen Partnervorschlägen sind immer wieder die mit den hohen Matchingpunkten die, bei denen das Nähe- und Distanzbedürfnis am unterschiedlichsten ist. Ich weiss nicht, wie eine große Differenz hier zum Gelingen einer Beziehung beitragen könnte.

Habt Ihr Vorschläge, wie man damit umgehen könnte? Ich kann es nicht. Wenn ich jemanden mag, dann will ich ihn sehen, öfter als einmal alle 10 Tage. Ich möchte ihn nicht nur für kurze Treffen sehen und ich will immer wieder reden - auch zwischendurch.

Kennt Ihr das Problem und wenn ja, wie geht Ihr damit um?

W/47
 
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Gast

  • #2
...diese Frage kannst du getrost vergessen im Profil, denn du kannst nicht danach gehen! Das sage ich aus Erfahrung mit einem "EP-Mann" und auf Grund meiner Kenntnisse durch einschlägige Literatur zu diesem Thema.

Ich habe z.B. jemanden kennengelernt, der hatte einen sehr starken Ausschlag in Richtung Nähe. Doch in Wirklichkeit war er ein Typ, der Frauen auf Distanz hält und sich gerne zurückzieht und auch sehr egozentrisch ist. Die Nähe, die WÜNSCHT er sich manchmal, dann sind da wohl VerschmelzungsPHANTASIEN. Aber wie gesagt: die Realität sieht zu 90% anders aus: Distanz.

Es gibt sicherlich Punkte im Profil, die mehr die Realität wiederspiegel als diese Frage...
Z.B. der Punkt "Autarkie/Versorgung" - Typen die sich sehr stark "Versorgung" wünschen, sind sehr oft eher Distanz-Typen. Weil sie damit immer wieder ihre Abhängigkeit kompensieren müssen. Mehr in Richtung "Autarkie" ist m.E. besser! Sie können Nähe besser aushalten. Und dieser Punkte stimmte bisher meist ziemlich mit dem realen Verhalten überein...
 
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Gast

  • #3
Ich habe meinen Exfreund auch bei EP kennengelernt und kann bis heute nicht verstehen, wie bei ihm "viel Nähe" stehen konnte!
Er wollte kein Versorger sein aber er wollte ganz ganz viel Nähe!
Das hat er mir beim ersten Date auch genauso dargestellt.
Eine Beziehung sei für ihn der Lebensmittelpunkt aber es will, wenn man Kinder da sind, keine Hausfrau an seiner Seite haben, sondern eine ebenso berufstätige Powerfrau.
Er wusste von Anfang an, dass ich heiraten wollte und Kinder.
Wenn ich von dem Haus sprach, das ich gerne mit ihm gebaut hätte, dann redete er fleissig mit und gleichzeitig boykottierte er jeden meiner Versuche endlich nach einiger Zeit zusammenzuziehen!
Ständig gab er dem Job die Schuld oder anderen äußeren Umständen, dass er es nie schaffte im Internet nach einer Wohnung zu suchen.
An allen Wohnungen die ich fand, hatte er etwas auszusetzen.
In meinem ganzen Leben ist mir noch nie ein so extrem distanzbedürftiger Mann begegnet.
Er brauchte immer seinen Rückzugsort und der Gedanke an eine gemeinsame Wohnung hat ihn innerlich in die Flucht getrieben.
Ich glaube er war nur bis zu einem gewissen Grad fähig Nähe zuzulassen.
Irgendwann war mir klar, dass das Spiel noch Jahre so hätte weitergehen können, ohne dass wir auch nur 1cm weitergekommen wären.
Wir bewegten uns nie von der Stelle weg, weil ER es so wollte!
Es war so verletzend und ich fühlte mich so abgelehnt.
Irgendwann bin ich neben ihm aufgewacht in seiner winzigen Wohnung und mir wurde glasklar vor Augen, dass ich in 5 Jahren immer noch auf der Stelle treten würde, wenn ich ihn nicht verlassen würde.
Also machte ich auf der Stelle Schluss, sehr emotional, sehr spontan aber ich bin bis heute froh darüber, dass ich den Absprung geschafft habe und lieber Single bleibe als permanent verletzt zu werden.
w.
 
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Gast

  • #4
Kennt Ihr das Problem und wenn ja, wie geht Ihr damit um?
Von Anfang an offen mit deinem Bedürfnis umgehen und noch viel wichtiger, sehr genau auf die Zeichen und vor allem Taten des (möglichen) Partners achten. Ich, m29, habe nämlich schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass auf die Äußerung meiner Bedürfnisse ein "ja, ich brauche auch viel Nähe" und ein "ich kuschle auch gerne" kam, aber da Ganze nur eine wertlose Standard-Aussage wie "Treue ist mir ganz wichtig" war. Und wenn er schon zickt, weil du ihn beim Kennenlernen öfter als alle 10 Tagen sehen willst, nenne ihm deine Bedenken und wenn er nichts ändert: Vergiss ihn ganz schnell.
 
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Gast

  • #5
Hallo FS,

ja ich kenne das Problem. Nach meiner Ehe (14.5 Jahre) in der das alles kein Problem war, da wir dasselbe Nähe-Distanz Bedürfnis hatten, kam ich plötzlich auf diese Schiene bei der Partnersuche. Das geht eigentlich bis heute so, also seit ca. 2 Jahren. Treffe nach dem Scheitern der Ehe ständig auf Männer, die ein extremes Distanzverhalten an den Tag legen.

.
Entweder sind es gebundene Männer, also die emotional an einer anderen Person gebunden sind, in meinem Fall beide an ihre Mutter oder an ihren Exen bzw. Lebensgefährtinnen oder an ihren Kindern, jedenfalls besetzt und gebunden, und das durch die Bank weg.
Die Männer sind dann zwischen 38 und 50.
Sie kommunizieren am Anfang "Nähe", reden z.B. von Familie oder von irgendwelchen Unternehmungen und dann stellt sich heraus, dass sie das alles eigentlich gar nicht wirklich wollen, quasi nur sozial erwünschtes Verhalten parlieren (was Frau halt so hören will, um sie in die Kiste zu schleppen). Ein paar Beispiele für die Distanzkommunikation:

-sie wollen eine Weltreise machen (ohne mich versteht sich)
-sie wollen sich mehr um ihre Mutter, Oma, Tante kümmern
-sie wollen sich nur um ihr Kind kümmern (ohne mich miteinzubeziehen)
-sie wollen mit ihrer Mutter in den Urlaub fahren (Kreuzfahrt)
-sie essen Sonntags bei ihrer Mutter (nehmen dann noch Essen für die Woche mit)
-sie wollen sich wieder mit ihrer Ex treffen
-sie haben ein Hobby, das das ganze Wochenende betrieben wird (Motorrad, Auto, Fitness, Kneipe, Kumpels), wo ich dann gar nicht mitkann usw.

Zusammengefasst wird ausschliesslich Exclusion kommuniziert und eben keine Zeit.
Wenn mal ein Zeitfenster offen ist, dann treffen sie sich oder man soll dann zu ihnen kommen usw.
Für mich völlig inakzeptabel. Ich weiss aber, dass es Frauen gibt, die sowas mitmachen.
Da ich das gleich am Anfang dann klar mache, dass ich sowas nicht will, geht das dann innerhalb kürzester Zeit in die Brüche.
Sorry, dass ich da auch etwas ratlos bin, denn du willst ja wissen was man da tun könnte.

Mittlerweile ist es einfach so (bin immer noch Single), dass ich praktisch sofort am Anfang Verbindlichkeiten herstelle, die mehr in Richtung Handlungen gehen, statt in Reden.
Fazit:
Du musst halt auch selber innerlich frei sein, für einen neuen Mann und das auch kommunizieren und ausstrahlen. Vielleicht war ich es eben noch nicht. Ansonsten fliegen einem ständig diese Gebundenen zu, weil du ja selber innerlich das eventuell auch bist. Nach drei Erlebnissen dieser Art bemühe ich mich, dass ich diese Offenheit behalte, um nicht wirklich zuzumachen innerlich. Das ist nämlich die große Gefahr.

Viel Glück obwohl es da wohl kein Patentrezept gibt.
w 40
 
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Gast

  • #6
dass sie das alles eigentlich gar nicht wirklich wollen, quasi nur sozial erwünschtes Verhalten parlieren (was Frau halt so hören will, um sie in die Kiste zu schleppen). Ein paar Beispiele für die Distanzkommunikation:
Wo, genau, ist hier Dein Problem? Ein Mann, der Dir von vorneherein erklärt, daß er dieses und jenes allein zu unternehmen gedenkt, unterscheidet sich doch GANZ DEUTLICH von einem, der dasselbe mit Dir zusammen tun will?! Für den das "ohne Dich" nur der allerletzte Notnagel wäre, wenn Dir das Thema halt absolut überhaupt gar nicht liegt. Wenn Du Dich von dem ersteren in die Kiste schleppen läßt, haben schlichtweg Deine Charakter-Sensoren versagt. (m)
 
  • #7
hier die FS - vielen Dank für die sehr ausführlichen und eingehenden Antworten. Ich schaue jetzt anders hin, genauer. Eure Antworten haben mir geholfen.